#140 „Wo bleibt er, der ganzheitliche Mensch, in einer kranken und verrückten Gesellschaft?“

Aufgrund auf den ersten Blick sehr verschiedener Situationen in der bewussten Wahrnehmung meines sogenannten „Alltags“ und der darin handelnden, mir ans Herz gewachsenen Personen in ihren vollkommen verschiedenen Lebensabschnitten und -räumen glaube ich allerdings immer klarer zu erkennen, dass wir es hier immer mehr und immer öfter mit einem gesamt gesellschaftlichen , allgemein gültigen, viel zu viele von uns persönlich betreffenden und immer mehr betroffen machendem Phänomen zu tun haben, welches mein Lieblingsautor Fabian Scheidler in seinem Buch „Der Stoff aus dem wir sind“ sehr treffend auf den Punkt gebracht, folgendermassen formuliert:

„Das Warten auf den Moment, da der Mensch endlich als körperliches und fühlendes Wesen ausgelöscht werden kann, ist symptomatisch für eine technokratische Männerwelt, die von ihrer eigenen Innenwelt so weit abgespalten ist, dass sie Denken, Fühlen und Wahrnehmen von Rechnen – das einzige, was Rechner können – nicht mehr unterscheiden kann. Es ist der Endpunkt der Unterwerfung des Menschen unter die Maschinenlogik. Der Versuch, Menschen in einen Datensatz zu verwandeln ist Teil einer Kultur des Todes, die alles, was Leben ausmacht – Spontaneität, fühlendes Erleben, Selbstorganisation und Kreativität – durch Abstraktion und Berechnung ersetzt. Ihr Fluchtpunkt ist ein wüstenartiger Planet, auf dem einsam im dunklen Weltall ein blinkender Riesenrechner steht, der anzeigt, wie viel Geld er gerade verdient.“

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Klingt auf den ersten Blick sehr hart , scary und ernüchternd und irgendwie wie aus einem utopischen Roman oder einem Science Fiction movie, aber es ist, like it or not, wohin wir uns, bzw. man uns auf möglichst schnell und lückenlos zu installierenden und auszubauenden digitalen Breitband Autobahnen zu bewegen bemüht ist. Das heisst: vielerorts, im Bewusstsein und noch wesentlich mehr im inzwischen pandemischen Nicht – Bewusstsein vieler sind wir schon lange dort.

Da ist zum einen ein fantastischer, extrem liebenswerter sowie empathischer 7 Jahre junger Bursche, der mich immer wieder aufgrund seiner höchst philosophischen Betrachtungsweisen und Erkenntnisse mit offenem Mund staunend inne halten lässt. Jemand, der seine ersten Lernjahre in einer selbstorganisierten Lerngruppe mit einer exzellenten jungen, engagierten Waldorf Pädagogin verbracht hat und nun zur sogenannten „Externistenprüfung“ in einer stink „normalen“ Schule mit einer ebenfalls stink „normal“ Karriere geilen Streber Lehrerin antreten musste, um ihr zu beweisen, dass er das für sein Alter vorgesehene „Soll“ der vorgesehenen Wissensauftankung und Abfüllung an einer stink „normalen Regelschultankstelle“ sich zu Eigen machen konnte. Alles während einer einstündigen „Über – Prüfung“ in einem Umfeld, wo derartige selbstorganisierte Lerngruppen von vornherein als vollkommen unnötiger Fremdkörper empfunden werden , die man in diesem „Schulsystem“ eigentlich weder will noch zu brauchen glaubt. Vorläufiges und nicht wahnsinnig überraschendes Resultat: Nicht genügend.

Was im Ernstfall soviel für ihn heissen würde, dass er , sollte das tatsächlich nach Einsprüchen und Protesten im Rahmen der dafür sehr beschränkten Un – Möglichkeiten ein Endresultat werden, ab jetzt nie mehr in einer freien Lerngruppe oder an alternativen Schulen für das Leben lernen kann sondern ab jetzt an einer stink normalen Regelschule „unter – richtet“ werden muss und eben nicht mehr in seiner geliebten Lerngruppe „auf – gerichtet“ werden darf. Da hat jetzt eine einzige, in ihrer Eigenwahrnehmung, extrem kompetente, nach allen Massregelungen der Kunst unter – richtende Person die Freude am Lernen, die Bemühungen einer engagierten jungen Kollegin und das Ent – wickeln des eigenen, diesem jungen Menschen inne wohnenden Potentials in einer einstündigen „Evaluierung“ herabschätzend hin – gerichtet und für immer zunichte, auf jeden Fall um vieles Unnötiges schwerer bis unmöglich geMacht. Frei nach dem Motto; „Denen werden wir ihre Flausen schon noch austreiben.“

