#114 „Unsere Art zu wirtschaften hat keine Zukunft – beschäftigt sich eigentlich irgend jemand mit den so dringend nötigen Alternativen?“

Wir verbrauchen zu viele Resourcen, vernichten zu viele Lebensmittel, blasen zuviel CO2 in die Luft. Doch obwohl wir das wissen, verändern wir unsere Wirtschaftsweise nicht fundamental. Woran liegt das? Sind Ökonomie ( Der Begriff Ökonomie bezeichnet grundsätzlich die Wirtschaft eines Ladens, also: eines Geschäftes) und Ökologie ( die Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt) ein grundsätzlicher Widerspruch? oder gibt es Anlass zur Hoffnung?

Also wenn ich mir den österreichischen Kanzler so anhöre, will der auf jeden Fall mit uns allen nichts lieber als wieder „zurück in die wundervolle Normalität“, so schnell es irgendwie geht, koste es was es wolle. Was soviel heisst, wie, dass wir uns von Seiten der Kanzlerpartei und türkisen Truppe keine innovativen Ideen oder Bemühungen, unsere Art des Wirtschaftens auf neue, gesündere und nachhaltigere Beine zu stellen. Da will man anscheinend so bald wie möglich wieder weiter wurschteln und wirtschaften wie bisher, als sei nie irgendetwas gewesen.

Nicht nur Umweltaktivisten, sondern auch renommierte Ökonomen fordern, dass unsere Gesellschaften ihr Wirtschaftssystem grundlegend hinterfragen müssen. Sind sie dem Dogma ewigen Wachstums für immer ausgeliefert, fragt Richard David Precht seinen Gast Prof. Maja Göpel, die Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen. Ist das Bruttoinlandsprodukt tatsächlich ein sinnvoller Indikator dafür, wie glücklich und zufrieden wir leben, fragt Precht. Oder können wir nachhaltig, Ressourcen-schonend und trotzdem erfolgreich wirtschaften? Vor allem: Wie viele Opfer sind die Menschen bereit zu bringen, wenn es um den gewohnten Konsum, den Lifestyle und die Mobilität geht? Precht und Göpel diskutieren die Frage, ob man sich dabei auf die Einsicht des einzelnen Bürgers verlassen könne oder ob am Ende doch nur Verbote helfen, wie es etwa beim Rauchverbot erfolgreich funktioniert hat.

Maja Göpel meint, dass man um Verbote im Sinne einer wirtschaftlichen Nachhaltigkeit möglicherweise nicht herumkommen werde. Doch sie hofft auch auf den Synergieeffekt all jener kleinen Projekte, die schon heute beweisen, wie man in Einklang mit der Natur wirtschaften könne. Precht hält dagegen, dass uns die Zeit davonlaufe. Genügt es, so fragt er, angesichts der Dringlichkeit die Gewohnheiten der Menschen geduldig verändern zu wollen, oder braucht man einen einschneidenden Ausweg aus dem Systemzwang?

Und welche der vielen angedachten Strategien hätten das Potenzial, das Dilemma zwischen immer mehr Verbrauch und Konsum auf der einen und der Ausbeutung und Zerstörung unserer Erde auf der anderen Seite aufzulösen? Was sowohl Göpel als auch Precht Hoffnung macht, ist ein Beispiel aus der Geschichte. Schon einmal gelang es erfolgreich, ein aus den Fugen geratenes Wirtschaftssystem entscheidend umzubauen, als der ausbeuterische Manchesterkapitalismus des 19. Jahrhunderts in die Soziale Marktwirtschaft des 20. Jahrhunderts transformiert wurde. Wird es also auch diesmal gelingen?

Prof. Göpel plädiert dafür, eine neue Rechnung aufzumachen und mit einer grundlegend veränderten Steuerpolitik Anreize zur Klimaneutralität zu schaffen. Sie fordert, dass unsere Gesellschaft und Wirtschaft bis 2035 klimaneutral sein müsse. Zur Erreichung dieses Ziels tauge das traditionelle Wachstums-Dogma unserer Marktwirtschaft allerdings nicht mehr.

https://ngp.zdf.de/miniplayer/embed/?mediaID=%2Fzdf%2Fgesellschaft%2Fprecht%2Fprecht-210

Der Autor des Buches „Der Stoff aus dem wir sind“, Fabian Scheidler über die Corona-Pandemie als Teil einer umfassenderen Krise, die Rolle unseres Wirtschaftssystems und falsche Heilslehren INTERVIEW, TELEPOLIS, DI 2021.04 13  https://www.heise.de/tp/features/Manche-suchen-Zuflucht-in-vereinfachten-Weltbildern-6012107.html?fbclid=IwAR3pKQhWgIvJMh_DX8H1ONfOpgsWdXuqXMUa3bmEsnGDgUuP1WV9c3_xdEM

#113 „We are the virus“

Nachdem ich gestern zusammen mit meiner Liebsten eine extrem Augen- , Herz- und Seelen öffnende Diskussion mit den Wissenschaftlern David Suzuki und Adana Shiva beim indigenen „Indian Summer Festival“ in Kanada mitverfolgen und verinnerlichen durfte, sind mir (uns) ein paar weitere, wesentliche Schuppen von meinen (unseren) geblendeten Augen, meinem (unserem) trauernden, teilweise in Anbetracht der Tatsachen, wie Mensch heute mit sich und seiner Mutter Erde und der Natur, deren Teil und eben nicht Herrscher er ist, umgeht oder glaubt umgehen zu müssen und zu dürfen, wirklich langsam aber sicher verzweifelten Herzen und meiner (unseren) zutiefst wissenden Seele(n) gefallen. Aufwachen! und Handeln! Nicht bloss demonstrieren und Meinungen verteidigen, Handeln, Gutes und Konstruktives Schaffen und Tun um eine gesunde Veränderung zu bewirken sind das absolut erste und mit Sicherheit letzte Gebot dieser extrem herausfordernden Zeiten in denen wir leben müssen und dürfen, das Gebot des Tages, das Gebot der Stunde, das einzig überlebens wichtigste Gebot JETZT!

JETZT!

In meinem letzten Blog #112 https://pimpmyband.live/2021/04/08/112-die-4-verbundenheiten-und-die-grose-trennung-aus-dem-buch-der-stoff-aus-dem-wir-sind-von-fabian-scheidler/ habe ich zum wiederholten male auf die beste und meines Erachtens, eine der wesentlichsten Buch Neuerscheinungen, „Der Stoff aus dem wir sind“ von Fabian Scheidler, Verlag Piper, hingewiesen, in dem alles geballt, bestens recherchiert und am Punkt wissenschaftlich untermauert dargelegt wird und nachzulesen ist, was genau das Thema dieser Diskussion und dieses Gespräches gestern war und ist, welches ich euch nicht vorenthalten möchte: Entweder checken wir es jetzt oder eben leider, da hilft dann auch kein Zetern und Jammern, „nie mehr“. Entweder sind wir bereit, den „wahren“ Wissenschaften zu folgen und ganz konkrete Schritte davon abzuleiten, mit einem konkreten, jährlich abzuarbeitenden Handlungsplan zur Rettung der Natur- und unserer Menschenwürde, und eben nicht aus Perspektiven bis ins Jahre Schnee, irgendwann – 2050 und beyond, wo dann alle heute Lebenden, für das derzeitige Schlamassel und Desaster Mitverantwortlichen, Bosse, Bonzen, Superreichen, Aktiengesellschaften, Shareholders und ihre politischen Schosshündchen und Handlanger schon lange unter der Erde oder in ihrem neuen Leben und Reinkarnation als Ameise gelandet sind, sofern es sie dann überhaupt noch gibt – die Erde und die Ameisen meine ich – oder eben nicht.

Wir bekämpfen seit über einem Jahr mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln , sämtlichen medialen zur Verfügung stehenden Kanonen, Kanälen, Sprachrohren und Geschützen, allen zur Verfügung stehenden Strategien, Lügen und Halbwahrheiten, unter einem bis dato noch nie da gewesenen , wissenschaftlichen Schulterschluss auf der Suche nach einer adequaten, wirksamen Impfung mittels grösstmöglicher, globaler Angstverbreitung und Panik ein durch unseren Reisewahn und die Globalisierung inzwischen internationales und globales, winziges Virus, wie es zu Tausenden und in tausendfachen Varianten und Mutationen in jedem unserer Körper „als hosts“, seit es uns Menschen gibt, zu Hause ist.

Ohne diese unzähligen, permanent mutierenden Viren in uns könnten wir und unser Organismus in Wahrheit gar nicht überleben, alle Viren ohne uns aber sehr wohl. Wir, ohne die Natur mit Sicherheit innerhalb kürzester Zeit sicher nicht, die Erde ohne uns, wie Billionen Jahre zuvor, mit Sicherheit sehr wohl.

die glücklichere Erde ohne uns

Wir bekämpfen mit allen Mitteln, koste es was es wolle, global, weltweit, einen angeblichen, scheinbaren grössten „Feind“ , den wir seit Menschengedenken eben in vielfachen Varianten und Mutationen mit unzähligen andern seiner Art beherbergen und der uns mit „am Leben“ erhält und „im Leben“ hält, ohne uns bewusst zu sein, dass Wir Selbst, unsere seit einiger Zeit vollkommen verrückte und von einigen sehr bewusst und vorsätzlich fehlgeleitete und verirrte, technokratische Gesellschaft und Gemeinschaft, unsere weitaus grösseren, tatsächlichen und wahren Feinde sind, als man uns das derzeit bewusst zu machen in der Lage ist oder sein will.

…..mit allen Mitteln

„Wir sind das wahre Virus“, welches uns plagt, welches die Grundlage unser aller Leben, DIE NATUR, zerstört und unser Lebensstil, der eine globale Verbreitung eines Viruses, der in der Natur alleine gut möglich kaum Schaden anrichten würde, überhaupt erst möglich macht, der unser Leben in Schach hält , unsere Lebensbasis und Natur wider besseren Wissens weiterhin ausbeutet und mutwillig, vorsätzlich und aus reiner Profitgier immer mehr und immer schneller zerstört und uns scheinbar in unseren schier unüberwindbaren alten Handlungs- und Denkmustern sowie Glaubenssätzen und erzählten , aber vermutlich so schon lange nicht mehr gültigen Geschichten gefangen und fest im Griff einer ebenso scheinbaren Ohnmacht hält., einzig und allein, weil die angeblich Mächtigen sich inzwischen an der Spitze des Turmbaus zu Babel als die wahren Herren und Herrscher dieser Mutter Erde zu wähnen glauben und sich ihrer Macht so sicher sowie unserer Ohnmacht so gewiss sind.

Lebensbasis

Wir Menschen sind das Virus, und zwar das tödlichste, brutalste, gnadenloseste, gierigste, unersättlichste, unberechenbarste und am weitesten verbreitete, das uns alle und unsere Mutter Erde plagt, das unser Weiterleben auf diesem Planeten und auf dieser Erde mit Abstand am meisten so gut wie ausschliesslich und vor allem anderen bedroht, gefährdet und über kurz oder lang umbringen und auslöschen wird: Ignoranz. Aggression. Spaltung. Krieg. Wir zerstören was wir nicht verstehen , aber in einer unfassbaren Arroganz und Überheblichkeit glauben beherrschen zu können und zu müssen. Wir geben uns permanent, zumeist online oder auf der permanenten Jagd nach dem nächst „Besseren“, allen zur Verfügung gestellten Ablenkungen und Zerstörungen jedweder gesunder Langeweile, Stille und Ruhe immer lieber und immer öfter und immer konsequenter hin, weil der Blick in das Auge unserer aktuellen Realität einem ja inzwischen wirklich den letzten Funken eines intakten Verstandes zu rauben imstande ist. Also flüchten wir, so gründlich, so schnell und so bewusstlos wie möglich, in eine virtuelle Welt, weil wir die Natur, die Basis unseres DA Seins und damit uns selbst als ein mit ihr eng und ständig verwobenes Netzwerk an energetischen Beziehungen immer schneller, rasanter und radikaler zu zerstören im Begriffe sind.

wir zerstören was wir nicht verstehen

Auch eine künstliche Intelligenz wird uns mit Sicherheit nicht zu retten wissen, wenn wir jetzt einfach zu blöd, zu stur, zu überheblich sind, tatsächlich zu glauben , wir könnten mit ihr eine bessere Welt mit fake Nahrung, fake Behausungen, fake Gras, fake Gemüse, fake Haaren, fake Natur, fake Klamotten, fake Burgers, fake bodies, fake Lippen, fake Ärschen, fake Konzerten, fake Kunst, bullshit jobs und fake Menschen schaffen, wie es uns der Herr in Wahrheit so nie gelehrt hat. Der Spruch: und macht euch die Erde Untertan, ist ein Spruch voller Missverständnisse, eines alles und jeden zerstörenden Teufels. Der Wunsch des Universums, der Natur oder Gottes oder Allahs oder Buddhas oder wen immer ihr glaubt, dafür bemühen zu müssen, hingegen heisst vielmehr: macht euch in Demut und Dankbarkeit gegenüber der Natur bewusst, ein integrierter Teil dieser Natur und dieser Mutter Erde zu sein, und masst euch nicht an, euch zu Herrschern zu erheben von etwas, was weder beherrscht werden will, noch beherrscht werden kann. Im Verständnis und der Erkenntnis, dass die Natur weder unser Feind, noch unser Eigentum, weder reproduzier- noch ersetzbar ist, sondern wir untrennbarer Teil von ihr sind, sein dürfen und immer sein werden, solange es sie noch gibt: die Natur. Wenn es diese nicht mehr gibt, gibt es uns schon lange nicht mehr.

Demut und Dankbarkeit

Wir brauchen dringen Er – Mächtiger, und keine Super Mächtigen im Herrscher Wahn, Mut Macher anstatt Macher und karrieregeile Top Checker Bunnies, kreative Ermöglicher anstatt zerstörerische Verhinderer und Angst Macher Machos, kleine, gesunde biosphärische Strukturen sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Gemeinschaft, Gesellschaft und den Kommunen, Ruhe und Stille anstatt einem permanent getrieben werden durch einen immer rasanteren, grossteils künstlich erzeugten, sehr berechnenden Wettbewerb, in dem es anscheinend nur darum geht, dass man uns möglichst schneller in der Essenz unseres Mensch Seins zerstört, kontrolliert und unserer Würde beraubt bevor wir eine Chance haben, gerade noch rechtzeitig aus diesem Albtraum in eine lebenswerte Welt und Natur zurück erwachen und erwachsen zu können, ein Bewusstsein für unser dicht verwobenes energetisches Netz unter- und miteinander, aller miteinander lebenden Lebewesen, mit der Natur und dem gesamten Universum zu verinnerlichen und zu akzeptieren, anstatt zerstörerischer, von reiner Profitgier getriebener, gigantischer Industrien jeder Art, übermächtiger und alles kontrollieren wollender Konzerne und schamloser Profithaie und Aktienspekulanten, eine Rückbesinnung zur Essenz dessen, was Mensch einst und erst wunderbar, einzigartig und menschlich macht, ein ganzheitliches Wesen mit nach wie vor grossteils unerforschtem Hirn, Herz, Seele, Bewusstsein und enormen Selbstheilungskräften ausgestattet als uns stattdessen auf breiten, mehrspurigen, digitalen Autobahnen in eine permanente Ablenkung, eine zerstörerische, alles irdische Leben und unser energetisches Netzwerk, die Natur und unsere Lebensbasis vernichtende schrille, laute, virtuelle und flache Lüge hineintreiben zu lassen.

