#108 „Das Reich der Fülle findet sich in einem leeren Fass ohne Mangel und ohne Boden“

Wir leben in einer Welt und Gesellschaft, in der es noch nie eine grössere Anzahl von Menschen in absoluter Armut, katastrophaler Wasser- und Hungersnot gab als dies heute, im Jahre 2021, sehr weit nach Christus, der Fall ist. Zugleich leben wir in den westlichen und den sogenannten industriellen Staaten, Ländern und Kontinenten in einer der reichsten Gesellschaften die es je gab. Überfüllt, übervoll und vollkommen übersättigt und satt mit viel zuviel von allem, dass wir tagtäglich, inzwischen in einer Art sehr fragwürdigem Selbstverständnis, Zig Tonnen dieses Überflusses wegzuwerfen bereit sind. Ebenso zur selben Zeit, also zeit – gleich, hat noch nie zuvor ein grösseres Mangelbewusstsein in den Gesellschaften der selben Staaten geherrscht als heute.

….sehr weit nach Christus

Ein Paradoxon? Nein, ganz und gar nicht: Jene , vergleichsweise wenigen, die sowohl vom Mangelbewusstsein, als auch vom Hunger und der Not der meisten Menschen mit unglaublich masslosen, unmenschlichen Profiten und Renditen profitieren, sind die selben, deren Geschäftsmodell zum einen der Profit um jeden Preis, und zum anderen der grossteils künstlich immer wieder zu erzeugende Mangel ist. Ja, es sind genau jene vergleichsweise sehr wenigen, die daran skrupel- und verantwortungslos die grössten Profite der Menschheit , die je gemacht worden sind, für sich und ihre Konzerne, Industrien und shareholders an den diversen Börsen verbuchen und damit tagtäglich mutwillig unser aller Lebensgrundlagen unaufhaltsam mehr, und mehr zerstören bis für immer vernichten. „Wir zerstören, was wir nicht verstehen“ sagt Fabian Scheidler sehr treffend in seinem aktuellen Buch „Der Stoff aus dem wir sind“, welches ich jeder und jedem aufgeweckten Zeitgenossen nur immer wieder ans Herz legen möchte.

„wir zerstören was wir nicht verstehen“

Man ist hartnäckig bemüht, dieses zu grossen Teilen künstlich erzeugte Mangelbewusstsein mit allen Mitteln der Bedarfserzeugung und unter allen Umständen aufrecht zu erhalten, auch wenn es auf der anderen Seite immer mehr Menschen in unfassbare Armut und grösste Nöte bis in den Tod stürzt und andere wiederum auf sehr hohem Niveau jammern lässt, in einem Gefühl, nie genug zu haben und nie genug zu sein. Auch wenn das bedeutet, dass immer mehr Arten tagtäglich ein für alle mal ausgerottet und ihres natürlichen Lebensraumes beraubt werden und man den Planeten Erde, auf dem wir in Wahrheit nur zu Gast sein dürfen, scham- und verantwortungslos bis zum geht nicht mehr ausbeutet. Also wenn es uns hierzulande und in den Industrienationen an etwas mangelt, wenn etwas hinten und vorne fehlt, dann ist es eines: Demut.

Demut

Das Gefängnis, zugleich das bittersüsse Gift des Mangels mitten im Überfluss ist meistens ein mittels Werbe- und Marketingmilliarden künstlich erzeugter Käfig, dessen Tor nach Innen, in das jeweilige Innenleben, Empfinden und vor allem Bewusstsein eines jeden Menschen rein theoretisch zwar permanent offen steht, aber dessen riesengrosse, grelle Werbe- und Marketing Fenster uns im Aussen gefangen halten und uns einerseits ständig eine als Leben verkleidete Illusion eines optimalen, optimierten, von Wettbewerb und Effizienzdenken getriebenes Daseins in einer Art Schlaraffenland vorgaukelt, wo man jederzeit und immer alles sofort haben kann und man uns andererseits permanent das Gefühl vermittelt, dass wir einfach nicht gut, schön, reich, smart, schlank, erfolgreich, schlau, ein – und ausgebildet, glücklich, satt und selbst optimiert genug sind wie wir nun mal sind.

Mangel in der Fülle

Wer in einem ständigen Bewusstsein des Mangels lebt, also die meisten von uns, kann nie genug bekommen = wir brauchen das Leben als Erfüller unserer eigenen und vor allem fremder Erwartungen und dieser künstlich erzeugten Bedürfnisse. Also leben wir in einem permanenten Bewusstsein, dass gerade immer zuwenig von allem da ist und das nächst bessere erst kommt. Dann. Nein. Nicht Jetzt. Dann. Denn „hier“ und „jetzt“ darf auf gar keinen Fall auf auch nur irgendeine Weise zufriedenstellend sein.

Zugleich ist Mensch im Begriff sich über alles und jedes, einschliesslich sich selbst zu erhöhen, im Glauben alles kontrollieren zu können, zu müssen, zu dürfen, alles verstanden und bewiesen zu haben, jede Ursache und Wirkung erforscht und bewiesen zu haben. Nur dass dem schlicht und einfach nicht so ist. „Little did they know“ hätte mein leider viel zu früh von uns gegangener Freund Delmar Brown gesagt.

