#161 was ist da los? „das“ ist los, wenn ihr es genau wissen wollt

Ja ja, ich weiss: Ich dachte, ich hätte wirklich längst schon alles gesagt, was ich so grundsätzlich zu sagen hätte. Aber dem ist nun offensichtlich doch nicht so. So ist das eben mit dem „Denken“ und so ist das auch mit dem „Leben“. Es ist wie es ist. Vor allem mit dem Leben als Künstlerin und Künstler in diesen ungewissen Zeiten, in einer sogenannten Kulturnation, in diesen Tagen des Umbruchs. Dieser kann an jeder Strassenecke bereits an seinem herben Duft der Veränderung ganz klar und mehr als deutlich wahr genommen werden. Oder sagen wir in diesem Fall doch besser: könnte wahrgenommen werden.

der Duft der Veränderung

Obwohl der Konjunktiv mit Sicherheit nicht unser Freund ist , sage ich dieses mal dennoch ganz bewusst „könnte“, weil ich mich in diesen Tagen in einer Stadt wie Wien, immer öfter einer rasant wachsenden Vielzahl mir immer unbewusster scheinender Menschen mehr oder weniger rat- und hilflos gegenübersehe. Manche von Ihnen vollkommen von ihrem Aussen als auch ihrem Innen hermetisch abgeriegelt, von ihrer Lebendigkeit vollkommen getrennt. Leicht zu erkennen am oft starren, leeren, abwesenden Blick, entweder bestöpselt auf die smarten Handies oder ins Leere starrend, vom sie gänzlich vereinnahmenden und scheinbar alles und jede Faser ihres Daseins umhüllenden, neongrellen, flauen Flachbildschirn eines Nichts und Nirgendwo geschluckt, verschlungen und teils vollkommen verloren.

Masken, Blicke, stumme, angstvolle, schreiende, verwirrte, verirrte, verängstigte, im Selbstgespräch, oder im Gespräch mit ihren Liebsten, wer weiss das schon, taub, nicht da, weg, weit weg, auf die Zehen steigen, anrempeln, fluchen geht immer. Eine für mich täglich zunehmend schwerere Übung, all das Wahrgenommene nicht zu verurteilen, irgendwie so davon unberührt wie möglich damit umzugehen, und nicht permanent „meine Güte“ unter meiner Maske hervorzuschnauben.

Familien Aus – Flug

Die Konzert Lotterie ist, wie schon viel zu lange, nach wie vor und immer noch in vollem Gange. Finden sie statt? dürfen sie stattfinden? dürfen sie weiterhin stattfinden? werden sie „so“ stattfinden? mit welchen Konzepten? müssen wir alle geimpft sein, was die meisten Musiker ohnedies schon lange sind? unter welchen Umständen können sie stattfinden? mit welchen Auflagen? vage Zusagen und Hoffnungsschimmer, harte Bandagen und Absagen – alles ist möglich. Alles andere als klare Rahmenbedingungen oder Situationen aus einer scheinbar längst vergessenen Realität und vergangenen Zeiten.

die Konzert Lotterie

Ich habe mich in den letzten 20 Monaten noch nie um derartig viele, gefühlte 500, tatsächlich wahrscheinlich wohl eher 100 verschiedene, vielfältigste Jobs rund um Musik, Professuren, Lehraufträge, Gastprofessuren, Abteilungs- und Schulleiterpositionen, an Universitäten, Konservatorien, Musikschulen im In- und Ausland, von Mannheim über Basel bis nach Salzburg, Nürnberg und München beworben bis hin zu Eventmanagement, Kulturvermittlungs- und Promotionjobs in Museen und ähnlichen Institutionen. Nichts. Lauter Absagen. Nicht eine einzige Enladung zu einem Vorstellungsgespräch. Nada. Das Leben hat wohl anderes mit mir vor…..

Gut. Ich bin ja schliesslich schon 62. Und fit wie nie zuvor in diesem meinem geliebten, spannenden Leben. Ist man da wirklich nicht mehr systemrelevant? Entsorgen wir tatsächlich vollkommen sorg- und verantwortugslos mit den Oldies ihre sämtlichen Skills, ihr Wissen, hre Erfahrung und auch ihre Weisheit, die mit einem gewissen Alter ja einhergehen sollen wie wir bei unseren Kindern in den Schulen als erstes ihre angeborene Neugier und Lernfreude zu killen imstande sind? Potentialvernichtung on every level – zugunsten wovon eigentlich?

altes Eisen, junger Quälgeist

Besonders wo es doch um Bildung, nicht Aus-, Ein- oder Umbildung meine ich, sondern um die Weitergabe von Skills, von Know How, von Erfahrungen, um das Sichtbarmachen von Zusammenhängen, um Begeisterung und Enthusiasmus, um das Öffnen von Scheunentüren in das grenzenlose Umiversum der Kreativität, um Spielfreude, der Freude am Spiel, um das wesentliche Nehmen und Auflösen einer sinnlosen und jeden kreativen Fluss störenden Angst vor dem Fehlermachen und einem bisschen Weisheit gehen könnte??? Interessiert das wirklich Niemanden? ist das wirklich niemandes Anliegen? Zumindest niemanden der aktuellen Entscheidunsträger im derzeit nach wie vor alles beherrschenden Bildungssystem.

Unter den Jungen, Alten, ganz Jungen und ur Alten, den Neugierigen und neugierig Gebliebenen, den wirklich Interessierten, Neuem oder anderem, bis dato Unbekanntem gegenüber Offenen gibt es einen unglaublich riesigen Bedarf, genau danach. Nach geschützten Räumen, um ohne Ängste, jenseits von Bewertungen und Beurteilungen mit Freude und Entdeckergeist ausprobieren, zu erkunden, etwas üben, etwas mit Freude lernen, erlernen, kennen lernen zu dürfen, an neuen und neuartigen Zugängen, Herangehensweisen off the main path, nach neuen, weil bislang unentdeckten, riesigen Fenstern und Türen in innere und äussere Erlebniswelten – Gigantisch.

Erlebniswelten

Nur: was mache aber ich jetzt mit meinen eigenen inneren und äusseren Erlebniswelten in dieser merkwürdigen Zeit, in meinem konkreten Fall, der sich in vielen Punkten sicher nicht so sehr von anderen Realitäten meiner Künstler Kolleginnen und Kollegen unterscheiden wird? Die Bank will ihre Raten und droht mit Kontoauflösung, die Hausverwaltung pocht auf ihre Mieten, der Energieversorger will seine Kohle für Gas und Strom, die Telefon- und Internetanbieter ihre monatlichen Abrechnungen beglichen haben, die SVS, die Hochprämien Zwangsversicherung für Selbstständige und EPUs will ihre stolzen vielteljährlichen Beiträge, der Steuer´verräter will seine Rechnung beglichen haben. Ebenso die Haushaltsversicherung. Und, und, und….

der Härtefall Fonds

Auch nicht mit einem Härtefall Fonds oder anderen etwaigen in Frage kommenden Unterstützungen kommt man da noch sehr viel weiter. Zumindest vor einigen Monaten konnte man sich noch vorstellen, wie sich das mit einem bedingungslosen Grundeinkommen überhaupt so anfühlen könnte. Ein schon lange bestehendes Konzept für arrivierte und wahrhaftige Künstler in Frankreich etwa, und ja, man glaubt es kaum, auch in Kroatien. Da gbt es tatsächlich so etwas wie eine Grundversorgung für Künstlerinnen und Künstler. Da geht einem die Würde als Künstlerin und Künstler nicht ganz so schnell, im Idealfall nie verloren, wie das hier bei uns sehr wohl sehr leicht passieren kann. In unserer mit stolzer Brust und dem Verweis auf den Mozart Wolfi und den Hölzl Hansi behaupteten „Kulturnation“ Österreich. Da gehen die Hilfsprogramme und Beträge rasant zurück, obwohl die Pandemie und die damit zusammenhängenden Bestimungen nach wie vor eine Realität sind. Unterstützungen laufen hierzulande trotzdem aus und ein Ende dieses Privilegs, einmal die Basics finanziert zu bekommen ist leider auch schon lange wieder in Sicht.

dss Wasser bis zum Hals

Stattdessen wirft man hier mit neudeutschen, merkwürdigen und grauslichen Begriffs- wie Untergriffskreationen wie wild um sich: „Kulturschaffende“, „Musikschaffende“, „Kunstschaffende“ und, letztens bei Kultur am Montag im ORF vernommen: „Kulturarbeiterinnen“. Zugleich spricht man von der „Kulturbranche“, also einem wohl profitablen Erwerbszweig für die Kulturarbeiterinnen, wie die „Toursimusbranche“ oder so. Nur – ganz ehrlich: wer fühlt sich angesprochen, wenn jemand sagt: Liebe Kultur- Und Kunstschaffende, Liebe Kulturarbeiterinnen? Manager? Promoter? Verlage? Plattenlabels? Festival Intendanten? Ausstellungs Kuratorinnen? Kulturgemeinderäte? KulturMarketing und Promotion Personal? Buchverkäufer? Antiquitätenhädler? Christus Schnitzer? Bauchredner? Kinobetreiber? Der Putztrupp im Musikverein oder im Konzerthaus? der Portier an der Musikuni? gut möglich – ich mich allerdings sicher nicht. Denn ich bin, wie meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen auch: Künstler.

was das soll

Was tun also? unbedingt etwas das a) Sinn und b) Freude macht. „Kochen“, war meine glorreiche Idee. Kann ich sehr gut, liebe ich seit ich denken kann. Und so fragte ich bei einem meiner Lieblings Bioläden, ob man nicht einen so tollen und coolen Koch wie mich brauchen könnte. Leider Nein, hiess es. aber sie suchen jemanden in Teilzeit für ihre Gemüseabteilung, von 7 in der Früh bis Mittags, täglich, von Montag bis Freitag, ausser Donnerstag. Und genau das mache ich jetzt, inzwischen seit Wochen. Dort könnt ihr mich vormittags finden, Gemüse- und Obstkisten schleppend, die herrliche Bio Ware im wunderschönen Laden präsentierend. Mit Freude und sehr, sehr dankbar. Eine Ode an meine Würde als Mensch. Nicht als Künstler.

Dankbarkeit und Freude

Allein der Duft von frischen Äpfeln und Birnen jeden Morgen, wenn ich mein Rad ins Lager stelle, makes my day, der ich als Kind ja auf einem riesen Bauernhof aufwachsen durfte. Farben, Gerüche, Düfte, Kräuter, Erde, Wasser, Salat, Schnecken. Und ich darf soviel lernen, von allem was mich sowieso wahnsinnig interessiert: welch abenteuerliche und ungeheuerliche Gemüseproduzenten und Bauerngeschichten es gibt, Aussteiger, Quereinsteiger – und all das eingebettet in einem wunderbaren Team, ohne Hierarchien, in respektvollem und wertschätzendem Umgang miteinander, weil eben jede und jeder gleich wichtig ist. In Wahrheit – ein Traum.

ein Traum

Ich fühle mich nicht als Opfer, nein. Ganz im Gegenteil. als Gestalter meines wundervollen Lebens in Zeiten der radikalen Umbrüche, längst fälligen und langfristigen Veränderungen, in vollem Frieden mit meiner kreativen Seele und in grosser Freude darüber, über diesen meinen sicher ungewöhnlichen Weg etwas wirklich sinn- und freudvolles auf dem Weg zum Bezahlen meiner Rechnungen auf Augenhöhe mit meiner Würde und meinen Mitmenschen auf die Reihe gebracht zu haben. Ganz abgesehen von dem einen oder anderen rettenden Engel an meiner Seite, die es Gott sei Dank auch gibt, die ich nicht vergessen will , denn ohne zusätzliche Hilfe geht es manchmal wirklich nicht. Danke, ihr Lieben – ihr wisst wer ihr seid. Andere Künstler Kolleginnen von uns abeiten derzeit in der Gastronomie, am Bau oder in der Buchhaltung beim Steuerberater, fahren Taxi, in Küchen, sind im Catering Business tätig oder wurden gerade zum Lokführer ausgebildet. Viele Künstlerinnen und Künstler kommen gerade wirklich heftig unter die Räder.

Taxi in NYC – Yellow Cabs

Da fällt mir noch eine ebenso bizarre wie wundervolle Geschichte aus meiner Zeit in NYC ein: als ich einmal spät Nachts ein Taxi angehalten hatte, mit meinen Trommeln neben mir am Gehsteig, um von einem Konzert mit dem „Zebra Coast Orchetsra“ mit Gil Goldstein und einigen der besten Musiker des Big Apple damals , bei dem ich, schon damals so absurd wie heute, gerade mal genug für ein Coca Cola und meine Taxifahrten verdient hatte, um vom Sweet Basil im Westvillage zu mir an die Lower East Side nach Hause zu fahren, half mir der sichtlich schon etwas ältere, aber ur nette Fahrer beim Einladen mit meinen paar Trommeln. Als wir beide wieder im Yellow Cab Richtung Avenue C unterwegs waren, wurde mir mit einem Sclag bewusst, wer der Fahrer dieses Taxis war: Paul Motian, einer der genialsten Jazzdrummer ever. Wir hatten ein herzliches, tiefes und würdevolles Gespräch auf Augen- und Seelenhöhe und eine in Wahrheit viel zu kurze, wundervolle gemeinsame Fahrt home.

P.S.: Ab diesem November 2021 gibt es bei uns im St. Josef Naturladen jeden Dienstg am späteren Nachmitteg unsere „Corona Jams“ mit richtig leckeren Snacks, heissen Drinks und echter Live! Musik. EAT – PLAY – LOVE cYa there! euer AleX

Corona Jams

#160 ich bin * i am

Jetzt ist es Zeit. Jetzt ist es soweit – so gut. Jetzt hat sich’s mal ausgeblogt für eine lange Weile. Mit inzwischen unfassbaren #159 Beiträgen habe ich mich konstant und immer wieder, bis hier her und nicht weiter für ein paar Tage dieses Lebens dokumentiert, beleuchtet, erwogen, betrachtet, hinterfragt, gewurschtelt, realisiert, kreiert, philosophiert, eingemischt und durchgehantelt. Mit manchmal mehr und manchmal weniger treuen Fährten Lesern, einsamen Fahr Gästen, stillen Weg Gefährten, red seligen Bei Fahrerinnen, unbemerkten Mit Läufern, stummen Wegelagerern, steten Begleiterinnen, lästigen Zecken, schlimmen Bengeln, frechen Spatzen und freien Geistern.

ausgeblogt

Es scheint so, als würde dieser jetzige Punkt, dieser Augen Blick auf der imaginären Achse der Zeit ein wundervoller und wertvoller Wendepunkt für eine Veränderung voller Wunder und Werte weit jenseits der Vorstellungskraft eines hellwachen Geistes sich befinden. In vollem Vertrauen, ohne 1% Zweifel in , und ein glasklares Bewusstsein für all das, was der Strom des Lebens ständig mit sich bringt, uns offenbart, für uns ent – deckt, uns schenkt und wohin wir uns steuern und lenken zu lassen bereit sind, wenn wir es nur schaffen sollten, oder könnten, den Gefängnissen unserer Egos, unserer oft Jahrhunderte bis Jahrtausende alten Konditionierungen, verschiedenste Ängste, unnötige Sorgen, sinnlose Zweifel und persönliche Befindlichkeiten, unseren inneren Richtern und sonstigen gewaltigen Instanzen wie Schuld, Sorge, Befürchtungen, Wut, Trotz und der permanenten Angst, Fehler zu machen und ihrer missmutigen Zwillingsschwester, der Perfektion, zu entkommen.

Uns nicht bedingungs- und scheinbar willenlos unserem Denken und unserem Verstand auszuliefern und zu unterwerfen, unter der madigen und der von unseren Marotten zerfressenen Flagge unserer Sturheit, die sich oft sehr geschickt als „der mir eigene, von mir besessene Wille“ oder als die eigene Meinung zu tarnen weiss..

ohne 1% Zweifel

Hingabe an die unzähligen Einladungen und oft einzigartigen Chancen, die weit offenen Tore und Fenster, an die goldenen Potentiale unserer innersten Träume. Dankbarkeit für ein Herz, welches uns wacker durch unser Leben schlägt und für all die Talente und Geschenke, die uns, wenn auch sehr oft unbewusst oder manchmal sehr gut versteckt, zu Teil geworden sind. Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Klarheit über unsere Absichten. Achtsamkeit. Musik. Kunst. Atmen. Natur. Stille. Lebendigkeit. Singen. Kinder. Eltern. Tanzen. Spielen. Würde. Tiere. Pflanzen. Lachen. Kreativität. Staunen. Wertschätzung. Lauschen. Weinen. Gnade. Jugend. Alter. Heilung. Helfende, beschützende, uns leitende und an der Hand nehmende Helferleins, gute Geister – ich nenne sie „Engel“, die sofort auftauchen, zur Stelle sind und uns zur Seite stehen, sobald wir es wagen, unsere ersten Schritte zu machen, aber sie waren nie gesehen bevor wir loszugehen bereit sind. Ganz zuerst müssen wir schon zum Aufbruch bereit sein, auch wenn wir nicht zu wissen glauben oder müssen, wohin die jeweilige Reise ins Ungewisse eigentlich geht.