„Der Begriff „ganzheitlich“ ist ein bisschen zu einem Modewort geworden, dem oft die eigentliche Bedeutung abhanden gekommen ist. Was aber ist ursprünglich gemeint mit diesem Begriff, der nicht nur in der Pädagogik, sondern auch in der alternativen Medizin eine große Rolle spielt? Ganzheitlich meint, das Ganze im Blick zu haben und mehr noch, sich selbst als Teil des Ganzen zu sehen und zu begreifen. Es handelt sich also um einen systemischen Begriff. Das Ganze entspricht dem System, die einzelnen Menschen oder Objekte sind Teile darin, die eng miteinander in Verbindung stehen.

Was bedeutet vor diesem Hintergrund also der Begriff „Ganzheitliches Lernen?“ Ganzheitliches Lernen berücksichtigt, dass bei einem kognitiven Prozess, etwa dem Lernen einer fremden Sprache, immer auch Emotionen mit im Spiel sind. Lernen ohne Motivation gibt es nicht. In vergangenen Zeiten war das leider oft die Motivation, einer angedrohten Bestrafung entgehen zu wollen. Natürlich lehnt die Montessori-Pädagogik Bestrafung in jeder Form vollkommen ab. Belohnung für einen Lernerfolg wird übrigens genauso wenig favorisiert. Jedes Eingreifen in den selbsttätigen Lernprozess des Kindes wäre fehl am Platz. Lernen soll Selbstzweck sein, der Erfolg selbst ist die Belohnung.

Ganzheitliches Lernen bedeutet, das Kind auf allen Kanälen beim Lernen zu unterstützen. Bei den kleinen Kindern ist das vor allem die körperliche, sinnliche Ebene, aber auch Schulkinder brauchen diese Ebene noch, um Lerninhalte mit angenehmen Körperempfindungen zu verknüpfen und dadurch besser im Gehirn zu verankern.“ https://www.montessori-material.de/montessori-wissen/warum-ganzheitliches-lernen-so-wichtig-ist

Andererorts begibt sich eine 86 jährige , sehr agile und lebensfrohe Dame, der man ihr leibliches Alter nie und nimmer ansehen würde, nach einem Herzinfarkt, erst nach mehrmaliger Intervention ihrer Familie, also immerhin „nur“ Monate später, was sicher auch einem Pandemie bedingten Platzmangel geschuldet gewesen sein könnte, schlussendlich für ein Monat auf ihre wohlverdiente REHAbilitation in ein angesehenes, heimisches, dafür bekanntes und vorgesehenes Zentrum.

Nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase und begleitendem latentem Heimweh ist die Familie der Dame inzwischen sehr um sie besorgt, nachdem die dort sehr umtriebig agierenden und sicher in gewisser Weise durchaus auch sehr versierten Medizinerinnen und Ärzte sich unter zu Hilfenahme manch fragwürdiger Formulierungen, Methoden und möglicherweise gedankenloser Aussagen bemühen, an wiederholte, für jene Frau sehr unangenehme, aber natürlich auch wichtige und durchaus häufige Blutabnahmen der rekonvalszenten Patientin zu kommen, um sie bei Ihrer Entlassung von Seiten der Medikamente möglichst gut eingestellt gehen lassen zu können, woran ja grundsätzlich überhaupt nichts auszusetzen wäre.

Nun fallen da in dem Kontext eben wiederholt unbedachte Worte aus qualifizierten Ärztemündern in Form vollkommen entbehrlicher, nebuloser Angstmache: „Sie müssen aufpassen, dass sie nicht wieder einen Herzinfarkt bekommen“, was die an sich lebensfrohe Dame auf für jede und jeden leicht nachvollziehbare Weise zutiefst verängstigt und verunsichert und zu sonst gar nichts taugt, ausser als Druckmittel der Angst, um zu den anscheinend einzig wichtigen Blutproben und Laborwerten zu gelangen. Der Zweck heiligt di Mittel sozusagen. Faktum ist, dass die Gesundheit der Dame sich parallel und ungeachtet all dessen, basierend auch aber eben nicht nur auf all diesen medizinischen Daten, bestens entwickelt.

