#93 „Was meint das Herz…..?

Die besten und schönsten Dinge der Welt
können wir nicht sehen, ja nicht einmal berühren.
Wir müssen sie mit dem Herzen fühlen.
(Helen Keller)

Man sieht und hört
nur mit dem Herzen gut.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Seit Aristoteles haben wir offenbar nichts dazugelernt.
Wir wissen seit Aristoteles, was Demokratie ist.
Wir wissen, wie das soziale Gefüge zu verstehen ist.
Aber letztlich sind wir doch Barbaren geblieben.
Es wird sich erst etwas ändern,
wenn wir durch das Herz den Verstand ausdeuten.
(Friedrich Schiller)

…..

Du kannst nichts über Liebe lernen,
Liebe erscheint auf den Flügeln der Gnade. (Rumi)

Das Wort, das aus der Seele kommt, das setzt sich ganz bestimmt ins Herz!
(Celaleddin Rumi)

Als ich bei Google „Stimme des Herzens“ eingegeben hatte, kamen als erstes unzählige Links und Verweise auf einen japanischen Manga Zeichentrickfilm selben namens und dann in weiterer Folge, unter ferner Liefen: Herzintelligenz. Als Herzintelligenz bezeichnet man, so meint zumindest „Secret Wiki“, eine Form von Intelligenz, die ihren Sitz im Herz hat. Die Herzintelligenz steuert das Gehirn und wirkt rundum wohltuend auf unseren gesamten Organismus – wenn man sie bewusst gewähren lässt.

wohltuend für unseren gesamten Organismus

Das reguläre Wikipedia meint in Sachen „Stimme des Herzens“ – hier heisst es anscheinend „emotionale Intelligenz“, folgendes: „Manche Autoren stellen die emotionale Intelligenz als Gegensatz zum klassischen Intelligenzbegriff dar. Tatsächlich geht es um die Erweiterung der klassischen Vorstellung von Intelligenz, in der lediglich kognitive und rein akademische Fähigkeiten als Voraussetzung für den Erfolg im Leben betrachtet werden.“

Im Weiteren geht es fast ausschliesslich darum, wie man Emotionen am besten „beeinflussen“ kann, damit sie bei der Erreichung von Zielen helfen, was angeblich der Kern der Selbstmotivation sein soll und die Kreativität sowie die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen fördern soll. Und dann geht es noch um „Empathie“, die laut dem Autor Coleman ein weiteres „Tool“ ist, welches man dafür einsetzen kann, zu erkennen was andere fühlen. Man kann dem zu folge viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer erkennen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Und schon sind wir bei Begriffen wie „leadership ability“, das bewusste „Umgehen“ mit den Gefühlen anderer in Beziehungen und bis zur Endstation: Manipulation. Grauslich.

Erreichen von Zielen

Was für ein merkwürdiges Verständnis und welch absurde Herangehensweise an „die Stimme des Herzens“ soll das denn sein bitte??? Also was ich da herauslesen könnte, ist, , dass Emotionen a) mit der Stimme des Herzens gleichgesetzt werden, was man mit Sicherheit diskutieren sollte, und b) eher unangenehm und unangebracht sind, und besten Falls dazu da sind, in welche Richtung und zu welchem Zweck auch immer manipuliert zu werden. Die eigenen Gefühle genau so wie die der anderen. Aber sie einfach haben und stehen lassen, ohne sich von Ihnen in Besitz nehmen zu lassen, findet , hier zumindest, im genossenschaftlichen analogen Duden, überhaupt nicht satt. Das scheint mir eher das zu sein, was vermutlich eher das Hirn, der Verstand zur Stimme des Herzens zu sagen hätte und zu meinen glaubt. Jedenfalls ein weiterer, bester Grund eher, bis so oft und konsequent wie möglich auf die Stimme des Herzens als auf den Verstand und seinen arroganten Bruder „Intelligenz“ zu hören, wenn man sich darauf vertrauen traut. Etwas mutig sollte man da schon sein.

etwas mutig sollte man da schon sein

Entscheidungen, ein Lieblings Betätigungs- und Minenfeld des Verstandes, müssen ohnedies nur deshalb in oft langwierigen Prozessen getroffen werden, solange wir von den, ebenfalls vom Verstand reichlich zur Verfügung gestellten Zweifeln bis auf weiteres gepeinigt werden wollen. Wer auf die Stimme des Herzens zu hören und ihr ohne Zweifel zu vertrauen gelernt hat, dem können diese ganzen Entscheidungsprozeduren und oft sinnlos und unnötig schmerzhaften Prozesse und die damit oft einhergehenden Probleme herzlich egal sein, und stattdessen sich lieber und wesentlich entspannter dem Ruf, den Wegweisern, dem Flow des Lebens hingeben. Im Verstand wohnt die Sucht nach Drama, nach Begründung durch seine Lieblingsfrage „warum?“, aber auch die Emotionen, besonders die intelligenten und seine Missgeburt namens Zweifel. Im Herzen allerdings wohnt ein tiefe , innere Weisheit, die weiss, ohne beweisen, begründen, abwägen oder sich erklären zu müssen. Aber eben nur, wenn man dieser Stimme ohne 1% Zweifel, was auch Zweifel ist, zu vertrauen weiss.

die Stimme des Herzens

Meine Liebste hat mich in den ersten Monaten unseres noch frischen gerade einmal Kennen gelernt Habens und mehr oder weniger mutig den Stimmen unserer Herzen folgend und uns einander sehr langsam, äusserst vorsichtig und rücksichtsvoll nähernd, gebeten, mich mit ihr zu treffen um Pro und Kontra Listen miteinander auszutauschen, was für und was gegen einen möglicherweise zukünftig gemeinsam zu gehenden Lebensweg sprechen könnte. Zugegeben: die äusseren und inneren Umstände sowie die damals aktuellen Rahmenbedingungen als Basis für die Chance einer gelungenen Beziehung waren alles andere als ermutigend, berauschend oder easy cheesy einfach. Sie Mutter von drei jungen Burschen und gerade frisch aus Wien raus in ein Haus im Wienerwald gezogen, und ich, damals allein lebender Vater von zwei erwachsenen Kindern und Opa zweier noch jüngerer Enkeltöchter nach einer längeren Be – Ziehungspause, also einerseits quasi genug des „Ziehens“ und andererseits unsicher, ob ich nach einer doch längeren Zeit des alleine Lebens überhaupt noch sozial kompatibel für irgendeine gesunde Form eines inspirierenden Miteinander sein könnte.

pro und kontra

Nun, in Anbetracht der Tatsache, dass ich in sie und ihre genialste Zahnlücke der Welt bis zum heutigen Tag, über 6 Jahre später, genau so verliebt bin wie damals und ich sie damals wie heute genau so bedingungslos liebe und inzwischen noch bedingungsloser lieben lernen durfte, und zwar nicht by Choice, also auf Grund einer bewussten Entscheidung sondern by Destiny, auf Grund einer Bestimmung, auf einen ganz klaren Zu- und Aufruf der Stimme meines Herzens ohne 1% Zweifel, war dieses Ansinnen für mich damals wie heute trotz aller bestehenden Einwände und Be – „denken“, vollkommen absurd. Für sie inzwischen auch 😉

Destiny

Ich wusste allerdings damals schon , dass es keine grossen und kleinen Entscheidungen gibt, sondern dass jeder vor sich her Schieber oder Schneepflug einer Entscheidung Zweifel heisst. Dass man immer die Wahl hat: Das Gefühl und die Sorge, etwas un – bedingt so gut wie möglich ent – „scheiden“ zu müssen, also ein hin- und herwälzen von Argumenten, Perspektiven, Be – „denken“, Rat – „schlägen“, sogenannten „Fakten“ und „Tat“ – Sachen, Ängsten, Emotionen, Zweifel oder Gedanken und, und, und…., also allesamt eine freudige und jubelnde, stetig wachsende Kinderschar des Verstandes, oder einfach ohne Zweifel der Stimme des Herzens folgen und ihr voll zu vertrauen. In meinem Leben war das besonders bei sogenannten „grossen“ Entscheidungen, die nur gross und immer grösser wurden, je mehr Gehirne glaubten, sich daran beteiligen oder ein – mischen zu müssen, die immer beste Wahl. Anfangs noch mit etwas Bauchkribbeln aber im Nachhinein betrachtet, immer, ohne Ausnahme, die beste Wahl ever.

die beste Wahl ever

Tatsächlich hören wir alle diese Stimme. Wir wissen um den Willen unserer Seele, immer, in jeder einzelnen Situation. Die Frage ist nicht, wie wir sie hören lernen, sondern wann wir endlich anfangen, ihr zu vertrauen. Wie oft hatte ich mir gesagt: „Ich habe es geahnt!“, wie oft musste ich mir hinterher eingestehen, dass ich eigentlich längst wusste, welche Entscheidung zu treffen war, ich wollte es nur nicht wahrhaben! Der erste Schritt auf dem Pfad der Intuition ist deshalb das Eingeständnis und Vertrauen darauf, dass wir alle über dieses tiefe Wissen verfügen, dass wir gehalten und geführt werden – wenn wir das wollen.

der Wille unserer Seele

Dem Verstand behagt das überhaupt nicht. Er möchte verstehen und methodisieren. Es ist der Verstand, der fragt: Wie erkenne ich denn die Intuition? Die Antwort lautet: Du? Gar nicht! Intuition ist weder eine Funktion des Verstandes, noch kann sie von ihm begriffen werden. Der Intuition folgen bedeutet, einer Ebene zu vertrauen, die tiefer liegt als der Verstand, die als feines Spüren eines tiefen Wissens unterhalb all der Gründe, Einwände, Überlegungen, Zweifel und Erklärungen existiert. Der Intuition zu folgen bedeutet tatsächlich in vielen Fällen, Dinge zu tun, die der Verstand eben überhaupt nicht begreift, die nach allem was wir wissen vielleicht überhaupt keinen Sinn ergeben. Es bedeutet, unser Leben in vielen Fällen wenn überhaupt erst hinterher staunend zu verstehen, rückblickend zu erkennen, wie sich die einzelnen, scheinbar zusammenhangslosen Punkte unseres Weges zu einer meisterhaften Geschichte verbinden. Es bedeutet, unsere Pläne und die Strategien immer wieder aufzugeben, und statt dessen mit dem Moment zu fließen.

mit dem Moment fliessen…..

Ein wissenschaftlicher Grund, warum wir auf unser Herz hören sollten, ist, dass unser Herz elektromagnetische Felder ausstrahlt, welche sich auf Basis unserer Gefühle verändern. Wir denken unser Gehirn sei mächtig und ja, das ist es auch. Es erzeugt auch elektromagnetische Felder, aber unser Herz ist 100.000 Mal elektrisch stärker und 5.000 Mal magnetisch stärker, als unser Gehirn.

Ein weiterer, wissenschaftlich belegter Grund ist, dass unser Herz mehr Informationen unserem Gehirn sendet, als das Gehirn dem Herzen. Haben wir in der Schule nicht beigebracht bekommen, dass unser Gehirn den ganzen Körper und all seine Abläufe und Prozesse steuert? Das „Kontrollzentrum“ unseres Körpers bekommt tatsächlich mehr Informationen von unserem Herzen, als es diesem sendet. Wer hält die Show also wirklich am Laufen? Ist es unser Gehirn oder ist es unser Herz? Unser Herz weiss bereits, oft schon lange im Voraus, oder sagen wir noch besser, es ist ihm schon lange vor der hin- und her Denkerei bewusst, wovon unser Gehirn, unser Verstand, nur träumen können.

träumen

Das Herz hat seine Gründe,
die der Verstand nicht kennt.
(Blaise Pascal)

#92 „Beton“

Als ein in der vormals wundervollen Oststeiermark mit ihren sanften erotischen Hügeln aufgewachsener Jugendlicher, ursprünglich in Irdning, in der schon eher schroffen Obersteiermark geboren, dann von meinen Eltern im zarten Alter von 6 Jahren zuerst widerwillig, heute mit grosser Dankbarkeit für die beste Kindheit von allen nach Kirchberg am Walde, in Grafendorf bei Hartberg deportiert und später in Gleisdorf bis zu meinen Teenager Tagen in das dortige Gymnasium gehend aufgewachsen, wo ich dann schlussendlich freiwillig, zwecks Matura Abschlusses, mit 16 in das mir inzwischen ebenfalls ans Herz gewachsene Burgenland emigrierte. So komme ich jetzt, nach Umwegen über Boston, NYC und Berlin inzwischen seit mehr als 20 Jahren in Wien lebend, nur mehr relativ selten in die Oststeiermark. Vornehmlich um dort meine Mutter zu besuchen, die inzwischen mit Ihrem Mann in eben diesen sanften Hügeln über dem Raabtal um Gleisdorf wohnt und lebt.

die sanften erotischen Hügel der Oststeiermark

Ich kenne diesen traumhaften, inzwischen traurig schockierenden Blick von der Schloss Freiberger Gegend aus auf das einst fruchtbare, grüne, pumperlgesunde und damals vornehmlich landwirtschaftlich genutzte Raabtal seit mehr als 45 Jahren sozusagen wie meine Westentasche und kann die inzwischen grossflächige Verwüstung, Verunstaltung, Vernichtung und Zubetonierung wertvollsten landwirtschaftlich nutzbaren Bodens zugunsten riesiger Fabriken, in denen grossteils Scheiss und Ramsch produziert wird, den wirklich, auf guat steirisch, keine Sau braucht und in 10 bis 15 Jahren mit Sicherheit auch kein Mensch mehr brauchen wird, schlicht und einfach nur mit fassungslosem Entsetzen, allergrösster Abscheu und einer riesigen Portion Wut im Bauch gegenüber treten.

systematische Zubetonierung, anscheinend alles egal

Was geht da in den für ein derartiges Verbrechen an der Natur, der Landschaft, dem Landschafts – Bild und schlussendlich auch an der Lebensqualität von Mensch und Natur und Nahversorgung Verantwortlichen in deren Köpfen, in deren Herzen und in deren offensichtlich nicht vorhandener Verantwortung und anscheinend vollkommen abhanden gekommener, auch nur in irgendeinem Ansatz von nachhaltiger Zukunftsvision, allen jetzt dort leben „müssenden“ und vor allem allen zukünftigen Generationen gegenüber vor ??? Ein sehr ähnliches Bild kenne ich von meinen morgendlichen Radtouren raus aus Wien Richtung Norden entlang der Donau aus dem Grossraum Klosterneuburg bis hinauf nach Tulln. Der genau gleiche, identische Wahn – und Irrsinn einer grössenwahnsinnigen, verirrten, verpeilten, Gehirn gewaschenen sowie zerstörerischen Truppe Unverantwortlicher und inkompetenter Macher an verantwortungsvollen und Kompetenz erfordernden Positionen , die offensichtlich tatsächlich in dem Ihnen eigenen Wahn zu glauben scheinen, bzw. es uns trefflich glauben weis machen zu können, fortschrittlich, modern und zukunftsorientiert zu sein und auch so zu handeln.

Lebensqualität

„Wir haben in Österreich beim Brotgetreide bereits jetzt nur mehr einen Selbstversorgungsgrad von 86%, bei Kartoffeln von 80%, bei Gemüse nicht einmal 50% und bei Soja sogar nur 15%. Vom Beton können wir nicht abbeißen.“ so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung und stv. Aufsichtsratspräsident der ÖBB-Holding .

