#151 „Alkohol“

Ich bin zwar überhaupt nicht, wie ja die meisten von uns in den westlichen, wettbewerbsgesteuerten Industrieländern und ihren Nacheiferern auf der Überholspur aus dem kommunistischen Hintergrund, über oder unter zu Hilfenahme des Alkohols sozialisiert worden, aber ich hatte und habe da nach wie vor und immer wieder meine einschlägigen und einschlagenden Berührungs- und Reibungspunkte, Beobachtungen und Reflexionen zu diesem Thema. Auch kann man sicher nicht behaupten, dass ich ein militanter Antialkoholiker sei, wie ich auch keinesfalls ein militanter Nichtraucher bin, obwohl ich mich vor Jahren von der Last des „Rauchen müssens“ befreien konnte.

Reflexionen

Nein, ich trinke hin und wieder gerne mal ein gutes Gläschen Wein, bevorzugter Weise im Kreise meiner Liebsten, und ich verschmähe da oder dort auch nicht einen richtig guten Grappa zum genau so richtig guten Kaffee oder auch gerne ein vorzügliches Gläschen Gin, wie ich auch hin und wieder gerne mal eine selbst gedrehte Zigarette paffe, allerdings nicht inhaliere, die ich zumeist im Rahmen eines Café Drechsler Konzertes von meinem lieben Freund und Bass Buddy Oliver schnorre, der dieses Vergnügen auch immer wieder gerne mit mir zu teilen scheint. Bier hat mir noch nie so wahnsinnig gut geschmeckt, was zur Folge hat, dass ich so um die 5 – 6 Biere trinke, wie ein guter Österreicher das eben imstande sein kann, allerdings über ein ganzes Jahr verteilt und nicht an einem Wochenende oder gar an einem einzigen Tag.

gerne mal ein gutes Glas Wein

Sprich: ich kann mit Alkohol, was ich Jahrzehnte lang mit Zigaretten schlicht und einfach nicht hinzukriegen wusste und was dann für mich schlussendlich auch der entscheidende Punkt war, das „Rauchen Aufhören“ gezielt in Angriff zu nehmen: ich „muss“ nie trinken, aber ich „kann“ leicht und darf es jederzeit befreit und genussvoll tun, wenn ich eben mag. Punkt. That’s it. No more, no less. Das heisst: ich habe mit Alkohol, im Unterschied zu Tabak, nie eine Abhängigkeit entwickelt. Ich denke weder täglich daran, ich habe auch keine Zeitpläne, ab wann und zu welcher Tageszeit man oder ich mein erstes Gläschen trinken darf oder wo die nächst besten Gelegenheiten sich auftun könnten, völlig unverdächtig und mit all dem gesellschaftlichen und katholischen Sanctus ich wieder zu meiner Krügerl, Flascherl, Stamperl, Schluckerl Ration gelangen könnte, oder wie all die dafür gängigen Verniedlichungsformen und Kosenamen auch heissen mögen.

no more, no less

In Sachen Rauchen und Zigaretten war ich diesbezüglich allerdings ein Vollprofi und mehr oder weniger gute Gründe, schnell noch eine zu rauchen, waren mannigfaltig, unzählig like hell und ein kuschelwarmer Pool für meine reichlich vorhandenen, nur all zu oft als Kreativität getarnten Ausreden, zumeist vor mir selbst und meinem inneren Richter gegenüber. Mitbewerber und Mitraucherinnen gab es vor Jahrzehnten, wo rauchen ja oft noch richtig cool gewesen zu sein schien, auch immer noch mehr als genug und man fühlte sich in den diversen rauchenden und endlos intellektuell und siebengscheit vor sich hin quasselnden Runden ja gleich einmal zu Hause, egal wo immer man da auch tatsächlich gewesen sein mag.

…egal wo immer man da auch tatsächlich gewesen sein mag.

Jetzt hat in einem wunderbaren Gespräch vor ein paar Wochen der deutsche Neurobiologe und Hirnforscher Prof. Gerald Huether eine für mich wirklich beeindruckende und sofort nachvollziehbare, wissenschaftlich fundierte Erkenntnis mir gegenüber eröffnet, und zwar, dass eine der wesentlichen Triebfedern und Grundbedürfnisse unserer menschlichen Existenz jene ist, unbedingt „dazuzugehören“ zu wollen. Laut ihm haben wir das in den Monaten im Mutterleib, inniglich und absolut überlebensnotwendig zugleich durch die Nabelschnur mit unseren Müttern verbunden, erfolgreich verinnerlicht und gelernt und dort hat sich dieses Bedürfnis und diese Sehnsucht bereits entwickelt, also lange bevor wir sozusagen „das Licht der Welt erblicken durften“.

dazugehören wollen

Warum erwähne ich das jetzt? Na weil ich der festen Überzeugung bin, wie bereits eingangs erwähnt, dass Alkohol eine extrem starke und untrennbar damit verbundene soziale Komponente hat und die meisten von uns eben über dieses Bedürfnis, dazugehören zu wollen, über die Nabelschnur des Alkohols und die unzähligen damit verknüpften und in Verbindung stehenden Möglichkeiten und das Ritual des miteinander, gemeinsamen Trinkens sozialisiert worden sind und nach allen Regeln der Manipulationskunst einer gigantischen dahinterstehenden Wirtschaftsmacht und buchstäblich allen Finanzämtern dieser Welt gemeinsam im Chor nach wie vor zum Alkoholkonsum ermuntert werden, und das über hunderte, ja: fast tausende von Jahren: Eine höchst profitable Konditionierungs – und Erfolgsgeschichte.

die Nabelschnur des Alkohol…..

Dass dabei die Übergänge, wie beim Rauchen, Medikamentenkonsum, Essen, Internet, Gambling und anderen, potentiellen Süchten mehr als heimtückisch fliessend sind, ist leider eine die nicht enden wollende Feierlaune begleitende, knallharte Realität. Wie viele Österreicher, und ich rede jetzt einmal nur von uns, würden sich als Alkoholiker bezeichnen, weil sie sich doch „nur“ 1 – 4 Achterl, ein paar Sommersprizer, ein, zwei Krügerl, ein paar Stamperl tagtäglich, jahraus jahrein zu sich zu nehmen gewohnt sind und gleichzeitig auch mit Unterstützung einer durchwegs alkoholisierten Gesellschaft auf dieses jeder und jedem zustehende Recht pochen? Die Gründe, irgend wen oder irgend was, irgend wann und irgend wo auch immer zu feiern, sind unzählig, und der Alkohol gehört eben ganz klar und eindeutig dazu. So schreibt das die soziale, gesellschaftliche Etikette einfach vor.

