#117 „Kultur ist keine Branche, Herr Kanzler“

….und Kulturschaffende sind keine „Künstler“. WIR ALLE sind „Kultur Schaffende“, auch Sie, Herr Kanzler, wir alle schaffen und bestimmen gemeinsam die Kultur in der wir leben

Alle Kultur ist Erweiterung unseres Bewusstseins.    Carl Gustav Jung

Kulturbegriff
Die UNESCO definiert Kultur als die
„Gesamtheit der unverwechselbaren
geistigen, materiellen, intellektuellen und
emotionalen Eigenschaften, die eine
Gesellschaft oder eine soziale Gruppe
kennzeichnen.“

„‚Kultur‘ ist ein vom Standpunkt des Menschen aus mit Sinn und Bedeutung bedachter endlicher Ausschnitt aus der sinnlosen Unendlichkeit des Weltgeschehens.“ Max Weber

Helmuth Plessner hält gar das deutsche Wort „Kultur“ für fast nicht übersetzbar. In seiner „empathischen“ Bedeutung sieht er eine religiöse Funktion: „Kultur, der deutsche Inbegriff für geistige Tätigkeit und ihren Ertrag im weltlichen Felde, ist ein schwer zu übersetzendes Wort. Es deckt sich nicht mit Zivilisation, mit Kultiviertheit und Bildung oder gar Arbeit. Alle diese Begriffe sind zu nüchtern oder zu flach, zu formal, bzw. ›westlich‹ oder an eine andere Sphäre gebunden. Ihnen fehlt das Schwere, die trächtige Fülle, das seelenhafte Pathos, das sich im deutschen Bewußtsein des 19. und 20. Jahrhunderts mit diesem Wort verbindet und seine oft empathische Verwendung verständlich macht.“

„Kultur“ bezeichnet ebenso die Gestaltung des Zusammenlebens zwischen Menschen. So hat der Mensch im Laufe der Evolution eine Kultur ausgebildet, indem er zum Beispiel die Jagd oder andere Formen der Nahrungsbeschaffung geplant und durchgeführt, Kleidung, Werkzeuge oder Schmuck hergestellt, Siedlungen gebaut und das gemeinschaftliche Leben organisiert hat. Auch Rituale und Glaubensweisen sowie Verständigungsformen zählen zur Kultur des Menschen. Die gesamte Kultur einer Gemeinschaft umfasst also die Regeln des Zusammenlebens, Sprache und Schrift, Religion, Bräuche, Sitten und alle Formen der Kunst – eben all jene Dinge, die von den Menschen geschaffen, gestaltet und geformt wurden. Im engeren Sinne fasst man vor allem künstlerische Ausdrucksformen unter dem Begriff „Kultur“ zusammen. Spricht man zum Beispiel vom „kulturellen Angebot“, bezieht man das häufig auf die Bereiche Kunst, Literatur, Theater, Musik oder Film.#

Kultur ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.
Geert Hofstede, 1991


Kultur ist die Weise, in welcher Menschen sich verständigen, ihre Kenntnisse über die Einstellungen zum Leben weitergeben und entwickeln. Kultur ist das Muster der Sinngebung, in dessen Rahmen Menschen ihre Erfahrungen deuten und ihr Handeln lenken.
Clifford Geertz, 1973

Kultur ist ein universelles Phänomen. Alle Menschen leben in einer spezifischen Kultur und entwickeln sie weiter. Kultur strukturiert ein für die Bevölkerung spezifisches Handlungsfeld, das von geschaffenen und genutzten Objekten bis hin zu Institutionen, Ideen und Werten reicht. Kultur manifestiert sich immer in einem für eine Nation, Gesellschaft, Organisation oder Gruppe typischen Orientierungssystem.
Alexander Thomas, 1996

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. Johann Wolfgang von Goethe

Daß die großen Momente eine Kette bilden, daß sie als Höhenzug die Menschheit durch Jahrtausende hin verbinden, daß für mich das Größte einer vergangenen Zeit auch groß ist und daß der ahnende Glaube der Ruhmbegierde sich erfülle, das ist der Grundgedanke der Kultur.

Kultur ist vor allem Einheit des künstlerischen Stiles in allen Lebensäußerungen eines Volkes.

beide Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), Friedrich Wilhelm Nietzsche, deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

In Zeiten, in denen jede Nation immer weniger Kultur für ihren eigenen Bedarf zur Verfügung hat, machen alle Nationen wütende Anstrengungen, um ihre Kultur zu exportieren, um einander ihre Leistungen im Bereiche der Kunst aufzudrängen. George Eliot

Kultur war immer etwas, das nur wenige Leute verstanden. Vivienne Isabel Westwood

„Wo die Kultur stirbt, beginnt die Barbarei“ Das Zitat von Henrich Böll ist stark und plakativ, deshalb wird der Satz auch gern und oft zitiert – von Politikern ebenso wie von Künstlerinnen und Künstlern. Aber er bedarf der Interpretation, denn er stimmt ebenso, wenn statt der Kultur etwas anderes stirbt: etwa Freiheit, Toleranz oder Liebe. 

Von den Kulturen zählt nur eine:
das Sich Bemühen
Mensch zu sein

© Hans-Christoph Neuert (1958 – 2011), deutscher Aphoristiker und Lyriker

Die Kultur: Gras, das immer wieder niedergetreten wird und sich wieder aufrichtet.

Robert Musil (1880 – 1942), seit 1918 auch Robert Edler von Musil, österreichischer Novellist, Dramatiker und Aphoristiker

ohne Schliff sind wir wie Steine
wir funkeln nicht
wenn Licht darauf fällt

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Kultur ist schon lange nur noch der Versuch, den Niedergang der Kultur aufzuhalten.

© Markus M. Ronner (*1938), Schweizer Theologe, Autor und Aphoristiker

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.Karl Kraus (1874 – 1936) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts.

#116 „Fragen wir doch nicht immer gleich Google, Wikipedia &Co. Lernen wir wieder der Stimme unserer Herzen zu vertrauen“

Ja! Genau! Was meine ich denn nun mit dieser nur auf den ersten Blick verwegenen Ansage im so viel gelobten und gehypten Informationszeitalter? Könnte es sein dass wir mitten im Informationszeitalter und der künstlichen Intelligenz gezwungen werden, immer mehr und mehr zu verblöden und zu verdummen? Was bedeutet es denn genau bzw. was passiert denn da genau hinter den virtuellen und digitalen Kulissen, wenn wir uns vertrauensvoll immer sofort, weil es unter anderem eben so „bequem“ ist, an Google, Wikipedia und Co. wenden? Wie viele Apps benutzen wir denn tagaus tagein, weil auch das einfach so „bequem“ ist und welche Areale unserer Gehirne werden denn da in diesem „Informationszeitalter“ auf die eine oder die andere, inzwischen zu einer Gewohnheit verkommenen Bequemlichkeit, nach und nach krass vernachlässigt bzw. Schritt für Schritt still und lahm gelegt? Was weiss das Herz und seine Stimme uns mitzuteilen, was unser Verstand, Google, Wikipedia und Co. und alle zur Verfügung stehenden Apps schlicht und einfach nicht können, nicht wissen und nie können oder wissen werden, künstliche Intelligenz hin oder her?

hin oder her

Das sind meines Erachtens, davon bin ich der festen Überzeugung, einige der essentiellen und wesentlichen, der für uns als Menschheit überlebenswichtigen und als „Mensch“ existentiellen Fragen unserer Zeit, like it or not, believe it or not. Wagen wir doch einmal folgendes Experiment: was meinen Google und Wikipedia zu „Stimme des Herzens“ ? Bei „Google“ geht es, Überraschung, Überraschung als allererstes bis auf weiteres und in weiterer Folge eigentlich ausschliesslich um Kaufen und Verkaufen, eine nicht enden wollende Reihe an Kaufempfehlungen in Form von Buch- und Filmtips, grossteils , bzw. von Anfang an bei, ebenfalls Überraschung, Überraschung – Amazon – wer und wo sonst – sowie Verweise auf Fernsehserien. dann, auf Seite 2, unter weiteren Amazon Verweisen Buchtips auch von lokalen Anbietern wie Thalia und Morawa, ein Verweis auf Netflix Serien und das bleibt dann grossteils genau so . Ein Bauchladen, ein Marktplatz, oder wie unser Kanzler sagen würde: ein Amazon-, Bücher-, Fernsehserien- und Film Bazar.

Überraschung

Wikipedia meint zu „die Stimme des Herzens“ folgendes: Der Artikel „Die Stimme des Herzens“ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht. Du kannst den Artikel erstellen (Quelltext-EditorAnleitung).
Wenn dir die folgenden Suchergebnisse nicht weiterhelfen, wende dich bitte an die Auskunft oder suche nach „Die Stimme des Herzens“ in anderssprachigen Wikipedias. Und im Weiteren der genau gleiche Bauchladen, Marktplatz und Bazar wie auf Google.

Das überrascht mich jetzt natürlich überhaupt nicht und ist zugleich sehr bezeichnend. Weder Google noch Wikipedia, die gigantischen Informations – Titaniks auf den angeblich grenzenlosen Ozeanen des virtuellen und digitalen Informationszeitalters verstehen diese Frage offensichtlich nicht bzw. wollen, bzw. können sie gar nicht verstehen. Wen wundert das? Mich sicher nicht. Wie soll Verstand etwas verstehen, wo es nichts zu verstehen sondern nur etwas zu erkennen gibt, bzw. es gilt, sich etwas bewusst zu werden und zu „lernen“.?

Informations – Titaniks

In Zeiten, wo wir in einer kollektiven Geiselhaft und unter einer bisweilen noch gefährlich stillen Diktatur des Verstandes gefangen zu sein scheinen, braucht uns das auf keinen Fall weder zu verwundern noch zu entsetzen. Es erklärt sich mehr oder weniger von selbst: Was ich hier mit der „Stimme des Herzens“ meine, kann der Verstand und seine von seinen zahllosen Anbetern und Jüngern einschliesslich ihrer extrahierten, überhöhten, arroganten Informationen weder nachvollziehen, noch kennen, noch wissen, weil es dabei eben nicht um kognitives, logisches Wissen noch um Informationen geht, sondern um ein wesentlich tiefer liegendes Wissen weit jenseits der Jagdgründe des Verstandes, und um, ja, ich wage es zu sagen ohne rot zu werden: um Weisheit. Damit können Google und Wikipedia schlicht und einfach nicht dienen. Sonst würden wir uns ja in einem „Wissens- oder Weisheitszeitalter“ befinden, doch davon sind wir einschliesslich unserer Weisheitszähne leider weiter entfernt als je zuvor. Die Tatsache, dass es eine unglaubliche Vielzahl an Informationen gibt heisst ja weder, dass wir plötzlich intelligenter wären oder wesentlich mehr wüssten als je zuvor. Da ist wohl eher das Gegenteil der Fall.

An dieser Stelle möchte ich gerne, wen immer es interessieren mag, auch auf meinen Blog #71 „Wir leben in einer Diktatur des Verstandes“ verweisen. https://pimpmyband.live/2021/01/22/71-wir-leben-in-einer-diktatur-des-verstandes/

das Weisheitszeitalter ist gleich um die Ecke…..

Soweit, so ungut. Was passiert jetzt jedes mal wirklich hinter den digitalen Kulissen, wenn wir uns, wie gesagt, „vertrauensvoll“ an Google und/oder Wikipedia mit unseren Fragen, die ein Anrecht auf gute Antworten hätten, wenden? Wir füttern jedes einzige mal einen Algorithmus zur extrem präzisen und möglichst genauen Evaluierung unseres nur im Internet befindlichen, von niemandem einsehbaren, persönlichen Profils, und zwar nicht als Wert – voller Mensch, denn das interessiert herzlich niemanden, sondern als Profit – trächtiger Konsument und Nutz – barer Datenträger. Denn wir dürfen eines auf keinen Fall vergessen: es geht hinter den Informationskulissen ausschliesslich um Kaufen, möglichst grosse Profite und Verkaufen – koste es was es wolle. Zu nichts anderem ist , wie inzwischen viele ähnliche und zahlreiche andere „intelligente“ tools, zu denen auch unsere alles andere als „smart“ phones gehören, auch Amazon’s AleXa da und gut, und auf nichts anderem basieren die zahllosen, uns immer gründlicher und weitreichend sowie täglich entmündigenden Apps auf dem Jahrmarkt und dem virtuellen Gefängnis unserer rasant fortschreitenden, inzwischen erschreckend gefährlich, vieles bis fast alles, vor allem unsere Lebendigkeit und unsere Intelligenz und unser „Mensch Sein“ lähmende pandemische Bequemlichkeit.

Unser Gehirn ist keine Festplatte, das heisst: je mehr wir es fordern, je mehr wir es bemühen und je mehr wir zu lernen bereit sind, desto mehr hat Platz und umso grösser wird sein Speicher durch die stete Arbeit der Synapsen bei jedem Lern- und Denkprozess. Je mehr und je öfter wir nun angehalten werden genau darauf zu verzichten desto weniger Speicher bilden die Synapsen und wir sind am besten Weg zu einer systematischen Verdummung. Zugleich füttern wir permanent und frei – willig die künstlichen Gehirne von Google, Wicky Wacky, Amazon, facebook und Co mit unseren gigantischen Datenmengen, unseren Fragen und immer grösser werdenden Wissenslöchern sowie unserem Kommunikations- und Konsumverhalten.

die Bequemlchkeit….

Was ist nun die Stimme des Herzens, was meine ich damit? meine ich damit das sogenannte „Bauchgefühl“? oder die sogenannte „Intuition“ ? „Moment, vom Bauchgefühl zur Intuition?“ meint da der deutsche Autor, Speaker und Wissenschaftler Dr. Florian Ilgen. „Bedeutet das nicht dasselbe? Nicht ganz. Beide werden von unserem Unterbewusstsein gefüttert. Das kann nämlich in der gleichen Zeit deutlich mehr Informationen verarbeiten als unser Bewusstsein – einer der Gründe, warum intuitive und Bauchentscheidungen manchmal fast gespenstisch gezielt sind. Der Unterschied liegt in der Art der zu Rate gezogenen Informationen. Das Bauchgefühl arbeitet – unter anderem mit unserem zweiten Gehirn im Bauch – mit Ihren Erfahrungen und damit mit Informationen, die Ihr Gehirn bereits verarbeitet hat und kennt.“

„Intuition, vom lateinischen „intueri“ für „anschauen“,“ meint Ilgen weiter, „betrachtet Informationen, die vor dem Gehirn schon beim Herzen angekommen sind. Wissenschaftler fanden nämlich heraus, dass das Herz ein eigenes „Gehirn“ hat. (Und zwar ein wesentlich grösseres, präziseres und wacheres als jenes im Kopf! sic!) Und das greift Informationen schon vor dem Großhirn ab. Die Intuition bedient sich also neben Erfahrungen auch neuer Informationen, indem sie Situationen oder Menschen eben „anschaut“. Dieser Vorgang dauert nur Bruchteile von Sekunden, ist also abgeschlossen, noch bevor er im Bewusstsein ankommt.“ Soweit Dr. Florian Ilgen, ein Wissenschaftler.

Stimme des Herzens oder Bauchgefühl?

Es ist der Verstand, der fragt: Wie erkenne ich denn die Intuition? Die Antwort lautet: Du? Gar nicht! Intuition ist weder eine Funktion des Verstandes, noch kann sie von ihm begriffen werden. Der Intuition folgen bedeutet, einer Ebene zu vertrauen, die tiefer liegt als der Verstand, die als feines Spüren eines tiefen Wissens unterhalb all der Gründe, Einwände, Überlegungen, Zweifel und Erklärungen existiert. Der Intuition zu folgen bedeutet tatsächlich in vielen Fällen, Dinge zu tun, die der Verstand eben überhaupt nicht begreift, die nach allem was wir wissen vielleicht überhaupt keinen Sinn ergeben.

