Tanzende , schwitzende Menschen, Männlein, wie Weiblein, shakin‘ their booties, losing „it“,  also all das, was „sich gehört und geziemt und was in der nerdy Gesellschaft gerade noch akzeptabel zu sein scheint“, wer immer dies bestimmen mag. Smiling, screamin‘ von einem undefinierten aber doch extrem starken Glücksgefühl getragen, zum Beat wie eine fast synchron wogende , alles und jeden vereinnahmende Welle durch den Raum peitschend, von einer Wand auf die gegenüberliegende schwappend , zuckend, drehend, springend, schreiend, am Boden, in der Luft, mit den Händen ringend nach diesem Gefühl, nach diesem Rausch, wenn er uns endlich alle getroffen hat: der Groove.

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Das wollte ich sehen , erleben, spüren , von der Bühne aus, beim Musik machen und Groove brauen. Das war das klare Bild, welches mir durch mein gesamtes System schoss als ich mit sehr bekannten, grossartigen Jazzmusikern auf einer riesigen Bühne eines mindestens ebenso bekannten internationalen Jazzfestivals als Jüngster, als Benjamin in dieser Band mich mit den geschätzten Kollegen in einen anscheinend nur mehr für uns nachvollziehbaren Dialog verschlang und zugleich verlor. Ich kam mir irgendwie vor wie einer im Kreis und in ihrem Fachjargon diskutierenden Atomwissenschaftler im damals sehr beliebten ORF Fernsehformat namens „Club 2“. Kaum ein  Zuseher kapiert in Wahrheit auch nur irgendetwas. Man denkt sich nur noch: „Wow, keine Ahnung wovon die reden aber es muss ur interessant und extrem wissenschaftlich kompetent sein. Und genau solche lange, überfragte und zum Teil überforderte Gesichter starrten uns an, damals , mit Nickelbrillen, Glatzen,  Designer Anzügen und Kleidern und anderen intellektuellen Statusramsch bewaffnet, gelegentlich eine Jeans da und dort , zum Teil als Freaks schlecht verkleidete Bildungsbürger, intellektuelle Denkfaltenträger, und Gedankenwolkenjongleure sowie „Der Weisheit letzter Schluss“ – EigentümerInnen in den bereits leicht abgewetzten Plüschsesseln dieser ehrenwerten Venue – und ich fragte mich in genau diesem Moment: „Alex, what the fuck are you doing???“ und eine unendlich grosse Sehnsucht begann sich breit zu machen nach dem weiter oben beschriebenen Bild und Szenario mit schwitzenden , zuckenden, shakenden und glücklich tanzenden Körpern. Ich wollte dieses Bild von gerade eben nie mehr sehen, spüren, bedienen, füttern noch annehmen müssen. Es war schlicht und einfach vollkommen uninspirierend, zum Abwinken fad und auf eine gewisse Art verlogen und falsch.

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Was ist er aber nun, der Groove? Woran kann man ihn erkennen,? warum und wie spürt man ihn innerhalb von Sekundenbruchteilen an einem hoch- und bis in die letzten Winkel unserer physischen Existenz klettern wo er sich sofort grinsend breit macht und ohne Vorwarnung, aber auch ohne jede Schranke in unsere zuckenden Körper und Glieder fährt? Für mich hat es etwas mit regelmässiger, konstanter Unregelmässigkeit zu tun, mit Energie, mit dem Mut, klar und relativ „einfach“ anstatt kompliziert und bemüht intellektuell vertrackt sein zu müssen, eher dreckig als sauber, clean, eher unberechenbar heftig als analytisch feinziseliert und mathematisch berechnet. Es ist eben nicht von einem Metronom zerhackte Zeit – NEIN.

Er hat Gefühl, Persönlichkeit, Attitude, ist mutig, frech, rotzig, dreckig, funky, geil, mit einem konstanten Hang zu einer gewissen Schlampigkeit, Ungenauigkeit, und zugleich die Konsequenz, eine einmal in Bewegung gesetzte Meute nicht mehr aus seinem Bann loszulassen irgendeines schnöden zusammenkonstruierten  Statements oder eines ausgehirnten und tausendmal geübten musikalischen Handstandüberschlags wegen . Oder wie mein Freund Delmar Brown, einer der most funky und genialsten Tasten- und Groovezauberer, die je auf diesem Planeten musikalisch gewandelt sind, zu sagen pflegte: „If it aint broke, dont fix it“. Was nur soviel heisst wie: „Wenn Du sie und ihn (den Groove) mal hast, unter keinen Umständen mehr loslassen oder aus welchen Gründen immer wo anders hingehen.