Wir sind beim Flächenverbrauch – trotz abnehmender Tendenz – Europameister im negativen Sinn. Wir haben die höchste Supermarktfläche und das dichteste Straßennetz. Allein in den letzten 25 Jahren haben wir hierzulande durch Verbauung 150.000 Hektar Äcker und Wiesen verloren. Das entspricht der gesamten Agrarfläche des Burgenlands. Wenn man bedenkt, dass uns täglich weitere Agrarflächen für die heimische Lebensmittelproduktion in der Größenordnung von aktuell rund 20 Fußballfeldern abhandenkommen, dann ist diese Entwicklung grob fahrlässig. Nur mit ausreichend Boden sind wir in der Lage die Selbstversorgung nicht weiter zu gefährden.

grob fahrlässige Entwicklung

„Wir können uns nicht mehr selbst ernähren“
Und das hat Konsequenzen: „Wir können uns nicht mehr selbst ernähren“, sagt auch Biologin Ursula Stockinger vom Naturkundemuseum in Graz, die sich mit dem Thema beschäftigt hat. „Wenn wir das nicht können, müssen wir Nahrungsmittel zukaufen – und dafür werden anderswo Flächen gerodet.“ Außerdem sind Wiesen wichtige Speicher von CO2 – es gilt: je weniger Grünflächen, desto mehr Klimawandel. In den Städten verhindert der Beton Abkühlung in den Sommernächten.

Überschwemmungen drohen
Und auch bei Naturkatastrophen spielt das eine wichtige Rolle: „Lockerer Boden ist wie ein Schwamm“, erklärt Stockinger. Ist er zubetoniert – oder auch durch zu schwere Erntemaschinen zerstört -, kann der Boden das nicht. Bei starkem Regen drohen Überschwemmungen. Das hat Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen, aber auch auf Wirtschaft und Tourismus. Stockinger: „Obwohl wir das alles wissen, machen wir weiter.“ Wie leider auf vielen anderen Gebieten auch, zumeist befeuert und getrieben von einer unermesslichen Arroganz und Ignoranz und , im wahrsten Sinne des Wortes, „bodenloser“ Profitgier.

Klimawandel

„Wir haben eine Raum-Unordnung“, sagt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der ÖHV. „Österreich ist zersiedelt. Es wird von den Ländern zu wenig kontrolliert.“ Ähnlich sieht Stockinger die Lage: „Wenn am Land gebaut wird, dann auf super Agrarflächen. Es wäre gut, die Raumordnung vollkommen zu überarbeiten.“

„Was einmal tot ist, bleibt tot“
Deswegen sollte die Divise laut den Experten lauten: Alte, leer stehende Gebäude renovieren statt neue auf die grüne Wiese stellen. „In Österreich gibt es 40.000 Hektar leer stehende Immobilien“, erklärt Weinberger. „Es ist aber nach wie vor günstiger, neu zu bauen.“ Es sei große Vorsicht geboten, denn: „Was an Boden einmal tot ist, bleibt tot.“

Selbstversorgung good bye

Offensichtlich geht es aber wo anders auch durchaus anders wie der folgende Artikel der Zeitschrift „Profil“ zeigt: Profil Update am 19.2.: Wiener Neustadt reagiert auf die von profil im Folgenden öffentlich gemachte Studie des Umweltbundesamts und verhängt eine Bausperre für das gesamte Stadtgebiet.

Der Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hat es geahnt. Seine florierende Gemeinde im Süden Wiens ist im Begriff, Geschichte zu schreiben. Sie könnte die erste komplett zugebaute Stadt Österreichs werden – und das noch vor dem Jahr 2050. Wiener Neustadt hat 6100 Hektar Gesamtfläche, 40 Prozent davon sind bereits verbaut. Weitere 1330 Hektar sind heute zusätzlich als Bauland gewidmet. Wächst die Stadt weiter wie bisher, so neue Modellrechnungen des Umweltbundesamts, wird sie bald keine freien Äcker und Wiesen mehr haben. Nur das kleine geschützte Wäldchen im Südwesten bliebe übrig.

was einmal tot ist, bleibt tot

Bürgermeister Schneeberger will das nicht zulassen. Vor allem die einzigartigen Trockenrasen seiner Gemeinde, auf denen im Spätfrühling das silbrig glänzende Federgras im Wind wogt und die selten gewordenen Ziesel ihre Gänge graben, sollen nicht angerührt werden. „Da können Sie mich beim Wort nehmen.“ Schneeberger ist seit vier Jahren im Amt. Wiener Neustadt bade aus, was seine Vorgänger verbrochen hätten, sagt er. 2017 hat er ein externes Planungsteam mit einem Flächenentwicklungsplan beauftragt, der 2020/2021 fertiggestellt werden soll. Den Wiener Neustädtern mache das Zubetonieren große Sorgen, sagt der Bürgermeister. In Bürgerversammlungen beraten sie nun darüber, wie ihre Gemeinde in Zukunft aussehen soll. Rückwidmungen schließt Schneeberger nicht aus. Er verspricht: „Über die bereits gewidmeten Flächen hinaus wird es keine Neuwidmungen außerhalb des Stadtkerns geben.“

Natur

Wie wird das restliche Österreich 2050 aussehen? Bauen wir weiter wie bisher, werden bis dahin weitere 5260 Quadratkilometer Grünfläche verschwinden – das entspricht dem Doppelten der Fläche Vorarlbergs. Eine Studie des Umweltbundesamts hat nun für die kommenden Jahre vier Regionen analysiert, die beispielhaft für ganz Österreich stehen: Wiens Süden, die Umgebung von Leibnitz in der Steiermark, das Inntal in Tirol und das noch recht landwirtschaftlich geprägte Waldviertel, das ebenfalls zunehmend zersiedelt wird. „Dabei geht nicht nur fruchtbares Ackerland verloren, sondern auch wertvolle Lebensräume der Kulturlandschaft wie artenreiches Grünland, Streuobstwiesen und Moore“, sagt Studienautor Franz Essl von der Universität Wien. Das dramatische Sterben der Tiere und Pflanzen (70 Prozent sind seit 1986 verschwunden; siehe profil 03/2019) wird weitergehen. Der Flächenfraß beschleunigt zudem den Klimawandel: Verschwindet zu viel Boden unter Asphalt, wird er zum Speichern von Wasser und CO2 unbrauchbar. Naturkatastrophen sind programmiert. (Profil)

Lebensräume

Und so sieht ein weiterer, derzeit neben einer irren Agrarsubventonsstrategie der EU für Grossunternehmer und einer massenproduzierenden Agrarindustrie in Zeiten, wo inzwischen schon jedes kleine Kind weiss, dass die gesunden Strukturen immer klein sind, ein weiter Bauern vernichtender Wahn- und Irrsinn aus:

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Langer Rede kurzer Sinn: Es ist da wie dort immer und immer wieder das genau Gleiche, das ewig gleiche und selbe Muster, welches sich immer klarer und inzwischen für immer mehr und Menschen eindeutig nachvollziehbar herauskristallisiert: Beton im und vor dem Kopf bewirkt und verursacht Beton auf Äckern, Wald- und Wiesenflächen. Wie wir mit der Natur umgehen, ist nur ein Spiegel dessen, wir wir Menschen mit uns selbst umgehen: lieblos, verantwortungslos, in einem ständig fiktiven Wettbewerb, immer auf der rasenden und ruhelosen Suche nach dem „nächst Besseren“, auch nach einem „nächst besseren Menschen“, weil wir einfach nicht glauben wollen oder können, genug zu sein, weil wir nicht verstehen können, dass es nicht nur OK , sondern einzigartig wunderbar ist, „perfekt nicht perfekt“ zu sein, weil was IST wir entweder überhaupt nicht mehr wahrzunehmen noch zu schätzen noch zu umarmen geschweige denn zu lieben imstande sind.

Beton vor dem Kopf

Und so läuft er uns immer schneller davon, der Fort – Schritt, unserer tiefsten und eigentlichen Bestimmung, ganz Mensch sein dürfen, uns als das bedingungslos anzunehmen und lieben zu können einschliesslich alles Wunderbaren, nicht Perfekten, was eben genau das, diese Essenz beinhaltet und ausmacht. Ein digitalisiertes Leben in Beton mit künstlicher Lunge, falschen Titten, geborgtem Geld, Umschulung statt Bildung und virtueller künstlicher Intelligenz in Anbetracht all dieser realen, analogen Dumm- und Blödheit zwar irgendwie auch verständlich, wird allerdings das, was wir noch „Leben“ nennen können, nicht zu retten imstande sein.

Beton aussen und innen

Weil die künstliche Intelligenz vergessen, bzw. nie ein Bewusstsein dafür entwickelt haben wird, worum es für uns fühlende und bewusste Wesen eigentlich geht: nicht um mehr und mehr und schneller und höher und effizienter und optimierter und profitabler und immer besser kalkulierbareres unmenschliches zu machen und zu „Tun“ sondern um wieder ein wahrhaftiges „Mensch Sein“ zu verwirklichen und ein solcher auch bleiben, zumindest wieder werden zu dürfen. Denn diese Erde wird ohne Zweifel wesentlich besser auch vollkommen ohne uns, ohne unsere kollektive Ignoranz, Ohnmacht und Dummheit und auch ohne jede künstlich konstruierte Intelligenz besser als zuvor und besonders JETZT auszukommen wissen.

#91 „Nach der Pandemie – zurück in die Normalität oder nutzen wir die Chance für den Umbau in eine neue Gesellschaft?“

…..oder muss uns dieses oder ein anderes oder das nächste Virus, dieser kleinste und zugleich älteste aller Erdenbewohner, so lange nerven, lahm oder stillegen, bis wir aufwachen „müssen“? bis uns gar nichts anderes mehr übrig bleibt als unsere Gesellschaft, unsere Herangehensweisen und Gewohnheiten von Grund auf ändern zu müssen, nur des nackten weiter Lebens auf diesem Planeten wegen? „Damit wir endlich alle so schnell und so gut wie möglich wieder in die Normalität zurückkehren können, was ja in Wahrheit jeder will und alle wollen“ so vor ein paar Tagen unser Kanzler in einem kurzen Interview für den ORF zur Situation der derzeitigen extrem schrägen Lage. Oder erst heute in einer der unzähligen, weiteren, frag- bis merkwürdigen Pressekonferenz Inszenierungen: „Österreich ist ja Testweltmeister!“ Hauptsache Österreich ist Weltmeister, wurscht wobei und worin, so scheint es.

Dass die Politik und ihre Protagonisten zu einem Grossteil mangels besserer, kreativer und tatsächlich „innovativer“ Ideen so bald und so schnell wie möglich wieder wollen, dass alles wieder so sei und wieder werde, wie es war, mag sehr gut sein. Zumindest wären deren Sponsoren, Auftrag- und Geldgeber damit am glücklichsten und als erste ganz sicher extrem begeistert und hoch erfreut einverstanden. Parteien, ein inzwischen fast vollkommen ideologiebefreites, via Meinungsforschung und Sponsoring, Lobbying und Förderungen aber auch immer öfter durch Korruption, Verachtung der internationalen Menschenrechte und Profitgier gesteuertes und verkommenes Fossil, wie zusätzlich durch Börsen, deren Kurse und Aktiengesellschaften befeuerte Automobilindustrie, eine Industrie der fossilen Brennstoffe, Atomindustrie, Nahrungsmittel – und Agrarindustrie, Textilindustrie, Tourismusindustrie, Immobilienindustrie , Pharmaindustrie und wie sie derzeit noch alle heissen mögen…..

es braucht dringend eine vollkommen neue Gesellschaft

Sie alle wollen natürlich, besser gestern als morgen, genauso skrupel- und verantwortungslos weiter wurschteln und weiter wirtschaften, ausbeuten, billigst, in Wahrheit auf unser aller Kosten produzieren und unter möglichst grossem Profit, teuer wieder an uns als Sonderangebot und Schnäppchen getarnt und dem Ettiket „Billig“ verkaufen, mindestens so erfolg – reich wie bisher, idealerweise noch gnadenloser, unter noch grösserer Ignoranz verschiedenster Rechte im Namen des alles rechtfertigenden Gottes Profit, koste es was es wolle, vor allem: koste es UNS was es wolle, und da besonders unseren Kindern und Kindeskindern und allen nachfolgenden Generationen. Nach ihnen und UNS die Sintflut.

…..Sintflut

Schauen wir doch einmal, wer da derzeit aller auf den Mars drängt: die Chinesen, die Russen, die Amerikaner und die Europäer, durchwegs die grössten Schweindln in Sachen Umweltschutz, die wildesten Weltverdrecker, Piraten, Räuber, Diebe und Ausbeuter Nummer 1 – weil sie hier inzwischen so gut wie alles vernichtet, ausgeschöpft, ausgebeutet und ausgeraubt haben, in der vollkommen irren Annahme, dieser Planet und die darauf befindlichen Schätze aller Art würden tatsächlich Ihnen gehören, Ihnen, ihren Bonzen, Konzernen, Industrien, Shareholders und Diktatoren, nur Ihnen allein und wir dürfen uns unsere Krümel unserer natürlichen Anteile teuer erkaufen.

Die so genannte „Normalität“ ist doch haargenau jener Zustand und hoffentlich bald Ex Status Quo, der uns überhaupt erst in diese Schwierigkeiten, zu diesen Katastrophen und in diese potentiellen Bedrohungen, unter anderem durchaus auch für einen potentiellen „Omnizid“, die hartnäckig wiederkehrende Idee der Selbstauslöschung des Menschen, gebracht hat. Allem voran die inzwischen oft und immer öfter vergessene, vielem allerdings zu Grunde liegende Klimakatastrophe, wo wir uns bereits jenseits einer überhaupt noch möglichen Umkehr befinden.

JA und Nein

Egal ob es sich um daraus direkt resultierende Pandemien oder zunehmende Polkappen Schmelzungen aufgrund eines weltweiten Temperaturanstiegs zum einen und zugleich rasant fortschreitenden Wassermangel andererseits handelt. Eine Flucht und Reiss Aus in Richtung Digitalisierung und „Künstliche Intelligenz“ im verzweifelten Versuch, das Zepter über Mutter Erde und die Natur endgültig ganz an sich zu reissen, in der Illusion, Gott und Schöpfung zugleich spielen zu können. In einer unglaublichen Arroganz und Ignoranz dem besseren Wissen gegenüber, dass bisher jede Hochkultur genau an diesem Punkt in der Geschichte immer schrecklich auf ihre gesellschaftliche, menschliche und existentielle Schnauze gefallen ist um sich schlussendlich selbst zu zerstören, weil eben der wahre König Zufall sowie das Unerwartete, das nicht Kalkulierbare und Unvorhersehbare immer noch sehr reale Faktoren sind und auch weiterhin sein werden, obwohl die einäugige Technologie Elite und die Wissenschaft, die Wissen aber oft nicht Weisheit schafft, das so nie und nimmer auf ihren Schirmen haben oder sehen, geschweige denn, stehen lassen wollen.

Schätze

Und was machen wir? Wir schauen grossteils nicht nur zu, sondern machen Vollgas mit und beteiligen uns als eingeschüchterte, scheinbar ohnmächtige und offensichtlich abhängige Handlanger dieses grenzenlosen Irr- und Wahnsinns so effizient, optimiert, gecoacht, fit und schön und gepimpt, so unglücklich, verpeilt, verirrt, deprimiert, desillusioniert, verzweifelt, manipuliert, verleitet, verkauft, ängstlich, krank und burned out wie möglich, nur um „eine tolle Karriere“ zu machen, um um jeden Preis dazu zu gehören, unsere immer teurer werdenden Mieten zu schwingen, um uns weiterhin unser Fast & Junk Food, die durchwegs Antibiotika, Spritzmittel und Gen manipulierten Lebensmittel, die uns um jeden Preis und auf alle Fälle zustehenden all inclusive Billigts Urlaube im Billigst Flieger, unsere heiligen Schrott – Autos, die sich kaum eine oder einer mehr leisten kann (unsere Umwelt kann sich das schon lange nicht leisten), die neuesten Mobiltelefone und Ipads, die in ausbeuterischer Frauen- und Kinderarbeit unter schlimmsten Bedingungen weit weg von unserer Wahrnehmung und Vorstellung hergestellten Billigst- sowie DesignerKlamotten, unsere individuellen Illusionen und unser eigentlivh vollkommen grundlos beschissenes Dasein, das wir immer noch trotzig „Leben“ nennen, weiterhin irgendwie leisten, jonglieren und vor uns selbst rechtfertigen zu können, um dann schlussendlich als „Konsumenten“ , nicht Menschen mit Würde und Respekt, ausgepowert, ausgenützt und benutzt, verbraucht, unglücklich, kraftlos, desillusioniert, aller Träume und Hoffnungen beraubt und krank möglichst scnell und idealerweise als erste, im Burn Out, im Grossstadtdschungel, im Obdachlosenheim, auf der Intensivstation oder am Friedhof angekommen zu sein. Bravo! Diese Normalität können wir inzwischen wirklich sehr, sehr gut.

angekommen…..