In Echt geht es schlicht und einfach nur um eine offene, innere Bereitschaft sich dem Leben ohne wenn und aber hinzugeben, denn man muss in Wahrheit nie weit gehen, sondern sich eigentlich nur bewusst werden dürfen, dass man selbst und damit alles erträumte schon immer da war und ist. Nur es zu erkennen sind wir oft nicht in der Lage, nicht bereit, nicht offen oder frei, befreit genug.

wir müssen nur tatsächlich vollen Herzens zum Aufbruch bereit sein

Wenn man allerdings nach den rettenden Engeln, den guten Geistern und Helferleins, Ausschau hält, damit sie einen zur Sicherheit gleich an der Hand nehmen mögen, bevor man loszulegen bereit ist, oder aus Angst, die Kontrolle über den eigenen Stillstand und oft auch das eigene Leid zu verlieren, die oft mühsam selbst gebastelten und schwer verteidigten und bewachten Komfortzonen, die oft alles andere als komfortabel sind, nur ja nicht aufgeben oder verlassen zu müssen, oder besser: zu dürfen, um schlussendlich wieder frohen Mutes in das Leben auf die innere Reise zu unserer eigentlichen Essenz, zu unserer Bestimmung, zu unserem Selbst, losgehen und eintauchen zu können, wartet allerdings ewig und vergebens. Das „damit ja nichts passiert“ manifestiert sich nämlich in einem eben solchen. JA! Dann passiert tatsächlich, wirklich, genau gar nichts. Nada. Schicht..

Nada

Uns zu erlauben, nicht mehr in Angst, Panik oder Stillstand glauben verharren zu müssen, den inneren Richtern und ewigen besser Wissern einfach mal das ständig plappernde Maul verbieten, unseren Ängsten, die jede und jeder hat, furchtlos begegnen zu üben, und mit unseren Träumen und dem uns inne wohnenden Potentialen auf Tuchfühlung zu gehen, sie anzunehmen und zu akzeptieren, lässt uns im Nu sofort wieder ganz leicht in den Flow, in den Fluss und Strom des Lebens gleiten. Ganz einfach, leicht und easy. Dass alles schwer, mühsam, hart erarbeitet werden muss ist nichts anderes als ein oft hartnäckiges Gerücht der Diktatur unserer Konditionierungen und vor allem, unseres Verstandes.

Also ein bisschen mutig sollte man sich schon sein trauen. Hilfsbereitschaft. Empathie. Schaffenskraft. Ein volles und erfülltes Leben halt, welches unsere innere Weite und Stille zu füllen weiss, erfüllen darf und kann. Aber leider nur solange wir uns nicht permanent zumüllen, vollquatschen, dauerberieseln, ablenken, vollstopfen und mit unnötigem, teils hochgiftigem Konsumramsch aller Art in eine bedrohliche und alles, ausser die Wirtschaft, lähmende Ohnmacht und konsumsüchtige, enge Sackgasse mästen und verführen lassen.

Stille

Jetzt fahre ich doch tatsächlich fast jeden Tag nach wie vor mit meinem geliebten Freiheitsrad in aller Früh raus aus der Stadt an die Donau, in die Pampa und schon wieder in einen neuen Sonnenaufgang, während ein Grossteil der Menschen ja damit voll beschäftigt worden ist, die Wirtschaft zu retten, obwohl viele von denen, so wie ich gerade auch, trotzdem kaum ihre Mieten, Strom und Sozialversicherungen bezahlen können. Wie kann das sein?? Wie soll das so denn weitergehen können?? Mein „schlechtes Gewissen“ macht allerdings keine Anstalten auch nur eine einzige, müde Augenbraue zu heben.

mit meinem geliebten Freiheitsrad in aller Früh raus in die Pampa

Aber Hauptsache ein Burger beim Mackie, ein Kaffeetschi beim Aufbäcker, oder ein Guten Morgen Krügerl oder Achterl beim Wirtn nebenan geht noch immer, oder? Nein, danke, nicht für mich. Ich bin mit meinem Kaffee, einem Semmerl oder Kipferl mit etwas Butter und Marmelade beim Standl von Ludwig Ehrenstrasser in Kritzendorf, auf dem zumeist halben Weg meiner morgendlichen Expedition, voll ok und überglücklich.

Krido Frühstück macht glücklich

Mann wird einfach nicht besser indem man andere immer runter-, schlechter- oder fertig macht. Man wird auch keine Spur intelligenter, wenn man tatsächlich glaubt, permanent darauf verweisen zu müssen, dass immer die anderen die Dummen, die Unwissenden oder die Dümmeren seien. Man wird auch weder entspannter noch perfekter, wenn man glaubt, das Gegenüber immer auf seine Fehler aufmerksam machen zu müssen. Man wird auch nicht glücklicher, wenn man permanent rummotschkert oder rumnörgelt. Man wird auch nicht schöner, wenn man immer wieder freizügig Hässlichkeiten verteilt. Man fühlt sich auch nicht freier, auch nicht freier von welcher Schuld auch immer, wenn man glaubt, immer über andere urteilen zu müssen. Man wird auch sicher nicht wertvoller, wenn man den starken Drang in sich verspürt, alles und jeden be- oder entwerten zu müssen.

Es kann nichts werden, was nicht schon ist oder schon immer war. Die Zeit, eine hartnäckige Illusion. Das Leben, ein wahrer Traum und ein einziges Wunder. Danke. Ich lebe so verdammt gerne. Und ich liebe mein Leben, und mein Leben liebt mich. Irre. Echt jetzt.

ich liebe mein Leben, und mein Leben liebt mich

„Never ever dim your own light“ – dimme oder nimm dein Strahlen nie und nimmer zurück, auch nicht einer vermeintlichen, gut gemeinten „Rück Sicht“ auf andere. Oder nur damit andere mit deinem Leuchten und Strahlen besser zurechtkommen mögen, oder damit nur ja nicht befürchtet werden müsste, dass sich so manche oder mancher jetzt zurückgesetzt oder benachteiligt fühlt oder wütend werden könnte, weil sie oder er glaubt, im seelischen Beleuchtungsladen unterausgestattet und womöglich vorsätzlich betrogen worden zu sein. Das, und noch einiges, Unglaublichstes mehr, durfte ich letztes Wochenende bei meinem ersten Familienaufstellungsseminar lernen und verinnerlichen.

Geleitet und begleitet von einer höchst versierten, extrem erfahrenen und mit Sanftmut und äusserster Umsicht gesegneten Mistress of Ceremony, einer verdammt liebenswerten älteren Psychotherapeutin, spirituellen Göttin und Schamanin in Personalunion namens Guni. Ein Traum, die Frau, und auch ihr ebenso liebenswerter wie zumindest ebenso kompetenter Mann Walter. Danke. Ein Hammer war das. Und es arbeitet und hallt nachhaltig.

never dim your own light , Foto © Katzenschlager

Angenommen, ich hätte jetzt Berge von Mut und eine richtig gesunde, tolle Portion von Gedankenlosigkeit. Nehmen wir an, ich könnte mich einmal einfach nur so wahr nehmen, ohne den Drang gleich wieder denken zu müssen oder gedacht zu werden. Einfach präsent, wach, aufmerksam und das Leben, mein Leben, in meinem Körper pulsieren spüren, jetzt. Einfach jetzt gleich. Nicht dann. Jetzt. In dem Körper, in den ich als Gast auf diese Erde genau jetzt, in diese verrückte Zeit der Veränderung von Vielem bis allem geboren werden durfte und die ich mit und durch diesen Körper erfahren und erleben darf.

Einatmen. Ausatmen. In Stille. Die Stille hören, sie durchwaten, sie durchatmen und durch mich schwingen und wandern lassen. Den einen oder anderen Gedanken am Horizont des Himmels meines Bewusstseins wie eine Wolke auftauchen , kommen und auch wieder gehen sehen. Stille. Meine sogenannte Persönlichkeit, meine schwer erarbeitete Biographie, meine ganzen zurechtgebogenen und zurechtgelogenen, hin und her interpretierten und sich permanent verändernden Geschichten, Konzepte, Namen und Formen einfach mal draussen, vor der Tür, stehen und liegen lassen können und dürfen. Und das darf und kann jederzeit jede und jeder. Das ist auch nicht sonderlich schwer. Es ist auch kein mühsamer, langer, beschwerlicher Weg dorthin zu scjhaffen. Jede und Jeder kann das. Einfach mal so. Jetzt. Das geht immer. Weil immer Jetzt ist.

Wer oder was in uns sieht und beobachtet all das denn jetzt? Durch welche Linse vor oder hinter den Augen unserer Wahrnehmung, jenseits all unserer Konditionierungen durch Familie, Geschlecht, Kultur, Zeitgeist und, und, und guckt es denn da, wenn „es“ all das einmal in aller Gelassenheit, Ruhe und Stille beobachtet? Dieses stete Kommen und Gehen wird wohl von etwas beobachtet, was nicht ständig kommen oder gehen muss. Von etwas, das immer und überall, in und ausser uns allen einfach IST.

Das Bewusstsein, das um einige Stockwerke tiefer liegt oder um einige Luftschichten höher fliegt als sich das der immer gerne alles und jedes kontrollieren wollende Verstand je auszudenken in der Lage wäre. Jetzt sind wir in einer Zone des bewussten, hellwachen Wahrnehmens gelandet, weit jenseits von Kontrolle und analytischem, permanentem Gedankendurchfall oder Denkverstopfung, wo wir uns vom Zwang und Drang unseres Egos und Ego minds, einer krassen Sucht, die alles permanent glaubt erklären, benennen, kategorisieren, bewerten, beurteilen, analysieren und verstehen zu müssen. Sich einmal getrost von all dem Ballast und dem oft wirklich unnötigen und genau so oft wenig hilfreichen, zusammengedachten, analytischen Kram verabschieden zu dürfen und JA! das durchaus auch können lernen können. Jetzt gleich. Jetzt. Nicht dann. Weil es eigentlich ganz leicht und überhaupt nicht schwer, aber nie zu spät ist. Damit endlich sein kann und darf, was schon immer war und immer schon ist.

Mein Sohnemann ist jetzt jedenfalls ausgezogen, in sein Leben und in seine Kraft. Wunderbar. Und ich geh‘ jetzt auf jeden Fall mal kochen, im „Feldhasen“ im Sonnwendviertel, gleich hinter dem Hauptbahnhof, arbeite im St. Josef Bioladen, kümmere mich um die Fertigstellung unseres Café Drechsler Jubiläumsalbums und widme mich meinem Herzensprojekt „Räume für Träume“, unserem okösozialen Bildungsprojekt im Burgenland und der gleichnamigen Radiosendung, gehe oft und gerne wieder Schlagzeug üben. Ich schreib auch wieder gerne mal mit Freude den einen oder anderen geilen Song und freue mich über jedes einzelne Konzert an dem ich als Musiker teilhaben darf. Wir hören und sehen uns jedenfalls, hier, in diesem wundervollen Fluss des Lebens voller Wunder. ❤ Alles Liebste, AleX

#159 „last, but not least – offensichtlich nichts dazu gelernt“

Die vollkommen optimierten sowie mega effizienten Ende nie gepimpten Alles und Besser Wisser und Klug Scheisser allerorts wussten es möglicherweise natürlich, wie immer , besser, aber besser gekonnt haben sie es diesmal sicher alle miteinander nicht . Oder doch? Im Sommer wie früher. Ja, das war und ist er, ein Sommer wie früher. In etwa genau so toll wie letztes Jahr, was das Wohl, die allgemeine Verunsicherung und Orientierungslosigkeit der Menschen, der Kinder, der Familien, der Studierenden und Schüler, der Jungen und Alten, der Gesunden und Kranken – der Gemeinschaft, der Allgemeinheit – des einzelnen Individuums betrifft. Eine einzige Gemeinheit, das Ganze. Ein absurdes Dilemma oder knallhartes Kalkül erster Klasse. Man wird sehen.

man wird sehen

Keiner weiss irgendetwas. Alle taten bis vor kurzen ja so, als wär nichts, bis schlussendlich alle wussten, dass da ohne jeden Zweifel sehr wohl noch etwas war: eine „fullblown“ Pandemie nämlich. Und zugleich paradoxerweise, allerorts Impfskeptikerinnen und Skeptíker ohne Ende, die Angst vor der Impfung bei viel zu vielen um ein inzwischen absurdes Vielfaches grösser als die Bereitschaft zur Vorbeugung vor einem weltweit grassierenden, keine Grenzen und Schranken akzeptierenden, sich permanent verändernden und sich täglich neu anpassenden und sich neu erfindenden, mitunter sehr wohl tödlichen Viruses.

Zweifel

Impfverweigerung als Form einer äusserst fragwürdigen, gut möglich vollkommen missverstandenen, unglücklichen bis patscherten Systemkritik, als Protest gegen angeblich diktatorische Regierungen, die sich mitunter sehr wohl oft geschickt bis provokant selbstgefällig als Demokratien zu tarnen vermögen, gegen die Gesellschaft, deren Teil jede und jeder von uns genau so ist, wie auch gegen das „System“, an dem auch jede und jeder seinen Teil trägt. Der Protest „gegen“ etwas verleiht immer genau diesem „Etwas“ erst die notwendige „Grösse“ und „Vehemenz“ um überhaupt als relevant oder bedeutungsvoll wahrgenommen werden zu können. Ein verflixtes Paradoxon per se.

Aber dem Gott Profit sei Dank – die Wirtschaft boomt angeblich wie anno dazumal, auf dem Niveau von 2019, der Handel, die Industrie und die Konzerne schreiben schon längst wieder schwarze Zahlen, dass es der Wildsau graust. Die Reichen werden immer schneller und unverschämter unverschämt reicher und die Armen werden immer rasanter, unglaublich brutal und gnadenlos ärmer. Nur die Gastrobetriebe und Hotellerie, die sogenannte Fremdenverkehrswirtschaft und die Kultur, die hinken wohl noch schwer hinterher.

hinterher hinken

Ich bin Zeit meines Lebens Musiker und konnte die meiste Zeit gut dafür und auch davon leben, auf jeden Fall bis hier und jetzt gut überleben, aber jetzt wird es das allererste mal wirklich richtig gewaltig gruselig eng. Die Buchungen für einen inzwischen vollkommen ungewissen Herbst sind mehr als zögerlich, es traut sich ja kein Veranstalter etwas ins vollkommen Ungewisse riskieren. Der Härtefall Fonds beglückt mich für den ganzen Monat August gerade mal mit 600 Euro , wo ich im Vergleichszeitraum 2019 mehr als das 10fache umsetzen konnte. Von Würde und Wertschätzung im angeblichen Kulturland Österreich seinen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber weit und breit nur sehr leise Töne, kaum Licht und auch keine allzu grosse Spur.

ein Musikerleben

Einen Album Release mussten viele Musikerkolleginnen und Kollegen, auch wir, schon mehrmals Pandemie bedingt verschieben, ebenso ganze Konzerttourneen, Produktionen, Lehraufträge und, und, und. Die kargen Erlöse aus den kaum bis gar nicht stattfindenden Auftritten hinterlassen riesige Krater in den ohnedies oft am Existenzminimum dahin schrammenden Künstlerkonten, die AKM Einnahmen aus Konzerten sind ebenso aufgrund der mangelnden Auftritte so gut wie nicht vorhanden, und das Gagen Niveau rast in einen noch nie zuvor da gewesenen Keller, dass einem wirklich schwindelig werden könnte.

Gagenkeller

Auf der anderen Seite verdient sich manch einer an der Pandemie und auf Grund ihrer damit einhergehenden Notwendigkeiten und Bedürfnisse dumm und dämlich und weiss gar nicht mehr, wohin mit der ganzen Kohle. Die Immobilien- und Baubranche verbucht Rekordumsätze während wir das sogenannte „Pandemie Management“ einem langsam aber sicher vor sich hin sterbenden Schwan namens „Politik“ überlassen, die uns allerdings mehr und mehr überlässt, uns selbst nämlich, die dem einfach nicht gewachsen sein will oder ist, aufgrund oft pandemischer Inkompetenz oder einfach nicht weiss oder, besser gesagt, auf Grund der Zurufe ihrer Klientel, welches allerdings nicht „die Wähler“ sind, überhaupt erst gar nicht ernsthaft wissen will, wie das zumindest ansatzweise gehen könnte.