Ermächtiger und Mut Macher

Warten, warten darauf, dass schon noch irgendjemand oder irgendetwas kommen wird, was unseren ignoranten und vollkommen verirrten, verwirrten und irren Arsch , der bereits auf der weit überhitzen Herdplatte der Klimakrise vor sich hin brennt und hin bruzzelt, retten wird, ist tausend Prozentig vertane Zeit. Da muss ich uns alle bitter enttäuschen und ich kann jedem einzelnen von uns garantieren, dass dem nicht so ist und nie so sein wird. WIR SIND DIE, AUF DIE WIR WARTEN UND DIE DAS JETZT VERDAMMT NOCH MAL AUF DIE REIHE KRIEGEN UND IN EINE NEUE, MENSCHEN- UND LEBENSWÜRDIGE ORDNUNG BRINGEN MÜSSEN, NACH UNS IST DA NIEMAND UND WIRD DA KEINE UND KEINER MEHR SEIN. Mit den Scheuklappen, den Kopfhörern und earplugs auf den Ohren, mit unseren Köpfen tief im Sand und permanent in unsere Handies vertieft auf etwas zu Hoffen und an etwas zu glauben und sich an ein nicht existierendes Wunder zu klammern, wo wir doch inzwischen wirklich alle Wissen, und zwar erst nicht seit gestern, was uns droht, was uns bevorsteht und dass es für uns Menschen auf diesem Planeten 5 nach und nicht vor 12 ist, ist schlicht und einfach ver – rückt, krank, ignorant, selbstmörderisch, strutz dumm und auf der ganzen Linie und in jeder Hinsicht lebensbedrohlich und realtitätsverweigernd.

wir sind die auf die wir warten

JETZT müssen wir uns das Mensch sein wieder mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zurückerobern, nicht dann und nicht Morgen, JETZT, und uns nicht mehr tagaus tagein zu Konsumenten degradieren und in Kaufräusche und sinnlose, burn out und Herzinfarkt garantierende Wettbewerbe hinein manipulieren lassen. Mit der Kohle für das Mountainbike im Fahrradshop habe ich mit Sicherheit nicht das Recht mitgekauft und erworben, dass ich, wie es mir gefällt kreuz und quer durch die Wälder und die Natur rasen darf. Wer fragt die Pflanzen, Bäume und Tiere des Waldes ob Ihnen das recht ist, gut tut oder passt? Niemand, darauf wird selbstverständlich geschissen. Es wird auch darauf geschissen, wie ich als Wanderer und Fussgänger das finde, weil wir glauben, alles konsumieren zu dürfen und zu müssen. Egal ob es Berge, Seen, das Meer, Felder, Wiesen, Almen, Wege, Strassen, Wein- und Obstgärten, Beziehungen, Liebe, Menschen, Nahrungsmittel, besser: Lebensmittel sind, von denen wir tagtäglich Tonnen davon in den Müll schmeissen.

wenn wir es nicht einmal mehr schaffen unseren Dreck und Mist zu entsorgen…..

Die Natur ist, wie vieles andere auch, nicht hier und dazu da, konsumiert zu werden, sondern beschützt, mit Demut und in Dankbarkeit geachtet und in Frieden und der ihr charakteristischen Ruhe und Stille gelassen, und in genau solcher Ruhe und Stille genossen werden zu dürfen. Sie ist kein Supermarkt, wo sich jede und jeder jederzeit nimmt, was er oder sie will oder glaubt zu brauchen, wo am nächsten Morgen oder mitten in der Nacht täglich unzählige fette Lastwägen und Sattelschlepper aus einem nicht vorhandenen Paradies und Schlaraffenland wie bei allen Supermarktketten mit Tonnenweise, grossteils unnötigem Ramsch und Nachschub für die sich täglich leerenden Regale geliefert wird, NEIN, das ist schlicht und einfach NICHT. Wenn wir es nicht einmal mehr schaffen, die giftigen, stinkenden und nicht verrotten wollenden Berge Mist und Dreck , den wir selbst verursachen, wieder ordnungsgemäss und verantwortungsvoll zu entsorgen, vom tatsächlichen und auch dem geistigen und spirituellen Müll, Dreck und Mist der vergangenen Generationen ganz zu schweigen, dann haben wir es ohnedies schon voll verbockt. Da kommt nach uns niemand mehr, der sich darum sorgt oder den ganzen, grossteils unnötigen Dreck entsorgt.

nach uns kommt niemand mehr

Wir sind das Virus, dessen kollektive und kranke Diktatur des Verstandes wir, besonders die Jungen, die im Unterschied zu uns wissen werden, wie man mit Katastrophen umzugehen haben wird, mit einer guten Portion Herz aus unserem Leib, unserer Seele und unserem Leben und den Plänen der superreichen und Mächtigen auf nimmer Wiedersehen zum Teufel jagen müssen, JETZT! bevor man uns mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz endgültig entwürdigt, bevormundet, vollkommen kontrolliert und unser Mensch sein damit ein für allemal zerstört und unmöglich gemacht haben wird, alles zugunsten von Macht und unersättlicher, amoralischer und egoistischer Profitgier einiger weniger, von Bezos bis Gates, die 2050 oder 70 schon lange das Zeitliche gesegnet haben werden, aber unsere Kinder, Enkel und die nächsten Generationen skrupel- und verantwortungslos mit den Folgen ihrer Gier und Profitsucht alleine und sich selbst zurückgelassen haben werden.

Profitgier, die Summe aller Erlöse aller Schnäppchen, auf Kosten der Menschheit über den Um- und Irr Weg zum Konsumenten

THERE IS NO MORE B2B OR B2C: IT’S HUMAN TO HUMAN – H2H

H2H – Sandra & AleX

#112 „Die 4 Verbundenheiten und die Große Trennung“ aus dem Buch „Der Stoff aus dem wir sind“ von Fabian Scheidler

Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen

Menschen können, wie alles, was lebt, niemals isoliert existieren. Wenn sie glauben, dass Sie unabhängig von ihrer Umgebung sind, halten Sie einfach Ihre Nase zu und schließen den Mund. Vielleicht halten sie ein oder zwei Minuten durch; wenn Sie trainiert sind, auch vier oder fünf. aber spätestens dann wird der Schmerz in Ihrer Lunge Sie zwingen, die Luft entweichen zu lassen und ein Stück der Außenwelt in sich hineinzusaugen. Alle Lebewesen, auch Pflanzen, Pilze und Bakterien atmen. Dabei geben sie ein Stück von sich an die Welt ab und nehmen etwas anderes aus ihr auf. Der Kohlenstoff, der bei meiner Ausatmung entweicht, war vielleicht kurz zuvor noch in meinem Muskel- oder Hirngewebe. Möglicherweise war er sogar an einem interessanten Gedanken oder oder einem intensiven Gefühl beteiligt. Kurz darauf fliegt er durch die Luft, um schliesslich von einem Baum eingeatmet und in seinen Wachstumsprozess integriert zu werden. In Form eines Apfels, den dieser Baum produziert, kann dieser Kohlenstoff später zu mir zurückkehren und zu neuer Energie, zu Bewegungen, Gedanken und Gefühlen verbrannt werden.

Die gesamte Biosphäre ist ein grosses atmendes Wesen. Wenn auf der Nordhalbkugel im Herbst die Blätter fallen und viele Pflanzen die Photosynthese einstellen, atmet die halbe Erde aus, während auf der Südhalbkugel die jungen Triebe ergrünen und den Kohlenstoff as der Luft binden. Da es auf der Nordhalbkugel allerdings wesentlich mehr Land und Landvegetation gibt, entspricht der nördliche Herbst und Winter tatsächlich einer globalen Ausatmung, bei der die CO2- Werte steigen, während sie im Frühjahr und im Sommer sinken. (Daraus ergibt sich die charakteristische Zickzacklinie der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre – die durch die Verbrennung fossiler Energieträger bekanntlich immer schneller nach oben verrutscht.)

Dieser Zyklus der globalen Atmung beruht auf unzähligen, fein austarierten und ineinander greifenden Gleichgewichten. Damit Menschen und andere Wesen leben können, muss die Luft der Atmosphäre zum Beispiel eine ganz besondere Mischung von Gasen enthalten. Kohlendioxid etwa ist in zu grossen Mengen nicht allen als Treibhausgas für die Biosphäre gefährlich, sondern auch unmittelbar für die Körperfunktionen von Menschen und Tieren. Bereis bei einer Konzentration von einem Promille CO2 ( 1000 ppm ) in der Atmosphäre setzen schon nach Stunden erste Störungen körperlicher und geistiger Funktionen ein. Bei 1400 ppm sinken die kognitiven Fähigkeiten bereits um die Hälfte. Ab 2000 ppm kommt es mittelfristig zu Demineralisierungen des Knochens, Nierenverkalkung und Schädigungen von Blutgefässen. Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Konzentration bei gut 410 ppm – gegenüber 280 vor der Industrialisierung. Werte von über 1000 ppm werden schon heute oft in Innenstädten, geschlossenen Räumen – etwa Klassenzimmern – und klimatisierten Bereichen wie Büros, Zügen und Flugzeugen erreicht.

Das Beispiel zeigt, wie fein unsere natürliche Umgebung und unser Körper aufeinander abgestimmt sind. Die Idee, dass der M;ensch ausserhalb der Natur stehe und souverän über se verfügen könne, erweist sich schon hier als Phantasma. Wir sind Teil eines über Jahrmillionen und Jahrmilliarden entstandenen hochkomplexen Netzwerks von Kreislaufprozessen. Schon geringe Störungen darin können für uns gravierende Konsequenzen haben. Was geschehen wird, wenn wir in diese Kreisläufe eingreifen, lässt sich meist nicht vorhersehen. Dass schon bei zwei Promille Kohlendioxid in der Luft Körpergewebe zerfallen, war zum Beispiel für die Forschung eine große Überraschung. Bei ganzen Ökosystemen und der Biosphäre nehmen die unerwarteten „Nebenwirkungen“ noch einmal erheblich zu. Das liegt nicht nur an einem Mangel an Wissen, sondern auch daran, dass Lebensprozesse grundsätzlich nichtlinearer und nichtdeterministischer Art sind und sich damit der Vorhersagbarkeit entziehen. In den meisten Fällen sind die Überraschungen ausserdem unangenehmer Natur, denn das Angenehme, dem Menschen Zuträgliche, besteht gerade darin, dass die uns begegnende Welt mehr oder weniger so bleibt, wie sie war, als unsere Ahnen sich zum Homo sapiens entwickelt haben. Auf diese Art von Welt sind wir körperlich, geistig und seelisch vorbereitet, diese Art von Welt brauchen wir, um zu gedeihen und keinen Schaden zu nehmen.

Biosphärischer und gesellschaftlicher Stoffwechsel

Indem wir atmen, essen, trinken und ausscheiden, wechseln wir die Stoffe, aus denen wir bestehen, permanent aus. Innerhalb eines Jahres werden 98 Prozent aller Atome in unserem Körper ausgetauscht. Wenn wir die Vorgänge quantenphysikalisch betrachten, zeigen sich die scheinbar soliden und statischen Atome darüber hinaus als eine ununterbrochene Fluktuation von energetischen Beziehungen, die alles mit allem verbinden. Wir sind keine abgeschlossenen Objekte und auch keine souveränen Herrscher über eine außer uns stehende Natur, sondern Austauschwesen, Durchgangsorte, Transformatoren. Der Stoff, aus dem wir sind, ist nicht nur mysteriöser und weit weniger materiell, als wir glauben, sondern auch permanent im Fluss……

…..Unsere Lebensenergie ist also Teil einer Kette von Umwandlungen, die bei der Sonne beginnt. Durch unsere Ausscheidungen geben wir auch Stoffe zurück, die wiederum für Pflanzen und einige Tiere nützlich sind. Allerdings handelt es sich nicht um einen geschlossenen Kreislauf oder gar um ein Perpetuum mobile, denn der irdische Kreislauf des Lebens kann nur aufrechterhalten bleiben, indem sie Sonne sich verausgabt und uns eine Energie spendet, die ihr die Erde niemals zurückgeben kann.

Angesichts dieser Verwandlungszyklen erweist sich die Vorstellung von isolierten Individuen die abgetrennt von einer äußeren „Natur“ existieren, als absurd. Würden Pflanzen und Tiere ihre Aktivität einstellen, wären wir in relativ kurzer Zeit alle tot – auch wenn wir über noch soviel Technologie, Erdöl oder Geld verfügen.

Neben dem grossen solar-biosphärischen Stoffwechsel sind wir auch stets eingebunden in gesellschaftliche Austauschprozesse, die ein Subsystem der Biosphäre bilden. In seinem Essay Why Socialism schrieb Albert Einstein 1949: Der einzelne allein ist in der Lage, zu denken, zu fühlen, zu kämpfen, selbstständig zu arbeiten; aber er ist in seiner physischen, intellektuellen und emotionalen Existenz derart abhängig von der Gesellschaft, dass es unmöglich ist, ihn ausserhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu sehen und zu verstehen. Es ist die „Gesellschaft“, die den Menschen Kleidung, Wohnung, Werkzeuge, Sprache, die Formen des Denkens und die meisten Inhalte des Denkens liefert, sein Leben wird ermöglicht durch die Arbeit und durch die Leistungen der vielen Millionen früherer und heutiger Menschen, die sich hinter dem Wörtchen „die Gesellschaft“ verbergen. Deshalb ist die Abhängigkeit des Einzelnen von der Gesellschaft eine Naturtatsache, die – wie im Falle von Ameisen und Bienen – nicht abgeschafft werden kann.

In den Netzwerken menschlicher Beziehungen gehr es nicht allein um den Austausch von Dingen, sondern auch und vor allem um den emotionalen Stoffwechsel. Ob wir von unseren Mitmenschen Zuwendung und Anerkennung erhalten, entscheidet wesentlich über unsere geistige, emotionale und physische Gesundheit. Anhaltende Defizite können zu schweren Depressionen und körperlichen Erkrankungen, bisweilen auch zum Tod führen…..