Da wollen wir alle wirklich so schnell und so unbedingt wie möglich, um jeden Preis wieder hin? echt jetzt? ich kann und will das einfach nicht glauben, dir nicht, mir nicht, uns nicht, niemandem. An dieser Stelle empfehle ich eine kleine, erfrischende Wanderung durch diese meine vorangegangenen Blogs :

#90 „das nicht perfekte Wunder „Mensch“ oder als unsere Fehler fliegen lernten“ https://pimpmyband.live/2021/02/28/90-das-nicht-perfekte-wunder-mensch-oder-als-unsere-fehler-fliegen-lernten/

#89 „JA – Wir dürfen unsere Träume leben…..“ https://pimpmyband.live/2021/02/25/89-ja-wir-durfen-unsere-traume-leben-auch-wenn-wir-nie-gelernt-haben-wie-das-geht/

und #Über Leben’s Fragen – Fragen zum Leben“ https://pimpmyband.live/2020/11/28/46-uber-lebens-fragen-fragen-zum-leben/

JETZT ist die beste Zeit, Aufzuwachen, Aufzuwachen zum Menschen in uns, zur Mutter Natur in uns und UNS als Teil dieser wunderbaren Erde und der Mutter Natur, indem wir bescheiden und in Demut, nicht Hochmut, unser imaginäres Zepter über diese MuttervErde wieder aus der Hand geben und in die Hände der Natur der Sache legen, um uns vom ferngesteuerten Konsumenten wieder in bewusste, wahrhaftige Menschen zu transformieren, unsere sogenannten Fehler und vermeintlichen Mängel, die untrennbarer Teil dieses Mensch seins sind, endlich wieder zu umarmen, sie als Teil dessen, wer und was wir sind, unseres unvollkommenen, wunderbaren Mensch Sein’s, wieder liebevoll anzunehmen, anstatt dem Phantom einer künstlichen, emotionsbefreiten und „perfekten“ Intelligenz so schnell wie möglich hinterherzulaufen, und keiner weiss mehr wohin und wozu eigtnlich.

Genug ist genug. Jede und jeder von uns ist genug. Es ist genug von allem für jede und jeden da, auch wenn man uns permanent das Gegenteil einzureden und einzuhämmern versucht, indem man uns Angst macht, indem man uns in einen sinnlosen Leistungsgesellschaftlichen Wettbewerb nach dem anderen hineindrängt und Stress, Druck, Zweifel, Wut, Neid, Unzufriedenheit, die Angst, etwas zu verpassen und Spaltung, Verzweiflung und Hass aufzuzwingen versucht.

inne halten

JETZT ist die Zeit, innezuhalten, uns dessen zu besinnen, worum es überhaupt geht, uns unseres Mensch Sein’s, unserer Essenz wieder voll und ganz bewusst zu werden, den Käfig der Konsumenten und des Konsums, des Neids, des vollkommen sinnlosen Wettbewerbs und Stresses, der Gier und des Geizes, der alles andere als geil ist, hinter uns zu lassen, uns gegenseitig zu helfen, zu inspirieren, unsere Kreativität und Phantasie zu nutzen, uns gegenseitig zu unterstützen, und gemeinsam dem ganzen Irr- und Wahnsinn Einhalt zu gebieten, indem wir schlicht und einfach bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, für uns, für unser Potential, für unsere Träume, für unser HIER und JETZT, für unsere gemeinsame Zukunft, schlicht und einfach nicht mehr mit – machen sondern einfach besser machen, weil wir es besser können, weil wir es verdienen, weil wir genug sind, weil wir es uns wert sind, weil wir in der Tiefe unseres Wesens wert – voll, liebe – voll und fried – voll sind, im Sinne von“ Stelle dir vor, es ist Krieg und Keiner geht hin“

mit einander und gemeinsam ❤

www.butbeautiful-film.com

#90 das nicht perfekte Wunder „Mensch“ oder: als unsere Fehler fliegen lernten

Liebe Mit Menschen , den Anstoss zu diesem Blog lieferte zum einen ein wirklich aufrüttelnder, sonnenklarer, zukunftsdüsterer Artikel in der NZZ, der Neuen Züricher Zeitung, den mir ein lieber Freund vor ein paar Tagen zukommen hat lassen, zum anderen eine Diskussion mit einem anderen wert – vollen Freund zum Thema „Träume“ und schlussendlich ein mir in den letzten Jahren besonders ans Herz gewachsenes Ritual namens „Morning Talks“ mit meiner herzallerliebsten Lebensfrau und Partnerin durch Dick und Dünn.

…..durch Dick und Dünn

Her einmal zum erwähnten Artikel in seiner vollen Länge:
https://epaper.nzz.ch/index.cfm/epaper/1.0/share/facebook?defId=6&publicationDate=2021-02-26&newspaperName=Neue%20Z%C3%BCrcher%20Zeitung&pageNo=19&articleId=282058699&signature=A4C758A1F8B3B15F7AEEE801F37C136990EF944E

Kurz gefasst geht es um ein Phänomen namens „Omnizid“, die hartnäckig wiederkehrende Idee der Selbstauslöschung des Menschen. Es geht dabei nicht um den Untergang allen Lebens, sondern allein um den des menschlichen. Es geht unter anderem um die Ambivalenz des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Selbst auf avanciertem Entwicklungsniveau erweist sich eine Zivilisation als nicht gefeit gegen Einbrüche des Unerwarteten und Zufälligen, vielleicht ist sie auf einem solchen Niveau erst recht vulnerabel. Wir reden heute von der Selbstverbesserung, ja Selbstüberwindung, die etwa in der Vision einer machbaren Unsterblichkeit Gestalt annimmt. Die Ironie der gegenwärtigen Pandemie liegt nicht zuletzt darin, dass sie uns brutal aus den posthumanistischen Träumen einer einäugigen Technologie-Elite schreckt.

…..die einäugige Technologie Elite

Zu den wesentlichen „Gefahren“ in Richtung eines gut möglicherweise uns allen bevorstehenden Omnizids verweist der Autor auf Folgendes: Eine Studie des bekannten Future of Humanity Institute in Oxford listete 2008 die acht grössten existenziellen Risiken auf, das heisst die Wahrscheinlichkeit einer Auslöschung der menschlichen Spezies, falls bestimmte, als riskant erachtete Ereignisse einträfen. Zuoberst auf der Liste solcher Ereignisse rangiert Nanotech-Terrorismus, es folgen künstliche Superintelligenz, Kriege (generell), künstliche Pandemien, nukleare Konflikte, Unfälle in der Nanotechnologie, natürliche Pandemien, nuklearer Terrorismus. Klimawandel dagegen ist eine globale Katastrophe, bedeutet aber nicht zwingend einen Omnizid: Ein «privilegierter» Teil der Menschheit würde wahrscheinlich überleben.

der Klimawandel ist eine globale Katastrophe

Der Autor Eduard Kaeser ist Physiker und promovierter Philosoph. Er ist als Lehrer, freier Publizist und Jazzmusiker tätig. Er beschliesst seinen Artikel mit folgender Überlegung:

Der Astrophysiker Frank Adam spekulierte im Besonderen, dass wir deshalb keine extraterrestrischen Zivilisationen entdecken, weil sie dieses Auslöschstadium bereits erreicht haben. Wir sollten diesen Gedanken nicht als kindische Fantasy oder apokalyptische Prophetie abtun. Denn wir sind als globale Gemeinschaft dank moderner Technologie bereits derart dicht vernetzt, dass sich die Folgen einer lokalen Inzidenz massiv und schnell ausbreiten können. Covid-19 schärft hoffentlich jetzt den Sinn für diese Dimension unserer Prekarität.

…..keine kindische Fantasy

Selbst wenn wir die Pandemie mit grosser Wahrscheinlichkeit «überwinden», sollten wir den Gedanken des Omnizids nicht auch gleich verabschieden. Wir betreiben damit nicht zivilisationskritischen Katastrophismus, vielmehr kommen wir zur Einsicht: Das kollektive Projekt Menschheit verzichtet auf die Idee, das Zepter über die Erde zu führen. Wir haben gelernt, mit den fundamentalen Naturkräften zu rechnen und zu spielen, aber das bringt nur unsere eigene Unberechenbarkeit ins Spiel. Freunden wir uns deshalb mit dem Gedanken der Selbstauslöschung als unserem stillen Begleiter an. Er markiert eine neue zivilisatorische Reifestufe im riskanten 21. Jahrhundert.

fundamentale Naturkräfte

Unser kollektives und individuelles Ziel muss nicht zuletzt in Anbetracht dessen sein, uns gemeinsam aus unseren Komfortzonen raus zu bewegen, auch wenn wir sie in ihrer Unbequemlichkeit noch so sehr schätzen und um jeden Preis festzuhalten gelernt haben mögen, zu wagen, uns einfach mutig auf dieses gemeinsame Abenteuer, diese mehr denn je dringende Reise zurück zu uns selbst, zu unserer Essenz, auf die Frage „worum es eigentlich überhaupt geht“, einzulassen. Diese Frage, die kaum bis niemand mehr stellt, obwohl wir alle schneller denn je dahin rasen, so effizient, optimiert wie noch nie zuvor, aber inzwischen keiner mehr wirklich weiss wozu, weshalb und wohin das Ganze eigentlich gehen oder führen soll. Hauptsache wir sind als erste dort. Aber eigentlich muss es doch dahin gehen, wo das Ziel ein neues individuelles und kollektives Bewusstsein ist, das kein fixes Konzept, keine Methode, keine Formeln oder starre ideologische Konditionierungen oder Glaubensrichtungen braucht, damit wir gemeinsam wirklich wieder neu erfahren können und miteinander lernen dürfen, was „Mensch sein“ überhaupt für ein Wunder ist. Wo wir uns buchstäblich wieder neu kennen „lernen“ dürfen. 

worum es überhaupt geht…..

Diese rastlose Suche nach dem stetig „nächst Besseren“ oder die stete Angst vor dem nächst Schlechteren, all die Zweifel, aufgrund derer man sich permanent mit schwierigen Entscheidungen herumplagen muss, die man alle getrost links liegen lassen könnte, würde man der Intuition des Herzens vertrauend dem Flow des Lebens folgen, all die Bemühungen um „Digitalisierung“ und Anstrengungen um eine „künstliche Intelligenz“, was weder Ziel noch ein gesunder Weg sein kann, sondern Symptom des ein und selben Wahn – Sinns ist, Hand in Hand mit einer generellen Überhöhung und Überbewertung des Verstandes unter der gleichzeitigen Verleugnung und Verdrängung unserer Gefühle, unserer Weisheit und unserer Herzens Intuition, in dessen Geiselhaft wir als Menschheit inzwischen nicht nur als Individuum sondern kollektiv genommen worden sind.

in der Geiselhaft des Verstandes

Anstatt ihn als das zu verwenden und einzusetzen was der Verstand und das Denken schlicht und einfach ist, ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger, „unser“ Werkzeug und nicht umgekehrt. All das bringt uns ebenfalls in riesigen Schritten immer weiter und immer schneller von dem weg, wer wir eigentlich sind und wieder bewusst sein dürfen müssen: eben nicht perfekte wunderbare Menschen, die immer mehr auf dem Weg in die von Ihnen selbst kreierte Illusion eines Perfektionismus in einer rasenden, immer  schneller werdenden Fahrt in eine Sackgasse auf eine Mauer zu zu rasen im Begriffe sind, an die Mauer unseres eigenen Friedhofs, unseres eigenen kollektiven Grabsteins.

Kollektiver Grabstein

Gerade dieser Artikel zeigt ja ganz klar, auf welchem Trip wir inzwischen gut möglich schon sind bzw. schon lange geschickt worden sein könnten, bzw. dass ein derartiges Szenario eines Omnizids sicher nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Man muss einfach nur einmal ganz genau hinsehen, auf uns bzw. auf das, was von uns inzwischen übrig geblieben ist: 

wir lassen uns inzwischen alle ganz einfach und immer leichter auf die unendliche Jagd nach der oder dem nächst Besseren schicken, weil kaum jemand glaubt, geschweige denn, weiss, in seiner Imperfektion genug, einzigartig, wunderbar und grossartig zu sein und sich niemand mehr der Tatsache bewusst sein oder werden will, dass der einzige, winzige Punkt auf der ebenso imaginären Zeitachse, der Moment, der Augenblick, das Hier und Jetzt ist, wo alles Leben und Sein tatsächlich existierend stattfindet und IST. Und so rasen wir auch an diesem wahrhaftigen Punkt, an dem alles IST permanent abgelenkt, verkabelt, verstöpselt, maskiert und getrieben, permanent haarscharf an der Realität, an unserem Selbst und Sein, an unseren Lebens Geschenken, Chancen und am König Zufall vorbei.

der winzige Punkt, an dem alles IST

Weil wir unseren angedichteten Mängeln, Fehlern, für die wir immer bestraft oder ausgelacht wurden, permanent auf der Hetze nach der Illusion „Perfekt“ und“ Perfektionismus“ hinterher jagen, oder vor unserem nicht perfekten selbst davonlaufen oder wir uns hinter der Illusion des Perfekteren, Besseren hinterher jagen lassen, in einem Wettbewerb, den kein Mensch je gewinnen wird können, weil ein wesentlicher Teil des Mensch seins eben Fehler inklusive, das nicht Perfekte, Emotionen und all das wundervoll menschliche IST.

Erst wenn wir uns dieser Tatsache wieder liebevoll begegnen und sie akzeptieren und umarmen können, wachsen unseren Fehlern Flügel auf dem Flug in unser aller wunderbares, einzigartiges Selbst, zu unseren Herzens Träumen und in unser Potential, das sehnlichst und geduldig auf seine Entfaltung wartet.

