#121 „Nicht eine Million Arbeitslose sondern 1 Million Menschen sind ihre Bullshit Jobs vorübergehend los!

Job, Beruf oder Berufung?

Viele sehnen sich nach Erfüllung im beruflichen Alltag. So glaube ich naiver über 60 jähriger Oldie das auf jeden Fall zu wissen. Aber vielleicht ist das ja ein vollkommener Irrtum. Eine Tätigkeit, in der man aufgeht? Aufgaben, die einem tatsächlich Freude machen? Doch was ist möglich und wie findet man seine persönliche Berufung?

Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur. – John Locke

Was sind Bullshit Jobs?

Vom wahren Sinn der Arbeit ist ein 2018 in englischer Sprache als Bullshit Jobs: A Theory veröffentlichtes Buch des US-Amerikaners David Graeber (1961–2020), EthnologeAnarchist und Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science. Es basiert auf dem von Graeber im August 2013 im Magazin Strike! veröffentlichten Artikel On the Phenomenon of Bullshit Jobs: A Work Rant.

In Bullshit Jobs konstatiert Graeber, dass ein Großteil heutzutage verrichteter Arbeit aus Fake Work bestehe und keinen gesellschaftlichen Nutzen erbringe. Dies führe einerseits zu psychischen Problemen bei den Menschen, die diese Arbeit verrichten müssen und andererseits werde sehr viel gesellschaftliches Potential vergeudet. „Bullshit jobs“ grenzt Graeber von „shit jobs“ ab, die zwar prekär sind, jedoch einen gesellschaftlichen Sinn haben. Bullshit-Jobs sind häufig überdurchschnittlich gut bezahlt.

Viele Menschen würden an ihrem Arbeitsplatz zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit mit sinnfreien Tätigkeiten verbringen. Graeber identifiziert jedoch auch fünf Jobtypen, die gänzlich als Bullshit-Jobs klassifiziert werden können:

  1. „Lakaien“ (flunkies) sind Jobs, deren eigentlicher Sinn darin besteht, ihre Vorgesetzten wichtig aussehen zu lassen; z. B. Rezeptionisten.
  2. „Schläger“ (goons) werden nur gebraucht, um Schläger anderer Unternehmen in Schach zu halten; z. B. Unternehmensanwälte, PR-Spezialisten.
  3. „Flickschuster“ (ducttapers) lösen die Symptome von Problemen temporär, ohne die Wurzel der Probleme anzugehen; z. B. Programmierer, die fehlerhaften Code reparieren.
  4. „Kästchenankreuzer“ (boxtickers) seien mit der Dokumentation von Arbeit beschäftigt, ohne selbst nützliche Arbeit zu verrichten.
  5. „Aufgabenverteiler“ (taskmasters) kreieren und verteilen sinnlose Aufgaben; z. B. mittleres Management.

Bullshit-Jobs seien ein Symptom gesellschaftlicher Wertvorstellungen, die es für vorteilhafter einstufen, sinnlose Erwerbsarbeit zu verrichten, als keiner Erwerbsarbeit nachzugehen. Jegliche Arbeit sei zu unterschiedlichem Grad care work, also Arbeit, bei welcher Mitmenschen geholfen werde. Je höher der Grad an care work in einer Arbeit, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Arbeit als sinnhaft wahrgenommen werde. Allerdings gelte tendenziell auch, dass gerade Arbeit mit einem hohen Anteil an care work weniger gut bezahlt sei.

Wie definiert Wiki Wacky Wikitrallala eigentlich „Beruf“?

„Ein Beruf ist die systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene, dauerhaft und gegen Entgelt ausgeübte Betätigung eines Menschen. Oft liegt für diese Betätigung auch eine besondere Eignung und Neigung vor. Der Begriff ist abzugrenzen vom umgangssprachlichen Ausdruck Job, der eine Erwerbstätigkeit bezeichnet, die nur vorübergehend ausgeübt wird oder nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.

