#147 „Das wird nie was, Du bist nicht gut genug, das braucht kein Mensch, das schaffst Du nie“

Jede und jeder von uns ist genau diesen oder ähnlichen Prognosen und Vorhersagungen, Enthusiasmus Hemmern, Schneid Abkäufern, Selbstwert und Traum Tötern, Potential Killern, vorsätzlichen Entmutigungen, frustrierten Verheissungen, missmutigen Sabotagen und ähnlichen „Alles Schlechte Wünschen“ im Laufe unserer Leben immer wieder, und dem nicht zu knapp, begegnet. Denn „Mut Macher“ sind offensichtlich heiss begehrte Mangelware in Zeiten wie diesen.

mit Anna F. / Friedberg auf Tour mit Lenny Kravitz
mit Thomas David am Heldenplatz Wien bei „Voices for Refugees“

Als ich mit 12 Jahren nach meinem Eignungstest in einer kleinstädtischen, oststeirischen Musikschule auf die Frage des dortigen Direktors „was will „er“ denn lernen?“ endlich meinem Traum „Schlagzeug“ Luft machen konnte, seit ich bewusst denken und mich an irgendetwas erinnern konnte, meinte dieser „Viel zu talentiert für Schlagzeug!“, was immer das heissen sollte und ich liess mich und mein tiefes, inneres Streben nach Verwirklichung meines lange gehegten Traumes von ihm und meinem „viel zu talentierten Ego“ tatsächlich auf ein Instrument namens „Fagott“ umleiten, was ich nicht nur auch wirklich „cool“ fand sondern ein paar Jahre später tatsächlich als Kunstschüler auf der Musikuniversität in Graz zu studieren begonnen hatte.

mein erstes Schlagzeug „Ringo Style“

Als ich mir ein paar Jahre später, mit 16, von meinem ersten, selbst verdienten Ferialjobgeld , mein erstes Schlagzeug gekauft hatte und zwei Tage später meine erste Band, eine Swing Big Band namens „Farrago“ gegründet hatte, die sich in kurzer Zeit unter vielen Swing Tanzwütigen in Österreich bis nach Deutschland grosser Beliebtheit erfreute, und mich bei dem selben Musikschuldirektor, der damals zu allem Überfluss auch mein Musikprofessor im Gymnasium gewesen war, mit der Bitte gewandt hatte, uns zu einem Proberaum zu verhelfen, hatte er sich nicht nur dieser Bitte verweigert, sondern sich tatsächlich bemüssigt gefühlt, mir, quasi als Belohnung für meine Sturheit, doch noch mit dem Schlagzeug Spiel zu beginnen, eine 4 in Musik zu verpassen. Zum Proberaum im Gymnasium in der Form des dortigen Musikzimmers, also dem eigentlichen Hoheitsgebiet meines Musikprofessors, verhalf uns damals übrigens allen Gegenmassnahmen zum Trotz ein wunderbarer Mathe Professor und ein „offen-herziger“ Schuldirektor.

die kleine „Big Band Farrago“

Als ich mit 18 gesagt habe, ich werde jetzt alles dran setzten, an der Musikuniversität Graz Schlagzeug zu studieren und die Aufnahmsprüfung zu schaffen, nachdem ich eigentlich schon auf der Piste zu einem Medizinstudium war, prallte mir nicht nur blankes Unverständnis und Entsetzen entgegen sondern auch Prognosen, wie „was glaubst Du denn, wie viele unglaublich tolle Schlagzeuger es bereits gibt ? das schaffst Du nie!“ – übrigens unter anderem auch aus dem Munde des oben bereits hinreichend erwähnten Musikschuldirektors und Professors, der mich allerdings, und das muss ich in aller Fairness sagen, viele Jahrzehnte später Backstage besuchte. Einige Monate bevor er schliesslich nach langer, schwerer Krankheit verstarb, von mir vorerst vollkommen unerkannt, um mir zu sagen, wie grossartig und toll er es fand, wie ich meinen musikalischen Weg gehe und drückte mir ein grosses, verschlossenes Kuvert in die Hand, welches ich erst Stunden später in meinem Hotelzimmer öffnete. Darin waren Fotos von mir als Fagottist im damaligen, von ihm geleiteten Jugendorchester und erst da dämmerte mir, wer mich da heim – gesucht hatte. Eine sehr schöne, zutiefst berührende Geste