Nach neuerlicher Intervention, unter dem Hinweis, dass das vielleicht nicht gerade die gelungendste Art sein könnte, einen Rehabilitationsgast zuversichtlich, vertrauensvoll und lebensfroh in ihr weiteres Leben zu entlassen, hagelt es von Seiten der Ärzteschaft von Drohungen einer vorzeitigen Entlassung über Verteidigungssalven bis hin zu Vorwürfen, dass man sich das nicht bieten lasse und man schon wisse , was man tue, weil man das ja genau so schon immer mache, nichts als Missmut, Empörung darüber, wie man denn den weissen Göttern in their own minds so kommen könne bis zu verletzten Egos und vollkommenem Miss- und Unverständnis. Ein Gespräch diesbezüglich mit der dafür verantwortlichen Ärztin entwickelt sich zu einem diplomatischen Hochseilakt. Warum ist es von Mensch zu Mensch anscheinend so schwer zu verstehen, dass Angst kein Heilmittel ist und auch in jedem Fall ohne Zweifel kein Druckmittel sein sollte?

Wäre ich der zu behandelnde, verantwortliche Arzt oder Ärztin würde ich mich über diesen Hinweis freuen, dass man da der Dame , gut möglich, unbewusst und unbedacht, vollkommen unnötig Angst gemacht haben könnte, und mich dafür in der Tat für dieses Feedback „be-danken“ und zugleich versuchen, die Notwendigkeit häufiger Blutabnahmen ab hier und jetzt dieser Dame gegenüber etwas bedachter und glücklicher zu formulieren. Punkt. Alles andere ist vollkommen unnötiger, befindlicher Quatsch, der nichts und niemandem dient und sollte in einer derartigen Institution absolut nichts verloren haben, wo man Menschen so gut wie nur irgendwie möglich wieder ihr Vertrauen in ihre Gesundheit und in ihr Selbst wiederherzustellen bemüht sein sollte.

Auch da frisst sich die Ab – Spaltung quer durch alles höchst menschliche. Zum einen die Dankbarkeit und Freude über die Errungenschaften der Forschung und der Medizin und zum anderen die fassungslose Beobachtung, dass praktizierende Ärzte , sicher oft auch im besten Glauben und vermeintlich besserem Wissen, sehr oft verleitet scheinen, das Ganzheitliche eines Menschen zu über – sehen um sich lieber voll und ganz in ihren Daten und Werten, oft jenseits aller anderen Aspekte, die auch zur Gesundheit eines Menschen wesentlich beitragen, selbst im Jahre 2021 noch festbeissen, abspalten oder verlieren können.

Berlin/Schöneck (dpa) – „Wir nehmen den ganzen Menschen in den Blick“ oder „Wir arbeiten ganzheitlich“ – mit solchen Sätzen werben Heilpraktiker gern für ihre Arbeit. Das klingt verlockend. Wer will nicht als ganzer Mensch betrachtet werden, wenn ihm etwas wehtut? Wer will nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt werden, statt nur auf die eine oder andere Weise? Die Frage ist: Müssen sich Patienten tatsächlich von der Schulmedizin abwenden, um als fühlende Wesen betrachtet zu werden? Oder umgekehrt: Gibt es überhaupt eine Medizin, die nicht ganzheitlich arbeitet?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“. Wenn sich die Medizin um den Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit kümmert, sollte sie also – streng genommen – immer ganzheitlich arbeiten. Oder biopsychosozial, wie Schulmediziner es nennen.

Fragt man eine Heilpraktikerin, was sie unter ganzheitlicher Medizin versteht, sieht die Antwort ähnlich aus. Für Monika Gerhardus, Vorsitzende der Union Deutscher Heilpraktiker (UDH) in Hessen, ist der Mensch einerseits Produkt seiner Gene und andererseits auch geprägt durch soziale, kulturelle und religiöse Einflüsse. Hinzu kommt das Leben – etwa das Älterwerden mit seinen physischen und psychischen Folgen. Allein für die Heilpraktiker beansprucht Gerhardus diese Art der Betrachtung keineswegs. Genauso könne durchaus auch ein Schulmediziner behandeln. Die Frage ist: Tut er das auch?