Berufe sind typisches Merkmal von arbeitsteiligen Wirtschaftsordnungen sowie Zivilisationen im Allgemeinen.“

Grauslich eigentlich, oder? kein Wort von Berufung, von Talenten, von Bestimmung von Träumen, von Freude, von Liebe für und zu etwas – nichts von alledem. Systematisch, erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualitätsnachweis versehene, dauerhaft und gegen Entgelt ausgeübte Betätigung eines Menschen. Spätestens da sollte jede und jeder mit einigermassen Grips vor der Hütte wissen, wessen Kind Wikipedia in Wahrheit ist!

Was ist Arbeit bzw. weil’s grad lustig ist: wie definiert Wikipedia Arbeit?

Arbeit steht für:

Auf http://www.stepstones.at, einem Ösi Portal für Karriere- Bewerbungstips, ja: so steht es hier tatsächlich geschrieben, ist unter vielem anderem haarsträubendem Nonsense kurioserweise folgendes zu lesen

„Worin liegt der Unterschied zwischen Job, Beruf und Berufung?

Berufung ist mehr als ein Job, es ist eine Sinnaufgabe. – Ursula Maria Lang

Fällt es Ihnen schwer, zwischen den einzelnen Begriffen zu unterscheiden? Keine Sorge, damit sind Sie nicht alleine, denn eine eindeutige, allgemein gültige Abgrenzung gibt es nicht. Was es jedoch gibt, ist eine Unterscheidung der Begriffe in ihrem täglichen Gebrauch:

Der Begriff Job wird meist sehr neutral verwendet, um die Ausübung einer erwerbsmäßigen Tätigkeit zu beschreiben. Hier wird jedoch nichts bewertet, der Ausdruck gibt keinen Aufschluss darüber, ob man Gefallen an der Tätigkeit findet oder nicht. Es steht vielmehr das Ziel im Vordergrund, Geld zu verdienen.

Etwas anders ist das beim Begriff Beruf. Denn während der Job eine Tätigkeit ist, die man kurz- oder mittelfristig ausübt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hat man sich beim Beruf bereits Gedanken darüber gemacht, mit welcher Tätigkeit man zu seinem monatlichen Gehalt kommen möchte. Der Beruf ist in den meisten Fällen auch mit einer vorhergehenden Ausbildung verbunden, zu der man sich bewusst entschieden hat.

Noch einen Schritt weiter geht die Berufung. Hinter diesem Begriff steht bereits eine Ideologie. Zur Berufung wird eine Tätigkeit erst dann, wenn man sich damit identifizieren kann, wenn man sie gerne macht und wenn sie einen erfüllt. Das wirft jedoch eine Frage auf:

Muss Arbeit Spaß machen?

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten. – Aristoteles

Muss Arbeit Spaß machen? Eigentlich müsste man über diese Frage gar nicht lange grübeln. Natürlich soll Arbeit Spaß machen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Viele beschreiben ihre berufliche Tätigkeit als öde, monoton, langweilig oder gar stumpfsinnig. Und das hat nicht nur für den Mitarbeiter Auswirkungen. Auch der Arbeitgeber leidet langfristig darunter, wenn Mitarbeiter lediglich Dienst nach Vorschrift schieben, weil sie sich mit den Aufgaben oder dem Unternehmen nicht identifizieren können.

Man könnte die Frage jedoch auch anders formulieren: Wenn uns die Arbeit so viel Spaß macht und Erfüllung bringt, weshalb sollten wir dann überhaupt dafür bezahlt werden? Reicht es nicht auch, wenn wir unsere Freizeit so gestalten, dass sie uns erfüllt und unserem Leben den Sinn gibt, nach dem wir streben? Im Grunde ist doch Arbeit ein Tauschhandel zwischen Zeit und Geld. Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel, wie Sie zu Ihrer Work-Life-Balance kommen.