Schon Einstein stellte fest: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“ Finde ich einen ziemlich treffenden Gedanken vom Herrn Einstein, auch ein Wissenschaftler. Da scheiden sich inzwischen allerdings schon seit längerem selbst die wissenschaftlichen Geister. Die einen, denen auch der liebe Albert Einstein angehörte und auch der vorher zitierte Herr Dr. Ilgen anzugehören scheint, sehen im Menschen ein in sich abgeschlossenes System mit dem Verstand einerseits und dem intuitiven Geist andererseits, und als ein Gebilde von verschiedenen miteinander korrespondierenden und aufeinander reagierenden Teilchen, wie Billardkugeln das auch sind. Aber inzwischen ist ein anderer Teil der Wissenschaften, wie die Biosemiotik und auch die Quantenphysik schon wesentlich weiter bzw. schon ganz wo anders gelandet.

das Märchen von den aufeinander reagierenden Teilchen

„Die neuzeitlichen Naturwissenschaften sind vor 400 Jahren mit der Vorstellung entstanden, dass die Welt eine große Maschine sei, die sich vom Menschen beherrschen ließe. Man glaubte, dass alles in der Natur auf den Stößen von sehr kleinen billardkugelartigen Teilchen beruhe und sich daher berechnen ließe wie der Flug von Kanonenkugeln. Die moderne Physik hat aber gezeigt, dass im Innersten dessen, was wir Materie nennen, gar nichts Festes existiert, sondern nur ein schwingendes Gewebe von Energiefeldern, die das ganze Universum durchziehen und sich merkwürdiger verhalten als die Figuren in Alice im Wunderland.

Zugleich musste man in der Biologie erkennen, dass der mechanistische Ansatz nicht dazu geeignet ist, Leben wirklich zu verstehen. Leben ist, das lehrt uns der junge Forschungsbereich der Biosemiotik, durch den Austausch von Botschaften organisiert, nicht durch mechanische Stöße. Nimmt man das alles zusammen, dann zeigt sich, dass die Naturwissenschaften keineswegs eine trostlose mechanische Natur entdeckt haben, sondern eine Welt der Verbundenheit und Selbstorganisation. Sie haben die Natur auch keineswegs „entzaubert“, sondern im Gegenteil die Rätsel unserer Existenz immer deutlicher hervortreten lassen. Der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman drückte es so aus: „Die Wissenschaft kann dem Mysterium einer Blume nie etwas wegnehmen, sondern immer nur etwas hinzufügen.“ soweit Daniel Scheidler, der Verfasser des sehr empfehlenswerten Buches „Der Stoff aus dem wir sind“.

die Rätsel unserer Existenz

Ein wissenschaftlicher Grund, warum wir auf unser Herz hören sollten, ist, dass unser Herz elektromagnetische Felder ausstrahlt, welche sich auf Basis unserer Gefühle verändern. Wir denken unser Gehirn sei mächtig und ja, das ist es auch. Es erzeugt auch elektromagnetische Felder, aber unser Herz ist 100.000 Mal elektrisch stärker und 5.000 Mal magnetisch stärker, als unser Gehirn.

Ein weiterer, wissenschaftlich belegter Grund ist, dass unser Herz mehr Informationen unserem Gehirn sendet, als das Gehirn dem Herzen. Haben wir in der Schule nicht beigebracht bekommen, dass unser Gehirn den ganzen Körper und all seine Abläufe und Prozesse steuert? Das „Kontrollzentrum“ unseres Körpers bekommt tatsächlich mehr Informationen von unserem Herzen, als es diesem sendet. Wer hält die Show also wirklich am Laufen? Ist es unser Gehirn oder ist es unser Herz? Unser Herz weiss bereits, oft schon lange im Voraus, oder sagen wir noch besser, es ist ihm schon lange vor der hin- und her Denkerei bewusst, wovon unser Gehirn, unser Verstand, nur träumen können.

Das war ein Auszug meines Blogs #93 „Was meint das Herz?“ https://pimpmyband.live/2021/03/05/93-was-meint-das-herz/

Wer hält die Show also wirklich am Laufen?

Die Stimme des Herzens ist in meinem Bewusstsein kein blosses Gefühl und auch kein schnöder Gedanke, sondern schöpft aus einem fast archaischen, tieferen Bewusstsein, welches „weiss“ – nein, eben nicht im „Unter – Bewussten“, das uns oft bis meistens vollkommen un – bewusst ist und zugleich voll aktiv ist, wenn wir träumen, sondern welches immer still, glasklar, hellwach und stets, besonders im Hier und Jetzt präsent ist. Ein tieferes Wissen, a knowing, jenseits der Gedanken und Gefühle , im Reich der Stille – dort, wo man nicht träumt oder schläft, aber wo man zugleich auch nicht mehr denken muss, wo die Gedanken und unser wertvolles Werkzeug, der Verstand, endlich Pause haben dürfen und nichts mehr „zu sagen“ haben. Wo man jedoch vollkommen konzentriert, bewusst und aufmerksam ist, wo man sich seiner und aller Essenz vollkommen klar und bewusst ist und zugleich mit dem Wissen und der Weisheit des gesamten Universums verbunden ist. Wo man oft im Nachhinein vollkommen folgerichtig sagt: „ich (mein Herz) habe es ja gleich gewusst“.

…..gleich gewusst

Wenn man der „Stimme des Herzens“ vertraut, muss man keine einfachen oder komplizierten Entscheidungen treffen, sondern ihr eben einzig und allein „vertrauen“, ohne 1% Zweifel. Wer der Stimme des Herzens allerdings misstraut oder sie nicht hören will oder kann, oder glaubt bei jeder ersten Gelegenheit zu allem und jedem den Verstand konsultieren zu müssen, weil das eine Art Schein – Sicherheit vorgaukelt, muss sich stattdessen mit den Pro & Kontra Listen des Verstandes, mit Taktik, Strategie, Meinungsforschung, Evaluierungen, Informationen, Gutachten, unter „gut und schlecht“ gespeicherten Erfahrungen, Google, Wikipedia, Navis, Alexa’s, allen möglichen Apps für alles Unmögliche und Co herumschlagen, um zu sogenannten „guten“ Ent – Scheidungen zu kommen. Wofür in wirklich brenzligen Situationen obendrein ja meistens überhaupt keine Zeit ist. Wo oft in Sekundenbruchteilen das „Richtige“ getan oder eben unterlassen werden muss. So treffend, wie unter anderem auch Mooji und Eckhart Tolle tieferes „Bewusstsein“ versuchen zu definieren: der Himmel hinter den Gefühlen und Gedanken, bei denen ein stetes Kommen und Gehen herrscht, der Himmel dahinter aber im Gegensatz dazu in der Ruhe des tieferen Wissens ständig präsent, klar, still und einfach IST.

“True intelligence operates silently. Stillness is where creativity and solutions to problems are found.”–Eckhart Tolle

# 115 „Zeit“

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen. Lucius Annaeus Seneca

Wir haben ja noch Zeit. Das machen wir „dann“. Warten bis zum St. Nimmerleinstag. Kommt Zeit, kommt Rat. Schneller und als möglichst „Erster“ dort sein, wo immer „dort“ sein soll – da gehen ja besonders derzeit aus den besten Gründen sowohl die Wahrnehmungen, die Erkenntnisse, die Zwänge und damit zu glauben sobald wie nur irgendwie möglich, unter allen Umständen oder eben auf keinen Fall und unter keinen Umständen in diverse alte Gewohnheiten, Verhaltensmuster, Glaubenssätze und Normalitäten wieder zurückkehren zu müssen oder zu können, die Wissenschaften, die Vorstellung von der Art und Weise weiter wirtschaften zu müssen oder auf gar keinen Fall mehr so weiter wirtschaften zu dürfen und zu können, die Art und Weise wie wir Mensch, die Natur, das Leben, und zwar aller bis dato noch nicht ausgerotteter Lebewesen und ein würdiges Menschenleben definieren wollen, diametral auseinander.

„dann“

Ich habe gerade, jetzt, keine Zeit, was ja durchaus richtig ist, denn wer im JETZT lebt und zu sein weiss, braucht sich um die Illusion Zeit weder zu sorgen, noch zu kümmern, weil sie im JETZT, diesem winzigen Punkt, dem Moment, diesem Augenblick auf der Zeitachse schlicht und einfach als Strecke zwischen zwei verschiedenen, angenommenen Zeit – Punkten, nicht ist. Die Zeit zerrinnt mir zwischen den Fingern. Wo ist die Zeit nur hin? Die Zeit vergeht viel zu schnell und scheinbar immer schneller. Die ganze Zeit habe ich mit diesem und jenem vergeudet oder in dieses oder jenes sinnvoll investiert. Was für eine schöne Zeit wir hatten und was für schwierigen Zeiten das jetzt sind. Zeit im Bild.

„Zeit im Bild“

Das wertvollste in diesem Leben soll ja angeblich Zeit sein. Kann man so sehen: ich finde allerdings: das wertvollste im Leben ist das lebendige Wunder Leben selbst, und wenn man liebt und in dem aufgeht, womit und mit wem man dieses Leben verbringt, egal wie lange es auch dauern mag, und sei man es nur mit einem selbst in bester Gesellschaft, scheint auch die Zeit kaum bis gar nicht zu vergehen, ja: still zu stehen. Ein Umstand, den wir alle kennen und warum eigentlich jede und jeder weiss, dass Zeit eine zwar perfekt getarnte Illusion aber eben nichts anderes als eine Illusion ist, weil sie sich eben im Nu in genau das auflösen kann, was sie ist: Nichts.

„Nichts“

Für mich einer der nach wie vor tollsten und besten Songs, den die Singer Songwriterin und Künstlerin Anna F., jetzt http://www.friedbergmusic.com , mit der ich jahrelang als Artist Developer, Musical director, Produzent, Manager und als Mentor zusammenarbeiten durfte, je geschrieben hat, hiess „Time stands still“.

„Time stands still“

Als Schlagzeuger, der von sich selbst lange behauptet und geglaubt hat, unter anderem auch so etwas wie ein Zeit Experte, ja sogar etwas wie ein regelrechter Zeit – Messer oder Vermesser zu sein, jemand, der durch die Kenntlichmachung des, wie man zu sagen pflegt: Pulses der Zeit diese spür- , hör, und fühlbar machen zu können, ist es , und dessen bin ich mir schon voll bewusst, eine sehr verwegene Herangehensweise, zu behaupten bzw. darauf hinzuweisen, dass Zeit nichts anderes als eine zwar messbare, aber nichts desto Trotz hartnäckige Illusion ist. Vielleicht mag das auch daran liegen, dass man besonders als Schlagzeuger, als Musiker im Allgemeinen in den der – Zeit immer noch vorhandenen Ausbildungsmodellen man extrem angehalten wird, die Zeit sozusagen „zu halten“ auf englisch: „to keep the time“, am besten in feinster Abstimmung mit einem mathematischen Zeitmesser namens „Metronom“, analog oder digital: egal!

egal!

Da darf und muss ich jetzt allen angehenden Schlagzeugern, Musik Studierenden und ein Instrument oder Gesang lernenden der von ihren Ausbildnern, Lehrenden und Unter – Richtenden mit Angst, Verzweiflung, Terror und Panik aufgeblasenen Segel durch die schlimmsten metronomischen Stürme nehmen und zur Beruhigung einmal folgendes feststellen und sagen: die Zeit muss niemand halten, die hält sich, wenn überhaupt, schon selbst. „you don’t have to keep time, time simply keeps itself. Lasst das mal in aller Ruhe sickern, und zwar ganz auf den Erdboden eurer nackten, menschlichen Realität.

die Zeit hält sich selbst…..

Die Zeit hat keinen Puls, also kann man ihn auch weder veranschaulichen, noch messen, noch sonst irgendetwas. Die Uhr tickt – ja, aber das tun manche bis viele von uns auch, und viele von uns meistens , zumindest bei Zeiten, auch „nicht ganz richtig“ 😉 Aber alles, was lebt, hat einen Puls, egal um welche Lebewesen es sich handelt. Und genau dieser Puls, dieser Beat, der Rhythmus des Lebens ist es , was man tatsächlich hör-, spür- und fühlbar machen kann. Ein Bach, ein Rinnsal, ein Bächlein, ein Fluss, ein Strom fliessen und zwar mit verschiedenster Intensität, Lautstärke, Energie und verschiedenstem Tempo. Das Bächlein eher wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach, ein Klarinetten – Fagott Divertimento oder eine kleine Nachtmusik von Mozart, ein Fluss eher breit und gemächlich wie eine „Moldau von Friedrich Smetana“ oder „Another Brick in the Wall“ von Deep Purple oder der relativ neue Titel „Higher“ von Eminem.

der Puls des Lebens

Die Kunst, oder sagen wir besser: die Aufgabe oder Herausforderung ist, sich einfach , möglichst ohne viel rumzudenken oder zu zweifeln, in den Flow, in das jeweilige Tempo eines Baches oder Flusses, in die Musik einer Band, eines Chores oder einem Orchester, einzuklinken, oder in einen Zug mit einer gewissen Geschwindigkeit einzusteigen und in dem selben Fluss und Zug einfach bis zur Ankunft in breiteren Gewässern oder am Bahnhof mit zu schwimmen, mit zu fahren – drinnen zu bleiben, ausser es soll, darf, und will – Accellerando – Ritartando – schneller oder langsamer werden, wie das bei den diversen Pulsen und Rhythmen eben immer wieder der Fall ist. Bei Aufregung, Gefahr, Angst, emotionaler Erregung jeder Art wird der Puls eben schneller, bei Beruhigung, im Schlaf, Entspannung , Meditation, Yoga und Fernsehen wird er wieder langsamer. Nicht mehr und nicht weniger.

„the flow“ – im selben Fluss bis zu den ruhigeren Gewässern mitschwimmen

Die irre Annahme, besonders als Schlagzeuger, als drummer so etwas wie ein Zeit – Messer und Halter zu sein oder sein zu müssen, um als dezidierte Hauptaufgabe die „Illusion“ Zeit – die „time“, „timing“, das Tempo unter allen Umständen halten zu müssen, kann durchaus als musikalische Zwangsneurose bezeichnet werden. Seit scheinbar ewigen Zeiten als Opfer des analogen Zeitmessers, der Uhr und dem Zeitzerhacker namens Metronom. mechanisch oder digital. egal!

„keep the time“

Der Oberstress und Überhorror kam mit der Erfindung der Drum Computer, den digitalen, elektronischen, angeblich perfekten Zeitzerhackern. Da hat man uns analogen Schlagzeugern prophezeit, dass unsere „Zeit“ jetzt endgültig vorbei sei, und man uns über kurz oder lang in allen Studios der Welt mit diesen programmierbaren und wesentlich kostengünstigeren Zeit – Haltern ersetzen wird. Das war in den 80igern, also vor inzwischen über 40 Jahren. Eine endlose Zahl von Studiosessions als analoger drummer, Tausenden von Live Konzerten später, wo ich mir zwar immer wieder mit Drumcomputern und Sequenzern die Bühne teilen, aber nie bis kaum Computern auf der Bühne Platz machen musste, kann ich sagen, dass diese Prophezeiungen, wie viele andere auch, reinster Bullshit waren. Menschen lieben nach wie vor Live! Konzerte, heute mehr denn je, lieben wahrhaftige Musiker mit echten Instrumenten, und einzigartige Stimmen, und diese auch tatsächlich beherrschen, mit Bravour singen und spielen können, die noch wirklich voller Begeisterung und Enthusiasmus sic dem Musik machen hingeben können, „real people doing real things really good „- und ich freue mich immer wieder, nach wie vor einer dieser real people sein zu dürfen.

„real people“ – Foto © Eckhart Derschmidt

Der Groove ist ja noch ein ganz eigenes, regelmässig unregelmässiges , rhythmisches Monster ganz für sich. Fast alles, was richtig böse groovt ist zwar nicht perfekt, aber es versetzt eure Ärsche und Beine in Bewegung und lässt euch tanzen bis der Arzt kommt. Mit all den genialen Jam Bands, von „Pink Inc.“ mit dem genialen Basser und Buddy Jamaaladeen Tacuma, dem Saxophonisten George Garzone und später mit dem Keyboarder und Sänger Delmar Brown, mit denen wir eine ganze Europa Tour für die Groove und Funk Monster “ George Clinton und Parliament Funkadelic“ als Opening Act in den 90ies durch riesige Konzerthallen eröffnen und begleiten durften, wo ich allabendlich die most funky Beatz on this planet des „Motherships“ und deren einzigartige Groove in mich reinrauchen, reinsaufen, reinfressen, eintauchen und assimilieren durfte…..