gehört dazu

„In Österreich ist der Umgang mit Alkohol nach wie vor von viel Unwissenheit geprägt und Alkoholsucht immer noch ein Tabuthema – obwohl es viele Betroffene gibt: In Österreich werden fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung ab 15 Jahren als alkoholabhängig eingestuft (2,5 Prozent der Frauen und 7,5 Prozent der Männer). Das sind ungefähr 370.000 Menschen. Weitere neun Prozent konsumieren Alkohol in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß. In Summe weisen also 14 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, also rund eine Million Menschen, ein problematisches Trinkverhalten auf. Rechnet man auch Freunde bzw. Angehörige als indirekt Betroffene – immerhin leiden sie oft über Jahre mit den süchtigen Personen mit – ist Alkoholismus ein Thema, das sehr viele Menschen hierzulande eigentlich etwas angeht. Angesprochen wird problematisches Trinkverhalten aber kaum.“ (aus „Der Standard“ 23.5.2021)

….ein Traum

Ist man nun Teil einer derartigen gesellschaftlichen Einvernahme geworden und macht aber, so wie ich immer wieder, und wesentlich öfter als manch andere, dabei nicht mit, ist man nicht nur sofort ein Aussenseiter, sprich man gehört sofort „nicht dazu“ und das lässt man einen schon ganz klar spüren. Da kommen dann sofort auch Fragen wie „Was ist denn mit Dir los?“ oder „bist du krank?“ oder Aufmunterungen wie „Na komm schon, ein Schluckerl, ein Glaserl geht scho, oder“ oder „geh sei kein Spielverderber“. Wie heisst das Spiel denn, welches man da anscheinend, und zwar für wen genau, verdirbt, nur weil man nicht mittrinkt? Nur weil man vielleicht schon von Natur aus nicht gehemmt ist? oder gesprächsbereit? oder gut gelaunt? oder gesellig oder „gut drauf“ ist? – einfach nur mit Luft, Freude, Freundlichkeit und Herzlichkeit?

Aussenseiter

Ich habe ja überhaupt nichts gegen sich selbst oder wen oder was auch immer feiernde Menschen und wie schon gesagt, im Prinzip auch überhaupt nichts gegen Alkohol. Nur müssen will ich nicht müssen, auf diese Bedingung dieser Zugehörigkeit kann ich immer ganz leicht und einfach verzichten. Es fühlt sich dann oft so an, als fühlten sich da so manche in Ihrer Strategie ertappt, und das ist dann unangenehm und wird mir, der dann oft weder mittrinken will noch muss, vorgeworfen. Belächelt. Darüber Witze gemacht und ins Lächerliche gezogen. Verdächtig. Lauter Dinge , die ich leicht aushalten kann, wenn ich will, aber sicher nicht muss.

feiernde Menschen

Was ich an Alkohol aber wirklich nicht mag, abgesehen davon, dass ich mit 3 Jahren schon meinen ersten Vollrausch hatte, nachdem ich die halbvollen Weingläser am Tisch, als meine Eltern unsere Gäste zur Tür begleiteten, so gut wie „Ex“ ausgetrunken hatte, was zur Folge hatte, dass meine Eltern schwer besorgt waren und ich 2 1/2 Tage durchgeschlafen hatte, ist folgendes: Die Lautstärke, die Aggressivität, das enthemmt werden oft vollkommen gehemmter bis biederer, oft bürgerlich zwangskasernierter Mitmenschen, die aggressive Energie, die ich frühmorgens in Form zahlloser zerbrochener Gläser und Flaschen auf den Wiener Radwegen zu umfahren und auszuweichen gezwungen bin, das „Wir scheissen uns nix Gefühl“, dass sich da meistens mit voller Wut, und Wucht, plumper Geilheit und vollkommen ausser Kontrolle geraten viel zu breit macht.

wir scheissen uns nix

Was leider oft viel Zartes, Leises, Ruhiges, Friedvolles, Liebevolles und Mitmenschlich empathisches oft mutwillig und vollkommen unbewusst bis zur vollkommenen Bewusstlosigkeit zerstört, kaputt und schier unmöglich macht. All das brauch ich in diesem, meinem eher ruhigen und beschaulichen Leben, sicher auch weiterhin überhaupt bis ganz und gar nicht. Auch nicht um den Preis, da dann eben nicht dazu gehören zu dürfen.

#150 „Die am Weg – warten“

Es gibt sie – JETZT – überall. Am Rande der Wege, ob im Burgenland, oder in der Steiermark, ob im Wiener Umland oder in Niederösterreich, ob entlang stark befahrener Autobahnen oder Bundesstrassen, ob entlang von ausgebauten Radwegen oder etwas abseits gelegeneren Schotterstrassen, ob entlang stiller, einsamer Waldwege oder kaum frequentierten Pfaden – dort leuchten sie uns in ihrem hoffnungsvollen, unverwechselbaren Himmelblau oft bereits aus weiter Ferne klar erkennbar entgegen, säumen geduldig alle Strassen, Wege und Pfade gleichermassen – die Wegwarten, die auf uns am Weg warten und erfüllen mit ihrem Leuchten, zumindest mein Herz, mit Freude und Zuversicht und bestätigen mich immer wieder in der Gewissheit, mich noch am rechten Weg zu befinden.

Da werde ich auch zugleich immer wieder augenblicklich im Anblick dieser ruhigen, unaufdringlichen Präsenz dieser wunderblauen Weggefährten an so etwas wie ein Naturgesetz, zumindest in meinem Bewusstsein, erinnert: An all die Engel, die vollkommen unerwarteten Helferleins, die Beschützer und Förderer auf dem Weg, für den ich mich, mehr oder weniger mutig aber klar entschieden habe zu gehen. Da scheinen sie dann plötzlich alle aus dem Nichts aufzutauchen und begleiten mich, zumeist ungefragt und unaufgefordert ein Stück des Weges, machen mir Mut, stehen mir zur Seite und unterstützen mich und helfen mir oft diesen meinen Weg zu gehen auf oft unglaubliche und unvorstellbare Weise.

Sie sind allerdings garantiert nie zur Stelle, solange man glaubt sich mit Ent – Scheidungen rumplagen zu müssen, alle Pro und Kontra Listen auf der Suche nach der „guten“ oder „besten“ Scheidung immer wieder durchkauen oder abwägen zu müssen, solange man unentschlossen auf der Stelle tritt oder an seinen mehr oder weniger komfortablen Komfortzonen auf Biegen und Brechen festhält, wenn man sich Rahmen – Bedingungen stellt oder vergeblich beste Voraus – Setzungen sucht, ab wann und unter welchen Konditionen man überhaupt erst daran denken könne oder bereit wäre, aus dem Hafen auszulaufen, mutig Segel zu setzen, was wie wann wo und warum so und so unbedingt sein müsste, damit man überhaupt ernsthaft erwägen könnte, dem Sog nachzugeben, sich dem Ruf des Herzens und der Seele hinzugeben, den Ein – Wänden und Vor – Schlägen des Verstandes und seiner Zweifel, Sorgen, Befürchtungen, Ängste, Prognosen und Wetter – und sonstigen himmelgescheiten Vorher – Sagungen zu widerstehen, um sie schlussendlich allesamt elegant wie ein scheinbar alles blockierendes und verunmöglichendes Hindernis im Geiste, welches mit dem Hadern, Zögern und Warten immer grösser zu werden scheint, zu umschiffen und schlussendlich einfach mutig loszugehen .