Der solar-biosphärische und der gesellschaftliche Stoffwechsel sind zwei Aspekte der vier Verbundenheiten, durch die wir mit unserer Mitwelt und dem gesamten Kosmos verknüpft snd. Dazu gehören auch die direkte physische Verwandtschaft aller Lebewesen auf der Erde (Kapitel 3), und die damit zusammenhängende Verbundenheit durch den Austausch von Botschaften (Kapitel 2), die gemeinsam die dritte Verbundenheit ausmachen. Jenseits der Grenzen der Erde und des Sonnensystems sind wir darüber hinaus durch ein alles durchwebendes Netz von Energiebeziehungen mit dem gesamten Universum verbunden (Kapitel 1) und haben an seiner bemerkenswerten Kreativität Teil.

Die Wissenschaften der vergangenen 150 Jahre haben – wenn auch zum Teil widerwillig – erheblich dazu beigetragen, diese Verbundenheiten sichtbar zu machen, von den klassischen Feldtheorien und der Quantenphysik über die Ökologie und Evolutionsforschung bis zur Biosemiotik. Damit haben sie sich weit von ihrem ursprünglichen Programm der Sezierung und atomistischen Betrachtung entfernt.

Die Ideologie der Trennung

Die verschiedenen Ebenen unserer Verbundenheit werden allerdings durch zwei Faktoren, die in ihrer Geschichte eng zusammenhängen, verschleiert: die technokratische Ideologie und die Herrschaft des Geldes. Wenn ich über genügend Geld verfüge kann ich zum Beispiel glauben, ich sei als souveränes, unabhängiges Individuum in einen Laden gegangen und habe mir von einem anderen autonomen Wirtschaftssubjekt mit meinem Geld meinen Computer gekauft. Doch diese Art, die Geschichte zu erzählen, blendet das grosse Netzwerk von Beziehungen zwischen Menschen und natürlichen Systemen aus, ohne die es weder einen Computer noch einen Laden, noch das Geld in meiner Tasche geben würde. Das Geld – das zusammen mit dem Atomismus im antiken Griechenland entstanden ist – nährt die Illusion, es gebe so etwas wie isolierte Individuen. Es war eines der grossen Verdienste von Karl Marx, erkannt zu haben, dass Geld im Grunde eine Chiffre für menschliche Beziehungen ist, die von der Geld- und Warenform jedoch verdunkelt werden.

Für diejenigen, die über viel Geld verfügen, ist diese Illusion äusserst nützlich, weil sie behaupten können, sie hätten Besitz und Eigentum aus eigener Kraft geschaffen – während tatsächlich Tausende von Menschen und unzählige Ökosysteme für sie gearbeitet haben. Auf diese Weise kann man auch geschickt der Frage aus dem Weg gehen, warum denn die Minenarbeiter im Kongo meist nicht einmal einen Computer haben, obwohl sie sehr hart arbeiten,, während jedem durchschnittlichen Deutschen ein ganzer Technologiepark mit Desktops, Laptops, Tablets, Smartphones, Scannern, Druckern, Spiegelreflexkameras, Autos, Elektrorollern, Saugrobotern, Spielzeugrobotern, Schwingschleifern, Rasenrobotern, 4K – Fernsehern, Mikrowellengeräten, Stereoanlagen und so weiter zur Verfügung steht.

Die Maske des Geldes verdunkelt so das grosse Netz menschlicher Beziehungen ohne das wir nicht existieren könnten. Die systematische Ausbeutung eines Teils der Menschheit durch einen andern kann so unsichtbar bleiben. In analoger Weise verschleiert das mechanistische Weltbild unsere Beziehungen zur nichtmenschlichen Sphäre und liefert auf diese Weise die Grundlage einer endlosen Ausbeutung der Natur. Wenn alles nur aus toten, unverbundenen Atomen besteht, dann ist nichts Verwerfliches dran, die Welt in Stücke zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Und wenn diese passiven Teilchen linearen, berechenbaren Gesetzen gehorchen, dann lassen sie sich auch durch menschlichen Willen steuern und beherrschen.

Obwohl die mechanistische Weltsicht sich im Laufe der Wissenschaftsgeschichte als unhaltbar erwiesen hat, ist sie nach wie vor gesellschaftlich tief verankert. Mehr noch: Statt als überholt ad acta gelegt zu werden, hat sie sich in den vergangenen 100 Jahren zu einer umfassenden, technokratischen Mythologie ausgeweitet, die alle Lebensbereiche durchzieht, von der Medizin über die Ökonomie und die digitale Sphäre bis zum „Geo-Engineering“………..Es verhält sich ähnlich wie mit den Erzählstrukturen in Filmen, Romanen und Märchen…..

…..In ähnlicher Weise wird die technokratische Ideologie selten ausdrücklich benannt, sondern liegt als unhinterfragte Struktur unseren Institutionen und unserer täglichen Praxis zugrunde. Wir werden sie daher in diesem Kapitel als integralen Teil eines historischen Systems zu verstehen versuchen, das weitgehend unreflektiert funktioniert. dabei treten drei zentrale Ideen zutage:

  1. Das Mess- und Zählbare hat einen höheren Realitätsstatus als die erlebten Qualitäten unserer Wahrnehmung. Was gemessen und gezählt werden kann, ist objektiv vorhanden, die qualitativen Wahrnehmungsinhalte dagegen sind bloß „subjektiv“ in unseren Köpfen.
  2. Die Welt besteht aus zerlegbaren Einzelteilen und lässt sich entsprechend beliebig neu zusammenbauen („Lego-Welt“)
  3. Die Welt gehorcht im Wesentlichen linearen und deterministischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen und kann daher planmässig gesteuert werden.

Alle drei Behauptungen, auf denen die technokratische Ideologie beruht, sind nachweislich falsch. Erstens ist die Welt der erlebten Qualitäten unsere primäre Wirklichkeit, sie ist das Einzige, an dessen Essenz wir nicht sinnvoll zweifeln können. Alle wissenschaftliche Forschung beruht auf Systematisierungen und Abstraktionen dieser Wahrnehmungen. Zwar sind unsere Wahrnehmungen bereits selbst Co-Kreationen der Welt und keine „naturgetreuen“ Abbildungen. Aber das ändert nichts daran, dass sie unser primärer Zugang zur Wirklichkeit sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse liegen nicht vor dieser Ebene, sondern dahinter, sie sind Interpretationen der Interpretationen.

Zweitens besteht die Welt, das hat die Quantenphysik deutlich gemacht, in ihren innersten Strukturen nicht aus isolierbaren, materiellen „Bausteinen“ sondern aus einem Netz energetischer Beziehungen, das im Prinzip das ganze Universum miteinander verbindet. Auf biologischer Ebene kommt hinzu, dass Leben auf selbstorganisierenden Ganzheiten beruht, von der Zelle bis zu grossen Ökosystemen und der Erde in ihrer Ganzheit. Aus diesen Ganzheiten lassen sich nicht einzelne Teile beliebig herausreissen und rekombinieren, ohne die komplexen, grösseren Gefüge zu zerstören.

Und drittens beruht Leben – das gilt sogar für einige physikalische Phänomene, die wir nicht zum Leben zählen – auf nichtlinearen, nichtdeterministischen Ursache-Wirkungs-Ketten. Leben ist durch Bedeutung organisiert, nicht durch mechanische Stösse.

Warum die technokratische Ideologie noch immer so verbreitet und wirkmächtig ist, warum in Schulbüchern noch immer von „Bausteinen der Materie“ gesprochen wird, obwohl diese Vorstellung schon vor 100 Jahren spektakulär gescheitert ist, warum Hirnforscher nach wie vor unwidersprochen verkünden, sie seien mit bildgebenden Verfahren den „letzten Geheimnissen unseres Gehirns“ auf der Spur, obwohl der Ursprung des Bewusstseins heute so rätselhaft ist wie zu Moses‘ Zeiten , all das lest bitte in diesem grandiosen Buch von Fabian Scheidler „Der Stoff aus dem wir sind“ nach, ein Buch, das jede und jeder unbedingt und ohne Ausrede heute gelesen haben muss, um zu erkennen und zu verstehen, wer wir sind, wo wir sind und warum wir hier in diesem gigantischen Schlamassel gelandet sind, in dem wir nun mal sind und wie wir noch irgendwie die Kurve als Menschheit auf diesem Planeten kriegen können wenn wir nur wirklich wollen. Ein Buch von dem Ernst Ulrich von Weisäcker sagt.„Dieses Buch ist ein grosser Wurf“

#111 „und? was geht bei dir grad mit Musik so?“ – „wenig. Nichts – eigentlich.“

Ja, liebes Leben, meine Lieben, manchmal sind es eben nicht die guten Antworten , die man gerade braucht oder sucht, sondern es sind eher die besten Fragen, die einen finden. Diese schlichte, einfache, klare, wundervolle Frage hat mir gestern Abend mein liebster Sohnemann gestellt, als ich gerade am Laptop sitzend im Begriff war meinen letzten Blog #110 „Vor – Wurf“ fertigzustellen . Er selbst ein unglaublich begabter und genialer Musiker, Multiinstrumentalist, Artist, Komponist und Produzent, was er manchmal anscheinend selbst noch nicht so ganz weiss, verinnerlicht und realisiert hat oder glauben kann, und auf jeden Fall ein verdammt liebenswerter Zeitgenosse sowie wunderbarer Mit – Mensch, mit dem ich seit ein paar Jahren zusammen in einer Männer WG wohnen und leben darf. Alleine die Tatsache, dass wir diesen ganzen Corona Irrsinn mit all den Lockdowns und Ausgangssperren, inzwischen der vierte seiner Unart hier in Wien, ohne einen einzigen Streit oder sonstigen Kommunikationszusammenbruch auf doch relativ engem Raum bis jetzt hinter uns gebracht haben, spricht eindeutig für ihn, für alle die mich besser kennen als mir manchmal lieb ist 😉

Aljosha Kareem

Ich bin so unfassbar dankbar für diese einfache und ehrliche Frage, denn sie ist und war der Wake Up Call, der mich in einem einzigen Augenblick in den Ist Zustand, den nackten Status Quo meines derzeitigen Da Seins aufwachen liess, eine Frage, die ich in dem Moment so dringend brauchte wie sonst nichts auf der Welt. Jetzt spült mir mein E-Mail Konto gerade das http://www.gratefulness.org Zitat des Tages rein, mit folgenden Worten: „Comfort provides a floor but also a ceiling. – Komfort (Komfortzonen) schaffen einen Boden, aber zugleich auch einen Plafond, die Decke, die einem manchmal auf den Kopf zu fallen scheint bzw. in dem Sinne, dass da dann manchmal einfach kaum bis keine Luft mehr nach oben ist“ Wie geil ist das denn?

comfort provides a floor but also a ceiling

Ja, ich bin sicher privilegiert in einer gewissen Weise und aus einer bestimmten Perspektive betrachtet: ich darf gerade unser „Café Drechsler Jubiläumsalbum“ zusammen mit meinen Kumpels und Freundinnen improvisierter Beat-, Trip- , Dance- , Singer Songwriter- und manchmal durchaus auch Meditationsmusik fertig produzieren, wofür der geniale Martin Klein gerade einen Song, zum Heulen wunderschön beigetragen hat, oder mein lieber Freund Mark Batson in L.A. uns ein geniales Spoken Word und Keyboard Geschenk gemacht hat, heute einer meiner Lieblingsbasser, Stephan Kondert dran am Werken ist, einen Beitrag aus der Bronx für uns fertig zu stellen, wie auch „God on Trumpet“ Matthieu Michel, der liebe Christoph Bernewitz, der geniale, vielen von seiner Zusammenarbeit mit Clueso bekannte Gitarrist aus Berlin und die wunderbare Valerie Saidik aus St. Privat, die Jungs von Origami Punani oder Bartolomey Bittmann, mein jahrelanger Trooper, Recording und Mixing Engineer Clive Martin und viele andere auch – der digitalen Welt der Kommunikation und ein paar fetten Datenkabeln sei an dieser Stelle dafür Dank.

20 Jahr Jubiläumsalbum

Ausserdem darf ich mit einer unglaublich inspirierenden und versierten Truppe an einem Herzensprojekt, wo es um ein Generationen übergreifendes Lernen mit- und voneinander geht, im Südburgenland arbeiten und darf täglich mein Rad und mich in die nördlichen Donauauen mitten in die Natur entführen und mich bei Gelegenheit auch noch in die Donau schmeissen. „Des is alles ned glei nix“ wie meine Mutter sagen würde. Und ja, das hält mich auch im Wesentlichen zusammen these dayz.

mich in die Donau schmeissen

Ich sage zwar manchmal, dass Musik meine erste Liebe war, als hätte ich diese Liebe für mich ent – deckt aber in Wahrheit hat sie mich gefunden, und zwar lange bevor ich bei Blitz und Donner, wie es sich eben für einen Schlagzeuger gehört, von meiner Mama in diese Welt geboren worden war. Musik war mit und in mir seit einem gefühlten „immer“ und jetzt fehlt sie mir wie wahnsinnig. Ja, es ist ja nicht so, dass wir keine Instrumente zu Hause hätten, oder so – aber als inzwischen seit 45 Jahren aktiv tätiger, auf der ganzen Welt herum kugelnder „Live“ Musiker und Musikant fehlen mir diese wunderbaren Energien von eben solchen Live Konzerten, bei denen Musiker, Musikanten und Publikum gemeinsam in eine Welle und in diese fantastische Energie eintauchen und mit ihr träumen, tanzen, lachen, schreien, kreischen, weinen, sich umarmen, sich spüren und fliegen können und dürfen, egal wo sie vorher hergekommen und nachher hingegangen, oder gefahren, oder geflogen sind. Das fehlt mir, meinem Herz und meiner Seele! Big Time!

gemeinsam in eine Welle und diese fantastische Energie eintauchen

Dafür und davon lebe ich seit ich denken kann. Aber diese wunderbare Frage hat mich auch auf vieles anderes wieder aufmerksam gemacht: ich bin ja nicht wie ein Spitzenkoch, der vergessen hat, selbst zu essen, oder ein Tischler, der zu Hause auf dem Boden sitzen muss oder seine Möbel bei Ikea kauft, oder ein Biobauer der sich seine Radieschen bei Ja Natürlich holt, oder ein Arzt oder Chirurg, der selbst nicht auf seine Gesundheit achtet (naja, davon kenne ich leider doch einige ), oder wie ist das denn eigentlich? Ist ein Schauspieler oder eine Schauspielerin auch Schauspielerin, wenn es weder etwas zu schauen noch zu spielen gibt? Ist ein Schriftsteller oder Schriftstellerin auch Schriftstellerin wenn man ihren Laptop, sämtliche Bleistifte, Füllfedern und Kugelschreiber, Handy und die Kontaktdaten zu ihrem Verlag geklaut hat? Ist ein Pilot oder eine Pilotin noch Pilotin ohne Fluglinie oder Flugzeuge, die gerade auch nicht fliegen dürfen? Ist ein Gastronom noch Gastronom wenn er sein Hotel seit gefühlten Ewigkeiten zugesperrt halten muss? Eine Operndiva immer noch Sängerin, auch wenn die Oper, wie auch sämtliche Theater, Konzert Locations, Musik Clubs und Kinos seit Ewigkeiten ebenfalls zugesperrt bleiben muss?

bin ich wie ein Spitzenkoch der vergessen hat selbst zu essen?

