#49 Status Quo – So schaut’s aus

Geschäfte, Handel und Grosskaufhäuser auf, aber Schulen grossteils weiterhin zu. Skipisten und Tourismus Industrie auf aber Konzertsäle, Galerien, Musikclubs, Opernhäuser, Theater und Kinos, die alle generell und in vielsagender Weise unter dem besonderen Begriff „Freizeit Einrichtungen“ in einem Gulaschtopf mit dem Wiener Prater, Eislaufplätzen und Schwimmbädern laufen, alle bis auf Weiteres zu. Reisebüros und Flughäfen auf aber Café’s, Restaurants & Hotels bleiben, gut möglich bis zum nächsten Jahr zu. Einreisebeschränkungen, Ausnahmeregeln für Pendler.

Lockerungen der Verordnungen für Weihnachten und Silvester – und, laut Kanzler, werden wir bis zum Sommer wieder zur alten Normalität zurückkehren können. Hoffentlich nicht. Es scheint soweit ja alles äusserst plausibel und sehr produktiv zu sein. Sarkasmus Ende. Lassen wir das doch jetzt bitte einmal alle ganz langsam und , wenn möglich, genüsslich auf unser aller Kleinhirnrinden dahinschmelzen.

Staatsoper : zu

Viele sehnen sich gegen Ende von 2020 nach einer Erleichterung, nach mehr Klarheit, nach mehr Sicherheit, nach etwas Lichtem, nach etwas Aufmunterndem, nach etwas Planbarem. Doch im Moment ist – scheinbar – wenig von all dem in Sicht. Ist die Menschheit in Wahrheit auf einem genialen, sehr guten Weg, und weiss es nur noch nicht? Oder läuft sie in ihren Abgrund – und weiß auch das noch nicht?

Wo stehen wir zurzeit in diesem bislang so aufregenden Jahr? Was wir konstatieren können, ist, dass das Alte nach wie vor das Neue überlagert und das Alte mit Zähnen und Klauen ums eigene Überleben rauft. Dieser Kampf wird immer intensiver und heftiger. Es ist wahrlich ein Überlebenskampf. Weder das Eine noch das Andere bietet Orientierungsmöglichkeiten. Vielmehr gehen wir durch eine turbulente, oft von Nebel und großer Unruhe gekennzeichnete Zeit.

Veranstaltungen, Konzerte: Nein danke

Ein paar Auszüge einer von unzähligen gestagten und Nichts dem Zufall überlassenen Pressekonferenzen in Slim Fit Designer Klamotten und salbungsvollen, Marketing geprüften und evaluierten, viel versprechenden Gesten und Worten:

„Ein würdiges und trotzdem halbwegs sicheres Weihnachstfest, für den „Heiligen“ Abend ( und die noch heiligere Wirtschaft) und den Jahreswechsel. Schifoan für die österreichische Bevölkerung ( oder doch eher für die Seilbahnwirtschaften? ). Kostenersätze.

Schuld an den hohen Infektionszahlen sind – hört, hört – die Reiserückkehrer im Sommer ( womit man hauptsächlich die jungen Party Crasher und junge Menschen stigmatisiert ) und die Menschen, die ihren Sommerurlaub in ihren Herkunftsländern verbracht haben ( also die quasi eingebürgerten Ausländer, die, die nicht erwähnt werden, wenn er meint „Liebe Österreicherinnen, liebe Österreicher“). Sie ( und zwar „nur“ sie ) haben das Virus wieder hereingeschleppt. Beteiligen sie sich an den Massentests, um das Infektionsgeschehen ohne volkswirtschaftliche Schäden hintan zu halten“ Zitate Bundeskanzler. keine weiteren Fragen

am Naschmarkt

„Kulturschaffende und Kulturinteressierte (Zwei Kotzbrocken Worte) . Bibliotheken und Buchhandlungen gehen (angeblich) wieder auf. Museen wieder auf als Orte der Bildung, Reflexion. Veranstaltungen schwierig. Keine raschen Öffnungen möglich. (Angeblich kommt) Verständnis aus dem Kulturbereich, (angeblich) überwiegt die Einsicht. “ Zitate Vizekanzler, Kultur- und Sport Minister , vormals grün und ehemaliger genialer Oppositionsführer

„Einkaufsbedürfnisse“ – ein weiteres Kotzbrocken Wort. der Innenminister

Maskenball

Die Masse der Ansteckungen findet, laut dem Kanzler und seiner 60 köpfigen Marketingtruppe, nach wie vor im privaten Bereich statt. nur bloss ja nicht im Handel , um Gottes willen. Also wären damit wieder alle sogenannten Entscheidungsträger = Politiker aus dem Schneider und „schuld“ an was auch immer, an den Fallzahlen, Ansteckungen und Erkrankungen sind damit wie ebenfalls immer die Österreicherinnen und Österreicher, die sogenannten Konsumenten selbst.