Gibt es diesen einen Traumjob überhaupt, den wir als unsere Berufung ansehen? Sollten wir genau danach streben? Oder einfach mit dem, was wir haben, zufriedengeben? Eine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig es ihm ist, Spaß an seiner beruflichen Tätigkeit zu haben.“

Oida!!!!! Arbeit ist ein Tauschhandel zwischen Zeit und Geld???? echt jetzt? Lernt man das heutzutage so auf der WU?? Na servas. Man muss entscheiden, ob man „Spass“, ich nenne es allerdings wesentlich lieber :“Freude“ an und in seinem Beruf haben darf, will oder kann??? Also wenn man das alles mal so in aller Ruhe, am besten auf einer von keinen Mountain Bikern frequentierten Waldlichtung genüsslich auf der Kleinhirnrinde zusammen mit den eigenen, längst verschütteten Träumen zergehen lässt, läuft einem , mir zumindest, der kalte Schauer des tiefsten, innersten Schauderns vor so viel Grauslichkeit und Kälte über den Rücken. Wenn ich schon von Work – Life Balance lese, wird mir sofort übel. Work is not Life? Work is not part of everybody’s life??? Wo und wie Leben wir denn bitte und wie konnten wir überhaupt je hier landen? Da muss man sich dann wirklich über absolut gar nichts mehr wundern, über keine und keinen einzigen mit permanent gesenktem Kopf im Handy, über beide Ohren verkabelt und verstoppelt und mit der digitalen Hölle permanent verhabert und vernetzt, im Wettlauf mit der „Zeit ist Geld“, auf der Jagd nach dem nächst bessern Leben, denn dieses, ein genau solches, vollkommen Sinn- und Freude entleertes, geht inzwischen wirklich, ganz bestimmt, ohne 1% Zweifel, ganz und gar nicht! So nicht!!!

Richard David Precht:Wie wollen wir leben? ( Neue Züricher Zeitung)

„Digitalisierung ist das Thema der Stunde, doch bisher löst sie hierzulande entweder Ratlosigkeit oder Verzweiflung aus. Dank Richard David Precht ist damit jetzt Schluss.

Für Angela Merkel war das Internet im Jahr 2013 noch immer „Neuland“, und dem sogenannten kleinen Mann wird täglich suggeriert, dass seine Arbeit schon bald von Maschinen übernommen und er somit überflüssig wird. Das Wort „Digitalisierung“ scheint nichts als Angst und Schrecken zu verbreiten – darum ist es umso erfrischender, den Gedanken des Philosophen Richard David Precht zu folgen, die er sich in seinem neuen Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“ über die Digitalisierung macht. Keine Sorge, von Kulturpessimismus fehlt hier jede Spur, stattdessen entwirft er eine Utopie für eine digitale Gesellschaft, die hoffen lässt. „Sehen Sie, im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld. Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern – und den Rest der Menschheit.“ Mit diesem Zitat beginnt Precht sein Buch, und dass diese ansprechende Vision ausgerechnet aus Star Trek VIII stammt, ist typisch für den Popstar unter den Philosophen. Er ist davon überzeugt, dass wir aktuell an einem entscheidenden Wendepunkt stehen: So wie seit dem 18. Jahrhundert die Erfindung der Dampfmaschine das Leben der Menschen grundlegend verändert hat, kommt nun erneut eine Revolutionierung der Arbeitswelt auf uns zu:

Precht erklärt, dass alle Berufe, die durch Computer ersetzt werden können, früher oder später aussterben – doch anstatt die drohende Massenarbeitslosigkeit zu beklagen, sollten wir uns freuen, dass uns die langweilige und entfremdete Arbeit abgenommen werde. Endlich habe der Mensch Zeit, sein Leben frei zu gestalten und seiner wahren Bestimmung nachzugehen –was für ein luxuriöser Gedanke!