Träume, und unser Potential, sie zu verwirklichen, wartet geduldig auf Entfaltung

Ein wunderbares, konkretes Beispiel für „fliegende Fehler“ und was ich damit exemplarisch meine ist folgendes: Meine Liebste arbeitet als Deutschlehrerin in Kursen namens „Deutsch für Ausländer“ (was für ein armer bzw. erbärmlicher Titel, der alleine einen Blog wert wäre) mit einer Reihe hoch interessierter, engagierter und ambitionierter Flüchtlinge aus Afghanistan, Persien, Syrien und anderen Ländern, aus welchen auch Du und ich geflohen wären, hätten wir dort leben müssen.. Manche erzählen im Rahmen dieser Kurse dann Geschichten, wo deutlich wird, dass sie gewisse Vokabel oder Formulierungen entweder noch miteinander verwechseln oder sinngemäss noch „falsch“ verstehen und schaffen dadurch Formulierungen und Worte, die grammatikalisch und sinngemäss nicht richtig verwendet, also „falsch“ = Fehler sind, aber sind damit oft viel näher am sinngemässen Kern einer Aussage, auf die jemand, der der deutschen Sprache mächtig ist, so nie und nimmer kommen würde, die aber dadurch unfreiwillig und unbewusst ein wunderbares neues Fenster auf eine vollkommen andere Wahrnehmung und oder Beschreibung eines Umstandes öffnen als jemand korrekt deutsch sprechendem nie und nimmer in den sinn kommen würde. Genau da wachsen den Fehlern Flügel, und sie beginnen zu fliegen, wenn man sich dem tieferen Sinn des Gesagten bewusst werden kann und sich die Chance auf eine neuen Blick oder ein neues Wort durch eine „Fehler“ Bewertung nicht im Ansatz vernichtet.

ein neuer Blick

Viele von uns trauen sich ja immer öfter nicht mehr wirklich „Leben“ aus Angst, Fehler zu machen, aus der Sorge, falsche Entscheidungen zu treffen, aus einer Verunsicherung, aus Zweifeln, lauter Kinder des Verstandes und wagen es gar nicht mehr, auch nur im entferntesten daran zu denken, ihre Träume zu leben oder sie leben zu dürfen oder davon leben zu können. Die meisten, die sich ein Herz gefasst haben, diese Ängste hinter sich zu lassen, haben allerdings wesentlich mehr positive Geschenke, Freude, inneren Frieden, Glückseligkeit und Lebenskraft erhalten als Ent – Täuschungen erlitten. Sie haben den Mut und ihr Vertrauen in das Leben wieder gefunden und fragen sich dann oft, worauf sie eigentlich so lange gewartet haben, warum sie solange im Kerker der Angst vor dem Fehler machen, der Sorge, nicht perfekt zu sein, den Zweifeln, Über – Leben zu können, verharrt sind , anstatt bedingungslos dem Ruf ihrer Träume zu folgen, sich dafür Räume schaffen und Platz machen.

unseren Fehlern wachsen Flügel

Ein wesentlicher Schlüssel zum Tor der Befreiung vor der Angst, Fehler zu machen oder nicht perfekt zu sein, ist dem inneren Richter und Bewerter und Verurteiler enmal ganz klipp und klar zu sagen, einmal die ewig kommentierende Klappe zu halten, was einen sofort auch vom Drang befreit, andere, das Gegenüber permanent beurteilen, verurteilen und / oder bewerten zu müssen. Das ist nicht, wie irrtümlich oft behauptet, „Selbstreflexion“ sondern „Selbstsabotage“, ein Anschlag auf den wunderbaren, wenn auch nicht perfekten, gefühlvollen und oft ängstlichen Menschen in uns , den wir erst einmal wieder bedingungslos lieben lernen dürfen, das heisst: sich als nicht mehr perfekten Menschen anzunehmen und zu akzeptieren. Und damit lösen wir uns automatisch, alles und jede und jeden anderen verurteilen zu müssen und wir nähern uns damit in riesen Schritten der Freiheit, nicht fehlerlos und perfekt sein zu müssen, wie wir und das Gegenüber einfach nie und nimmer sind, waren oder sein werden , sondern in Frieden mit unserer „perfect imperfection“, mit unserem perfekten nicht Perfekt sein müssen unsere Fehler fliegen lassen können, weil sie oft Tore zu ungeahnten Welten sein können, und nicht immer aussschleisslich schlimm, falsch, negativ und böse sein müssen.

Wir müssen dann nicht mehr auf der Jagd nach Vor – Bildern oder Influenzern unsere Lippen aufspritzen, oder Busen korrigieren, oder uns längere Schwänze einbauen lassen, oder Nasen und Kinn, Bäuche und Ärsche korrigieren lassen um scheinbar perfekter auszusehen wie inzwischen viele und täglich tausende andere mehr anstatt unverwechselbar, einzigartig wundervoll – voller Wunder sein zu dürfen. Wir müssen dann nicht mehr tausende coaching Lessons, Überlebenskurse, Therapiestunden und Selstoptimierungsseminare belegen oder buchen, uns nicht mehr freiwillig zu diesem oder jenem pimpen lassen, um nur ja noch effizienter und noch schneller zu werden, fitter anstatt gesünder, uns den Arsch weg zu optimieren, inhaltlich Besseres mit immer grösserem Zeit- und Energieaufwand, zumeist für andere, alles zu geben und zu leisten bis zum Umfallen, in den Burnout, in die Depression, im Vollstress auf diesem Horrortrip in eine heuchlerische Perfektion, die eine einzige unmenschliche, äusserst ungesunde Illusion ist, die alles in uns zerstört, was uns zu den wunderbaren, einzigartigen Wesen auf diesem einzigartigen Planeten macht: zum nicht perfekten Wunder Mensch.

das nicht perfekte Wunder Mensch

Alles Liebste, Gesundheit und Aufwachen uns allen, AleX

Sometimes weak and wan, sometimes strong and full of light. The moon understands what it means to be human. Uncertain. Alone. Cratered by imperfections.
TAHEREH MAFI

# 89 „JA, Wir dürfen unsere Träume leben, auch wenn wir nie gelernt haben, wie das geht“

Untertitel: Vergeuden wir bitte unser Wert – volles, kost – bares Leben nicht mit einer Krankheit, in Frustration und Missmut, in Selbstzweifeln, an der Leine von Süchten, Mobiltelefonen, Vorurteilen, Zweifeln oder in Angst, nur weil wir es in der Schule oder zu Hause sehr wahrscheinlich nie besser gelernt haben.

Träume leben

Anstoss für diesen Blog war mir zum einen eine sehr inspirierende Online Zoom Diskussion in bester Gesellschaft mit ein paar sehr kreativen Köpfen der Sonophilia Foundation gestern Abend, deren Mitglied ich seit ein paar Monaten sein darf und bin, zum anderen mein Herzens Bildungsprojekt eines „etwas anderen mit- und voneinander Lernens“, welches ich inzwischen seit Jahren versuche, zuerst leider vergeblich in Istrien, und jetzt im Südburgenland oder wo auch immer es entstehen möchte, bei der Geburt in diese unsere Welt zu verhelfen, die genau das mehr denn je braucht und wo heute Morgen bei mir ohne Zweifel der berühmte Groschen gefallen und ein Schlüssel zu dessen Verwirklichung und Umsetzung durch das Fenster meines Bewusstseins geflogen kam und last, but definitely not least: mein eigenes Leben, das meiner Liebsten und deren Kinder, die Leben meiner Eltern, Kinder und Enkelkinder und das der meisten Menschen, die ich kenne. Es be – trifft uns alle!

Herzens Projekt

Gleich mal eines vorweg: ich will hier sicher nicht Krankheit, in welcher Form auch immer, „bagatellisieren“ oder einen Aufruf zu einer Verleugnung oder Verdrängung einer solchen starten. Ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil: ich möchte euch nur aufgrund meiner eigenen Geschichte, verschiedener sehr bewusster Beobachtungen, Erzählungen und Erfahrungen ermutigen, sie zu umarmen und zusammen mit euren Selbstzweifeln, Ängsten und oft miesem Vertrauen in unser Selbst in euer grandioses, einzigartiges Potential, das nur sehnlichst darauf wartet, wachgeküsst und verwirklicht zu werden, an der Hand zu nehmen und frohen Mutes mitten rein in den Traum eures Lebens zu gehen.

…..mitten rein in den Traum

Nun – was ist denn „der Traum“. Das ist jener Traum, von dem viele ganz genau wissen und von dem sie sagen, dass sie „schon immer davon geräumt haben“ dies oder das zu sein, zu tun , zu leben – dafür, damit und auch davon. Er ist ein „Pointer“, ein Wegweiser oder Hinweis, welcher oft zusammen mit unseren Neigungen und Talenten uns die Richtung zeigt, wo es wirklich in Richtung des in uns schlummernden Potentials lang geht.

„Pointer“ AleX & Jamaaladeen Tacuma

Was ist Krankheit? Jeder Krankheit liegt immer ein gewisses „aus der Balance geraten“ zu Grunde. Es ist ein manchmal leises, aber oft auch extrem starkes Signal des Körpers, dass mit der Seele etwas nicht stimmt bzw. etwas sich nicht mehr in Balance befindet. Unser Körper , unsere Organe, unsere Billionen von Zellen, jede einzelne von ihnen, machen tagaus, tagein, Tag und Nacht nichts anderes als diese unserem Da Sein innewohnende Balance aufrechtzuerhalten bzw. ausgleichend zu wirken, wenn das eine oder andere, bewusst und viel öfter unbewusst durch verschiedenste äussere Einflüsse, Gifte, Viren, einseitige Ernährung etwa, oder durch innere Einflüsse wie Angst, Frustration, Zweifel, Wut oder oft selbst gestrickten Problemen, die allesamt ausschliesslich in unserem Verstand gedeihen und wohnen, ins Schwanken oder Schleudern geraten ist.

Balance – Foto © Sandra Mauerhofer

Wie ich schon in früheren Blogs kund getan habe, bin ich mit einer heimtückischen Erbkrankheit namens „Morbus Crohn“ auf diese wunderbare Welt gekommen, ein Gendefekt gewissermassen. Die Krankheit bzw. diese Veranlagung wird psychosomatisch getriggert und löst heftigste , äusserst schmerzhafte Entzündungen des Verdauungstraktes , vornehmlich des Dünndarms, aus bis hin zu Darmverschlüssen oder einem Phänomen namens Fuchsbau, wo der Darm sich alternative Routen oder Ausgänge zu anderen Organen oder direkt in die Bauchdecke baut. Ich wurde damit das erste mal wie aus heiterem Himmel in einer Zeit in meinen early 20ies konfrontiert, als ich psychisch hoffnungslos überfordert war, zum einen durch eine Schnapsidee meinerseits, den anstehenden Wehrdienst nicht wie die meisten meiner Freunde beim Zivildienst sondern bei der Militärmusik zu absolvieren und ich zugleich auf dem Weg war, Vater zu werden, mit einer Frau, die, so wie ich selbst, mitten in ihrem Studium war.

Himmel blau

Nach furchtbaren , schmerzhaften Jahren, in denen ich zwar als Musiker europaweit auf Tour war, deren Details ich uns hier aber gerne erspare und mehrmaligen, buchstäblich in allerletzter Minute lebensrettender Operationen, zahllosen verbrannten Therapie- und Psychologiestunden stellten sich meine Seele und mein Körper eines Tages ganz klar folgende Frage: Will ich mein wiedergewonnenes Leben und meine Träume leben und eben mit dieser Krankheit an Bord ohne Kompromisse weitermachen oder mich in diverse Selbsthilfegruppen einschreiben, mich um eine Invalidenpension bemühen und so weiter und so fort. NEIN, ich wollte meine Träume LEBEN, so oder so – und dann passierte etwas wirklich einzigartig, Wunderbares aufgrund dieser Klarheit ohne 1 % Zweifel: Ich war fortan, inzwischen immerhin über 30 Jahre lang, vollkommen beschwerdefrei, ohne Medikamente und ohne eine einzige weitere Operation, bis zum heutigen Tag.

Träume leben – on Tour mit Lenny Kravitz

Ich hatte meinen Fokus, meine ungeteilte Aufmerksamkeit ganz klar und deutlich auf das von mir so geliebte, wunderbare Leben, auf meine Träume, die gelebt werden wollten und mein in mir schlummerndes Potential und nicht auf meine Krankheit gerichtet, ohne sie je zu verleugnen, und ich bedanke mich jeden Tag Frühmorgens für das Geschenk jedes neuen Tages, dass alles so sein darf und ist wie es eben ist. Es gibt auch andere, mindestens genau so wunderbare Beispiele wie einen in den Rollstuhl gefesselten und an diverse Beatmungsgeräte angeschlossenen Steven Hawkins, was ihn nicht daran hinderte, seinen Traum zu leben und einer der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit geworden zu sein.

Das Gift, welches unsere Träume lähmt bis stilllegt bis unter vielen Schichten von Vorurteilen, Dogmen, der Angst vor Beurteilungen anderer, vor dem Fehler machen und dem sinnlosen und alle Träume und das Selbstwertgefühl vernichtenden Trip, perfekt sein zu wollen, oder sich diese oder jene Hürde oder Prüfung selbst aufzuerlegen, bevor man sich gestattet, nur sich mal wieder seiner Träume zu ent – sinnen oder dem nicht bestehen können vor den eigenen Erwartungen oder den ausgesprochenen oder selbst zusammengedachten Erwartungen anderer, dieses Gift heisst immer „Zweifel“ und/oder „Angst“, beide ausschliesslich Kinder unseres angeblich so verdammt wichtigen Verstandes, der in den seltensten Fällen wirklich „klar“ das ist, was er ist: ein Werkzeug.

Humor und Lachen hilft, nicht immer, aber oft

Über das perfekte Leben kann man sicher stundenlang philosophieren, reden und eine wissenschaftliche Arbeit nach der anderen verfassen, wo es eigentlich ja nur gelebt und geliebt werden will, und unsere geliebten Träume nur eine Chance bekommen wollen, tatsächlich gelebt zu werden. Und da bin ich natürlich sofort auch bei einem höchst gefährlichen Gift namens „Schule, Lernen und Bildung“. In der Schule wird uns leider meistens als allererstes buchstäblich die Schneid abgekauft, auch nur im Entferntesten daran zu denken, sich an die Verwirklichung der eigenen T-Räume zu machen, sondern man wird von Tag eins an mit zumeist tonnenweise sinnentleerten Informationen und kognitivem Wissen zugestopft und niedergeballert, welches kaum eine oder einer je wieder für ein glückliches, erfülltes Leben brauchen kann, bis da schlicht und einfach sich nichts mehr traut, verwirklicht werden zu wollen. Bis da keine Ritze mehr frei ist, wo wir auch nur durch einen kleinen Spalt auf unsere Träume hingucken und uns ihrer überhaupt noch gewahr werden könnten.

T – Räume

Was bleibt sind Selbstzweifel, Ängste, Frustrationen, Zwänge, Süchte, Sorgen, Probleme, extrem schlechtes Vertrauen in ein vormals inspiriertes, kreatives und enthusiastisches Selbst, unglückliche und vollkommen von ihrer Lebensbestimmung und ihren Träumen abgeschnittene, perfekte Konsumenten und reihenweise Bewerber um Bullshit Jobs. 1% Zweifel ist auch Zweifel und ein noch so guter Rat – Schlag ist auch immer ein „Schlag“.

mit Schlag – Foto © Eckhart Derschmidt

Man muss sicher nicht perfekt sein, um grossartig sein zu können. Jeder Fehler ist immer auch eine Chance, ein Tor zu einem Weg, den man so vermutlich sicher nie gegangen wäre und wo man ja einfach mal schauen kann, ob es da gut und man gerne weitergeht oder es lieber bleiben lässt und eine andere Route wählt. Oder wie es der persische Dichter Rumi so wunderbar zu sagen wusste: „Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise, und möchte mich verändern.“

der Weg

Diese wunderbare Weisheit, die nicht aus den Untiefen des so gut wie permanent aktiven und über allem herrschenden Verstandes kommt, sondern aus den Tiefen der uns alle verbindenden Essenz und der dort schlummernden Stille, erklärt so vieles Wunderbares. Klug sein und „Denken“ ist gut, und hat sicher auch seinen Sinn und seine Berechtigung, aber das gesunde, richtig angewandte Denken als das, was es ist, ein Werkzeug, und seine Handhabe will wirklich gelernt sein. Dieser Beipackzettel ist leider schon viel zu lange verloren gegangen.

Family – mom, daughter, son in law and them granddaughter princesses

Wir leben allerdings in einer Zeit, wo wir alle mehr oder weniger unfreiwillig Opfer dieses Werkzeugs geworden sind, lost, verloren, vorgeführt von unserem Verstand und einer unglaublichen, noch nie da gewesenen Überhöhung des Stellenwertes des Denkens und der Intelligenz, davon vollkommen in Geiselhaft genommen. Als wäre das wirklich alles, was ist, was einen Menschen zum Wunder Mensch macht.