Aber JA, Natürlich sind wir alle wer wir sind, weil wir nicht ausschliesslich durch das Tun sondern eben durch unser Sein definiert sind, auch wenn man uns jetzt gerade, wie es scheint, nicht Sein lassen will oder wir gerade nicht Sein zu scheinen dürfen. Besonders die Künstler, besonders die Kunst. Und jetzt dauert schon mehr oder weniger fast ohne Unterbrechung über ein Jahr lang!!! Alle anderen zuerst – Kaufen, Saufen, Laufen, Schi foan, möglichst billig Häuser bauen und selbige wieder teuer Verkaufen….. was für ein Signal und welche Zeichen dieser Zeit sind das in Wahrheit bitte??? Dieses „ein mal eins“ ist wahrlich nicht sehr schwer zu durchschauen, zu verstehen, zu erkennen und zu erlernen. „Wirtschaft vor Mensch“ lautet die fatale Ungleichung. Und alle wissen es, und alle haben es schon immer gewusst. Diese Ungleichung lässt sich mit einer Leberkässemmel, einem Sommerspritzer, einer Liftfahrt auf den Kunstschneeberg, Sommer Sales und Winter Prozente, einer Melange to go oder einem All Inclusive Urlaub in Trips Trü so einfach sicher nicht mehr in ein auch nur annähernd gesundes Lot sowie ein fried- und freudvolles Dasein bringen.

Ungleichung

Und jetzt mach ich mir allen Ernstes einen Impftermin aus und freu mich, dass ich ihn habe, obwohl ich noch nie im Leben eine einzige Grippe Impfung hatte noch brauchte, anstatt mir ein paar Konzerte auszumachen oder mir zu überlegen, wie wir allen äusseren und inneren Umständen zum Trotz doch wieder mit einem analogen, gemeinsamen Konzerterlebnis, vor einem echten , wahrhaftigen Publikum, wo echte Funken und Fetzen sprühen und fliegen dürfen , wo echte, analoge, salzige Freuden- und Glückstränen vergossen und Angst, Panik und Sorgen vergessen werden können, wo wir uns wieder alle von dieser wahrhaftigen energetischen Welle, die wir alle von unzähligen gemeinsamen Live! Erlebnissen her kennen und der Frequenz der Musik, des Rhythmus, der Harmonie, der Beatz und Sounds berühren, tragen und gemeinsam umhüllen und umarmen lassen, wovon die digitale, virtuelle, flache, aber unglaublich schrille und schnelle Welt, so beeindruckend sie für viele zur Zeit auch sein mag, auch in aller Zukunft nur träumen wird können.

sich von der Energie und der Frequenz der Beatz und Sounds tragen lassen

Denn wenn dieser Stoff, aus dem wir sind, sich mit dem Stoff, aus dem wirklich, richtig gute Konzerte und Live! Erlebnisse sind, zu einer für alle Anwesenden spürbaren und wahrnehmbaren Energie, Frequenz und Welle vereint, kann diese sich auf der schnellsten digitalen Autobahn weder fortpflanzen noch einen einzigen Betrachter weder mit ihrer vollen wahrhaftigen Vehemenz noch ihrer Intensität und Stärke vor einem noch so grossen Bildschirm je zutiefst berühren, ganzheitlich erfassen noch mitfliegen lassen. Genau das fehlt. Uns allen. Big Time!

Genau das fehlt. Uns allen. Big Time!

Ich vermisse euch, Uli und Oliver und unsere geilen Jam Band Slams, egal ob mit einem schwitzenden Haufen tanzender und johlender Menschen im legendären Café Europa oder auf einer der grossen Bühnen zwischen Seoul, NYC und Moskau oder sonst wo da draussen. Ich vermisse es mit euch zu grooven was das Zeug hält lieber Jon Sass, du geilster Tuba Künstler und liebster Freund der Welt mit deiner „Destiny Band“ mit Ola, Angus und Geri. Oder mit euch „zu geigen“ lieber Raphael Wressnig und Harry Sokal mit unserer Band „Groove“ oder mit Dir Deine tollen Songs zu performen, liebe Maja Jaku zusammen mit Dusan und Martin, im Duo mit meinem best friend und soulbrother Peter Herbert, oder wenn ich eben auch hin und wieder mutig genug bin um ganz alleine bei einem meiner Solokonzerte im wahrsten Sinne des Wortes „aufschlagen“ zu dürfen. Und ich vermisse vor allem euch, ihr herzallerliebstes, wahrhaftiges, lebensechtes und lebendiges Publikum.

Es ist kein Jammern. Es ist das klare Bewusstsein, dass Essentielles, Wesentliches fehlt, was mich und uns erst „Mensch Sein“ und werden und spüren lässt, wer wir tatsächlich sind. Sehnsucht, Hunger, Durst, Vertrauen, Mut, Verzweiflung, Hoffnung und die Liebe, die Liebe zu den Menschen und die Liebe zur Musik.

Essentielles, Wesentliches………

Ich nehm mir jetzt nach langem wieder einmal Zeit für mich und mein geliebtes Akkordeon. Und vielleicht mag mein Sohnemann ja mit mir einen neuen Song zusammenbasteln, jetzt – wo wir schon alle da sind. Ich meine den Lockdown, die Stille, die Musik und uns. ❤

#110 „Der Vor – Wurf“

Nun, ein wirklich „grosser Wurf“ war er ja noch nie, der Vor – Wurf. Eher ein unnötiger, in den Weg gelegter Prügel, etwas bemängeln, verurteilen oder verhindern, ein oft fragwürdiges Hindernis aufbauen, eine Hürde zwischen zwei verschiedenen Standpunkten, verhärteten Fronten, zwischen Partnern und oder in Beziehungen, wo ohnedies oft wie verrückt permanent hin- und hergezogen wird, einem angeblichen oder tatsächlich ausgemachten und verurteilten und schuldig gesprochenen „Täter“ gegenüber. Wer hat recht? wessen Ansicht ist „richtig“? Worin liegt die Motivation oder die Wurzel des Anstosses für den Werfer des Wurfes? Nimmt der Schuldige den Wurf an? Kann oder muss er das überhaupt? Ist die Basis nicht immer in Wahrheit in letzter Konsequenz ein gefangen sein und für viele auch, ein anscheinend „gerne“ gefangen bleiben in einer überlegenen Position der Beurteilung und Verurteilung aus einer oft selbstgefälligen oder selbstgewählten Position des inneren Richters gegenüber eines auf jeden Fall, ohne Zweifel schuldigen Täters, die oft eher aus einer gleichzeitig permanent empfundenen Unterlegenheit bis Verletzlichkeit herzurühren scheint?

welche Ansicht ist richtig?

Dem folgen ja auf Schritt und Tritt die gängigen Synonyme für den Vorwurfs Begriff: Anklage, Anschuldigung, Beschuldigung, Bezichtigung, Klage, Kritik, Massregelung, Missbilligung, Rüge, Tadel, Unterschiebung, Unterstellung, Vorhaltung, Zurechtweisung, Schelte, Verweis, Rüffel, Gemecker – allesamt fast ausschliesslich sehr be- und verurteilende, wertende und bewertende Begriffe aus dem Oberstübchen und dem dort rege tätigen Obersten Gerichtshof, meistens aus einer Position der Überlegenheit, des angeblich alleinigen Wissens, was gut und richtig und schlecht und falsch ist, direkt aus der vielen sehr vertrauten Sucht der Ver – Urteilung, was immer diese „Sucht“ zu stopfen „sucht“. Auffallend oft sind die Vorwerfer zugleich oft sehr empfindlich und empfindsam auf genau dieser verurteilenden Ecke und Achse. Und so werden viele Antworten, Fragen, Reaktionen als „Vor – würfe“ interpretiert, was zum einen auf extreme Verunsicherung und zum anderen eben auf das Gefängnis des Vorwurfes, aus dem man sich sowohl in die eine als auch in die andere Richtung offensichtlich nicht zu befreien weiss oder wissen will, hindeutet.

….was immer diese „Sucht“ zu stopfen sucht

Wir wollen auf keinen Fall vergessen dass es mindestens genau so viele Selbstvorwürfe wie Vorwürfe gibt. Wo man sich selbst die Schuld an allem Möglichen und oft Unmöglichem zu geben bemüht ist. Da dreht sich das Schuldkarussel dann oft ausschliesslich im Kreis der eigenen Gedanken unaufhörlich hin und her und so gut wie jeder Versuch einer Auflösung dessen von Aussen vermag da sehr oft gar nicht hin vorzudringen, was wiederum sehr oft wieder mit dem Selbstwertgefühl des Selbst Vorwerfers zu tun hat. Täter und Richter in Personalunion quasi.

Im englischen gibt es dafür den wunderbaren Begriff „holding grudges“ – was soviel heisst wie einen Groll hegen (und oft mit äusserster Sorgfalt auch pflegen) – hold some grudges, also etwas, was man ja nicht und nicht loslassen will oder um keinen Preis loslassen kann, also immer daran festhalten muss, auf immer und möglichst ewig, das man weder sich noch der oder dem etwas offensichtlich „vorgeworfen werden muss“ loslassen oder frei- lassen will und kann. Widerwille und Missgunst sind noch ein paar andere Deutungen. „Funktionieren“ tut dieses System allerdings nur, wenn man in der Lage ist, immer und immer wieder die Vergangenheit anklagend zu bemühen und mit den Emotionen und Argumenten von Vorgestern herzuholen und heraufzubeschwören bereit ist.

…..

Das Unvermögen oder die hartnäckige Weigerung zu „Verzeihen“ kommt aus genau der selben Ecke, wo man um’s Verrecken jemandem etwas nicht und nicht verzeihen kann und will, um möglichst lange etwas gegen diese Person oder Personen in der Hand zu haben, ohne sich bewusst zu sein, dass man damit nicht so sehr die anderen „bestraft“ als grossteils sich selbst in diesem ungesunden Gefühl in der Hand, im Herzen und damit in einer sehr ungesunden Energie gefangen hält und oft viel zu lange mit sich rumschleppt. Erst wer wirklich verstanden und gelernt hat, aus tiefstem Herzen zu verzeihen, weiss, welche Befreiung das vor allem auch für die oder den jeweils Verzeihenden bedeutet.

Dieser manchmal permanente Drang und Zwang zum Vorwurf, sowohl ihn zu verteilen und auszusprechen als auch ihn hinter jedem und allem zu vermuten oder glauben entdecken zu müssen, scheint mir auch jenem Umstand geschuldet, dass man es nicht verstanden, je gelernt oder geschafft hat, dieser Stimme des inneren Richters und Verurteilenden und Schuld zu weisenden schlicht und einfach zur erfrischenden Abwechslung einmal das Wort zu verbieten und ihm oder ihr endlich mal sagen zu lernen, die Klappe zu halten oder zu üben, den Vorwurf stattdessen in einen Wunsch umzuformulieren. Solange man dessen nicht fähig ist, ist der Verstand nicht eines unserer wertvollsten Werkzeuge sondern sind wir umgekehrt Opfer und Werkzeug unseres Verstandes, was dem jeweiligen Ego extrem grosse Freude bereitet, aber der Seele auf Dauer unglaublichen Schaden zufügt.

ein grosser Wurf

Es scheint meistens ein Kontrollbemühen und Verlangen des Egos aus einer scheinbar überlegenen Position zu sein, wobei dieses sehr oft eher ein Gefühl der Unterlegenheit, der Schwäche als auch von grossen Verletzungen, Traumata und selbst empfundenen, erlittenen und interpretierten Ungerechtigkeiten ( das Ungerechtigkeits- und Gerechtigkeitsempfinden sind ja immer auch sehr subjektive Interpretationen) oft aus Zeiten der Kindheit herrühren kann. Der sogenannte „Whataboutism“ hat es sich als Spaltpilz unserer Gesellschaft ja auch genau dort bequem gemacht.

Eine Anschuldigung wird sowohl umgangssprachlich für eine Infamie, Bezichtigung, Unterstellung, Beschuldigung oder einen Vorwurf als auch ausdrücklich als Rechtsbegriff verwendet. Vorwurf ist eine Äußerung, mit der man jemandem sagt, dass er sich nicht richtig verhalten hat. Mit Vorwürfen kann man jemandem sagen, dass jemand Fehler gemacht hat, die er nicht hätte machen sollen. Vorwurf ist also ein Tadel, eine Beschuldigung, Vorwurf ist eine Vorhaltung.

was schert das die Natur?

Ist man sich allerdings eines Fehlers, oder einer katholischen oder richterlich relevanten Schuld bewusst oder hat man das Gefühl, dass man auf mitmenschlicher Augenhöhe und eben nicht pseudorichterlicher Verurteilung von oben herab auf eine fehlerhaftes Verhalten oder einen Fehler im Sinne, dass man jemanden wissentlich, bewusst, absichtlich oder unbewusst durch sein Handeln oder nicht Handeln verletzt, entwürdigt, diskriminiert, genötigt, bedroht, der Lächerlichkeit preisgegeben oder sonst irgendwie beschämt oder verunsichert haben könnte, hingewiesen und aufmerksam gemacht wird, tut man in jedem Falle gut daran, sein eigenes Verhalten zu aller erst einmal gründlich zu evaluieren und zu überdenken um sich dann bei der betreffenden oder betroffenen Person zu entschuldigen und im Bewusstwerden dieses verletzenden Verhaltens zu versuchen und sich zu bemühen, das in Zukunft zu vermeiden oder zumindest auf andere, gesündere Art zu lösen.

auf gesündere Art lösen

Zum Abschluss kurz noch folgende Betrachtung zum Thema Vorwurf, bemerkenswerter Weise aus der Bibel der deutschen Steuerfahnder auf http://www.steuezahlerservice.de:

„Klein, aber oho: Fehler im Arbeitsalltag
Es sind nicht nur die großen Fehler, die uns beschäftigen. Im Alltag sind es oftmals die kleinen Fehler, die uns die Nerven rauben und graue Haare wachsen lassen. Während wir bei Produkt- und Prozessfehlern meist noch ruhig Blut bewahren können und es uns gelingt, sie sachlich anzusprechen, verlieren wir bei Verhaltensfehlern schnell die Contenance. Auch wenn es sich scheinbar um Kleinigkeiten handelt, sie lassen sich nicht übergehen. Sie bringen uns auf die Palme, machen uns sprachlos oder wütend. Wir tendieren dazu, Verhaltensfehler auszublenden. Wir sagen „Der ist halt so“ oder „Die kann ja nicht anders“. Wir betrachten sie als persönliche Schwächen oder Macken, als Defizite im Auftreten, Probleme in der Kommunikation oder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit. Aber handelt es sich dabei um wirklich um Fehler?