Prof. Dietrich Grönemeyer stellt das zumindest infrage. Eine zunehmend spezialisierte Medizin verliere solche Aspekte aus dem Blick, sagt er. Der Arzt aus Bochum hat gerade ein Buch zu ganzheitlicher Heilkunst herausgebracht und sagt: „Wir Schulmediziner behandeln den Patienten zu oft nur funktionell und unter Ausnutzung aller Möglichkeiten der modernen Gerätemedizin.“ https://www.rnz.de/ratgeber/gesundheit_artikel,-mensch-im-blick-der-patient-als-fuehlendes-wesen-was-bedeutet-ganzheitlich-_arid,382637.html

Andere Baustelle: Eine sehr lieb gewonnene Freundin lebt inmitten einer wunderbar intakten und gesunden Naturlandschaft im niederösterreichischen Waldviertel. Als ihr vor einigen Tagen inmitten der Felder und Wiesen dieser noch vollkommen gesunden Kultur- und Naturlandschaft eine relativ grosse, baustellenartige Grabungsfläche mit blanker Erde und Sand auffiel, fragt sie sich, was denn da vor sich gehen könnte. Es stellt sich heraus, dass der dortige Besitzer der Wiese und des Ackers mitten in unberührter Natur und landwirtschaftlichen Nutzflächen eine riesige Halle für tausende Puten in Form von Massentierhaltung, Antibiotika und allem was dazugehört, inklusive., hinzupflastern gedenkt, ohne die Anrainer oder die Gemeinde davon, zumindest offiziell, in Kenntnis zu setzen. Friss oder stirb. Und alle gut gelernten Ösi Duckmäuseriche und -innen stummen um den heissen Brei herum. Punkt.

Die meisten von uns spüren sich auf erschreckende Weise einfach nicht mehr oder immer weniger, sind mit sich selbst und damit auch mit den Mitmenschen und der Natur, überhaupt nicht mehr in Kontakt oder in Berührung und von ihrer tiefsten menschlichen und spirituellen Essenz inzwischen vollkommen abgetrennt und mit Hilfe unseres seit Jahrhunderten im Ansatz unveränderten Bildungsunwesens erfolgreich zu Tode formatiert worden. Kaum jemand mehr versteht es im Hier und Jetzt zu leben. Die meisten be – finden sich in einem künstlich erzeugten und mega stressigen Wettbewerb, wobei es allerdings nichts zu gewinnen aber das ganzheitliche Mensch Sein zu verlieren gibt, der ein inne halten inzwischen schier verunmöglicht.

Ein, dem nächst besten Moment, der nächst besten Beziehung, der nächst besten Chance und dem nächst besseren Leben ‚Hinterher – hetzen inklusive der Illusion von Zeit und Zukunft, im gedanklich konditionierten und sorgfältig von Aussen formatierten Innen sowie zugleich im körperlichen, oberflächlichen, durchtrainierten und aufgespritzten von innen vollkommen abgetrennten und verunsicherten Aussen .In einem steten bewusstlosen Bewusst – Sein, nie „genug“ Sein und aufgrund dessen auch nie genug „Haben“ zu können, gierig, voll optimiert und so effizient sowie komplett verstoppelt, verkabelt und isoliert wie nur irgendwie unmöglich, mit dem steten Blick und Griff zum heiligen Handy Altar auf der digitalen Breitbandautobahn. Einer im Konsumrausch und in Profitgier ertrinkenden Fiktion hinterher jagend, um auf jeden Fall und um jeden Preis möglichst als erste oder erster im heiss ersehnten Nirgendwo und Nichts zu landen.

„Das Menschenbild, das dem Heilenden Feld entspricht, ist ganzheitlich und präsent. Das Leiden an Krankheit, an Beziehungen und an Lebensumständen kommt aus der Haltung und Beziehung, die man zu der jeweiligen Lebenssituation kultiviert. Leiden entsteht immer dann, wenn das, was gerade ist, abgelehnt wird. Diese Ablehnung speist sich allein aus den Gedanken der eigenen Geschichte, mit der man identifiziert ist und die man zum eigenem Ich macht.

Das Wesen, das der Mensch in seiner tieferen Natur wirklich ist, ist jenseits aller Vorstellungen und kann mit dem Verstand nicht erfasst werden. Auch wenn das menschliche Wesen nicht der Körper ist, so ist er ein wunderbares Geschenk des Lebens für unendlich viele Möglichkeiten der Erfahrung. Der Körper als Instrument der Sinneserfahrung ist es zutiefst wert, geachtet, gepflegt und geliebt zu werden. Denn als diese Erscheinungsform dient er uns Menschen mit fast endloser Geduld.
Auf einer tieferen Ebene jedoch gibt es keinen Unterschied zwischen der eigenen Person, anderen Menschen, der Natur und dem Universum.

