#78 „Eine typisch österreichische Lösung“

Gleich eines vorweg: die sogenannte „typisch österreichische Lösung“ ist alles andere als eine „Lösung“. Es ist vielmehr ein unentschlossen schwebender Zustand einer „Nicht Lösung“ eines als indifferent, umstritten, vage, suspekt, undurchsichtig bis zweifelhaft wahrgenommenen Problems. Nicht Fisch, nicht Kohlrabi, nicht Fleisch. Ein zumeist in jeder Hinsicht fauler Kompromiss. Wischi, Waschi. Etwas, wofür auf keinen Fall jemand zuständig, verantwortlich. oder noch schlimmer: woran sicher niemand „schuld“ sein will, zumindest solange sich nicht in einem stets extrem mühsamen und zumeist langwierigen Prozess herauszukristallisieren beginnt, ob ein einer möglichen aber, Gott sei Dank, noch weit entfernten Lösung zugrunde liegender Gedankengang richtig, falsch, genial, saudumm, eine blendende Idee oder ein ebenso blendender Unsinn sein könnte, mit der deutlichen Betonung auf dem Konjunktiv der Sache.

Gedanken – Gang

Dieses typisch österreichische Phänomen verfolgt und plagt uns gleichermassen, die Österreicher und die in Österreich lebenden Menschen. Mindestens seit den Tagen der Hainburger Au und des Atomkraftwerkes Zwentendorf bis hin zur Hypo Alpe Adria, den Ibiza Skandal, den Wirren um das BVT und die darin offensichtlich verstrickten Wirecard Geschichten, den offenbar relativ einfach zu verhindernd gewesenen Terrorakt vom November letzten Jahres, einer nächtlichen Abschiebung von in Österreich aufgewachsenen , in der Gesellschaft und im Schulsystem bestens integrierten Teenagern unter Einbindung der WEGA, von Hundestaffeln und einer Hundertschaft an Polizistinnen und Polizisten, einer verbotenen Demo, die in Wien allen Verboten und Pandemie Ausbreitungsbefürchtungen zum Trotz unter Polizeischutz mit über 10.000 Besuchern stattgefunden hat bis hin zum breiten und langen Beobachten einer pandemisch höchst riskanten Dynamik , wieder einmal im hochkatholischen Tirol, bis es für eine Entscheidung zu Ungunsten einer weiteren Ausbreitung einer dort grassierenden Mutation ziemlich sicher lange zu spät gewesen sein wird.

Phänomen

Herr Gott, schau bitte owa.

Woran liegt’s, mag sich so manche und mancher fragen. Nun, wie oben bereits erwähnt – zum einen mit Sicherheit am erzkatholischen Grundrauschen und Fegefeuerbrummen. Da ist einmal die riesengrosse Angst, nur ja nicht, auf gar keinen Fall an irgendetwas „schuld“ sein zu müssen. Angeblich das Schlimmste was einem passieren könnte, obwohl ein Nicht Handeln oft die weitaus wesentlich schlechtere Variante sein mag. Und das Hand in Hand mit einer einzigartigen Perfektion der „Schuldzuweisung“ – sprich: Die hohe Kunst, die um alles zu vermeidende Schuld so rasch und bald und konsequent wie nur irgendwie möglich von sich weg zu weisen, abprallen zu lassen und auf andere eben, auf die oder den anderen ohne 1% Zweifel überzustülpen.

Oder einfach aus Angst, das „Falsche“ in einer Situation, bei akuter Gefahr, bei einer Entscheidung mit einer guten Chance auf langfristige Folgen für andere, aber immer auch im Sinne und unter der Berücksichtigung der eigenen Vorteile oder ganz persönlicher Interessen oder den Interessen der jeweiligen „Neigungsgruppe“, deren treuer und loyaler Diener oder Unterstützer man selbst womöglich ist, oder mit der, wenn auch nur marginalen Chance eines womöglich eigenen Nachteils, das offensichtlich „Richtige“, Zielführende, Sinnvolle und oft auch nur „Gesunde“ im Interesse einzelner oder vieler, wenn auch im konkreten Fall auch nicht der eigenen, zum Schutz und Wohle anderer, oder aus Geiz, einer gewissen Boshaftigkeit oder auch nur massloser Profitgier, im Zweifel zu verharren und lieber gar nichts zu tun, selbst wenn das Zögern oder das „nichts tun“ mit Strafen geahndet, unmoralisch oder menschlich untragbar oder andere in Lebensgefahr zu bringen imstande wäre oder sie zumindest um ihr Hab ubd Gut oder ihr leibliches und seelisches Wohl bringen könnte.

Herr Gott schau owa bitte

All das im üblen Geruch des aus allen Ecken und Enden zum Himmel stinkenden, faulenden Kompromisses. Lieber gar nicht als falsch. Lieber weder Fisch noch Fleisch und Kohlrabi schon gar nicht. Lieber beobachten als Sorgfalt walten lassen und Obacht geben. Lieber hinauszögern als etwas tatsächlich Konstruktives zustande bringen. Lieber sich vor der Verantwortung davon stehlen, indem man sich hinter der schlicht und einfach offensichtlich kaum existierenden „Eigenverantwortung“ oder einer Hundertschaft an Experten verschanzt und versteckt, deren Rat zu befolgen man obendrein ohnedies nicht gewillt ist, bis das Übel, egal wie, egal wann – Augen zu und durch – vorbei ist oder sich hoffentlich irgendwie von selbst auflöst als Verantwortung zu übernehmen, geschweige denn: verantwortungsvoll zu handeln.