Bedürfnisse

Irgendetwas rast da ja schon viel zu lange vollkommen aus dem Ruder und in eine vollkommen falsche, ungesunde, Lebensverachtende Richtung auf den digitalen Autobahnen und unter Berufung auf die künstlichen Intelligenzen der Silicon Valley Neo – Neandertaler unserer hoffnungslos verirrten Zeit. Das hat schon lange mit Gemeinwohl, mit Sozial- und Rechtsstaat, hinter dem es sich für manch Verantwortliche doch so vortrefflich und verantwortungslos wegducken lässt, kaum etwas bis absolut gar nichts mehr zu tun. Dagegen kann auch eine weltweite Pandemie noch eine weltweite Klimakatastrophe anscheinend etwas ausrichten.

die hoffnungslos verirrte Zeit

Die meisten stecken mit ihrem Kopf und Verstand hoffnungslos in ihren Handies fest, nur um nicht wahrnehmen zu müssen, wie schlimm es gleich in unmittelbarer Nähe, im Aussen um das Handy rum und in unseren verhärteten, verzagten Herzen eigentlich schon steht, während ein Tsunami, Hurrikan, Starkregen nach dem anderen ganze Metropolen absaufen lässt. Während eine Feuersbrunst nach der anderen im Wettbewerb mit den Rodungen unserer Urwälder, den Lungen unsers nicht unbegrenzt verfügbaren Sauerstoffs uns die Luft langsam aber sicher ausgehen lässt, während man alte Damen hilflos am Geh- oder Bahnsteig der U-Bahn liegen lässt, während irgendwo ein weiterer Stall für 10.000 , mit Antibiotika vollgestopfter Truthühner oder Zuchtschweine inmitten der letzten intakten Naturreservate und inmitten fruchtbarsten Ackerlandes von der EU gefördert zubetoniert wird, während man durch die letzten Gegenden, wo man die Stille bis vor kurzem tatsächlich noch hören konnte, Autostrassen zur Touristischen Erschliessung dieser Stille und Ruheoase rücksichts- und gefühllos durch gebaggert werden, während man mir erzählt, dass man irgendwo mit Hilfe künstlicher Intelligenz Beethovens 10te „fertig“ komponiert hätte, wie immer man da das Wort „fertig“ zu interpretieren gewillt sein mag, und man sich zugleich voller Erstaunen bis Unverständnis wundere, warum die dafür engagierten Musiker das alles andere als toll fänden und die mit Recht verunsicherten Sponsoren dieses äusserst zweifelhaften Unternehmens ebenso, wo der Mehrwert einer solchen Geschichte doch so einfach das sein könnte, dass die ganze Welt mit einem Schlag darüber sprechen würde.

man kann sich nur noch wundern…..

Komposition, Improvisation, Kreativität, die Gnade, etwas zu erschaffen, jemandem zu helfen, jemanden zu heilen sind kein intellektueller, sondern ein spiritueller Akt – etwas, was die künstlichste Intelligenzbestie von allen nie und nimmer auf den Weg wird bringen können. Wahrhaftige MusikerInnen, KünstlerInnen, HandwerkerInnen, GärtnerInnen, ÄrztInnen, Bauern und Heiler wissen das schon immer. Von Geld- und Profit geblendete NeoNeanndertaler aus dem Silicon Valley wissen das natürlich nicht. Wie auch?

K.O. durch KI

#158 „Alter“

Titelbild © Prof. Ing Anton Deutsch, von meinem leider schon verstorbenen Vater, der nicht nur ein leidenschaftlicher Fotograph, sondern auch ein begeisterter Wissenschaftler, Forscher, Agrarbiologe, Erfinder und begeisternder Pädagoge war.

Wenn man sich morgens im Spiegel sieht, und man vergleicht das Spiegelbild möglicherweise mit einem 20, 30 – 40 Jahre alten Foto, kann man die direkten Auswirkungen der Zeit auf seinen Körper sehr leicht erkennen. Man wird ja nicht notgedrungen hässlich, vor allem je weniger man sich mit seinem Äusseren zu identifizieren weiss. Wenn man älter wird vergleicht man sich ja möglicherweise immer weniger mit seinem Äusseren als mit der uns eigenen, inneren Präsenz. Und diese Präsenz, dieses im Hier und Jetzt in sich Ruhen schimmert, strahlt und leuchtet durch jede vergängliche Form und Gestalt , was oft wirklich wunderschön sein kann.

morgens vor dem Spiegel…..

Es besteht allerdings ein grosser Unterschied zu der Schönheit, als man noch 20 Jahre alt oder jünger gewesen ist, wie ein knackfrisch vom Baum gefallener, saftig runder, glänzender prallroter Apfel oder Pfirsich. Diese Schönheit hält sicher nicht ewig. Es gibt eben diese tiefe Schönheit, die wir vor allem bei Menschen entdecken können, die mit ihrer eigenen Präsenz verbunden sind. Diese Menschen können tatsächlich nie wirklich hässlich werden. Aber wenn man ausschliesslich auf die physische, äussere Form fixiert ist, dann kann es sehr wohl sehr leicht passieren, dass man sich sehr wohl als hässlich empfindet.

es gibt diese tiefe Schönheit…..

In unserer sogenannten Zivilisation wird das Alter in keinster Weise geschätzt. Deshalb fühlen sich älter gewordene Menschen oft irrelevant, von keiner Bedeutung, oder sie werden zumindest als irrelevant eingestuft, abgeschasselt und angesehen. In unserer Gesellschaft wird das Alter auch nicht mit Weisheit in Zusammenhang gebracht, weil unsere heutige, westliche Gesellschaft und Zivilisation weiss ja nicht einmal mehr, was Weisheit überhaupt ist oder sein soll. Man misst ihr jedenfalls keinen grossen Wert bei. Schlauheit und mit allen Wassern gewaschen zu sein allerdings sehr wohl. Ein hoher Intelligenzquotient kann angeblich auch was, und was immer sonst noch, aber Weisheit? Wie oder wonach soll man Weisheit denn messen oder beurteilen können? Was soll das denn überhaupt sein?

Weisheit? was soll das denn überhaupt sein ?

Aber das wird sich wohl sehr bald ändern gedurft haben. In den traditionellen, alten, antiken Kulturen sind die Älteren nicht ohne Grund immer die wichtigsten Menschen gewesen. Und in unseren westlichen Gesellschaften sind die Alten leider viel zu oft irgendwo in einem Heim gelandet, wo man sie ein- bis zweimal im Monat besuchen darf und kann. Und dort sitzen sie dann in ihren Schaukelstühlen vor der Glotze und schauen fern, ohne sich der Chancen und Möglichkeiten des Alters und des älter Werdens bewusst zu sein. Weil es Ihnen einfach niemand sagt oder je näher gebracht hat.

die Chancen und Möglichkeiten des Alters

Vor ein paar Tagen hatte ich , den ja auch sein eigenes älter Werden auf diverse Zurufe von Aussen, mal da mal dort, hin und wieder gezwungenermassen in Massen beschäftigt, obwohl ich mit mir selbst überhaupt kein Problem damit habe und mein Alter in vollen Zügen geniesse, ein paar markante Erlebnisse in diesem Zusammenhang: mit meiner Liebsten hatte ich vor ein paar Wochen bei unserem gelegentlichen Morgencappuccino vor dem Eissalon Bortolotti das Vergnügen, eine extrem strahlende, wunderschöne alte Dame namens Isolde kennen lernen zu dürfen, die vor ihrer wohlverdienten Pension wohl Souffleuse im Burgtheater gewesen war. Vor zwei Tagen hatten wir uns, sie und ich, genau dort wieder getroffen und sie bot mir einen Sitzplatz an ihrem Nebentisch an und im Nu waren wir wieder in wundervolle Gespräche vertieft.

in wundervolle Gespräche vertieft

Sie erzählte mir, dass sie vor ein paar Tagen mit der U-Bahn gefahren war, mitten unter lauter jüngeren und zum Teil sehr jungen Menschen. Beim Aussteigen war sie wohl ausgerutscht und hingefallen und niemand, kein einziger, niemand bot sich an, der alten Dame zu helfen und alle rannten voll gestresst, genervt, sie keines Blickes würdigend, vollkommen acht- und gefühllos an ihr vorbei, worauf sie in schallendes Gelächter ausgebrochen war und meinte: „Wo bin ich hier eigentlich gelandet?“ Und sie fragte mich in dem Zusammenhang, was ich denn glaube, in welcher Zeit wir eigentlich gerade leben? Ich meinte: „offensichtlich in einem heimtückischen, sehr raffiniert und professionell be- und getriebenen Manipulations – Zeitalter der radikalen Gefühls- und Potential Vernichtung, egal ob bei den Jüngsten und Jungen in der Schule angefangen in einer einzigen Katastrophe, die wir uns allen Ernstes noch immer „Bildung“ zu nennen anmassen und getrauen, gegenseitiger Nicht Wertschätzung und Missachtung, weil die meisten ja selbst glauben bzw. oft schmerzhaft bereits im Kindergarten lernen mussten, nicht genug, nicht gut genug, nicht wert- oder liebenswert zu sein bis hin zu den Älteren und Alten, deren Weisheit, Skills und Erfahrung oft in Zwangspensionierungen und in Altersheimen vollkommen missachtet, für unsere Gemeinschaft vollkommen ignoriert und ungenutzt vor unser aller Augen weggesperrt sinnlos vor sich hin vegetieren müssen.

wo bin ich hoer eigentlich gelandet?

Andere Geschichte: Eine Freundin hatte sich netter Weise bereit erklärt, mich auf ihrem Nach Hause Weg nach dem Besuch bei einer ihrer Freundinnen von einem Seminar in ihrem Auto mit nach Hause zu nehmen, mit ihren beiden Jungs im Auto. Der ältere der Beiden, der wohl gerade zusätzlich noch hart an der Pubertät entlang schrammt, weigerte sich hartnäckig, sich im Auto nach hinten zu setzen und mir den Beifahrerplatz zu überlassen, obwohl ich ihn durchaus freundlich darum gebeten hatte.

Also wechselte ich in Absprache mit meiner Freundin auf den Fahrersitz, in der Annahme, das er dann wohl seiner Mutter vorne Platz machen würde. Falsch gedacht. All das interessierte Ihn nicht die Bohne und er blieb bockig und stur auf „sein angeblich ebenbürdiges Recht“ pochend und beharrend trotzig vorne sitzen. Nach ein paar Kilometern blieb ich nochmal stehen und bat ihn, doch seiner Mutter, die ja weder seine Dienstmagd, Putzfrau oder Köchin, noch sein Chauffeur, sondern die Frau, die ihm dieses, sein wundervolles Leben ´geschenkt hatte, war und wahrhaftig ist, doch bitte seinen Platz zu überlassen. Keine Chance und null Erfolg.

wo ist unser Platz?

Das liess mich, zugegeben, etwas hilf- und ratlos zurück, bis ich nach etlichen weitern Kilometern das Auto bei einem Restaurant parkte, den Motor abstellte und sagte: Wir fahren hier keinen Millimeter weiter, ehe man sich nicht besonnen hat, sich nicht wie ein A-loch benehmen zu müssen, auch wenn ich weiss, dass niemand eines ist, und man sich klar geworden ist, wo man seinen Platz in dem Bild hat und man mal in Ruhe darüber nachgedacht hat, was Würde und Wertschätzung bedeutet. Sie können uns jederzeit auf etwas zu trinken oder zu essen besuchen, aber solange das nicht unmissverständlich klar ist, fahren wir keinen Meter weiter. Eine knappe Stunde später wussten plötzlich alle, wo sie hin gehören und was ihr Platz ist.

Ist das wirklich der Fortschritt, von dem alle permanent reden und wohin schreitet dieser auf einer rein menschlichen Ebene denn fort und unserer Menschlichkeit davon? Nicht auf den digitalen , virtuellen Autobahnen nach Nirgendwo meine ich, sondern auf dem schmalen, anscheinend steinigen und beschwerlichen Pfad in die Essenz unseres Mensch seins, Würde, Wertschätzung und liebevoll zu sich und den anderen zu sein inbegriffen. Vor allem: wohin soll diese mehr als merkwürdige würdelose Reise denn letzen Endes in Wahrheit gegangen sein??

Darf ich zum Schluss vorstellen: Madame Jeanne Louise Calment, die nachweislich die längste menschliche Lebensspanne hatte: 122 Jahre und 164 Tage.

Offenbar war das Schicksal mit ihrem Lebenswandel sehr einverstanden.

Sie wurde am 21. Februar 1875 in Arles, Frankreich, geboren. Der Eiffelturm wurde gebaut, als sie 14 Jahre alt war. Zu dieser Zeit lernte sie Vincent van Gogh kennen. „Er war schmutzig, schlecht gekleidet und unsympathisch“, erinnerte sie sich in einem Interview von 1988.

Mit 85 Jahren begann sie mit dem Fechten und fuhr noch mit 100 Jahren Fahrrad. Mit 114 Jahren spielte sie die Hauptrolle in einem Film über ihr Leben, mit 115 Jahren wurde sie an der Hüfte operiert, und mit 117 Jahren gab sie das Rauchen auf, mit dem sie 1896 im Alter von 21 Jahren begonnen hatte. Sie gab es nicht aus gesundheitlichen Gründen auf, sondern weil sie es nicht mochte, jemanden bitten zu müssen, ihr beim Anzünden einer Zigarette zu helfen, nachdem sie fast blind war.

Im Jahr 1965 war Jeanne 90 Jahre alt und hatte keine Erben. Sie unterschrieb einen Vertrag über den Verkauf ihrer Wohnung an den 47-jährigen Rechtsanwalt André-François Raffray. Er erklärte sich bereit, ihr monatlich 2.500 Francs zu zahlen, unter der Bedingung, dass er die Wohnung nach ihrem Tod erben würde. Raffray zahlte jedoch nicht nur 30 Jahre lang an Jeanne, sondern starb auch noch vor ihrem Tod im Alter von 77 Jahren, so dass seine Witwe gesetzlich verpflichtet war, Madame Calment bis an ihr Lebensende zu bezahlen.

Jeanne behielt ein scharfes Denkvermögen. Als sie an ihrem 120. Geburtstag gefragt wurde, was für eine Zukunft sie erwarte, antwortete sie Ihre Antwort: „Eine sehr kurze“.
Hier sind die Lebensregeln von Jeanne Louise Calment:

„Ich liebe den Wein.“
„Alle Babys sind schön.“
„Ich glaube, ich werde vor Lachen sterben.“
„Ich bin vom lieben Gott vergessen worden.“
„Ich habe nur eine Falte, und auf der sitze ich.“
„Ich trage nie Wimperntusche; ich lache oft, bis ich weine.“
„Wenn du etwas nicht ändern kannst, mach dir keine Gedanken darüber.“
„Behalte immer dein Lächeln. So erkläre ich mir mein langes Leben.“
„Ich sehe schlecht, ich höre schlecht und ich fühle mich schlecht, aber alles ist in Ordnung.“
„Ich habe einen großen Lebenswillen und einen großen Appetit, vor allem auf Süßigkeiten.“
„Ich habe eiserne Beine, aber um ehrlich zu sein, fangen sie an zu rosten und knicken ein wenig ein.“
„Ich habe mich vergnügt, wenn ich konnte. Ich habe klar und moralisch und ohne Reue gehandelt. Ich bin sehr glücklich.“
„Jung zu sein ist ein Geisteszustand, er hängt nicht vom Körper ab. Ich bin eigentlich immer noch ein junges Mädchen, ich habe nur in den letzten 70 Jahren nicht mehr so gut ausgesehen“.

Am Ende eines Interviews sagte der Journalist: „Madame, ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder“. Darauf antwortete Jeanne: „Warum nicht? Sie sind noch nicht so alt, Sie werden noch hier sein!“

Das Bild mit den Flügeln ist ein Kunstwerk von
L. Lichtenfells

#157 „Warum hat denn eigentlich noch niemand längst die Notbremse gezogen???“

Europäischer Grüner Deal: Kommission schlägt Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU vor, um Klimaziele zu erreichen Die Europäische Kommission hat ein Paket von Vorschlägen angenommen, um die Politik der EU in den Bereichen Klima, Energie, Landnutzung, Verkehr und Steuern so zu gestalten, dass die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden können. Diese Verringerung der Emissionen im kommenden Jahrzehnt ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg Europas, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu werden und den europäischen Grünen Deal zu verwirklichen. Mit den vorgelegten Vorschlägen präsentiert die Kommission die Rechtsinstrumente für die Verwirklichung der im Europäischen Klimagesetz vereinbarten Ziele und die grundlegende Neuausrichtung unserer Wirtschaft und Gesellschaft für eine gerechte, grüne und florierende Zukunft. https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_21_3541

der grüne deal…..

