#87 MUSIK – MUSIC

Musik, Du einzigartige, wunderbare Götterbotin. Wo und wie soll , kann und darf ich hier denn überhaupt anfangen, wo Du doch in Wahrheit weder einen Anfang noch eine Coda noch ein Ende kennst. Da ja die heilige und heilsame Stille, wie eine „Corona“, diese besonders lange sowie auch jede noch so kurze Pause immer ein wesentlicher Teil Deiner selbst war und ist. Du bist für mich wie Luft, Feuer, Erde und Wasser zugleich, einfach seit Anbeginn schon immer da und wesentlicher, essentieller Teil von allem, was man Leben nennt, was je lebendig war und durch Dich erst der dem Leben innewohnenden Lebendigkeit auf so wunderbare, zauberhafte Weise gewahr werden durfte. Weich, wild, hart, sanft, tobend, zart, friedvoll, kochend, eiskalt, heiss, frostig, plätschernd, umschmeichelnd, wütend, tosend, liebevoll, peitschend, streichelnd, luftig, nebelig, stürmisch, still, geduldig, laut, friedlich und leise und vieles Meer – auf jeden Fall immer zutiefst berührend, ob man Dich wahrnimmt, hört, spürt, fühlt, versteht oder nicht. Ein Leben ohne Dich wäre wie ein verdursten in den Armen der Wüste.

mein erstes Instrument

Du warst schon lange da, bevor ich werden durfte. Oder sind wir beide in Wahrheit schon seit eh und je? Wir kennen uns, lange bevor ich sozusagen geboren wurde, ich habe Dich gehört, in deiner Stille, in den leisen Zither Klängen meines Vaters, im Gesang der Lieder meiner Eltern, in der Stimme meiner Mutter, die noch immer singt mit der Stimme eines jungen Mädchens. Du warst immer mit und bei mir in der ewigen Stille vor und zwischen all den wunderbaren Tönen. Man hört und spürt Dich, natürlich auch wenn die Vögel singen und die Frösche quaken, die Grillen und Zikaden zirpen, und die Hunde bellen, die Hühner gackern und die Ziegen meckern, aber auch dann, wenn die Bäume beginnen zu singen, die Wälder und Wiesen rauschen, die Blätter säuseln, im Einklang mit dem zarten und zugleich penetranten Summen einer Mücke und dem tiefen Brummen einer fetten Hummel. Und dann dieser endlos weite Nachthimmel, der uns in seiner endlos ewigen Stille mit offenem Mund , weit geöffneten Augen und Ohren staunen lässt. Wie friedlich ist das All – wie friedlich ist all das.

….wie friedlich ist all das

Und da brummt sie unter uns, unsere Mutter Erde. Ja, sie brummt. Seit Milliarden von Jahren brummt sie vor sich hin, von uns Menschen ungehört entzieht sie sich unserem Hörspektrum, genau so wie die Peiltöne der Fledermäuse, aber wir können uns ihrer in einer unmissverständlichen Klarheit gewahr werden, in Ihrer Präsenz, wenn wir unser Bewusstsein weit über unsere Gefühle, Gedanken und Egos hinauszudehnen versuchen. Dann nehmen wir sie wahr, in der Stille, genau so wie die Frequenzen des Gesanges des Mondes und der Sterne und den kosmischen Klang, den Akkord, die Harmonie , den Rhythmus, die Symphonie des Universums.

