#100 „Was jetzt? Intuition oder Angst?“

Diese Frage stellt sich mir immer nur dann, wenn der Zweifel, wie vieles anderes auch er ein Liebkind des Verstandes, involviert ist. Intuition wird , aus meiner Sicht und in meiner bewussten Wahrnehmung oft als ein Gefühl, im konkreten Fall als „Bauchgefühl“ interpretiert und hergeleitet, was sie aber mit Sicherheit weder ist noch sein kann. Sie kommt aus einem Feld unseres Da – Seins, das der alleinige Herrscher „in his own mind“, unser Verstand, gerne vorgibt zu verstehen, was er aber weder kann noch tut, weil er auch dort gerne Zugriff und das alleinige Kommando über hätte aber schlicht und einfach, sorry, nicht hat.

sorry

Die Intuition ist eben, like it or not, get it or not, keine Ziehtochter des Verstandes , wie es Gedanken, Zweifel und Gefühle eben nun mal sind und er, der Verstand , sich deshalb besonders Mühe gibt so zu tun, als wäre dem selbstverständlich so. Die Intuition ist viel mehr ein Ur – Wissen, das tief in unser aller verbindenden Essenz und in einem alles Leben und Lebewesen miteinander verwobenen Energie – Netzwerk wohnt, weit jenseits von richtig und falsch und jeder Bewertung, Einschätzung oder Begutachtung, und dort immer zur Verfügung ist, wenn sie sich nicht vom überwichtigen Getue und Getöse der permanenten Gedankengewitter und den kontinuierlichen Bemühungen des Verstandes um Aufmerksamkeit niederbrüllen und aus ihrer Ruhe bringen oder, besser gesagt: Mensch sich von ihr, der Intuition, ablenken lässt.

Gedankengewitter

Im Gegensatz zum Verstand, einem Gedanken oder einem Gefühl ist die Intuition etwas, was sich nicht permanent laut bemerkbar machen muss um da zu sein, in unserem tieferen Bewusstsein, welches auch nicht mit dem Unterbewusstsein, ebenfalls eine Tochter des Verstandes, verwechselt werden sollte. Am nächsten kommt man ihr noch am ehesten mit „der Stimme des Herzens“ – wo der Verstand auch nicht wohnt und welches er, anderen Behauptungen zum Trotz, auch weder dirigiert noch regiert – da läuft es erwiesenermassen wohl eher umgekehrt.

Siehe Blog #93 – „Was meint das Herz?“ https://pimpmyband.live/2021/03/05/93-was-meint-das-herz/

Intuition

Nein, das ist jetzt keine Ode an die „Dummheit“. Aber es ist ein, zugegeben wagemutiger Versuch, uns des Umstands bewusst werden zu dürfen, dass der von vielen so verherrlichte König Verstand und seine Schwester, die Intelligenz, zwar als Werkzeug immer wieder äusserst hilfreich sein mögen und können, aber bei weitem nicht permanent das Sagen, das Entscheiden, die Wissensallmacht und das heilige intellektuelle Non Plus Ultra sind noch sich bemühen brauchen, auch nur den Anschein dessen weiter krampfhaft unter zu Hilfenahme der harten Herzen, Ellbogen, Stirnfalten und ihre um das „recht Haben“ ringenden Hände der sogenannten Intellektuellen hochzuhalten. Nein, man darf dem Werkzeug Verstand und seinem rechtsberatenden, ständigen inneren ins Ohr Flüsterer, der inneren Stimme, durchaus in angebrachten und kritischen Situationen das Maul verbieten und ihnen sagen, jetzt mal endlich die permanent offene Klappe zu halten. Ja, das können und dürfen wir, auch wenn diese Tatsache den meisten von uns leider überhaupt nicht bewusst sein mag.

rechtsberatender ins Ohr Flüsterer

Die Hypothese, dass die Intuition ein Gefühl sei, weiss sich hartnäckig in vielen Lehrbüchern und analogen wie digitalen Brockhäusern wie Wikipedia bis zum heutigen Tage, im Chor mit unzähligen anderen, hartnäckigen Fehleinschätzungen, zu behaupten. Da heisst es unter anderem wie folgt:

