#39 11:11 oder: wer suchet kann schwer gefunden werden

„Doppelt-Uhrzeit 11:11 Uhr: Ihr Schutzengel spricht zu Ihnen, hören sie zu, was er zu sagen hat!“ meint dazu die astrozone.de. Oder die Zeitschrift Woman meint: „Es passiert immer wieder – es gibt Zeiten, in denen man regelmäßig um 11:11 auf die Uhr schaut. Diese Zwillingszahl soll unser Unterbewusstsein an seinen Seelenplan erinnern, heißt es aus esoterischer Sicht!“ OK, bin jetzt wirklich nicht sooooo der Esofreak, aber eine besondere Beziehung zu 11:11 habe ich, zugegebenermassen schon immer, seit ich denken und zählen kann, gut möglich allerdings schon wesentlich länger.

In der Numerologie steht die 11 jedenfalls für Neuanfänge. Und bei einer Uhrzeit 11:11 ist das Potenzial, einen neuen Weg einzuschlagen, nochmal um ein Vielfaches höher (11. November? noch besser!). Sieht man also gehäuft das 11:11-Phänomen, ist es – laut Esoterik – ein Anzeichen dafür, dass es Zeit ist, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Es kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass um einen herum etwas schief läuft oder nicht gut für einen ist. Oder dass man schlussendlich im nebelig, scheiss feucht kalten November gestrandet scheint.

Wikipedia hat uns dazu folgendes zu berichten: „Eine gesonderte wissenschaftliche Untersuchung des 11:11-Phänomens gibt es bislang nicht, da es aus wissenschaftlicher Sicht zum einen irrelevant und zum anderen durch die gängigen wissenschaftlichen Erkenntnisse abgedeckt ist.“ Naja, irrelevant – da ist sie schon wieder einmal, diese wissenschaftliche Arroganz, die vielen relativ einfach und simpel zu machenden Erkenntnissen , zumindest aus meiner Sicht, immer wieder heftigst im Wege steht.

Ähnlich einer von mir schon allzu oft und seit langem beobachteten Arroganz so mancher studierter, akademischer Jazzmusiker , die sich, zugegeben, jahrelang übend und entbehrend in die Vokabel und Materie dieser Musikform vertiefen müssen um dann überhaupt erstmal, im übertragenen Sinne, einen einzigen, einfachen Satz für die Mitmusiker einigermassen verständlich sprechen zu können. Aber die exact selben, studierten und von Skalen, Polyrhythmen und Alterationen geschüttelten Genies scheitern dann oft an einfachsten Klassenzimmer oder grosse Bühnen Aufgaben dieser und jener Rock, HipHop, Soul, R&B oder einfach Pop Künstlerinnen, auf die man aus ihrer Sicht ohnedies oft nur mit grösster Nicht Wertschätzung und Missachtung herabschauen muss. Sie scheitern immer und immer wieder am scheinbar Einfachsten.

An der Überheblichkeit ihres Geistes, der es ihnen schier unmöglich macht, einen simplen, einfachen Beat ohne permanenter x beliebiger Variationen in einer klaren, einfachen Struktur über mehr als 4 Takte , idealer Weise einen ganzen Song lang, in seiner vollen Intensität, Groove und Spannung halten zu können, und dabei zum einen strikt in der Form des Songs zu bleiben und zum anderen Spass am Musizieren zu haben und das Publikum zum Shaken zu bringen.

Es scheint einfach ZU einfach, und andererseits anscheinend wieder doch nicht, weil eben eher Mikro- als Makrokosmos, eher „weniger ist mehr“, und deshalb kann man es einfach nicht glauben oder sieht das Ganze, weil an der Oberfläche ja so irrsinnig lächerlich simpel, strikt ausschliesslich aus der überlegenen Vogelperspektive an, um dann festzustellen, dass es vielleicht noch andere Qualitäten als komplexe, komplizierte Kon- und Obstruktionen des Geistes geben könnte, die sehr wohl auch ihren tieferen Sinn und ihre hohe Bedeutung haben.

An dieser und ähnlichen Überheblichkeiten des Geistes scheitert eigentlich so ziemlich jede unglaublichst einfache Möglichkeit einer einfachen und simplen Erkenntnis in vielen oft sehr einfachen Belangen der menschlichen Befindlichkeiten, ihrer Interpretationen, Analysen und Wahrnehmungen. Man kann es nicht glauben, das es, und „es“ steht hier für vieles bis alles, tatsächlich soooo einfach sein kann. Der Geist zumindest will uns aus dieser Geiselhaft der Gedanken nicht und nicht entlassen müssen. Denn wenn er das täte, wo käme er dann hin?

Abgesehen davon dass riesige Berufsfelder und – sparten davon leben, uns auf verworrenen, immens komplexen und scheinbar komplizierten Wegen unter grossen finanziellem und zeitlichem Aufwand und Mühe wohin zu führen, wo wir ohnedies die ganze Zeit schon waren, besser : sind. Nur darauf hinweisen konnte uns niemand und einfach bemerkt haben wir es auch nicht, weil es „einfach zu unglaublich einfach “ sein muss, meint der heilige Geist.