Mit dem Ende der Vorstellung eines vom übrigen Universum getrennten Wesens geht das Ende von Leiden und Krankheit einher.“ https://www.drplatsch.de/Ganzheitliches_Menschenbild.html

Mein Lieblings Waldmensch, der geniale Holzbau Experte Erwin Thoma von http://www.thoma.at hat im Film „But Beautiful“ von Erwin Wagenhofer auf wunderbare Weise erzählt, dass der Wald sich seiner sozialen Verbundenheit mit allem und den Mit – Bäumen vollkommen bewusst ist, was sich folgendermassen äussert: Sollte einem Baum gerade das Wasser ausgehen, ein absoluter Notfall also, so wird das innerhalb kürzester Zeit über ein fast noch gänzlich unerforschtes Kommunikationssystem den restlichen Baumkollegen und Kolleginnen mitgeteilt die daraufhin sofort ihren eigenen Wasserbedarf im Kollektiv herunterfahren, um es diesem einen, sich in Wassernot befindlichen Baum zukommen zu lassen. Wir Menschen sind in Wahrheit aus genau dem selben, mitverantwortlichen, sozialen und mit uns selbst und allem anderen verbundenen Holz geschnitzt nur hat man uns das inzwischen schon fast vollkommen ausgetrieben. An den Wirtschaftsunis dieser Welt lernt man mittlerweile das genaue Gegenteil von all dem: dass das „Schwächeln“ eines Mitmenschen, der jetzt freundlicherweise „Mitbewerber“ heisst, die erst beste Gelegenheit bietet, ihn im Stich zu lassen und als Wettbewerbs – Konkurrent für immer auszuschalten.

Vor Kurzem, in einer genialen ORF Doku, sehe ich einen meiner absoluten Lieblingsorte in Österreich, „Altaussee“. Da will der dortige „Salzbaron“ und vormalige Finanzminister an der Seite des legendären Bruno Kreisky, Hannes Androsch, skuriler Weise auch ein tatkräftiger und amitionierter Unterstützer diverser alternativer Bildungsprojekte und Bemühungen, offensichtlich mitten durch ein quasi naturgeschütztes Gebiet eine Strasse zur fremdenverkehrlichen Erschliessung betonieren lassen. Es formiert sich Widerstand in einer vornehmlich aus weiblichen Ureinwohnerinnen bestehenden Gruppe um die Schriftstellerin Barbara Frischmuth, die da folgendes Wunderbares sagte: „Ich gehe dort seit Jahrzehnten spazieren und wundere mich jedes mal, dass es so etwas überhaupt noch gibt: ein Ort, wo man noch die Stille hören kann. Wenn man da jetzt eine Strasse baut, ist dieses Wunder für immer dahin. Da hilft es uns dann im Nachhinein herzlich wenig, wenn wir es bereuen. Diese Stille wird nicht mehr hörbar gewesen sein.“

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pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

2 Gedanken zu „#140 „Wo bleibt er, der ganzheitliche Mensch, in einer kranken und verrückten Gesellschaft?““

  1. unglaublich sooovielerlei Gedanken, über Dinge welche verschiedene Menschen betreffen, mich damit auseinanderzuse,tzen, obwohl es mich in einer Weise betreffen mag ist mir derzeit zuviel Anforderung – – – – z. Beispiel Androsch in BadAussee mit seinen Verbauungsplänen wundert mich ganz GROSS, das ist eine Einzelheit die einem heutzutage die Umwelt betreffend vollkommen als eine Unmöglichkeit erscheinen läßt !!! Dies zu beantworten genügt mir – danke, fürs Augen öffnen – hoffe, dass die Ausseeer das NICHT geschehen lassen – – –

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  2. Lieber Alex, danke für diesen Text! Ich stimme dir in vielem überein: Unsere Tochter besucht nach drei Jahren Gymnasium nun das vierte Jahr eine Waldorfschule und der Vergleich macht uns sicher. Für mich ist ein ganzheitlicher Zugang selbstverständlich und ich kenne zum Glück immer mehr Menschen, die auch so „ticken“. Interessanterweise habe ich gerade in diesem letzten, schwierigen Jahr einige kennen gelernt, die auf dieser Wellenlänge schwimmen und auch nicht weitermachen wollen wie bisher. Du weißt ja: ich bin und bleibe Optimistin. 🙂

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