Intuition (von mittellateinisch intuitio = unmittelbare Anschauung, zu lateinisch intueri = genau hinsehen, anschauen)[1] ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu erlangen, ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne bewusste Schlussfolgerungen. Intuition ist ein Teil kreativer Entwicklungen. Der die Entwicklung begleitende Intellekt führt nur noch aus oder prüft bewusst die Ergebnisse, die aus dem Unbewussten kommen. Kritisch ist hierbei zu sehen, dass bei positiver Wirkung einer – zunächst nicht begründbaren – Entscheidung gerne von Intuition gesprochen wird, während man im Falle des Scheiterns schlicht „einen Fehler gemacht“ hat, wobei es gerade keinen Mechanismus gibt zu prüfen, welche mentalen Vorgänge zur jeweiligen Entscheidung führten.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass dem Informationsaustausch zwischen dem enterischen Nervensystem und dem Gehirn auch eine Rolle bei den intuitiven Entscheidungen („Bauchentscheidungen“) zukommt.

Vorgänge zur Entscheidung

Nun, wenn Wissenschaftler etwas „vermuten“ – spätestens dann sollte man wissen, „what time it is“. Wenn schon etwas im Bauch wohnt, dann wohl zuallererst ein Gefühl, zumeist ein „mulmiges“, also eher eine Angst, wo sich oft eindeutig, für uns alle spürbar, „alles zusammenzieht“ . Man „scheisst sich an“ vor Angst. Ein „flaues“ Gefühl im Magen, ein Magenkrampf, die nackte Angst eben. Für alle die es immer noch nicht bemerkt haben wollen: Wir leben tatsächlich in einer Diktatur des Verstandes, einem ständig sich selbst und bei jeder passenden bis unpassenden Gelegenheit bestätigenden Irrglauben, dass die Intelligenz, der kognitive, alles mehr oder weniger logisch zu begründen wissende Verstand in der menschlichen Hierarchie ganz, ganz oben steht und über – oft – heblich über allem anderen zu stehen hat. Dass alles erklärbar, reproduzierbar, mit sehr oft wissentlich und vorsätzlich „falschen“ Fakten belegbar sein „muss“, oft aus einem leider sehr traurigen und sehr ernüchternden Grund: nur damit wir uns mittels unseres mehr oder weniger reichlich vorhandenen Intellekts, der uns ja überhaupt erst in diese beschissenen Situationen zu bringen wusste, mit denen wir uns bis auf sehr viel weiteres beschäftigen werden müssen und uns alle trifft, in letzter Konsequenz als wahrhaft tyrannische Herrscher und verdammt mieser Verwalter, einem Schöpfer gleich und zugleich Zerstörer unser aller Lebensgrundlagen und unserer Natur legitimieren zu können. „Wengan Profit, dem Konsum und dem ewig heiligen Wirtschaftswachstum warat’s gewesen.“

siehe Blog #71 Wir leben in einer Diktatur des Verstandes https://pimpmyband.live/2021/01/22/71-wir-leben-in-einer-diktatur-des-verstandes/ und Blog #98 „Natur : Wissenschaft“ https://pimpmyband.live/2021/03/15/98-natur-wissenschaft/ und Blog #61 „Ja, ich weiss, ABER…..“ https://pimpmyband.live/2020/12/27/61-ja-ich-weiss-aber/

Herz und Verstand

und die Angst? wie sieht,s damit aus? Angst ist definitiv ein Gefühl, das vieles bis alles lähmende, fruchterregende, hemmende oder Flucht bis hin zu einem „Thrill“ oder einen lustvollen „Kick“ verursachende Gefühl der Angst. Wikipedia, schau owa:

Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet. Angst ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker Fritz Riemann unterscheidet in seinem verbreiteten Hauptwerk Grundformen der Angst[4] zwischen dem „schizoiden“, dem „depressiven“, dem „zwanghaften“ und dem „hysterischen“ Persönlichkeitstypus. Als damit verbundene „Grundängste“ des Menschen beschreibt er die „Angst vor Veränderung“, die „Angst vor der Endgültigkeit“, die „Angst vor Nähe“ und die „Angst vor Selbstwerdung“.

keine Angst

Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des Thrills. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte Kick kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.