Aber wenn man einmal losgegangen ist, zuversichtlich, frohen Mutes, oft durchaus auch in das Ungewisse, in meist vollkommen unbekanntem Gewässer, aber getragen von diesem in uns brennenden und lodernden Feuer, einem klaren, manchmal stillen aber umso stärkeren Ruf folgend, ohne konkreten Plan zwar, auch ohne konkretes Ziel, aber im Wissen, dass man gut beraten ist, diesem Weg jetzt vertrauensvoll und wagemutig zu folgen, dann sind sie plötzlich alle da, die guten Geister, die ich so gerne Engel nenne. Als hätten sie am Rande des Weges genau in diesem Augenblick, im Hier und Jetzt, nur auf uns gewartet, möglicherweise mitten in der Einöde vollkommen unbekannten Terrains, oft wenn sich schon erste Anzeichen einer gewissen Mut- und Hilflosigkeit, oder von Orientierungslosigkeit und Erschöpfung breit zu machen begonnen hatten, waren sie plötzlich da, wie das Amen im Gebet sozusagen.

Ein wahres Wunder, das ich schon so oft in diesem Leben er – leben durfte, immer klarer , immer bewusster und inzwischen zu einer Gewissheit gewachsen, dass dem immer so ist, wenn ich nur der Stimme meines Herzens und meiner Intuition vollkommen, ohne 1% Zweifel zu vertrauen bereit bin und allen Ein – Wänden zum trotz einfach losgehe, mich der Ungewissheit hinzugeben bereit bin.

In vielen Biographien kommt man dann oft an genau dieser Stelle nicht vorbei, die dann in etwa immer sehr ähnlich folgendermassen lautet: „Und ich hätte mir nie träumen lassen oder zu denken gewagt, dass das solche Dimensionen annehmen würde, dass etwas derartig unglaublich Tolles und Wundervolles daraus entstehen könnte“. Ja, alleine das führt uns an die Grenzen dessen, was wir seit viel zu langer Zeit immer wieder priorisieren, verehren und vollkommen zu Unrecht in einen in Wahrheit nicht existenten Himmel heben: Das Denken, die Allmacht des Ver – Standes , der da rumsteht und plötzlich alles zu blockieren besser weiss, die Übermächtigkeit der Prognosen, Bewertungen, Einschätzungen, Vorsichtsmassnahmen, Verunsicherungen, Zweifel, Be – Denken und Ängste des selben.

„In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer du tun kannst oder wovon du träumst, fang es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie.“ Johann Wolfgang von Goethe

#149 „Erfolg & Sieg um jeden Preis, eine Wettbewerbsgesellschaft produziert massenweise ihre eigenen Verlierer“

Die sogenannte „Wettbewerbsgesellschaft“, in der wir angeblich alle zu leben haben oder von der wir zumindest glauben sollten, daran teilhaben zu müssen, wo es in erster Linie anscheinend ausschliesslich um verschiedenste Arten und Kategorien von Wettläufen, um Siege, Gewinne und um Erfolge um jeden Preis zu gehen scheint, produziert inzwischen am Fliessband massenweise, in gigantischeren Grössenordnungen als je zuvor, ihre eigenen, hausgemachten Verlierer auf einer rein menschlichen, emotionalen, geistigen und seelischen Ebene. Da ist es dann oft vollkommen egal, ob es sich dabei um die verhältnismässig wenigen „Gewinner“ oder um eine inzwischen unüberschaubare Anzahl von Verlierern handelt. Der Devise folgend: „Wer glücklich ist, kauft nicht“ (Prof. Gerald Huether) ist somit ohnedies alles in Butter. Das kollektive Unglück als das dem ewigen Wirtschaftswachstum und Profit fördernden zu Grunde liegende Programm

Wer glücklich ist, kauft nicht

Die Verlierer dieser grössten Lüge aller Zeiten, dieser un – bedingten und schamlosen Verherrlichung des „Gewinnens um jeden Preis“ auf Kosten von wem oder was „es“ wolle und deren von unserer Gesellschaft auf den Thron gehobenen und allseits bewunderten und hofierten „Sieger“ finden sich tatsächlich auf beiden Seiten eines immer unmenschlicheren Wettbewerbs, egal ob mit oder ohne lauter Einsern in den Zeugnissen, oder summa cum laude Studiums Abschlüssen, egal ob mit oder ohne gigantischen Gewinnen im privaten Safe oder am Bankkonto, egal ob mit oder ohne grossen Preisen, Medaillen und Pokalen , egal ob mit dem Fahrrad , dem Porsche oder dem Privaten Jet, egal ob mittel- und heimatlos unter der Brücke oder auf der Strasse dahin vegetierend oder einem heissbegehrten Regierungssitz oder Firmenimperium unter dem wohlstandsverwahrlosten Hintern.

der wohlstandsverwahrloste Hintern

Kaputte Menschenseelen noch und nöcher, leere, frustrierte, deprimierte, lebensmüde zu Tode optimierte und oft mit legalen und illegalen Drogen aller Art gepushte Hüllen und Effizienzjunkies einer vor sich hinfaulenden und zum Himmel stinkenden Illusion, jeder Würde beraubt, aller Empathiefähigkeit bestohlen und um den Sinn des Lebens und inneren Erlebens betrogen, soweit das Auge reicht oder das Herz noch zu sehen, seine Fühler auszustrecken oder traurig und immer öfter resignierend zu erkennen imstande sein mag.

Zugleich wird mit allen zu Gebote stehenden Mitteln und Strategien bis zur anscheinend vollkommenen Bewusst- und Besinnungslosigkeit weiter Tempo gemacht, digitalisiert, auf alle nur möglichen Gaspedale gedrückt, egal, was das Zeug hält oder man verspricht: Hauptsache „Erster“ – wovon auch immer, wofür auch immer und um welchen Preis und mit welchen Mitteln auch immer. Der Zweck heiligt offensichtlich alle Vernichtungsmittel. Illegal oder legal – Hauptsache: egal.

egal…..