Durchgang ist nicht Freigang

Typisch österreichisch, leider, leider. Wischi Waschi. Ned Fisch, ned Fleisch, ein klassischer fauler Kompromiss, der niemandem auch nur irgendetwas bringt oder bringen wird. Keine langfristigen, nachhaltigen Konzepte. Keine Perspektiven oder intelligente Lösungen. Weder in Sachen Bildung, Universitäten, Kindergärten und Schulen. Noch in einer dringenden Reform und einem radikalen Neudenken, was die Themen Arbeit, Wirtschaft, Wirtschaften, Profit, Kunst und Kultur, Gemeinschaft, Gesellschaft, Grundeinkommen, Sozialer Zusammenhalt, Pensions- und Verwaltungsreform und, und, und angeht.

Noch in Sachen Gesundheit und der konkreten Herausforderung einer Pandemie Bewältigung, die sicher nicht die letzte gewesen sein wird. Alle reden von Impfungen, Fallzahlen, Hände Waschen, Abstand Halten aber niemand von gesunder körperlicher, geistiger und spiritueller Ernährung und Nahrung, Lebensmittel, Bewegung an der frischen Luft, Sein in der Natur, massvollem Sport, kreativen Hobbies, Liebe, Vertrauen, Gemeinschaft, soziale Kontakte und Gefüge…. nachdem man ja nach wie vor nur bereit scheint, sich vornehmlich nur bis ausschliesslich mit der Pandemie als Symptom zu beschäftigen, als die dahinterliegende eigentlich Krise und grösste tatsächliche Bedrohung der Menschheit, gegen die es keine Impfung geben wird: die Klimakrise und Ihre fatalen Ursachen und Folgen ohne faule Kompromisse in Angriff zu nehmen. Scheuklappen rauf. Kopf in den Sand. Läden auf und Augen zu und durch scheinen die Parolen zu sein.

Läden auf, Augen zu

Was für ein Land sind wir geworden, oder besser gesagt: wurden wir gezwungen geworden sein zu müssen oder am besten „in was wurden wir da wieder hinein theatert „? Kultur Ade, braucht anscheinend kaum ein Mensch. Fehlt da irgendjemandem was? Oper, Theater, Museumsbesuche, Galerie Vernissagen, Konzerte??? aber Kaufen , Shoppen, Party, Black Friday Konsumenten wollen angeblich sehnlichst so gut wie alle lieber früher als später wieder sein dürfen.

Bildung – nur, wenn es denn unbedingt und irgendwie sein muss und das reibungslose Ausleben des Kaufrausches nicht gefährdet . Gesundheit? nein Danke, Krankheit? ja bitte. Damit lässt sich derzeit auch Mega Geld verdienen. Kaffeehaus Ade und damit auch der Kaffee. Das einstige Kulturland , inzwischen ein Epizentrum der Unkultur.

…..

Alleine an den Zahlen, was jetzt anscheinend allen im Handel, in der Industrie, im Massen Fremdenverkehr Irrsinn, den Seilbahnwirtschaften, der Hotelerie, der Gastronomie, der Reisebranche und der Flugindustrie, und vielen anderen alles an Umsätzen entfällt stellt sich jetzt ganz einfach und ganz gut dar. Wo man bis dato gewohnt war, zum Teil unfassbare, astronomische Umsätze und Gewinne zu machen und man jetzt, sicher auch nachvollziehbar, stinksauer und wütend ist, dass einem da und dort anscheinend plötzlich das profitträchtige, goldene Schlaraffenland abhanden gekommen scheint und , aus meiner Sicht, bis auf weiteres auch hoffentlich „ist“.

Und ich rede jetzt nicht von den zahllosen EPUs, Klein- und Kleinstunternehmen, Handwerkern und innovativen, kreativen Gruppen und Einzelkämpfern, den Künstlerinnen und Künstlern, die sich grossteils ja schon lange ganz woanders und mit einem vollkommen anderen, gesünderen Bewusstsein weiter zu bewegen bemüht sind.