Lebensgefühl

Zu lernen, auf unsere intuitive Stimme und nicht auf unsere Angststimme zu reagieren, erfordert Übung und Vertrauen. Je öfter wir uns bewusst dafür entscheiden, unserem inneren Wissen zu vertrauen und uns nicht von Angst übermannen zu lassen, desto mehr Vertrauen gewinnen wir in uns selbst.

Unsere Angststimme ist wie ein geschwätziges Durcheinander in unserem Kopf. Da wechseln sich munter Selbstzweifel, Erinnerungen an vergangene Schwierigkeiten, unser innerer Kritiker und Visionen von zukünftigen Stolperfallen ab. Das hat nichts mit strategischem Denken oder gesundem Menschenverstand zu tun. Stattdessen haben wir eine Art Teufelchen im Hirn, das uns Bedenken zuflüstert, um uns vom Kurs abzubringen. Unsere Angststimme ist eng mit dem Bereich der Selbstsabotage verbunden. Sie kann dazu führen, dass wir keine Entscheidung treffen oder unsere Angst als Entscheidungsgrundlage nehmen. Eine Folge davon ist, dass wir immer wieder in der gleichen Situation landen, auch wenn wir eigentlich etwas anderes wollten. Unbewusst folgen wir einem alten Muster und lassen uns zusätzlich auch noch von unserer Angststimme kontrollieren.

B – Denken

Es ist keine Lösung, Angst zu verdrängen oder zu betäuben. Erstens ist das ständige Abwehren kraftraubend. Zweitens birgt es die Gefahr, dass wir unseren Emotionen irgendwann auf andere Weise Luft machen, sei es durch plötzliche Gefühlsausbrüche oder durch körperliche Beschwerden. Drittens kann eine allzu ablehnende bis panische Haltung gegenüber schlechten Gefühlen dazu führen, dass sie sich verstärken. Dann wird aus dem punktuellen Gefühl am Ende noch ein Dauerzustand, also eine Stimmung. 

Ein Gegenmittel dafür ist es, Bewusstheit für seine Angst zu schaffen. Das klingt paradox, funktioniert aber. Sobald wir uns dessen bewusst sind, dass wir gerade „nur“ ein Gefühl verspüren, verliert dieses einen Grossteil seiner Zugkraft. Bewusstheit für unsere Gefühle zu schaffen bewahrt uns davor, uns von unseren Gefühlen übermannen und in den Bann ziehen zu lassen, denn das gefährdet unsere seelische Gesundheit. Sich in ein Gefühl hineinzusteigern schränkt unsere Realitätswahrnehmung massiv ein. Das wiederum verringert unser Denkvermögen und das Entwickeln von Handlungsalternativen.

B – Wusstheit

Ganz radikal und auf seine Essenz runtergebrochen schaut’s , zumindest aus meiner bescheidenen Perspektive, so aus: Solange es um oft langwierige , grosse oder kleine, alle zur Verfügung stehenden Fakten sorgsam abzuwiegende Ent – Scheidungen geht sind wir eher Zweifel und Angst gesteuert. Von den Gefühlen Zweifel und seiner Tochter Angst, etwas falsch zu machen, einen mehr oder weniger schweren Fehler zu begehen, Zu Versagen, zu Scheitern – lauter Entscheidungsfolgen und/oder Resultate, die in den meisten von uns durchwegs negativ und mit Angst besetzt und damit vollkommen unerwünscht bzw. um jeden Preis zu vermeiden sind. Genau das as blockiert natürlich auch in hohem Masse nicht nur jeden „Flow“ sondern zugleich viele Chancen im Innen wie im Aussen und verriegelt offene Tore und Fenster auf jede Art von Veränderung, in gleichem Masse auch auf die positive und die durchaus gesunde und gute, weil Veränderung natürlich auf keinen Fall grundsätzlich immer nur zum Schlechteren oder zu einem Nachteil geschehen muss.

