Nach der gestrigen Regierungsbildungsverkündung mit all ihren Tücken, Abgründen, Oberflächlichkeiten und Heucheleien hatte ich auf meiner privaten fa(k)cebook Seite folgendes gepostet:   sind wir wirklich von der jeweiligen Politik vollkommen abhängige Armutschkerln? Ein Bekannter von mir meinte daraufhin, ich solle doch aufhören, hier auf facebook „rumzumotschkern“ und doch, mit Verlaub, eine eigene Liste gründen und der derzeitigen Regierung doch bitte wenigstens eine Chance geben. Hier in etwa meine Antwort:

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Foto © ORF

„Du verstehst mich nicht. Es geht überhaupt nicht um mich. Mir geht genau diese „Herummotschkerei“ extrem auf den Keks, und ich motscker hier überhaupt nicht rum. Ich frage mich nur ernsthaft: warum sich die meisten von uns so eine lächerliche Abhängigkeit von der Politik einreden lassen? ich frage mich, warum wir Politiker, egal wo, die ganze Zeit mit soviel Energie aufladen = so eine Bedeutung in unserem täglichen Dasein zukommen lassen und wozu wir sie in der Tat zu unserem individuellen, eigenen Glück tatsächlich überhaupt wirklich brauchen, vollkommen ohne jeden Sarkasmus. Nur weil wir nach Ausreden suchen , dass die SCHULD sind, wenn wir in unserer eigenen misery verharren, wenn wir uns lieber in Opferrollen herumsuhlen anstatt unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen? oder weil dies und das nicht klappt, oder wir dies und das nicht HABEN können??? Natürlich werden politisch die Rahmenbedingungen unseres Daseins und die Grundstrukturen unseres Zusammenlebens auch auf staatlicher Ebene mitgestaltet. Aber ob ich als Individuum glücklich oder unglücklich bin, entscheide in jedem Fall noch immer ausschliesslich ich selbst, zumeist vollkommen unabhängig von den „Rahmenbedingungen“.

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Ich habe mehr bedürftige, zum Teil extrem benachteiligte Menschen schon sehr oft viel glücklicher erlebt und wahrgenommen als viele von denen, die alles haben aber nie genug davon kriegen können. „wer glücklich ist, kauft nicht“ meint vollkommen richtig der Gehirn – und Verhaltensforscher Gerald Hüther. Vielleicht liegt ja genau da der Haken oder ist genau da der Wurm drin? wer sollte denn wirklich wollen, dass wir „glücklich“ sind, wo es doch viel Wichtigeres gibt:  das „Wirtschaftswachstum“ !

Ob ich als Lokalbesitzer ein Raucher- oder Nichtraucherlokal sein will, entscheide mit Sicherheit immer noch ich selbst. Ob ich meine Kinder in die derzeit bestehenden Schulen schicke oder nicht, kann und darf ich auch selbst entscheiden. Ob ich lauter Monsanto Scheisse konsumiere entscheide auch ich, ob ich mich großteils oder überhaupt vegetarisch oder vegan ernähre oder nicht auch, ob ich Sport betreibe oder nicht  auch, ob ich lieber Opfer bin als die Ärmel aufzukrempeln, sofern ich gesund und dazu in der Lage bin auch, ob ich ein Projekt starte und beharrlich an dessen Umsetzung arbeite, egal ob ich dafür staatliche Förderungen bekomme oder nicht, auch. Ob ich KünstlerIn und/oder MusikerIn bin, egal ob ich deshalb oder dafür? gefördert werde oder nicht, auch. Nur weil ich „Kunst“ an einer Uni oder einem Konservatorium oder einer Schauspielschule studiert habe berechtigt und befähigt mich das noch lange nicht dazu, tatsächlich KünstlerIn zu sein oder von der Kunst leben zu können und folgerichtig lässt sich daraus auch kein bis null Anspruch ableiten, dass der Staat sich um mich kümmern muss oder sollte, weil ich ja sonst verhungern müsste. So oder so ähnlich hatte ich das erst kürzlich bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Kulturpolitik aus dem Munde einer SchauspielerIn mit grossem Staunen vernommen.