 

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my cymbal case for decades of musical travel and adventure 😉

Wikipedia meint dazu Folgendes:

  • als musikalischer Fachterminus für eine für ein Musikstück typische Rhythmusfigur oder rhythmisch-metrisches Grundmodell oder -muster (beispielsweise der durchgezogene Rhythmus des Cha-Cha-Cha oder des Bolero wären so ein Groove). Man unterscheidet unter anderem verschiedene Taktarten und innerhalb dieser binäre und ternäre Grooves sowie die Verteilung der Betonungen. Swing ist beispielsweise charakterisiert durch den Viervierteltakt und das sich wiederholende Muster einer Viertelnote, einer Triolenviertel und einer Triolenachtel. Der Song „Take Five“ ist im Fünfvierteltakt und durch das markante Muster Triolenviertel, Viertel, Triolenachtel, Viertel, Viertel, Viertel und der Betonung auf 1 und 4 beinahe zu identifizieren.
  • Das schwingende Spiel und Zusammenspiel von Musikern im Microtimingbereich (siehe dazu Swing (Rhythmus)#Erzeugung und Wirkung). So klingt ein „laid back“-gespielter Viervierteltakt („laid back“ im Sinne von zurückgezogen, gebremst) anders, als wenn er gerade gespielt wird.[2] Vermutlich sind die Mittel zur Erzeugung eines Groove-Empfindens vom jeweiligen Musikstil abhängig: experimentelle Studien zeigen, dass beispielsweise Schlagzeug-Rhythmen dann das stärkste Bewegungsgefühl stimulieren, wenn das Pattern ohne mikrozeitliche Schwankungen (quantisiert) dargeboten wird.
  • Ein Mitreißenkönnen oder Animieren des Publikums zu einer Interaktion (Mitwippen im Rhythmus, Klatschen, Fingerschnippen, Tanzen)[1]
  • Das beim Zuhörer dann entstehende Gefühl, das durch Rhythmus, Spannung und Tempo des Musikstücks erzeugt wird (siehe Drive).
  • Auch die Euphorie, die sich bei Musikern einstellt, wenn das Zusammenspiel funktioniert[1] 

 

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our US Band „PINK INC.“ featuring Jamaaladeen Tacuma / Bass and Delmar Brown / Keys & Vocals back in the 90ies

 

In einem vor Kurzem in der österreichischen Zeitung „Der Standard“ erschienenen Artikel zum Thema Groove wird das Ganze eher wissenschaftlich durchleuchtet . So kommt man da zum Schluss, dass es nicht  die tiefen Frequenzen, also die Bässe und die Bassdrum sind, die unsere Ärsche ungefragt dazu bringen sich augenblicklich mit dem beat zu bewegen,.sondern ganz im Gegenteil: die höheren und hohen Frequenzen. Entscheidend sowie wesentlich sind auch Synkopierungen, also Verschiebungen, besser noch: Verschleppungen von bestimmten Akzenten. Hier ist der Link zum ganzen Artikel:

http://www.pressreader.com/austria/der-standard/20180214/281930248446024

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„CAFÉ DRECHSLER“ Album „And Now…..Boogie“ (Universal) Presentation im Cafe Drechsler am Naschmarkt feat Ulrich Drechsler & Oliver Steger

 

Für mich ist der Groove ein Himmelreich, eine Gnade, ein Geschenk, ein Blessing, ein Auftrag, eine Lebensgefühl und immer noch ein unglaublich energetisches Glücksgefühl Menschen und Räume gnadenlos in diese wunderbare, zauberhaft wogende Welle zu bringen und begleiten zu dürfen.

Zum Eingrooven noch ein paar Hinweise in eigener Sache:

Der nächste Konzerttermin mit unserer Band „Cafe Drechsler“ ist am 22. März im CCW, dem Culturzentrum Wolkenstein in Stainach im Ennstal, Luftlinie 5 Kilometer von meinem Geburtsort Irdning in der Obersteiermark mit „meinem“ Berg, dem Grimming.

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Anfang Juli, und zwar vom 9. – 15, Juli bereite ich einen DRUM/PERCUSSION & BANDWORKSHOP namens „The Spirit & Magic in Music“ in Buje/Istrien vor. Neben mir werden ein paar wunderbare, hochkarätige  Trommler und Percussionisten am Start sein, sowie ein paar hochkarätige Instrumentalisten, unter anderem der Clueso Gitarrist Christoph Bernewitz aus Berlin. Da kann man sich sowohl als EinzelkämpferIn und auch als Band anmelden bzw. teilnehmen. Mehr kann ich dazu gerade noch nicht verraten.

Vorher, und zwar am Wochenende von Freitag den 6.Juli bis Sonntag den 8.Juli darf ich in der GEA Akademie von Heini Staudinger im Waldviertel auch einen workshop  abhalten, und zwar zum Thema „music management – creative identity“ . How to develop / find / discover your creative identity, what is it and how can we effectively use it in management, marketing, promotion und performance. Für KünstlerInnen und Bands auf jedem Level und ohne Altersbeschränkung.

Und im September ( 8 – 16 ) wird es eben dort einen int. SONGWRITING WORKSHOP geben, und zwar mit dem unfassbar genialen Songwriting Team Ian Dench & Sharon Vaughn, beide bekannt durch ihre international erfolgreichen Kollaborationen mit heavy Kapazunden wie Beyoncé, Shakira, Florence & The Machine, James Blunt und vielen anderen sowie ein paar Top Songwritern aus DE, Österreich, Kroatien und Italien. Diese Termine könnt ihr euch schon mal im Kalender eintragen und reservieren. Die genauen Details dazu demnächst auf http://www.pimpmyband.live bzw. in meinem nächsten Blog – stay warm Babies, cheers, euer aX

https://www.coloursofistria.com/en/destinations/buje/gallery

https://de.wikipedia.org/wiki/Buje

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