Family – mom and sun 😉

Ja sicher, da sind auch noch die Gefühle, Erinnerungen, Konditionierungen, aber die kommen alle auch genau von dort her und wachsen auch genau dort. Ja dort, nicht im Herzen, dort wohnt und wächst de Intuition. Was wir nie in der Schule gelernt haben, warum weiss wohl niemand, ist die Tatsache, dass wir nicht sind, was wir denken, dass wir extrem gut beraten wären, uns nicht mit unseren Gedanken und Gefühlen zu identifizieren, weil sie uns schlicht und einfach nicht gehören. Genau so wenig wie „unsere“ Biographien oder diese sogenannten, oft hart erarbeiteten Lebens – Läufe und unsere oft besonders bedeutungsvollen „Persönlichkeiten“. All das sind nichts anderes als mehr oder weniger grosse Wolken am Himmel, all das kommt und ver – geht aber auch wieder, immer, während wir, unser Bewusst – Sein der Himmel hinter diesen „Wolken“ ist.

Wir sind der Himmel hinter den Wolken unserer Gedanken und Gefühle

Mein spiritueller Lieblings Lehrmeister neben Eckhart Tolle, der aus Jamaika stammende, in England aufgewachsene und in Portugal lebende und lehrende Mooji hat eine Bewusstwerdungs – Technik entwickelt, die er Selbstevaluierung nennt. Dies basiert darauf, sich frei und leer zu machen von allem, bis sich das tief in uns schlummernde Potential zu zeigen und zu entfalten bereit ist. Weit jenseits der Gedanken, des Denkens und der Gefühle und die durch unseren Verstand kreierte eigene Persönlichkeit und die stets vom Ego gesteuerte Wichtigkeit. Das kann ich als erste Lektion und Anregung auf dem Weg zu unseren Träumen nur herzlichst empfehlen.

Die Lotsen und die treibenden Kräfte zur Verwirklichung unserer Träume und zur Entfaltung unseres Potentials sind Mut, Zuversicht, Hingabe, Vertrauen in unser Potential und unser Selbst, Friede, Freude, Stille und die Liebe, nicht das Denken oder der Verstand, sondern mit Hilfe des Denkens und des Verstandes im Sinne eines Werkzeugs. Machen wir unseren Kindern unbedingt Mut, an ihre Träume zu glauben und sie auch tatsächlich leben zu dürfen, solange sie sich ihrer noch bewusst sind. Meditation und Kreativität statt Wettbewerb, Tiefe und Intuition statt Effizienz, analoge Natur anstatt permanenter Gebrauch von Smart Phones und Flucht in die Digitalisierung, Sein statt Schein und Wahrhaftigkeit statt Optimierung.

Family – my sweetest love and her 3 men

We need connection and stories and experiences that help us transcend our own lives
to connect with others and ideas bigger than ourselves.
Julia Taylor

„Groove“ mit Harry Sokal, Tenorsaxophone & Raphael Wressnig, Hammond B3

#88 „Ist der Spassgesellschaft schlussendlich die Freude abhanden gekommen?“

Hauptsache es macht Spass – echt jetzt? Ist das wirklich die Hauptsache? Die Hauptsache wovon eigentlich und vor allem: viel Spass für wen?

Spaßgesellschaft ist ein (meist abwertendes) Schlagwort, das seit den 1990er Jahren in den deutschen Feuilletons auftauchte und das Lebensgefühl von Teilen der Gesellschaft in den Jahren des vorangegangenen Börsenbooms, des sogenannten New-Economy-Hypes, beschreiben sollte. Es sollte nach Fritz Vilmar einen Lebensstil kritisieren, bei dem Hedonismus und Konsumlust[1] im Vordergrund stünden, das Bemühen um gesellschaftliche Veränderungen aber in den Hintergrund trete.[2] 

Lebensgefühl

Spaß ist eine im Deutschen seit dem 16./17. Jahrhundert belegte Substantivbildung aus dem italienischenspasso „Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen“. Heute wird mit etwas macht Spaß eine Tätigkeit beschrieben, die gerne gemacht wird, die Freude, wobei diese meist nachhaltiger ist, bereitet. Gemäß Duden ist Spaß das Vergnügen, welches bei einem bestimmten Tun aufkommt.[1]Mit jemandem einen Spaß treiben bezeichnet, dass dieser Person ein Streich gespielt wird. Der Spaß ist eine Äußerung, über die gelacht werden kann, ja soll, und gilt als Bestandteil des Humors. Das Wort wird auch synonym zu Jux, Scherz und Witz verwendet. Zugehörige Adjektive sind spaßig und spaßhaft. Als Gegenbegriff gilt der Ernst.

Ernst

Freude ist der Gemütszustand[1] oder die primäre Emotion,[2] die als Reaktion auf eine angenehme Situation oder die Erinnerung an eine solche entsteht. Je nach Intensität äußert sie sich als LächelnLachenFreudenschrei oder in einem Handeln. Im weiteren Sinne kann auch der Auslöser einer Freude, eine frohe Stimmung oder ein frohes Dasein als Freude bezeichnet werden. Der Begriff Glück wird manchmal im Sinne von Freude verwendet.

Freude ist für sich selbst gesehen weder gut noch schlecht. Eine wertende Komponente kommt ihr erst zu, wenn sie in negativem oder positivem Verhältnis zur geltenden Moral steht (Beispiele: Schadenfreude bzw. Siegesfreude).

Im Buddhismus, aber auch in zahlreichen anderen östlichen religiösen und meditativen Systemen wird angenommen, dass ein seelischer Zustand der Freude und Ausgeglichenheit durch Selbsterkenntnis und „achtsame“ und „rechte Lebensweise“ gefördert werden kann. Die Mitfreude (Mudita) an der Freude anderer nimmt daher eine zentrale Stellung in der buddhistischen Geistesschulung und Ethik ein.

Mitfreude

Soweit Wikipedia so gut. Allerdings wage ich folgendes zu behaupten: Spass ist der mehr oder weniger gut geglückte, zumeist nicht lang anhaltende Ablenkungsversuch des Verstandes oder einer Werbe-, Vermarktungs- und Unterhaltungsindustrie vom sogenannten Ernst. Von sogenannten Problemen, von sogenannten Sorgen, von den sogenannten nicht bis kaum bis schlecht geglückten Leben und dessen Umständen, von Pflichten, Anforderungen, Verantwortungen, erfüllbaren und nicht erfüllbaren Erwartungen und Wünschen, an uns selbst oder andere, egal, vom Ernst des Lebens eben. Ich glaube folgende Beobachtung gemacht zu haben, dass, wer um jeden Preis Spass haben muss, sich unter der oft sehr dünnen Spass machenden Oberfläche selbst oft sehr ernst nimmt.

dünn…..

Ausserdem ist Spass nicht selten im Besitz diverser kleiner bis riesengrosser Egos. Man kann sicher auch mit anderen Spass haben, aber wenn einer von zweien oder mehreren keinen Spass hat oder an was auch immer, keinen Spass findet, ist diese oder jener sofort ein Spassverderber, und da hört sich der Spass sofort auf. Ein häufig verwendeter Treibstoff in Sachen Spass ist für die meisten von uns der Alkohol. Da wird man lockerer, weil man das sonst anscheinend kaum bis gar nicht sein kann oder einfach nicht ist. Da bedient man sich dann auch gerne bestimmter Spassbeschleuniger namens „Witze“, meistens auf Kosten anderer.

Spassverderber

Und wenn man dann nicht Teil der „Stamperl“, „nur noch ein Achterl“ oder „einen Sommerspritzer“ oder „ein Krügerl geht noch“ Fraktion angehört, so wie ich, nicht immer, aber oft, dann ist man gleich einmal ganz schnell Spassverderber, obwohl ich grundsätzlich nichts gegen Alkohol habe oder die Lust, mal ein Achterl zu geniessen durchaus nachvollziehen kann. Aber wenn man daran nicht teilnimmt, ist man dann selbst entweder „verdächtig“ oder „krank“ oder nur „unangenehm“, weil man plötzlich ein unangenehmer Spiegel ohne Achterl oder Krügerl der Spassgesellschaft ist, und das will halt keiner. Mich stört’s nicht, und mich hat es noch nie gestört, aber umgekehrt ist das sehr oft nicht der Fall. Da fühlt man sich augenscheinlich oft unwohl angesichts eines einzelnen ohne Glaserl Wein oder Krügerl Bier, sondern womöglich „nur“ einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee in der Hand, die oder der trotzdem locker und humorvoll und lustig sein kann. Na dann Prost.

locker, lustig und humorvoll

Auch das habe ich persönlich noch nie verstanden oder nachvollziehen, noch mitlachen können. Und wenn es keinen Spass mehr macht, was immer das dann konkret sein soll oder muss, oft eine Flucht in den Konsum und Kaufrausch, oder in das heilige Mobiltelefon oder in die Kopfhörer und Ohrstöpsel oder beides, dann wird einem oft ganz schnell extrem fad – ein untrüglich sicheres Zeichen und Phänomen unserer Zeit, und ein klarer Hinweis, dass es sich bei Spass um eine an einer extrem dünnen Oberfläche stattfindende Ablenkung handelt. Und weil „fad sein“ keinen Spass macht, darf fad sein einfach nicht sein, weil es keine und keiner mehr aushält, nicht permanent abgelenkt zu werden. Von sich, von unserer Zeit, von unserer systematisch zerstörten Welt. Und dahin ist sie, die eigentlich so gesunde lange Weile.

Wasser und Kaffee

Ich mag auch keine Witze und kenne seit eh und je die selben zwei bis drei. Obwohl ich durchaus witzig sein kann und man mir attestiert durchaus sehr humorvoll sein zu können, aber das ist eine vollkommen andere Geschichte. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst eben überhaupt nicht so ernst zu nehmen und die Gabe , über sich selbst herzlich lachen zu können. Das, und dass es nicht immer auf Kosten anderer witzig und zum Tränen Lachen sein muss, ist die gesunde Basis von Humor.

witzig

Und Freude? Ja, die Freude wohnt eben nicht an der Oberflächlichkeit der Dinge. Sie lenkt von nichts „ab“ sondern führt zu etwas „hin“ und ist auch selten bis nie eine Domäne des Verstandes, weil sie eben in der Seele lebt und wohnt, wächst und auch nur dort gedeiht. Im Buddhismus, aber auch in zahlreichen anderen östlichen religiösen und meditativen Systemen wird angenommen, dass ein seelischer Zustand der Freude und Ausgeglichenheit durch Selbsterkenntnis und „achtsame“ und „rechte Lebensweise“ gefördert werden kann. Die Mitfreude (Mudita) an der Freude anderer nimmt daher eine zentrale Stellung in der buddhistischen Geistesschulung und Ethik ein. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Freude

Man kann ein Leben lang Freude an etwas haben, entwickeln, vertiefen, empfinden – sei es an der Musik, an der Kunst, am eigenen Da Sein und am da Sein anderer, am eigenen Beruf und den Berufen anderer, die diese mit Freude und Hingabe betreiben, an diversen kreativen Tätigkeiten, den eigenen und in Zusammenarbeit mit anderen, am Sein und Schaffen in der Natur alleine oder miteiander mit anderen, an Beziehungen und Freundschaften und einer freud- und friedvollen Hingabe und Arbeit daran. Und sie kann sich mindestens verdoppeln, wenn man sie zu teilen weiss. Und ja, liebes Wikipedia: Der Begriff Glück wird manchmal im Sinne von Freude verwendet. Und wie der deutsche Neurobiologe und Hirnforscher Prof. Gerald Huether, den ich schon sehr oft zitiert habe, folgerichtig meint: „Wer glücklich ist, kauft nicht“. Nur: Wer in dieser oberflächlichen Spass-, Unterhaltungs- , Ablenkungs- und Konsumgesellschaft soll denn schon wollen, dass so viele Menschen von uns wie möglich tatsächlich mit Freude erfüllt und in und mit ihrem Leben glücklich sind?!?!?

Glück

Ich kann folgende Bewusstseinsübung in dem Zusammenhang nur sehr gerne weiterempfehlen und uns allen ans Herz legen: das nächste mal, wenn wir jemandem „viel Spass“ wünschen, versuchen wir es stattdessen mit „Viel Freude“

#87 MUSIK – MUSIC

Musik, Du einzigartige, wunderbare Götterbotin. Wo und wie soll , kann und darf ich hier denn überhaupt anfangen, wo Du doch in Wahrheit weder einen Anfang noch eine Coda noch ein Ende kennst. Da ja die heilige und heilsame Stille, wie eine „Corona“, diese besonders lange sowie auch jede noch so kurze Pause immer ein wesentlicher Teil Deiner selbst war und ist. Du bist für mich wie Luft, Feuer, Erde und Wasser zugleich, einfach seit Anbeginn schon immer da und wesentlicher, essentieller Teil von allem, was man Leben nennt, was je lebendig war und durch Dich erst der dem Leben innewohnenden Lebendigkeit auf so wunderbare, zauberhafte Weise gewahr werden durfte. Weich, wild, hart, sanft, tobend, zart, friedvoll, kochend, eiskalt, heiss, frostig, plätschernd, umschmeichelnd, wütend, tosend, liebevoll, peitschend, streichelnd, luftig, nebelig, stürmisch, still, geduldig, laut, friedlich und leise und vieles Meer – auf jeden Fall immer zutiefst berührend, ob man Dich wahrnimmt, hört, spürt, fühlt, versteht oder nicht. Ein Leben ohne Dich wäre wie ein verdursten in den Armen der Wüste.

mein erstes Instrument

Du warst schon lange da, bevor ich werden durfte. Oder sind wir beide in Wahrheit schon seit eh und je? Wir kennen uns, lange bevor ich sozusagen geboren wurde, ich habe Dich gehört, in deiner Stille, in den leisen Zither Klängen meines Vaters, im Gesang der Lieder meiner Eltern, in der Stimme meiner Mutter, die noch immer singt mit der Stimme eines jungen Mädchens. Du warst immer mit und bei mir in der ewigen Stille vor und zwischen all den wunderbaren Tönen. Man hört und spürt Dich, natürlich auch wenn die Vögel singen und die Frösche quaken, die Grillen und Zikaden zirpen, und die Hunde bellen, die Hühner gackern und die Ziegen meckern, aber auch dann, wenn die Bäume beginnen zu singen, die Wälder und Wiesen rauschen, die Blätter säuseln, im Einklang mit dem zarten und zugleich penetranten Summen einer Mücke und dem tiefen Brummen einer fetten Hummel. Und dann dieser endlos weite Nachthimmel, der uns in seiner endlos ewigen Stille mit offenem Mund , weit geöffneten Augen und Ohren staunen lässt. Wie friedlich ist das All – wie friedlich ist all das.

….wie friedlich ist all das

Und da brummt sie unter uns, unsere Mutter Erde. Ja, sie brummt. Seit Milliarden von Jahren brummt sie vor sich hin, von uns Menschen ungehört entzieht sie sich unserem Hörspektrum, genau so wie die Peiltöne der Fledermäuse, aber wir können uns ihrer in einer unmissverständlichen Klarheit gewahr werden, in Ihrer Präsenz, wenn wir unser Bewusstsein weit über unsere Gefühle, Gedanken und Egos hinauszudehnen versuchen. Dann nehmen wir sie wahr, in der Stille, genau so wie die Frequenzen des Gesanges des Mondes und der Sterne und den kosmischen Klang, den Akkord, die Harmonie , den Rhythmus, die Symphonie des Universums.