Im selben Atemzug wird ein gigantisches Mass an Potential so konsequent, so eloquent, nonchalant, so anmassend selbstverständlich und so unverschämt lückenlos und gründlich wie nur irgendwie möglich vernichtet, und zwar an beiden Enden dessen, was wir gemeinhin nach wie vor „unser Leben“ nennen, obwohl es uns in den meisten Fällen schon längst gar nicht mehr gehört.

unser Leben

Zum einen auf einer seit Maria Theresias sich kaum merklich veränderten Ein – Bildung, unter der nach wie vor gültigen Devise „Gusch, frag besser nicht und mach, was man Dir sagt“ und Ihrer ebenfalls seit damals vergeblich gesuchten Reform. Beginnend in den Kindergärten, wo eben tunlichst kreatives und innovatives, neugieriges Engagement nicht erwünscht und Dünger für ein kreatives Wachstum jeder Art vermieden und möglichst im Ansatz die Freude daran vergällt werden soll, sowie in den Volks – Schulen, wo nach wie vor sehr erfolg – reich unter – richtet anstatt auf – gerichtet wird bis hin in die Tiefen und Abgründe der höheren Schulen und Universitäten, an denen es bis zum heutigen Tage auch kaum an pädagogischen und Potential entwicklungsfördernden Unmöglichmachern und pädagogischen Perversitäten mangelt.

mach was man Dir sagt…..

Andererseits am anderen Ende, wo mit grosser Freude zwangspensioniert bzw. die Freude und Lust am Weitermachen, am Weiterarbeiten bis hin in ein höheres Alter mit allen unlauteren Mitteln systematisch verunmöglicht, bestraft bis tatsächlich verboten wird. Das Alter wird zur Sicherheit vorsichtshalber noch mit allen möglichen Strategien, Werbung und gesellschaftlichen Manipulationstechniken stigmatisiert und als etwas extrem negatives, mit allen Mittelchen und OPs und Tricks zu vermeidendes Wohl oder Übel definiert, weil man ja das Know How der „Alten“ und deren oft ein Leben lang erworbenes Wissen und damit oft einhergehende Qäntchen Weisheit nicht brauchen will und kann, ausser es lässt sich an den Alten anderweitig Geld verdienen. Profit vor – vor allem anderen.

Wissen und Weisheit

Und das gelingt am Besten dadurch, dass wir Ihnen unter zu Hilfenahmen aller angstmachenden und sorgenvollen Ein- und Ausreden klar zu machen versuchen, dass sie dann gleich mal allesamt tunlichst krank, hilfs- und versicherungsbedürftig sein oder so rasch wie möglich arbeitsunfähig oder zumindest erholungsbedürftig werden müssen, denn da liegt die Kohle, der Profit, den man an den „Alten“ noch zu verdienen zu erkennen imstande ist. Der gigantische, tatsächliche Wert Ihrer Erfahrungen, Skills und Weisheit sowie ihrer gesellschaftlichen und sozialen Kompetenzen zählt anscheinend, wie die in uns allen schlummernden Potentiale, NICHTS mehr.

Potentiale

Gewinnen und Erfolg – reich sein ist allerdings nicht zwingendermassen das selbe.

Stand der Wissenschaft

In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es zahlreiche Versuche, den Begriff des (subjektiv empfundenen) Glücks oder Erfolgserlebnisses zu operationalisieren und messbar zu machen. Ein Beispiel ist das Flow-Konzept von Csíkszentmihályi.[5] Demnach stellt sich eine Art Glücksgefühl ein, wenn die Fähigkeiten des Menschen in gleichem Maße wachsen wie die Herausforderungen. Steigen diese Anforderungen aber schneller als die Fähigkeiten, kommt es zu Stress oder sogar zum Burnout-Syndrom. Umgekehrt, wenn also Herausforderungen wesentlich niedriger sind als die Fähigkeiten, kommt es zur Langeweile. Fehlt es sowohl an Herausforderungen als auch an Kompetenzen, stellt sich ein Gefühl der Apathie ein.

Dieses Konzept ist die Basis für zahlreiche weitere Theorien des Erfolges, deren gemeinsamer Nenner es ist, Erfolg als die Fähigkeit zu interpretieren, gesetzte Ziele zu erreichen.[6] Zur Operationalisierung dient das Konzept der Umsetzungskompetenz, mit dem man die Ausprägung der Fähigkeit messen kann, Absichten, Ziele und Kenntnisse in Ergebnisse umzuwandeln.

Psychologie

Erfolg liegt in der Psychologie vor, wenn die subjektiven BedürfnisseErwartungen oder Wünsche eines Individuums mit den objektiven Situationen und Umständen in Einklang gebracht werden.[21] Die Psychologie beschäftigt sich empirisch mit Ursachen (fachsprachlich Determinanten) des Erfolgs. Wenn es um Erfolg in Schule und Bildung geht, ist die pädagogische Psychologie die zentrale Disziplin. Unternehmen messen dagegen nur ihre materiellen Erfolge. Das sich entwickelnde soziale Kapital aus Vertrauen, persönlichem Netzwerk sowie Werten und Normen der Mitarbeiter bleibt in Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung unberücksichtigt. Wesentliche Faktoren für nachhaltige Erfolge sind SelbstbildSozialverhaltenIntelligenzWissenKultur und Motivation, gleichgültig, ob für persönliche Ziele, Unternehmensziele oder gesellschaftliche Ziele.

menschliche & soziale Kompetenzen

Wohin man sieht, vor allem in der bereits extrem überholten und sich immer öfter selbst ad absurdum führenden „politischen Landschaft“ herrscht oft nach wie vor hartnäckig unfassbare Inkompetenz an massgeblich kompetenten Stellen, nur damit man es sich so gut wie möglich ein „richten“ kann. Allerdings kennt wahre Kompetenz weder Farbe und noch irgendeine Ideologie. Da geht es ausschliesslich um fachliches, zum Teil wissenschaftlich fundiertes Wissen und Know How inklusive, JA: menschlicher und sozialer Kompetenzen.

Eine Landwirtschafts- und Tourismusministerin, die sich nach wie vor kaltschneuzig und erfolg – reich gegen jedes Verbot giftiger und jede Artenvielfalt und Biodiversität vernichtende Dünge- und Spritzmittel einzusetzen vermag, für Milliardenförderungen einer mehr als fraglichen Agrarindustrie sich stark zu machen bereit ist sowie für die Abschüsse der seit Jahrhunderten wieder bei uns sich einbürgernden Wölfe eintritt und man zeitgleich andererseits auf ORF.at lesen darf, dass die neue „Problemzonen“ angesichts der immer heisseren Tage und der damit einhergehenden Dürre, unsere „Böden“ seien. Das kann man wohl nur angeblich „Blöden“ so zu verklickern versuchen, denn die „Problemzone“ in diesem konkreten Fall heisst frank und frei pandemische Inkompetenz einer dafür nicht nur zuständigen sondern dafür auch massgeblich verantwortlichen Ministerin und eines politischen Systems, das sie und anderen ihrer Art die Stange „hält“.

unsere „Böden“ – Problemzone

Der Sonnenkanzler rast und reist zum wiederholten male in die USA ,zu seinen digitalen Götzen und den Anbetern einer künstlichen, weil sonnst eben kaum mehr vorhandenen, weil eben systematisch zu vernichteten Intelligenz. In sein geliebtes Silikon Valley mit seinen Protagonistinnen, die ihre Kinder, so nebenbei, sehr wohl NICHT in ein leistungsorientiertes, Potential vernichtendes und bewertendes Regelschulwerk sondern in sündteure Elite Privatschulen schicken.

