Bevor wir einen Gutteil unseres in Österreich reichlichst vorhandenen musikalischen und künstlerischen, hoch ambitionierten Talents entweder in den virtuellen Musikantenstadl, die Starnacht in der Weichei oder entgültig ins Ausland verjagen, geschweige denn sie der Obhut einer extrem rechtsorientierten Regierung ala Polen oder Ungarn zu überlassen, wo eine OpernballorganisatorIn als heisse Kulturexpertin und (hoffentlich bitte nicht) mögliche Kulturministerin im Rennen ist, sollten wir als die Nummer 1 Verhinderer- und Vernaderernation einer höchstentwickelten Neidkultur und des inzwischen meinungsbildenden Lumpenproletariats mit den dazugehörigen Sprachröhren „Österreich“ und „Heute“ Gratis Schmierblättern wirklich in uns gehen und uns an der stetig rümpfenden Nase nehmen um uns zu erlauben, ein paar nicht ganz unwesentliche Gedanken dazu auf unseren Kleinhirnrinden zergehen zu lassen.

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„Buntfink“

Wir lange wollen wir denn noch „Mozarts Balls“, Falco’s Erben, Andreas Klavatier oder von mir aus, ach wie hip und wahnsinnig aktuell, zum millionstenmal Bilderbruch und unser blaues „Wunda“ bemühen und immer wieder als den Top musikalischen Export bis zum Sankt Nimmerleinstag „verwursten“, als gäbe es tatsächlich nichts und niemand anderes. Als ginge es darum sämtliches andere existente mindestens genau so potente musikalische Potential weiterhin erfolgreich zu verleugnen bzw. „unten“ zu halten (wo auch immer „oben“ im österreichischen Musikbizz sein soll) ? Wie lange wollen wir uns denn noch mit Medien Almosen und heissen Tropfen auf richtig heisse Steine als Pseudo Lösungen zufrieden geben ? Wie lange will man den , und bitte versteht mich nicht wieder mal falsch, zwar extrem notwendigen sowie wichtigen aber eben typisch österreichisch kleinprovinzler Denke mässig chronisch unterdotierten Musikfonds, noch weiter in diesem für fast alles so symptomatischen Status festketten: „Zu wenig zum Leben, und gerade ums Arschlecken zuviel zum Sterben aber reichlich um demütig, dankbar und katholisch vor sich hin zu Leiden“

Inzwischen weiss doch jedes musikalische Kind dieser Nation, dass selbst unter den optimalsten gegebenen Umständen in diesem Lande mit Musik in einer gewissen Qualität und mit einem gewissen Anspruch die Butter aufs Brot, geschweige denn die Miete, sich sicher „nicht“ verdienen lässt. Dazu Nvie Motho, der das Musikgeschäft in Deutschland als Produzent sehr gut kennt: „In Österreich machen alle, was sie wollen, weil es um nix geht.“ wie traurig und no future mässig ist das denn? auch wenn im Soge dessen dann ganz frei von irgendwelchen erfolgsmässigen Erwartungen oder Karriere Ambitionen sehr eigenbrötlerisch am sogenannten „eigenen sound“ gearbeitet wird, zmindest von denen , die sich das „leisten“ können!!! was im höchsten Fall für Airplay auf FM4 reicht und für 2 – 3 unterdotierte Club – oder Festival Gigs inclusive katastrophaler AKM Abrechnungen im bestenfalls 2stelligen Bereich oder besser gesagt: Be – arm, wo man zuerst ja immer wieder und in vielen Fällen so gut wie ewig „investieren“ muss um am Ende dann doch nichts existentiell Basis Notwendigstes davon zu haben ???