„Pink Inc.“ mit Jamaaladeen Tacuma & Delmar Brown – Foto © Gernot Muhr

…..über „Funky Groove Jet“ mit den Bassern Yossi Fine & Freddie Cash, meinem NYC Buddy Teddy Kumpel an der Gitarre, dem späteren Prince Posaunisten Greg Boyer, Uli Drechsler am Tenorsax , der Sängerin Arnaé, dem Grazer DJ Turnmaster Tim und dem Ex Arrested Development Member und aktuellen Produzenten von Alicia Keys und Eminem, Mark Batson als Freestyle Rapper und Keyboarder bis zu „Café Drechsler“ mit meinen Freunden Uli Drechsler und Oliver Steger, wo wir gerade an unserem 20jährigen Jubiläumsalbum basteln, ist das neben meiner Liebe zur Klassik, zum Jazz und zu meinen Irdninger, obersteirischen Kindheits – Roots in der richtigen, echten Volksmusik noch immer mein Teich, mein Pond, in dem ich bis heute, neben der Donau, am liebsten bade und schwimme, ohne dass auch nur eine einzige, mir tatsächlich bewusste Sekunde Zeit je dabei ver – gangen wäre. Bitte checkt dazu meinen Blog #18: „Was ist eigentlich der Groove und wie kickt er uns in den Arsch?“ https://pimpmyband.live/2018/02/25/18-was-ist-eigentlich-der-groove-wie-wann-kickt-er-uns-in-den-arsch/

„Funky Groove Jet“ – Foto © Gernot Muhr

Dann kam die nächste, mächtige und vieles verändernde Geschäftsidee einer riesen Welle der Homestudios, Studio Equipment, welches immer günstiger und billiger wurde und beinahe jedem die Möglichkeit gab, zu Hause aufzunehmen , zu programmieren und zu produzieren. Computerprogramme wie Cubase, Pro Tools und wie sie alle heissen sowie unzählige, ebenfalls immer erschwinglichere Sound Daten Banken, wo nach geraumer Zeit alles immer ähnlicher zu klingen begann, weil ja alle die mehr oder weniger selben Programme und Sounds verwendeten und alle sich gefangen nehmen liessen in den Rastern der zerhackten Zeit, sich die Ohren an eigentlich qualitativ beschissenen Sound via mp3s, earplugs und Handies zum einen und die Seele an eine technoide, technokratische, programmierte, groove und seelenlose Zeitzerhackung gewöhnen lernen mussten, was inzwischen in diverse für jeden noch so billigen, belanglosen Schrott selbst komponierende Musikprogramme und Apps mündete, nur weil wir gezwungen wurden uns in kleinen Schritten auf die drastische Reduktion und Minimierung von Qualität, Sound, Seele, Wahrhaftigkeit und Groove in der Musik zu gewöhnen, damit schlussendlich derartige Menschen-, Herz-, Seelen- und Musik- sowie Lebensfeindliche, aber Kassen – und Profitfreundiche Geschäftsmodelle überhaupt eine Chance bekommen konnten, Platz zu greifen. Digitalisierung schau owa!

…..ein analoger Raum © Jazz Fest Wien / Solokonzert im Alten Rathaus 2019

Zeit ist Geld. Zeitzonen, Jahreszeiten, Zeitmangel, es wird Zeit, Lebenszeit, zeitlos, Zeitmanagement, Zeitvergeudung, reine Zeitverschwendung, gerade noch in der Zeit sein, Bestzeit, Herbstzeitlosen – nicht umsonst eine meiner Lieblingsblumenarten, das war eine andere Zeit, Neuzeit, Hochzeit, es kostet ja nicht die Welt, spare in der Zeit, dann hast Du in der Not, Zeitnot, jetzt wäre es aber an der Zeit, das waren noch Zeiten, ich wünschte, ich hätte mehr Zeit – hast Du! Ich , Du, jede und jeder von uns hat alle Zeit der Welt, wenn wir lernen, sooft, soviel und so hingebungsvoll und achtsam wie möglich im JETZT zu leben, der einzige Zeit – Punkt, an dem sie nie vergeht , weil sie dort nicht ist – die Zeit. Der Punkt ausserhalb von jedem „dann“, jedem später, jedem nachher – denn „dann“ ist es leider oft zu spät für ein JETZT.

„JETZT“

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, wir laufen nur eiliger an ihr vorbei.“ George Orwell

#114 „Unsere Art zu wirtschaften hat keine Zukunft – beschäftigt sich eigentlich irgend jemand mit den so dringend nötigen Alternativen?“

Wir verbrauchen zu viele Resourcen, vernichten zu viele Lebensmittel, blasen zuviel CO2 in die Luft. Doch obwohl wir das wissen, verändern wir unsere Wirtschaftsweise nicht fundamental. Woran liegt das? Sind Ökonomie ( Der Begriff Ökonomie bezeichnet grundsätzlich die Wirtschaft eines Ladens, also: eines Geschäftes) und Ökologie ( die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt) ein grundsätzlicher Widerspruch? oder gibt es Anlass zur Hoffnung?

Also wenn ich mir den österreichischen Kanzler so anhöre, will der auf jeden Fall mit uns allen nichts lieber als wieder „zurück in die wundervolle Normalität“, so schnell es irgendwie geht, koste es was es wolle. Was soviel heisst, wie, dass wir uns von Seiten der Kanzlerpartei und türkisen Truppe keine innovativen Ideen oder Bemühungen, unsere Art des Wirtschaftens auf neue, gesündere und nachhaltigere Beine zu stellen. Da will man anscheinend so bald wie möglich wieder weiter wurschteln und wirtschaften wie bisher, als sei nie irgendetwas gewesen.

Nicht nur Umweltaktivisten, sondern auch renommierte Ökonomen fordern, dass unsere Gesellschaften ihr Wirtschaftssystem grundlegend hinterfragen müssen. Sind sie dem Dogma ewigen Wachstums für immer ausgeliefert, fragt Richard David Precht seinen Gast Prof. Maja Göpel, die Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen. Ist das Bruttoinlandsprodukt tatsächlich ein sinnvoller Indikator dafür, wie glücklich und zufrieden wir leben, fragt Precht. Oder können wir nachhaltig, Ressourcen-schonend und trotzdem erfolgreich wirtschaften? Vor allem: Wie viele Opfer sind die Menschen bereit zu bringen, wenn es um den gewohnten Konsum, den Lifestyle und die Mobilität geht? Precht und Göpel diskutieren die Frage, ob man sich dabei auf die Einsicht des einzelnen Bürgers verlassen könne oder ob am Ende doch nur Verbote helfen, wie es etwa beim Rauchverbot erfolgreich funktioniert hat.

Maja Göpel meint, dass man um Verbote im Sinne einer wirtschaftlichen Nachhaltigkeit möglicherweise nicht herumkommen werde. Doch sie hofft auch auf den Synergieeffekt all jener kleinen Projekte, die schon heute beweisen, wie man in Einklang mit der Natur wirtschaften könne. Precht hält dagegen, dass uns die Zeit davonlaufe. Genügt es, so fragt er, angesichts der Dringlichkeit die Gewohnheiten der Menschen geduldig verändern zu wollen, oder braucht man einen einschneidenden Ausweg aus dem Systemzwang?

Und welche der vielen angedachten Strategien hätten das Potenzial, das Dilemma zwischen immer mehr Verbrauch und Konsum auf der einen und der Ausbeutung und Zerstörung unserer Erde auf der anderen Seite aufzulösen? Was sowohl Göpel als auch Precht Hoffnung macht, ist ein Beispiel aus der Geschichte. Schon einmal gelang es erfolgreich, ein aus den Fugen geratenes Wirtschaftssystem entscheidend umzubauen, als der ausbeuterische Manchesterkapitalismus des 19. Jahrhunderts in die Soziale Marktwirtschaft des 20. Jahrhunderts transformiert wurde. Wird es also auch diesmal gelingen?

Prof. Göpel plädiert dafür, eine neue Rechnung aufzumachen und mit einer grundlegend veränderten Steuerpolitik Anreize zur Klimaneutralität zu schaffen. Sie fordert, dass unsere Gesellschaft und Wirtschaft bis 2035 klimaneutral sein müsse. Zur Erreichung dieses Ziels tauge das traditionelle Wachstums-Dogma unserer Marktwirtschaft allerdings nicht mehr.

https://ngp.zdf.de/miniplayer/embed/?mediaID=%2Fzdf%2Fgesellschaft%2Fprecht%2Fprecht-210

Der Autor des Buches „Der Stoff aus dem wir sind“, Fabian Scheidler über die Corona-Pandemie als Teil einer umfassenderen Krise, die Rolle unseres Wirtschaftssystems und falsche Heilslehren INTERVIEW, TELEPOLIS, DI 2021.04 13  https://www.heise.de/tp/features/Manche-suchen-Zuflucht-in-vereinfachten-Weltbildern-6012107.html?fbclid=IwAR3pKQhWgIvJMh_DX8H1ONfOpgsWdXuqXMUa3bmEsnGDgUuP1WV9c3_xdEM

#113 „We are the virus“

Nachdem ich gestern zusammen mit meiner Liebsten eine extrem Augen- , Herz- und Seelen öffnende Diskussion mit den Wissenschaftlern David Suzuki und Adana Shiva beim indigenen „Indian Summer Festival“ in Kanada mitverfolgen und verinnerlichen durfte, sind mir (uns) ein paar weitere, wesentliche Schuppen von meinen (unseren) geblendeten Augen, meinem (unserem) trauernden, teilweise in Anbetracht der Tatsachen, wie Mensch heute mit sich und seiner Mutter Erde und der Natur, deren Teil und eben nicht Herrscher er ist, umgeht oder glaubt umgehen zu müssen und zu dürfen, wirklich langsam aber sicher verzweifelten Herzen und meiner (unseren) zutiefst wissenden Seele(n) gefallen. Aufwachen! und Handeln! Nicht bloss demonstrieren und Meinungen verteidigen, Handeln, Gutes und Konstruktives Schaffen und Tun um eine gesunde Veränderung zu bewirken sind das absolut erste und mit Sicherheit letzte Gebot dieser extrem herausfordernden Zeiten in denen wir leben müssen und dürfen, das Gebot des Tages, das Gebot der Stunde, das einzig überlebens wichtigste Gebot JETZT!

JETZT!

In meinem letzten Blog #112 https://pimpmyband.live/2021/04/08/112-die-4-verbundenheiten-und-die-grose-trennung-aus-dem-buch-der-stoff-aus-dem-wir-sind-von-fabian-scheidler/ habe ich zum wiederholten male auf die beste und meines Erachtens, eine der wesentlichsten Buch Neuerscheinungen, „Der Stoff aus dem wir sind“ von Fabian Scheidler, Verlag Piper, hingewiesen, in dem alles geballt, bestens recherchiert und am Punkt wissenschaftlich untermauert dargelegt wird und nachzulesen ist, was genau das Thema dieser Diskussion und dieses Gespräches gestern war und ist, welches ich euch nicht vorenthalten möchte: Entweder checken wir es jetzt oder eben leider, da hilft dann auch kein Zetern und Jammern, „nie mehr“. Entweder sind wir bereit, den „wahren“ Wissenschaften zu folgen und ganz konkrete Schritte davon abzuleiten, mit einem konkreten, jährlich abzuarbeitenden Handlungsplan zur Rettung der Natur- und unserer Menschenwürde, und eben nicht aus Perspektiven bis ins Jahre Schnee, irgendwann – 2050 und beyond, wo dann alle heute Lebenden, für das derzeitige Schlamassel und Desaster Mitverantwortlichen, Bosse, Bonzen, Superreichen, Aktiengesellschaften, Shareholders und ihre politischen Schosshündchen und Handlanger schon lange unter der Erde oder in ihrem neuen Leben und Reinkarnation als Ameise gelandet sind, sofern es sie dann überhaupt noch gibt – die Erde und die Ameisen meine ich – oder eben nicht.

Wir bekämpfen seit über einem Jahr mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln , sämtlichen medialen zur Verfügung stehenden Kanonen, Kanälen, Sprachrohren und Geschützen, allen zur Verfügung stehenden Strategien, Lügen und Halbwahrheiten, unter einem bis dato noch nie da gewesenen , wissenschaftlichen Schulterschluss auf der Suche nach einer adequaten, wirksamen Impfung mittels grösstmöglicher, globaler Angstverbreitung und Panik ein durch unseren Reisewahn und die Globalisierung inzwischen internationales und globales, winziges Virus, wie es zu Tausenden und in tausendfachen Varianten und Mutationen in jedem unserer Körper „als hosts“, seit es uns Menschen gibt, zu Hause ist.

Ohne diese unzähligen, permanent mutierenden Viren in uns könnten wir und unser Organismus in Wahrheit gar nicht überleben, alle Viren ohne uns aber sehr wohl. Wir, ohne die Natur mit Sicherheit innerhalb kürzester Zeit sicher nicht, die Erde ohne uns, wie Billionen Jahre zuvor, mit Sicherheit sehr wohl.

die glücklichere Erde ohne uns

Wir bekämpfen mit allen Mitteln, koste es was es wolle, global, weltweit, einen angeblichen, scheinbaren grössten „Feind“ , den wir seit Menschengedenken eben in vielfachen Varianten und Mutationen mit unzähligen andern seiner Art beherbergen und der uns mit „am Leben“ erhält und „im Leben“ hält, ohne uns bewusst zu sein, dass Wir Selbst, unsere seit einiger Zeit vollkommen verrückte und von einigen sehr bewusst und vorsätzlich fehlgeleitete und verirrte, technokratische Gesellschaft und Gemeinschaft, unsere weitaus grösseren, tatsächlichen und wahren Feinde sind, als man uns das derzeit bewusst zu machen in der Lage ist oder sein will.

…..mit allen Mitteln

„Wir sind das wahre Virus“, welches uns plagt, welches die Grundlage unser aller Leben, DIE NATUR, zerstört und unser Lebensstil, der eine globale Verbreitung eines Viruses, der in der Natur alleine gut möglich kaum Schaden anrichten würde, überhaupt erst möglich macht, der unser Leben in Schach hält , unsere Lebensbasis und Natur wider besseren Wissens weiterhin ausbeutet und mutwillig, vorsätzlich und aus reiner Profitgier immer mehr und immer schneller zerstört und uns scheinbar in unseren schier unüberwindbaren alten Handlungs- und Denkmustern sowie Glaubenssätzen und erzählten , aber vermutlich so schon lange nicht mehr gültigen Geschichten gefangen und fest im Griff einer ebenso scheinbaren Ohnmacht hält., einzig und allein, weil die angeblich Mächtigen sich inzwischen an der Spitze des Turmbaus zu Babel als die wahren Herren und Herrscher dieser Mutter Erde zu wähnen glauben und sich ihrer Macht so sicher sowie unserer Ohnmacht so gewiss sind.

Lebensbasis

Wir Menschen sind das Virus, und zwar das tödlichste, brutalste, gnadenloseste, gierigste, unersättlichste, unberechenbarste und am weitesten verbreitete, das uns alle und unsere Mutter Erde plagt, das unser Weiterleben auf diesem Planeten und auf dieser Erde mit Abstand am meisten so gut wie ausschliesslich und vor allem anderen bedroht, gefährdet und über kurz oder lang umbringen und auslöschen wird: Ignoranz. Aggression. Spaltung. Krieg. Wir zerstören was wir nicht verstehen , aber in einer unfassbaren Arroganz und Überheblichkeit glauben beherrschen zu können und zu müssen. Wir geben uns permanent, zumeist online oder auf der permanenten Jagd nach dem nächst „Besseren“, allen zur Verfügung gestellten Ablenkungen und Zerstörungen jedweder gesunder Langeweile, Stille und Ruhe immer lieber und immer öfter und immer konsequenter hin, weil der Blick in das Auge unserer aktuellen Realität einem ja inzwischen wirklich den letzten Funken eines intakten Verstandes zu rauben imstande ist. Also flüchten wir, so gründlich, so schnell und so bewusstlos wie möglich, in eine virtuelle Welt, weil wir die Natur, die Basis unseres DA Seins und damit uns selbst als ein mit ihr eng und ständig verwobenes Netzwerk an energetischen Beziehungen immer schneller, rasanter und radikaler zu zerstören im Begriffe sind.

wir zerstören was wir nicht verstehen

Auch eine künstliche Intelligenz wird uns mit Sicherheit nicht zu retten wissen, wenn wir jetzt einfach zu blöd, zu stur, zu überheblich sind, tatsächlich zu glauben , wir könnten mit ihr eine bessere Welt mit fake Nahrung, fake Behausungen, fake Gras, fake Gemüse, fake Haaren, fake Natur, fake Klamotten, fake Burgers, fake bodies, fake Lippen, fake Ärschen, fake Konzerten, fake Kunst, bullshit jobs und fake Menschen schaffen, wie es uns der Herr in Wahrheit so nie gelehrt hat. Der Spruch: und macht euch die Erde Untertan, ist ein Spruch voller Missverständnisse, eines alles und jeden zerstörenden Teufels. Der Wunsch des Universums, der Natur oder Gottes oder Allahs oder Buddhas oder wen immer ihr glaubt, dafür bemühen zu müssen, hingegen heisst vielmehr: macht euch in Demut und Dankbarkeit gegenüber der Natur bewusst, ein integrierter Teil dieser Natur und dieser Mutter Erde zu sein, und masst euch nicht an, euch zu Herrschern zu erheben von etwas, was weder beherrscht werden will, noch beherrscht werden kann. Im Verständnis und der Erkenntnis, dass die Natur weder unser Feind, noch unser Eigentum, weder reproduzier- noch ersetzbar ist, sondern wir untrennbarer Teil von ihr sind, sein dürfen und immer sein werden, solange es sie noch gibt: die Natur. Wenn es diese nicht mehr gibt, gibt es uns schon lange nicht mehr.