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich im Gleisdorfer Gymnasium mit ungefähr 15 oder 16 Jahren, also so um 1975, vor inzwischen etwa 46! (sic!) Jahren ein mir damals sehr dringlich erscheinendes Referat zu den Themen, kausalen Zusammenhängen und Warnungen des internationalen „Club of Rome“ gehalten hatte. Dabei ging es um die Wirtschaft, eine für damalige Verhältnisse schon mehr als fragwürdige Art des Wirtschaftens und einer damit einhergehenden Resourcenverschwendung ohnegleichen sowie um Umweltverschmutzung, Folgen für das Klima, die Landwirtschaft und Industrie. Ich war damals stolzer Besitzer eines Honda CB 50 Mopeds.

Resourcen Vernichtung

Wohlbemerkt war das noch lange vor einer „Globalisierung“, vor weltweit noch zu errichtenden Atomkraftwerken, vor der Hainburger Au und der Absage der Österreicher an ein damals bereits fertig gebautes Atomkraftwerk Zwentendorf das nie in Betrieb gehen sollte, vor der Einführung der schwarzbunten Milchkühe in Österreich durch meinen Onkel Sepp, die aufgrund ihrer unglaublichen Milchleistung zu fragwürdiger Berühmtheit gelangt waren und das heimische Braunvieh konkurrenzlos bis heute im Stall oder auf der Alm stehen liessen, lange bevor Computer, geschweige denn Laptops, Schnurlostelefone oder Mobiltelefone und „smart Handies“ das Licht der Welt verdunkelten, lange bevor man mehrere Fussballfelder grosses, fruchtbarstes Ackerland vor den jeweiligen Städten und Dörfern für Supermäkte und Shoppingmalls in grossem Stil zuzubetonieren begonnen hatte.

das Licht der Welt verdunkeln und erklicken…..

Lange bevor vor jedem Kuhdorf grosse Schilder in den Zuckerrüben- oder Kartoffelfeldern standen mit dem Hinweis „Industriegrund günstig zu verkaufen“, lange vor Massentierhaltungen und ebenso massivem Antibiotikaeinsatz in den Kuh., Schweine- und Hühnerställen, lange bevor mein wissenschaftlich tätiger Vater und hellwacher Forscher, Beobachter und Lehrender des Bauernstandes darauf aufmerksam zu machen begann, dass sich die Landwirtschaft in keine gute , geschweige denn gesunde Richtung entwickeln werde, dass ein stetes Mehr und Plus an Ertrag unter zu Hilfenahme chemischer Spritzmittel und Kunstdünger und grossteils Mais Monokulturen die Böden inklusive der so wichtigen Klein- und Kleinsttiere sowie der lebensnotwendigen Mikroorganismen auf lange Sicht auslaugen und zerstören werde.

die gesunde Richtung – dort geht’s lang

Lange vor dem Eroberungsfeldzug von Fast Food Ketten und Fertiggerichten aus dem Supermarkt, lange bevor man im Wald nebenan, unter 800 Höhenmetern, kaum mehr Schwammerl, Pilze und Heidelbeeren im Wald sammeln konnte, lange bevor der Borkenkäfer begann ganze Landstriche des Waldviertels zu vernichten, lange bevor es Winter ohne Schnee und keinen Sommer ohne Unwetter und unerträglichen Hitzeperioden für Mensch, Natur und Tier gab, lange vor einem weltweiten, neoliberalen Wirtschaftssystem, wo der anonyme Markt bestimmt, wer verlieren muss und wer gewinnen darf.

wer darf gewinnen?

Lange vor Lady Gaga und The Game of Thrones, lange vor Computer generierter Musik für seelische Flachwurzler und lange vor der Illusion einer künstlichen „Intelligenz“, lange bevor unsere Herzen zerbrochen, ent- und getäuscht, systematisch belogen, betrogen und zerstört wurden und Menschlichkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft zu Lachnummern geworden sind, weil wir unsere Herzen sarkastisch unter Verschluss zu halten lernen mussten, damit man rücksichtslos seine eigenen Interessen, mega effizient und optimiert, jederzeit wahr nehmen kann, koste es was es wolle. Lange vor einer von der Eu geförderten Massentierhaltung, Agrarindustrie und Lebensmittelindustrie, die die Bauern und Produzenten durch den sogenannten freien Markt und den Trittbrettfahrer Handel unaufhaltsam in eine unglückliche und menschenunwürdige Zwangsabhängigkeit treibt…..

seelische Flachwurzler

Lange vor Billigstairlines, lange vor All Inclusive Urlauben, lange vor „kaufe 5 statt einem und bekomme eines gratis dazu“ obwohl man eigentlich ja nur dieses eine braucht, lange vor einer mehr als fragwürdigen Welberühmtheit als Bodenversiegelungs- und Zubetonierer Weltmeister, lange vor Millionen von Flüchtlingen weltweit, vertrieben durch die direkten Folgen des Klimawandels oder durch Hungersnöte oder Kriege, finanziert und bestückt mit Waffen, die vornehmlich im sogenannten Westen, Russland oder China produziert werden, lange vor Containerschiffen mit tausenden Containern oder Kreuzfahrtschiffen mit tausenden von Passagieren an Bord, lange vor dicken Lippen, falschen Brüsten, Haaren und Zähnen, grauslich riesig fetten fake Wimpern, fake Ärschen und jede Menge echter egoistischer, skrupelloser, kaltherziger Arschlöcher.

Zubetonierer

Man nimmt sich, was in Wahrheit keine Sau braucht, man glaubt sich im Sog des eigenen Unglücks glücklich kaufen und konsumieren zu müssen, die pandemische innere Leere mit Ramsch und Waren, Sonderangeboten, Schnäppchen, Snacks und Leistungen aller Art vollstopfen zu müssen um der Lüge eines dadurch erfüllten Lebens die Hintertür und das Eigentor zu öffnen, was in Wahrheit und bei genauerer Betrachtung nur ein überfülltes und vollgestopftes, unglückliches, ziel- und herzloses Dahinvegetieren am Rande eines Burnouts, Dauerstress und Dauerdepressionen und Medikamentenmissbrauchs ist, in einem Wettlauf nach nirgendwo, wo es absolut kaum mehr etwas zu gewinnen und inzwischen schon fast alles zu verlieren gibt . Ich besitze inzwischen seit über 20 Jahren kein Auto, gehe meistens zu Fuss, benütze den öffentlichen Verkehr und Zug und fahre täglich Fahrrad.

…..

Wenn ich jetzt lesen muss, dass man sich von Seiten der EU mit Klimazielen bis 2050 genüsslich Zeit nehmen glaubt zu können und zu dürfen, sich aber seit den steten, wissenschaftlich fundierten und mehr als berechtigten Warnungen des „Club of Rome“ vor inzwischen fast 50 Jahren, nichts, aber absolut gar nichts zum Besseren und ganz im Gegenteil, alles für unsere Menschenleben zum Bedrohlicheren, Gefährlicheren und unsere Erde Zerstörerischen und bis zum letzten Tropfen Ausgebeuteten verändert hat, frage ich mich wirklich, wer denn nun in der Lage zu sein glaubt, die schon längst fällige Notbremse ziehen zu können, zu dürfen und eigentlich – verdammt noch mal – ziehen zu müssen???

…..zum Besseren, jede Menge Luft nach Oben

Mit ein bisschen hier und ein wenig dort an den für die diversen Eliten genehmen Schräubchen zu drehen, um Gierschlund und Raffke nur ja nicht auf den vergoldeten Schlips zu treten, wird sich bis 2050 so nicht mehr ausgehen können, egal ,wie man sich das schön zu reden, zu drehen oder zu wenden versucht. Egal ob man glaubt, grosskotzig behaupten zu können, dass man die Klimakrise auch ohne jede Einschränkung und Verzicht in den Griff bekommen wird können. Schneller als mit dieser fatalen, populistischen Floskel sowie betriebsblinden Einstellung werden wir kaum je effizienter und schneller als uns allen lieb ist weit vor der Steinzeit, weit vor der Existenz des homo sapiens, des Menschengeschlechtes auf diesem wundervollen Planeten , gelandet gewesen sein dürfen.

blind und finster

Vielleicht ist unser Zug ja schon längst abgefahren und ist jetzt die Erde und die Natur am Zug während wir noch immer am Bahnhof nach Nirgendwo auf bessere Zeiten glauben warten zu können? Ja, das kann schon sein, aber noch gibt es uns, besonders wenn uns bald klar geworden ist, dass wir die sind, auf die wir seit viel zu langer Zeit glauben warten zu müssen.

wir sind die, auf die wir warten

Vielleicht muss ja niemand eine Notbremse ziehen sondern sie zieht sich selbst, und wir dürfen jetzt nur miteinander lernen, endlich wieder das zu sein und zu werden, was wir von Anfang an schon immer waren und sind: soziale, liebevolle, einander unterstützende und helfende Wesen, die in dem Ihnen eigenen unperfekt, perfekten Miteinander, mit einem gemeinsamen starken und gesunden Anliegen wirklich schon immer in der Lage gewesen sind, Grosses zustande zu bringen: haben wir den Mut, die Demut, die Kraft und das Vertrauen, wieder Mensch sein und werden zu dürfen. Das ist wirklich OK und auch genug – echt jetzt!

echt jetzt!

#156 „Beziehung – wer zieht wen? Relationship – what ship to relate to?“

Beziehung – dieses Un – Wort alleine verdient den Titel des beschissensten Wortes des Jahrhunderts. Kommt auf dem Fusse gleich nach Er – Ziehung. In etwa ein ähnlich bescheuertes Wort – und doch spiegeln beide Wörter doch recht vortrefflich, worum es in vielen Beziehungen und viel zu oft auch in der Erziehung, egal ob autoritär oder antiautoritär, nachgiebig oder konsequent, anspruchslos oder fordernd, skeptisch oder optimistisch, aggressiv oder freundlich, abweisend oder responsiv, selbstbezogen oder empathisch, in erster Linie zu gehen scheint – um ein mehr oder weniger konstantes, konsequentes, unter zu Hilfenahme verschiedenster lauterer und unlauterer, fairer und unfairer Hilfsmittel vor sich gehendes Ziehen.

optimistisch

Aus und in verschiedenste Richtungen, nach unten oder oben, nach hinten oder nach vorne, in den Dreck, unter oder an die Decke, über den Tisch, an den Haaren herbei, weit überzogen, hin – und hergerissen, mehr oder weniger verzogen oder schlecht erzogen – ja – es wird akribisch und leidenschaftlich gezogen was das Zeug hält, oder eben nicht – leider, leider.

an den Haaren herbei…..

Da fand ich das englische Wort „Relationship“ immer schon um Hochhäuser sympathischer, treffender und wesentlich gelungener. Sinngemäss: in Bezug, nicht Beziehung, auf ein Schiff. Bezüglich eines Schiffes oder so ähnlich versteh ich das zumindest. Alleine das Bild, miteinander in einem Schiff mit dem Fluss oder über den Ozean des Lebens zu steuern, fand ich schon immer wirklich richtig toll und inspirierend, auch wenn es gut möglich nur eine romantische Interpretation meinerseits sein mag. In Wahrheit, in echt , sollte vermutlich das wirklich einzige Schiff, auf das man Bezug nehmen sollte und welches es durch das Leben zu segeln gilt, das jeweils eigene sein, ob uns das jetzt passt, genehm ist oder nicht.

Relation Ships

Worum geht es da bei dieser ganzen mühsamen Zieherei eigentlich? Nun, grundsätzlich werden mal Partner und Kinder zu Objekten degradiert, die jeweils nach dem Gutdünken des Ziehers oder der Zieherin so oder so zu sein haben, damit man meint, sie lieben zu können. Also von „bedingungslos“ weit und breit keine Spur. Der Grossteil dieses Irrsinns ist zum einen sicher oft Jahrhunderte alten oder Familieninternen Konditionierungen geschuldet, man hat es halt nicht anders gelernt. In den Schulen findet ja nach wie vor das selbe Modell breite Anwendung.

Zum anderen glaubt man anscheinend durch erzwungene , manipulierte oder erstrittene Verhaltensänderungen des Partners eigene Defizite, die meistens als solche weder wahrgenommen noch bewusst so erlebt werden, wettmachen zu können oder müssen und wundert sich dann in vielen Beziehungen, dass der jeweilige Partner sich so sehr verändert hat und ja gar nicht mehr die oder der ist, in die man sich ursprünglich glaubt verliebt zu haben. Es braucht dabei immer eine Seite, die glaubt aufgrund eigener Konditionierungen oder Unsicherheiten da um jeden Preis mitspielen zu müssen, als hätte man es nicht anders verdient oder man folgt einem Kindheitsmuster in den Beziehungen zu Mama oder Papa.

Ein Oberwarter Hausmeister meinte einmal: zuerst hatte ich meine Frau zum Fressen gern, und heute tut es mir leid, dass ich sie nicht gefressen hab.

Derartige, oft durchaus kranke Verhaltensmuster haben einen enormen Magnetismus, suchen sich oft todsicher das entsprechende Gegenüber und da wird dann leider sehr oft verwechselt, was einen anzieht mit dem, was einem eigentlich gut tut. In jedem Fall , und so wollen es diese unser aller Leben, haben wir alle in jeder Ziehung unserer persönlichen Beziehungs Lotto Sechser die Chance unseren eigenen Konditionierungen und Verhaltensmustern, unseren Ängsten und unseren Egos auf die Schliche zu kommen. Und das kann gut gehen, solange wir nicht unsere Offenbarungen und Erkenntnisse, wie es uns dabei geht, einzig und alleine dem jeweiligen Partner vor die Füsse schmeissen. Das hilft dann Beiden herzlich wenig bis nichts. Darüber freuen sich dann nur eine Vielzahl von Paartherapeuten, Psychologen und Psychiatern und anderen Seelen Klempnern.

Es gibt natürlich die verschiedensten Arten von Beziehungen, wo immer und überall genug und zumeist auch ausreichend Zug- und Ziehraum vorhanden ist:

1. Nichtliebe (keine Intimität, keine Leidenschaft, keine Verpflichtung) Die Leere gähnt, nichts zu geben, nichts zu erwarten.

2. Freundschaftliche Beziehung (Intimität, keine Leidenschaft, keine Verpflichtung) Weder der Wunsch das Bett zu teilen, noch das ganze Leben.

3. Verknallte Beziehung (Leidenschaft, keine Intimität, keine Verpflichtung) Dieser Form der Beziehung fehlt es an Substanz. Vielleicht kommt die aber noch, denn sehr viele feste Beziehungen starten ja so.

4. Leere Beziehung (Verpflichtung, keine Intimität, keine Leidenschaft) Sich auseinanderleben oder auseinanderlieben. Alles gestorben, bis auf den äußeren Rahmen, die Gewohnheiten. 

5. Romantische Beziehung (Intimität und Leidenschaft, keine Verpflichtung) Voneinander angezogen sein, miteinander ausgezogen sein, einander nah sein, füreinander da sein. Bloß ohne jedes Versprechen.

6. Kameradschaftliche Beziehung (Intimität und Verpflichtung, keine Leidenschaft) Auch wenn es dieser Form vielleicht an etwas “fehlt” (falls die Leidenschaft vermisst wird), kann so eine Beziehung sehr befriedigend sein und glücklich durchs Leben tragen.

7. Illusorische Beziehung (Leidenschaft und Verpflichtung, keine Intimität) Ich muss da an zwei Karnickel denken, die sich den ganzen Tag rammeln, aber in den kurzen Pausen dazwischen das Weite suchen.

8. Vollkommene Beziehung (Intimität, Leidenschaft und Verpflichtung) Das Ideal, ohne das alles immerzu ideal laufen muss. Das wonach wir alle suchen, schätze ich. Mehr Tiefe als das tiefste Meer. Auch noch nach 20 Jahren guten Sex. Ein Leben ohne den anderen: unvorstellbar. Diese Form der Beziehung ist nicht leicht zu finden und noch weniger leicht zu behalten. Dafür brauchen wir Achtsamkeit, regelmäßigen Ausdruck der Liebe und Wertschätzung, den Willen zu unbequemen Gesprächen (“ich liebe Dich, aber zurzeit fehlt mir …”) und Verzeihen.

