#101 „Vertrauen – Vertrauen in das Selbst, Selbstvertrauen und Vertrauen in das Leben“

„Vor dem, welchem ich vertraue, hüte mich Gott. Vor dem, welchem ich nicht vertraue, werde ich mich selbst hüten.“ Unbekannt

„Wir können Vertrauen bilden, wenn wir Vertrauen haben – Ver­trauen zu uns selbst im Bewußtsein von Reichtum und Last der Geschichte und mit dem festen und verantwortli­chen Lebenswil­len in der Gegenwart.“ Richard von Weizsäcker

„Der Gewinn an Erkenntnis über Menschen wird häufig teuer bezahlt mit dem Verlust an Vertrauen zu Menschen.“ Christa Schyboll

Ja – Vertrauen ist nicht gleich Vertrauen. Vertrauen in das Selbst ist wahrlich etwas vollkommen anderes als Selbstvertrauen, und ohne ein grundsätzliches Vertrauen in das Leben selbst, ohne Miss – Trauen und ohne 1% Zweifel, was auch Zweifel ist, für alles was eben zum Leben gehört und im Leben zählt, ist die gesunde und beste Basis für das, was wir ein gelungenes Leben nennen können.

Vertrauen bezeichnet die subjektive Überzeugung (oder auch das Gefühl für oder Glaube an die) von der RichtigkeitWahrheit von HandlungenEinsichten und Aussagen bzw. der Redlichkeit von Personen. Vertrauen kann sich auf einen anderen oder das eigene Ich beziehen (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu Handlungen. Man spricht dann eher von Zutrauen. Als das Gegenteil des Vertrauens gilt das Misstrauen.

Neben diesem psychologisch-persönlichkeitstheoretischen Ansatz, der die Quelle des Vertrauens in sozialisationsbedingten oder kulturell vermittelten Persönlichkeitsstrukturen sucht, gibt es ökonomische, soziologische, politologische und sozialpsychologische Theorien (transaktionsanalytische Modelle), die versuchen, die Entstehung von Vertrauen in institutionellen Zusammenhängen (z. B. in Organisationen) bzw. in interpersonalen Beziehungen zu erklären.[1]

interpersonale Beziehungen , Foto @ Max Parovsky

Vertrauen ist ein Phänomen, das in unsicheren Situationen oder bei risikohaftem Ausgang einer Handlung auftritt: Wer sich einer Sache sicher sein kann, muss nicht vertrauen. Vertrauen ist aber auch mehr als nur Glaube oder Hoffnung, es benötigt immer eine Grundlage, die sog. „Vertrauensgrundlage“. Dies können gemachte Erfahrungen sein, aber auch das Vertrauen einer Person, der man selbst vertraut, oder institutionelle Mechanismen. Vertrauen ist teilweise übertragbar. Jemandem sein ganzes Vertrauen zu schenken, kann sehr aufregend sein, beispielsweise das Vertrauen, das ein Kind dem Vater schenkt, wenn es von oben herab in die ausgebreiteten Arme springt. Dies gilt sowohl für den Vater als auch für das Kind. Die Geschichte wird oft im übertragenen Sinn erzählt – als Gottvertrauen. (Wikipedia)

Gottvertrauen

Hmmmm….. Nun: Vertrauen ist sicher KEIN Phänomen im Sinne von „Erscheinung, Schein, Gespenst, Einbildung…“, sie ist auch nicht Glaube, weil es nicht ein „etwas oder jemand“ gibt, an die, den oder das man glauben müsste, um vertrauen zu können oder um ein ganz bestimmtes, konkretes Ziel oder Resultat erreichen zu können. Und es ist auch kein Gefühl in dem Sinne sondern grundsätzlich einmal eine von Zweifeln und Bedenken befreite wie zugleich befreiende Eigenschaft des Bewusstseins.

bewusst Sein , Foto © Sandra B. Mauerhofer

Bezieht es sich auf „das eigene ich im Sinne des Egos und der eigenen Persönlichkeit“, kann man sicher von Selbstvertrauen mit stolzer Brust sprechen. Bezieht es sich allerdings auf die Essenz des eigenen Seins, also dem , was von uns übrig bleibt, immer da ist und vorher, vor dem Erwerb unserer Biographie und der eigenen Geschichte, auch immer schon da war – damit meine ich, wenn wir bereit wären zur Abwechslung einmal kurz das Ego, die Persönlichkeit, uns als eine Art Container von Konzepten, Erfahrungen, hart erarbeitetem Wissen, Gedanken und Gefühlen zusammen mit unseren Schuhen einmal kurz vor der Türe stehen zu lassen – was dann noch da ist, von dem was dann in Wahrheit immer da ist, dann sprechen wir sehr wahrscheinlich viel eher von einem „Vertrauen in unser Selbst“ – in genau „das“. Und keine Angst, falls das einmal jemand wirklich versuchen möchte, was ich im Sinne einer Selbstevaluierung nur wärmstens empfehlen kann: Man kann sich all das beim Rausgehen zurück in das, was manche die harte oder brutale Realität, andere mein beschissenes oder kompliziertes Leben, und wieder andere den mühsamen, kräfteraubenden, lähmenden Alltag nennen, gerne wieder, ohne dass jemand auch nur irgendetwas davon in der Zwischenzeit geklaut hätte, mitnehmen.