Es bleibt die Frage, wovon wir leben, wenn ein Großteil der Erwerbsarbeit wegfällt. Der Philosoph hat auch darauf eine Antwort, sein Buch ist ein Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen, das sich problemlos durch eine Finanztransaktionssteuer finanzieren ließe. Um Prechts großen Wurf nachvollziehen zu können, müssen wir vor allem einen entscheidenden Gedanken zulassen: Arbeit hat in der Zukunft nichts mehr mit Anerkennung und dem Erlangen von sozialem Status zu tun. Wenn man „Jäger, Hirten, Kritiker“ liest, fragt man sich tatsächlich, warum ausgerechnet derjenige, der sich rund um die Uhr abrackert und die meisten sinnlosen Konsumgüter sammelt, in unserer Gesellschaft am angesehensten ist. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass Glück mit sozialen Kontakten und Selbstbestätigung zusammenhängt – und nicht mit Geldverdienen. „Zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!“ schreibt Precht.

Darüber hinaus betont er, dass es allein an uns liege, wie wir die Technik nutzen, was wir ihr erlauben und welche Grenzen wir ihr setzen. Nach dieser Lektüre wird man sich nicht länger wegducken, sobald das Wort „Digitalisierung“ fällt, sondern interessiert hinhören. „Jäger, Hirten, Kritiker“ rüttelt wach, es öffnet den Blick für die verschiedenen Facetten und neuen Möglichkeiten, die uns die Zukunft bietet. „Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten, aus dem Fatalismus des unweigerlichen Werdens aus- und zu einem Optimismus des Wollens und Gestaltens aufzubrechen. Es möchte helfen, ein Bild einer guten Zukunft zu malen“, schreibt der Autor – und das ist ihm mehr als gelungen.“


Danke Richard David Precht! Da geht ja mal ne Tür auf, was Jobs, Arbeit, Beruf, Gestalten (hierzulande und fast überall nach wie vor ein Fremdwort), Geldverdienen, soziale Kontakte, Selbstbestätigung und , JA: „Glück“ angeht. Da geht,s lang. In Richtung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Ja ihr lieben Wirtschaftsgurus: Hört doch endlich auf euch und uns allen irgendetwas vorzugaukeln, vorzurechnen und vorzumachen. Die drohende Massenarbeitslosigkeit ist kein Phantom mehr sondern bereits lange harte Realität, wie viele von uns bereits wissen. Eure langweiligen und entfremdenden Bullshit Jobs um jeden Preis mittels sündteurer Umschulungen und Beschäftigungsprogramme zu retten, nur um eine vollkommen kaputte und völlig nach hinten, auf immer mehr und mehr Profit für einige ganz, ganz wenige orientierte Wirtschaft , die in Wahrheit schon lange auf der globalen Intensivstation liegt, noch krampfhaft am Leben zu erhalten, ist doch längstens vollkommen zweck- und sinnlos, Geldverbrennung und vollkommener Quatsch. Diese Unart zu wirtschaften müssen wir, müsst ihr endlich radikal ändern, sonst wird sich etwas wohl von selbst radikal ändern müssen, was anscheinend anders nicht geändert werden will und kann.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder. Henry David Thoreau

Jeder Mensch hat einen originären Kern. Eine Identität, die nur ihm zu eigen ist. Edward Hopper

Wo die Bedürfnisse der Welt mit deinen Talenten zusammentreffen, dort liegt deine Berufung. Aristoteles

Die einzige Möglichkeit Großes zu leisten ist, das zu lieben, was man tut. Wenn du das noch nicht gefunden hast, dann suche weiter. Gib dich nicht zufrieden. Wie bei allen Herzensangelegenheiten wirst du wissen, wenn du es gefunden hast. ….. Und am Wichtigsten ist: habe den Mut deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen. Sie wissen irgendwie bereits, was du wirklich werden willst. Alles andere ist zweitrangig.

Steve Jobs

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

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