Schweigen ist keine Lösung
Wir stehen vor der Wahl: Sehen wir mit zusammengekniffenen Lippen über die Fehler der anderen hinweg? Oder sagen wir ihnen, wie sehr uns ihre Fehler stören? Eines ist klar: Wer nichts sagt, vergibt sich jede Chance auf eine Verbesserung. Alles bleibt dann beim Alten. Häufig sind sich die anderen gar
nicht im Klaren darüber, dass ihr Verhalten stört, dass wir uns über diese „Kleinigkeiten“ maßlos ärgern. Daher ist Schweigen keineswegs Gold. Doch wir ahnen: Frisch und frei den anderen ins Gesicht zu schmettern, was uns nicht passt, führt auch nicht ans Ziel. Vielmehr können wir dann mit weiterem Ärger und Streit rechnen.

Kleinigkeiten

Vorwürfe: Kommunikationsmuster aus der Kindheit
Im Alltag greifen wir häufig zu Vorwürfen, wenn wir andere auf ihre Verfehlungen ansprechen. Mit Vorwürfen wählen wir eine Kommunikationstechnik, die viele von uns als kleine Kinder verinnerlicht haben. Am Beispiel unserer Eltern und nahen Bezugspersonen haben wir gesehen, wie (unser) Fehlverhalten zu Ärger und der Ärger zu Vorwürfen geführt hat. Tag für Tag haben wir sie gehört: „Dauernd macht ihr so einen Lärm!“, „Ständig läufst du mit deinen dreckigen Stiefeln in die Wohnung!“ oder „Jetzt hast du schon wieder eine Fünf in Mathe geschrieben!“. Doch Vorwürfe haben schon unsere
Eltern nicht ans Ziel geführt. Häufig sind diese Situationen eskaliert, endeten mit zermürbendem Gezanke oder trotzigem Widerstand. Vorwürfe sind kontraproduktiv. Sie schaffen nichts als weiteren Ärger. Darum ist es klug, mal innezuhalten und hinzusehen, warum wir sie nun als Erwachsene dennoch einsetzen und was hier falsch läuft.

Wie sich Vorwürfe zusammenbrauen

  1. Es handelt sich um eine Kleinigkeit. Die Welt hat viele große Probleme. Krümel in der Büroküche gehören nicht dazu. Wenn sie jemand mal übersieht, wischen wir sie im Handumdrehen weg. Ist ja eine Kleinigkeit.
  2. Es kommt zu Wiederholungen. Selbstverständlich wischen wir den Tisch auch am nächsten Tag wieder sauber. Und die Woche 64 Fehler ansprechen darauf. Das ist doch für niemanden ein Problem! Noch nicht.
  3. Wir wollen kein Aufheben machen. Wegen ein paar Krümel lohnt es sich nicht, etwas zu sagen. Auch nicht wegen der Fettflecken. Wir wollen ja nicht als kleinlich gelten. Doch die innere Spannung steigt.
  4. Wir fokussieren die Problempunkte. Am nächsten Tag werfen wir den Blick als Erstes auf den Tisch: Sauerei! Jetzt stehen die Kleinigkeiten im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Wir fokussieren den Fehler wie mit einer Lupe.
  5. Aggressive Interpretationen treten auf. Schon erleben wir die Krümel als Frechheit, als schamlose Rücksichtslosigkeit, wir fühlen uns als die Dummen, die die Drecksarbeiten machen müssen.
  6. Ärger braut sich zusammen. Die Wut arbeitet in uns, ein Steinchen kommt zum anderen, eine Lawine baut sich auf. Wir haben es satt, uns schlecht behandeln zu lassen. Wir holen zum Gegenschlag aus.
  7. Attacke! Das Ende der Geduld ist erreicht. Wir schäumen innerlich. Und schon schießt der Vorwurf heraus: „Dauernd lässt du deinen Dreck liegen!“
Kommunikationsmuster aus der Kindheit

Warum Vorwürfe scheitern
Strategisch betrachtet ist ein Vorwurf ein Schuss ins eigene Knie. Wir erzielen damit nicht nur keine Verbesserung, sondern sogar eine Verschlechterung. Der andere stellt auf stur oder schlägt zurück. Wir verfehlen das intendierte Ziel. Fehler!

Kampf oder Flucht
Vorwürfe werden als Angriff erlebt wie ein Schlag auf die Nase. Mit jedem „Du machst das und das falsch!“ werden unsere archaischen Konfliktstrategien aktiviert: Fight or Flight, Kämpfen oder Flüchten. Auf den symbolischen Schlag folgt der Gegenangriff („Aber du hast …!“) bzw. die Flucht
(„Lass mich in Ruhe!“).

Hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch
Wenn wir die grammatikalische Struktur von Vorwürfen betrachten, so fällt auf, dass sie immer die gleichen Merkmale haben:
* Du-Botschaften (du machst, du tust, du hast)
* Generalisierungen (immer, ständig, dauernd, nie)
* Übertreibungen (wie in einem Schweinestall, hundertmal)
* Problemfokussierung (Lärm, Dreck, Unordnung, Versagen, Ärger)
Auf der Suche nach besseren Strategien haben Kommunikationsforscher erkannt: Vorwürfe sind verunglückte Wünsche. In jedem Vorwurf steckt ein unausgesprochener Wunsch. Die große Kunst besteht nun darin, den Wunsch zu erkennen und in Worte zu fassen.

der gute Wunsch

Die meisten Menschen wissen sehr gut, was sie stört, was sie schlecht finden, was sie ablehnen. Es ist leichter, in der Rolle des Opfers und des Leidenden zu verharren, als das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen und den Lauf der Geschichte zu beeinflussen. Wer Vorwürfe macht, schiebt dem Gegenüber
die Verantwortung zu. Der oder die andere ist schuld, dass es schiefläuft, dass man sich ärgert oder leidet. Doch mit etwas Selbstverantwortung und Handlungsstärke können wir uns ein angenehmeres Leben erschaffen. Wir müssen dazu nur innehalten und uns unsere Wünsche bewusst machen.

Nun fällt Ihnen sicher auf, dass Vorwürfe nicht nur negativ klingen, sondern auch Negativformulierungen enthalten. Wünsche hingegen sind positiv formuliert und schaffen ein positives Gesprächsklima. Die folgende Übersicht verdeutlicht das Schema, das jeweils hinter Vorwürfen und Wünschen steht. Sie werden feststellen, dass sie immer die gleichen Merkmale aufweisen.
* Vorwurf *Wunsch
* Negativformulierung * Positivformulierung
* Problemorientierung * Lösungsorientierung
* Blick zurück im Zorn * Blick nach vorn
* Aggressive Haltung * Konstruktive Haltung
* Kampfansage * Kooperationsangebot

Na dann, cheers und auf zu den guten Wünschen

Alles Liebste, AleX

#109 „Liebe“

Liebe Mama, lieber Papa, liebe Oma, lieber Opa, liebe Freundin, liebster Freund, liebe Eltern, liebe Geschwister, liebe Tante, lieber Onkel, liebste Tochter, liebster Sohn, liebste Enkel, liebe Schwester, lieber Bruder, liebe Leute, liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebes Team, liebe Chefin, lieber Chef, liebe Gemeinde, liebe Kinder und liebe Erwachsene, liebe Katze, lieber Hund, lieber Wellensittich, geliebte Freizeit, geliebtes Bier, geliebter Wein, geliebte Leberkäs Semmel, geliebter Morgen, lieber Tag, lieber Gott, liebes Leben, Liebesleben, liebe Liebste, Geliebte, geliebter Schatz, liebe Güte, liebster Platz, Lieblingsplatz, geliebtes Auto, lieber Himmel, meine Liebe, liebes Ich, Du Liebe, ihr Lieben – was meinen wir denn da eigentlich, wenn wir „Liebe“ sagen oder schreiben oder denken oder fühlen? Meinen wir da alle das selbe, die „gleiche „Liebe, oder diverse Nuancen, oder ein riesengrosses Beauvoir mit unzähligen Variationen und Interpretationen von 50 Million shades of Liebe? Was ist sie denn, diese Liebe? Ist sie „nur“ ein Gefühl? oder Lust und Laune? Sturm und Drang? oder ein Begehr? oder bloss eine abgedroschene, längst erloschene Floskel?

„Love is like the sea. It’s a moving thing, but still and all, it takes its shape from the shore it meets, and it’s different with every shore.“

„Liebe ist wie das Meer. Sie ist zum einen konstant in Bewegung, aber zugleich vollkommene Ruhe und all das, sie passt ihre Form der jeweiligen Küste an, auf die sie trifft, und ist dadurch an jeder Küste anders.“ Zora Neale Hurston

Liebe ist

Ein wunderschöner Versuch des Schattens einer Definition, finde ich. Ja, anscheinend ist es so, dass es der Lieben vieler Arten und Ausdrucksformen gibt. Ich würde allerdings gerne noch mindestens einen Schritt weiter und tiefer gehen im Versuch und Bemühen, herauszufinden, ob es da nicht doch noch wesentlich weiter oder tiefer gehen kann. Tiefer als „Sie oder er liebt mich nicht mehr“ oder „Uns ist auf dem Weg die Liebe füreinander verloren gegangen“ oder „einseitige Liebe“ oder andere , ähnlich merkwürdige Äusserungen und Wahrnehmungen. Ist „Liebe“ tatsächlich etwas mit einem klassischen, zumeist euphorischen „Anfang“ oder einem oft traurigen „Ende“ oder empfinden und verstehen wir doch alle etwas vollkommen anderes, wenn wir „Liebe“ meinen? Sie ist auf jeden Fall einmal göttlich „weiblich“ – DIE Liebe. Aber ist sie nun ein Gefühl? eine Eingebung? Bestimmung? Ein Gedanke? eine Grundeinstellung sich und damit der, dem und den anderen und dem Leben gegenüber? eine innere Haltung gewissermassen?

Grundeinstellung

Liebeskummer – Liebesfreude, Lebensfreude, Eigenliebe- Nächstenliebe, Liebesnacht, Liebes Akt, handeln aus Liebe, enttäuschte Liebe, erwartete Liebe? Wer wartet da auf wen oder was genau? Liebesentzug, wahrhaftige Liebe, echte Liebe, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, Liebesgeschichten, liebestrunken, rosa Wolken, Liebestaumel, aus der Traum, böses Erwachen – erwachen woraus? wodurch? um welchen „Traum“ genau handelt es sich da? nur Liebe vorgegaukelt, hat es nicht oder nie ernst gemeint, ernst? gemeint? Liebestöter, Liebesheirat, Vernunftheirat, liebestoll, ein verliebter Gimpel, Herzenssache, sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich – Gänseblümchen.

…..Gänseblümchen

Oder ist Liebe bloss so etwas wie eine Herzenswährung, etwas wie „Geld“oder noch besser: „Gold“, etwas wirklich Wert – volles, das sozusagen einen Handelswert hat, mit dem gehandelt werden kann, also gewissermassen Tauschgeschäfte betrieben werden können? ich schenk dir meine Liebe ( oder meinen Körper?) und Du legst mir die Welt zu Füssen. welche Welt? Eine Erde – Milliarden von Welten – Jedes Lebewesen erlebt in seiner inneren Wahrnehmung und dem ihm inne wohnenden Bewusstsein eine ganz individuelle, eigene Interpretation und Erkenntnis von „Welt“.Welche davon meint man denn da? Deine? die ich nicht kenne und auch nie aus deiner Sicht und Wahrnehmung ganz kennen können kann? oder meine? die du nicht kennst? zu den Füssen? um sie dann unter gewissen Um- ständen mit Füssen zu treten? die Welt? oder dieLiebe? oder was soll das alles heissen? erhofft man sich da etwas im Austausch gegen was auch immer die verschiedensten Menschen als Liebe auf genau so zahllose Arten und Zugänge und Verständnis und aufgrund der verschiedensten Gefühle empfinden und interpretieren? Gefühle scheinen oft bzw. meistens involviert zu sein. Sind demzufolge Missverständnisse, sehr gut möglich, gar nicht zu umgehen , wenn sowieso jede und jeder etwas anderes darunter versteht, jede und jeder anders empfindet, die Liebes Signale anders deutet, sendet, empfängt und interpretiert?

Herzenswährung

Man kann, darf ja auch Liebe zu „etwas“ entwickeln oder empfinden, was sich weit jenseits von jeder Menschennähe oder eines Tier- oder Pflanzenlebens befinden kann. My first love is and always was „music“ – meine erste Liebe galt und gilt der „Musik“, andere lieben wiederum den Wald, das Meer, die Wüste, die Natur (ich auch) oder Vor – Lieben für Essen und Trinken, Wein, Bier, Schweinsbraten, Bio Chia Samen Müsli, Kräutertee oder Kaffee (ich auch), oder Wandern, Fussballspielen oder Radfahren (ich auch) oder Reisen, Lesen, Zeichnen, Malen, Philosophieren (ich auch), Kochen, Singen, Musizieren, Töpfern, Winzern, oder eine Liebe zur Toscana, Japan, Yoga, Istrien, dem Südburgendland, Wien, NYC oder zur Steiermark……… aber ganz, ganz ehrlich? Am meisten und tiefsten und wahrhaftigsten liebe ich das Wunder Leben an sich. Danke, dass es dich und mich und uns in dir gibt ❤

ich liebe das Leben ❤ …..und das Leben liebt mich ❤

„Ich liebe Dich“ – wie leicht, vermutlich und wie oft zugleich haben das die meisten von uns schon wiederholte male zu dieser und jenem, in dieser oder jener Situation oder Gelegenheit, schüchtern, mutig, verzweifelt, anbetend, ängstlich, voller Selbstbewusstsein gesagt, und was genau meinten wir jeweils damit und was genau meinten wir zu verstehen, als wir diesen Satz vermeinten gehört und zugleich verstanden zu haben? Immer genau das selbe? Ziemlich sicher nicht – oder? Spriessen da nicht sofort links und rechts und oben und unten und rundherum, überall zugleich eine Vielzahl verschiedenster Erwartungen, Versprechungen, Empfindungen, Ängste, Sorgen, Eifersucht, Hingabe, Aufgabe, Glücksgefühle, Selbstlosigkeiten, Triümpfe, Machtambitionen, Ohnmächtigkeiten, Siege, Verlustängste, Freudentränen, schwitzende Hände, blasse Gesichter, leuchtende Augen, kalte Füsse und heisse Ohren?