Ist also sowohl Geschenk wie Arbeit. Und sie hat auch deshalb einen Preis, weil wir eine Form der Freiheit für sie aufgeben. Etwas, was uns heute schwer zu fallen scheint, wo wir doch angeblich alles auf einmal haben können und auf alles ein Recht haben. ( mymonk.de )

Wertschätzung

Im Konsum – und Informationszeitalter werden natürlich besonders auch Beziehungen, Partnerinnen und Partner „konsumiert“, und, wenn es einem reicht, man es satt hat, wird der oder die „aktuelle“ entsorgt, weil man sich dann keine Sorgen mehr machen muss um nichts, und es kommt der oder die Nächste bitte. Und noch eine, und wieder einer, nun noch eine, und wieder einer. Unter diversen adoleszenten Jünglingen und jungen Frauen gibt es da schon mal Wettbewerbe und Strichlisten, wer wie viele innerhalb welchen Zeitraumes und so weiter – widerwärtig eigentlich, wie vieles anderes in der flachsten und zugleich grellsten und lautesten Oberfläche der Konsumwelt auch. Von irgendeiner Form von „Ent – wicklung“ kann man in diesem speziellen Kontext wohl kaum sprechen. Da schreien lediglich die diversen Egomonster und die allgemein Verunsicherten um einen nur scheinbar wertvollen Schein einer schon lange pandemischen , gesellschaftlichen Selbstunsicherheit.

Konsum

Bedingungslose Liebe – damit fängt heute ja kaum eine oder einer mehr was an, oder? Überhaupt „Liebe“, nicht verliebt sein, als gesunde Basis für eine wahrhaftige Beziehung. für gelungene Partnerschaft scheint mir eher Schnee von vorgestern zu sein. Besonders, weil Liebe ja ein derartig abgedroschener, meist missverstandener Begriff geworden scheint, wo kaum zwei das ein und selbe darunter verstehen. Für mich hat das weniger mit körperlichen und emotionalen Zugängen zu tun, sondern eine Begegnung und Partnerschaft auf Augen-, Herzens- und vor allem: Seelenhöhe zu tun.

Das Gegenüber als mein zeitweise liebevoller, geliebter, begehrter und beizeiten verhasster Lieblingsspiegel, der mich dazu bringt, mir meinen eigenen Kram genauer anzuschauen, in mich zu gehen, zu mir zu finden, in die Tiefe zu Tauchen, nicht nur in die Tiefen der Psyche, sondern auch die Tiefe der Herzen und besonders den Meeresgrund unserer Seelen, die wir nun mal sind, auch wenn das die meisten entweder schon lange vergessen haben oder sich noch nie dessen wirklich bewusst geworden sind.

Wo nicht die oder der andere an dieser oder jener meiner augenblicklichen Befindlichkeit gleich mal automatisch „schuld“ sein muss, sondern wo wir die Chance eines Lebens haben, unsere eigenen zu heilenden Wunden, die oft missverstandenen Interpretationen, diverse Konditionierungen, diese entweder selbst gelernten oder über Generationen oder Jahrtausende mitgeschleppten Verhaltensmuster zu erkennen, ohne es dem gegenüber bei jeder sich bietenden Gelegenheit „vor zu werfen“, sondern es mal „an – zu -nehmen“ und „an – zu -sehen“, zu verstehen und erkennen versuchen, es nicht verdrängen, und das in eben einer liebevollen, verständnisvollen Seelen- und Herzensenergie die überhaupt erst Heilung möglich machen kann.

Auch wenn man diesen Spiegel manchmal auf den Boden knallen oder durch den Kamin schiessen möchte, was er oder sie mir zeigt, ist, was mit mir eigentlich in Wahrheit los ist, wo meine Baustellen sind, aber auch wo meine roten Linien in Sachen Würde, Selbstwert und Toleranz zu gefunden werden wollen.

Spiegel

Ich liebe den Begriff „Bestimmung“ – was für mich so etwas unglaublich Kostbares weil Einzigartiges ist. Es ist für mich, was das Leben mit mir vorhat bzw. was es von mir will und eben nicht umgekehrt. Nicht was ich mir einbilde wollen zu müssen, zu brauchen und haben zu wollen, nein, das nicht. Sondern dass ich in diesem riesengrossen Puzzle des Lebens meinen für mich vorgesehenen Platz als vollkommen einzigartig geformter Puzzlestein finde und mich dort einordne, damit ich mich und das Ganze Bild sich entfalten und Sein darf.

Bestimmung

Und jede und jeder Verfechter des sogenannten „freien Willens“ schreit da gleich mal lauthals auf: Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Eigenermächtigung und, und, und – und die zahllosen Seminare, Coachings, Konzepte dazu natürlich auch sofort an der Hand und im zu konsumierenden Schlepptau 😉 Ich wünsche wirklich jeder und jedem von Herzen, dass sie oder er finden möge, wovon sie gesucht werden. Finde was dich sucht! Die Geschenke , die das Ego und der „freie Wille“ glaubt haben zu müssen, tragen oft nicht unsere Namensschilder und sind zumeist für jemand anderen „bestimmt“. Der freie Wille inkludiert unter anderem die Freiheit, sich seiner Bestimmung hinzugeben, wie ich am Rauchen aufgehört zu haben am meisten diese Freiheit liebe, nicht mehr rauchen „zu müssen“. Die Freiheit zu rauchen war jahrelang ein Kerker für mich und hatte mit Freiheit überhaupt nichts zu tun.

der freie Wille

Und diese Beziehungen gibt es wahrhaftig und wirklich auch: wo zwei Seelen wissen, dass Sie füreinander bestimmt sind. Nicht der Verstand weiss das, er kann es auch nicht begründen, sosehr er sich auch darum bemühen mag und er kann auch keine wirklichen Gründe dagegen anführen, sosehr er sich auch anstrengen mag, und sei es nur des schnöden Egofutters namens heisser Luft willen. Diese Gewissheit wohnt in den Herzen und Seelen und sonst nirgendwo.

„Frei-Sein heisst nicht einfach Ungebunden- und Unverbindlich-Sein. Frei machen nicht Entbindungen und Entbettungen, sondern Einbindungen und Einbettungen. Die totale Beziehungslosigkeit wirkt beängstigend und beunruhigend. Die indogermanische Wurzel fri, worauf Wendungen wie frei, Friede und Freund zurückgehen, bedeutet »lieben«. So bedeutet »frei« ursprünglich »zu den Freunden oder Liebenden gehörend«. Man fühlt sich frei gerade in der Beziehung von Liebe und Freundschaft. Nicht Bindungslosigkeit, sondern Bindung macht frei. Die Freiheit ist ein Beziehungswort par excellence. Ohne Halt gibt es auch keine Freiheit. Die Freiheit ist ein Synonym für die gelingende Gemeinschaft.“
BYUNG-CHUL HAN

#155 „Eine klare Eingebung zu Bildung, Ausbildung, Umschulung, Erziehung, Leistung & Einbildung“

Heute morgen, auf dem Rad entlang meines geliebten, nach wie vor dunkelbraunen, Hochwasser führenden Donaustromes, eingetaucht in meiner Welt und Sicht der Dinge zu meinen Lieblingsthemen Bildung, Arbeit, Leistung und Erziehung. Da kam sie mir ganz locker, fliessend, selbst – verständlich und mit einer Unbeschwertheit und Leichtigkeit entgegen geflossen, ohne Unterlass, ohne Umschweife, ohne Zweifel und ohne jede Vorwarnung: diese unfassbar glasklare, umwerfend ernüchternde, vieles bis eigentlich alles über den Haufen werfende Eingebung und Erkenntnis, was diese meine Lieblingsthemen betrifft.

Nochmal: Bildung, Arbeit, Leistung und Erziehung – nur scheinbar zufällig aneinander gereihte Be – griffe, die unsere alles andere als selbstbestimmten Leben nach Jahrtausenden tiefgreifender und tiefschürfender Hirn-. Herz- und Seelenwäsche in Form abartiger Konditionierungen fest in ihrem Griffe haben, dass man es kaum zu begreifen in der Lage sein wagt.

Seelenwäsche

Sehr ungewöhnlich eigentlich, da ein wesentlicher, von mir wirklich sehr geschätzter und behutsam gehegter Umstand, warum ich meine fast täglichen Radausflüge so sehr schätze und geniesse, ein sehr ähnlicher wenn nicht exakt der selbe ist, wie der dem Musik machen dem Musik entstehen lassen zu Grunde liegende: Nicht denken zu müssen.

Nicht denken müssen

Hatte ich mich noch eine frühmorgendliche Stunde zuvor mit der Suche nach einer möglichst treffenden, vielleicht noch gelungeneren Formulierung der Vereins- bzw. Genossenschaftsstatuten unseres wundervollen Lern- und Bildungsprojektes „Räume für Träume“ noch im kuscheligen Bett liegend herumgewälzt, fiel es mir jetzt auf meinem leicht klapprig geduldigen aber absolut verlässlichen Puchradl ganz einfach wie Schuppen von den noch etwas verschlafenen Augen mitten in die dreckige Donau – Bammmmm: Bemühe Dich nicht, etwas werden zu müssen, was die Industrie, die Wirtschaft oder der liebe Markt und deine Regierung Dir glaubt abverlangen zu dürfen, nur weil du Dich „nicht (gut) genug“ fühlst.

Bemühe dich, das Verlernen alles in Dich Reingestopften an Wissen und Informationen zu lernen, damit Du wieder zu Dir kommen kannst, zu dem Kind tief in dir, unter all den brutalen Erschütterungen und Verschüttungen Deines diamantenen, essentiellen Selbst und deines einzigartigen, Dir inne wohnenden wert – vollen Schatzes: Deines Potentials, damit Du endlich wieder sein kannst, wer Du bist und immer warst: GENUG.

Das „Verlernen“ lernen

Genug, ohne dass man dir noch etwas „beibringen“ muss, ohne dass Du in Mathe unbedingt besser werden musst, damit Du die nächste Hürde, die nächste Prüfung schaffst, die nächste Beurteilung, die nächste Bewertung möglichst schmerzfrei hinter Dich bringen kannst, wo Du in Chemie, oder bei Holzarbeiten und beim Tischlern, oder im Gartenbau oder in Musik einfach vor Neugierde platzt und „gerne freiwillig mehr dazu wissen, lernen, verstehen und kennen lernen sowie üben willst.

Das ist , bzw. sind unsere Jahrtausende alten und fast allem zu Grunde liegenden, fatalen Dilemmas: Tausende Jahre an Patriarchat und Machtstrukturen, die den Männern und / oder Mächtigen, den Machtinhabern, den Besitzern der Macht, das überlegene Gefühl weiterhin, ohne Unterlass, garantieren müssen, dass der weitaus grössere, von Ihnen beherrschte, vorgeführte, zumeist ausgenutzte, missbrauchte und für ihre Zwecke benutzte sowie gedemütigte Teil der Menschen in einem Gefühl, „nicht (gut) genug“ und schwach und klein zu sein, möglichst gründlich und möglichst ohne Raum für andere Interpretationen ohnmächtig, ohne Macht, zu bleiben hat, ja: bleiben muss. Basta!

schmerzfrei

Und genau daran hat sich seit Jahrtausenden nichts , absolut gar nichts geändert. Und genau das ist es und wird es sein, was wir vermeintlich Ohnmächtigen radikal verändern werden müssen, wenn wir uns auch nur in irgendeiner Form den Funken einer Chance auf ein menschenwürdiges Leben, Weiterleben und vor allem: Überleben auf diesem ursprünglich wundervollen Planeten sichern und unseren Nachfahren und nächsten Generationen garantieren können wollen.

der Funken einer Chance

Und eh man sich’s versieht oder sich dessen überhaupt bewusst werden kann, ist man schon mitten drin und Teil dieser Fatal Dynamik, wo man bereit ist, aus diesem Mangelgefühl heraus alles mögliche mit sich geschehen oder über sich ergehen zu lassen: belehrt zu werden, mit guten Räten geschlagen zu werden, Obrigkeitshörigkeit, aber auch unglaubliche Wahnsinnsleistungen werden da auf diesen zweifelhaften Kompensationspfaden vollbracht und sofort geehrt, belohnt und ausgezeichnet, grossartig benotet und bewertet, wenn es auch nur ein Verzweiflungsakt eines Individuums ist, welches sich nicht genug findet, ein anderes oder am besten so viele andere Individuen, die sich auch nicht genug finden, zu besiegen. Und schon sind wir mitten drin im Wettbewerb, im Konkurrenzdenken, im Leistungswahnsinn, wo das Machen, die Macher und das akribische Tun, Multitasking, 5 Bullshit Jobs auf einmal, in unserer Gesellschaft das Wertvollste ist und das Sein, das „Nichts Tun“ brutal stigmatisiert wird.

Von den Arbeitslosen, den Harz 4 Empfängern, den Behinderten und Beeinträchtigten, und natürlich den Ausländern, die man alle all zu gerne als Taugenichtse und Nichtsnutze abstempelt, die dem Staat und damit gefühlt einem jeden ordentlichen Staatsbürger anscheinend nur faul auf der Tasche liegen und sonst nichts mit sich anzufangen wissen. Unnötiges Pack. Oder wir tun alles, um diesen latent gefühlten Mangel mit Waren, grossteils vollkommen unnötigem Ramsch und Dienstleistungen aller Art voll zu stopfen, die vermutete innere Leere , das „nicht genug sein“ auszugleichen mit Zeug, Coachings, Kursen und Konzepte die Glück, Kohle, Schönheit und ein besseres Leben versprechen, Reisen und andere Fluchtoptionen, Schönheits OPs und andere Optimierungen, Weiter- , Fort- und Ausbildungen, wo Bildung nicht weiter weg und fort sein könnte und Freude zumeist kaum bis gar nicht stattfinden kann, schnelle Autos, bunte Hunde, teure Klamotten, opulentes Essen oder Fast Food, Koma Saufen, Prestige- und Geltungssucht, der Drang, um jeden Preis zu den VIPs, den Schönsten, den Reichsten, den Erfolg – Reichsten, Berühmtesten, Gescheitesten und Tollsten der „sich nicht genug Finder“ gehören zu dürfen.

die VIPs der „sich nicht genug Finder“

Ich bin einer von denen die früher noch oft in der vormaligen DDR auf Tour waren, in Leipzig und Ostberlin, am riesengrossen Alexanderplatz, wo man sich plötzlich winzig, hilflos und klein wie eine Ameise fühlen musste, alles kein Zu – fall, wie auch an anderen, vergleichsweise unfassbar riesengrossen Plätzen, protzigen Prunkbauten, Schlösser und Monster Klöster mit ebenso riesigen Skulpturen der vergangenen und gegenwärtigen Machtinhaber und „sich mehr als genug Finder“.

Dieses nicht genug, klein, schwach und hilflos, ohnmächtig sein haben wir Jahrtausende lang bis zum heutigen Tage „lernen“ müssen, verinnerlicht und gut aufbewahrt und weggesperrt im Keller und Verlies unseres unbewussten Seins, wie wir auch dutzende andere Dinge lernen mussten, die uns kaum bis gar nicht interessierten, noch inspirieren noch auf irgendeine andere Art und Weise Freude machen, aber die man besser, schneller, optimierter und effizienter als die anderen können und schaffen will, um sich , wenn auch nur kurzfristig, etwas besser oder den anderen Mangeljüngern gegenüber überlegen fühlen zu können.

nichts beibringen

Wie jemand in diesem wunderbaren Film von Erwin Wagenhofer namens „Alphabet“, der erst kürzlich im ORF lief, so treffend sagte und formulierte: Man muss den Kindern bitte nichts bei – bringen, sie nicht unter – richten, sondern sie einfach die sein lassen, mit ihren jeweils einzigartigen Träumen und Potentialen und Talenten, die sie nun einmal sind, ohne sie zu verunsichern oder sie zu etwas zu „machen“, das sie weder sind noch Ihnen Freude macht, nur weil eine Industrie, ein Markt, eine Wirtschaft glaubt gerade dies und das benötigen zu dürfen, indem man die meisten von uns dazu mit einem Selbstverständnis glaubt nötigen zu dürfen, dies oder das zu lernen, zu studieren, sich auf dies oder das um- oder einschulen zu lassen, umerziehen, an allen Ecken und keinen Kanten an sich rumziehen zu lassen.