Demut und Dankbarkeit

Wir brauchen dringen Er – Mächtiger, und keine Super Mächtigen im Herrscher Wahn, Mut Macher anstatt Macher und karrieregeile Top Checker Bunnies, kreative Ermöglicher anstatt zerstörerische Verhinderer und Angst Macher Machos, kleine, gesunde biosphärische Strukturen sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Gemeinschaft, Gesellschaft und den Kommunen, Ruhe und Stille anstatt einem permanent getrieben werden durch einen immer rasanteren, grossteils künstlich erzeugten, sehr berechnenden Wettbewerb, in dem es anscheinend nur darum geht, dass man uns möglichst schneller in der Essenz unseres Mensch Seins zerstört, kontrolliert und unserer Würde beraubt bevor wir eine Chance haben, gerade noch rechtzeitig aus diesem Albtraum in eine lebenswerte Welt und Natur zurück erwachen und erwachsen zu können, ein Bewusstsein für unser dicht verwobenes energetisches Netz unter- und miteinander, aller miteinander lebenden Lebewesen, mit der Natur und dem gesamten Universum zu verinnerlichen und zu akzeptieren, anstatt zerstörerischer, von reiner Profitgier getriebener, gigantischer Industrien jeder Art, übermächtiger und alles kontrollieren wollender Konzerne und schamloser Profithaie und Aktienspekulanten, eine Rückbesinnung zur Essenz dessen, was Mensch einst und erst wunderbar, einzigartig und menschlich macht, ein ganzheitliches Wesen mit nach wie vor grossteils unerforschtem Hirn, Herz, Seele, Bewusstsein und enormen Selbstheilungskräften ausgestattet als uns stattdessen auf breiten, mehrspurigen, digitalen Autobahnen in eine permanente Ablenkung, eine zerstörerische, alles irdische Leben und unser energetisches Netzwerk, die Natur und unsere Lebensbasis vernichtende schrille, laute, virtuelle und flache Lüge hineintreiben zu lassen.

Ermächtiger und Mut Macher

Warten, warten darauf, dass schon noch irgendjemand oder irgendetwas kommen wird, was unseren ignoranten und vollkommen verirrten, verwirrten und irren Arsch , der bereits auf der weit überhitzen Herdplatte der Klimakrise vor sich hin brennt und hin bruzzelt, retten wird, ist tausend Prozentig vertane Zeit. Da muss ich uns alle bitter enttäuschen und ich kann jedem einzelnen von uns garantieren, dass dem nicht so ist und nie so sein wird. WIR SIND DIE, AUF DIE WIR WARTEN UND DIE DAS JETZT VERDAMMT NOCH MAL AUF DIE REIHE KRIEGEN UND IN EINE NEUE, MENSCHEN- UND LEBENSWÜRDIGE ORDNUNG BRINGEN MÜSSEN, NACH UNS IST DA NIEMAND UND WIRD DA KEINE UND KEINER MEHR SEIN. Mit den Scheuklappen, den Kopfhörern und earplugs auf den Ohren, mit unseren Köpfen tief im Sand und permanent in unsere Handies vertieft auf etwas zu Hoffen und an etwas zu glauben und sich an ein nicht existierendes Wunder zu klammern, wo wir doch inzwischen wirklich alle Wissen, und zwar erst nicht seit gestern, was uns droht, was uns bevorsteht und dass es für uns Menschen auf diesem Planeten 5 nach und nicht vor 12 ist, ist schlicht und einfach ver – rückt, krank, ignorant, selbstmörderisch, strutz dumm und auf der ganzen Linie und in jeder Hinsicht lebensbedrohlich und realtitätsverweigernd.

wir sind die auf die wir warten

JETZT müssen wir uns das Mensch sein wieder mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zurückerobern, nicht dann und nicht Morgen, JETZT, und uns nicht mehr tagaus tagein zu Konsumenten degradieren und in Kaufräusche und sinnlose, burn out und Herzinfarkt garantierende Wettbewerbe hinein manipulieren lassen. Mit der Kohle für das Mountainbike im Fahrradshop habe ich mit Sicherheit nicht das Recht mitgekauft und erworben, dass ich, wie es mir gefällt kreuz und quer durch die Wälder und die Natur rasen darf. Wer fragt die Pflanzen, Bäume und Tiere des Waldes ob Ihnen das recht ist, gut tut oder passt? Niemand, darauf wird selbstverständlich geschissen. Es wird auch darauf geschissen, wie ich als Wanderer und Fussgänger das finde, weil wir glauben, alles konsumieren zu dürfen und zu müssen. Egal ob es Berge, Seen, das Meer, Felder, Wiesen, Almen, Wege, Strassen, Wein- und Obstgärten, Beziehungen, Liebe, Menschen, Nahrungsmittel, besser: Lebensmittel sind, von denen wir tagtäglich Tonnen davon in den Müll schmeissen.

wenn wir es nicht einmal mehr schaffen unseren Dreck und Mist zu entsorgen…..

Die Natur ist, wie vieles andere auch, nicht hier und dazu da, konsumiert zu werden, sondern beschützt, mit Demut und in Dankbarkeit geachtet und in Frieden und der ihr charakteristischen Ruhe und Stille gelassen, und in genau solcher Ruhe und Stille genossen werden zu dürfen. Sie ist kein Supermarkt, wo sich jede und jeder jederzeit nimmt, was er oder sie will oder glaubt zu brauchen, wo am nächsten Morgen oder mitten in der Nacht täglich unzählige fette Lastwägen und Sattelschlepper aus einem nicht vorhandenen Paradies und Schlaraffenland wie bei allen Supermarktketten mit Tonnenweise, grossteils unnötigem Ramsch und Nachschub für die sich täglich leerenden Regale geliefert wird, NEIN, das ist schlicht und einfach NICHT. Wenn wir es nicht einmal mehr schaffen, die giftigen, stinkenden und nicht verrotten wollenden Berge Mist und Dreck , den wir selbst verursachen, wieder ordnungsgemäss und verantwortungsvoll zu entsorgen, vom tatsächlichen und auch dem geistigen und spirituellen Müll, Dreck und Mist der vergangenen Generationen ganz zu schweigen, dann haben wir es ohnedies schon voll verbockt. Da kommt nach uns niemand mehr, der sich darum sorgt oder den ganzen, grossteils unnötigen Dreck entsorgt.

nach uns kommt niemand mehr

Wir sind das Virus, dessen kollektive und kranke Diktatur des Verstandes wir, besonders die Jungen, die im Unterschied zu uns wissen werden, wie man mit Katastrophen umzugehen haben wird, mit einer guten Portion Herz aus unserem Leib, unserer Seele und unserem Leben und den Plänen der superreichen und Mächtigen auf nimmer Wiedersehen zum Teufel jagen müssen, JETZT! bevor man uns mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz endgültig entwürdigt, bevormundet, vollkommen kontrolliert und unser Mensch sein damit ein für allemal zerstört und unmöglich gemacht haben wird, alles zugunsten von Macht und unersättlicher, amoralischer und egoistischer Profitgier einiger weniger, von Bezos bis Gates, die 2050 oder 70 schon lange das Zeitliche gesegnet haben werden, aber unsere Kinder, Enkel und die nächsten Generationen skrupel- und verantwortungslos mit den Folgen ihrer Gier und Profitsucht alleine und sich selbst zurückgelassen haben werden.

Profitgier, die Summe aller Erlöse aller Schnäppchen, auf Kosten der Menschheit über den Um- und Irr Weg zum Konsumenten

THERE IS NO MORE B2B OR B2C: IT’S HUMAN TO HUMAN – H2H

H2H – Sandra & AleX

#112 „Die 4 Verbundenheiten und die Große Trennung“ aus dem Buch „Der Stoff aus dem wir sind“ von Fabian Scheidler

Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen

Menschen können, wie alles, was lebt, niemals isoliert existieren. Wenn sie glauben, dass Sie unabhängig von ihrer Umgebung sind, halten Sie einfach Ihre Nase zu und schließen den Mund. Vielleicht halten sie ein oder zwei Minuten durch; wenn Sie trainiert sind, auch vier oder fünf. aber spätestens dann wird der Schmerz in Ihrer Lunge Sie zwingen, die Luft entweichen zu lassen und ein Stück der Außenwelt in sich hineinzusaugen. Alle Lebewesen, auch Pflanzen, Pilze und Bakterien atmen. Dabei geben sie ein Stück von sich an die Welt ab und nehmen etwas anderes aus ihr auf. Der Kohlenstoff, der bei meiner Ausatmung entweicht, war vielleicht kurz zuvor noch in meinem Muskel- oder Hirngewebe. Möglicherweise war er sogar an einem interessanten Gedanken oder oder einem intensiven Gefühl beteiligt. Kurz darauf fliegt er durch die Luft, um schliesslich von einem Baum eingeatmet und in seinen Wachstumsprozess integriert zu werden. In Form eines Apfels, den dieser Baum produziert, kann dieser Kohlenstoff später zu mir zurückkehren und zu neuer Energie, zu Bewegungen, Gedanken und Gefühlen verbrannt werden.

Die gesamte Biosphäre ist ein grosses atmendes Wesen. Wenn auf der Nordhalbkugel im Herbst die Blätter fallen und viele Pflanzen die Photosynthese einstellen, atmet die halbe Erde aus, während auf der Südhalbkugel die jungen Triebe ergrünen und den Kohlenstoff as der Luft binden. Da es auf der Nordhalbkugel allerdings wesentlich mehr Land und Landvegetation gibt, entspricht der nördliche Herbst und Winter tatsächlich einer globalen Ausatmung, bei der die CO2- Werte steigen, während sie im Frühjahr und im Sommer sinken. (Daraus ergibt sich die charakteristische Zickzacklinie der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre – die durch die Verbrennung fossiler Energieträger bekanntlich immer schneller nach oben verrutscht.)

Dieser Zyklus der globalen Atmung beruht auf unzähligen, fein austarierten und ineinander greifenden Gleichgewichten. Damit Menschen und andere Wesen leben können, muss die Luft der Atmosphäre zum Beispiel eine ganz besondere Mischung von Gasen enthalten. Kohlendioxid etwa ist in zu grossen Mengen nicht allen als Treibhausgas für die Biosphäre gefährlich, sondern auch unmittelbar für die Körperfunktionen von Menschen und Tieren. Bereis bei einer Konzentration von einem Promille CO2 ( 1000 ppm ) in der Atmosphäre setzen schon nach Stunden erste Störungen körperlicher und geistiger Funktionen ein. Bei 1400 ppm sinken die kognitiven Fähigkeiten bereits um die Hälfte. Ab 2000 ppm kommt es mittelfristig zu Demineralisierungen des Knochens, Nierenverkalkung und Schädigungen von Blutgefässen. Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Konzentration bei gut 410 ppm – gegenüber 280 vor der Industrialisierung. Werte von über 1000 ppm werden schon heute oft in Innenstädten, geschlossenen Räumen – etwa Klassenzimmern – und klimatisierten Bereichen wie Büros, Zügen und Flugzeugen erreicht.

Das Beispiel zeigt, wie fein unsere natürliche Umgebung und unser Körper aufeinander abgestimmt sind. Die Idee, dass der M;ensch ausserhalb der Natur stehe und souverän über se verfügen könne, erweist sich schon hier als Phantasma. Wir sind Teil eines über Jahrmillionen und Jahrmilliarden entstandenen hochkomplexen Netzwerks von Kreislaufprozessen. Schon geringe Störungen darin können für uns gravierende Konsequenzen haben. Was geschehen wird, wenn wir in diese Kreisläufe eingreifen, lässt sich meist nicht vorhersehen. Dass schon bei zwei Promille Kohlendioxid in der Luft Körpergewebe zerfallen, war zum Beispiel für die Forschung eine große Überraschung. Bei ganzen Ökosystemen und der Biosphäre nehmen die unerwarteten „Nebenwirkungen“ noch einmal erheblich zu. Das liegt nicht nur an einem Mangel an Wissen, sondern auch daran, dass Lebensprozesse grundsätzlich nichtlinearer und nichtdeterministischer Art sind und sich damit der Vorhersagbarkeit entziehen. In den meisten Fällen sind die Überraschungen ausserdem unangenehmer Natur, denn das Angenehme, dem Menschen Zuträgliche, besteht gerade darin, dass die uns begegnende Welt mehr oder weniger so bleibt, wie sie war, als unsere Ahnen sich zum Homo sapiens entwickelt haben. Auf diese Art von Welt sind wir körperlich, geistig und seelisch vorbereitet, diese Art von Welt brauchen wir, um zu gedeihen und keinen Schaden zu nehmen.

Biosphärischer und gesellschaftlicher Stoffwechsel

Indem wir atmen, essen, trinken und ausscheiden, wechseln wir die Stoffe, aus denen wir bestehen, permanent aus. Innerhalb eines Jahres werden 98 Prozent aller Atome in unserem Körper ausgetauscht. Wenn wir die Vorgänge quantenphysikalisch betrachten, zeigen sich die scheinbar soliden und statischen Atome darüber hinaus als eine ununterbrochene Fluktuation von energetischen Beziehungen, die alles mit allem verbinden. Wir sind keine abgeschlossenen Objekte und auch keine souveränen Herrscher über eine außer uns stehende Natur, sondern Austauschwesen, Durchgangsorte, Transformatoren. Der Stoff, aus dem wir sind, ist nicht nur mysteriöser und weit weniger materiell, als wir glauben, sondern auch permanent im Fluss……

…..Unsere Lebensenergie ist also Teil einer Kette von Umwandlungen, die bei der Sonne beginnt. Durch unsere Ausscheidungen geben wir auch Stoffe zurück, die wiederum für Pflanzen und einige Tiere nützlich sind. Allerdings handelt es sich nicht um einen geschlossenen Kreislauf oder gar um ein Perpetuum mobile, denn der irdische Kreislauf des Lebens kann nur aufrechterhalten bleiben, indem sie Sonne sich verausgabt und uns eine Energie spendet, die ihr die Erde niemals zurückgeben kann.

Angesichts dieser Verwandlungszyklen erweist sich die Vorstellung von isolierten Individuen die abgetrennt von einer äußeren „Natur“ existieren, als absurd. Würden Pflanzen und Tiere ihre Aktivität einstellen, wären wir in relativ kurzer Zeit alle tot – auch wenn wir über noch soviel Technologie, Erdöl oder Geld verfügen.

Neben dem grossen solar-biosphärischen Stoffwechsel sind wir auch stets eingebunden in gesellschaftliche Austauschprozesse, die ein Subsystem der Biosphäre bilden. In seinem Essay Why Socialism schrieb Albert Einstein 1949: Der einzelne allein ist in der Lage, zu denken, zu fühlen, zu kämpfen, selbstständig zu arbeiten; aber er ist in seiner physischen, intellektuellen und emotionalen Existenz derart abhängig von der Gesellschaft, dass es unmöglich ist, ihn ausserhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu sehen und zu verstehen. Es ist die „Gesellschaft“, die den Menschen Kleidung, Wohnung, Werkzeuge, Sprache, die Formen des Denkens und die meisten Inhalte des Denkens liefert, sein Leben wird ermöglicht durch die Arbeit und durch die Leistungen der vielen Millionen früherer und heutiger Menschen, die sich hinter dem Wörtchen „die Gesellschaft“ verbergen. Deshalb ist die Abhängigkeit des Einzelnen von der Gesellschaft eine Naturtatsache, die – wie im Falle von Ameisen und Bienen – nicht abgeschafft werden kann.