Music was my first love ❤ foto © Markus Thums

In ihrem Leitartikel für das schweizer Portal der Philosophie „philisophie.ch“ meint Frau Dr. Edith Düsing unter dem vielsagenden Titel „Grundtypen von Freundschaft und Liebe – Schatten und Glück der Gemeinschaft“ folgendes: „Das echte Gespräch erfüllt sich, wenn Partner sich einander in Wahrheit zuwenden, frei vom eitlen Scheinenwollen; nur so entsteht gemeinschaftliche Fruchtbarkeit.“ sind das nicht ein paar wirklich wunderbare Überlegungen und Gedanken auf einem einzigen, vergleichsweise bescheiden kleinen Fleck zugleich?

sich einander in Wahrheit zuwenden….

„Die griechische Sprache kennt drei Worte für Liebe: Eros, Agape, Philia, [1] die zwei Jahrtausende mit ihrer Leuchtkraft in Europa fortwirkten, Eros als leibliche Liebe so, wie Plato ihr im Symposion Ausdruck verlieh, Agape als göttliche Liebe so, wie Paulus und Johannes sie im Neuen Testament erklären. Eros ist zu charakterisieren als ein im Anderen, im geliebten Du sich selbst Suchen und Finden, Agape als sich verschenkende Hingabe seiner selbst in einer Liebe, die nicht gibt, um wieder zu nehmen; das ist das Einzigartige göttlicher Liebe, die in Christus Leibgestalt wurde. Philia heißt freundschaftliche Liebe, die Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik würdigt. Sie bedeutet gemeinsames Streben zu einem hohen Ziel und beglückendes Verbundensein in der Suche nach Tugend oder Weisheit. Freundschaft ist für Aristoteles eine Tugend, die auch Staaten erhält. [2] Er unterscheidet drei Arten von Philia; sie ist gut, Lust bringend oder nützlich. Menschen, die des Nutzens oder der Lust willen Wohlwollen für einander hegen, lieben aber nicht einer den anderen an sich, sondern nur, was von ihm ausgeht und für das eigne Ich Vergnügen oder Nutzen bringt.

beglückendes Verbundensein über 3 Generationen

Um seiner selbst willen wird der Freund nur geliebt und ihm das Beste gewünscht in der Freundschaft, die er die vollkommene nennt; in ihr gilt Philia der ganzen Person des Anderen. Philia schließt Mitfreude an Schönem und Gutem ebenso wie Mitleiden an Üblem in sich ein, das den anderen betrifft. Kant krönt seine Darlegung von Tugenden und Pflichten des Menschen sich selbst und anderen gegenüber feierlich mit dem „Beschluß“ unter dem Titel: „Von der innigsten Vereinigung der Liebe mit der Achtung in der Freundschaft“. Sie bedeutet Gemeinschaft von zwei Personen durch ähnlich starke „wechselseitige Liebe und Achtung“. Sie sucht Teilnahme und sich Mitteilen, lebt ein Maximum an herzlichem Wohlwollen. Die Zartheit im sich Verstehen, ja eine „Süßigkeit der Empfindung“ – so nähert Kant die Philia kühn dem Eros an, – geht bis zum gefühlten „Zusammenschmelzen in eine Person“. Freundesliebe könne aber nicht im Affekt gründen, weil dieser in der Wahl „blind“ und in der Treue leicht „verrauchend“ ist“

verrauchend

M. Buber meint in seinem „Das dialogische Prinzip“ folgendes: „Das Du begegnet mir von Gnaden“, durch Suchen allein wird es nicht gefunden. Aber daß ich zu ihm das bejahende, wahrhaft persönlich den Anderen als ihn selbst meinende Grundwort Du spreche, ist „meine Wesenstat“. „So ist die Beziehung Erwähltwerden und Erwählen, Passion und Aktion in einem“; ich werdend spreche ich Du, Du sagend werde ich originales Ich. Solange wie „der Himmel des Du über mir ausgespannt ist“, schwinden die kausalen Determinationen eines gleichgültigen Universums; „der Wirbel des Verhängnisses“ zerrinnt, worin das Ich verloren war. Sinn und Zweck jeder Beziehung ist für Buber ihr eigenes Wesen, das ist die Berührung mit dem ersehnten Du; sie ist nicht Mittel für irgendetwas anderes. Denn durch solche Berührung „rührt ein Hauch des ewigen Lebens uns an“, [6] das bedeutet, wahre Begegnung ist ein Geschenk des Schöpfers an sein Geschöpf und verweist zuletzt auf ihn. 

Das Du begegnet mir von Gnaden…..auch über 3 Generationen

Der Gedichtband „Was es ist“ war ein Folgeband zu „Liebesgedichte“, welches 1979 erschien und Erich Fried einem breiteren Publikum bekannt machte. „Es ist was es ist, sagt die Liebe“ – das entspricht auch den Lehren der großen spirituellen Systeme. Höre auf zu urteilen, höre auf zu analysieren. Denn: „Es ist was es ist, sagt die Liebe“.

 Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
 
Erich Fried

Es braucht nicht viel für eine glückliche Liebesbeziehung. Genauer gesagt: vier Elemente. Wenn du sie dir bewusst machst und sie kultivierst, wird deine Liebe heilend für dich selbst und andere sein. Wahre Liebe vermag jede Situation zu heilen und zu verwandeln und unserem Leben einen tieferen Sinn zu geben.

Die vier Elemente wahrer Liebe

Eine erfüllte Partnerschaft besteht nicht aus Sexappeal oder ausgefallenen Praktiken im Bett. Einer wahren Liebe liegen Werte zu Grunde, die deiner Beziehung langfristig Stabilität geben können. Diese vier Elemente sind: liebende Güte, Mitgefühl, Freude und Gleichmut: maitrikarunamudita und upeksha. Wenn du diese vier Aspekte kultivierst, wird deine Liebe etwas sehr Heilsames bekommen und gleichzeitig auch transformierend wirken. Solange sich eine Beziehung nur um die Erfüllung äußerlicher Wünsche dreht, hat sie keine glückliche Zukunft. Eine wahre Liebe schenkt deiner Beziehung Tiefe und Vertrauen. Sie hilft dir, jeden Streit zu heilen und Krisen zu überstehen. 

Eine Liebesbeziehung zu führen, die auf diesen Werten basiert, ist möglich. Natürlich braucht es etwas Übung. Und anfangs wird es nicht ganz einfach sein, wenn du so richtig sauer bist, Mitgefühl und Freude zu entwickeln. Aber mit ein bisschen Geduld wirst du es schaffen. Es geht auch nicht darum, dass du deine Gefühle unterdrückst oder ausblendest. Aber diese vier Elemente wahrer Liebe helfen dir dabei, dich nicht mehr länger als Opfer zu fühlen, dich nicht in Eifersucht zu verlieren oder nachtragend zu sein. Möge ich frei von Anhaftung und Ablehnung sein, nicht jedoch gleichgültig. Thich Nhat Hanh

Engel Enkelin & Opa AleX

Liebende Güte – maitri

Liebende Güte ist das erste Element wahrer Liebe. Das Wesen liebender Güte ist es, Glück zu schenken. Du kannst für einen anderen Menschen ein Sonnenschein sein. Allerdings bist du das nur, wenn du mit dir selbst gut klarkommst und zufrieden bist. Schaff dir deshalb ein Zuhause in dir selbst. Nimm dich an, so wie du bist. Lerne dich selbst zu lieben. Mach dir bewusst, dass du selbst ein wunderbarer Mensch bist. Du bist einzigartig und liebenswert, so wie du bist! Lerne, durch Achtsamkeit stärkende Momente der Freude und des Glücks zu erfahren. Je glücklicher du mit dir selbst bist, desto weniger brauchst du einen anderen Menschen, und desto mehr kannst du einem anderen dann aus dir selbst und freiwillig schenken. 

Mitgefühl – karuna

Das zweite Element wahrer Liebe ist Mitgefühl. Es ist nicht zu verwechseln mit Mitleid. Mitgefühl bezeichnet unsere Fähigkeit, das eigene Leiden und das eines anderen Menschen zu verstehen. Wenn du dein eigenes Leid aus tiefstem Herzen verstehst, wirst du auch dem anderen helfen können, sein Unglück zu verstehen und zu verwandeln. Eine solche Haltung hat etwas sehr Befreiendes, weil es deinen eigenen Schmerz und den des anderen Menschen verwandelt.

Freude – mudita

Das dritte Element wahrer Liebe ist die Fähigkeit, Freude zu schenken. Wenn du weißt, wie du Freude erwecken kannst, stärkt das dich und die andere Person. Mit deiner Präsenz wirst du andere Menschen erfreuen und erstrahlen sowie wie frische Luft oder Frühlingsblumen oder ein strahlend blauer Himmel.

Gleichmut – upeksha

Das vierte Element wahrer Liebe ist Gleichmut und schließt alles mit ein. In einer tiefen Beziehung gibt es keine Grenze mehr zwischen dir und dem anderen Menschen. Du bist er/sie, und er/sie ist du. Sein/Ihr Leiden ist dein Leiden – und umgekehrt. Wenn du dein eigenes Leiden verstehst, wird dies auch dem geliebten Menschen helfen, weniger zu leiden. Mit einer solchen Haltung sind Leiden und Glück nicht länger individuelle Angelegenheiten: Was deinem Lieblingsmenschen geschieht, geschieht dir. Was dir geschieht, geschieht ihm.

Die folgende Meditation kann dich darin unterstützen, die vier Elemente einer wahren Liebe zu entwickeln. Es ist wie beim Sport oder Yoga: Je häufiger du sie übst, desto besser wirst du. Probier es doch gleich aus und mach diese Meditation mal über einen längeren Zeitraum täglich. 

Liebesmeditation

Möge ich friedvoll, glücklich und unbeschwert in Körper und Geist sein.
Möge ich sicher und frei von Verletzung sein.
Möge ich frei von Wut, Kummer, Angst und Furcht sein.
Möge ich lernen, mich mit Verständnis und Liebe zu betrachten.
Möge ich in der Lage sein, in mir die Samen der Freude und des Glücks zu berühren.
Möge ich lernen, die Ursachen von Wut, Begierde und Verirrung in mir zu erkennen.
Möge ich wissen, wie ich die Samen der Freude täglich in mir nähren kann.
Möge ich in der Lage sein, auf frische, gefestigte, freie Weise zu leben.
Möge ich frei von Anhaftung und Ablehnung sein, nicht jedoch gleichgültig.

http://www.liebevoll.jetzt

There is nothing love cannot face; there is no limit to its faith, its hope, and its endurance.
ST. PAUL

#108 „Das Reich der Fülle findet sich in einem leeren Fass ohne Mangel und ohne Boden“

Wir leben in einer Welt und Gesellschaft, in der es noch nie eine grössere Anzahl von Menschen in absoluter Armut, katastrophaler Wasser- und Hungersnot gab als dies heute, im Jahre 2021, sehr weit nach Christus, der Fall ist. Zugleich leben wir in den westlichen und den sogenannten industriellen Staaten, Ländern und Kontinenten in einer der reichsten Gesellschaften die es je gab. Überfüllt, übervoll und vollkommen übersättigt und satt mit viel zuviel von allem, dass wir tagtäglich, inzwischen in einer Art sehr fragwürdigem Selbstverständnis, Zig Tonnen dieses Überflusses wegzuwerfen bereit sind. Ebenso zur selben Zeit, also zeit – gleich, hat noch nie zuvor ein grösseres Mangelbewusstsein in den Gesellschaften der selben Staaten geherrscht als heute.

….sehr weit nach Christus

Ein Paradoxon? Nein, ganz und gar nicht: Jene , vergleichsweise wenigen, die sowohl vom Mangelbewusstsein, als auch vom Hunger und der Not der meisten Menschen mit unglaublich masslosen, unmenschlichen Profiten und Renditen profitieren, sind die selben, deren Geschäftsmodell zum einen der Profit um jeden Preis, und zum anderen der grossteils künstlich immer wieder zu erzeugende Mangel ist. Ja, es sind genau jene vergleichsweise sehr wenigen, die daran skrupel- und verantwortungslos die grössten Profite der Menschheit , die je gemacht worden sind, für sich und ihre Konzerne, Industrien und shareholders an den diversen Börsen verbuchen und damit tagtäglich mutwillig unser aller Lebensgrundlagen unaufhaltsam mehr, und mehr zerstören bis für immer vernichten. „Wir zerstören, was wir nicht verstehen“ sagt Fabian Scheidler sehr treffend in seinem aktuellen Buch „Der Stoff aus dem wir sind“, welches ich jeder und jedem aufgeweckten Zeitgenossen nur immer wieder ans Herz legen möchte.

„wir zerstören was wir nicht verstehen“

Man ist hartnäckig bemüht, dieses zu grossen Teilen künstlich erzeugte Mangelbewusstsein mit allen Mitteln der Bedarfserzeugung und unter allen Umständen aufrecht zu erhalten, auch wenn es auf der anderen Seite immer mehr Menschen in unfassbare Armut und grösste Nöte bis in den Tod stürzt und andere wiederum auf sehr hohem Niveau jammern lässt, in einem Gefühl, nie genug zu haben und nie genug zu sein. Auch wenn das bedeutet, dass immer mehr Arten tagtäglich ein für alle mal ausgerottet und ihres natürlichen Lebensraumes beraubt werden und man den Planeten Erde, auf dem wir in Wahrheit nur zu Gast sein dürfen, scham- und verantwortungslos bis zum geht nicht mehr ausbeutet. Also wenn es uns hierzulande und in den Industrienationen an etwas mangelt, wenn etwas hinten und vorne fehlt, dann ist es eines: Demut.

Demut

Das Gefängnis, zugleich das bittersüsse Gift des Mangels mitten im Überfluss ist meistens ein mittels Werbe- und Marketingmilliarden künstlich erzeugter Käfig, dessen Tor nach Innen, in das jeweilige Innenleben, Empfinden und vor allem Bewusstsein eines jeden Menschen rein theoretisch zwar permanent offen steht, aber dessen riesengrosse, grelle Werbe- und Marketing Fenster uns im Aussen gefangen halten und uns einerseits ständig eine als Leben verkleidete Illusion eines optimalen, optimierten, von Wettbewerb und Effizienzdenken getriebenes Daseins in einer Art Schlaraffenland vorgaukelt, wo man jederzeit und immer alles sofort haben kann und man uns andererseits permanent das Gefühl vermittelt, dass wir einfach nicht gut, schön, reich, smart, schlank, erfolgreich, schlau, ein – und ausgebildet, glücklich, satt und selbst optimiert genug sind wie wir nun mal sind.

Mangel in der Fülle

Wer in einem ständigen Bewusstsein des Mangels lebt, also die meisten von uns, kann nie genug bekommen = wir brauchen das Leben als Erfüller unserer eigenen und vor allem fremder Erwartungen und dieser künstlich erzeugten Bedürfnisse. Also leben wir in einem permanenten Bewusstsein, dass gerade immer zuwenig von allem da ist und das nächst bessere erst kommt. Dann. Nein. Nicht Jetzt. Dann. Denn „hier“ und „jetzt“ darf auf gar keinen Fall auf auch nur irgendeine Weise zufriedenstellend sein.