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Foto © Elisabeth Hakel

Ich habe acht Jahre lang in den 90ies in den USA garbeitet, geliebt und gelebt, wo es so gut wie überhaupt keine Kunst- und Kulturförderungen, geschweige denn soziale Windelhosen gibt. Aber ich darf euch sagen, dass diese Tatsache dort nie und nimmer für irgendeine KünstlerIn oder Künstler ein Grund gewesen wäre, nicht seine Musik zu machen, nicht Records zu produzieren, keine Tourneen zu veranstalten oder Konzerte zu spielen, nicht Kunstwerke, Installationen oder Gemälde zu schaffen, nicht Romane, Drehbücher oder Gedichte zu schreiben, nicht Filme zu drehen die gedreht werden wollen, nicht Tanz- oder Theaterproduktionen durchzuziehen. Ich habe einige der intensivsten und spannendsten Off Broadway Theaterproduktionen in alten, verlassenen Industriebauten ohne Heizung und Plüschsessel mit ein paar alten Heizkanonen sehen und erleben dürfen, wo die einzigen Requisiten ein paar alte Kübel und ein paar Scheinwerfer aus dem Bauhaus waren.

Auch der Hilfeschrei nach Quoten aller Art ist mir ehrlich gesagt schon immer etwas suspekt, egal ob man eine „Airplayquote“ fordert (Italien schau auffa) und glaubt, nur weil man eine Gitarre halten kann und irgendwelche Songs schreibt ein Anrecht auf Airplay zu haben oder es , nach dessen Einführung, auch tatsächlich zu bekommen. Absurd. Oder man(n) als Frau Anspruch auf Quoten hat, schlicht weil man kein Mann sondern eben eine Frau ist und die Geschichte patriarchalisch versaut ist, wofür aber viele Männer der Jetztzeit herzlich wenig können, was allerdings immer öfter zu abartigen Gefühlswallungen da und dort führt, als seien Männlein und Weiblein eigentlich von Natur aus zwei feindliche Arten und Gattungen. Hallo? Geht,s eigentlich noch? Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung, keine Frage, dafür müssen wir uns alle stark machen und einsetzen , mit oder ohne Quoten. Aber muss das wirklich gleich in Geschlechterkampf und Krampf ausarten?

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art © Billi Thanner

Ob ich gratis Schmierblätter lese oder permanent vor der Glotze sitze, entscheidet jede und jeder einzig und allein auch für sich. Ob ich mich sozial engagiere oder nicht, auch . Ob ich täglich Unmengen an Alkohol saufe oder nicht auch. Ob ich rauche oder nicht, auch. Ob ich zu MacDonalds gehe oder nicht, auch. Ob ich die Nachbarn in meinem Dorf, in meinem Mietshaus kenne oder nicht auch. Ob ich meine Lebensmittel bei einem Bauern- oder Bauernladen oder beim Billa kaufe auch. Ob „die anderen“ meine Feinde oder Freunde oder weder noch sonder einfach Mit – Menschen sind auch. Ob ich mich tatsächlich für meine Mitmenschen interessiere, auch wenn sie nicht immer meiner Meinung sind   oder gleich in Bausch und Bogen glaube verurteilen, beschimpfen oder hassen zu müssen auch. Und selbst ob ich weiterhin hier in Österreich leben, arbeiten und Steuern zahlen will oder eben nicht entscheide auch ausschliesslich ich selbst.

 

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Lady Gaga & Nietzsche © Marko Brajković