Das ist „Beschäftigungspolitik“, was eigentlich soviel heisst wie konsequente Potentialvernichtung, Lebensraub und vorsätzlicher Diebstahl an Lebensfreude, Kreativität, Schaffenskraft, Lebendigkeit, Selbstbestimmung, Selbstwert und dem Gefühl oder Wissen, in der eigenen Kraft zu sein und Lebenssinn. Ein von so gut wie jeder offiziellen Seite gut geheissenes sowie täglich praktiziertes und von uns allen stumm akzeptiertes und ohnmächtig hingenommenes Verbrechen eigentlich.

was dir Freude macht

Man behauptet dann oft, dass die meisten Menschen dumm seien, wobei die meisten seit einer gefühlten Ewigkeit nur für dumm verkauft werden und mit dem Konsumschnuller ruhig gestellt werden. NEIN – den meisten wird von Kindes – ja Babybeinen an beigebracht, dass sie „nicht genug“ sind, wer und wie sie sind, und deshalb sind bislang so gut wie allen Bildungs-, Coaching-, Studiums-, Ein- und Umschulungs- sowie Erziehungs und anderen Konzepten zu Grunde liegenden Blendungen, dass man sehr viel tun, sehr fleissig sein, viel studieren, schaffen, schuften und lernen muss, schneller und besser als alle anderen zu sein, sich auf eine irre Wettbewerbsmaschine und unmenschliche Leistungshamsterräder treiben lassen muss, um dem Grundgefühl „nicht genug zu sein“ angeblich wirkungsvoll zu begegnen indem man immer etwas beifügen, beibringen, dazustrebern, sich erarbeiten, anstückeln, vollfüllen, vollstopfen, um sein Leben rennen muss, was aber in Wahrheit alles andere als erfüllend ist.

Leistungshamsterräder

Und ein einziger, bösartiger Garant, vollendet die Perfektion dieser mega profiträchtigen und machttrunkenen, partiarchalischen Teufelsmaschine: wir sind zu den grössten Teilen unglückliche Menschen, auf der zwanghaften, steten Suche nach dem nächst besseren. Konsummaschinen, um einen vermeintlichen, anerzogenen und anfangs zumeist widerwillig angelernten sowie über Jahrtausende Jahre vorsätzlich konditionierten Irrtum garantiert an die nächsten Generationen immer weiter und weiter zu geben und zu vererben bis es einfach nicht und nie mehr gegangen sein wird : „Nicht genug zu sein“.

Während das Klima kippt, die Wälder brennen, wir unsere fruchtbaren Böden für Autos und Fabriken zubetonieren und für immer unnutzbar machen nur um dem Konsum an unnützem Ramsch und Scheiss und dem damit generierten Profit für einige ganz, ganz wenige Tür und Tor zu öffnen und unser geniales Potential systematisch in dem selben, bald möglich letzten Atemzug, weiter und weiter vernichtet werden kann.

Klima kippt

„Aus dem Schaden nichts gelernt“ sagt man, und die sogenannten Top Checker Bunnies, die sogenannten Vordenker des Universums, und der Eliten, die Intellektuellen zeigen dabei gut und gerne auf die sogenannten Dummen, ohne sich bewusst geworden zu sein dass sie sich selbst nicht genug fühlen, und sich halt anstatt in das Tun in das Denken und in den Verstand flüchten. Wir haben nur gelernt, dass Lernen meisten keinen Spass und keine Freude macht, dass man meisten etwas „Lernen muss“ was einen weder interessiert noch man weiss, wozu man das je wieder brauchen sollte. Und dann wollen wir eben einfach aus den Fehlern nichts lernen, weil Lernen eben scheisse ist. Und Fehler und Bewertungen natürlich ebenso.

Du bist genug

Du bist genug, ohne dass Du dir in einem irren und kranken Leistungswettbewerb, in den man uns alle zu treiben und zwingen versucht, einen Herzinfarkt, Krebs, Stress, Existenzangst und Schlaganfall nach dem anderen holen musst. DU BIST mehr als GENUG!!! genau so wie Du bist, ohne dass Du auch nur irgendetwas anderes tun musst als was dich brennend interessiert, Deine Neugier weckt, egal was es ist, dich mit Freude erfüllt. Wohin Dich deine Interessen ziehen, dich von deinen Talenten und Interessen ziehen und nicht er – ziehen lassen. JA! DU BIST GENUG! unglaublich zwar, aber voll wahrhaftig und wahr. Damit endlich werden darf was schon immer war und wahrhaftig Sein darf was wirklich ist.

Nichts gelernt, weil Lernen scheisse ist

#154 „Being a musician – über das Musiker da Sein“

Ich habe mich heute Morgen folgendes zur Liebsten sagen gehört: „Also entweder ich sterbe bald oder es passiert irgend etwas anderes Grossartiges.“ und am Ende jeder meiner digitalen Visitenkarten als Abschluss zu jeder meiner mails steht: „making music happen is what i do, but it is not who i am“ – was soviel heisst wie: „Ich helfe mit, Musik entstehen zu lassen und in diese Welt zu bringen, aber das ist nicht, wer ich bin“. Nun: wer oder was bin ich jetzt? und was soll das Ganze überhaupt mit einem, meinem Musiker da Sein zu tun haben. Nun: aus meiner persönlichen Sicht? Nichts und Alles.

Nichts und Alles

„Nichts“, weil das, und damit meine ich jetzt dezidiert den ersten Satz, in Wahrheit ja grundsätzlich jede und jeder sagen könnte und „Alles“ weil diese Sätze eben aus meinem Munde kommen und ich nun mal mein ganzes Leben mit Leib und Seele Musiker bin, so könnte man das ganz nonchalant und vollkommen unreflektiert hinaus posaunen, obwohl das eben nicht , wie im zweiten Satz klar und deutlich und vollkommen richtig bemerkt, nicht alles ist, wer oder was ich bin, sondern eher das, was ich halt die meiste Zeit so mache und tue, was allerdings auch wieder nur bedingt stimmt. Denn ich bin auch Sohn, Vater, Grossvater, Partner, Freund, Naturfreak mit einem starken Bauern- und einem anderen, ebenso starken Waldmenschen Gen, der meistens nichts mehr liebt als die Stille und das Mensch Sein im Kreise seiner Liebsten.

ein paar meiner Liebsten

Zwei Sätze, ein paar Worte aneinander geklebt, mitten aus einem, meinem Musiker da Sein und dem vollen Menschenleben gegriffen. Schnapp. Zum ersten Satz meinte die Liebste als allererstes, dass das ein richtig geiler, erster Satz in einem Buch sein sollte. Meinte Sie: in meinem Buch? Ich weiss es nicht und habe auch nicht weiter nachgefragt. Jedenfalls habe ich diese Anregung im Verbund mit ein paar weiteren, richtig guten Anregungen ihrerseits gerne angenommen und ihn als ersten Satz für diesen Blog verwendet, wohin immer uns dieser noch zu führen imstande sein wird.

photo © Zehentmayer

Nachdem ich zwischendurch immer wieder an relativ vielen Musik Universitäten in Wien und Graz, dem Berklee College of Music in Boston oder in Sachen Artist Development und A&R Management an der Donau Universität Krems, als freier Lektor für Artist Management und Development und Creative Identity sowie zahlreichen nationalen wie internationalen Workshops immer wieder neben meinen Haupt – Tätigkeiten als „touring, recording , performing und producing musician“ unterrichten durfte, habe ich da wie dort den jeweiligen Studierenden ganz am Anfang immer folgendes an ihre Herzen zu legen versucht: Wenn ihr aus Liebe zur Musik Musikerinnen oder Musiker sein wollt, weil sie eure Seele und euer Herz berührt und eure Leidenschaft dafür brennt und ihr glaubt, ohne sie nicht leben oder sein zu können, dann bitte macht es unbedingt, ohne 1 % Zweifel. Diese Liebe wird euch durch alle Täler, Gebirge, Meere, Schluchten, Wüsten, Engpässe, Herausforderungen, Dschungel, Freudentränen und Hungersnöte eines Musiker da Seins zu bringen wissen. Wollt ihr allerdings „unverschämt reich und weltberühmt“ werden, dann macht bitte lieber gleich etwas vollkommen anderes.

Liebe zur Musik

Was ist jetzt mit mir eigentlich los ? mag sich so manche oder mancher denken. Dazu kann ich euch folgendes sagen: Natürlich habe ich nicht vor zu sterben, aber wer hat das schon – zugleich sollten wir uns schon bewusst sein, dass dem immer so sein kann und deshalb das Geschenk dieses, unseres Lebens tagtäglich bewusst, in Freude und Frieden mit sich selbst, mit Freunden, Familie, den Liebsten in Dankbarkeit anzunehmen und zu geniessen.

Manchmal scheint allerdings so gut wie alles still zu stehen, und man hat absolut nicht die leiseste Ahnung, warum. Nichts haut hin, nichts funktioniert, flutscht, fliesst wie es eigentlich könnte und für lange Zeit auch konnte. Es passieren die unglaublichsten Dinge, Dinge, die man so noch nie erleben durfte oder musste, je nachdem und zugleich nehme ich alles irgendwie eher als Zuschauer anstatt als Akteur wahr, und kann nur staunen und mich wundern und sehen, wie all das, was da gerade kam, und ist, wieder vorbeigehen wird wie alles andere das kommt und geht auch.

still

Und da kam dann eben dieser Satz aus meinem Tiefsten ans Tageslicht. Stille, Stillstand, Nichts haut hin. Kommunikationsloch, Ruhepunkt, Absagen, Verschiebungen, Missverständnisse – aber auch liebevolles Verständnis, Zuhören, einfach Da sein und froh sein, dass ein paar meiner Liebsten so liebevoll da sind. Es kommt etwas Anderes, das seinen Platz braucht, Veränderung, vielleicht stirbt ja in Wahrheit etwas in einem ganz anderen Sinne: alte Lasten = Altlasten, Kram , Zeug, Schatten, der oft über Generationen mitgeschleppt und weitervererbt wird, ohne dass überhaupt noch jemand genau weiss, was und woher diese Energie eigentlich ursprünglich kam, war und / oder ist.

Brauch ich all das? Anscheinend. Hab ich nach all dem gefragt? nein. Will mir das Leben gerade etwas zeigen? Mit Sicherheit. Und jetzt? Was soll all das mit dem Musiker da Sein zu tun haben? Nichts und Alles.

Viele meinen ja ich hätte mich irgendwann dafür entschieden, Musiker zu werden bzw. zu Sein, denn ich bin meines besten Wissens schon als Musiker, als die Musik Liebender und Musikant auf die Welt gekommen, zumindest mit einer extrem starken Neigung in diese Richtung. Zuerst spielt man mal Akkordeon und dann landet man unweigerlich in Musikschulen, wo man für Schlagzeug angeblich zu talentiert ist, studiert in einer klassischen Warteschleife als Kunstschüler Fagott, bis einen die Trommeln und der Rhythmus und der Beat fest umschlungen halten, vollkommen durchdringen und einfach Teil von mir geworden sind.

Musiker und Musikannten

Man kämpft sich durch sehr schlimme, traumatische Erfahrungen mit angeblich sehr guten Schlagzeugern, die aber in Wahrheit extrem beschissene Lehrende sind, wodurch ich mir dieses Movie namens „Whiplash“ bis zum heutigen Tag erspart habe, denn das hatte ich live, im echten Leben. Diese zerstörerische und egoistisch kontrollierende und einen jeder Würde beraubende und jede Kreativität im Keim erstickende Energie brauch ich so sicher nie mehr, auch nicht im Kino. So nicht – in diesem meinem Leben will ich an dieser Art, Menschen zu unterrichten, zu unterwerfen, zu verbiegen und zu richten im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas Wesentliches mit verändern helfen. Menschen, Kinder, Studierende eben nicht zu ver- und beurteilen und sie stattdessen auf zu richten, zu ermutigen, in ihnen das Feuer ihrer Begeisterung am Brennen halten.

die Neugier wecken

Und da finden wir uns dann plötzlich, an den diversen als Kreativ- und Kunsttempel getarnten Universitäten und Colleges, wo man in erster Linie lernt, eine „professionelle Musikerin oder Musiker“ zu „werden“. Zumindest wie sich die dort zum Grossteil Lehrenden „professionelle Musiker“ vorstellen, was sie oft selbst grossteils nicht sind, sonst wären sie ja auf Tour mit den Philharmonikern, oder sängen an der Mailänder Skala oder wären auf Tour mit Lady Gaga, Alicia Keys und Billie Eilish, oder mit Lenny Kravitz, Eminem oder Esperanza Spalding im Studio..

Üben, Üben, Üben, Tag und Nacht, um nur bloss keine Fehler machen zu dürfen, der Drang nach schneller, höher, stärker, den Sieg über die Technik, das Beherrschen des Instruments oder der Stimme, absurde Wettbewerbe wie im Spitzensport, wer ist „besser“, wer ist „schneller“, wer kommt höher rauf, Competition, Siegen, Verlieren – was eigentlich? wer bekommt die meisten Gigs, in wie vielen Bands oder Orchestern spielt man gleichzeitig, in wie vielen Stilen fühlt man sich „zu Hause“, wer hat perfekt pitch, also ein „absolutes Gehör“, was mit Sicherheit viele Busfahrer und Konditoreimeister oder Stewardessen auch haben, ohne es zu wissen, was und wen hat man schon alles voll ausgecheckt, wie perfekt kann man jede noch so vertrackte Situation meistern – um was zu erreichen oder wen zu beeindrucken??? Musik, Magie und Muse gefangen als Geiseln im Wettbewerbskäfig und Leistungszeitalter – alles in den derzeitigen Trainingsprogrammen an den Kaderschmieden für sogenannte „professionelle Musiker“ gang und gäbe.

Kreativ- und Kunsttempel

Was kommt da bei raus? grossteils Bodenpersonal für diverse Orchester, von ihren technischen Skills besessene Bands und Ensembles, die man jedoch meistens nur innerhalb der Uni und College Mauern kennt, weil es dort eben in erster Linie um das „Beeindrucken“ geht und Berühren kaum bis gar nicht stattfindet, jede Menge frustrierte, zumeist erfolglose, vollkommen unentspannte „Profis“ mit zum Teil wahnsinnig überzogenen Ansprüchen an sich selbst und zugleich riesigen Ängsten vor Bewertungen, Beurteilungen, dem Angstschweiss vor dem unvermeidbaren „Fehler machen“, Aufwachen aus den eigenen Lieblingsalbträumen, auf der krampfhaften Suche nach der goldenen Chance – wofür eigentlich? nach dem heiss ersehnten Erfolg, was auch immer das für die und den einzelnen bedeuten mag? Charts stürmen, Opernengagements, Welttourneen, Wettbewerbe gewinnen, goldene Schallplatten, Streaming Weltmeister, Welthits????

with George Clinton & Parliament Funkadelic

Zum allergrössten Teil allerdings werden die meisten dieser Kader Geschmiedeten frustrierte , von den eigenen und den versprochenen Träumen und Ansprüchen enttäuschte Musiklehrer, das Lieblings Businessmodell aller Musikuniversitäten heute. Und diese lassen wir dann ungebremst auf unsere Kinder los – und diese wiederum sind dann oft bereits nach der ersten Stunde fertig mit Musik, nachdem man Ihnen von Anfang an das Konzept von „richtig und falsch“, was man ja nicht anders gelernt hatte, erfolgreich reingedroschen hat.

……

Anstatt Freude zu wecken, anstatt dem ewigen „richtig und falsch“ einmal einfach nur ein „anders“ leben und zu lassen, sie im wahrsten, ursprünglichen Sinn des Wortes einfach „spielen lassen“ – ausprobieren anstatt zu proben, mit den Tönen, mit den Geräuschen, mit den Beatz, mit den Sounds, mit den Pausen, mit Geschichten, mit Tanzen und Singen, mit den Gefühlen und Farben, laut und leise, hoch und tief und….. Stille, hören. in sich rein. aus sich raus. zu – hören und schweigen. Schauen, was da aus einem raus oder sich durch einen hindurch ausdrücken, manifestieren will, zulassen. sein lassen, geschehen lassen. miteinander entstehen lassen. Dem Spirit zwei Schritte hinten nachgehen und sich wundern, wo der überall hingeht und hin- oder herkommt.

photo © Zehentmayer

Das ist Musik. Nicht nur an der dünnen, schimmernden, beeindruckenden Oberfläche, sondern in ihrer spirituellen, heilenden, berührenden und energetischen Tiefe. Die Freude am Klang, am Rhythmus, am Song, an der kreativen Schöpfung , der Frequenz, der Energie, die niemandem ge – hört – im Konzertsaal und in der Natur, in der Kirche oder Moschee oder auf dem Festival, im kleinen Club und auf der Opernbühne. Die Kunst, Menschen zutiefst zu berühren, sie in dieses wundervolle Energiefeld mitnehmen, um sie ahnen zu lassen, wie verbunden wir in Wahrheit alle miteinander sind, in der Freude schöner Götterfunken oder der Stille berührt zu werden und sich selbst und einander wieder spüren zu dürfen.

noch ein hochtalentierter Musiker in der Familie, mein Sohnemann Aljosha Kareem

Nicht sich selbst oder wen auch immer glauben beeindrucken oder etwas beweisen zu müssen. Ich persönlich spiele schon seit Jahrzehnten nicht mehr für die Jazzpolizei, die von sich glauben, alles besser zu wissen und über jede und jeden ihr Urteil fällen zu können, was in Wahrheit meistens nur nur ihrer eigenen Unsicherheit entspringt. Und diese professionellen Jazzpolizisten gibt es überall, massenhaft, trainiert und verzogen in allen heiligen Musik – Lehrtempeln dieser Welt, in Bands, teilweise im sogenannten Fach – Publikum, überall. Eine Minderheit grossteils vollkommen unbekannter und irrelevanter Experten für musikalische Perfektion und Beeindruckung.