Meine Liebste hat mir von einem osteopathischen Zauberer erzählt, der seine Klientinnen, unter ihnen auch viele Kinder, mit seinen begabten Händen oft schon Innerhalb von Minuten an das heftigst ersehnte Ziel der Erleichterung zu bringen imstande ist, der aber oft noch eine halbe Stunde einfach so salbungsvoll rumgemacht hat, damit ja alle Beobachter in die Lage kommen konnten, dieses Geschenk tatsächlich glauben, erkennen und annehmen zu können. Sie könnten sich ja sonst unmöglich vorstellen , wie einfach es ihm eigentlich zu – gefallen war. Jetzt musste er sich quasi sinn – los schwierig und noch unbedingter möglichst langwierig immer wieder im Angesicht von lauter ungläubigen Thomassen gezwungen sehen, sich erst den Wert seines heilenden Tuns erarbeiten zu müssen. Weil es eben nicht einfach sein kann und darf, und weil nicht sein kann was nicht sein darf, sagt der heilige Geist.

Und jetzt behaupte ich einfach verwegen aufgrund meiner ureigenen Erfahrungen und Erkenntnisse folgendes: Wer suchet, der findet selten bis nicht, weil sie oder er immer nur im Rahmen ihrer und seiner Vorstellungskraft und Phantasie, ihrer und seiner Konditionierungen und Glaubenssätze zu suchen imstande ist. Ausserdem ist die oder der Suchende ja nicht anwesend im Hier und Jetzt, um gefunden werden zu können, da sie bzw, er ja zumeist im Tunnelblick unterwegs auf einer oftmals verbissenen Suche ist. Dabei wäre es doch genau so unglaublich einfach: sich einfach finden zu lassen und zwar von Möglichkeiten, Chancen, Scheunentoren, Türen und Fenstern, die weit ausserhalb jeder Vorstellungskraft unseres mit dem Suchen beschäftigten Geistes liegen. Leicht lässt sich das an Hand vieler Biographien nachlesen: „ich hatte ja keine Ahnung von dieser Dimension“ oder „ich hätte das ja nie zu träumen gewagt“

„Jetzt fällt mir der Name nicht und nicht ein“. kennt jede und jeder. und in dem Moment, indem man aufhört angestrengt und verbissen, mit aller Konzentration zu suchen, fällt er einem zu und ein, findet einen der Name sozusagen. Google stiehlt ja den meisten von uns regelmässig und immer öfter diese Erkenntnis.

„Die Zahlenfolge 11:11 ist aufgrund ihrer esoterischen Bedeutung auch von der Popkultur rezipiert worden, so etwa in den Horrorfilmen 11-11-11 – Das Tor zur Hölle und 11/11/11 – Das Omen kehrt zurück. Ferner tragen zahlreiche Musikstücke und Alben den Titel „11:11“, bspw. von Sasha SökolRegina SpektorMaria Taylor und Rodrigo y Gabriela.“ heisst es weiter auf Wikipedia.

Zum Schluss noch ein paar Betrachtungen aus Sicht der Betreiber der britischen Website Ascension Now: „You will note that seeing 11:11 frequently creates synchronicities in your life. 11 is a double digit and is therefore considered a Master or Power Number.  In Numerology 11 represents impractical idealism, visionary, refinement of ideals, intuition, revelation, artistic and inventive genius, avant-garde, androgynous, film, fame, refinement fulfilled when working with a practical partner.

SPIRITUAL PSYCHOLOGY:  
Carl Jung, the father of analytical psychology, was fascinated by numerology.  Not only did he study various numbers and their meanings, but he also looked at how (and why) our culture was (and still is) fascinated with numbers.
Jung bezeichnet mit dem von ihm eingeführten Begriff sowohl das Phänomen als auch das hypothetisch dahinterstehende Prinzip. Er verwendet den Begriff „synchronistisches Prinzip“ öffentlich erstmals 1930 in seinem Nachruf für Richard Wilhelm:[1] „Die Wissenschaft des I Ging beruht nämlich nicht auf dem Kausalprinzip, sondern auf einem bisher nicht benannten – weil bei uns nicht vorkommenden – Prinzip, das ich versuchsweise als synchronistisches Prinzip bezeichnet habe.“

Zum Schluss sei noch erwähnt dass ich in den 90igern ein Musiklabel namens 11:11 gründen wollte, „Mouth2mouth“ gewann allerdings mit einem knappen Vorsprung an mindfuck dieses Rennen 😉 Und dass der Leitspruch: „Wir suchen nicht, wir lassen uns finden“ der wesentlichste Baustein am Fundament der Erfolgsgeschichte eines gemeinsamen Weges mit der Künstlerin Anna F. , heute „Friedberg“ und mir war. http://www.friedbergmusic.com

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pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

3 Gedanken zu „#39 11:11 oder: wer suchet kann schwer gefunden werden“

  1. Zahlen spielen auch eine große Rolle in der Interpretation der heiligen Schriften,
    siehe Kabbale und Friedrich Weinreb, fällt mir so dazu ein.
    Ja offen sein, sich finden lassen, das hat Sinn und ist das Wesen alles Spirituellen
    Danke für die Inspiration zum 11.11.
    Liebe Grüße
    Andreas

    Gefällt 1 Person

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