Zugleich ist Mensch im Begriff sich über alles und jedes, einschliesslich sich selbst zu erhöhen, im Glauben alles kontrollieren zu können, zu müssen, zu dürfen, alles verstanden und bewiesen zu haben, jede Ursache und Wirkung erforscht und bewiesen zu haben. Nur dass dem schlicht und einfach nicht so ist. „Little did they know“ hätte mein leider viel zu früh von uns gegangener Freund Delmar Brown gesagt.

„little did they know“

Zu allem Überfluss hat die westliche Wohlstandsverwahrlosung und ihre von dieser Mangelerzeugung profitierenden Protagonisten auch noch all die Konzepte, Kurse, Coachings für dies und gegen das, Optimierunswahnsinn, Programme und Heilversprechen erfunden, um die permanente Bobo Sucht, sich über Probleme, Ungerechtigkeiten und Verschränkungen, im schier unendlichen Labyrinth der Psyche in erster Linie permanent mit sich selbst beschäftigen zu dürfen, im selbstverliebten Austausch gegen zumeist üppige Honorare zu befriedigen.

Guter Rat muss nicht teuer sein, und teurer Rat ist auch nicht immer gut. Da rennen wir nun voll gestresst, rast und ruhelos rum, als wären wir nichts anderes als ein Container von Konzepten. Die Sucht nach der permanenten Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit und Biographie, den damit einhergehenden Gedanken und Gefühlen, meist weit aus der Vergangenheit mühsam immer weder hin- und herzitiert, xmal überlegt, interpretiert, umgestochen, be- und wieder ausgegraben, analysiert und evaluiert, nur weil man nicht sich anscheinend, bloss das nicht, im Jetzt zu sein getraut. Klingt irgendwie sehr hoffnungslos.

teuer Rat muss nicht gut sein…..

Ausser man ist irgendwann gewillt, einmal richtig leer zu werden, komplett leer zu sein, sich vollkommen leer zu machen, leer von Bedarf, Hunger nach allem Möglichen und Unmöglichen, leer von der eigenen Geschichte, der eigenen Persönlichkeit, leer von Glaubenssätzen, Vorwürfen und Verurteilungen, leer von Bedürfnissen und Befindlichkeiten, der rastlosen, mühsamen, anstrengenden, stressvollen Suche und Hetze nach möglichst viel Geld, Liebe, Erfolg, Fitness, Schönheit, damit das Leben überhaupt einmal eine Chance bekommen darf, mich und sich zu „erfüllen“. Wenn man ständig übersättigt, satt und voller Erwartungen und Befindlichkeiten ist, wo soll denn da Platz für Er – Füllung sein???? Und Ja, das kann natürlich, leider, leider, wenn, dann auch nur im Hier und Jetzt geschehen. Dort, wo die meisten von uns kaum bis nie gelernt haben, zu Sein, wo aber der einzige Ort der Fülle und der Fluss des Lebens ist, das Leben in seiner Wahrhaftigkeit und Tatsächlichkeit immer und ewig stattfindet. Wenn man tatsächlich glaubt, dass nie genug da ist, dann kann man sich auch praktisch nie in Frieden und in aller Ruhe je mit dem Geschenk des Lebens auf Augen- und Seelenhöhe zusammensetzen und treffen.

Er – Füllung

Darum geht es eigentlich ursprünglich ja auch in der Fastenzeit, um das leer machen, um bewussten Verzicht, um innere Reinigung, das bewusste Stoppen eines Überflusses damit sich wieder erfüllen darf was sich erfüllen will und kann.

Wer irgendwann verstanden hat, zugleich in einem Bewusstsein der Leere und der ihr auf Schritt und Tritt folgenden Fülle zu leben, der oder dem wird in Wahrheit kaum bis nichts wahrhaftig Essentielles fehlen, weil man weiss, erkannt, gelernt hat und sich dessen in vollem Vertrauen auf die Geschenke des Lebens bewusst ist, dass man vollkommen genug ist wie man ist, und dass man auch nichts braucht, um einfach einmal entspannt „Sein“ zu dürfen. So erfährt man das Leben als ein einzigartiges, wundervolles Geschenk voller Wunder im Hier und Jetzt, die man aber erst wirklich wahrzunehmen in der Lage ist, wenn man sich nicht mehr in einer ständigen Hetzte nach dem nächst Besseren befinden muss. Weil das Beste doch genügt, schon da „ist“ und schon immer, wenn auch unbemerkt, da war.. Das beste Leben , welches wir haben, welches uns hat und welches wir je hatten. Eines der wundervollsten Tools dorthin, oder hierher, in das Hier und Jetzt, ist die Dankbarkeit, das am besten tägliche sich Bewusst machen und bewusst werden dessen, was „ist“.

wundervoll, ein Geschenk voller Wunder

Liebe Lunge, danke – dass du mich in und durch dieses wundervolle Leben atmest, und Dir, liebstes Herz, danke – dass du mich durch dieses spannende, aufregende, herausfordernde und liebevolle Leben schlägst.

….. im Flow, im Fluss

Frohe Ostern und ein paar ruhige, besinnliche und friedvolle Tage wünsche ich uns allen, Euer AleX

#107 „Die Stille im Auge des Orkans, in der Ritze zwischen dem „recht haben müssen“ und dem Privileg, ein Trottel sein zu dürfen“

Richtig oder Falsch. Wahrheit oder Lüge. Phantasie oder Realität. Gut oder Schlecht. Faktum oder Annahme. Wissenschaft oder Aluhut. Links oder Rechts. Tag oder Nacht. Licht oder Schatten. Kontrolle oder Laissez Faire. Wissen oder Dummheit. Schlau oder einfach zu blöd. Willkommen in der goldenen Mitte der Spaltung, willkommen in der Stille und der Ruhe der Spalte, in der Stille und Ruhe und im Frieden der Ritze zwischen den beiden Polen der Spaltung, der angeblich hoffnungslos gespaltenen Lager, einer angeblich ebenso hoffnungslos gespaltenen Gesellschaft. Willkommen im absolut ruhigen, friedlichen und stillen Auge in der Mitte und im Zentrum des Orkans. Gesellschaftliche Spaltungen nehmen zu – zwischen Alt und Jung, Stadt und Land, Analog und Digital. Die Gräben werden immer größer. Wie kann man Spaltung entgegenwirken?

die Gräben werden immer grösser…..

Ist die gesellschaftliche Mitte selbst ein Teil des Problems?

„Möglicherweise ist die nach Zusammenhalt rufende gesellschaftliche Mitte selbst ein Teil des Problems, das sie beklagt. Sie verurteilt zwar Hass im Netz, hat es aber über Jahrzehnte versäumt, dem deutschen Strafgesetzbuch auch im Internet Gültigkeit zu verschaffen. Erst in jüngster Zeit gibt es Bemühungen, Onlinehetze juristisch zu verfolgen.

Man kann nämlich auch eine andere Gesellschaftsdiagnose aufstellen. Die geht so: Wir leben in einer Zeit nie erlebter Demokratisierung der Öffentlichkeit. Jeder Mensch mit einem Internetanschluss hat die Möglichkeit, Sender zu sein, in Eigenregie Texte, Podcasts oder Videos zu veröffentlichen und somit am großen veröffentlichten Gesellschaftsgespräch teilzunehmen.

Gesellschaftsgespräch

Die demokratische Verfasstheit der Gesellschaft verteidigen

Vielleicht ist die viel beschworene Polarisierung ein Trugbild der politischen Mitte. Vielleicht sind rechtsfreie Marktplätze des Hasses und der Einzeltäterradikalisierung das Problem. Die Mitte darf nicht untätig zuschauen, wie ihr Ort im politischen Spektrum durch gezielte verbale Überschreitungen verschoben wird.

Die politische Mitte wird gestärkt, wenn sie sich geschlossen gegen die Aushöhlung demokratischer Umgangsformen zur Wehr setzt und gemeinsam die Gefahr für die Demokratie benennt: den demokratisch gewählten Rechtsradikalismus, dessen Kontakte zum rechtsextremistischen Lager belegt sind. Das Gerede von der Polarisierung unterstellt eine vergleichbare Gefahr von links, die es nicht gibt. Zahlen sagen übrigens aus, dass politisch motivierte Gewalt überwiegend von rechts ausgeübt wird.

Eine Mitte, die sich unbeteiligt gibt und sich nicht gegen das rechte Projekt erhebt, schafft sich als politische Mitte ab. Es sind nicht linke oder liberale Vorstellungen von Gerechtigkeit, die unser Gemeinwesen attackieren. Der Angriff wird geführt von Ideologen der Ungleichheit und der Ausgrenzung.“ ( Der Schriftsteller Bodo Morshäuser für Deutschlandfunk Kultur )

Ungleichheit der Ausgrenzung

„Jetzt nehmen Stimmen zu, die eine in sich zerfallene, eine gespaltene Gesellschaft für ihren aktuellen Zustand halten. Das Wahlverhalten in den Vereinigten Staaten, wo sich die Bürger in Blöcken unversöhnlich gegenüberstehen, ist dafür nur ein besonders illustrativer Fall. Regelmäßig wird hierzulande berichtet, dass die Spaltung zwischen Ost und West unüberwunden ist. Keine Woche vergeht überdies, wo sich die Wähler gleichmäßiger über das Parteienspektrum verteilen, in der nicht Zahlen zu anderen vermuteten Spaltungen vorgelegt werden. Etwa zur wachsenden Einkommensungleichheit. So gehört immer weniger Personen immer mehr: Auf gut siebzig Millionen Leuten weltweit, heißt es beispielsweise, verteilten sich zwei Drittel des Einkommenswachstums der beiden Jahrzehnte nach 1989.“ ( Jürgen Kaube, Herausgeber der FAZ, der Frankfurter allgemeinen Zeitung)

eine in sich zerfallende, gespaltene Gesellschaft

Die Corona-Krise hat viele gute Eigenschaften in den Menschen hervorgeholt. Solidarität, Hilfsbereitschaft und Empathie sind positive Begleiterscheinung der sonst so herausfordernden Zeit. Ob digital in den sozialen Medien oder analog per Aushang – die Hilfsangebote sind vielfältig und reichen von Einkaufshilfen über ehrenamtliche Tätigkeiten bis hin zum Bereitstellen der eigenen Kompetenzen für wohltätige Zwecke.

Doch obwohl in dieser schwierigen Situation viele Menschen zusammenstehen und Zivilcourage zeigen, lässt sich dennoch eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft feststellen. In vielen europäischen Ländern finden Proteste gegen die Corona-Maßnahmen statt, auch in Österreich gehen Menschen auf die Straße. Verschwörungstheorien und Falschinformationen werden mit den sogenannten sozialen Medien eine Bühne geboten. Das Hauptproblem erkennt Dr. Alexander Bogner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, in den Wissenskonflikten innerhalb der Gesellschaft: „Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der viele Konflikte als Auseinandersetzungen um das richtige Wissen ausgetragen werden. Das bedeutet: Wer an einem solchen Konflikt teilnehmen will, muss auch über profundes Know-how verfügen. Wenn man es aber nicht schafft, die eigene Position auf eine gewisse Expertise zu stützen, kann ein Ausweg darin liegen, die etablierte Faktenwelt auf den Kopf zu stellen. Das kann man im Zuge der Corona- Krise bei vielen Demonstrationen gut beobachten.“

Wissenskonflikte

„Die Studie „Umkämpfte Solidaritäten“, an der ich beteiligt war, zeigt, dass die Grundlagen für Brückenschläge zwischen den Spaltungslinien durchaus vorhanden sind. Jene können auf verschiedenste Weise unterstützt werden. Der Vorherrschaft des Leistungsprinzips, das den individuellen Markterfolg betont, könnte durch die Aufwertung des Bedarfsprinzips begegnet werden, das sozialstaatliche Leistungen aufgrund von Bedürfnissen unabhängig von zuvor erbrachten (Arbeits-)Leistungen gewährt. Einer einseitigen Fokussierung auf Unterschiede zwischen den Menschen könnte man – wie die kanadische Soziologin Michèle Lamont vorschlägt – einen „einfachen Universalismus“ entgegenhalten, der darauf fokussiert, was Menschen überall auf der Welt gemeinsam haben. Der wachsenden Kluft zwischen Reich und Arm ist mit einer entsprechenden Umverteilungspolitik beizukommen. Zu guter Letzt muss eine offene Gesellschaft daran interessiert sein, möglichst vielfältige Räume zu haben, wie zum Beispiel eine gemeinsame Schule, in denen sich unterschiedliche soziale Gruppen begegnen können. Wobei auch klar sein muss: Begegnung allein garantiert noch keine Einsichten und kein Verständnis. Aber sie wäre eine notwendige Voraussetzung dafür. „(Carina Altreiter ist Postdoc und Projektleiterin am Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien.)

einfacher Universalismus

Ich bin dem Schicksal tagtäglich unendlich dankbar, dass es mich von der Bürde und Last einer der derzeit wohl grössten globalen Spaltungsmaschinerien namens Fakebook ein für allemal befreit hat, für den dadurch gewonnenen, Meinungsfreien und lebensbejahenden Raum zur weiteren Entfaltung meines kreativen Schaffens und meines intuitiven Seins, in einem Leben in möglichst grossem Einklang mit mir, meinem essentiellen Selbst und damit den Liebsten, der engeren und erweiterten Familie, den soulbrothers und soulsisters, den inspirierenden, beschützenden, wegweisenden und helfenden Engeln, die mir das Leben tagtäglich mit all seinen Herausforderungen, Chancen, oft in zu überwindenden Hürden versteckten Perlen und den Geschenken in Fluchverpackung auf mein fettes Lebenskonto überweist. Mit Meinungen, egal welchen und egal worüber oder wozu, hat auf jeden Fall noch nie jemand die Welt verändert.

Lebenskonto

Vor kurzen musste ich fluchtartig ein Gespräch mit einem mir wirklich über die Jahre lieb gewonnenen Bekannten verlassen, als mir dieser versucht hatte, den sinnlosen Scheiss mit den Masken anhand eines Videos, welches er im internet gesehen hatte, an den Kopf zu schmeissen, und als ich im Gehen begriffen war, mit Maske, er ohne, mir nachrief, dass „die ja genau das wollen“, diese Spaltung, ohne zu bemerken, dass er im selben Moment ja selbst ein Teil der „die“ war. In einem darauf folgenden kurzen sms Austausch meinte er dann zum Schluss:“Wir alle haben recht“ wozu ich nur sagen kann: Ich will nicht „recht haben“. Wenn es uns nicht gelingt, einen Raum zu schaffen, wo jemand auch „nicht recht haben darf“, ohne sie oder ihn auszuschliessen oder zu verurteilen, haben wir es big time komplett vergackt.

vergackt…..