Wolfgang Muthspiel Trio mit meinem Seelenbruder Peter Herbert, frisch in den USA. kurz vor dem Gewinn des Downbeat Wettbewerbs als Best Young National Jazz Act des Jahres der USA
Wolfgang Muthspiel Sextett im ECM Studio in Ludwigsburg bei den Aufhahmen zum Album „Black & Blue“ mit Larry Grenadier, George Garzone, Tom Harell, Don Alias und Wolfgang Muthspiel

Die Aufnahmsprüfung hatte ich als quasi Autodidakt nicht nur mit Bravour in Begleitung meines Vaters gemeistert, sondern war ungeachtet, allen Unkenrufern zum Trotz bereits während meines Studiums mit der Creme de la Creme der nationalen und internationalen Musikszene und als Lieblingsschlagzeuger amerikanischer Jazzstars, allen voran meinem Mentor, der Jazzlegende Woody Shaw“ auf allen europäischen Musikfestivals, Studios und Musikclubs zu gange.

mit Bobby McFerrin und Sheila Jourdan
auf einem meiner legendären „JUNK“ Workshops ua. mit dem Eminem und Alicia Keys Produzenten Mark Batson, dem NYC Gitarristen Teddy Kumpel und Bassisten Freddie Cash, dem Prince Posaunisten Gregg Boyer und dem jungen Uli Drechsler
mit George Clinton & Parliament Funkadelic, the Mothership and Godfathers of Funk

Nachdem man mich in meinen early 20ies mit einem heftigst geblähten Bauch, mit einem künstlichen Darmausgang auf 45 Kilogramm abgemagert und unter heftigsten Schmerzen, vollgepumpt mit den heftigsten Pharmabomben und Barbituraten mit der Diagnose „Morbus Crohn“ in einem Grazer Krankenhaus bereits in das Sterbezimmer geschoben hatte, konnte ich nur auf Initiative meines Vaters und meiner Mutter, die mich dort auf Revers allem ärztlichen Widerstand zum Trotz rausgeholt zu einer von 2 buchstäblich in letzter Minute lebensrettenden Darmoperationen durch eine Wiener Koryphäe auf diesem Gebiet begleiteten, bis zum heutigen Tag in diesem von mir so geliebten und reich beschenkten Leben verweilen.

emptyness – Leere

Nach einem jahrelangen von einem, so bewusst wie nur irgendwie möglich, in Angriff genommenen psychischen sowie spirituellen inneren Resets, also eines mir voll bewussten Vollumbaus meiner Psyche, und wie ich bis dorthin die Welt und mich in ihr sah, inklusive der vollen Akzeptanz dieses, meines Schicksals, bin ich inzwischen seit fast 30 Jahren ohne jede medikamentöse Begleitung vollkommen beschwerdefrei und erfreue mich im Kreise meiner Kinder und Enkelinnen sowie meiner Patchwork Familie tagtäglich dankbar und sehr bewusst meines wundervollen Lebens. Immer wieder treffe ich allerdings auf Mediziner oder medizinisches Personal, das da immer wieder zu meinen glaubt „Das gibt es nicht!“ Obwohl diese genetisch programmierte und psychosomatisch getriggerte Krankheit und ich als ihr Besitzer damit seit vielen Jahren Hand in Hand gemeinsam durch ein inzwischen sehr erfüllendes und wirklich gelungenes Leben surfen dürfen.

mit meinem „Bruder“ Jamaal

Abgesehen von der Tatsache, dass man mir attestierte „Das schaffst Du nie – was glaubst Du denn, wer Du bist?“ als ich mich Ende meiner 20ies mit 50 Dollar und einem Stipendium am Berklee College of Music in der Tasche in das Land meiner musikalischen Träume, in die USA und schliesslich in die damalige Metropole aller Möglichkeiten, der Stadt die niemals schläft, nach New York aufgemacht hatte, wo ich dann schliesslich 8 Jahre lang als Musiker, Musikproduzent und Dozent nicht nur leben sondern auch richtig gut und von meinen reichlich beschenkten unglaublichen Erlebnissen, gewonnenen Erkenntnissen, Bekannt- und Freundschaften überleben durfte, gehörte auch das „Scheitern“ immer wieder mindestens genau so wesentlich zu dieser meiner persönlichen Erfolgsgeschichte eines bis dato wirklich gut gelungenen Lebens.

