#105 „Kunst und Kultur sind Lebensmittel für die Seele, denn zum Mensch sein gereicht es nicht zu arbeiten, zu konsumieren und zu schlafen…“

…..auch wenn sich die Wirtschaft, die Wirtschaftstreibenden und die permanenten Treiber der Wirtschaft und Anbeter des Bruttonationalproduktes das so gerne wünschen, vorstellen und erträumen würden. Ich habe nichts gegen die Wirtschaft als solches, aber gegen eine ungerechte Wirtschaft habe ich sehr wohl etwas, eine Wirtschaft wo die Schere zwischen Arm und Reich rasant weiter und weiter auseinander geht, und immer wenigere auf Kosten der meisten ihre Profite machen, die alles andere als gerecht verteilt werden. Und JA, genau das ist die Wirtschaft, die uns derzeit alle beherrscht und von der wir uns nach wie vor alle beherrschen lassen.

beherrschen

Im Parlament ist man gerade ( Donnerstag, 25.3. 2021) bemüht, besonders von Seiten der TürkisGrünen, einen Antrag auf ein freiwilliges Kulturjahr, ähnlich dem sehr beliebten freiwilligen Sozialjahr, abzulehnen. Was für ein furchtbar dummes, ignorantes, unmenschliches und völlig aus einer gesunden Balance geratenes Ansinnen soll das denn sein bitte? Was für ein trauriges Signal bzw. was für ein Offenbarungseid, wie weit man sich im TürkisGrünen Lager täglich in rasantem Tempo immer weiter von einem Mensch Sein dürfen und sich als Mensch überhaupt noch spüren können, von einem ganzheitlichen Verständnis von Menschlichkeit meilenweit entfernt und sich verrannt hat. Lieber wie die virtuellen Vorzugsschüler Lemminge im blinden Vor- und Nach – Hecheln in Richtung einer digitalen, Autobahn um jeden Preis nach Nirgendwo unter den ersten sein zu müssen, was uns mit Sicherheit weder mehr Menschlichkeit noch Gesundheit, noch Lebensfreude, noch Heilung als inzwischen ohnedies bereits todkranke Gesellschaft bescheren wird können.

aus einer gesunden Balance geraten

Generell: wenn man, so wie ich heute, es wagt in eine parlamentarische Sitzung reinzuhören und reinzuschauen, dann ist , wenn man einigermassen bewusst und hellwach durch sein Leben zu gehen gelernt hat, eines vollkommen offensichtlich: Diese gesamte Parlamentsmannschaft, egal welcher Partei oder der bei allen vormals relevanten und inzwischen fast zur Gänze verblassten inhaltlichen Gesinnung sitzt, schwimmt, streitet und brütet in ihrer vollkommen autarken, eigenen Blase, zu grossen Teilen, meist vollkommen jenseits jeder wahrnehmbaren Realität, Notwendigkeiten und Herausforderungen unserer Zeit und Gesellschaft ausschliesslich mit ihren eigenen Befindlichkeiten und nicht enden wollend vornehmlich mit sich selbst beschäftigt vor sich hin.

hellwach durch das Leben…..

Von echter Innovation, weit und breit nichts in Sicht. Von Kreativität, kaum eine Spur. Geschweige denn von irgendeiner Art von Bewusstsein, geschweige denn Verantwortungs – Bewusstsein, dass der einzige noch verbleibende, gangbare und mögliche Weg aus egal welchem Schlamassel einer dringenden Redefinition und Neuerfindung so gut wie aller und sämtlicher Rahmenbedingungen, Verhaltensmuster, Strukturen und Herangehensweisen voraussetzt, die uns ja seit Jahrzehnten überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht haben. Aber das kommt dort, wie gesagt, einfach schlicht und einfach nicht vor. Es ist ein hochaufgeregtes Rumrühren und Rumblubbern im ewig gleichen, kranken, alten, vollkommen von der Realität schon längst ohne Blinken überholten unnötigen Scheiss.

rumrühren…..