Mutter Erde brummt

All das ist in der Lage uns zutiefst zu berühren, kann seinen Klang in die Tiefen unserer Essenz fliessen lassen, tief drinnen und weit draussen im Meer der Klänge, weit jenseits des Ufers der Gedanken, der Gefühle. Auch wenn uns plötzlich Tränen über die Wagen laufen mögen, wie das auch sein kann, wenn eine Symphonie Beethovens unvermutet auf uns trifft, die er womöglich erst geschrieben hatte, nachdem er eigentlich schon taub war, was nur ein Beweis dessen ist, dass man Musik auch ohne Ohren sehr gut hören kann. Oder der Gesang und das Gitarrenspiel eines alten Mannes, der sich mit drei alten Saiten und gleich viel schlechten Zähnen auf einer Brücke mitten in Prag der Musik voll hingibt, um den sich augenblicklich eine unglaublich grosse , zutiefst berührte Menschentraube versammelt hat. Oder Chet Bakers sanfte Stimme und Zaubertrompete wahrzunehmen, wenn er das Lied „My Funny Valentine“ sich zu eigen macht und sich zugleich darin vollkommen aufzulösen scheint, oder, Tränen und Gänsehaut, wenn 10.000ende Menschen im Wembley Stadium zugleich „We Are The World“ anstimmen oder der Mond seine Schwester Erde mit seinem blauen Klang sanft zur Ruhe bettet….

das Singen der Bäume

Ich hatte eigentlich nicht vor, einen Blog über Musik zu schreiben, denn über Musik zu schreiben oder zu reden ist wie über Architektur zu tanzen wie das der geniale Frank Zappa so treffend zu formulieren wusste. Aber heute, in der Mittags ZIB , war da dann plötzlich dieser Beitrag mit diesem Typen von Mann, offensichtlich ein Experte, der sein Ein- und Auskommen damit bestreitet, dass er unter anderem Schifahrern und Sportlern generell Musik Playlists zusammenstellt und der da meinte, dass Musik ja auch bis in unser Gehirn vordringt und, auf die Frage der Moderatorin, worin denn da der „Nutzen“ der Musik gelegen sei, er voller Freude stolz verkündete, dass wir uns damit so vortrefflich selbst manipulieren, optimieren, positiv stimmen und pushen können.

traurig sein darf nicht sein

Er meinte auch, dass , wenn man traurig ist, man nicht, wie das die meisten machen, auch traurige Musik hören sollte sondern, ganz im Gegenteil: heitere, lustige Musik. Auf die Frage der Moderatorin, wann man denn dann traurige Musik hören darf oder soll, war er vorerst etwas um eine Antwort verlegen , meinte aber dann: „eigentlich gar nicht“ . So jemand pimpt anscheinend mega erfolgreich unsere Spitzensportler indem er Musik als ganz klar manipulativ und auf die eine oder andere merkwürdige Weise bewusst motivierend oder eben beruhigend einsetzt. Alles wissenschaftlich getestet, erprobt und gecheckt. Traurig sein darf jedenfalls nicht sein. Punkt. Zumindest nicht im Spitzensport. Das hat dort nichts verloren.

berühren…..

Er ist sich offensichtlich einer anderen Tatsache so gar nicht bewusst, dass Musik uns weit über unser Hirn hinaus bewegen, und ja: zutiefst berühren, heilen, trösten, besänftigen, aufwühlen, ermutigen, befreien, erlösen, Frieden spenden, Berge versetzen, Träume wahr werden lassen, einen durch die Berge und Täler, den Dschungel, die Meere und die Wüsten des Lebens führen und begleiten kann. Sie kommt und fliegt zu jenen, die ein offenes Ohr und Herz für das Leben haben. Auch, und möglicherweise besonders Musik, Harmonie und Klang, die oft gar nicht gehört werden kann oder will. Sie gehört entgegen vieler anders lautender Behauptungen allerdings niemandem ausser sich selbst. „Meine Musik“ ist genau so ein Irrtum und eine Illusion wie „meine Luft, mein Wasser, mein Feuer und meine Erde“.

Luft, Wasser, Feuer, Erde

Musik, my first love, ist der Zauberstoff einer wunderbaren Welt, ein ganz besonderes Universum zum wahrhaftigen sein und inne halten, weit jenseits von Sorgen, Ängsten, Problemen, Stress, Krankheit, Wettbewerb , Leid, Spaltung, Hass und Leistungsdenken. Ich versuche seit Jahrzehnten meinen jungen, alten und immer öfter sehr jungen Studentinnen und Studenten den Schlüssel zum Tor in diese wundersame, heilende Welt zu schenken und weiterzugeben, damit sie immer und jederzeit und überall Zugang dorthin finden mögen, indem sie ihre Begeisterung und die Sicherheit dieser ganz besondere Schwingung und Energie in sich entdecken können. Im Zeitalter der Information und diverser Industrien hat sich eine solche auch sehr lukrativ und mit dem Instinkt für grosses Profitpotential die Musik einzuverleiben bemüht. Es ist schon sehr erstaunlich, was heutzutage alles unter diesem Etikett und unter diesem Begriff sein Wesen und oft auch sein Unwesen treiben darf. Nun denn, so wie Fast Food in der Lebensmittelindustrie auch Essen heisst, so ist es auch mit dem von einer anderen Industrie gekidnapten Begriff Musik eben.

ein Schlüssel zum Tor der Musik

Musik kann allerdings vor allem eines, und das ist mir , ein als Musiker auf diese Welt gekommener, das immer Berührendste und Heiligste, über sämtliche inneren und äusseren Grenzen, Vorurteile, Dogmen, Glaubenssätze und Schranken hinweg: Musik „verbindet“ – oder noch besser formuliert: Musik kann uns gewahr werden lassen, wie verbunden wir miteinander in Wahrheit alle sind. Da kommen vollkommen verschiedene Menschen aus ihren vollkommen verschiedenen Alltagen in ihren vollkommen verschiedenen Lebenssituationen, Alter, Sprachen, Herkunft, Stimmung, Laune, Erwartung, Klamotten, Gefühlen, Gedanken und Sorgen zu einem Konzert und spätestens am Ende, spätestens wenn die Musik ohne Egohindernisse der Musikermöglicher frei durch diese zu Ihnen, durch den Raum und wieder zurück und wieder hin und wieder her und überall und in jede Ritze und jedes Bewusstsein hinein fliessen konnte, schwingen alle, ausnahmslos, die Bartender, Securities und Kellnerinnen inklusive, in der selben himmlischen Energie und Frequenz, weit jenseits des Ufers von Gedanken und Gefühlen, Egos, Schicksalen und Lebensläufen zutiefst verbunden und bewusst vereint, gemeinsam und miteinander, mit dem jeweiligen Raum und oft weit darüber hinaus und den Musikern, den Musik möglich Machern, verbunden in der Magie des Klanges, im Frieden und in der Frequenz und Energie der Liebe der Musik.

…..verbinden

Deshalb ist es höchst an der Zeit, dass wir miteinander alles tun um so bald wie nur irgendwie möglich wieder Konzerterlebnisse zu ermöglichen, damit wir ja nicht vergessen und uns unmissverständlich bewusst sein kann und darf, wie verbunden wir in Wahrheit alle miteinander sind, allen gepimpten Sportler-, Manager-, Karriereleiternkletterermanipulationen und gesellschaftlichen Spaltungstendenzen zum Trotz. Liebe. Dort liegt der „Nutzen“ und der wahre Wert von Musik, die sich selbst und uns allen ge – hört.

Musik – er – möglicher

#86 „Ist die Digitalisierung am virtuellen Holzweg?“

Liebes digitales, quasi genossenschaftlich organisiertes Lexikon Wikipedia, erzähl uns doch mal, wie Du das mit dieser heiligen Kuh namens Digitalisierung siehst:

Unter Digitalisierung (von lat. digitus, Finger und engl. digit, Ziffer) versteht man das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate und ihre Verarbeitung oder Speicherung in einem digitaltechnischen System. Die Information liegt dabei zunächst in beliebiger analoger Form vor und wird dann über mehrere Stufen in ein digitales Signal umgewandelt, das nur aus diskreten Werten besteht. Zunehmend wurde jedoch unter Digitalisierung auch die Erstellung primär digitaler Repräsentationen zum Beispiel durch Digitalkameras oder digitale Tonaufzeichnungssysteme verstanden. Die so gewonnenen Daten lassen sich informationstechnisch verarbeiten, ein Prinzip, das allen Erscheinungsformen der Digitalen Revolution und der Digitalen Transformation im Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und Privatleben zugrunde liegt.[1] 

11:11

Die Digitalisierung als Erstellung digitaler Repräsentationen hat den Zweck, Informationen digital zu speichern und für die elektronische Datenverarbeitung verfügbar zu machen. Sie begann historisch meist mit einem analogen Medium (Photonegativ, DiapositivTonbandSchallplatte). Das Produkt einer solchen Digitalisierung wird mitunter als Digitalisat bezeichnet. Zunehmend wird unter Objektdigitalisierung jedoch auch die Erstellung primär digitaler Repräsentationen mittels digitaler Video-, Foto- oder Tonaufzeichnung verstanden. Hier wird der Begriff Digitalisat gewöhnlich nicht verwendet.

South Korea digital heaven

Es wird geschätzt, dass 2007 bereits 94 Prozent der weltweiten technologischen Informationskapazität digital war (nach lediglich 3 Prozent im Jahr 1993).[14] Auch wird angenommen, dass es der Menschheit im Jahr 2002 zum ersten Mal möglich war, mehr Information digital als analog zu speichern (der Beginn des „Digitalen Zeitalters“).[15]

Informationskapazität

Was mir sofort einmal zeitgleich sowohl ins Auge als auch ins analoge Herz sticht ist folgende Aussage: „…das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate„. Frage 1: könnte da möglicherweise irgend etwas tatsächlich „Wert – volles“, also in Wahrheit etwas „nicht Vernachlässigbares“ auf der digitalen Strecke bleibt? Nächste für mich analogen Freak nächste höchst bedenkliche Aussage: „Die Information liegt dabei zunächst in beliebiger analoger Form vor und wird dann über mehrere Stufen in ein digitales Signal umgewandelt, das nur aus diskreten Werten besteht. Dazu Frage 2: was ist eine „beliebige analoge Form“?

Ich persönlich kenne ja nichts wirklich Konkreteres in seiner Wahrhaftigkeit als die „analoge Form“ und bin gerne bereit, nur um einmal einen Aspekt dieses sicher sehr komplexen Themas aus der Perspektive eines Musikers an einem sehr einfachen Beispiel für alle nachvollziehbar zu veranschaulichen.

http://www.supersense.at – Café Drechsler im analogen Himmel

In meiner Jugend hatte noch jeder Musikliebhaber und Musikfreak einen Vinyl Plattenspieler, und ich habe die ersten Jahre zu den diversen Beatles Platten und anderen dazu mein Schlagzeug autodidaktisch geübt oder mir gewisse Arrangements für meine damalige Band heruntergehört, oder wie man in der Fachtrottelsprache zu sagen pflegt: transkribiert.. In den Studios waren die tollen Aufnahmemaschinen dazumal natürlich auch alle analog. Unter den Besten waren jene von der Marke Studer, heute wieder heiss begehrt. Es wurde natürlich auch noch analog geschnitten und auf Band aufgenommen. Alles, sowohl die Art der Aufnahmen als auch die Art der Wiedergaben hatten für unsere damaligen, offensichtlich noch wesentlich sensibleren und noch nicht unter elektronischen Dauerfeuer leidenden Ohren ein sehr breites Frequenzspektrum zur Verfügung, welches auch eine sehr wohlige, akustische Wärme und Tiefe mit und in sich schwingen hatte, was einen tatsächlich noch tief zu berühren imstande war.

aleXdrum am rauchen und Schlagzeug üben / Foto © Gernot Muhr

Dann kamen die CDs, und die diversen Aufnahmetechniken sowie die Abhörmöglichkeiten wurden zunehmend digitalisiert, weil alles „einfacher“ zu bewerkstelligen, unkompliziert zu katalogisieren, verfügbar zu machen und am Ende, einer der Hauptgründe der Digitalisierung nach wie vor, sowohl einfacher zu produzieren als auch lukrativer zu verkaufen war. Man brauchte keine aufwändigen Abhörgeräte namens Turntables mehr, sondern es reichten die sogenannten Walkmans und dann die CD Spieler, die bis vor ein paar Jahren noch in jedem Auto eingebaut waren.

Clubtoaster, Seiith und AleX feat. Arnaé / Foto © Stephan Dolezal

Auch die Produktionstechnik wurde radikal digitalisiert und was blieb war ein wesentlich flacheres Frequenzspektrum, mit kantigen, schrillen, teils schmerzhaften Höhen und mit durch Subwoofer geboosteten Tiefen und Subpässen, die einen in diversen Dance Clubs schon mal unvermutet heftig in den Bauch fahren und einen sofortigen, dringenden Klogang zur Folge haben konnten. Aber in der warmen Mitte, im Bereich der menschlichen Stimme, des Fagotts und des Cellos wurde die akustische Luft wesentlich dünner und spürbar flacher. Es war halt mit einem mal alles wesentlich einfacher verfügbar, und bald brauchte man auch keine CD Spieler mehr, weil man die Songs ja digital via dem damals führenden Vermarkter der flacheren Tonqualitäten namens I-Tunes einfach auf allen Computern verfüg- und damit auch verkaufbar machen konnte.

Pink Inc. analog Band, Jamaaladen Tacuma, Delmar Brown und AleX
Foto © Gernot Muhr

Und dann kam endlich das Manna einer Musik- und Entertainment Industrie, der goldene Schrein und heilige Gral von Spotify und CO, das MP3, eine musikalische Amputation in Sachen Frequenz, Wärme, Tiefe und Energie ohnegleichen bis dato nie da gewesenen Ausmasses. Eine unfasbare Anzahl von Songs konnten plötzlich auf jedem akustisch billigsten Schrott, allen Moniltelefonen einfach in riesigen Datenmengen gestreamt werden, man musste sie nicht einmal mehr herunterladen können. Produziert wird oft schon massgeschneidert entlang der vorab künstlich erzeugten Bedürfnisse der Konsumenten, der diversen Zielgruppen, oft schon durch Computerprogramme und dem digitalen Gott, der künstlichen Intelligenz, akustisch so flach wie noch nie und künstlerisch so wertlos wie noch nie aber „der Konsument will es angeblich so“ !

Verdienen tut daran in Wahrheit nur mehr eine Entertainment Industrie im Zuge einer unfassbar kaltschneutzigen und schamlosen Piraterie an den Werken und Werten der Künstlerinnen und Künstler, indem man sie systematisch bestiehlt um dem Konsumenten die Illusion zu vermitteln, dass Musik nichts kosten darf und muss, weil in Zukunft ja ohnedies Computerprogramme und künstliche Intelligenz uns so flach und bllig wie möglich in unserem Konsumentendasein einlullen und dauerberieseln werden.

Qualität vs. Konsum

Das behauptet man inzwischen hartnäckig für fast alle Bereiche unseres Lebens, und wenn es nach den Geschäftemachern geht, sollen möglichst alle Lebensbereiche davon erfasst werden müssen, wenn wir uns durch den Kaufpreis weiterhin korrumpieren lassen wollen, indem man gnadenlosen Qualitätsdiebstahl auf jeder erdenklichen Ebene begeht. egal ob es sich um Kunst, Musik, Fotos, Filme, Kleidung, Nahrungsmittel, Schweinsschnitzel, Autos, Alten- und Krankenbetreuung, Operationen, Konferenzen, die Art unserer Kommunikation, Bildung, Lernen, Beruf und Freizeit und vieles mehr dreht. Alles dreht sich ausschliesslich um den Konsumenten…..

alles dreht sich…..