Mutter Erde brummt

All das ist in der Lage uns zutiefst zu berühren, kann seinen Klang in die Tiefen unserer Essenz fliessen lassen, tief drinnen und weit draussen im Meer der Klänge, weit jenseits des Ufers der Gedanken, der Gefühle. Auch wenn uns plötzlich Tränen über die Wagen laufen mögen, wie das auch sein kann, wenn eine Symphonie Beethovens unvermutet auf uns trifft, die er womöglich erst geschrieben hatte, nachdem er eigentlich schon taub war, was nur ein Beweis dessen ist, dass man Musik auch ohne Ohren sehr gut hören kann. Oder der Gesang und das Gitarrenspiel eines alten Mannes, der sich mit drei alten Saiten und gleich viel schlechten Zähnen auf einer Brücke mitten in Prag der Musik voll hingibt, um den sich augenblicklich eine unglaublich grosse , zutiefst berührte Menschentraube versammelt hat. Oder Chet Bakers sanfte Stimme und Zaubertrompete wahrzunehmen, wenn er das Lied „My Funny Valentine“ sich zu eigen macht und sich zugleich darin vollkommen aufzulösen scheint, oder, Tränen und Gänsehaut, wenn 10.000ende Menschen im Wembley Stadium zugleich „We Are The World“ anstimmen oder der Mond seine Schwester Erde mit seinem blauen Klang sanft zur Ruhe bettet….

das Singen der Bäume

Ich hatte eigentlich nicht vor, einen Blog über Musik zu schreiben, denn über Musik zu schreiben oder zu reden ist wie über Architektur zu tanzen wie das der geniale Frank Zappa so treffend zu formulieren wusste. Aber heute, in der Mittags ZIB , war da dann plötzlich dieser Beitrag mit diesem Typen von Mann, offensichtlich ein Experte, der sein Ein- und Auskommen damit bestreitet, dass er unter anderem Schifahrern und Sportlern generell Musik Playlists zusammenstellt und der da meinte, dass Musik ja auch bis in unser Gehirn vordringt und, auf die Frage der Moderatorin, worin denn da der „Nutzen“ der Musik gelegen sei, er voller Freude stolz verkündete, dass wir uns damit so vortrefflich selbst manipulieren, optimieren, positiv stimmen und pushen können.

traurig sein darf nicht sein

Er meinte auch, dass , wenn man traurig ist, man nicht, wie das die meisten machen, auch traurige Musik hören sollte sondern, ganz im Gegenteil: heitere, lustige Musik. Auf die Frage der Moderatorin, wann man denn dann traurige Musik hören darf oder soll, war er vorerst etwas um eine Antwort verlegen , meinte aber dann: „eigentlich gar nicht“ . So jemand pimpt anscheinend mega erfolgreich unsere Spitzensportler indem er Musik als ganz klar manipulativ und auf die eine oder andere merkwürdige Weise bewusst motivierend oder eben beruhigend einsetzt. Alles wissenschaftlich getestet, erprobt und gecheckt. Traurig sein darf jedenfalls nicht sein. Punkt. Zumindest nicht im Spitzensport. Das hat dort nichts verloren.

berühren…..

Er ist sich offensichtlich einer anderen Tatsache so gar nicht bewusst, dass Musik uns weit über unser Hirn hinaus bewegen, und ja: zutiefst berühren, heilen, trösten, besänftigen, aufwühlen, ermutigen, befreien, erlösen, Frieden spenden, Berge versetzen, Träume wahr werden lassen, einen durch die Berge und Täler, den Dschungel, die Meere und die Wüsten des Lebens führen und begleiten kann. Sie kommt und fliegt zu jenen, die ein offenes Ohr und Herz für das Leben haben. Auch, und möglicherweise besonders Musik, Harmonie und Klang, die oft gar nicht gehört werden kann oder will. Sie gehört entgegen vieler anders lautender Behauptungen allerdings niemandem ausser sich selbst. „Meine Musik“ ist genau so ein Irrtum und eine Illusion wie „meine Luft, mein Wasser, mein Feuer und meine Erde“.