Da diskutiert man tatsächlich in der immer brauneren Sosse diverser , reichlich vorhandener Egos, Selbstdarsteller und Narzissten, ob Friseure auf- oder zusperren dürfen, ob der Handel und die Schilifte unbedingt offen bleiben müssen, ob die Schulen wieder in das so genannte „Distance Learning“, auf deutsch und übrigens auch auf österreichisch: in den Fernunterricht geschickt werden sollen, ob die Gastronomie und die Hotels, die letztes Frühjahr und Sommer bis in den Herbst trotz Pandemie ganz gut am Start sein konnten, weiter geschlossen bleiben sollen und wer schuld daran ist, dass es zwar riesige Impfstrassen aber kaum Impfungen zu verimpfen gibt.

Fern – unterricht

Die Kunst und die Kultur bleiben ohne grosse Aufregung, ohne Zweifel geschlossen. Keine Frage. Das wird einfach, in einer Art abgehobener Verständlichkeit, in einem inzwischen pandemischen Selbstverständnis so gut wie parlamentarischer Kritiklosigkeit so an- und hingenommen. Da hat man bzw. will man etwas nicht verstehen bzw. versucht alles Menschenunmögliche zu tun, um uns diese Quelle, dieses, zusammen mit der Natur so dringend notwendige Lebensmittel als Basis für alles, was für ein gesundes Mensch sein essentiell und wichtig ist, ohne Genierer weiterhin vorzuenthalten, damit wir diesen Hunger und Durst offensichtlich bis auf weiteres, auf der digitalen Autobahn zum perfekten Konsumenten und vollkommen transparenten Bürger, inklusive unserem menschlichen Selbst, anscheinend am Besten auch nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn, tatsächlich spüren sollten. Ein trauriges Weltbild.

Durst

Was für eine Zeit ist das, in der wir leben müssen. Müssen wir ? Wirklich? Müssen?

Wir leben in einer Zeit brutaler permanenter Ablenkung vom Wesentlichen und der systematischer Zerstreuung einer Wahrnehmung und in einem Bewusstsein, wo es anscheinend ausschliesslich nur mehr um die laute, schrille, bunte, verführerische, von diversen Influencern permanent gepushte Welt im Aussen geht, als wäre dies die einzige Welt, die „ist“. Wir fallen damit quasi in einem permanenten Strom der Ablenkung in die äussere Welt hinein , auf sie hinein und wundern uns zugleich über Burn Out, was immer da systematisch verbrannt wird und wurde, über Stress, Ruhe- und Rastlosigkeit, Schlafstörungen, Krebs, Panik Attacken ohne Ende und dass wir es anscheinend nicht mehr schaffen, entspannt und glückselig im „Flow“ des Lebens mitzuschwimmen. Ohne dem Geschenk der lebenswichtigen „langen Weile“, der inneren Ruhe und Stille, um überhaupt noch eine Chance zu haben, mit unserem essentiellen, tiefsten Selbst, mit unserer Seele in Kontakt kommen zu können, ohne die lebensnotwendigen seelischen Zufluchtsorte, Tankstellen und Rettungsinseln der Musik, des Tanzes, der Bilder, Gemälde, Photos, Bücher und Skulpturen, Theater und Oper, Film, Lesungen und Performance, die , zusammen mit der Natur, alle unsere Herzen und unsere Seelen zutiefst zu berühren imstande sind. Nein, das will „man“ nicht, das „darf anscheinend nicht mehr sein“.

Zufluchtsorte, Tankstellen und seelische Rettungsinseln

„Die Bläue des Blau ist nirgendwo ausserhalb der eigenen Wahrnehmung zu finden. Auch ein Neurochirurg, der die graue Masse eines lebenden Gehirns aufschneidet, wird sie dort nicht finden. Aber deshalb ist die Bläue des Blau um nichts weniger real als das von aussen beobachtete Gehirn, das der Chirurg untersucht. Ein Weiteres anschauliches Beispiel dafür , dass äussere Beschreibungen uns nichts über erlebte Qualitäten verraten können, ist die Musik. Keine noch so genaue Analyse der akustischen Wellen, der mathematischen Verhältnisse zwischen den Tönen und meiner Gehirnströme kann etwas darüber sagen, was ich höre, was ich erlebe. Ich kann zwar allgemeine Aussagen treffen, ich kann auch untersuchen, welche Hirnregionen beim Hören aktiv sind; aber die gehörte Qualität, der spezifische emotionale Gehalt einer Akkordfolge oder eine Melodie lässt sich daraus nicht ableiten. Das Gehörte ist weder in den Schallwellen noch in den Gehirnströmen zu finden, es existiert nirgendwo ausserhalb meiner Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist unreduzierbar und nicht wegzudiskutieren, sie ist die primäre Wirklichkeit der Musik. Sie ist Teil des Stoffes, aus dem wir sind.“ (Fabian Scheidler, „Der Stoff aus dem wir sind“)