Man muss aber nicht. Und sehr gut möglich ist dann auch plötzlich die Realität eine andere geworden und nicht mehr ausschliesslich hart oder brutal, das Leben plötzlich wundervoll, voller Wunder, weil es nicht mehr auschliesslich durch die Filter und zahllosen Schichten unserer Egos, Bios, Geschichten, Erlebnisse und Konditionierungen, gefangen in unseren Gedanken und Gefühlen wahrgenommen werden muss, und das tägliche Leben wieder inspirierend, mit einer Leichtigkeit und mit Humor, in Liebe und Vertrauen, dass es das Leben gut mit uns meint, im Hier und jetzt bewusster und freudvoller er – lebt und wahr – genommen werden darf und kann.

Vertrauen in das Sein

„Wer sich einer Sache sicher sein kann muss nicht vertrauen“ steht da.. Echt jetzt? Unter welchen Umständen ist man sich denn einer Sache zu 100% „sicher“, hmm? Wenn man sich bezüglich einer bestimmten Sache zu 100 Prozent sicher ist, dann hat man ganz klar, ohne Zweifel, ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Erwartung, ein ganz bestimmtes Resultat vor Augen.

Wenn man allerdings ohne Zweifel 100%iges Vertrauen vor allem in die Sinnhaftigkeit des Ausgangs einer Sache hat, und zwar vollkommen egal wie sie ausgeht, was man von Erwartungen oder dem Glauben allerdings so nicht behaupten kann, dann erst hat man verstanden, was Vertrauen in das Leben, in jemanden oder in etwas überhaupt bedeutet. Die Grundlage des „Vertrauens“ ist einzig und allein, mit welchem Bewusstsein und welcher Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Wahrhaftigkeit und Klarheit wir im Strom des Lebens zu stehen bzw. zu schwimmen imstande sind und welches Vertrauen basierend darauf wir uns selbst und dem Leben gegenüber entwickeln. I nklusive aller damit möglichen Ungewissheiten und Unsicherheiten.

best friends , Foto © Eckhard Derschmidt

Wo wir auch gleich beim Ur – Vertrauen in das Leben an sich sind. Das Leben meint es mit jedem und jeder von uns gut, auch wenn es sich oft nicht so anfühlen oder so aussehen mag. Dazu wäre es wahrscheinlich sehr hilfreich uns von der Vorstellung zu befreien, dass das Leben und der Sinn unseres Daseins weder in einem endlosen Verharren in enem Schlaraffenland ähnlichen Zustand des Dauerchillens in blendender Hülle und reichlich Fülle geschaffen ist noch um ausschliesslich hart und beschwerlich sein zu müssen oder um uns in unseren, oft viel eher unangenehmen als angenehmen, und unbequemen als bequemen Komfortzonen , also einem Stillstand gewissermassen, einem festhalten statt einem zulassen, in jeder Hin – sicht, motschkernd, leidend, beleidigt, missmutig, auf andere neidvoll schielend, im Mangel, dem nicht genug sein und ewig dies und das brauchend zu verharren, damit man „dann“, wann immer dann sein soll, nur bloss nicht JETZT, ohne Aus – Reden, endlich wirklich richtig und voll und ganz mit dem Leben anfangen kann, obwohl es während dessen unge- und unbeachtet weiter stetig an uns vorbei fliesst anstatt mit uns fliessen zu können.

das Leben lieben….. Foto © Liminal Zone

Das Leben ist das, was wir darin mit Freude erkennen, von Herzen lieben, und zu akzeptieren, kreativ zu verändern und wahrzunehmen imstande sind. Idealer- und empfehlenswerter Weise in einem maximal aufgeweckten und hellwachen Zustand, einem möglichst klaren Bewusstsein. Es schickt uns keine Strafen, die es abzubüssen gilt oder Probleme, die unbedingt gelöst werden müssen, sondern Prüfungen, die wir am besten alleine oder miteinander, gemeinsam mit anderen meistern lernen dürfen und Heraus – Forderungen, die uns aus unseren Vor – stellungen, Er – Wartungen, Konzepten, Ängsten, Käfigen, Sorgen und Komfortzonen „heraus fordern“, wodurch sich erst die Mauerritzen, Türspalten, Fenster und Tore öffnen bzw. wir diese be – merken und obendrein wahr – nehmen können, dass das Tor zu unserem jeweils eigenen Käfig ja ständig offen war und ist.