Was würden da wohl Bruno Kreisky, Helmut Qualtinger und der Herr Karl, Thomas Bernhard, Alma Mahler, Joe Zawinul, Wolfgang Amadeus, Georg Danzer, Falco, Ingeborg Bachmann, Friedrich Thorberg und seine Tante Jolesch, Bertha von Suttner, der Kaiser Franz Josef und Maria Theresia dazu sagen??? was meinst Du???

Kopf Hoch. Vielleicht ist das jetzt ja der Zeitpunkt, dem Leben und seinen Wundern zur Abwechslung einmal voll und ganz zu vertrauen, einmal nichts „tun“ zu müssen und mal sehen, was da kommen kann und sein wird. Was da womöglich alles vollkommen Unerwartetes kommen kann, womit kein noch so wichtiger Virologe, Keine noch so wichtige Politikerin, kein noch so gewiefter Stratege, kein noch so geniales Marketing Team oder superschlauer Think Tank, kein Parlament, keine Wissenschaftlerin, keine extrem gewiefter Wahrscheinlichkeits Rechner je gerechnet hätte. Vertrauen ist eine grosse Kraft these dayz, wie auch die Hoffnung. Alles Liebste, AleX

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pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist & project development music . consulting . uncoaching, production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.facebook.com/alexander.a.deutsch https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch we are the seeds of awakening in a sleeping world So, Don't Sleep!!!

3 Gedanken zu „#49 Status Quo – So schaut’s aus“

  1. wenn ich das jetzt hinter mich gebracht habe, fühle ich, dass mir ganz besonders die Augn geöffnet wurden- sonst hätte ich gewohnter Weise den Vorgaben der Regierungsmitglieder vertraut, dennoch einiges wäre mir aufgefallen – wie der Vertreter der Seilbahn Wirtschaft aus Schladming wegen der Liftangelegenheiten krawallisiert hat u. nun, als dies von der Regierung erlaubt wurde, hat man ihn als oberglücklichen Manager erlebt – oja mir ist schon selbst auch einiges im Hinterkopf . wünsche allen Menschen mitzudenken ob wohl der Mensch mit derÜberbewirtschaftung konform geht – ich gestehe ich habe beim Lesen sogar lachen müssen z. B Maske – anstatt Maskenball

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  2. mein einziger Trost ist, dass sich offenbar noch einmal alles zuspitzen muss, damit die Leute begreifen, in welche Richtung es geht. Das alte System bäumt sich noch einmal auf, aber es ist zum Scheitern verurteilt. Das Traurige ist, dass die Grünen dabei den Steigbügelhalter machen.

    Diesen Text habe ich heute auf facebook gepostet:
    Die Oberstufen und Unis bleiben also weiterhin geschlossen, während die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Was ist das für ein Signal?
    Junge Menschen dürfen jetzt shoppen gehen (was viele wahrscheinlich tun werden, wenn ihnen die Decke auf den Kopf fällt), aber sie dürfen ihre Freunde nicht sehen und ihre Bildung wird auf Zoom-Calls reduziert.
    Schule ist jedoch mehr als Lernen, das habe ich hier schon zum Ausdruck gebracht. Ich versuche es nochmal: Junge Menschen brauchen soziale Kontakte, sie brauchen ihre Freunde, Austausch und Unterstützung. Sie brauchen Bewegung, Musik, Kreativität. Das alles gibt es in der Schule, zuhause aber nicht oder nur sehr reduziert. Die Zahl der Jugendlichen mit psychischen Problemen ist in den letzten Monaten gestiegen.
    Was das Öffnen der Geschäfte betrifft: Es geht um die Wirtschaft und letztendlich um Geld, genauso wie beim Wintertourismus. Dass Wirtschaft über Bildung gestellt wird, wundert mich angesichts einer ÖVP-lastigen Regierung nicht. Aber was ist mit den Grünen?
    Diese Regierung hat offenbar immer noch nicht verstanden, dass es keine nachhaltige Lösung sein kann, die Wirtschaft in Form von Konsum anzukurbeln. Es braucht andere Lösungen, wenn wir noch länger auf diesem Planeten bleiben wollen – und die gibt es bereits, das wissen die Grünen.
    Oder geht es womöglich darum, die Menschen bei Laune zu halten? Wenn Kinos, Konzerthäuser, Theater, Schwimmbäder, Fitnessstudios – trotz zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen vor dem Lockdown – weiterhin geschlossen sind, bleibt Shopping die einzige Möglichkeit zur Zerstreuung.
    Die vielleicht wichtigste Frage lautet: Wollen wir da mitmachen?
    Bildung und Kultur sollten ebenso wie das Wohlergehen der Menschen in unserer Gesellschaft an oberster Stelle stehen.

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