Dort will er sich mit einer Keynote Ansprache zum Thema Klimaschutz und anhaltendem Wirtschaftswachstum, ein sich hartnäckig haltender , inzwischen viel zu vieles zerstörender Irrtum, eigentlich einem Kernthema seines Vizekanzlers, unter den Jeff Bezos und den Elon Musks beliebt machen um uns, gut möglich, die neuesten Errungenschaften, Unarten und Businessmodelle der digitalen Transformationen und dem damit einhergehenden, blinden Digitalisierungswahn mittels seiner türkisen Wunderprediger auf sein Gedeih und unser Verderb überzustülpen und mittels Millionenschwerer Kampagnen rüberzurülpsen zu können.

Businessmodelle…..

Der deutsche Neurobiologe Prof. Gerald Huether meint in einem gemeinsamen, sehr inspirierenden und Augen sowie Ohren und Herzen öffnenden Gespräch letzte Woche: „um aus diesem Irrsinn, in dem wir uns alle derzeit zu befinden scheinen, aufwachen zu können. bedarf es entweder einer Katastrophe, einem Schlag des Schicksals in einem Menschenleben, wonach nichts mehr so weiter gehen kann wie vorher, weder im Job, noch in der Beziehung, noch in Sachen Wohnen oder Leben – und man dadurch wieder zur „Besinnung“ kommen kann.“

Das betrifft seiner Ansicht nach gerade einmal 10%, und von denen spachteln die Hälfte ihre verbleibenden Überreste nach dem Crash gegen die Mauer namens Burnout, Krebs, Krankheit und Co. wieder mühsam von der Wand und machen einfach wieder ganauso weiter wie zuvor bis zum nächsten Crash.. Die anderen 5% haben ein wundervolles, einschneidendes Erlebnis einer anderen Art, welches sie wieder mit Ihren inneren Bedürfnissen in Einklang zu bringen vermag: entweder treffen oder verlieben sie sich in einen wunderbaren, besonderen Menschen der ihnen Augen, Herz und Seele öffnet, oder sie haben ein dementsprechend starkes Erlebnis während eines Konzertes, in einer Ausstellung oder in der Natur.

in der Natur

Für die restlichen 90% sieht er aus seiner neuro – biologischen Sicht nur eine einzige, verbleibende Möglichkeit und Chance: Wieder zu lernen, liebenswert zu und mit sich selbst zu werden und zu sein, was in Folge auch starke Wirkung auf das eigene familiäre oder freundschaftliche Umfeld hat und uns wieder ermöglicht, das zu werden und zu sein, was wir wahrhaftig sind: empathische, sozial kompetente und bewusster lebende Menschen im Einklang mit ihren inneren Bedürfnissen.

menschliche Bedürfnisse

“When I run after what I think I want my days are a furnace of distress and anxiety, if I sit in my own place of patience, what I need flows to me, and without any pain, from this, I understand that what I want also wants me, and is looking for me and attracting me, there’s a great secret in this for all who can grasp it”.
– Rumi 

#148 „Der richtige Zeitpunkt, der richtige Moment“

„Der richtige Zeitpunkt“ oder „genau im richtigen Moment“,“Im richtigen Moment am richtigen Ort sein“, im „flow“ sein, das scheint ja alles irgendwie zusammenzuhängen, aber wie? Der richtige ZeitPunkt ist jedenfalls ein Punkt, soviel scheint klar zu sein.

Jede Menge „richtig“ gibt es da auf jeden Fall, als könne man nichts falsch machen. Was ist richtig? Aus welcher Perspektive „richtig“? Wer entscheidet das bzw. entscheidet das überhaupt irgend jemand? Und wenn ja, wer oder was ist da ent – scheidend? Was ist Zeit überhaupt? Was ist der Punkt der Zeit und was ihr Moment? Und von welchem „Ort“ wird da in dem Zusammenhang gesprochen?

Also uns ist natürlich so gut wie allen bewusst, dass, wenn obige Sprüche vom Stapel gelassen werden, es dann einfach oft zu flutschen, zu fliessen scheint. Dann gelingt angeblich alles, dann passiert einfach Tolles, Unerwartetes oder unerwartet Grossartiges.

Wikipedia meint zur „Zeit“ folgendes: Die Zeit ist eine physikalische Größe. Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. Mit Hilfe der physikalischen Prinzipien der Thermodynamik kann diese Richtung als Zunahme der Entropie, d. h. der Unordnung in einem abgeschlossenen System, bestimmt werden.

Aus einer philosophischen Perspektive beschreibt die Zeit das Fortschreiten der Gegenwart von der Vergangenheit kommend und zur Zukunft hinführend. Nach der Relativitätstheorie bildet die Zeit mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit, in der die Zeit die Rolle einer Dimension einnimmt. Dabei ist der Begriff der Gegenwart nur in einem einzigen Punkt definierbar, während andere Punkte der Raumzeit, die weder in der Vergangenheit noch der Zukunft dieses Punkts liegen, als „raumartig getrennt“ von diesem Punkt bezeichnet werden.

Hmmm, so weit, so gut. Das versucht in gewisser Weise zum einen „Zeit“ und zum anderen den „Punkt“ zu definieren. Und was meint es zum Begriff „Moment“? Der bzw. das Moment (lat. momentum ‚Bewegung‘, ‚Grund‘, ‚Einfluss‘) bezeichnet:* ein nicht näher bestimmtes – kurzes – Zeitintervall* Mathematik: eine Kennzahl einer Wahrscheinlichkeitsverteilung* in der Musik eine Kompositionstechnik; siehe Momentform* in der Physik: das Kreuzprodukt einer vektoriellen Größe mit ihrem Ortsvektor und noch einiges in die selbe oder ähnliche Richtung.

Meine spirituellen Lehrmeister, Die Natur und Ihre Stille, Die Musik und ihr Zauber und ihre Energie, meine Familie, meine Kinder und Enkelkinder, meine Lebensgefährtin und Lebensmensch, meine Studentinnen und Studenten, Mooji, Deepak Chopra und Eckhart Tolle sehen sowohl in Zeit als auch im Raum eine Illusion, ähnlich den neuesten Erkenntnissen der Quantenphysik. Eckhard Tolle spricht in seinem Buch „JETZT“ davon, dass das HIER und JETZT der einzig wahrhaftige Punkt ausserhalb der illusorischen Strecke und des Gefängnisses Zeit ist, der tatsächlich immer und ewig existiert, an dem unser aller Leben tatsächlich statt – findet.