Wir müssen den analogen Menschen , die analogen Tiere und Pflanzen und die Ihnen und uns innewohnende Würde in ihrem vollen analogen Spektrum und in ihrer breiten und tiefen analogen Frequenz und ihrer höchsten analogen Qualität wieder zurückerobern und in das, was wir einst ein erfülltes Leben nannten, zurückführen, koste es was es wolle.

die Natur bleibt analog, die Hühner auch

Der inzwischen leider schon verstorbene Artist namens „Prince“ hat , soviel ich weiss, alle seine Alben „analog“, auf den oben genannten, mittlerweile sündteuren Studer Aufnahmemaschinen produziert, viele Symphonieorchester der Welt tun es ihm gleich, viele Künstler der verschiedensten Sparten und Genres ebenso. Plattenspieler erleben einen ungeahnten Boom. Der Vinyl Verkauf war letztes Jahr in den USA doppelt so hoch wie seit 1997 nicht mehr. Das 20 Jahr Jubiläumsalbum unserer Jam Band Café Drechsler haben wir zum Grossteil in einem analogen Aufnahmestudio aufgenommen und unser britischer Mixing Engineer hat seit ein paar Jahren einen Lehrstuhl auf der Musik Universität in Bordeaux für analoge Aufnahme- und Mischtechnik.

Studio / analoges Mischpult

Qualität setzt sich offensichtlich doch immer wieder oder noch durch. Zumindest für jene, die sie noch wahrzunehmen imstande sind. Deshalb seien wir bitte unbedingt äusserst bedacht, vor-, um- und weitsichtig und lassen wir uns unseren analogen Reichtum nicht von gnaden- und rücksichtslosen Geschäftemachern klauen. Nicht um den Preis, dass es für uns dann so viel billiger bis gratis und „einfacher“ ist, nur damit sich ein paar wenige damit eine goldene Nase verdienen und uns rücksichtslos bestehlen können, auf Kosten der Qualität, Wärme und Tiefe unserer Wahrnehmung dessen, was wir Leben nennen. Das ist es schlicht und einfach nicht wert. Denn der wahre Wert wohnt weder ausschliesslich in der Digitalisierung von allem und jedem noch im Profit, der sicher nicht alle Mittel rechtfertigt und alle technischen Errungenschaften sind grundsätzlich weder unantastbar noch heilig.

der wahre Wert wohnt nicht im Profit

Schnell ist nur schnell und sonst gar nichts. Das ist eine in der Atmosphäre verglühende Sternschnuppe auch bald einmal. Effizient ist nur effizient aber oft auch flach und oberflächlich. Billig ist billig, kann aber oft sehr teuer zu stehen kommen. Daten sind nur Daten und Content ist meist nur flacher Füller und weder ein aufregendes Erlebnis noch ein echtes Abenteuer. Ein wahrhaftiges, tiefes Gespräch lebt von weitaus mehr als von perfektem Bild und seichtem Ton auf flachem Schirm. Ein Konzert vor einem leeren Konzertsaal ohne wahrhaftigem , analogem Publikum ist ein Graus. Das Erlebnis, vor einem Werk Van Goghs oder Monets oder Picassos und seinem Licht in einem Museum zu stehen, kann kein Bildschirm der Welt vermitteln. Eine analoge Mahlzeit, ein guter elder analoger Tropfen aus dem Burgenland oder der Steiermark sind ein Traum. Eine echte, analoge Umarmung ist alles andere als arm sondern , wie wir alle besonders jetzt wissen, und das sollten wir bitte besonders jetzt auch nicht vergessen, ein Grundlebensmittel , genau so wie der analoge Friede, die analoge Stille und die analoge Liebe für jede und jeden von uns.

Jon Sass in an empty Porgy&Bess Music Club

#85 „Was willst Du denn einmal werden?“

Achtung! Falle! Diese Frage kennen wir doch alle, oder? wann wurde uns diese denn das erste mal gestellt? im Kindergarten? zu Hause? in der Kita, der Vor Schule? in der Volksschule? oder noch früher? und von wem denn? von Mama? von Papa? von Oma? von Opa? von Tante? vom Onkel? von der Frau Lehrerin oder dem Herrn Lehrer? oder gar dem Herrn Schuldirektor oder der Schuldirektorin? Oder war es erst jemand in irgendeinem Berufsberatenden Umfeld? Oder wurde sie eher nicht an dich sondern an jemand anderen in deinem Bei – Sein über dich gestellt, in etwas so: „Ja, was will sie/er denn einmal werden?“ Kennen wir, oder? Haben wir auf jeden Fall schon mal gehört.

?

In meinen frühen Kindheitstagen gab es via dem Schwarz Weiss Fernseher meines Firmpaten, einem Schul- oder Studienfreund meines Vaters, bei dem wir hin und wieder zu Gast sein durften, noch lange bevor er später mein Firmpate geworden war, neben Heinz Konrads „Servas die Madln, servas die Buam“ oder der einen oder anderen Peter Alexander Show „Dankeschön, es war bezaubernd, danke schön, auch wenn wir nie mehr auseinander gehn, ich sage Danke schön“ ein Quiz, laaaaange vor „Dalli Dalli“ oder „Wetten dass….“, eine TV Show namens „Was bin ich“ mit dem vielsagenden Untertitel: „ein heiteres Beruferaten“, mit einem Quizmaster namens Robert Lembke und ein paar Sparschweinen, die, falls die Ratenden den Beruf der jeweiligen Kandidaten nicht erraten konnten, mit Münzen prall gefüttert wurden. Kann sich noch irgend jemand daran erinnern?

Kindertage

Das für mich bezeichnende an dieser Show, die mir heute im Rahmen dieser heimtückischen Frage „Was willst Du einmal werden?“ sofort in den Sinn kam, war ihr Titel: „Was bin ich“. Nicht, welchen Beruf habe ich , oder wer bin oder was mache ich sondern „Was“ bin ich? nicht „Wer“ sondern eben „Was“ – also ein Objekt. Etwas. Die logische Erfüllung der Frage „Was“ willst Du einmal werden? Das! In einer Reihe mit anderen, zweifelhaften Objekten wie Topfenstrudel, Lockenwickler, Transistor Radio, Lodenjacke, Heiratsschwindler, Dieb, Priester, Koch, Musiker oder Mörder. Das heitere Beruferaten mit Robert Lembke.

wer bin ich ?

Ich spreche jetzt aus meiner ganz persönlichen, individuellen Perspektive als jemand, der ohne Zweifel als Musiker auf die Welt gekommen ist und sich dieser Frage zwar von Aussen aber von innen nie wirklich stellen musste. Als ich etwas 13 Jahre alt war und meine Eltern endlich in einer Wohnsituation mit einem einigermassen trockenen, menschenfreundlichen Keller gelandet waren, in dem man auch tatsächlich Schlagzeug hätte üben können, mein Traum und meine geliebte und gelebte Realität zugleich seit eh und je, war ich bei einem Eignungs- und Aufnahmetest in der dortigen Musikschule, die es an den anderen Orten, wo wir vorher gelebt hatten, auch so nicht gegeben hatte. Als ich all die Tests und das persönliche Gespräch mit dem Musikschuldirektor gerade hinter mich gebracht zu haben glaubte, kam diese Frage: „Und? Welches Instrument will er denn lernen?“ und ich, obwohl die Frage ja gar nicht an mich gestellt wurde, wie aus der Pistole geschossen „Schlagzeug“ sagte, meinte darauf dieser Herr Direktor wortwörtlich: „Viel zu talentiert für Schlagzeug“. Aus heutiger Sicht hatte er sich wohl sichtlich heftigst geirrt.

viel zu talentiert für Schlagzeug – Foto © Maja Jakupovic

Man könnte ja zur wesentlich gesünderen und respektvolleren Abwechslung einmal sich selbst fragen oder einfach nur einmal schauen und aufmerksam beobachten, wer denn da, oft in der Gestalt eines sogenannten Wunschkindes, tatsächlich vor einem steht. Eines Kindes, für das man möglicherweise den Anspruch hat, dass man ihm auf jeden Fall das eine oder andere in der eigenen Kindheit unangenehm oder schlimm erlebte ersparen will, dass das Kind es unbedingt besser haben „muss“, dass das Kind unbedingt dürfen muss, was man selbst nicht durfte, dass man diese oder jene empfundenen , erlebten ode interpretierten „Fehler“ der eigenen Eltern auf keinen Fall wiederholen will. Entweder oft ohne zu bemerken, wie gehorsam und präzise man aber womöglich doch den Fussstapfen der eigenen Eltern folgt oder welch andere Hürden man gerade deshalb für die eigenen Kinder baut, im besten Glauben, also gut gemeint, nur ja nicht so wie die eigenen Eltern handeln und sein zu dürfen.

…..wer da wohl tatsächlich vor einem steht?

Das Wort „Wunschkind“ bedeutet ja schliesslich nicht, dass man sich von diesen Kindern buchstäblich alles wünschen, erwarten, erhoffen darf. Dass besonders sogenannte „Wunschkinder“ nicht jemand sind, die man nach den eigenen Wünschen, Ängsten, Erwartungen und Vorstellungen formen darf und damit zu Objekten macht, nur damit sie unbedingt so oder so funktionieren müssen, nur damit man selbst mit der eigenen Kindheit auf deren Rücken einen Pseudo Frieden schliessen kann, ohne sich bewusst zu werden, was man ihnen damit womöglich noch wesentlich Schlimmeres antut, aufzwingt oder ihren eigenen freien Willen damit bricht unter dem Deckmäntelchen der Er – Ziehung. Nicht zu vergessen der enorme gesellschaftliche Erwartungs-, Leistungs- und Wettbewerbsdruck unbedingt dabei zu sein und da um jeden noch so abartigen Preis unbedingt mitmachen und mithalten zu müssen.

Kind

Vielmehr ist es die ethische und menschenwürdige Pflicht der Eltern, ihren Kindern, die Ihnen ja nicht gehören sondern immer sich selbst, bedingungslos zu helfen, die zu werden, die sie schon immer sind. Bedingungslose „Liebe“ kann eigentlich nur auf diese respektvolle Weise auf Augenhöhe und genau dort wachsen und sonst eigentlich kaum bis gar nicht.

sein und werden lassen – Foto © Miriam Wurzer

Die Frage: „Was willst Du denn einmal werden“? setzt irgendwie auch ganz klar voraus, oder sagt zumindest aus, dass man ja noch nichts ist. Ein Nichts und Niemand. Weil man ja anscheinend erst ein „Etwas“, etwas tolles, wichtiges, wertvolles, bedeutendes „werden muss“ um jemand zu „Sein“. Und sie zeichnet zugleich eine Perspektive eines elendiglich langen Weges vom Hier – dem Nichts bis nach „Et – Was“ . weit weg. dort. dann. irgendwann. Wenn Du einmal etwas oder jemand geworden sein wirst. Mit „Hilfe“ deiner Lehrerinnen und Lehrer, deiner Eltern, deiner Ausbildner deiner Ein- und Um -Schuler, deiner Influenzer, deiner Dich Unter . Richtenden, deiner Professoren und Meister.

spielen

Dann , und nur „dann“ erst hast du etwas sein werden dürfen, nachdem man dich mit Angst vor dem Fehler machen und ihrem grösseren Bruder, dem Perfektionismus infiziert hat und man Tonnenweise Lern Material, Informationen, einem üppigen Menü an analytischem Wissen, oft sinnlosen Wettbewerbsfantasien und reichlich Versagensängsten bis oben hin randvoll gepumpt hat, und das, was eigentlich immer schon da war, was wahrhaftig „ist“ und immer sein wollte, schlicht und einfach entweder für immer oder lange Zeit verschüttet, nicht einmal mehr wahrgenommen oder erst durch eine heftige innere Implosion, oft in Form einer körperlichen oder seelischen Verletzung, Verwundung oder Krankheit oder eine äussere Explosion, in Form einer Bedrohung, besonderen Herausforderung oder Katastrophe erschüttert erst wieder mühsam, Schritt für Schritt seinen Weg ans Licht finden konnte.

sein dürfen – Foto © Sandra Mauerhofer

Was ist, will „Sein“. Punkt. Die wesentlich gesündere Herangehensweise wäre ja in Wahrheit keine Frage, sondern , wie der deutsche Neurobiologe Prof. Gerald Huether das so treffend vorschlägt, seine Kinder unauffällig zu beobachten, und zwar wenn sie „spielen. Im Spiel lassen sich durch einen aufmerksamen Beobachter Talente, Neigungen, Vorlieben, Anlagen ganz klar und am Besten erkennen, die dann einfach nur bestärkt, beschützt und zu einem Gelingen ermutigt werden wollen. Im Spiel. Je mehr Plan, desto weniger Wunder. Ebenfalls Punkt.

beobachten

Eigentlich müsste es ja heissen: Wer bist Du? Oder noch besser: Lass uns doch mal schauen , was da so alles in dir steckt. Nachdem nur werden kann was schon immer ist. Was man sich ganz bewusst fragen sollte, und wie kann man Dich unterstützen, bei all dem was da an Potential in dir steckt, so klar und deutlich immer und überall sein und tun zu können und ohne Zweifel das Gefühl und ein Feedback zu geben, das auch immer und in jeder Situation auch sein und tun zu dürfen, egal ob oder wem auch immer das „ge-fällt“ oder nicht, wer auch immer das „toll“ findet oder nicht oder wer auch immer glaubt, dein Sein und Tun in irgendeiner Art und Weise, zumeist aus einer Position der Überlegenheit, also von oben herab beurteilen und bewerten zu müssen.

auf Augen-, Herz- und Seelenhöhe – Foto © Sandra Mauerhofer

Jemandem wirklich zu helfen, die oder der zu werden, der sie oder er schon ist und in der Essenz immer war, bedeutet diese Menschen respektvoll, auf Augen- , Herzens-, uns Seelenhöhe in Liebe zu begegnen und zu ihrem inneren, in ihnen schlummernden und in die Welt drängenden Potential heranzuführen, bedingungslos. In das eigene Strahlen führen, damit leuchten kann was leuchten will und nicht, damit werden kann, was eigentlich von Anfang an nie wirklich sein wollte und schlicht und einfach nicht „ist“ nur weil jemand anderer sich etwas anderes ein – bildet oder vor – stellt.. Bitte sei so gnadenlos, wie es nur irgendwie geht, genau so wie und wer du bist und wie es Dir gefällt und mache und verfolge einfach, frohen Mutes, was Dich er – füllt und Dir richtig Freude bereitet. ❤ Danke

P.S.: John Lennon hatte offensichtlich einmal die grössten Schwierigkeiten in der Schule, als er auf die Frage, was er denn einmal werden wolle, mit „glücklich“ geantwortet hatte.

AleX

#84 „Kreativität – Creativity“

Ja, ich weiss. Es ist nur meine kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Zweisprachigkeit, zwiesprachiger Botschaften, da ein Gutteil meiner Kontakte eben nicht Deutsch, sondern eine andere Sprache spricht, und die meisten davon, so meine ich zumindest zu wissen, zumindest der englischen Sprache mächtig sein dürften.

meine Bank

Während meiner 8 Jahre in den USA in den späten 80igern bis Mitte der 90iger Jahre und dem klaren Ziel nach den ersten Wochen dort, die Sprache auf jeden Fall so gut lernen zu wollen, dass mich nicht jede waschechte Amerikanerin und Amerikaner dort nach meinen ersten Sätzen fragt, woher ich denn eigentlich komme, was mir übrigens in relativ kurzer Zeit sehr gut gelungen gewesen zu sein scheint, und nach Jahren US amerikanischen Denkens und Träumens (ja, tatsächlich, das ist anders als auf ösi deutsch ) hat sich bei mir auch eine latente Zweisprachigkeit in Form eines american österreichisch deutschen Kauderwelsches teilweise noch bis heute breitgemacht, die ich erst jetzt langsam wieder in den Griff zu bekommen scheine. Inzwischen habe ich nämlich wieder die Einzigartigkeit der deutschen Sprache, da besonders der österreichischen Version und auch der steirischen Mundart, des steirischen Dialekts wieder richtig schätzen und lieben gelernt. Nur eines ist gewiss: bestimmte präzise Begriffe und Formulierungen gibt es oft nur in einer der Sprachen.

