#117 „Kultur ist keine Branche, Herr Kanzler“

….und Kulturschaffende sind keine „Künstler“. WIR ALLE sind „Kultur Schaffende“, auch Sie, Herr Kanzler, wir alle schaffen und bestimmen gemeinsam die Kultur in der wir leben

Alle Kultur ist Erweiterung unseres Bewusstseins.    Carl Gustav Jung

Kulturbegriff
Die UNESCO definiert Kultur als die
„Gesamtheit der unverwechselbaren
geistigen, materiellen, intellektuellen und
emotionalen Eigenschaften, die eine
Gesellschaft oder eine soziale Gruppe
kennzeichnen.“

„‚Kultur‘ ist ein vom Standpunkt des Menschen aus mit Sinn und Bedeutung bedachter endlicher Ausschnitt aus der sinnlosen Unendlichkeit des Weltgeschehens.“ Max Weber

Helmuth Plessner hält gar das deutsche Wort „Kultur“ für fast nicht übersetzbar. In seiner „empathischen“ Bedeutung sieht er eine religiöse Funktion: „Kultur, der deutsche Inbegriff für geistige Tätigkeit und ihren Ertrag im weltlichen Felde, ist ein schwer zu übersetzendes Wort. Es deckt sich nicht mit Zivilisation, mit Kultiviertheit und Bildung oder gar Arbeit. Alle diese Begriffe sind zu nüchtern oder zu flach, zu formal, bzw. ›westlich‹ oder an eine andere Sphäre gebunden. Ihnen fehlt das Schwere, die trächtige Fülle, das seelenhafte Pathos, das sich im deutschen Bewußtsein des 19. und 20. Jahrhunderts mit diesem Wort verbindet und seine oft empathische Verwendung verständlich macht.“

„Kultur“ bezeichnet ebenso die Gestaltung des Zusammenlebens zwischen Menschen. So hat der Mensch im Laufe der Evolution eine Kultur ausgebildet, indem er zum Beispiel die Jagd oder andere Formen der Nahrungsbeschaffung geplant und durchgeführt, Kleidung, Werkzeuge oder Schmuck hergestellt, Siedlungen gebaut und das gemeinschaftliche Leben organisiert hat. Auch Rituale und Glaubensweisen sowie Verständigungsformen zählen zur Kultur des Menschen. Die gesamte Kultur einer Gemeinschaft umfasst also die Regeln des Zusammenlebens, Sprache und Schrift, Religion, Bräuche, Sitten und alle Formen der Kunst – eben all jene Dinge, die von den Menschen geschaffen, gestaltet und geformt wurden. Im engeren Sinne fasst man vor allem künstlerische Ausdrucksformen unter dem Begriff „Kultur“ zusammen. Spricht man zum Beispiel vom „kulturellen Angebot“, bezieht man das häufig auf die Bereiche Kunst, Literatur, Theater, Musik oder Film.#

Kultur ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.
Geert Hofstede, 1991


Kultur ist die Weise, in welcher Menschen sich verständigen, ihre Kenntnisse über die Einstellungen zum Leben weitergeben und entwickeln. Kultur ist das Muster der Sinngebung, in dessen Rahmen Menschen ihre Erfahrungen deuten und ihr Handeln lenken.
Clifford Geertz, 1973

Kultur ist ein universelles Phänomen. Alle Menschen leben in einer spezifischen Kultur und entwickeln sie weiter. Kultur strukturiert ein für die Bevölkerung spezifisches Handlungsfeld, das von geschaffenen und genutzten Objekten bis hin zu Institutionen, Ideen und Werten reicht. Kultur manifestiert sich immer in einem für eine Nation, Gesellschaft, Organisation oder Gruppe typischen Orientierungssystem.
Alexander Thomas, 1996

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. Johann Wolfgang von Goethe

Daß die großen Momente eine Kette bilden, daß sie als Höhenzug die Menschheit durch Jahrtausende hin verbinden, daß für mich das Größte einer vergangenen Zeit auch groß ist und daß der ahnende Glaube der Ruhmbegierde sich erfülle, das ist der Grundgedanke der Kultur.

Kultur ist vor allem Einheit des künstlerischen Stiles in allen Lebensäußerungen eines Volkes.

beide Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), Friedrich Wilhelm Nietzsche, deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

In Zeiten, in denen jede Nation immer weniger Kultur für ihren eigenen Bedarf zur Verfügung hat, machen alle Nationen wütende Anstrengungen, um ihre Kultur zu exportieren, um einander ihre Leistungen im Bereiche der Kunst aufzudrängen. George Eliot

Kultur war immer etwas, das nur wenige Leute verstanden. Vivienne Isabel Westwood

„Wo die Kultur stirbt, beginnt die Barbarei“ Das Zitat von Henrich Böll ist stark und plakativ, deshalb wird der Satz auch gern und oft zitiert – von Politikern ebenso wie von Künstlerinnen und Künstlern. Aber er bedarf der Interpretation, denn er stimmt ebenso, wenn statt der Kultur etwas anderes stirbt: etwa Freiheit, Toleranz oder Liebe. 

Von den Kulturen zählt nur eine:
das Sich Bemühen
Mensch zu sein

© Hans-Christoph Neuert (1958 – 2011), deutscher Aphoristiker und Lyriker

Die Kultur: Gras, das immer wieder niedergetreten wird und sich wieder aufrichtet.

Robert Musil (1880 – 1942), seit 1918 auch Robert Edler von Musil, österreichischer Novellist, Dramatiker und Aphoristiker

ohne Schliff sind wir wie Steine
wir funkeln nicht
wenn Licht darauf fällt

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Kultur ist schon lange nur noch der Versuch, den Niedergang der Kultur aufzuhalten.

© Markus M. Ronner (*1938), Schweizer Theologe, Autor und Aphoristiker

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.Karl Kraus (1874 – 1936) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Veröffentlicht von

pimpmyband11

Alexander A. Deutsch UMAN United Music Angels Network moerdermusic productions & international artist & project development music . consulting . uncoaching, production . lectures . kick ass drums https://pimpmyband.live www.cafedrechslerband.com www.facebook.com/alexander.a.deutsch https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch we are the seeds of awakening in a sleeping world So, Don't Sleep!!!

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