Was ist denn eigentlich ein Kompromiss? Dieses angeblich politisch wie gesellschaftlich, partnerschgaftlich oder auch demokratisch unvermeidbare und unter allen Umständen heilige, angeblich friedensstiftende, unter allen Umstäden zu erzielende Instrument auf dem steinigen und oft entbehrungreichen , ja, auch katholischen Weg zu einer für alle oft gleichermassen unbefriedigenden Lösungsfindung?

kompromisslos zufrieden und in Frieden…..

Was ich noch nie verstanden habe und bis heute nicht verstehe, ist, dass diese sogenannten, als Kompromisse getarnten Lösungen oft bis meistens auf der Grundlage von unvermeidbarem und absolut not – wendigem Verzicht, eines Nachteils, einer Erntsagung oder Entbehrung oder Verlustes, einem Vorsätzlichen Vorenthalten den, der oder dem anderen gegenüber getroffen wird, nur weil man es selbst nicht einfach so haben kann oder es für einen selbst nicht so toll und wunderbar sein darf wie man möchte oder es eben oft ganz einfach sein könnte. Also eigentlich mit einem dahinterliegenden Motor, einer „Agenda“ oder knapp unter der glänzenden Oberfläche schimmernden Giftbrühe aus Missgunst, Neid, Gier oder Geiz, von Revanche bis Unterdrückung, von Respektlosigkeit und sich hinter Sachlichkeit und der steten Berufung auf die sogenannten Fakten versteckte Empathielosigkeit, Gehässigkeit und Unmenschlichkeit anstelle von Wohlwollen, Freude über den Erfolg oder auch nur die Freude der oder des anderen, Mitgefühl, Enthusiasmus, Mutmachen, Hoffnungsstiftung und Respekt auf Augenhöhe, zutiefst menschlicher Empthiefähigkeit, Ethik und , ja, Liebe und Zuversicht und dem Bemühen um ein gemeinsames Gelingen, einem Ermöglichen und eben nicht dem Ziel etwas unbedingt, mit allen Mitteln zu „Verhindern“ getragen zu sein.

So gesehen, stinkt für mich fast jeder Kompromiss, und besonders solche, sogenannte „faule“, die in Wahrheit sich nicht einmal bis kaum die Mühe machen, zumindest den Anschein zu wahren, überhaupt ein solcher zu sein, zum Himmel-

Weder Fisch , noch Fleisch, noch Kohlrabi

Und dieses gesamte Lösungsfindungs Gedöhns schwimmt dann meistens noch in einer indifferenten Suppe aus Korruption, Bestechung, Freunderlwirtschaft, Neid, Missgunst und Machtmissbrauch mit einem Hauch an aristokratischem Duft von Kaiserschmarrn und einem obrigkeitshörigen, unterwürfigen Parfum der tiefen Verbeugung in Form des gekonnten Hofknickses oder des nicht minder perfekten Gschamster Dieners den Bach oder die vormals blaue, inzwischen braune Donau hinunter.

the blue Danube is brown

Zum Verzweifeln, könnte man meinen und es liesse allzu leicht den Schluss zu, dass aus einem derartigen Sumpf ja kaum bis nie etwas grossartiges entstehen , hervorgehen, oder hervorgebracht werden könnte. Doch das ist eben ein riesengrosser Irrtum. Ein Kurz Schluss gewissermassen.

Irr – Tum

Wer sich all dem zum Trotze oder gerade deshalb gelernt hat sich zu behaupten, sich durchzusetzen, den Glauben an sich selbst und an seine Träume und Visionen sich nicht feige stehlen oder kaputt machen zu lassen, ohne Angst vor irgendeiner Art von Schuld oder einer Angst, Fehler zu machen, die ja besonders oft nur Tore zu genialen Lösungen sind – das sind dann die sogenannten Genies, die Hosen- und Hoffnungsträger, die genialen Ideen, die sich all dem zum Trotze oder gerade wegen dieser Hürden in Form von akuter und latenter Entscheidungsschwäche und faulen Kompromissen, all den Mief und Nebel dessen überstrahlend und glasklar durchzusetzen imstande sind und sich oft und immer öfter auch international den Durchbruch verschaffen.

Durch – Bruch

Jeder kennt den weltberühmten Sager in Bezug auf New York City: „If you can make it there, you can make It anywhere“ – da hatte Frank Sinatra wohl eindeutig Österreich noch nicht am Schirm. Wer all dem zu entkommen, sich von all dem zu „lösen“ imstande ist, und das können immer mehr junge, begeisterungsfähige, hochtaltentierte, zuversichtliche und entschlossene Menschen in diesem Land, der braucht sich vor keiner Schuld, vor keinem faulen Kompromiss und keiner Vorverurteilung zu fürchten. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, was da alles allen Widrigkeiten, Gehässigkeiten und Gemeinheiten zum Trotz geht, oder eben gerade deshalb geht, ist, entstehen darf und kann. Dort geht’s lang. Nur Mut. Wir können das, auch wenn wir nicht so zu sein scheinen dürfen. Von einem , der auszog, das Fürchten zu verlernen und der wiederkam um Mut zu machen.

Alles Liebste und viel Gutes, AleX

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist & project development music . consulting . uncoaching, production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.facebook.com/alexander.a.deutsch https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch we are the seeds of awakening in a sleeping world So, Don't Sleep!!!

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