In den Netzwerken menschlicher Beziehungen gehr es nicht allein um den Austausch von Dingen, sondern auch und vor allem um den emotionalen Stoffwechsel. Ob wir von unseren Mitmenschen Zuwendung und Anerkennung erhalten, entscheidet wesentlich über unsere geistige, emotionale und physische Gesundheit. Anhaltende Defizite können zu schweren Depressionen und körperlichen Erkrankungen, bisweilen auch zum Tod führen…..

Der solar-biosphärische und der gesellschaftliche Stoffwechsel sind zwei Aspekte der vier Verbundenheiten, durch die wir mit unserer Mitwelt und dem gesamten Kosmos verknüpft snd. Dazu gehören auch die direkte physische Verwandtschaft aller Lebewesen auf der Erde (Kapitel 3), und die damit zusammenhängende Verbundenheit durch den Austausch von Botschaften (Kapitel 2), die gemeinsam die dritte Verbundenheit ausmachen. Jenseits der Grenzen der Erde und des Sonnensystems sind wir darüber hinaus durch ein alles durchwebendes Netz von Energiebeziehungen mit dem gesamten Universum verbunden (Kapitel 1) und haben an seiner bemerkenswerten Kreativität Teil.

Die Wissenschaften der vergangenen 150 Jahre haben – wenn auch zum Teil widerwillig – erheblich dazu beigetragen, diese Verbundenheiten sichtbar zu machen, von den klassischen Feldtheorien und der Quantenphysik über die Ökologie und Evolutionsforschung bis zur Biosemiotik. Damit haben sie sich weit von ihrem ursprünglichen Programm der Sezierung und atomistischen Betrachtung entfernt.

Die Ideologie der Trennung

Die verschiedenen Ebenen unserer Verbundenheit werden allerdings durch zwei Faktoren, die in ihrer Geschichte eng zusammenhängen, verschleiert: die technokratische Ideologie und die Herrschaft des Geldes. Wenn ich über genügend Geld verfüge kann ich zum Beispiel glauben, ich sei als souveränes, unabhängiges Individuum in einen Laden gegangen und habe mir von einem anderen autonomen Wirtschaftssubjekt mit meinem Geld meinen Computer gekauft. Doch diese Art, die Geschichte zu erzählen, blendet das grosse Netzwerk von Beziehungen zwischen Menschen und natürlichen Systemen aus, ohne die es weder einen Computer noch einen Laden, noch das Geld in meiner Tasche geben würde. Das Geld – das zusammen mit dem Atomismus im antiken Griechenland entstanden ist – nährt die Illusion, es gebe so etwas wie isolierte Individuen. Es war eines der grossen Verdienste von Karl Marx, erkannt zu haben, dass Geld im Grunde eine Chiffre für menschliche Beziehungen ist, die von der Geld- und Warenform jedoch verdunkelt werden.

Für diejenigen, die über viel Geld verfügen, ist diese Illusion äusserst nützlich, weil sie behaupten können, sie hätten Besitz und Eigentum aus eigener Kraft geschaffen – während tatsächlich Tausende von Menschen und unzählige Ökosysteme für sie gearbeitet haben. Auf diese Weise kann man auch geschickt der Frage aus dem Weg gehen, warum denn die Minenarbeiter im Kongo meist nicht einmal einen Computer haben, obwohl sie sehr hart arbeiten,, während jedem durchschnittlichen Deutschen ein ganzer Technologiepark mit Desktops, Laptops, Tablets, Smartphones, Scannern, Druckern, Spiegelreflexkameras, Autos, Elektrorollern, Saugrobotern, Spielzeugrobotern, Schwingschleifern, Rasenrobotern, 4K – Fernsehern, Mikrowellengeräten, Stereoanlagen und so weiter zur Verfügung steht.

Die Maske des Geldes verdunkelt so das grosse Netz menschlicher Beziehungen ohne das wir nicht existieren könnten. Die systematische Ausbeutung eines Teils der Menschheit durch einen andern kann so unsichtbar bleiben. In analoger Weise verschleiert das mechanistische Weltbild unsere Beziehungen zur nichtmenschlichen Sphäre und liefert auf diese Weise die Grundlage einer endlosen Ausbeutung der Natur. Wenn alles nur aus toten, unverbundenen Atomen besteht, dann ist nichts Verwerfliches dran, die Welt in Stücke zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Und wenn diese passiven Teilchen linearen, berechenbaren Gesetzen gehorchen, dann lassen sie sich auch durch menschlichen Willen steuern und beherrschen.

Obwohl die mechanistische Weltsicht sich im Laufe der Wissenschaftsgeschichte als unhaltbar erwiesen hat, ist sie nach wie vor gesellschaftlich tief verankert. Mehr noch: Statt als überholt ad acta gelegt zu werden, hat sie sich in den vergangenen 100 Jahren zu einer umfassenden, technokratischen Mythologie ausgeweitet, die alle Lebensbereiche durchzieht, von der Medizin über die Ökonomie und die digitale Sphäre bis zum „Geo-Engineering“………..Es verhält sich ähnlich wie mit den Erzählstrukturen in Filmen, Romanen und Märchen…..

…..In ähnlicher Weise wird die technokratische Ideologie selten ausdrücklich benannt, sondern liegt als unhinterfragte Struktur unseren Institutionen und unserer täglichen Praxis zugrunde. Wir werden sie daher in diesem Kapitel als integralen Teil eines historischen Systems zu verstehen versuchen, das weitgehend unreflektiert funktioniert. dabei treten drei zentrale Ideen zutage:

  1. Das Mess- und Zählbare hat einen höheren Realitätsstatus als die erlebten Qualitäten unserer Wahrnehmung. Was gemessen und gezählt werden kann, ist objektiv vorhanden, die qualitativen Wahrnehmungsinhalte dagegen sind bloß „subjektiv“ in unseren Köpfen.
  2. Die Welt besteht aus zerlegbaren Einzelteilen und lässt sich entsprechend beliebig neu zusammenbauen („Lego-Welt“)
  3. Die Welt gehorcht im Wesentlichen linearen und deterministischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen und kann daher planmässig gesteuert werden.

Alle drei Behauptungen, auf denen die technokratische Ideologie beruht, sind nachweislich falsch. Erstens ist die Welt der erlebten Qualitäten unsere primäre Wirklichkeit, sie ist das Einzige, an dessen Essenz wir nicht sinnvoll zweifeln können. Alle wissenschaftliche Forschung beruht auf Systematisierungen und Abstraktionen dieser Wahrnehmungen. Zwar sind unsere Wahrnehmungen bereits selbst Co-Kreationen der Welt und keine „naturgetreuen“ Abbildungen. Aber das ändert nichts daran, dass sie unser primärer Zugang zur Wirklichkeit sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse liegen nicht vor dieser Ebene, sondern dahinter, sie sind Interpretationen der Interpretationen.

Zweitens besteht die Welt, das hat die Quantenphysik deutlich gemacht, in ihren innersten Strukturen nicht aus isolierbaren, materiellen „Bausteinen“ sondern aus einem Netz energetischer Beziehungen, das im Prinzip das ganze Universum miteinander verbindet. Auf biologischer Ebene kommt hinzu, dass Leben auf selbstorganisierenden Ganzheiten beruht, von der Zelle bis zu grossen Ökosystemen und der Erde in ihrer Ganzheit. Aus diesen Ganzheiten lassen sich nicht einzelne Teile beliebig herausreissen und rekombinieren, ohne die komplexen, grösseren Gefüge zu zerstören.

Und drittens beruht Leben – das gilt sogar für einige physikalische Phänomene, die wir nicht zum Leben zählen – auf nichtlinearen, nichtdeterministischen Ursache-Wirkungs-Ketten. Leben ist durch Bedeutung organisiert, nicht durch mechanische Stösse.

Warum die technokratische Ideologie noch immer so verbreitet und wirkmächtig ist, warum in Schulbüchern noch immer von „Bausteinen der Materie“ gesprochen wird, obwohl diese Vorstellung schon vor 100 Jahren spektakulär gescheitert ist, warum Hirnforscher nach wie vor unwidersprochen verkünden, sie seien mit bildgebenden Verfahren den „letzten Geheimnissen unseres Gehirns“ auf der Spur, obwohl der Ursprung des Bewusstseins heute so rätselhaft ist wie zu Moses‘ Zeiten , all das lest bitte in diesem grandiosen Buch von Fabian Scheidler „Der Stoff aus dem wir sind“ nach, ein Buch, das jede und jeder unbedingt und ohne Ausrede heute gelesen haben muss, um zu erkennen und zu verstehen, wer wir sind, wo wir sind und warum wir hier in diesem gigantischen Schlamassel gelandet sind, in dem wir nun mal sind und wie wir noch irgendwie die Kurve als Menschheit auf diesem Planeten kriegen können wenn wir nur wirklich wollen. Ein Buch von dem Ernst Ulrich von Weisäcker sagt.„Dieses Buch ist ein grosser Wurf“

#111 „und? was geht bei dir grad mit Musik so?“ – „wenig. Nichts – eigentlich.“

Ja, liebes Leben, meine Lieben, manchmal sind es eben nicht die guten Antworten , die man gerade braucht oder sucht, sondern es sind eher die besten Fragen, die einen finden. Diese schlichte, einfache, klare, wundervolle Frage hat mir gestern Abend mein liebster Sohnemann gestellt, als ich gerade am Laptop sitzend im Begriff war meinen letzten Blog #110 „Vor – Wurf“ fertigzustellen . Er selbst ein unglaublich begabter und genialer Musiker, Multiinstrumentalist, Artist, Komponist und Produzent, was er manchmal anscheinend selbst noch nicht so ganz weiss, verinnerlicht und realisiert hat oder glauben kann, und auf jeden Fall ein verdammt liebenswerter Zeitgenosse sowie wunderbarer Mit – Mensch, mit dem ich seit ein paar Jahren zusammen in einer Männer WG wohnen und leben darf. Alleine die Tatsache, dass wir diesen ganzen Corona Irrsinn mit all den Lockdowns und Ausgangssperren, inzwischen der vierte seiner Unart hier in Wien, ohne einen einzigen Streit oder sonstigen Kommunikationszusammenbruch auf doch relativ engem Raum bis jetzt hinter uns gebracht haben, spricht eindeutig für ihn, für alle die mich besser kennen als mir manchmal lieb ist 😉

Aljosha Kareem

Ich bin so unfassbar dankbar für diese einfache und ehrliche Frage, denn sie ist und war der Wake Up Call, der mich in einem einzigen Augenblick in den Ist Zustand, den nackten Status Quo meines derzeitigen Da Seins aufwachen liess, eine Frage, die ich in dem Moment so dringend brauchte wie sonst nichts auf der Welt. Jetzt spült mir mein E-Mail Konto gerade das http://www.gratefulness.org Zitat des Tages rein, mit folgenden Worten: „Comfort provides a floor but also a ceiling. – Komfort (Komfortzonen) schaffen einen Boden, aber zugleich auch einen Plafond, die Decke, die einem manchmal auf den Kopf zu fallen scheint bzw. in dem Sinne, dass da dann manchmal einfach kaum bis keine Luft mehr nach oben ist“ Wie geil ist das denn?

comfort provides a floor but also a ceiling

Ja, ich bin sicher privilegiert in einer gewissen Weise und aus einer bestimmten Perspektive betrachtet: ich darf gerade unser „Café Drechsler Jubiläumsalbum“ zusammen mit meinen Kumpels und Freundinnen improvisierter Beat-, Trip- , Dance- , Singer Songwriter- und manchmal durchaus auch Meditationsmusik fertig produzieren, wofür der geniale Martin Klein gerade einen Song, zum Heulen wunderschön beigetragen hat, oder mein lieber Freund Mark Batson in L.A. uns ein geniales Spoken Word und Keyboard Geschenk gemacht hat, heute einer meiner Lieblingsbasser, Stephan Kondert dran am Werken ist, einen Beitrag aus der Bronx für uns fertig zu stellen, wie auch „God on Trumpet“ Matthieu Michel, der liebe Christoph Bernewitz, der geniale, vielen von seiner Zusammenarbeit mit Clueso bekannte Gitarrist aus Berlin und die wunderbare Valerie Saidik aus St. Privat, die Jungs von Origami Punani oder Bartolomey Bittmann, mein jahrelanger Trooper, Recording und Mixing Engineer Clive Martin und viele andere auch – der digitalen Welt der Kommunikation und ein paar fetten Datenkabeln sei an dieser Stelle dafür Dank.

20 Jahr Jubiläumsalbum

Ausserdem darf ich mit einer unglaublich inspirierenden und versierten Truppe an einem Herzensprojekt, wo es um ein Generationen übergreifendes Lernen mit- und voneinander geht, im Südburgenland arbeiten und darf täglich mein Rad und mich in die nördlichen Donauauen mitten in die Natur entführen und mich bei Gelegenheit auch noch in die Donau schmeissen. „Des is alles ned glei nix“ wie meine Mutter sagen würde. Und ja, das hält mich auch im Wesentlichen zusammen these dayz.

mich in die Donau schmeissen

Ich sage zwar manchmal, dass Musik meine erste Liebe war, als hätte ich diese Liebe für mich ent – deckt aber in Wahrheit hat sie mich gefunden, und zwar lange bevor ich bei Blitz und Donner, wie es sich eben für einen Schlagzeuger gehört, von meiner Mama in diese Welt geboren worden war. Musik war mit und in mir seit einem gefühlten „immer“ und jetzt fehlt sie mir wie wahnsinnig. Ja, es ist ja nicht so, dass wir keine Instrumente zu Hause hätten, oder so – aber als inzwischen seit 45 Jahren aktiv tätiger, auf der ganzen Welt herum kugelnder „Live“ Musiker und Musikant fehlen mir diese wunderbaren Energien von eben solchen Live Konzerten, bei denen Musiker, Musikanten und Publikum gemeinsam in eine Welle und in diese fantastische Energie eintauchen und mit ihr träumen, tanzen, lachen, schreien, kreischen, weinen, sich umarmen, sich spüren und fliegen können und dürfen, egal wo sie vorher hergekommen und nachher hingegangen, oder gefahren, oder geflogen sind. Das fehlt mir, meinem Herz und meiner Seele! Big Time!

gemeinsam in eine Welle und diese fantastische Energie eintauchen

Dafür und davon lebe ich seit ich denken kann. Aber diese wunderbare Frage hat mich auch auf vieles anderes wieder aufmerksam gemacht: ich bin ja nicht wie ein Spitzenkoch, der vergessen hat, selbst zu essen, oder ein Tischler, der zu Hause auf dem Boden sitzen muss oder seine Möbel bei Ikea kauft, oder ein Biobauer der sich seine Radieschen bei Ja Natürlich holt, oder ein Arzt oder Chirurg, der selbst nicht auf seine Gesundheit achtet (naja, davon kenne ich leider doch einige ), oder wie ist das denn eigentlich? Ist ein Schauspieler oder eine Schauspielerin auch Schauspielerin, wenn es weder etwas zu schauen noch zu spielen gibt? Ist ein Schriftsteller oder Schriftstellerin auch Schriftstellerin wenn man ihren Laptop, sämtliche Bleistifte, Füllfedern und Kugelschreiber, Handy und die Kontaktdaten zu ihrem Verlag geklaut hat? Ist ein Pilot oder eine Pilotin noch Pilotin ohne Fluglinie oder Flugzeuge, die gerade auch nicht fliegen dürfen? Ist ein Gastronom noch Gastronom wenn er sein Hotel seit gefühlten Ewigkeiten zugesperrt halten muss? Eine Operndiva immer noch Sängerin, auch wenn die Oper, wie auch sämtliche Theater, Konzert Locations, Musik Clubs und Kinos seit Ewigkeiten ebenfalls zugesperrt bleiben muss?

bin ich wie ein Spitzenkoch der vergessen hat selbst zu essen?