F-Low

Das verbietet einem obendrein und zusätzlich in dieser Perfektionsgesteuerten aber alles andere als perfekten Welt nicht nur, aus Fehlern, dem Versagen oder dem Scheitern etwas erfahren, etwas zu lernen, geschweige denn einen versteckten Diamanten an Lebensweisheit, den König Zu – fall oder das berühmte Glück im Un-glück darin finden zu dürfen, weil man nicht einmal weiss oder einem kaum bis nie vorgelebt wurde, wie man Fehler, Versagen oder das eigene Scheitern überhaupt liebevoll umarmen könnte. Dass bedeutet aber auch zugleich nicht „unreflektiert“ zu sein, wenn man nicht gerade in einem narzisstischen vom Ego gesteuerter Bewusstlosigkeit unterwegs glaubt sein zu müssen sondern mit Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und einem klaren Bewusstsein unabgelenkt von den Wolken der Gefühle und Gedanken im Hier und Jetzt ist, genau dort, an diesem winzigen Punkt des Augenblicks, wo auch das Leben immer ist.

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Schwimmt allerdings jemand kompromisslos mitten im Fluss des Lebens, im berühmten „Flow“, wo man im bedingungslosen Sein sich eher vom Leben getragen und beschützt fühlt als von dem Drang gehetzt und getrieben, was man glaubt unbedingt wollen und haben zu müssen, dann gibt es dort weder Zweifel, noch gibt es Angst vor Ungewissheit oder einen steten Drang nach einer Fiktion namens Sicherheit, noch braucht man den Verstand bei jeder Kreuzung oder Weggabelung als Entscheidungsfinder und Geburtshelfer, auch wenn er sich gerade da mit allen Mitteln unersetzbar und unabdingbar gerne diesem Fluss in den Weg stellen würde, was die Intuition so nie tut. Als Werkzeug, wenn nötig, ja – aber das war es auch schon. Nicht als Commander in Chief, da lassen wir doch viel lieber die Stimme des Herzens und die uns alle innewohnende Intuition sprechen.

vom Leben getragen und beschützt

Oft geschehen intuitive Entscheidungen nicht einmal by Choice, sondern aus einem Augenblick, gnadenlos im Jetzt, egal ob es um die Vermeidung eines Verkehrsunfalles gehen mag oder ob man noch in letzter Sekunde in den bereits abfahrenden Zug einsteigt oder nicht oder gerade der Frau, dem Mann, der Partnerin oder dem Partner des Lebens begegnet ist und das auch noch in der Lage ist, in diesem Augenblick unverstöpselt, unverkabelt, mit einem Blick auf das Wesentliche, was meistens nicht im Handy zu finden ist, zu bemerken, zu erkennen und mutig zur Kenntnis zu nehmen und genau so mutig in dem Moment kund zu tun imstande ist. Das heisst, Intuition ist auch keine Sklavin der Zeit, was man von den sogenannten unbedingt not – wendigen, sorg – fältigen, mit einer Menge Sorgenfalten und unter grosser Not zu treffenden Ent – scheidungen sicher nicht behaupten kann.

Blick auf das Wesentliche

Besonders in Situationen, wo es angeblich besonders grosser Entscheidungen bedürfte gehe ich instinktiv sofort, ohne Umleitung ins Oberstübchen und bei vollem klarem Bewusstsein immer direkt in vollem Vertrauen, also ohne 1 % Zweifel, in die Intuition, auch nicht in das Bauchgefühl, sondern ein paar Bewusstseinsstockwerke tiefer, in das Ur – Vertrauen in mein und unser aller Ur – wissen. Das war die letzten 61 Jahre, ohne Ausnahme, Scheitern, Fehler, Versagen hin und wieder inklusive – auf lange Sicht und aus der jetzigen Perspektive betrachtet immer verdammt gut so und wird, wenn es nach mir geht, die nächsten 61 Jahre auch genau so bleiben. Peace.

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

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