eine meiner „Lebens Bands: „Pink Inc.“ mit Delmar Brown und Jamaaladeen Tacuma
mit einer weiteren meiner „Lebens Bands „Café Drechsler“ auf Tour in Süd Korea mit Uli Drechsler und Oliver Steger

Dazu gehören ein in den existentiell für mich und meine Familie extrem bedrohliches, in den Sand gesetztes, richtig gutes Kultur Projekt als kurzfristiger Luftschloss Mitbesitzer mit einem richtig „schlechten und unglücklich gewählten Partner“, gescheiterte Lebensbeziehungen, unter anderem mit den Müttern meiner geliebten Kinder, wo ich zumindest mit einer von beiden mich in einem besten Einvernehmen finden darf, unzählige nicht bekommene Plattenverträge und Auftritte bis zu in letzter Minute gecancelter Tourneen aber immer wieder mit der Basis eines kompromisslosen Verfolgens und dem Bemühen eines Verwirklichens meines Potentials und Träume.

mit einer Gruppe ehemaliger Drum Students im „Mushroom Studio“ mit dem Drum Kollegen und Sound Engineer David Piribauer
mit meinem Sohnemann Aljosha und den Kumpels seiner Band „Origami Punani“

Aber eben nicht nur meiner Träume, sondern auch als jahrelange, leidenschaftliche Hebamme und Geburtshelfer der Träume einer Reihe national und international bekannter, oft sehr erfolgreicher Künstlerinnen und Künstler, die ich auf ihren Wegen mit unzähligen Musikpreisen, goldenen Schallplatten, Chartplatzierungen , Verlags und Plattenverträgen und Filmrollen in ihren Taschen als Artist Developer, Berater und Manager begleiten durfte sowie selbst als erfolgreicher Bandleader, Label Betreiber, Konsulent von Bildungsprojekten und des ORF, als auch als aufrichtender, Mut machender Begleiter einer unglaublichen Vielzahl von hochtalentierten, erfolgreichen Musik-, Management-, Schlagzeug- und Lebensstudentinnen.

So oft stellen wir nur das Scheitern, die grosse Panik und Angst vor dem Fehler machen und kaum ein Gelingen in den Mittelpunkt. Füttern unsere Sorgen und Ängste mit Aufmerksamkeit und verharren ihretwegen dann oft lieber in unserer oft gar nicht so komfortablen Komfortzone. Aber was, wenn du nicht immer notgedrungen scheitern musst? Was, wenn du vieles von dem erreichen kannst, was du dir vorgenommen hast, Scheitern nur ein Fussabstreifer zur Verwirklichung Deiner Träume ist und vor allem: was Dein Leben „nur“ durch Dich zu manifestieren bereit ist und Dein Leben eigentlich von Dir will? Wenn Du den Mut hast, Deine Träume und das Dir inne wohnende Potential zu ent – decken, zu ent – wickeln und tatsächlich auf diese Welt zu bringen → Life begins at the end of your Comfort Zone…..

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist development music . consulting . production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.bartolomeybittmann.at www.facebook.com/alexander.a.deutsch

Ein Gedanke zu “#147 „Das wird nie was, Du bist nicht gut genug, das braucht kein Mensch, das schaffst Du nie“”

  1. Wenn ich mir das vorherige Bild mit Delmar Brown und Alexander ansehe und denke, er war acht Jahre in Amerika – kam auch zurück zwischendurch um noch einmal eine Operation in Wien v. Professor Funow. machen zu müssen man lebt mit seinem – Kind – dann das nächste Bild aus Korea – Cafe Drechsler Band – da liegt ein Brocken Zeit dazwischen,welche von seiten einer Mutter zu bewältigen war – – – – so ist das Leben – heute stehe ich selbst vor mir verwundert da – überlebt im wahrsten Sinne – dann sehe ich noch Enkel Aljosha mit seiner Band und seinen Vater Alexander – – – – – – – – – – MaOma – – – – –

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