Luft, Wasser, Feuer, Erde

Musik, my first love, ist der Zauberstoff einer wunderbaren Welt, ein ganz besonderes Universum zum wahrhaftigen sein und inne halten, weit jenseits von Sorgen, Ängsten, Problemen, Stress, Krankheit, Wettbewerb , Leid, Spaltung, Hass und Leistungsdenken. Ich versuche seit Jahrzehnten meinen jungen, alten und immer öfter sehr jungen Studentinnen und Studenten den Schlüssel zum Tor in diese wundersame, heilende Welt zu schenken und weiterzugeben, damit sie immer und jederzeit und überall Zugang dorthin finden mögen, indem sie ihre Begeisterung und die Sicherheit dieser ganz besondere Schwingung und Energie in sich entdecken können. Im Zeitalter der Information und diverser Industrien hat sich eine solche auch sehr lukrativ und mit dem Instinkt für grosses Profitpotential die Musik einzuverleiben bemüht. Es ist schon sehr erstaunlich, was heutzutage alles unter diesem Etikett und unter diesem Begriff sein Wesen und oft auch sein Unwesen treiben darf. Nun denn, so wie Fast Food in der Lebensmittelindustrie auch Essen heisst, so ist es auch mit dem von einer anderen Industrie gekidnapten Begriff Musik eben.

ein Schlüssel zum Tor der Musik

Musik kann allerdings vor allem eines, und das ist mir , ein als Musiker auf diese Welt gekommener, das immer Berührendste und Heiligste, über sämtliche inneren und äusseren Grenzen, Vorurteile, Dogmen, Glaubenssätze und Schranken hinweg: Musik „verbindet“ – oder noch besser formuliert: Musik kann uns gewahr werden lassen, wie verbunden wir miteinander in Wahrheit alle sind. Da kommen vollkommen verschiedene Menschen aus ihren vollkommen verschiedenen Alltagen in ihren vollkommen verschiedenen Lebenssituationen, Alter, Sprachen, Herkunft, Stimmung, Laune, Erwartung, Klamotten, Gefühlen, Gedanken und Sorgen zu einem Konzert und spätestens am Ende, spätestens wenn die Musik ohne Egohindernisse der Musikermöglicher frei durch diese zu Ihnen, durch den Raum und wieder zurück und wieder hin und wieder her und überall und in jede Ritze und jedes Bewusstsein hinein fliessen konnte, schwingen alle, ausnahmslos, die Bartender, Securities und Kellnerinnen inklusive, in der selben himmlischen Energie und Frequenz, weit jenseits des Ufers von Gedanken und Gefühlen, Egos, Schicksalen und Lebensläufen zutiefst verbunden und bewusst vereint, gemeinsam und miteinander, mit dem jeweiligen Raum und oft weit darüber hinaus und den Musikern, den Musik möglich Machern, verbunden in der Magie des Klanges, im Frieden und in der Frequenz und Energie der Liebe der Musik.

…..verbinden

Deshalb ist es höchst an der Zeit, dass wir miteinander alles tun um so bald wie nur irgendwie möglich wieder Konzerterlebnisse zu ermöglichen, damit wir ja nicht vergessen und uns unmissverständlich bewusst sein kann und darf, wie verbunden wir in Wahrheit alle miteinander sind, allen gepimpten Sportler-, Manager-, Karriereleiternkletterermanipulationen und gesellschaftlichen Spaltungstendenzen zum Trotz. Liebe. Dort liegt der „Nutzen“ und der wahre Wert von Musik, die sich selbst und uns allen ge – hört.

Musik – er – möglicher

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist & project development music . consulting . uncoaching, production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.facebook.com/alexander.a.deutsch https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch we are the seeds of awakening in a sleeping world So, Don't Sleep!!!

Ein Gedanke zu “#87 MUSIK – MUSIC”

  1. Wenn man das in sich aufnimmt, die dargestellte Weise des Verfassers über Musik zu referieren, verspürt man wahrhaftig Musik in Kopf, Leib und Seele, was man vermisst – — – – jeder nach seinem Gespür, nimmt Musik für sich in Anspruch – – – Musik ist einfach zuständig für unser Seelenheil – wir haben Zeit, nachzuspüren, was Musik alles beinhaltet und bedeutet – die Vielseitigkeit von MUSIK ist unbeantwortbar – – – – –

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