Aber JA, Natürlich sind wir alle wer wir sind, weil wir nicht ausschliesslich durch das Tun sondern eben durch unser Sein definiert sind, auch wenn man uns jetzt gerade, wie es scheint, nicht Sein lassen will oder wir gerade nicht Sein zu scheinen dürfen. Besonders die Künstler, besonders die Kunst. Und jetzt dauert schon mehr oder weniger fast ohne Unterbrechung über ein Jahr lang!!! Alle anderen zuerst – Kaufen, Saufen, Laufen, Schi foan, möglichst billig Häuser bauen und selbige wieder teuer Verkaufen….. was für ein Signal und welche Zeichen dieser Zeit sind das in Wahrheit bitte??? Dieses „ein mal eins“ ist wahrlich nicht sehr schwer zu durchschauen, zu verstehen, zu erkennen und zu erlernen. „Wirtschaft vor Mensch“ lautet die fatale Ungleichung. Und alle wissen es, und alle haben es schon immer gewusst. Diese Ungleichung lässt sich mit einer Leberkässemmel, einem Sommerspritzer, einer Liftfahrt auf den Kunstschneeberg, Sommer Sales und Winter Prozente, einer Melange to go oder einem All Inclusive Urlaub in Trips Trü so einfach sicher nicht mehr in ein auch nur annähernd gesundes Lot sowie ein fried- und freudvolles Dasein bringen.

Ungleichung

Und jetzt mach ich mir allen Ernstes einen Impftermin aus und freu mich, dass ich ihn habe, obwohl ich noch nie im Leben eine einzige Grippe Impfung hatte noch brauchte, anstatt mir ein paar Konzerte auszumachen oder mir zu überlegen, wie wir allen äusseren und inneren Umständen zum Trotz doch wieder mit einem analogen, gemeinsamen Konzerterlebnis, vor einem echten , wahrhaftigen Publikum, wo echte Funken und Fetzen sprühen und fliegen dürfen , wo echte, analoge, salzige Freuden- und Glückstränen vergossen und Angst, Panik und Sorgen vergessen werden können, wo wir uns wieder alle von dieser wahrhaftigen energetischen Welle, die wir alle von unzähligen gemeinsamen Live! Erlebnissen her kennen und der Frequenz der Musik, des Rhythmus, der Harmonie, der Beatz und Sounds berühren, tragen und gemeinsam umhüllen und umarmen lassen, wovon die digitale, virtuelle, flache, aber unglaublich schrille und schnelle Welt, so beeindruckend sie für viele zur Zeit auch sein mag, auch in aller Zukunft nur träumen wird können.

sich von der Energie und der Frequenz der Beatz und Sounds tragen lassen

Denn wenn dieser Stoff, aus dem wir sind, sich mit dem Stoff, aus dem wirklich, richtig gute Konzerte und Live! Erlebnisse sind, zu einer für alle Anwesenden spürbaren und wahrnehmbaren Energie, Frequenz und Welle vereint, kann diese sich auf der schnellsten digitalen Autobahn weder fortpflanzen noch einen einzigen Betrachter weder mit ihrer vollen wahrhaftigen Vehemenz noch ihrer Intensität und Stärke vor einem noch so grossen Bildschirm je zutiefst berühren, ganzheitlich erfassen noch mitfliegen lassen. Genau das fehlt. Uns allen. Big Time!

Genau das fehlt. Uns allen. Big Time!

Ich vermisse euch, Uli und Oliver und unsere geilen Jam Band Slams, egal ob mit einem schwitzenden Haufen tanzender und johlender Menschen im legendären Café Europa oder auf einer der grossen Bühnen zwischen Seoul, NYC und Moskau oder sonst wo da draussen. Ich vermisse es mit euch zu grooven was das Zeug hält lieber Jon Sass, du geilster Tuba Künstler und liebster Freund der Welt mit deiner „Destiny Band“ mit Ola, Angus und Geri. Oder mit euch „zu geigen“ lieber Raphael Wressnig und Harry Sokal mit unserer Band „Groove“ oder mit Dir Deine tollen Songs zu performen, liebe Maja Jaku zusammen mit Dusan und Martin, im Duo mit meinem best friend und soulbrother Peter Herbert, oder wenn ich eben auch hin und wieder mutig genug bin um ganz alleine bei einem meiner Solokonzerte im wahrsten Sinne des Wortes „aufschlagen“ zu dürfen. Und ich vermisse vor allem euch, ihr herzallerliebstes, wahrhaftiges, lebensechtes und lebendiges Publikum.

Es ist kein Jammern. Es ist das klare Bewusstsein, dass Essentielles, Wesentliches fehlt, was mich und uns erst „Mensch Sein“ und werden und spüren lässt, wer wir tatsächlich sind. Sehnsucht, Hunger, Durst, Vertrauen, Mut, Verzweiflung, Hoffnung und die Liebe, die Liebe zu den Menschen und die Liebe zur Musik.

Essentielles, Wesentliches………

Ich nehm mir jetzt nach langem wieder einmal Zeit für mich und mein geliebtes Akkordeon. Und vielleicht mag mein Sohnemann ja mit mir einen neuen Song zusammenbasteln, jetzt – wo wir schon alle da sind. Ich meine den Lockdown, die Stille, die Musik und uns. ❤

#110 „Der Vor – Wurf“

Nun, ein wirklich „grosser Wurf“ war er ja noch nie, der Vor – Wurf. Eher ein unnötiger, in den Weg gelegter Prügel, etwas bemängeln, verurteilen oder verhindern, ein oft fragwürdiges Hindernis aufbauen, eine Hürde zwischen zwei verschiedenen Standpunkten, verhärteten Fronten, zwischen Partnern und oder in Beziehungen, wo ohnedies oft wie verrückt permanent hin- und hergezogen wird, einem angeblichen oder tatsächlich ausgemachten und verurteilten und schuldig gesprochenen „Täter“ gegenüber. Wer hat recht? wessen Ansicht ist „richtig“? Worin liegt die Motivation oder die Wurzel des Anstosses für den Werfer des Wurfes? Nimmt der Schuldige den Wurf an? Kann oder muss er das überhaupt? Ist die Basis nicht immer in Wahrheit in letzter Konsequenz ein gefangen sein und für viele auch, ein anscheinend „gerne“ gefangen bleiben in einer überlegenen Position der Beurteilung und Verurteilung aus einer oft selbstgefälligen oder selbstgewählten Position des inneren Richters gegenüber eines auf jeden Fall, ohne Zweifel schuldigen Täters, die oft eher aus einer gleichzeitig permanent empfundenen Unterlegenheit bis Verletzlichkeit herzurühren scheint?

welche Ansicht ist richtig?

Dem folgen ja auf Schritt und Tritt die gängigen Synonyme für den Vorwurfs Begriff: Anklage, Anschuldigung, Beschuldigung, Bezichtigung, Klage, Kritik, Massregelung, Missbilligung, Rüge, Tadel, Unterschiebung, Unterstellung, Vorhaltung, Zurechtweisung, Schelte, Verweis, Rüffel, Gemecker – allesamt fast ausschliesslich sehr be- und verurteilende, wertende und bewertende Begriffe aus dem Oberstübchen und dem dort rege tätigen Obersten Gerichtshof, meistens aus einer Position der Überlegenheit, des angeblich alleinigen Wissens, was gut und richtig und schlecht und falsch ist, direkt aus der vielen sehr vertrauten Sucht der Ver – Urteilung, was immer diese „Sucht“ zu stopfen „sucht“. Auffallend oft sind die Vorwerfer zugleich oft sehr empfindlich und empfindsam auf genau dieser verurteilenden Ecke und Achse. Und so werden viele Antworten, Fragen, Reaktionen als „Vor – würfe“ interpretiert, was zum einen auf extreme Verunsicherung und zum anderen eben auf das Gefängnis des Vorwurfes, aus dem man sich sowohl in die eine als auch in die andere Richtung offensichtlich nicht zu befreien weiss oder wissen will, hindeutet.

….was immer diese „Sucht“ zu stopfen sucht

Wir wollen auf keinen Fall vergessen dass es mindestens genau so viele Selbstvorwürfe wie Vorwürfe gibt. Wo man sich selbst die Schuld an allem Möglichen und oft Unmöglichem zu geben bemüht ist. Da dreht sich das Schuldkarussel dann oft ausschliesslich im Kreis der eigenen Gedanken unaufhörlich hin und her und so gut wie jeder Versuch einer Auflösung dessen von Aussen vermag da sehr oft gar nicht hin vorzudringen, was wiederum sehr oft wieder mit dem Selbstwertgefühl des Selbst Vorwerfers zu tun hat. Täter und Richter in Personalunion quasi.

Im englischen gibt es dafür den wunderbaren Begriff „holding grudges“ – was soviel heisst wie einen Groll hegen (und oft mit äusserster Sorgfalt auch pflegen) – hold some grudges, also etwas, was man ja nicht und nicht loslassen will oder um keinen Preis loslassen kann, also immer daran festhalten muss, auf immer und möglichst ewig, das man weder sich noch der oder dem etwas offensichtlich „vorgeworfen werden muss“ loslassen oder frei- lassen will und kann. Widerwille und Missgunst sind noch ein paar andere Deutungen. „Funktionieren“ tut dieses System allerdings nur, wenn man in der Lage ist, immer und immer wieder die Vergangenheit anklagend zu bemühen und mit den Emotionen und Argumenten von Vorgestern herzuholen und heraufzubeschwören bereit ist.

…..

Das Unvermögen oder die hartnäckige Weigerung zu „Verzeihen“ kommt aus genau der selben Ecke, wo man um’s Verrecken jemandem etwas nicht und nicht verzeihen kann und will, um möglichst lange etwas gegen diese Person oder Personen in der Hand zu haben, ohne sich bewusst zu sein, dass man damit nicht so sehr die anderen „bestraft“ als grossteils sich selbst in diesem ungesunden Gefühl in der Hand, im Herzen und damit in einer sehr ungesunden Energie gefangen hält und oft viel zu lange mit sich rumschleppt. Erst wer wirklich verstanden und gelernt hat, aus tiefstem Herzen zu verzeihen, weiss, welche Befreiung das vor allem auch für die oder den jeweils Verzeihenden bedeutet.

Dieser manchmal permanente Drang und Zwang zum Vorwurf, sowohl ihn zu verteilen und auszusprechen als auch ihn hinter jedem und allem zu vermuten oder glauben entdecken zu müssen, scheint mir auch jenem Umstand geschuldet, dass man es nicht verstanden, je gelernt oder geschafft hat, dieser Stimme des inneren Richters und Verurteilenden und Schuld zu weisenden schlicht und einfach zur erfrischenden Abwechslung einmal das Wort zu verbieten und ihm oder ihr endlich mal sagen zu lernen, die Klappe zu halten oder zu üben, den Vorwurf stattdessen in einen Wunsch umzuformulieren. Solange man dessen nicht fähig ist, ist der Verstand nicht eines unserer wertvollsten Werkzeuge sondern sind wir umgekehrt Opfer und Werkzeug unseres Verstandes, was dem jeweiligen Ego extrem grosse Freude bereitet, aber der Seele auf Dauer unglaublichen Schaden zufügt.

ein grosser Wurf

Es scheint meistens ein Kontrollbemühen und Verlangen des Egos aus einer scheinbar überlegenen Position zu sein, wobei dieses sehr oft eher ein Gefühl der Unterlegenheit, der Schwäche als auch von grossen Verletzungen, Traumata und selbst empfundenen, erlittenen und interpretierten Ungerechtigkeiten ( das Ungerechtigkeits- und Gerechtigkeitsempfinden sind ja immer auch sehr subjektive Interpretationen) oft aus Zeiten der Kindheit herrühren kann. Der sogenannte „Whataboutism“ hat es sich als Spaltpilz unserer Gesellschaft ja auch genau dort bequem gemacht.

Eine Anschuldigung wird sowohl umgangssprachlich für eine Infamie, Bezichtigung, Unterstellung, Beschuldigung oder einen Vorwurf als auch ausdrücklich als Rechtsbegriff verwendet. Vorwurf ist eine Äußerung, mit der man jemandem sagt, dass er sich nicht richtig verhalten hat. Mit Vorwürfen kann man jemandem sagen, dass jemand Fehler gemacht hat, die er nicht hätte machen sollen. Vorwurf ist also ein Tadel, eine Beschuldigung, Vorwurf ist eine Vorhaltung.

was schert das die Natur?

Ist man sich allerdings eines Fehlers, oder einer katholischen oder richterlich relevanten Schuld bewusst oder hat man das Gefühl, dass man auf mitmenschlicher Augenhöhe und eben nicht pseudorichterlicher Verurteilung von oben herab auf eine fehlerhaftes Verhalten oder einen Fehler im Sinne, dass man jemanden wissentlich, bewusst, absichtlich oder unbewusst durch sein Handeln oder nicht Handeln verletzt, entwürdigt, diskriminiert, genötigt, bedroht, der Lächerlichkeit preisgegeben oder sonst irgendwie beschämt oder verunsichert haben könnte, hingewiesen und aufmerksam gemacht wird, tut man in jedem Falle gut daran, sein eigenes Verhalten zu aller erst einmal gründlich zu evaluieren und zu überdenken um sich dann bei der betreffenden oder betroffenen Person zu entschuldigen und im Bewusstwerden dieses verletzenden Verhaltens zu versuchen und sich zu bemühen, das in Zukunft zu vermeiden oder zumindest auf andere, gesündere Art zu lösen.

auf gesündere Art lösen

Zum Abschluss kurz noch folgende Betrachtung zum Thema Vorwurf, bemerkenswerter Weise aus der Bibel der deutschen Steuerfahnder auf http://www.steuezahlerservice.de:

„Klein, aber oho: Fehler im Arbeitsalltag
Es sind nicht nur die großen Fehler, die uns beschäftigen. Im Alltag sind es oftmals die kleinen Fehler, die uns die Nerven rauben und graue Haare wachsen lassen. Während wir bei Produkt- und Prozessfehlern meist noch ruhig Blut bewahren können und es uns gelingt, sie sachlich anzusprechen, verlieren wir bei Verhaltensfehlern schnell die Contenance. Auch wenn es sich scheinbar um Kleinigkeiten handelt, sie lassen sich nicht übergehen. Sie bringen uns auf die Palme, machen uns sprachlos oder wütend. Wir tendieren dazu, Verhaltensfehler auszublenden. Wir sagen „Der ist halt so“ oder „Die kann ja nicht anders“. Wir betrachten sie als persönliche Schwächen oder Macken, als Defizite im Auftreten, Probleme in der Kommunikation oder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit. Aber handelt es sich dabei um wirklich um Fehler?

Schweigen ist keine Lösung
Wir stehen vor der Wahl: Sehen wir mit zusammengekniffenen Lippen über die Fehler der anderen hinweg? Oder sagen wir ihnen, wie sehr uns ihre Fehler stören? Eines ist klar: Wer nichts sagt, vergibt sich jede Chance auf eine Verbesserung. Alles bleibt dann beim Alten. Häufig sind sich die anderen gar
nicht im Klaren darüber, dass ihr Verhalten stört, dass wir uns über diese „Kleinigkeiten“ maßlos ärgern. Daher ist Schweigen keineswegs Gold. Doch wir ahnen: Frisch und frei den anderen ins Gesicht zu schmettern, was uns nicht passt, führt auch nicht ans Ziel. Vielmehr können wir dann mit weiterem Ärger und Streit rechnen.

Kleinigkeiten

Vorwürfe: Kommunikationsmuster aus der Kindheit
Im Alltag greifen wir häufig zu Vorwürfen, wenn wir andere auf ihre Verfehlungen ansprechen. Mit Vorwürfen wählen wir eine Kommunikationstechnik, die viele von uns als kleine Kinder verinnerlicht haben. Am Beispiel unserer Eltern und nahen Bezugspersonen haben wir gesehen, wie (unser) Fehlverhalten zu Ärger und der Ärger zu Vorwürfen geführt hat. Tag für Tag haben wir sie gehört: „Dauernd macht ihr so einen Lärm!“, „Ständig läufst du mit deinen dreckigen Stiefeln in die Wohnung!“ oder „Jetzt hast du schon wieder eine Fünf in Mathe geschrieben!“. Doch Vorwürfe haben schon unsere
Eltern nicht ans Ziel geführt. Häufig sind diese Situationen eskaliert, endeten mit zermürbendem Gezanke oder trotzigem Widerstand. Vorwürfe sind kontraproduktiv. Sie schaffen nichts als weiteren Ärger. Darum ist es klug, mal innezuhalten und hinzusehen, warum wir sie nun als Erwachsene dennoch einsetzen und was hier falsch läuft.