Jamaaladeen, Delmar & AleX „Pink Inc.“ photo © Gernot Muhr

Da gibt es dann noch die „extrem erfolgreichen Musiker“ die oft gar nicht studierte Musikerinnen oder Musiker waren oder sind? die etwas anderes zu bieten haben, und sei es nur eine gigantische Marketingmaschine im Rücken. Oder die gerade auf der täglich sich ändernden Trendwelle daher gebraust kommen .

die Welle

Und dann gibt es noch diese meine Lieblings Künstler Brut, die ich wahrhaftige Künstler nennen möchte. Die all diesen oft in Egos und Unsicherheiten wohnenden Perfektionsbullshit vollkommen transzendiert haben und die deshalb beliebt, bekannt und begehrt sind, weil Sie tatsächlich vornehmlich Menschen zu Berühren imstande sind, weil sie sich vor ihren Performances vollkommen leer zu machen wissen, von Erwartungen und von dem Drang, sich selbst oder andere beeindrucken zu müssen, befreit von ihren Egos, damit durch sie fliessen und entstehen darf und kann, was entstehen und eben Sein will.

Und viele von denen sind meistens auch als Menschen vollkommen geerdet, uneitel, bescheiden und liebevoll, sich selbst, dem Leben und allen Lebewesen gegenüber. Danke, dass es euch gibt. Und danke, für die heilende, spirituell und menschlich berührende und bewegende Energie und Frequenz der Musik. Dafür lohnt es sich, zu leben. Zu berühren und um berührt zu werden.

Steve Gadd, what a humble and sweet human being

Wieder einmal ist es, wie so oft auf der imaginären Zeitachse 11:11

Das Konzert mit der Jon Sass Destiny Band beim Jazzfestival Saafelden am 22. August wird übrigens ohne mich stattfinden

#153 I’m done with „dann“

Bewusstwerdungen während zweier wundervoller „morning talks“, zum einen mit dem sweetest heart und zum anderen in einem viel zu seltenen, aber immer auf ähnliche Art inspirierenden Austausch, beide auf eye, mind, heart and soul level, mit einem lieben und über die Jahre sehr lieb gewonnenen Freund.

morning talks

Wenn man wirklich mutig genug und tatsächlich imstande sein sollte, dem Drang und der Verlockung der Kontrollsucht, hinter der sich immer irgendeine Form von Angst verbirgt, zu widerstehen, und zwar un-ab-hängig von den eigenen, guten oder schlechten Meinungen, Bewertungen oder Einschätzungen oder denen anderer, weit jenseits aller „Für- und Wider Listen“, auf Augen, Herzens und Seelenhöhe mit dem Selbst, nicht dem Ego, und den sogenannten anderen und eben ohne Angst vor jeder Art von Überraschungen oder Herausforderungen, bereit, dem Leben das Ruder zu überlassen, und den Einladungen der Intuition, dem „deeper inner knowing“ zu folgen bereit ist, wenn man wirklich gewillt und imstande ist, durch die sich klärenden Fenster zu schauen oder durch die sich öffnenden Türen und weit offenen Scheunentore zu gehen, sofern man sich ihrer bewusst und gewahr werden konnte oder sich eben täglich darin übt, sich ihrer bewusster zu werden, dann ist man im sogenannten „Flow“, dann fliesst alles ohne grosse Anstrengungen, Bemühungen und Entbehrungen wohin „es“ eben fliessen will und zu fliessen gemeint ist.

wohin „es“ eben fliessen will und zu fliessen gemeint ist

Widerstrebt oder widersetzt man sich allerdings permanent kratzbürstig und widerwillig, oft oder immer öfter im Zweifel, verunsichert oder eben aus verschiedensten guten Gründen oder den ungeahnten Tiefen der diversen Egos diesem natürlichen Fluss der Dinge und des Lebens aus Angst vor neuen Erfahrungen, oder in dem man glaubt, gelernt zu haben, dass Über – raschungen immer böse und Heraus – forderungen immer mühsam sein müssen und man damit auf Auto Pilot quasi einem extrem ungesunden Glaubenssatz automatisch zu folgen geneigt ist, oder einen wieder einmal das Gefühl plagt, nicht genug zu sein und folge dessen permanent glaubt so viel wie nur irgendwie möglich tun, machen, und sich alles Wert – volle hart erarbeiten zu müssen, dann wird es eben ganz schnell extrem mühsam, anstrengend, herausfordernd bis zur Verzweiflung (worin das Wort Zweifel steckt), überfordernd, mega stressig und äusserst ungesund.

Über – raschungen

Sein- und Zu – lassen, was sein soll und will, das scheint mir ein Schlüssel und ein Weg zu einem er – füllteren, gelungenen Leben, ein Aus – Weg aus einem über – füllten, vollgestopften Terminkalender, penibel durchdachten Lebens- und ebenso stressigen Action Plan und Wettbewerb mit allem und jedem zu sein, ohne dem König Zufall auch nur die geringste Chance zu überlassen.

Was derzeit hinlänglich nach wie vor verwegen „Rechtsstaat§ und „Demokratie“ genannt wird, kann man in vielen derzeit anscheinend immer populäreren, eher fragwürdigen, unförmigen, vollkommen verbogenen Ausartungen sicher nicht ruhigen Gewissens zur Nachahmung oder als beste Alternative zu anderen Gesellschaftsformen empfehlen. Ich nenne dieses Monster schon seit langem „Dämonkratie“, ein Krater voller Irrer, Egomanen und Dämonen.

Dämonkratie

Es fehlt in gewisser Weise, was man in indigenen und Jahrtausende alten Stammes Strukturen einen „Rat der Weisen“ genannt hat und an einem „Führer – schein“ zur Wahlberechtigung. Auf jeden Fall eine Notwendigkeit des Vorhanden seins von etwas wesentlich Fundierterem als bloss irgend eine hochwichtige, persönliche Meinung zu haben.

Im Gegenzug bräuchte es wirklich einen „Führer – schein“ (eigentlich, bei genauerer Betrachtung ein schreckliches Wort), eine Berechtigung und Lizenz zur ordnungsgemässen, konstruktiven, rechtskonformen, nachhaltigen Verwaltung und Regierung eines Landes, eines Staates, einer Stadt oder eben eines Dorfes, der klare fachliche Kompetenz, soziale und gesellschaftliche skills, Herzensbildung, sowie kommunikative und organisatorische Fähigkeiten beinhalten muss.

Herzens – bildung

Jeder beliebige Supermarkt Superviser muss ein bis mehrere Einstellungsgespräche absolvieren, für jeden x-beliebigen Job muss man ein Bewerbungsschreiben vorlegen und sich oft über mehrere „Runden“ und Auswahlverfahren einer hoffentlich kompetenten Jury stellen, die dann entscheidet, ob man für diese Verantwortung und Aufgabe überhaupt geeignet ist oder eben nicht. Genau das fehlt in unseren Dämonkratien vollkommen und das kann es so nicht weiterhin in einem gewissen Gewohnheitsrecht und Selbstverständnis gewesen sein.

Die Zeiten von Inkompetenz an kompetenten Stellen müssen ein für allemal Geschichte gewesen sein dürfen. Im Supermarkt Regal würde alleine das antiquierte, verstaubte Konzept politischer Parteien aufgrund ihres längst und weit überschrittenen Ablaufdatums inzwischen schon lange nicht mehr stehen dürfen. Es gibt eben nicht den „dummen“ Grossteil der Bevölkerung sondern nur einen grossen, vorsätzlich dumm gehaltenen und vor allem „für blöd verkauften“ Teil der Bevölkerung.

was fehlt…..

Was gilt es zu ändern? Das kollektive und besonders: individuelle Bewusstsein jeder und jedes einzelnen, dem derzeit, mehr denn je, immer noch das Jahrhunderte alte Dogma zu Grunde liegen scheint, dass der liebe Gott , um den sich anscheinend alles zu drehen hat, Profit heisst.

Wer wird das ändern können? Diejenigen, die profitieren, also die die Sahne des mega Profits abzuschöpfen gewohnt sind und nicht im Traum daran denken, daran irgendetwas auch nur ansatzweise zu verändern, sicher nicht. Diejenigen, die von Schiss und Angst geplagt werden, nicht mehr gewählt zu werden, also sich nicht mehr durch sogenannte Wahlen wieder zu ermächtigen und die zugleich grossteils selbst Handlanger derselben Profiteure, oft der Sponsoren ihrer sündteuren Wahlkrämpfe sind, sicher auch nicht.

Müssen wir wirklich am Rande unserer an sich traumhaften Sandkiste und wundervollen Spielwiese erst dann aufwachen, wenn jede und jeder das wertvolle Spielzeug der anderen, mit denen sie oder er nicht spielen durfte, endgültig zerstören und kaputt machen konnte und tatsächlich niemand mehr spielen kann?

…..bis tatsächlich niemand mehr spielen kann

Irgendetwas klares, starkes, wertvolles in mir will das so nicht glauben müssen und hinnehmen wollen. Wie kann überhaupt etwas verändert werden? Indem man zu allererst einmal vollkommen urteils- , wert-, vorwurfs-, schuld- und beschuldigungsfrei akzeptiert und sich dessen bewusst ist, was ist. Was bleibt, ist die vorsätzlich dumm gehaltene, in einer „Dämonkratie“ gefangene, grosse, angeblich anonyme Masse, das Meinungs infizierte und dadurch alle paar Jahre auf die Wahlalm getriebene Stimmvieh.

In Wahrheit liegt es an jeder und jedem einzelnen von uns, die oder der mutig genug sein sollte, sich vom fremdbestimmten und manipulierten Konsumenten wieder in einen echten Menschen zurück zu verwandeln, sich seines Mensch seins wieder zu besinnen und die menschlichen Grundwerte, das, was die Essenz eines Mensch seins ausmacht und uns im Wesentlichen von vielen Tieren zu unterscheiden imstande sein sollte,, an sein Umfeld, seine Familie, seine Kinder und Enkel, an seine Freundinnen und Freunde und Lebensgemeinschaften weiterzugeben bereit ist: Respekt, Demut, Achtung, Hilfsbereitschaft, Gemeinschaftssinn, Verantwortung, Dankbarkeit, Toleranz, Würde, die kein Konjunktiv ist, Sich als Teil und nicht Be – sitzer oder Beherrscher der Natur und unser aller Mutter Erde oder, noch grauslicher, sich als „die Krone der Schöpfung“ zu sehen.

Und, allem voran: den Mut und ein neues Selbstverständnis dafür zu entwickeln, dass die Illusion eines perfekten Menschen, der alles nicht nur richtig, sondern möglichst optimiert und optimal gepimpt so schnell, schneller als „die anderen“, so effizient und ohne Makel und Fehler macht, einfach nur eine banale Illusion ist, eine Erfindung von ein paar extrem gechäftstüchtigen allgemeinen Verunsicherern, die durch diese in uns vorsätzlich geschürten Ängste, nicht genug zu sein, meeeega Kohle machen und sonst gar nichts. Erst wenn wir uns mit unserem fehlerhaften, unperfekt perfekten, Fehler machenden und da und dort zutiefst menschlichen, versagenden Selbst wieder versöhnen, können wir erst wieder zu dem werden, was wir immer waren: absolut liebens wert.

Mut, sich dem Leben zu stellen ohne ihm im Weg zu stehen, und sich seiner Bestimmung hinzugeben. Das verlangt grenzenloses Vertrauen in das Leben, Zuversicht und bedingungslose Liebe sich selbst gegenüber, verzeihen können und sich annehmen lernen wie man nun mal ist, auch wenn’s für die eine oder den anderen verdammt kitschig klingen mag. Den vielzitierten und oft vollkommen falsch interpretierten, eigenen Willen nicht zu missbrauchen indem man glaubt grundsätzlich gegen jede und jeden und alls sein zu müssen, was das Leben uns des Weges schickt, nur um die heisse Luft, dieses giftige Nichts des eigenen Egos zu spüren und weiter aufzublasen, sondern um zu ent – scheiden, was davon wert-, sinnvoll, herausfordernd zwar aber für mich bestimmt ist und was nicht, was mich weiter bringt, näher zu mir und meiner Essenz, und damit erst zu Dir und uns und was nicht.

die Krone der Schöpfung

Lasst uns bitte nicht weiterhin bis zum St. Nimmerleinstag taten- und vermeintlich hilflos, ohnmächtig – ohne Macht – warten auf einem alten, längst verfallenen Bahnhof, wo der Zug aufgrund eines hoffnungslos veralteten, schon lange nicht mehr gültigen Fahrplans nie angekommen sein wird. Schaut euch in den Spiegel und sagt euch: „Du bist absolut liebenswert, genau so wie Du bist“ – ruf Deine Freundin, deinen Freund, Deine Eltern, Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten, Omas, Opas, Uromas, Uropas, Deine Kinder und Enkel an oder triff Dich am besten mit Ihnen auf einen Spaziergang in der Natur, nimm Sie an der Hand und sage Ihnen genau das.

Und eben nicht eine weitere himmelschreiende Gescheitheit oder Katastrophe oder apokalyptische Verheissung nach der anderen um die Wette posten, die uns zwar noch mehr klicks bescheren mögen und unsere Egos noch weiter streicheln, ärgern oder verletzen mögen, was den Egos übrigens gleich gut gefällt, sondern uns nur noch mehr Angst macht und uns nur noch mehr lähmt und ohnmächtig fühlen lässt als wir dies ohnedies schon viel zu lange glauben fühlen und sein zu müssen….

Es gibt immer mehr scheiss Jobs, wo es um jeden Preis, koste es was es wolle, ausschliesslich um Kohle geht, wo jede Sinnhaftigkeit und Freude in weite Ferne gerückt worden sind, wofür es aber jede Menge an Aus – Bildungen, das Bildungs Aus schlechthin, und Ein – Bildungen ( welches Bild kann ich und bin ich bereit in mir zu all dem Mist noch mühsam aufrechtzuerhalten) herum gibt und wo am Montag Morgen jede und jeder schon wieder das eben zu Ende gegangene Wochenende herbeisehnt, und immer weniger Raum, an oder für etwas zu arbeiten, das einen mit Freude erfüllt oder zumindest Sinn stiftet.

Genau dort greift das Gegenargument ins Leere, dass bei einem bedingungslosen Grundeinkommen ja keiner mehr arbeiten würde, weil ein immer grösserer Teil der in Scheiss Jobs Arbeitenden sich gar nicht mehr vorstellen kann, darf oder will oder traut, dass Arbeit nicht nur das Geldbörsel, sondern durchaus auch für das Herz und die Seele , und eben auch für die Gemeinschaft erfüllend sein darf, egal wie viel man letztlich glaubt ver – dienen zu dürfen oder zu müssen.

das Gegenargument ins Leere

jetzt müssen wir wirklich mutig sein, viel mutiger als sonst, jetzt sollten wir endlich aus unserem Konsumrausch aufwachen, jetzt gilt es für jede und jeden von uns zur Be – Sinnung zu kommen, jetzt müssen wir wirklich endlich jene unter der Haut brennenden Dinge, Themen und Aufgaben in Angriff nehmen, vor denen wir uns mit tausenden faulen Ausreden feige, und vollgstopft mit lauter unnötigem Ramsch vorbei geduckt, rübergerettet, drüber gepinselt und weggedrückt haben, jetzt sollte sich mal jede und jeder in erster Linie selbst retten indem man sich seiner selbst und seiner Energie und Schaffenskraft wieder bewusst und gewahr wird, nicht die Welt retten bitte, nein! wir müssen jetzt wieder zu uns kommen, so ausser sich die meisten von uns inzwischen sind, jede und jeder einzelne von uns. Wir sind die Samen eines gigantischen sich im Gange befindlichen Aufwachprozesses einer vor sich hinschlummernden, dahinvegetierenden, narkotisierten, betäubten und scheinbar ohnmächtigen Welt. jetzt! in unsere Kraft kommen und eben nicht dann, denn dann ist es zu spät. Also: Bitte Nicht Schlafen! jetzt!

nicht schlafen! jetzt!