Denken und Träumen

Laut Wikipedia bedeutet Kreativität folgendes:

Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist.[1][2] Darüber hinaus gibt es verschiedene Ansätze, was Kreativität im Einzelnen auszeichnet und wie sie entsteht.

nützlich

Das Wort Kreativität bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch oder gestalterisch tätig zu sein. Falsch ist jedoch die verbreitete Vorstellung, dass Kreativität nur mit Berufen oder Tätigkeiten aus den Bereichen der bildenden Kunst und der darstellenden Kunst verbunden sei (art bias).[3]

gestalterisch tätig sein…..

Es wird zwischen alltäglicher (small c) und außergewöhnlicher (Big C) Kreativität unterschieden.[4] Außergewöhnliche Kreativität ist die herausragende (meist objektive) Kreativität wie auf der Ebene der Genies. Alltägliche Kreativität ist die (meist subjektive) Kreativität, die sich bei den meisten Menschen beobachten lässt, wie das Umgestalten eines Gartens oder das Improvisieren beim Kochen.[4][5] Dabei existieren viele Übergänge von alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität. Beide entwickeln sich in einem Zusammenspiel von Begabungen, Wissen, Können, intrinsischer Motivation, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden Umgebungsbedingungen.[6][7][8]

Zusammenspiel

Andere Autoren unterscheiden zwischen problemlösender Kreativität, die zur Lösung einer vorgegebenen Aufgabe erforderlich ist, und schöpferischer Kreativität, die der Erkundung künftiger Möglichkeiten dient. Winkelhofer nennt diese beiden Formen „normative“ bzw. „erforschende“ Kreativität.

Erkundung künftiger Möglichkeiten

Hmmmm….. Naja. In meiner kleinen Welt nicht so voll und ganz am Punkt. „Die Fähigkeit, etwas zu erschaffen…..“ heisst es da, was mich sozusagen in den Rang und Status des Er – Schaffenden befähigt, sprich bzw. Umkehrschluss: was immer ich er – schaffe gehört mir??? Echt jetzt? Und „neu, originell, nützlich und brauchbar“ soll es auch noch sein müssen??? Dessen bin ich mir erst recht nicht so sicher – siehe die genialen Landschaftsverpackungen von Christo – wie nützlich und brauchbar sind die denn?? oder eine Symphonie von Beethoven, oder das gesamte Werk von Mozart ??? oder Michelangelo’s „Denker“ in Florenz, „Dürer’s Hase“ oder Van Gogh’s Sonnenblumen??? braucht es wirklich eine Sinnstiftung als Legitimation für Kreativität,? einen „Nutzen“? einen „Sinn“ ?

Nutzen

Dass man Kreativität im Bewusstsein nicht ausschliesslich bei den sogenannten, klassischen „Kreativen“ verorten oder bei diversen „Genies“ parken sollte, ist mit Sicherheit vollkommen richtig. Und bitte lassen wir doch endlich ab von dieser unfassbar unglücklichen Bezeichnung der „Kunst – oder Kultur Schaffenden“ . Kreativität ist in Wahrheit, in meinem Bewusstsein, so natürlich und selbstverständlich und alltäglich wie Atmen, wie Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Verdauen oder Schwitzen. Einfach ein natürlicher, integrierter Teil des menschlichen Bewusst und Da Seins, auch wenn das vielen nicht bewusst ist oder bewusst sein oder werden will.

selbst verständlich…..

Erst kürzlich habe ich von einer Studie gehört , dass Menschen, die sich regelmässig körperlich betätigen, angeblich besonders kreativ sein sollen. Das Ganze hat man in etwa folgendermassen betitelt: „Es gibt eine eindeutige Verbindung zwischen körperlicher Ertüchtigung und Kreativität. Eine neue Studie zeigt, dass Menschen mit den lebhaftesten Fantasien / Imaginations auch die lebhaftesten / aktivsten Körper besitzen“. Was soll das jetzt heissen? Dass Kreativität die Summe lebhafter Phantasien und Vorstellungskraft ist? Also ein Produkt oder Nebenprodukt eines besonders regen Geistes? = Verstandes?

Imaginations

Weiter im Text: “ Das Resultat: Menschen, die sich viel bewegen, haben mehr originelle Ideen als andere“. So ein Unsinn. Kreativität ist doch nicht die Summe origineller Ideen besonders fitter Menschen, oder doch? Steven Hawkins sah das mit Sicherheit etwas anders, Albert Einstein mit Sicherheit auch, von den genialen , wunderbaren, geistig angeblich behinderten (was das auch heute immer noch heissen mag) Künstlern in Gugging ganz zu schweigen. Welch traumhafte Werke diese Menschen tagtäglich in diese Welt zu bringen imstande sind. Das kann doch nur eine leistungsgesellschaftlich infizierte Überlegung bzw. bewertende Studie sein. Anders kann ich mit das nicht erklären oder vor – stellen.

viel bewegen

Den Terminus „Problemlösende Kreativität“ – find ich ja auch wirklich hoch interessant. Abgesehen davon, dass es natürlich oft kreativere Herangehensweisen an Herausforderungen gibt als andere, erschöpft sich die Kreativität mancher Zeitgenossen oft darin, sogenannte Probleme überhaupt erst einmal zu schaffen, manchmal absurderweise sogar um sie anschliessend wieder bravourös lösen zu können. Ist es nicht vielmehr so, dass in An – Betracht und in der An – Wesenheit, dem puren „Da Sein“ von Kreativität Probleme sich, wie hier behauptet, nicht nur „lösen“, sondern erst gar nicht in Er- Scheinung treten bzw. einfach sich ihrer Manifestation und Existenz entledigen?

Foto @ Sandra Mauerhofer

Ich orte ein paar leise, aber wesentliche Missverständnisse, zumindest in der Wahrnehmung von Kreativität in meiner kleinen Welt: Kreativität ist doch lebendiger , integrierter Bestandteil „jedes“ menschlichen, schöpferischen, spielerischen Da – Seins, gehört aber niemandem. Der Anspruch , dass Mensch der alleinige Schöpfer , der Kreator alles Kreativen sei, ist schlicht und einfach ein grober Irrtum. Künstler sind in meinem _Verständnis vielmehr ein Sprach-, Farb-, Ton-, Spiel-, Tanz-, Form-, Gestalt – Rohr für was auch immer sich durch die Künstlerin, den Künstler manifestieren, mitteilen, erlebbar, spürbar, erfahrbar machen kann und will. Je mehr das Rohr, der Kanal, der Channel ihre und seine skills geübt hat, je mehr man sich der Kreativität hinzugeben in der Lage ist, desto weniger steht sie oder er dem Schaffensprozess mit ihrem Ego oder übersteigerten intellektuellen Ansprüchen im Weg. Sprich: das „Denken“ wird im Idealfall vollkommen transzendiert. Wie auch das Ego. Sorry liebe geistvolle intellektuelle Hochseilakrobaten.

Foto @ Sandra Mauerhofer

Einfach wie, vergleichsweise, mit grosser Freude und Vergnügen Auto zu fahren. Wo man nicht permanent an Kuppeln, Schalten, Verkehrszeichen, Rückspiegel, Verkehrsregeln, Polizisten, Ampeln, Blinker, Gas geben, Bremsen, Fahrschullehrer und Strassen- und Wetterberichte „denken muss“ sondern schlicht und einfach „fährt“. Egal woher , egal wohin. Es fliesst. Man fliesst. Und man kann sich daneben blendend unterhalten, eine tiefsinnige Unterhaltung führen, eine gute Radiosendung aufmerksam verfolgen oder einfach die Landschaft geniessen oder ganz schlicht und einfach „nur“ fahren.

we are

Je weniger Ego der „Kunst – schaffenden“ im kreativen Sein und Schaffen involviert ist, desto „genialer“, klarer, berührender die Schöpfung. Natürlich sind kreative Werke immer zugleich extrem verschieden und mannigfaltig wie wir Menschenwesen nun einmal auch sind, weil jede und jeder anders hört, sieht, riecht, schmeckt und duftet, aber in Wahrheit immer ausserhalb von Kriterien wie richtig und falsch, gut oder schlecht, wert“voll“ oder wert“los“ aber immer stark im Sinne von „in der Essenz berührend“. Zugegeben: vermutlich eine harte Breitseite und Attacke auf das mir immer schon höchst suspekte Konzept des „Copy Rights“ – des Urheber Rechtes, des sich zum alleinigen Schöpfer und Besitzer und Inhaber erhebenden Menschen, durch den sich das Universum auszudrücken vermag. Man verwechselt hier meines Erachtens permanent den Holzfäller mit der Axt, die Köchin mit der Bratpfanne und den Tischler mit dem Hobel.

© Copy Rights

Die Kreativität „gehört“ meines Erachtens niemandem, sondern sie „ist“ in jedem, die Fähigkeit Gestalt und Form zu geben, die Gabe inne zu haben, ihr Ausdruck zu verleihen – jede und jeder „kann“ das, wenn man den analytischen Verstand und die Angst, die Angst Fehler zu machen zu vergessen imstande ist und die skills der Verwirklichungs“technik“, die nie Selbstzweck sein kann, wie das irrtümlich oft an Kunstuniversitäten man zu vermitteln bemüht scheint. Jede und jeder kann, macht und atmet das im täglichen Leben, in täglichen Handlungen, im täglichen Sein und Tun. Auch die Natur kann das, wenn man wach und offen sie und sich in ihr wahrzunehmen weiss. Wie da manche Bäume wachsen, manche Vögel singen, manche Wolken sich formen, manche Seen sich in die Landschaft einfügen, manche Flüsse fliessen, Bäume singen, welch farbenprächtige Käfer und Schmetterlinge , Blumen und Pflanzen, verschiedene Meereswellen, Klänge, Bühnenbilder, Lichteffekte, Farben und Formen es gibt – also ist die Kreativität auch, nicht nur, aber auch, erfassbar durch jene, die und den sie zu berühren imstande ist.

Bäume singen

Sie, die Kreativität, darf alles und muss nichts. Sie kann heilen, helfen, beflügeln, bewegen, berühren, entstehen lassen, erschaffen, begeistern, in Tränen auflösen, vor den Kopf stossen, verstören, Erwartungen zerstören, überraschen, zum Nachdenken anregen, zum Staunen veranlassen, in Stille hüllen, in Ruhe besänftigen, in Aufruhr versetzen, Frieden stiften, Gelingen ermöglichen, Freude und Trauer vermitteln, zutiefst ergreifen und höchst beglücken, Berge versetzen und Gräben schliessen oder einfach nur „Sein“ – sie ist quasi eine Schwester der Liebe und ein Kind der Wahrhaftigkeit. Kein Selbstzweck. Keine Eitelkeit. Kein „etwas beweisen müssen oder wollen“. Und auch kein Beeindrucken. Sondern immer viel weiter auf der Seite und der Tiefe eines wahrhaftigen Berührens.

Berge versetzen und Gräben schliessen

Sie gehört sich immer selbst, wie die Musik, Literatur, Malerei, Architektur, Ikebana, Zen, Oper, Breakdance, Graffiti, Ballett, Schauspiel, Film, Fotographie, wie ein Baum, ein Fluss, eine Wiese oder ein Ameisenhaufen, wie all das, was wir zu sehen imstande sind, zugleich niemandem und immer sich selbst gehört, wie das was wir zu hören imstande sind sich selbst gehört, was wir zu spüren, schmecken und riechen, fühlen und wissen sich selbst gehört. Sie ist, und muss nichts können oder bedeuten. Keinen Sinn machen und keinen Zweck erfüllen, nichts und niemandem dienen, und ist trotzdem so wertvoll, so voller Wert, Bescheidenheit, Wucht, Grösse, Erdung und himmlischer Wahrhaftigkeit zugleich, wie kaum etwas anderes es sein könnte. immer. ewig. und besonders – JETZT! Lebe. Liebe. Sei Du. Trau Dich Du und kreativ zu Sein.

Trau Dich Du Sein

In meiner ganz persönlichen kleinen Welt eines, wie wir alle, lebenslang bewusst Kreativen ist Kreativität, Kunst, Kultur ein Grundnahrungsmittel, solange es da „ist“ kaum wahrgenommen wie eben das Atmen, aber lebensbedrohlich, wenn plötzlich nicht mehr vorhanden, nicht mehr sein dürfend, nicht mehr wahrgenommene Berührung in der Tiefe unseres essentiellen Seins. Das ist die furchtbare Realität einer scheinbar alternativlosen, inzwischen schon lebensbedrohlichen, weil viel zu langen Lock down Politik und Strategie. Es geht nicht um Events, es geht nicht um Veranstaltungen, es geht nicht um Sektoren oder Branchen, nicht nur um Jobs und Umsätze, die generiert werden wollen, weder um Kultur – Schaffende oder konsum- und/oder leistungsorientierte Gemeinschaften noch um kulturelle Jobgaranten, noch um Marketing oder irgendein Produkt – es geht um ein menschliches Grundnahrungsmittel, um den Hunger und Durst danach, wieder analog berührt und eben nicht ausschliesslich digital beeindruckt werden zu können oder dürfen, egal ob wir uns das nicht mehr leisten können wollen oder nicht. Es darf sich nicht „rechnen müssen“ sonst haben wir uns alle ganz, ganz grob verrechnet und sind über kurz oder lang in unserer menschlichen Essenz verdurstet und verhungert.

alle Ohren hören still

bevor ich auf eine Bühne gehen kann, egal ob vor 5, oder 50, oder 500, oder 5000 oder 50.000 wahrhaftig anwesenden Menschen, nicht vor leeren Konzertsälen und unzähligen Kameras, mache ich mich zu allererst leer, so leer wie möglich, im oft einzig stillen Örtchen, welches hinter Bühnen zur Verfügung steht und sperre mich dort gerne mal 5 Minuten ein. Dann gehe ich in einem Bewusstsein, nichts und niemandem etwas beweisen, zeigen oder irgendwie beeindrucken zu müssen, mich selbst eingeschlossen, und zugleich nichts falsch machen zu können, einfach weil ich liebe was ich tue und es schon so oft liebevoll ermöglichen durfte, wie ein 3 jähriger Bub in der Sandkiste, der mit dem roten Bagger seines Freundes spielen darf, mit genau dieser grossen Freude und der Gewissheit, dass es mega geil und fantastisch, magic und wunderbar werden wird, nur weil ich mit eben dieser Freude mitmachen darf , alleine oder mit meinen Mitaktivistinnen und Mitgestaltern auf unser Wohnzimmer Bühne, egal wie gross oder klein, und gebe mich zu 100% dem hin, was ich am meisten zu tun liebe und lasse durch mich zu einem Publikum und wieder zurückfliessend, teils staunend beobachtend und unfassbar glücklich im Hier und jetzt, voll und ganz im Moment, das strömen und tönen und schwingen und mit Energie erfüllen, meinem Spirit in vollem Vertrauen 2 Schritte hinterher folgend, was durch mich und uns alle gerade entstehen und sein will, weit jenseits von richtig und falsch, um uns mit einander, einschliesslich des Raumes und des Himmels in dem und unter dem wir gerade sind, zu berühren und gemeinsam mit dem Publikum in diese eine himmlische Farbe , Sound, Bewegung, Regung, Frequenz und Energie zu tauchen und miteinander zu fliegen. zu schweben, einfach miteinander zu „Sein“, uns dieses wundervollen Miteinanders gemeinsam bewusst zu werden, egal wer, egal, was, egal wo, egal woher, egal wohin…..

Foto @ Michael Geyer