Deshalb ist dieser Augenblick so kostbar, so wertvoll. Wenn jemand davon spricht, dass Zeit das Kostbarste überhaupt sei, hat er oder sie nicht verstanden, dass eben das einzig wirklich Kostbarste dieser winzige Punkt ausserhalb der Illusion einer Zeitachse ist: das HIER und JETZT. Alles andere sind , wie gesagt, Illusionen, Annahmen, Theorien, Konzepte, Konditionierungen etc. oder hat euch schon einmal jemand aus der Vergangenheit oder der Zukunft angerufen? Also mich bis jetzt zumindest, sicher nicht.

Jetzt frage ich mich natürlich, ob man den „richtigen Zeitpunkt“, den „richtigen Moment“ denn überhaupt bestimmen kann, oder wer oder was den eigentlich wie und inwiefern bestimmen könnte oder wodurch ergibt sich das oder wie fügt sich all das zu einem Sinn – vollen Ganzen?

Nachdem wir jetzt wissen, dass der „richtige Moment“ ein winziger Punkt ist, und eben keine elendslange, virtuelle „Strecke“, und dieser Punkt, genannt das HIER und JETZT, „immer und ewig“ in seiner Wahrhaftigkeit existiert, weil einzig die Gegenwart sozusagen ewig ist, dann kann man eigentlich demzufolge nur im HIER und JETZT zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Moment sein, und sonst nirgends.

Nicht auf der rastlosen und stressvollen, unermüdlichen und extrem ermüdenden Hetzte nach dem nächst Bessern, getrieben von der Angst, etwas Besseres oder das Beste zu verpassen, allerdings sich dessen nicht bewusst, dass man dabei das einzig Wahrhaftige zu verpassen, zu verschenken und zu ignorieren bereit ist, was wahrhaftig je war und ist. Das Beste ist gut genug, und wir alle sind genug genug.

Nicht im nächstbesten, und eben nicht mit dem nächstbesseren Leben, nicht mit den nächstbesten Kindern, nicht mit den nächstbesten Eltern, nicht mit den nächstbesten Partnern, nicht „dann“ sondern „nur“, einzig und allein JETZT. 😉 Und dieses JETZT gilt es a) wahrzunehmen, mit möglichst allen Sinnen und b) als einzig wahrhaftigen Geschehnis Punkt, im SEIN, und nicht immer in einem getriebenen TUN dankbar anzunehmen, zu schätzen und zu ehren und c) uns nicht in unserer Sturheit, Ignoranz, getrieben von Gier, und Angst und unserem Dickschädel sich permanent dem entgegenzustellen, was sein will und statt dessen all dem nachzurennen, von dem wir feast überzeugt sind, dass es womöglich noch viel Besser, Toller, Befriedigender und Erfüllender sein könnte als alles bis JETZT da gewesene.

Klingt jetzt vielleicht kitschig, esoterisch, merkwürdig – ist aber leider, leider tatsächlich genau so.

Und unser aller Dilemma, das Dilemma der meisten von uns ist, dass wir uns in einer Illusion der Zeit gefangen halten lassen, durch Tausende verlockende, die Sinne betäubende Ablenkungen, verkabelt, zu gestoppelt, benebelt und vermummt, durch Rauschzustände, Pillen aller Art, Angst, durch die Gedanken , die uns nicht gehören, Sorgen, Leid und Unzufriedenheit, Drama, Gedankengewitter – sprich: dem Non plus Ultra Egofutter auf der ewigen Jagd und im ewigen Wettbewerb um das „nächst Beste“, Sturheit und den „eigenen Willen“, der uns paradoxerweise oft genau so wenig gehört wie unsere Gedanken, um in eben diesem Gefängnis der Zeit, koste es was es wolle, un – bedingt eingesperrt bleiben zu dürfen.

Und zwar indem wir in unser aller innere Leeren alles Mögliche und Unmögliche, meistens auch vollkommen Un – Nötige und Un – Gesunde reinstopfen, um dadurch ein scheinbar er – füllteres Leben geschenkt zu bekommen, was aber oft nur ein prall vollgestopftes Leben ist, wo nichts mehr raus kann, was raus will, und nicht wirklich er-füllendes mehr reinpasst, weil wir ja vorsorglich schon bis oben hin vollgestopft sind.

Der richtige Moment findet uns, wenn wir in der Lage sind, uns dem Leben hinzugeben ohne der steten Angst, es permanent kontrollieren zu wollen oder zu müssen, „DAMIT JA NICHTS PASSIERT“, was dem dann auch oft so ist. Mit den Sicherheitsgurten aus Angst und Kontrollwahn bis zum Halse eingeengt und zugeschnürt passiert und bewegt sich kaum etwas bis nichts.

Im ewigen HIER und JETZT allerdings findet uns der Moment und zugleich unser aller ganzes Leben statt. Das Leben, das letztendlich von Anfang bis zum Ende ent – scheidet, Weil eben das Leben der Tänzer ist und wir der Tanz sind und nicht umgekehrt. Der Dalai Lama fragt sich nicht ohne Grund täglich als erstes, unmittelbar nach dem Aufwachen, vor seiner Morgenmeditation wo das Ego ist? wo seine Heiligkeit ist? Wo der Dalai Lama ist?

Weil man all das kurz nach dem Aufwachen in der Regel noch nicht wieder gefunden und/oder die eigene Biographie und Wichtigkeit wieder verinnerlicht hat. Und wenn man sich davon zu befreien imstande ist, dann hat man erst wirklich die grosse Chance, im HIER und JETZT so oft und so lange wie möglich im richtigen Moment, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, im Flow, mitten im Fluss des Lebens zu sein ❤

#147 „Das wird nie was, Du bist nicht gut genug, das braucht kein Mensch, das schaffst Du nie“

Jede und jeder von uns ist genau diesen oder ähnlichen Prognosen und Vorhersagungen, Enthusiasmus Hemmern, Schneid Abkäufern, Selbstwert und Traum Tötern, Potential Killern, vorsätzlichen Entmutigungen, frustrierten Verheissungen, missmutigen Sabotagen und ähnlichen „Alles Schlechte Wünschen“ im Laufe unserer Leben immer wieder, und dem nicht zu knapp, begegnet. Denn „Mut Macher“ sind offensichtlich heiss begehrte Mangelware in Zeiten wie diesen.

mit Anna F. / Friedberg auf Tour mit Lenny Kravitz
mit Thomas David am Heldenplatz Wien bei „Voices for Refugees“

Als ich mit 12 Jahren nach meinem Eignungstest in einer kleinstädtischen, oststeirischen Musikschule auf die Frage des dortigen Direktors „was will „er“ denn lernen?“ endlich meinem Traum „Schlagzeug“ Luft machen konnte, seit ich bewusst denken und mich an irgendetwas erinnern konnte, meinte dieser „Viel zu talentiert für Schlagzeug!“, was immer das heissen sollte und ich liess mich und mein tiefes, inneres Streben nach Verwirklichung meines lange gehegten Traumes von ihm und meinem „viel zu talentierten Ego“ tatsächlich auf ein Instrument namens „Fagott“ umleiten, was ich nicht nur auch wirklich „cool“ fand sondern ein paar Jahre später tatsächlich als Kunstschüler auf der Musikuniversität in Graz zu studieren begonnen hatte.