In manchen Berufen wird nur noch Unsinniges gemacht https://www.philomag.de/artikel/harald-welzer-manchen-berufen-wird-nur-noch-unsinniges-gemacht

Es sind die Reichen, nicht die Alten, die uns die Zukunft stehlen. https://jacobin.de/artikel/generationenkrieg-grundrente-klassenkampf-arbeitsmarkt-lebenserwartung/?fbclid=IwAR1bS_Ca3Ut7eQeA7t31lTQxOOJXhoQ2wbdxhikO4r7QLvuHxHn7AIbcVH4f

…..

„eine Lüge ist bereits drei mal um die Erde gelaufen bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht “ Mark Twain

#152 „Die Pandemie der Spaltung, die Verzwergung der Gesellschaft und die immer unüberwindbarere Schlucht zu unserem Selbst“

Wo fange ich am Besten an? Mir wird in den letzten Tagen und Stunden vieles, oft mehr als mir lieb ist, in den verschiedensten Schichten, versteckten Ecken und hintersten Winkeln meines Bewusstseins und in wahrhaftigen, aufrichtigen, sehr berührenden Gesprächen mit meinen Liebsten immer sonnenklarer und lässt mich zum Teil mit grosser Zuversicht aber zum Teil auch mit grosser Ratlosigkeit und Traurigkeit zurück. Surrender, sich dem was sein will und anscheinend gerade sein muss hinzugeben scheint das Gebot der Stunde zu sein.

spnnenklarer

Traurigkeit, weil das unfassbare Ausmass der tatsächlichen, von allen möglichen Interessensgruppen weit rechts aussen über die ärgsten Populisten bis hin zur Creme der Profitabstauber befeuerte Pandemie mir eine der bewusst in unserer Gesellschaft vollzogenen und sich nach wie vor immer tiefer, rasanter und krasser vollziehenden Spaltung zu sein scheint, indem wir uns zu aller erst durch alle zu Gebote stehenden Mittel, auf sämtlichen zur Verfügung stehenden und zur Verführung lockenden Kanälen bis auf das äusserste verunsichern lassen.

Die „Erste Allgemeine Verunsicherung“ sozusagen, um uns im nächsten Schritt systematisch, persönlich sowie im Kollektiv einschüchtern und Angst machen zu lassen und diese anschliessend mit all unserer kräftigsten Unterstützung im heiligen Talar unserer zumeist geborgten ebenso heiligsten Meinungen, die ja in den meisten Fällen Plagiate sind, also aus zweiter bis dritter Hand, diese mit möglichst viel Getöse und Gebrüll aus dem Grand Canyon der gesellschaftlichen Spaltung auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen, Arten und Unarten möglichst flächendeckend zu verbrüllen.

die Pandemie der Spaltung

In dieser Spalte, in diesen modernen Meinungs- Schützengräben finden wir uns dann erschreckend schnell in einer schecklich vereinfachenden, dualen Welt wieder, die vorgibt, dass es nur „das eine oder das andere“, nur ein „entweder oder“ , ein „hop oder drop“ zu geben scheint, mit „wahlweise“ immer nur zwei heftigst umstrittenen, heiss diskutierten sowie argumentierten Seiten aus „gehört oder gesehen haben“, „besser wissen“ und „bestens informiert und formatiert zu sein“ der ein und selben Medaille, „dafür oder dagegen“, „wir und die anderen“, „ich gegen den dummen Rest der Welt“ – um dann im „purple rain“, im lila Regen, acht- und würdelos stehen gelassen zu werden.

Prince, der übrigens diesen Song „purple rain“ komponiert und geschrieben hat, glaubte daran, dass es beim Weltuntergang lila Regen geben wird und alle, die in den Himmel kommen, im lila Regen, im „purple rain“ stehen werden. Und Regen gibt es derzeit ja wirklich mehr als je zuvor und als genug, egal wohin man blickt.

purple

Corona-bedingtes „Social Distancing“ hin oder her – es sind vor allem technische Neuerungen, die es dieser Tage erlauben, relativ enge Kontakte zu einer Unzahl an Menschen zu pflegen. Thurner weist in einer Aussendung des CSH etwa auf die Ablöse des begrenzt nutzbaren Vierteltelefons durch den Vollanschluss, über das Handy und schlussendlich zur totalen Synthese der Telefonie mit dem Internet im omnipräsenten Smartphone hin. Letztlich durch Social Media bringt das einer Vielzahl an Menschen noch bis vor kurzem undenkbare Möglichkeiten zur Erweiterung des persönlichen Netzwerkes.

Wie es unter diesen Bedingungen zu einer derartigen gesellschaftlichen Verzwergung kommen kann, hat sich das Team um den Netzwerkforscher Thurner und den Studien-Erstautor und Dissertanten am CSH und der Medizinischen Universität Wien, Tuan Pham, nun mit Hilfe mathematisch-physikalischer Methoden angenähert.

Verzwergung der Gesellschaft

Unter der Annahme, dass Menschen von sich heraus einen Zustand suchen, der möglichst wenig Stress bereitet, rechneten die Wissenschafter ihre Szenarien durch. Dabei zeigte sich, dass die virtuellen Gesellschaften sich entweder als kohärent – also von Zusammenhalt geprägt – oder fragmentiert präsentierten. Letzteres meint die Aufteilung der Bevölkerung in lauter kleine, in sich relativ abgeschlossene Einheiten, die sich untereinander prächtig verstehen, nach außen aber abgeschottet sind.

Der Wechsel zwischen den beiden Formen ging in den Simulationen abrupt vonstatten. Dieser von den Forschern „Umschlagpunkt“ genannte Effekt trat ein, sobald die Anzahl der Beziehungen der Menschen untereinander einen bestimmten Wert überschritt. Die Wissenschafter erklären das so: Ist man im Schnitt mit relativ wenigen Personen in Kontakt, hält man es eher aus, wenn ein paar davon anderer Meinung sind. „Aber sind plötzlich 20 von 100 gegen mich, halte ich das nicht aus. Ich werde diesen 20 künftig also aus dem Weg gehen. Stattdessen suche ich meine eigenen sozialen Blasen auf. Besonders einfach ist das in der Online-Welt“, so Tuan Pham.

Für Thurner sind diese Ergebnisse ein Warnsignal, folgt doch die schlagartige Fragmentierung zumindest in ihrem Modell und unter diesen Voraussetzungen „so sicher wie ein Naturgesetz“. Die extreme Polarisierung der Gesellschaft etwa in den USA und der Aufschwung von Verschwörungstheorien im Netz zeige, dass diese Gefahr durchaus real ist. „Wenn sich alle in ihren Bubbles bewegen und nicht mehr bereit sind, diese Komfortzonen zu verlassen, wie sollen wir als Gesellschaft dann noch Themen ausverhandeln und zu Kompromissen gelangen, die die Grundlage aller Demokratie sind?“, fragt Thurner. Dem mit einer dem Zeitgeist stark gegenläufigen Reduktion der Kontakte entgegenzuwirken sei jedenfalls „vollkommen unrealistisch“. (apa)

Zeitgeister

Abgesehen davon , dass die meisten von uns ohnedies schon seit längerem nicht mehr ganz bei Sinnen sind, tragen wir selbst den Grossteil dieses Gesellschaftsspiels der immer tiefere Gräben und Gräber Schauflerei, angeblich freiwillig, meistens allerdings wesentlich besser formuliert: vollkommen unbewusst, dazu bei. Sprich :

unsere Augen können meistens gar nicht mehr sehen oder er – kennen wo wir überhaupt sind, wo unsere Füsse stehen oder wer oder was uns da bevorsteht oder begegnet, sondern sie sind die meiste Zeit auf das kleinste Fenster, wie eine Remote Control in unser aller Händen in ein grösstes, virtuelles, flaches sowie oberflächliches Nichts fixiert, stundenlang, tagaus tagein. Vollkommen unbewusst, dass diese remote control UNS kontrolliert, evaluiert und als perfekte Konsumenten analysiert manipuliert und sicher nicht wir die in Kontrolle sind. Unser selbst ist inzwischen vollkommen ausser unserer Kontrolle. Kinder, ja oft schon Babies, Erwachsene sowieso, egal wo, scheinen diesen Tools hoffnungslos verfallen, bis hin zu den älteren Semestern unter uns, die noch Bücher zu lesen wussten, die die lange Weile noch schätzen konnten und erfahren durften und die, ohne diese permanente viel zu laute und blendend grelle wie schrille, destruktive Ablenkung, in der stillen Ritze der Langeweile noch so etwas wie eine eigene Phantasie, Träume und Kreativität entwickeln konnten.

sehen

unsere die meiste Zeit verstoppelten, kopfbehörten, soundbetörten Ohren hören die meiste Zeit überhaupt nicht mehr, wo wir tatsächlich sind, ob da ein Auto nahen mag oder ein Motorrad, ob uns eine Freundin von der gegenüber liegenden Strassenseite nachrufen oder erfolglos zu grüssen versucht, ob unser Kind im Kinderwagen uns möglicherweise etwas zeigen oder mitteilen will oder unsere Mutter oder unser Opa oder unsere Partnerin uns gerade um etwas gebeten haben mag – wir sind in eine andere Welt gesunken und die meisten von uns sind eben, wie gesagt und beschrieben, nicht mehr ganz bei ihren Sinnen, nicht mehr dort, wo unsere Füsse stehen, wo unser Herz uns durch das Leben zu schlagen bemüht ist und unsere Lungen uns beatmen, die meiste Zeit nicht mehr bei sondern ausser sich – verloren, lost, but not found, im Stress, im konstanten Wettbewerb um in Wahrheit Nichts, auf der steten rastlosen Suche nach dem nächst Besseren um die innere Leere mit Enttäuschungen, Erwartungen, Waren, Erfahrungen und Abenteuern aller Art aufzufüllen und vollzustopfen

…..wo die Füsse stehen

Wir spüren uns nicht mehr, wir sind mit uns selbst, mit unserer leiblichen , psychischen, seelischen und spirituellen Essenz weder in Kontakt noch in Sync, auf Grund unserer eigenen, internen, selbst geschaufelten Gräben in und quer durch unseres sich im Auflösen befindlichen Restes unseres Selbst. Was uns noch in diesem Leben festzuhalten vermag ist in vielen Fällen nur noch ein sich stetig mehr und mehr aufblasendes Ego. Und durch einen in unerwartete gedankliche Galaxien implodierenden Verstand. Durch all das und genau dort spürt sich der Grossteil von uns noch, und sonst so gut wie gar nicht mehr. Grauslich. Traurig.

wir spüren uns nicht mehr

Der Knackpunkt wird nicht eine sogenannte Coronakrise sein, die inzwischen für vieles herhalten muss was schon lange vorher den Bach runtergegangen ist und wo Ursache und Symptom = Wirkung eindeutig permanent verwechselt werden, nicht die drohende Wirtschaftskrise, nicht der immer dingender notwendige und inzwischen unvermeidbare Systemwandel, nicht die unser aller Leben bedrohende und stündlich irreversibler werdende Klimakrise sein sondern wie und ob es uns im Kollektiv und da besonders, jeder und jedem einzelnen gelingen möge, uns aus diesem Käfig und Gefängnis aus Angst, Orientierungslosigkeit, Verunsicherung und zugleich Bewertungen, Be- und Verurteilungen und der daraus resultierenden mannigfachen Spaltungen in „ich“, „ich“, „ich“, „wir“, „wirr“, „uns“ und „die anderen“ zu befreien.

Man weiss ja wirklich beim besten Willen nicht mehr, wem oder was man glauben soll oder darf. Da werden von den unverschämtesten Lügnern auf diesem Planeten, die so nebenbei auch noch einige riesige und manchmal auch relativ kleine Länder regieren, grosse und kleine Städten oder Dörfer verwalten, Fakten und Tatsachen zu „Fake News“ gestempelt und Lügen und haarsträubende Unwahrheiten als Tatsachen und die jeweiligen Bevölkerungen als dümmer „verkauft“als sie tatsächlich sind.

Man hat der Wahrhaftigkeit systematisch den Teppich unter dem wohlstandsverwahrlosten Arsch weggezogen, und man hat uns wissentlich und vorsätzlich extrem raffiniert aus dem Hier und Jetzt auf eine nie enden wollende Jagd nach der und dem „nächst Bessern“ gehetzt und uns zusätzlich mittels eines Dauerfeuers und eines Bombardements an vollkommen ungesunden, grossteils digitalen und medialen Ablenkungen, Verunsicherungen und gezielten Manipulationen von unserer heiligen inneren Stimme, unserem tiefen Wissen, unserer Intuition entkoppelt.

entkoppelt, aus dem Zusammenhalt gerissen

Und da rennen wir jetzt. In einem imaginären, immer schneller werdenden Wettbewerb um das recht haben, um möglichst als erster anzukommen, wo nie jemand wirklich ankommt, in Angst vor Schutzmasken oder der Angst, keine zu tragen, in der Angst vor Impfungen oder der Angst angesteckt zu werden, in der Angst zu versagen und der Angst , nicht um jeden Preis , koste es was es wolle, gewinnen zu können. In der Angst nicht schön und nicht gut und nicht effizient genug, generell „nicht genug“ zu sein.

In der Angst zu verlieren ohne wirklich zu verstehen, was es tatsächlich zu gewinnen gäbe, wenn man sich aus diesem Irrsinn an ungesunden, destruktiven Frequenzen und Energien herausholen und heraushalten könnte, mit dem Finger immer auf „die anderen“ zeigend, die immer die Dümmeren, die Langsameren, die Naiven, die Aluhutträger, die Uninformierten, die Verschwörungstheoretiker, die Trotteln, die Verschwörer, die Ignoranten, die Ahnungslosen, die Spalter sind ohne zu verstehen, dass dieser Finger in Wahrheit immer auf einen selbst zeigt, da „die anderen“ nur ein äusserer Spiegel für den eigenen inneren Kampf, Wahn- und Irrsinn sind.

die anderen

Keine Ruhe, keine Stille, kein Innehalten, kein sich Besinnen, kein Atmen, kein Zu – Hören, Keine Ge – lassen – heit, kein Ver – trauen, kein Aufwachen wollen aus einem bösen kollektiven Albtraum, weil man könnte ja etwas versäumen, etwas „nächst Besseres“, auf keinen Fall darf es fad werden oder sein, völlig entkoppelt von unserem kollektiven SEIN, von der Mutter Natur sowieso, deren Teil wir sind und immer waren, die uns zwar nicht „gehört“, die aber sehr wohl alles „hört“ und „spürt“ und „reagiert“, wie alles, was jede und jeder sich denkt oder nicht denkt, sich bewusst oder unbewusst ist, glaubt oder nicht glaubt alle anderen immer mit – be – ein – flusst und be – trifft, so unglaublich das auch klingen mag. Frag nach bei der Quantenphysik – die hat das schon lange voll gecheckt.

Wie auch der innovative Holzbau – und gesunden Wohnraum Entwickler Erwin Thoma vollkommen zu Recht meint: „“Das schwierigste ist, die Haltung des Menschen zu verändern. Wir haben kein technisches Problem. Da haben wir alle Technologien und Know How an der Hand und zur Verfügung. Wir haben ein Haltungsproblem. Wir müssen begreifen, dass alles Leben ständig miteinander agiert. Also bitte nicht die Welt retten, nicht die Welt verändern, sondern rette Dich, verändere bitte Dich. In die Kraft gehen , und sich selbst verändern, das verändert die Welt. Ganz sicher.“

Und am sogenannten irdischen Ende dürften wir, gut möglich, zu der Erkenntnis gelangt sein: Es geht und ging um gar nichts in dieser menschlichen Experience eines spirituellen Daseins namens „Leben“, ausser sooft wie möglich, als Gast auf diesem wundervollen Planeten, wahrhaftig bei und mit allen Sinnen, aller Phantasie und Kreativität im Einklang mit unseren Bedürfnissen, Träumen und Potentialen in einem sozialen und verantwortungsvollen Miteinander, bei vollem Bewusstsein, dass wir zugleich immer auch die anderen sind, da zu sein, anwesend, präsent, bei sich und auf Augen-, Herzens- und Seelenhöhe miteinander und einander behilflich und einander unter – stützend, ohne über – heblich oder unter – drückend zu sein. Im Hier und Jetzt. Und sonst gar nichts. Nada. Leere. Nirvana.

es geht um nichts