die Bläue des Blau

Diese persönlichen inneren, sehr individuellen Erlebnisse ist man dabei, uns systematisch nicht nur weiterhin in einer Selbstverständlichkeit vorzuenthalten, Nein, sie werden uns systematisch gestohlen indem man versucht, uns im Aussen und in der virtuellen, digitalen Oberfläche als perfekte Konsumenten, denen permanent etwas verkauft werden muss, was am besten gelingt, solange wir nicht mehr mit unserer Essenz, mit unserer Seele in Kontakt und in ein gesundes Verhältnis treten können, gefangen zu halten.

individuelles Er – Leben

Oder wie es der wunderbare Dr. Ha Vinh Tho so treffend formuliert, der dem Staat Bhutan wesentlich mitgeholfen hat, das Wohlbefinden des Staates und seiner Menschen nicht über das Brutto Nationalprodukt sondern, als bislang einziger Staat der Welt, über ein Brutto Nationalglück zu definieren: „Die Art und Weise, wie wir die Natur, unsere Welt zerstören und wie wir miteinander glauben umgehen zu können oder zu müssen, ist nur ein Zeichen dafür, wie sehr wir nicht mehr imstande sind mit uns selbst im Einklang zu leben. Zum Beispiel nur die Fähigkeit zuzuhören ist essentiell für jede Art von guter Beziehung. (Und da besonders die Fähigkeit, zuzuhören um zu verstehen und eben nicht um zu antworten Anm.) Wenn ein Mensch keine innere Ruhe hat, kann er auch nicht zuhören. Liebe und Verständnis sind nicht zu trennen. Wenn Liebe nur ist, was ich brauche von dem anderen, dann ist es keine echte Liebe.

zer – stören

Äussere, in einem Gleichgewicht befindliche Grundlagen für die Ermöglichung eines glücklichen Lebens: 1) Umwelt, ökologische Resilienz und Gesundheit als Basis für alles andere. 2) eine inklusive, gerechte, nachhaltige Art des Wirtschaftens, einer Wirtschaft im Dienste der Menschen und ihrer berechtigten Bedürfnisse, wo niemand vergessen wird 3) Kultur: Wissenschaft, Kunst und Spiritualität. Wenn diese Drei nicht vorhanden sind in einer Gesellschaft, dann ist es nicht wirklich menschlich. Da können wir als Menschen gar nicht aufblühen. und 4) Politik, die den Rahmen schaffen sollte, in dem wir leben, auf Basis dessen, ob ihre Entscheidungen der Mehrheit der Menschen Glück und Wohlbefinden bringt“

Back in the days with my man Oliver & http://www.cafedrechslerband.com sharing a stage with Parov Stelar @ Posthof Linz

https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch

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pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist & project development music . consulting . uncoaching, production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.facebook.com/alexander.a.deutsch https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch we are the seeds of awakening in a sleeping world So, Don't Sleep!!!

3 Gedanken zu „#105 „Kunst und Kultur sind Lebensmittel für die Seele, denn zum Mensch sein gereicht es nicht zu arbeiten, zu konsumieren und zu schlafen…““

  1. Ich glaube und vertraue darauf, dass es schon bald eine Wende in dieser Geschichte geben wird, auch wenn wir jetzt noch nicht wissen, wie sie aussieht. Bis dahin kann jede/r bei sich selbst beginnen und einen Beitrag für eine bessere Welt leisten. Danke dafür, dass du so genau hinsiehst! Ich freue mich übrigens auch schon sehr auf die ersten – unbeschwerten – Konzerte. 🙂

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