mein erstes Schlagzeug „Ringo Style“

Als ich mir ein paar Jahre später, mit 16, von meinem ersten, selbst verdienten Ferialjobgeld , mein erstes Schlagzeug gekauft hatte und zwei Tage später meine erste Band, eine Swing Big Band namens „Farrago“ gegründet hatte, die sich in kurzer Zeit unter vielen Swing Tanzwütigen in Österreich bis nach Deutschland grosser Beliebtheit erfreute, und mich bei dem selben Musikschuldirektor, der damals zu allem Überfluss auch mein Musikprofessor im Gymnasium gewesen war, mit der Bitte gewandt hatte, uns zu einem Proberaum zu verhelfen, hatte er sich nicht nur dieser Bitte verweigert, sondern sich tatsächlich bemüssigt gefühlt, mir, quasi als Belohnung für meine Sturheit, doch noch mit dem Schlagzeug Spiel zu beginnen, eine 4 in Musik zu verpassen. Zum Proberaum im Gymnasium in der Form des dortigen Musikzimmers, also dem eigentlichen Hoheitsgebiet meines Musikprofessors, verhalf uns damals übrigens allen Gegenmassnahmen zum Trotz ein wunderbarer Mathe Professor und ein „offen-herziger“ Schuldirektor.

die kleine „Big Band Farrago“

Als ich mit 18 gesagt habe, ich werde jetzt alles dran setzten, an der Musikuniversität Graz Schlagzeug zu studieren und die Aufnahmsprüfung zu schaffen, nachdem ich eigentlich schon auf der Piste zu einem Medizinstudium war, prallte mir nicht nur blankes Unverständnis und Entsetzen entgegen sondern auch Prognosen, wie „was glaubst Du denn, wie viele unglaublich tolle Schlagzeuger es bereits gibt ? das schaffst Du nie!“ – übrigens unter anderem auch aus dem Munde des oben bereits hinreichend erwähnten Musikschuldirektors und Professors, der mich allerdings, und das muss ich in aller Fairness sagen, viele Jahrzehnte später Backstage besuchte. Einige Monate bevor er schliesslich nach langer, schwerer Krankheit verstarb, von mir vorerst vollkommen unerkannt, um mir zu sagen, wie grossartig und toll er es fand, wie ich meinen musikalischen Weg gehe und drückte mir ein grosses, verschlossenes Kuvert in die Hand, welches ich erst Stunden später in meinem Hotelzimmer öffnete. Darin waren Fotos von mir als Fagottist im damaligen, von ihm geleiteten Jugendorchester und erst da dämmerte mir, wer mich da heim – gesucht hatte. Eine sehr schöne, zutiefst berührende Geste

Wolfgang Muthspiel Trio mit meinem Seelenbruder Peter Herbert, frisch in den USA. kurz vor dem Gewinn des Downbeat Wettbewerbs als Best Young National Jazz Act des Jahres der USA
Wolfgang Muthspiel Sextett im ECM Studio in Ludwigsburg bei den Aufhahmen zum Album „Black & Blue“ mit Larry Grenadier, George Garzone, Tom Harell, Don Alias und Wolfgang Muthspiel

Die Aufnahmsprüfung hatte ich als quasi Autodidakt nicht nur mit Bravour in Begleitung meines Vaters gemeistert, sondern war ungeachtet, allen Unkenrufern zum Trotz bereits während meines Studiums mit der Creme de la Creme der nationalen und internationalen Musikszene und als Lieblingsschlagzeuger amerikanischer Jazzstars, allen voran meinem Mentor, der Jazzlegende Woody Shaw“ auf allen europäischen Musikfestivals, Studios und Musikclubs zu gange.

mit Bobby McFerrin und Sheila Jourdan
auf einem meiner legendären „JUNK“ Workshops ua. mit dem Eminem und Alicia Keys Produzenten Mark Batson, dem NYC Gitarristen Teddy Kumpel und Bassisten Freddie Cash, dem Prince Posaunisten Gregg Boyer und dem jungen Uli Drechsler
mit George Clinton & Parliament Funkadelic, the Mothership and Godfathers of Funk

Nachdem man mich in meinen early 20ies mit einem heftigst geblähten Bauch, mit einem künstlichen Darmausgang auf 45 Kilogramm abgemagert und unter heftigsten Schmerzen, vollgepumpt mit den heftigsten Pharmabomben und Barbituraten mit der Diagnose „Morbus Crohn“ in einem Grazer Krankenhaus bereits in das Sterbezimmer geschoben hatte, konnte ich nur auf Initiative meines Vaters und meiner Mutter, die mich dort auf Revers allem ärztlichen Widerstand zum Trotz rausgeholt zu einer von 2 buchstäblich in letzter Minute lebensrettenden Darmoperationen durch eine Wiener Koryphäe auf diesem Gebiet begleiteten, bis zum heutigen Tag in diesem von mir so geliebten und reich beschenkten Leben verweilen.

emptyness – Leere

Nach einem jahrelangen von einem, so bewusst wie nur irgendwie möglich, in Angriff genommenen psychischen sowie spirituellen inneren Resets, also eines mir voll bewussten Vollumbaus meiner Psyche, und wie ich bis dorthin die Welt und mich in ihr sah, inklusive der vollen Akzeptanz dieses, meines Schicksals, bin ich inzwischen seit fast 30 Jahren ohne jede medikamentöse Begleitung vollkommen beschwerdefrei und erfreue mich im Kreise meiner Kinder und Enkelinnen sowie meiner Patchwork Familie tagtäglich dankbar und sehr bewusst meines wundervollen Lebens. Immer wieder treffe ich allerdings auf Mediziner oder medizinisches Personal, das da immer wieder zu meinen glaubt „Das gibt es nicht!“ Obwohl diese genetisch programmierte und psychosomatisch getriggerte Krankheit und ich als ihr Besitzer damit seit vielen Jahren Hand in Hand gemeinsam durch ein inzwischen sehr erfüllendes und wirklich gelungenes Leben surfen dürfen.

mit meinem „Bruder“ Jamaal

Abgesehen von der Tatsache, dass man mir attestierte „Das schaffst Du nie – was glaubst Du denn, wer Du bist?“ als ich mich Ende meiner 20ies mit 50 Dollar und einem Stipendium am Berklee College of Music in der Tasche in das Land meiner musikalischen Träume, in die USA und schliesslich in die damalige Metropole aller Möglichkeiten, der Stadt die niemals schläft, nach New York aufgemacht hatte, wo ich dann schliesslich 8 Jahre lang als Musiker, Musikproduzent und Dozent nicht nur leben sondern auch richtig gut und von meinen reichlich beschenkten unglaublichen Erlebnissen, gewonnenen Erkenntnissen, Bekannt- und Freundschaften überleben durfte, gehörte auch das „Scheitern“ immer wieder mindestens genau so wesentlich zu dieser meiner persönlichen Erfolgsgeschichte eines bis dato wirklich gut gelungenen Lebens.