Wie sich Vorwürfe zusammenbrauen

  1. Es handelt sich um eine Kleinigkeit. Die Welt hat viele große Probleme. Krümel in der Büroküche gehören nicht dazu. Wenn sie jemand mal übersieht, wischen wir sie im Handumdrehen weg. Ist ja eine Kleinigkeit.
  2. Es kommt zu Wiederholungen. Selbstverständlich wischen wir den Tisch auch am nächsten Tag wieder sauber. Und die Woche 64 Fehler ansprechen darauf. Das ist doch für niemanden ein Problem! Noch nicht.
  3. Wir wollen kein Aufheben machen. Wegen ein paar Krümel lohnt es sich nicht, etwas zu sagen. Auch nicht wegen der Fettflecken. Wir wollen ja nicht als kleinlich gelten. Doch die innere Spannung steigt.
  4. Wir fokussieren die Problempunkte. Am nächsten Tag werfen wir den Blick als Erstes auf den Tisch: Sauerei! Jetzt stehen die Kleinigkeiten im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Wir fokussieren den Fehler wie mit einer Lupe.
  5. Aggressive Interpretationen treten auf. Schon erleben wir die Krümel als Frechheit, als schamlose Rücksichtslosigkeit, wir fühlen uns als die Dummen, die die Drecksarbeiten machen müssen.
  6. Ärger braut sich zusammen. Die Wut arbeitet in uns, ein Steinchen kommt zum anderen, eine Lawine baut sich auf. Wir haben es satt, uns schlecht behandeln zu lassen. Wir holen zum Gegenschlag aus.
  7. Attacke! Das Ende der Geduld ist erreicht. Wir schäumen innerlich. Und schon schießt der Vorwurf heraus: „Dauernd lässt du deinen Dreck liegen!“
Kommunikationsmuster aus der Kindheit

Warum Vorwürfe scheitern
Strategisch betrachtet ist ein Vorwurf ein Schuss ins eigene Knie. Wir erzielen damit nicht nur keine Verbesserung, sondern sogar eine Verschlechterung. Der andere stellt auf stur oder schlägt zurück. Wir verfehlen das intendierte Ziel. Fehler!

Kampf oder Flucht
Vorwürfe werden als Angriff erlebt wie ein Schlag auf die Nase. Mit jedem „Du machst das und das falsch!“ werden unsere archaischen Konfliktstrategien aktiviert: Fight or Flight, Kämpfen oder Flüchten. Auf den symbolischen Schlag folgt der Gegenangriff („Aber du hast …!“) bzw. die Flucht
(„Lass mich in Ruhe!“).

Hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch
Wenn wir die grammatikalische Struktur von Vorwürfen betrachten, so fällt auf, dass sie immer die gleichen Merkmale haben:
* Du-Botschaften (du machst, du tust, du hast)
* Generalisierungen (immer, ständig, dauernd, nie)
* Übertreibungen (wie in einem Schweinestall, hundertmal)
* Problemfokussierung (Lärm, Dreck, Unordnung, Versagen, Ärger)
Auf der Suche nach besseren Strategien haben Kommunikationsforscher erkannt: Vorwürfe sind verunglückte Wünsche. In jedem Vorwurf steckt ein unausgesprochener Wunsch. Die große Kunst besteht nun darin, den Wunsch zu erkennen und in Worte zu fassen.

der gute Wunsch

Die meisten Menschen wissen sehr gut, was sie stört, was sie schlecht finden, was sie ablehnen. Es ist leichter, in der Rolle des Opfers und des Leidenden zu verharren, als das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen und den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Wer Vorwürfe macht, schiebt dem Gegenüber
die Verantwortung zu. Der oder die andere ist schuld, dass es schiefläuft, dass man sich ärgert oder leidet. Doch mit etwas Selbstverantwortung und Handlungsstärke können wir uns ein angenehmeres Leben erschaffen. Wir müssen dazu nur innehalten und uns unsere Wünsche bewusst machen.

Nun fällt Ihnen sicher auf, dass Vorwürfe nicht nur negativ klingen, sondern auch Negativformulierungen enthalten. Wünsche hingegen sind positiv formuliert und schaffen ein positives Gesprächsklima. Die folgende Übersicht verdeutlicht das Schema, das jeweils hinter Vorwürfen und Wünschen steht. Sie werden feststellen, dass sie immer die gleichen Merkmale aufweisen.
* Vorwurf *Wunsch
* Negativformulierung * Positivformulierung
* Problemorientierung * Lösungsorientierung
* Blick zurück im Zorn * Blick nach vorn
* Aggressive Haltung * Konstruktive Haltung
* Kampfansage * Kooperationsangebot

Na dann, cheers und auf zu den guten Wünschen

Alles Liebste, AleX

#109 „Liebe“

Liebe Mama, lieber Papa, liebe Oma, lieber Opa, liebe Freundin, liebster Freund, liebe Eltern, liebe Geschwister, liebe Tante, lieber Onkel, liebste Tochter, liebster Sohn, liebste Enkel, liebe Schwester, lieber Bruder, liebe Leute, liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebes Team, liebe Chefin, lieber Chef, liebe Gemeinde, liebe Kinder und liebe Erwachsene, liebe Katze, lieber Hund, lieber Wellensittich, geliebte Freizeit, geliebtes Bier, geliebter Wein, geliebte Leberkäs Semmel, geliebter Morgen, lieber Tag, lieber Gott, liebes Leben, Liebesleben, liebe Liebste, Geliebte, geliebter Schatz, liebe Güte, liebster Platz, Lieblingsplatz, geliebtes Auto, lieber Himmel, meine Liebe, liebes Ich, Du Liebe, ihr Lieben – was meinen wir denn da eigentlich, wenn wir „Liebe“ sagen oder schreiben oder denken oder fühlen? Meinen wir da alle das selbe, die „gleiche „Liebe, oder diverse Nuancen, oder ein riesengrosses Beauvoir mit unzähligen Variationen und Interpretationen von 50 Million shades of Liebe? Was ist sie denn, diese Liebe? Ist sie „nur“ ein Gefühl? oder Lust und Laune? Sturm und Drang? oder ein Begehr? oder bloss eine abgedroschene, längst erloschene Floskel?

„Love is like the sea. It’s a moving thing, but still and all, it takes its shape from the shore it meets, and it’s different with every shore.“

„Liebe ist wie das Meer. Sie ist zum einen konstant in Bewegung, aber zugleich vollkommene Ruhe und all das, sie passt ihre Form der jeweiligen Küste an, auf die sie trifft, und ist dadurch an jeder Küste anders.“ Zora Neale Hurston

Liebe ist

Ein wunderschöner Versuch des Schattens einer Definition, finde ich. Ja, anscheinend ist es so, dass es der Lieben vieler Arten und Ausdrucksformen gibt. Ich würde allerdings gerne noch mindestens einen Schritt weiter und tiefer gehen im Versuch und Bemühen, herauszufinden, ob es da nicht doch noch wesentlich weiter oder tiefer gehen kann. Tiefer als „Sie oder er liebt mich nicht mehr“ oder „Uns ist auf dem Weg die Liebe füreinander verloren gegangen“ oder „einseitige Liebe“ oder andere , ähnlich merkwürdige Äusserungen und Wahrnehmungen. Ist „Liebe“ tatsächlich etwas mit einem klassischen, zumeist euphorischen „Anfang“ oder einem oft traurigen „Ende“ oder empfinden und verstehen wir doch alle etwas vollkommen anderes, wenn wir „Liebe“ meinen? Sie ist auf jeden Fall einmal göttlich „weiblich“ – DIE Liebe. Aber ist sie nun ein Gefühl? eine Eingebung? Bestimmung? Ein Gedanke? eine Grundeinstellung sich und damit der, dem und den anderen und dem Leben gegenüber? eine innere Haltung gewissermassen?

Grundeinstellung

Liebeskummer – Liebesfreude, Lebensfreude, Eigenliebe- Nächstenliebe, Liebesnacht, Liebes Akt, handeln aus Liebe, enttäuschte Liebe, erwartete Liebe? Wer wartet da auf wen oder was genau? Liebesentzug, wahrhaftige Liebe, echte Liebe, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, Liebesgeschichten, liebestrunken, rosa Wolken, Liebestaumel, aus der Traum, böses Erwachen – erwachen woraus? wodurch? um welchen „Traum“ genau handelt es sich da? nur Liebe vorgegaukelt, hat es nicht oder nie ernst gemeint, ernst? gemeint? Liebestöter, Liebesheirat, Vernunftheirat, liebestoll, ein verliebter Gimpel, Herzenssache, sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich – Gänseblümchen.

…..Gänseblümchen

Oder ist Liebe bloss so etwas wie eine Herzenswährung, etwas wie „Geld“oder noch besser: „Gold“, etwas wirklich Wert – volles, das sozusagen einen Handelswert hat, mit dem gehandelt werden kann, also gewissermassen Tauschgeschäfte betrieben werden können? ich schenk dir meine Liebe ( oder meinen Körper?) und Du legst mir die Welt zu Füssen. welche Welt? Eine Erde – Milliarden von Welten – Jedes Lebewesen erlebt in seiner inneren Wahrnehmung und dem ihm inne wohnenden Bewusstsein eine ganz individuelle, eigene Interpretation und Erkenntnis von „Welt“.Welche davon meint man denn da? Deine? die ich nicht kenne und auch nie aus deiner Sicht und Wahrnehmung ganz kennen können kann? oder meine? die du nicht kennst? zu den Füssen? um sie dann unter gewissen Um- ständen mit Füssen zu treten? die Welt? oder dieLiebe? oder was soll das alles heissen? erhofft man sich da etwas im Austausch gegen was auch immer die verschiedensten Menschen als Liebe auf genau so zahllose Arten und Zugänge und Verständnis und aufgrund der verschiedensten Gefühle empfinden und interpretieren? Gefühle scheinen oft bzw. meistens involviert zu sein. Sind demzufolge Missverständnisse, sehr gut möglich, gar nicht zu umgehen , wenn sowieso jede und jeder etwas anderes darunter versteht, jede und jeder anders empfindet, die Liebes Signale anders deutet, sendet, empfängt und interpretiert?

Herzenswährung

Man kann, darf ja auch Liebe zu „etwas“ entwickeln oder empfinden, was sich weit jenseits von jeder Menschennähe oder eines Tier- oder Pflanzenlebens befinden kann. My first love is and always was „music“ – meine erste Liebe galt und gilt der „Musik“, andere lieben wiederum den Wald, das Meer, die Wüste, die Natur (ich auch) oder Vor – Lieben für Essen und Trinken, Wein, Bier, Schweinsbraten, Bio Chia Samen Müsli, Kräutertee oder Kaffee (ich auch), oder Wandern, Fussballspielen oder Radfahren (ich auch) oder Reisen, Lesen, Zeichnen, Malen, Philosophieren (ich auch), Kochen, Singen, Musizieren, Töpfern, Winzern, oder eine Liebe zur Toscana, Japan, Yoga, Istrien, dem Südburgendland, Wien, NYC oder zur Steiermark……… aber ganz, ganz ehrlich? Am meisten und tiefsten und wahrhaftigsten liebe ich das Wunder Leben an sich. Danke, dass es dich und mich und uns in dir gibt ❤

ich liebe das Leben ❤ …..und das Leben liebt mich ❤

„Ich liebe Dich“ – wie leicht, vermutlich und wie oft zugleich haben das die meisten von uns schon wiederholte male zu dieser und jenem, in dieser oder jener Situation oder Gelegenheit, schüchtern, mutig, verzweifelt, anbetend, ängstlich, voller Selbstbewusstsein gesagt, und was genau meinten wir jeweils damit und was genau meinten wir zu verstehen, als wir diesen Satz vermeinten gehört und zugleich verstanden zu haben? Immer genau das selbe? Ziemlich sicher nicht – oder? Spriessen da nicht sofort links und rechts und oben und unten und rundherum, überall zugleich eine Vielzahl verschiedenster Erwartungen, Versprechungen, Empfindungen, Ängste, Sorgen, Eifersucht, Hingabe, Aufgabe, Glücksgefühle, Selbstlosigkeiten, Triümpfe, Machtambitionen, Ohnmächtigkeiten, Siege, Verlustängste, Freudentränen, schwitzende Hände, blasse Gesichter, leuchtende Augen, kalte Füsse und heisse Ohren?

Music was my first love ❤ foto © Markus Thums

In ihrem Leitartikel für das schweizer Portal der Philosophie „philisophie.ch“ meint Frau Dr. Edith Düsing unter dem vielsagenden Titel „Grundtypen von Freundschaft und Liebe – Schatten und Glück der Gemeinschaft“ folgendes: „Das echte Gespräch erfüllt sich, wenn Partner sich einander in Wahrheit zuwenden, frei vom eitlen Scheinenwollen; nur so entsteht gemeinschaftliche Fruchtbarkeit.“ sind das nicht ein paar wirklich wunderbare Überlegungen und Gedanken auf einem einzigen, vergleichsweise bescheiden kleinen Fleck zugleich?

sich einander in Wahrheit zuwenden….

„Die griechische Sprache kennt drei Worte für Liebe: Eros, Agape, Philia, [1] die zwei Jahrtausende mit ihrer Leuchtkraft in Europa fortwirkten, Eros als leibliche Liebe so, wie Plato ihr im Symposion Ausdruck verlieh, Agape als göttliche Liebe so, wie Paulus und Johannes sie im Neuen Testament erklären. Eros ist zu charakterisieren als ein im Anderen, im geliebten Du sich selbst Suchen und Finden, Agape als sich verschenkende Hingabe seiner selbst in einer Liebe, die nicht gibt, um wieder zu nehmen; das ist das Einzigartige göttlicher Liebe, die in Christus Leibgestalt wurde. Philia heißt freundschaftliche Liebe, die Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik würdigt. Sie bedeutet gemeinsames Streben zu einem hohen Ziel und beglückendes Verbundensein in der Suche nach Tugend oder Weisheit. Freundschaft ist für Aristoteles eine Tugend, die auch Staaten erhält. [2] Er unterscheidet drei Arten von Philia; sie ist gut, Lust bringend oder nützlich. Menschen, die des Nutzens oder der Lust willen Wohlwollen für einander hegen, lieben aber nicht einer den anderen an sich, sondern nur, was von ihm ausgeht und für das eigne Ich Vergnügen oder Nutzen bringt.

beglückendes Verbundensein über 3 Generationen

Um seiner selbst willen wird der Freund nur geliebt und ihm das Beste gewünscht in der Freundschaft, die er die vollkommene nennt; in ihr gilt Philia der ganzen Person des Anderen. Philia schließt Mitfreude an Schönem und Gutem ebenso wie Mitleiden an Üblem in sich ein, das den anderen betrifft. Kant krönt seine Darlegung von Tugenden und Pflichten des Menschen sich selbst und anderen gegenüber feierlich mit dem „Beschluß“ unter dem Titel: „Von der innigsten Vereinigung der Liebe mit der Achtung in der Freundschaft“. Sie bedeutet Gemeinschaft von zwei Personen durch ähnlich starke „wechselseitige Liebe und Achtung“. Sie sucht Teilnahme und sich Mitteilen, lebt ein Maximum an herzlichem Wohlwollen. Die Zartheit im sich Verstehen, ja eine „Süßigkeit der Empfindung“ – so nähert Kant die Philia kühn dem Eros an, – geht bis zum gefühlten „Zusammenschmelzen in eine Person“. Freundesliebe könne aber nicht im Affekt gründen, weil dieser in der Wahl „blind“ und in der Treue leicht „verrauchend“ ist“

verrauchend

M. Buber meint in seinem „Das dialogische Prinzip“ folgendes: „Das Du begegnet mir von Gnaden“, durch Suchen allein wird es nicht gefunden. Aber daß ich zu ihm das bejahende, wahrhaft persönlich den Anderen als ihn selbst meinende Grundwort Du spreche, ist „meine Wesenstat“. „So ist die Beziehung Erwähltwerden und Erwählen, Passion und Aktion in einem“; ich werdend spreche ich Du, Du sagend werde ich originales Ich. Solange wie „der Himmel des Du über mir ausgespannt ist“, schwinden die kausalen Determinationen eines gleichgültigen Universums; „der Wirbel des Verhängnisses“ zerrinnt, worin das Ich verloren war. Sinn und Zweck jeder Beziehung ist für Buber ihr eigenes Wesen, das ist die Berührung mit dem ersehnten Du; sie ist nicht Mittel für irgendetwas anderes. Denn durch solche Berührung „rührt ein Hauch des ewigen Lebens uns an“, [6] das bedeutet, wahre Begegnung ist ein Geschenk des Schöpfers an sein Geschöpf und verweist zuletzt auf ihn. 