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Auch wenn warum? keine göttliche Frage ist lassen sich vielleicht doch auch ein paar sehr weltliche Antworten finden. Ja, ich weiss, mein Thema: BILDUNG – aber,  like it or not, es hängt natürlich unter anderem AUCH damit zusammen. Das wissen inzwischen ALLE, auch die , die aus welchen Gründen immer noch so tun, als wüssten sie es nicht und meinen , dass man mit sogenannten „Reinschnupperseminaren“ und ähnlichen Angeboten den jungen heimischen Kreativen inzwischen tatsächlich Grossartiges zu bieten glaubt oder die auf was weiss ich was warten. Weil halt alles „noch zu früh“ ist oder es hierzulande eben „nicht so schnell“ bis meistens „gar nicht geht“, obwohl ja ALLE schon seit Jahrzehnten ohnedies über diese notwendigsten Veränderungen reden, wobei es dabei leider meistens bleibt. Genauso wie, als ich 1995 nach 8 auswärtigen, sehr lehrreichen musikalischen Jahren in den USA aus familiären Gründen nach Österreich zurückgekommen bin, man seit damals ehrfürchtigst über die Musikmusterländer Schweden und Co berichtet, ohne auch nur im Ansatz daranzugehen, in der TAT etwas von deren tollen Ideen zu übernehmen. NEIN – wir müssen zuerst mal jahrzehntelang REDEN um dann im Zuge der ganzen Gackerei die Hühner vor dem Eierlegen mit Genugtuung und einer gewissen Schadensfreude, dass die das eben auch „nicht so einfach geschafft“ haben, zu schlachten, weil, ja warum denn? Weil es hierzulande einfach nicht sooooo einfach ist und geht wie es eigentlich in Wahrheit ist und gehen könnte. Schlicht, der Wille fehlt und die Schadensfreude am Scheitern der anderen ist immer noch ungleich grösser als anzupacken und etwas wirklich nachhaltig auf die Beine zu stellen. So richtig Zum Kotzen – eigentlich.

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Da hapert’s dann trotz vorbildlicher Bemühungen und Arbeit eines MICA zum Beispiel und ähnlichen Institutionen an allen Ecken und Enden. Da fehlen schlicht und einfach wirkliche Praxisnähe und Ausbildung, sowohl nachhaltig und hands on als auch auf der Höhe der tatsächlichen Realitäten unserer Zeit inklusive den dazugehörenden Netzwerken, die für junge Künstler mindestens genauso wichtig sind, egal aus welcher „Sparte“ oder „Kiste“ sie kommen mögen oder eben reingesteckt werden.

Parallel dazu gibt es inzwischen jährlich internationale Riesenerfolge der heimischen Film Industrie, ja: „die gibt es tatsächlich“ und die blüht so dick und fett vor sich hin, wovon Musiker hierzulande nur in ihren wildesten Träumen zu hoffen wagen. Weil sich da ein paar wesentliche Stellen und Entscheidungsträger tatsächlich ein Herz genommen haben um das einzig Richtige zu tun: über Jahre dort in Sachen Förderungen jeglicher Art vergleichsweise richtig Geld reinzubuttern. Und wie man sieht, mit Recht und bestem Grund. Davon sind wir Musiker leider immer noch meilenweit entfernt, und bis es da irgendwann so weit sein könnte, es einen dringendst notwendigen Schulterschluss aller notwendigen und wesentlichen Institutionen und auch der Politik jenseits aller Befindlichkeiten in der Sache geben wird, worum wir uns seit Jahren auch mit unserem ambitionierten Projekt „United Music Angels Network“ tagtäglich bemühen, muss man halt leider, leider seinen Arsch weiterhin über den Weisswurscht Äquator rausbewegen , was ja grundsätzlich nie eine schlechte Idee gewesen ist, die heimische kreative Wertschöpfung weiterhin konsequent ins Ausland verlagern, dafür tonnenweise internationalen akkustischen Schrott   importieren und uns eben mit ein paar Mozarts Balls weit jenseits eines gültigen und gesundheitsgefährdeten Ablaufdatums zufrieden geben.

photo © Max Parovsky
photo © Max Parovsky

 

cheers, der aX

 

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