Meine Liebste hat das folgende zum Thema „Spaltung“ vor nicht allzu langer Zeit so wunderbar formuliert: sich von den in unglaublicher Dichte verstreuten Widerhaken, Fangnetzen und Ködern weder auf die eine noch auf die andere der angeblich nur jeweils 2 vorhandenen Seiten ziehen oder von ihnen vereinnahmen zu lassen, sondern „bei sich“ in der kleinen stillen Ritze dazwischen, gleichsam im stillen und friedlichen Auge des darum herum lautstark tobenden Orkans zu bleiben. Dieses Bild ist seitdem immer bei mir und es gibt jede Minute zahlreiche Möglichkeiten, sich darin zu üben und als bewusst lebender Mensch daran zu wachsen .

…….

Die meisten von uns sind eben nicht „bei sich“ sondern in einer Welt im Aussen gefangen, als wäre dies die einzige Welt, die es gibt. Also „ausser sich“. Dort will die Konsumgesellschaft und ihr böser Stiefvater, der Kapitalismus, wo einige wenige sich auf Kosten der meisten von uns bis ins unermessliche bereichern, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, gefangen halten. Im Informationszeitalter der Zerstreuung, der Zerstörung aller analogen und natürlichen Lebensgrundlagen mittels der Kunst und dem Werkzeug der gnadenlosen Ablenkung und Umleitung, auf die digitalen und virtuellen Autobahnen auf die Spitze des Turms zu Babel.

Es scheint mir so zu sein, als gäbe es jetzt eine riesengrosse, einmalige, möglicherweise für uns Menschen letzte Chance einer Bewusstwerdung dessen, dass alles gigantische, inzwischen viel zu gross und fett und überheblich und ignorant und arrogant gewordene langsam aber immer schneller und sicher über die eigenen Beine zu stolpern beginnt, egal ob es sich um narzisstische amerikanische Ex – Präsidenten, eingebildete österreichische Spitzenpolitiker, Riesen Frachter im Suezkanal oder eine vollkommen verrückt gewordene Konsumgesellschaft, im Kollektiv vollkommen ausser sich, handeln mag. Der Turmbau zu Babel ist wieder einmal heftig ins Wanken geraten und wir dürfen ihm erste Reihe fussfrei beim einstürzen zuschauen. Obacht, dass uns die Trümmer nicht auf den Schädel oder um die Ohren fliegen. Welche Meinung wir dabei glauben verteidigen zu müssen, spielt bei all dem herzlich absolut keine wie auch immer geartete Rolle.

Bewusstwerdung

Die Kunst scheint mir in der Tat in der Herausforderung zu liegen, sich vom einen Ufer der Besserwisser über den Informationsfluss der Alles Wisser auf diesem schmalen Steg zum anderen Ufer hin zu bewegen, voll und ganz bei uns, sich im „bei sich“ und mit sich im Einklang sein übend und an den Händen haltend, voller Vertrauen hinüber und darüber hinweg zu gehen, auf ein Ufer zu, von dem wir alle noch nicht genau wissen, was uns dort erwarten könnte. Hinein in ein Meinungs- und Urteilsfreies Land, das erst entdeckt werden will, in eine Gemeinschaft, die nicht recht haben muss, die aber auch „nicht recht haben“ darf, die allerdings erst wahrgenommen werden wird, soweit wir den Mut aufbringen diesen für uns alle neuen Raum gemeinsam zu betreten, der jetzt miteinander, liebe- und verantwortungsvoll aus einem gemeinsamen Anliegen heraus, der Wiederentdeckung des „Mensch Seins“ und wieder ein nicht perfekter, liebevoller und liebenswürdiger Mensch zu werden und „sein“ zu dürfen, geschaffen werden kann.

der schmale Steg

#105 „Kunst und Kultur sind Lebensmittel für die Seele, denn zum Mensch sein gereicht es nicht zu arbeiten, zu konsumieren und zu schlafen…“

…..auch wenn sich die Wirtschaft, die Wirtschaftstreibenden und die permanenten Treiber der Wirtschaft und Anbeter des Bruttonationalproduktes das so gerne wünschen, vorstellen und erträumen würden. Ich habe nichts gegen die Wirtschaft als solches, aber gegen eine ungerechte Wirtschaft habe ich sehr wohl etwas, eine Wirtschaft wo die Schere zwischen Arm und Reich rasant weiter und weiter auseinander geht, und immer wenigere auf Kosten der meisten ihre Profite machen, die alles andere als gerecht verteilt werden. Und JA, genau das ist die Wirtschaft, die uns derzeit alle beherrscht und von der wir uns nach wie vor alle beherrschen lassen.

beherrschen

Im Parlament ist man gerade ( Donnerstag, 25.3. 2021) bemüht, besonders von Seiten der TürkisGrünen, einen Antrag auf ein freiwilliges Kulturjahr, ähnlich dem sehr beliebten freiwilligen Sozialjahr, abzulehnen. Was für ein furchtbar dummes, ignorantes, unmenschliches und völlig aus einer gesunden Balance geratenes Ansinnen soll das denn sein bitte? Was für ein trauriges Signal bzw. was für ein Offenbarungseid, wie weit man sich im TürkisGrünen Lager täglich in rasantem Tempo immer weiter von einem Mensch Sein dürfen und sich als Mensch überhaupt noch spüren können, von einem ganzheitlichen Verständnis von Menschlichkeit meilenweit entfernt und sich verrannt hat. Lieber wie die virtuellen Vorzugsschüler Lemminge im blinden Vor- und Nach – Hecheln in Richtung einer digitalen, Autobahn um jeden Preis nach Nirgendwo unter den ersten sein zu müssen, was uns mit Sicherheit weder mehr Menschlichkeit noch Gesundheit, noch Lebensfreude, noch Heilung als inzwischen ohnedies bereits todkranke Gesellschaft bescheren wird können.

aus einer gesunden Balance geraten

Generell: wenn man, so wie ich heute, es wagt in eine parlamentarische Sitzung reinzuhören und reinzuschauen, dann ist , wenn man einigermassen bewusst und hellwach durch sein Leben zu gehen gelernt hat, eines vollkommen offensichtlich: Diese gesamte Parlamentsmannschaft, egal welcher Partei oder der bei allen vormals relevanten und inzwischen fast zur Gänze verblassten inhaltlichen Gesinnung sitzt, schwimmt, streitet und brütet in ihrer vollkommen autarken, eigenen Blase, zu grossen Teilen, meist vollkommen jenseits jeder wahrnehmbaren Realität, Notwendigkeiten und Herausforderungen unserer Zeit und Gesellschaft ausschliesslich mit ihren eigenen Befindlichkeiten und nicht enden wollend vornehmlich mit sich selbst beschäftigt vor sich hin.

hellwach durch das Leben…..

Von echter Innovation, weit und breit nichts in Sicht. Von Kreativität, kaum eine Spur. Geschweige denn von irgendeiner Art von Bewusstsein, geschweige denn Verantwortungs – Bewusstsein, dass der einzige noch verbleibende, gangbare und mögliche Weg aus egal welchem Schlamassel einer dringenden Redefinition und Neuerfindung so gut wie aller und sämtlicher Rahmenbedingungen, Verhaltensmuster, Strukturen und Herangehensweisen voraussetzt, die uns ja seit Jahrzehnten überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht haben. Aber das kommt dort, wie gesagt, einfach schlicht und einfach nicht vor. Es ist ein hochaufgeregtes Rumrühren und Rumblubbern im ewig gleichen, kranken, alten, vollkommen von der Realität schon längst ohne Blinken überholten unnötigen Scheiss.

rumrühren…..

Da diskutiert man tatsächlich in der immer brauneren Sosse diverser , reichlich vorhandener Egos, Selbstdarsteller und Narzissten, ob Friseure auf- oder zusperren dürfen, ob der Handel und die Schilifte unbedingt offen bleiben müssen, ob die Schulen wieder in das so genannte „Distance Learning“, auf deutsch und übrigens auch auf österreichisch: in den Fernunterricht geschickt werden sollen, ob die Gastronomie und die Hotels, die letztes Frühjahr und Sommer bis in den Herbst trotz Pandemie ganz gut am Start sein konnten, weiter geschlossen bleiben sollen und wer schuld daran ist, dass es zwar riesige Impfstrassen aber kaum Impfungen zu verimpfen gibt.

Fern – unterricht

Die Kunst und die Kultur bleiben ohne grosse Aufregung, ohne Zweifel geschlossen. Keine Frage. Das wird einfach, in einer Art abgehobener Verständlichkeit, in einem inzwischen pandemischen Selbstverständnis so gut wie parlamentarischer Kritiklosigkeit so an- und hingenommen. Da hat man bzw. will man etwas nicht verstehen bzw. versucht alles Menschenunmögliche zu tun, um uns diese Quelle, dieses, zusammen mit der Natur so dringend notwendige Lebensmittel als Basis für alles, was für ein gesundes Mensch sein essentiell und wichtig ist, ohne Genierer weiterhin vorzuenthalten, damit wir diesen Hunger und Durst offensichtlich bis auf weiteres, auf der digitalen Autobahn zum perfekten Konsumenten und vollkommen transparenten Bürger, inklusive unserem menschlichen Selbst, anscheinend am Besten auch nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn, tatsächlich spüren sollten. Ein trauriges Weltbild.

Durst

Was für eine Zeit ist das, in der wir leben müssen. Müssen wir ? Wirklich? Müssen?

Wir leben in einer Zeit brutaler permanenter Ablenkung vom Wesentlichen und der systematischer Zerstreuung einer Wahrnehmung und in einem Bewusstsein, wo es anscheinend ausschliesslich nur mehr um die laute, schrille, bunte, verführerische, von diversen Influencern permanent gepushte Welt im Aussen geht, als wäre dies die einzige Welt, die „ist“. Wir fallen damit quasi in einem permanenten Strom der Ablenkung in die äussere Welt hinein , auf sie hinein und wundern uns zugleich über Burn Out, was immer da systematisch verbrannt wird und wurde, über Stress, Ruhe- und Rastlosigkeit, Schlafstörungen, Krebs, Panik Attacken ohne Ende und dass wir es anscheinend nicht mehr schaffen, entspannt und glückselig im „Flow“ des Lebens mitzuschwimmen. Ohne dem Geschenk der lebenswichtigen „langen Weile“, der inneren Ruhe und Stille, um überhaupt noch eine Chance zu haben, mit unserem essentiellen, tiefsten Selbst, mit unserer Seele in Kontakt kommen zu können, ohne die lebensnotwendigen seelischen Zufluchtsorte, Tankstellen und Rettungsinseln der Musik, des Tanzes, der Bilder, Gemälde, Photos, Bücher und Skulpturen, Theater und Oper, Film, Lesungen und Performance, die , zusammen mit der Natur, alle unsere Herzen und unsere Seelen zutiefst zu berühren imstande sind. Nein, das will „man“ nicht, das „darf anscheinend nicht mehr sein“.

Zufluchtsorte, Tankstellen und seelische Rettungsinseln

„Die Bläue des Blau ist nirgendwo ausserhalb der eigenen Wahrnehmung zu finden. Auch ein Neurochirurg, der die graue Masse eines lebenden Gehirns aufschneidet, wird sie dort nicht finden. Aber deshalb ist die Bläue des Blau um nichts weniger real als das von aussen beobachtete Gehirn, das der Chirurg untersucht. Ein Weiteres anschauliches Beispiel dafür , dass äussere Beschreibungen uns nichts über erlebte Qualitäten verraten können, ist die Musik. Keine noch so genaue Analyse der akustischen Wellen, der mathematischen Verhältnisse zwischen den Tönen und meiner Gehirnströme kann etwas darüber sagen, was ich höre, was ich erlebe. Ich kann zwar allgemeine Aussagen treffen, ich kann auch untersuchen, welche Hirnregionen beim Hören aktiv sind; aber die gehörte Qualität, der spezifische emotionale Gehalt einer Akkordfolge oder eine Melodie lässt sich daraus nicht ableiten. Das Gehörte ist weder in den Schallwellen noch in den Gehirnströmen zu finden, es existiert nirgendwo ausserhalb meiner Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist unreduzierbar und nicht wegzudiskutieren, sie ist die primäre Wirklichkeit der Musik. Sie ist Teil des Stoffes, aus dem wir sind.“ (Fabian Scheidler, „Der Stoff aus dem wir sind“)

die Bläue des Blau

Diese persönlichen inneren, sehr individuellen Erlebnisse ist man dabei, uns systematisch nicht nur weiterhin in einer Selbstverständlichkeit vorzuenthalten, Nein, sie werden uns systematisch gestohlen indem man versucht, uns im Aussen und in der virtuellen, digitalen Oberfläche als perfekte Konsumenten, denen permanent etwas verkauft werden muss, was am besten gelingt, solange wir nicht mehr mit unserer Essenz, mit unserer Seele in Kontakt und in ein gesundes Verhältnis treten können, gefangen zu halten.

individuelles Er – Leben

Oder wie es der wunderbare Dr. Ha Vinh Tho so treffend formuliert, der dem Staat Bhutan wesentlich mitgeholfen hat, das Wohlbefinden des Staates und seiner Menschen nicht über das Brutto Nationalprodukt sondern, als bislang einziger Staat der Welt, über ein Brutto Nationalglück zu definieren: „Die Art und Weise, wie wir die Natur, unsere Welt zerstören und wie wir miteinander glauben umgehen zu können oder zu müssen, ist nur ein Zeichen dafür, wie sehr wir nicht mehr imstande sind mit uns selbst im Einklang zu leben. Zum Beispiel nur die Fähigkeit zuzuhören ist essentiell für jede Art von guter Beziehung. (Und da besonders die Fähigkeit, zuzuhören um zu verstehen und eben nicht um zu antworten Anm.) Wenn ein Mensch keine innere Ruhe hat, kann er auch nicht zuhören. Liebe und Verständnis sind nicht zu trennen. Wenn Liebe nur ist, was ich brauche von dem anderen, dann ist es keine echte Liebe.

zer – stören

Äussere, in einem Gleichgewicht befindliche Grundlagen für die Ermöglichung eines glücklichen Lebens: 1) Umwelt, ökologische Resilienz und Gesundheit als Basis für alles andere. 2) eine inklusive, gerechte, nachhaltige Art des Wirtschaftens, einer Wirtschaft im Dienste der Menschen und ihrer berechtigten Bedürfnisse, wo niemand vergessen wird 3) Kultur: Wissenschaft, Kunst und Spiritualität. Wenn diese Drei nicht vorhanden sind in einer Gesellschaft, dann ist es nicht wirklich menschlich. Da können wir als Menschen gar nicht aufblühen. und 4) Politik, die den Rahmen schaffen sollte, in dem wir leben, auf Basis dessen, ob ihre Entscheidungen der Mehrheit der Menschen Glück und Wohlbefinden bringt“

Back in the days with my man Oliver & http://www.cafedrechslerband.com sharing a stage with Parov Stelar @ Posthof Linz

https://eiblinskidrums.com/2018/07/19/im-gespraech-mit-alex-deutsch