Die ständig existierende Möglichkeit unserem eigenen Selbst UND dem Selbst weit jenseits der Egos und eigenen Befindlichkeiten sowie denen der anderen alleine und gemeinsam näher kommen zu dürfen, in stetem Kontakt mit unserer tiefen Essenz. Im einander Helfen und sich Unterstützen und auch als gegenseitigen Spiegel uns selbst und den anderen auf unseren Wegen „dorthin“, wo immer dort sein mag, oder in ein Aufwachen „hier her“ – in das Hier und Jetzt schliesslich Erfüllung finden zu dürfen. Leben eben . JETZT. nicht so sehr ich will, sondern eher ich darf und wir können alles und müssen nichts.

miteinander mit anderen meistern….. Foto © Rainer A. Rygalik

Wer grundsätzlich misstrauisch ist, dem Leben, anderen gegenüber, vor allem sich selbst gegenüber, aufgrund von Erfahrungen der eigenen Geschichte, der eigenen Persönlichkeit in der Vergangenheit, oder einfach nur aus Feigheit und Mutlosigkeit, hat immer die Wahl, dort stehen oder stecken zu bleiben oder eben mutig nicht. Eine wahre Befreiung in dieser Hinsicht ist ganz bestimmt das „Verzeihen“ können, was nicht Gnade vor Recht ergehen lassen heisst, also nicht vornehmlich ein Geschenk aus der Gönner und /oder Rächer Position von obern herab an die jeweiligen schlimmen Verletzer, bösen Ignoranten, boshaften Beschimpfer oder Erschrecker, Würde und Vertrauens Räuber sowie Angst Einflösser ist, sondern in einem wahrhaft tieferen Sinne.

Wenn man sich diesem Verzeihen mutig voll hinzugeben traut und kann, dann ist es immer ein Befreiungsschlag und eine Erlösung für den jeweils Verzeihenden oder die Verzeihende selbst. Man muss dann nicht mehr länger das oft schwere Gepäck des Vor – wurfs und der Verletzung ein Leben lang mit sich rum schleppen, ausser das verletzte Ego oder die verletzte Seele glaubt oder erlaubt sich, sich nur so unbedingt weiterhin spüren können zu müssen, indem sie die alten Wunden immer wieder glaubt aufkratzen zu müssen um nur ja nicht verzeihen und in der Schuldfalle verharren zu müssen, koste es was es wolle. Doch das rächt sich leider meistens, und zwar nicht an den ursprünglichen Verursachern sondern oft bis immer an der oder dem, der verletzt wurde und unbedingt darauf bestehen und beharren mag, verletzt, gekränkt und „krank“ zu bleiben. Gesund und heilsam ist allerdings etwas anderes. Und schaden tut man sich damit immer selbst und kaum bis nie dem Verursacher oder der Verursacherin des Schmerzes. Oft ist man es ja selbst, der oder dem es zu verzeihen gilt.

Wer chronisch misstrauisch ist, dem ist auch nur schwer zu trauen, eben weil sich diese Menschen oft auch selbst nicht ver – trauen.

die Verursacher des Schmerzes

Irgend jemand hat mir einmal erklären wollen, dass nicht jede und jeder das selbe Mass an Vertrauen verdient. Wäre das nicht ähnlich, als würde ich dem Leben und mir auch selbst nicht und nie voll und ganz vertrauen können? Und wenn dem so ist, wie ginge das? Kann ich dem Leben und mir wirklich voll und ganz vertrauen? Und was im Leben und in mir hat dann dieses volle, bedingungslose Vertrauen? mein Ego? Nein. Nie und nimmer. Oder ist es einzig und allein mein tiefes, essentielles, ehrliches, wahrhaftiges Selbst, das zugleich untrennbar mit dem Wunder Leben verbunden ist?

Vertrauen muss man sich in meinen Augen auch nicht „ver – dienen“. Entweder Du kannst mein volles Vertrauen annehmen oder eben nicht. Dazwischen gibt es weder Platz für eine Waage oder irgendeine andere Masseinheit oder Messgerät. Vertrauen ja oder Vertrauen nein in meiner kleinen Welt. Dazwischen gibt es keinen Raum für faule Kompromisse aber immer eine gesunde Bereitschaft, zu verzeihen. Mir selbst wie meinem Gegenüber gleichermassen.

untrennbar mit dem Wunder Leben verbunden , Foto © Sandra B. Mauerhofer

in diesem Sinne: „Nichts kann den Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.“ Adolf von Harnack ……………….oder eben nicht

„Vertrauen ist Mut und Treue ist Kraft.“ Marie Freifrau von Ebner Eschenbach

You can cut all the flowers, but you cannot keep spring from coming.
Pablo Neruda
soviel zum „Vertrauen in das Leben…..“

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pimpmyband11

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