„little did they know“

Zu allem Überfluss hat die westliche Wohlstandsverwahrlosung und ihre von dieser Mangelerzeugung profitierenden Protagonisten auch noch all die Konzepte, Kurse, Coachings für dies und gegen das, Optimierunswahnsinn, Programme und Heilversprechen erfunden, um die permanente Bobo Sucht, sich über Probleme, Ungerechtigkeiten und Verschränkungen, im schier unendlichen Labyrinth der Psyche in erster Linie permanent mit sich selbst beschäftigen zu dürfen, im selbstverliebten Austausch gegen zumeist üppige Honorare zu befriedigen.

Guter Rat muss nicht teuer sein, und teurer Rat ist auch nicht immer gut. Da rennen wir nun voll gestresst, rast und ruhelos rum, als wären wir nichts anderes als ein Container von Konzepten. Die Sucht nach der permanenten Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und Biographie, den damit einhergehenden Gedanken und Gefühlen, meist weit aus der Vergangenheit mühsam immer weder hin- und herzitiert, xmal überlegt, interpretiert, umgestochen, be- und wieder ausgegraben, analysiert und evaluiert, nur weil man nicht sich anscheinend, bloss das nicht, im Jetzt zu sein getraut. Klingt irgendwie sehr hoffnungslos.

teuer Rat muss nicht gut sein…..

Ausser man ist irgendwann gewillt, einmal richtig leer zu werden, komplett leer zu sein, sich vollkommen leer zu machen, leer von Bedarf, Hunger nach allem Möglichen und Unmöglichen, leer von der eigenen Geschichte, der eigenen Persönlichkeit, leer von Glaubenssätzen, Vorwürfen und Verurteilungen, leer von Bedürfnissen und Befindlichkeiten, der rastlosen, mühsamen, anstrengenden, stressvollen Suche und Hetze nach möglichst viel Geld, Liebe, Erfolg, Fitness, Schönheit, damit das Leben überhaupt einmal eine Chance bekommen darf, mich und sich zu „erfüllen“. Wenn man ständig übersättigt, satt und voller Erwartungen und Befindlichkeiten ist, wo soll denn da Platz für Er – Füllung sein???? Und Ja, das kann natürlich, leider, leider, wenn, dann auch nur im Hier und Jetzt geschehen. Dort, wo die meisten von uns kaum bis nie gelernt haben, zu Sein, wo aber der einzige Ort der Fülle und der Fluss des Lebens ist, das Leben in seiner Wahrhaftigkeit und Tatsächlichkeit immer und ewig stattfindet. Wenn man tatsächlich glaubt, dass nie genug da ist, dann kann man sich auch praktisch nie in Frieden und in aller Ruhe je mit dem Geschenk des Lebens auf Augen- und Seelenhöhe zusammensetzen und treffen.

Er – Füllung

Darum geht es eigentlich ursprünglich ja auch in der Fastenzeit, um das leer machen, um bewussten Verzicht, um innere Reinigung, das bewusste Stoppen eines Überflusses damit sich wieder erfüllen darf was sich erfüllen will und kann.

Wer irgendwann verstanden hat, zugleich in einem Bewusstsein der Leere und der ihr auf Schritt und Tritt folgenden Fülle zu leben, der oder dem wird in Wahrheit kaum bis nichts wahrhaftig Essentielles fehlen, weil man weiss, erkannt, gelernt hat und sich dessen in vollem Vertrauen auf die Geschenke des Lebens bewusst ist, dass man vollkommen genug ist wie man ist, und dass man auch nichts braucht, um einfach einmal entspannt „Sein“ zu dürfen. So erfährt man das Leben als ein einzigartiges, wundervolles Geschenk voller Wunder im Hier und Jetzt, die man aber erst wirklich wahrzunehmen in der Lage ist, wenn man sich nicht mehr in einer ständigen Hetzte nach dem nächst Besseren befinden muss. Weil das Beste doch genügt, schon da „ist“ und schon immer, wenn auch unbemerkt, da war.. Das beste Leben , welches wir haben, welches uns hat und welches wir je hatten. Eines der wundervollsten Tools dorthin, oder hierher, in das Hier und Jetzt, ist die Dankbarkeit, das am besten tägliche sich Bewusst machen und bewusst werden dessen, was „ist“.

wundervoll, ein Geschenk voller Wunder

Liebe Lunge, danke – dass du mich in und durch dieses wundervolle Leben atmest, und Dir, liebstes Herz, danke – dass du mich durch dieses spannende, aufregende, herausfordernde und liebevolle Leben schlägst.

….. im Flow, im Fluss

Frohe Ostern und ein paar ruhige, besinnliche und friedvolle Tage wünsche ich uns allen, Euer AleX

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

2 Gedanken zu „#108 „Das Reich der Fülle findet sich in einem leeren Fass ohne Mangel und ohne Boden““

  1. diese Zeilen beinhalten die Worte von Alexander, liebe Lunge danke, dass du mich durch dieses wundervolle Leben atmest und liebes Herz danke ,dass du mich durch dieses spannende, aufregende, herausfordernde und liebevolle Leben schlägst, berührt mich besonders, nach einem erlittenem Herzinfarkt – danke liebes Herz schlage noch eine Weile für mich und meine Lieben – – – – – – alles Liebe und Beste an Alexander – – – –

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