Das Du begegnet mir von Gnaden…..auch über 3 Generationen

Der Gedichtband „Was es ist“ war ein Folgeband zu „Liebesgedichte“, welches 1979 erschien und Erich Fried einem breiteren Publikum bekannt machte. „Es ist was es ist, sagt die Liebe“ – das entspricht auch den Lehren der großen spirituellen Systeme. Höre auf zu urteilen, höre auf zu analysieren. Denn: „Es ist was es ist, sagt die Liebe“.

 Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Erich Fried

Es braucht nicht viel für eine glückliche Liebesbeziehung. Genauer gesagt: vier Elemente. Wenn du sie dir bewusst machst und sie kultivierst, wird deine Liebe heilend für dich selbst und andere sein. Wahre Liebe vermag jede Situation zu heilen und zu verwandeln und unserem Leben einen tieferen Sinn zu geben.

Die vier Elemente wahrer Liebe

Eine erfüllte Partnerschaft besteht nicht aus Sexappeal oder ausgefallenen Praktiken im Bett. Einer wahren Liebe liegen Werte zu Grunde, die deiner Beziehung langfristig Stabilität geben können. Diese vier Elemente sind: liebende Güte, Mitgefühl, Freude und Gleichmut: maitrikarunamudita und upeksha. Wenn du diese vier Aspekte kultivierst, wird deine Liebe etwas sehr Heilsames bekommen und gleichzeitig auch transformierend wirken. Solange sich eine Beziehung nur um die Erfüllung äußerlicher Wünsche dreht, hat sie keine glückliche Zukunft. Eine wahre Liebe schenkt deiner Beziehung Tiefe und Vertrauen. Sie hilft dir, jeden Streit zu heilen und Krisen zu überstehen. 

Eine Liebesbeziehung zu führen, die auf diesen Werten basiert, ist möglich. Natürlich braucht es etwas Übung. Und anfangs wird es nicht ganz einfach sein, wenn du so richtig sauer bist, Mitgefühl und Freude zu entwickeln. Aber mit ein bisschen Geduld wirst du es schaffen. Es geht auch nicht darum, dass du deine Gefühle unterdrückst oder ausblendest. Aber diese vier Elemente wahrer Liebe helfen dir dabei, dich nicht mehr länger als Opfer zu fühlen, dich nicht in Eifersucht zu verlieren oder nachtragend zu sein. Möge ich frei von Anhaftung und Ablehnung sein, nicht jedoch gleichgültig. Thich Nhat Hanh

Engel Enkelin & Opa AleX

Liebende Güte – maitri

Liebende Güte ist das erste Element wahrer Liebe. Das Wesen liebender Güte ist es, Glück zu schenken. Du kannst für einen anderen Menschen ein Sonnenschein sein. Allerdings bist du das nur, wenn du mit dir selbst gut klarkommst und zufrieden bist. Schaff dir deshalb ein Zuhause in dir selbst. Nimm dich an, so wie du bist. Lerne dich selbst zu lieben. Mach dir bewusst, dass du selbst ein wunderbarer Mensch bist. Du bist einzigartig und liebenswert, so wie du bist! Lerne, durch Achtsamkeit stärkende Momente der Freude und des Glücks zu erfahren. Je glücklicher du mit dir selbst bist, desto weniger brauchst du einen anderen Menschen, und desto mehr kannst du einem anderen dann aus dir selbst und freiwillig schenken. 

Mitgefühl – karuna

Das zweite Element wahrer Liebe ist Mitgefühl. Es ist nicht zu verwechseln mit Mitleid. Mitgefühl bezeichnet unsere Fähigkeit, das eigene Leiden und das eines anderen Menschen zu verstehen. Wenn du dein eigenes Leid aus tiefstem Herzen verstehst, wirst du auch dem anderen helfen können, sein Unglück zu verstehen und zu verwandeln. Eine solche Haltung hat etwas sehr Befreiendes, weil es deinen eigenen Schmerz und den des anderen Menschen verwandelt.

Freude – mudita

Das dritte Element wahrer Liebe ist die Fähigkeit, Freude zu schenken. Wenn du weißt, wie du Freude erwecken kannst, stärkt das dich und die andere Person. Mit deiner Präsenz wirst du andere Menschen erfreuen und erstrahlen sowie wie frische Luft oder Frühlingsblumen oder ein strahlend blauer Himmel.

Gleichmut – upeksha

Das vierte Element wahrer Liebe ist Gleichmut und schließt alles mit ein. In einer tiefen Beziehung gibt es keine Grenze mehr zwischen dir und dem anderen Menschen. Du bist er/sie, und er/sie ist du. Sein/Ihr Leiden ist dein Leiden – und umgekehrt. Wenn du dein eigenes Leiden verstehst, wird dies auch dem geliebten Menschen helfen, weniger zu leiden. Mit einer solchen Haltung sind Leiden und Glück nicht länger individuelle Angelegenheiten: Was deinem Lieblingsmenschen geschieht, geschieht dir. Was dir geschieht, geschieht ihm.

Die folgende Meditation kann dich darin unterstützen, die vier Elemente einer wahren Liebe zu entwickeln. Es ist wie beim Sport oder Yoga: Je häufiger du sie übst, desto besser wirst du. Probier es doch gleich aus und mach diese Meditation mal über einen längeren Zeitraum täglich. 

Liebesmeditation

Möge ich friedvoll, glücklich und unbeschwert in Körper und Geist sein.
Möge ich sicher und frei von Verletzung sein.
Möge ich frei von Wut, Kummer, Angst und Furcht sein.
Möge ich lernen, mich mit Verständnis und Liebe zu betrachten.
Möge ich in der Lage sein, in mir die Samen der Freude und des Glücks zu berühren.
Möge ich lernen, die Ursachen von Wut, Begierde und Verirrung in mir zu erkennen.
Möge ich wissen, wie ich die Samen der Freude täglich in mir nähren kann.
Möge ich in der Lage sein, auf frische, gefestigte, freie Weise zu leben.
Möge ich frei von Anhaftung und Ablehnung sein, nicht jedoch gleichgültig.

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There is nothing love cannot face; there is no limit to its faith, its hope, and its endurance.
ST. PAUL

#108 „Das Reich der Fülle findet sich in einem leeren Fass ohne Mangel und ohne Boden“

Wir leben in einer Welt und Gesellschaft, in der es noch nie eine grössere Anzahl von Menschen in absoluter Armut, katastrophaler Wasser- und Hungersnot gab als dies heute, im Jahre 2021, sehr weit nach Christus, der Fall ist. Zugleich leben wir in den westlichen und den sogenannten industriellen Staaten, Ländern und Kontinenten in einer der reichsten Gesellschaften die es je gab. Überfüllt, übervoll und vollkommen übersättigt und satt mit viel zuviel von allem, dass wir tagtäglich, inzwischen in einer Art sehr fragwürdigem Selbstverständnis, Zig Tonnen dieses Überflusses wegzuwerfen bereit sind. Ebenso zur selben Zeit, also zeit – gleich, hat noch nie zuvor ein grösseres Mangelbewusstsein in den Gesellschaften der selben Staaten geherrscht als heute.

….sehr weit nach Christus

Ein Paradoxon? Nein, ganz und gar nicht: Jene , vergleichsweise wenigen, die sowohl vom Mangelbewusstsein, als auch vom Hunger und der Not der meisten Menschen mit unglaublich masslosen, unmenschlichen Profiten und Renditen profitieren, sind die selben, deren Geschäftsmodell zum einen der Profit um jeden Preis, und zum anderen der grossteils künstlich immer wieder zu erzeugende Mangel ist. Ja, es sind genau jene vergleichsweise sehr wenigen, die daran skrupel- und verantwortungslos die grössten Profite der Menschheit , die je gemacht worden sind, für sich und ihre Konzerne, Industrien und shareholders an den diversen Börsen verbuchen und damit tagtäglich mutwillig unser aller Lebensgrundlagen unaufhaltsam mehr, und mehr zerstören bis für immer vernichten. „Wir zerstören, was wir nicht verstehen“ sagt Fabian Scheidler sehr treffend in seinem aktuellen Buch „Der Stoff aus dem wir sind“, welches ich jeder und jedem aufgeweckten Zeitgenossen nur immer wieder ans Herz legen möchte.

„wir zerstören was wir nicht verstehen“

Man ist hartnäckig bemüht, dieses zu grossen Teilen künstlich erzeugte Mangelbewusstsein mit allen Mitteln der Bedarfserzeugung und unter allen Umständen aufrecht zu erhalten, auch wenn es auf der anderen Seite immer mehr Menschen in unfassbare Armut und grösste Nöte bis in den Tod stürzt und andere wiederum auf sehr hohem Niveau jammern lässt, in einem Gefühl, nie genug zu haben und nie genug zu sein. Auch wenn das bedeutet, dass immer mehr Arten tagtäglich ein für alle mal ausgerottet und ihres natürlichen Lebensraumes beraubt werden und man den Planeten Erde, auf dem wir in Wahrheit nur zu Gast sein dürfen, scham- und verantwortungslos bis zum geht nicht mehr ausbeutet. Also wenn es uns hierzulande und in den Industrienationen an etwas mangelt, wenn etwas hinten und vorne fehlt, dann ist es eines: Demut.

Demut

Das Gefängnis, zugleich das bittersüsse Gift des Mangels mitten im Überfluss ist meistens ein mittels Werbe- und Marketingmilliarden künstlich erzeugter Käfig, dessen Tor nach Innen, in das jeweilige Innenleben, Empfinden und vor allem Bewusstsein eines jeden Menschen rein theoretisch zwar permanent offen steht, aber dessen riesengrosse, grelle Werbe- und Marketing Fenster uns im Aussen gefangen halten und uns einerseits ständig eine als Leben verkleidete Illusion eines optimalen, optimierten, von Wettbewerb und Effizienzdenken getriebenes Daseins in einer Art Schlaraffenland vorgaukelt, wo man jederzeit und immer alles sofort haben kann und man uns andererseits permanent das Gefühl vermittelt, dass wir einfach nicht gut, schön, reich, smart, schlank, erfolgreich, schlau, ein – und ausgebildet, glücklich, satt und selbst optimiert genug sind wie wir nun mal sind.

Mangel in der Fülle

Wer in einem ständigen Bewusstsein des Mangels lebt, also die meisten von uns, kann nie genug bekommen = wir brauchen das Leben als Erfüller unserer eigenen und vor allem fremder Erwartungen und dieser künstlich erzeugten Bedürfnisse. Also leben wir in einem permanenten Bewusstsein, dass gerade immer zuwenig von allem da ist und das nächst bessere erst kommt. Dann. Nein. Nicht Jetzt. Dann. Denn „hier“ und „jetzt“ darf auf gar keinen Fall auf auch nur irgendeine Weise zufriedenstellend sein.

Zugleich ist Mensch im Begriff sich über alles und jedes, einschliesslich sich selbst zu erhöhen, im Glauben alles kontrollieren zu können, zu müssen, zu dürfen, alles verstanden und bewiesen zu haben, jede Ursache und Wirkung erforscht und bewiesen zu haben. Nur dass dem schlicht und einfach nicht so ist. „Little did they know“ hätte mein leider viel zu früh von uns gegangener Freund Delmar Brown gesagt.

„little did they know“

Zu allem Überfluss hat die westliche Wohlstandsverwahrlosung und ihre von dieser Mangelerzeugung profitierenden Protagonisten auch noch all die Konzepte, Kurse, Coachings für dies und gegen das, Optimierunswahnsinn, Programme und Heilversprechen erfunden, um die permanente Bobo Sucht, sich über Probleme, Ungerechtigkeiten und Verschränkungen, im schier unendlichen Labyrinth der Psyche in erster Linie permanent mit sich selbst beschäftigen zu dürfen, im selbstverliebten Austausch gegen zumeist üppige Honorare zu befriedigen.

Guter Rat muss nicht teuer sein, und teurer Rat ist auch nicht immer gut. Da rennen wir nun voll gestresst, rast und ruhelos rum, als wären wir nichts anderes als ein Container von Konzepten. Die Sucht nach der permanenten Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und Biographie, den damit einhergehenden Gedanken und Gefühlen, meist weit aus der Vergangenheit mühsam immer weder hin- und herzitiert, xmal überlegt, interpretiert, umgestochen, be- und wieder ausgegraben, analysiert und evaluiert, nur weil man nicht sich anscheinend, bloss das nicht, im Jetzt zu sein getraut. Klingt irgendwie sehr hoffnungslos.

teuer Rat muss nicht gut sein…..

Ausser man ist irgendwann gewillt, einmal richtig leer zu werden, komplett leer zu sein, sich vollkommen leer zu machen, leer von Bedarf, Hunger nach allem Möglichen und Unmöglichen, leer von der eigenen Geschichte, der eigenen Persönlichkeit, leer von Glaubenssätzen, Vorwürfen und Verurteilungen, leer von Bedürfnissen und Befindlichkeiten, der rastlosen, mühsamen, anstrengenden, stressvollen Suche und Hetze nach möglichst viel Geld, Liebe, Erfolg, Fitness, Schönheit, damit das Leben überhaupt einmal eine Chance bekommen darf, mich und sich zu „erfüllen“. Wenn man ständig übersättigt, satt und voller Erwartungen und Befindlichkeiten ist, wo soll denn da Platz für Er – Füllung sein???? Und Ja, das kann natürlich, leider, leider, wenn, dann auch nur im Hier und Jetzt geschehen. Dort, wo die meisten von uns kaum bis nie gelernt haben, zu Sein, wo aber der einzige Ort der Fülle und der Fluss des Lebens ist, das Leben in seiner Wahrhaftigkeit und Tatsächlichkeit immer und ewig stattfindet. Wenn man tatsächlich glaubt, dass nie genug da ist, dann kann man sich auch praktisch nie in Frieden und in aller Ruhe je mit dem Geschenk des Lebens auf Augen- und Seelenhöhe zusammensetzen und treffen.

Er – Füllung

Darum geht es eigentlich ursprünglich ja auch in der Fastenzeit, um das leer machen, um bewussten Verzicht, um innere Reinigung, das bewusste Stoppen eines Überflusses damit sich wieder erfüllen darf was sich erfüllen will und kann.

Wer irgendwann verstanden hat, zugleich in einem Bewusstsein der Leere und der ihr auf Schritt und Tritt folgenden Fülle zu leben, der oder dem wird in Wahrheit kaum bis nichts wahrhaftig Essentielles fehlen, weil man weiss, erkannt, gelernt hat und sich dessen in vollem Vertrauen auf die Geschenke des Lebens bewusst ist, dass man vollkommen genug ist wie man ist, und dass man auch nichts braucht, um einfach einmal entspannt „Sein“ zu dürfen. So erfährt man das Leben als ein einzigartiges, wundervolles Geschenk voller Wunder im Hier und Jetzt, die man aber erst wirklich wahrzunehmen in der Lage ist, wenn man sich nicht mehr in einer ständigen Hetzte nach dem nächst Besseren befinden muss. Weil das Beste doch genügt, schon da „ist“ und schon immer, wenn auch unbemerkt, da war.. Das beste Leben , welches wir haben, welches uns hat und welches wir je hatten. Eines der wundervollsten Tools dorthin, oder hierher, in das Hier und Jetzt, ist die Dankbarkeit, das am besten tägliche sich Bewusst machen und bewusst werden dessen, was „ist“.

wundervoll, ein Geschenk voller Wunder

Liebe Lunge, danke – dass du mich in und durch dieses wundervolle Leben atmest, und Dir, liebstes Herz, danke – dass du mich durch dieses spannende, aufregende, herausfordernde und liebevolle Leben schlägst.

….. im Flow, im Fluss

Frohe Ostern und ein paar ruhige, besinnliche und friedvolle Tage wünsche ich uns allen, Euer AleX