Wichtig wäre die Politik bzw. besser formuliert: der durch unsere Steuergelder finanzierte Staat, in genau jenen Bereichen, vor allem auch im sozialen Bereich, in den Bereichen Gesundheitswesen und Bildung, die immer mehr von der Politik aussen vor gelassen und extrem vernachlässigt werden: Lösungen für jene Gruppen, Situationen und Menschen zu bieten und zu entwickeln, die sozial schwach , geschwächt oder gefährdet sind, die durch unerwartete Ereignisse in Not geraten oder Gefahr laufen, auf der Strasse zu enden, wo es um gerechtere Verteilung bzw. Umverteilung gehen sollte, wo es Bedrohungen durch Umweltgifte, nicht nur für uns Menschen sondern für alle extrem wichtigen und notwendigen Klein- und Kleinstlebewesen gibt, ob man Schundblätter und Yellow Press tatsächlich um jeden Preis staatlich fördern muss, ob Kaufen, Kaufen, Kaufen und der ja inzwischen schon wirklich dumme Anspruch eines stetig wachsenden Wirtschaftswachstums wirklich noch ein zukunftsfähiges, überlebensfähiges, nachhaltiges Gesellschaftsmodell sein kann und darf, welches fast alle Bereiche unseres gemeinsamen Daseins betrifft und auf die eine oder andere weise beeinflusst. Oder ob es vielleicht doch Sinn machen könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen anstelle von 12 Stunden Arbeitstagen einzuführen. Ob Gesundheitsversorgung mit der Grösse der Geldbörse oder des Bankkontos korrelieren muss. Das und noch mehr sind Bereiche, Aufgaben und Fragen, wo die Politik vollkommen versagt aber wo sie extrem wichtig wäre und wofür wir sie eigentlich dringender denn je gut brauchen könnten. Aber da ist sie nicht bis kaum am Start, und wie es nie war wird es auch in Zukunft nicht mehr werden.

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Also was soll diese von allen Medien breitest unterstützte Wichtigmacherei und Wichtigtuerei ??? Ein bisschen weniger soziale Windlhosn ausser für existentielle Notfälle, wesentlich mehr Eigenverantwortung. Erkennen , dass die uns aufoktruierte „Ohnmacht“ schlicht und einfach ein von vielen Politikern und anderen Interessen herbeigesehntes Märchen ist, dass das aus fadenscheinigsten Gründen und mit immer perfideren Mitteln aufeinander Loshetzen und uns in Gut und Böse aufteilen am Ende immer und so gut wie ausschliesslich Profit- und Machtgeilen Interessen dient und nie UNS oder unserem Wohl, auch wenn man das dogmenartig tausendmal behauptet. Tatsache ist, dass die Politik in ihrer derzeitigen Form vollkommen überfordert ist und für die tatsächlichen Anforderungen unserer Zeit, NULL bis kaum Lösungen anbietet, durch ihre vollkommen veralteten Strukturen und Ansprüche überhaupt in der Lage bzw. bereit ist, welche anzubieten, sondern den Karren einfach noch (g)krasser und schneller und mit voller Wucht aus Macht- und Geldgier und oft auch aus reinen Konzerndienerabhängigkeiten an die Wand fährt.

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Es scheint mir ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Mit alten, herkömmlichen Mitteln krampfhaft einen todkranken Dinosaurier mittels eines inzwischen eindeutig erwiesenen Gifts namens ständig wachsen müssenden Wirtschaftswachstums immer noch am Leben erhalten zu wollen scheint mir ähnlich wie der Versuch ein Rennen mit Schiern von 1997 in einem Rennen 2017 mit vollem Einsatz zu versuchen zu gewinnen, wo sich allerdings inzwischen alles geändert hat: die Technik, die Schier, das Training, der Schnee, die Sportler, das Klima, die Menschen und die Pisten – also alles. Wir müssen gemeinsam nicht nur dringender denn je das gesamte alte, kranke, vermoderte und extrem ungesunde System , sondern jede und jeder Einzelne von uns vor allem unser Denken und noch mehr, unser FÜHLEN ändern bzw, überhaupt wieder neu entdecken und wiederfinden und einmal grundsätzlich volle Eigenverantwortung übernehmen für unser eigenes Glück und unsere eigene Situation, denen , die Hilfe brauchen, ohne ein Prozent Zweifel zu helfen, weil sie uns nichts wegnehmen, zumindest nichts was uns der Staat ohnehin nicht gibt,  und nicht alles auf“die Anderen“, Mama und Papa,  und die Politik schieben. Das meinte ich mit SIND WIR WIRKLICH VON DER JEWEILIGEN POLITIK ABHÄNGIGE ARMUTSCHKERLN ? schönen Tag noch und überhaupt: AUFWACHEN – JETZT! cheers, der aX

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