eine meiner „Lebens Bands: „Pink Inc.“ mit Delmar Brown und Jamaaladeen Tacuma
mit einer weiteren meiner „Lebens Bands „Café Drechsler“ auf Tour in Süd Korea mit Uli Drechsler und Oliver Steger

Dazu gehören ein in den existentiell für mich und meine Familie extrem bedrohliches, in den Sand gesetztes, richtig gutes Kultur Projekt als kurzfristiger Luftschloss Mitbesitzer mit einem richtig „schlechten und unglücklich gewählten Partner“, gescheiterte Lebensbeziehungen, unter anderem mit den Müttern meiner geliebten Kinder, wo ich zumindest mit einer von beiden mich in einem besten Einvernehmen finden darf, unzählige nicht bekommene Plattenverträge und Auftritte bis zu in letzter Minute gecancelter Tourneen aber immer wieder mit der Basis eines kompromisslosen Verfolgens und dem Bemühen eines Verwirklichens meines Potentials und Träume.

mit einer Gruppe ehemaliger Drum Students im „Mushroom Studio“ mit dem Drum Kollegen und Sound Engineer David Piribauer
mit meinem Sohnemann Aljosha und den Kumpels seiner Band „Origami Punani“

Aber eben nicht nur meiner Träume, sondern auch als jahrelange, leidenschaftliche Hebamme und Geburtshelfer der Träume einer Reihe national und international bekannter, oft sehr erfolgreicher Künstlerinnen und Künstler, die ich auf ihren Wegen mit unzähligen Musikpreisen, goldenen Schallplatten, Chartplatzierungen , Verlags und Plattenverträgen und Filmrollen in ihren Taschen als Artist Developer, Berater und Manager begleiten durfte sowie selbst als erfolgreicher Bandleader, Label Betreiber, Konsulent von Bildungsprojekten und des ORF, als auch als aufrichtender, Mut machender Begleiter einer unglaublichen Vielzahl von hochtalentierten, erfolgreichen Musik-, Management-, Schlagzeug- und Lebensstudentinnen.

So oft stellen wir nur das Scheitern, die grosse Panik und Angst vor dem Fehler machen und kaum ein Gelingen in den Mittelpunkt. Füttern unsere Sorgen und Ängste mit Aufmerksamkeit und verharren ihretwegen dann oft lieber in unserer oft gar nicht so komfortablen Komfortzone. Aber was, wenn du nicht immer notgedrungen scheitern musst? Was, wenn du vieles von dem erreichen kannst, was du dir vorgenommen hast, Scheitern nur ein Fussabstreifer zur Verwirklichung Deiner Träume ist und vor allem: was Dein Leben „nur“ durch Dich zu manifestieren bereit ist und Dein Leben eigentlich von Dir will? Wenn Du den Mut hast, Deine Träume und das Dir inne wohnende Potential zu ent – decken, zu ent – wickeln und tatsächlich auf diese Welt zu bringen → Life begins at the end of your Comfort Zone…..

#146 Wie, oder als wer oder was willst Du denn „rüberkommen“ ?

Jede und jeder von uns hat diese oder ähnliche Ansagen doch schon X-mal gehört, oder? „Du willst doch nicht so oder so, als dies oder das rüberkommen oder du willst doch sicher nicht, dass Du als dies oder das rüberkommst, oder?“ Menschen, die sich darüber ernsthaft Gedanken machen, dazu alle möglichen bis vollkommen unmöglichen Strategien auf Lager haben oder bis hin zu den immer beliebteren NLP Seminaren und ähnlichem entwicklen, nennt man in der heutigen Konsum- und Manipulationsgesellschaft, wo die Oberfläche alles und jedes zu bestimmen und Tiefe zu einem Fremdwort verkommen scheint: „reflektiert“. Was aber kann das denn eigentlich wirklich alles bedeuten und/oder damit meinen, und vor allem: Was bitte soll das denn heissen?

Wo, oder wer oder was ist denn „drüben, von wo man angeblich „rüberkommen“ muss oder sollte und wo ist denn das finale, gut ausgesuchte und perfekt ins Visier genommene Ziel, der Aufprall, der Eindruck und Einschlag, den dieses „rüberkommen“ angeblich zu bestimmen, zu verorten, zu erzeugen , vorzutäuschen oder zu manipulieren weiss? „rüberkommen“, was für ein grausliches Wort das eigentlich ist, rein psychologisch als auch philosophisch betrachtet, meine ich. Aus irgendeinem Grund bin ich da mit meinen persönlichen Assoziationen immer gleich ganz nah an „da kommt mir augenblicklich das Kotzen“ und das intuitive Monster in mir nickt da jedes mal äusserst vehement mit voller Überein- und Zustimmung.

Ja , ich fürchte, dass diese gesamte Herangehensweise , etwas vorzugeben oder vorzutäuschen oder jemandem weis machen zu wollen oder perfekt inszeniert verklickern zu können in der Tat sehr leicht in der Lage sein kann, dass einem in genau diesem „super reflektierten“ Kontext das Kotzen kommen will, ob man mag oder nicht, zumindest, solange die grundsätzlich menschlichen sowie empathischen Kanäle noch einigermassen einwandfrei in Takt sein sollten, was heutzutage ja alles andere as eine Selbstverständlichkeit ist.

Die sozialen Netzwerke haben inzwischen ja schon lange den Akt der Selbstdarstellung und des penibel ausgeklügelten Rüberkommens längst bis ins Detail und in die Gefilde des oft wirklich schon Perversen und vollkommen Absurden und aus jedem Zusammenhang gerissenen perfektioniert, bis zu einem Grad der „Ver- und Einstellung“, „Filtern“, „Bearbeitung“, „Entstellung“ und Retouche, dass man sich im Zuge dessen ja sehr leicht durchaus kaum selbst wieder zu erkennen in der Lage sein mag.

Wie möchte ich „rüberkommen“, wie „reflektiert“ und vor allem, „raffiniert“ bin ich, meinen tatsächlichen Gemütszustand, meine Mimik und Gestik sowie meine Körpersprache einschliesslich meines Tonfalls und meiner Wortwahl dermassen bewusst zu verändern, zu bearbeiten, um mir in einer gewissen Weise, je nach Belieben quasi, so oder so Ausdruck verleihen und mich perfekt gepimpt darstellen zu können, damit bei dem Gegenüber möglichst dieser oder jener Eindruck entstehen möge. Wie grauslich das Ganze eigentlich wirklich ist, wird einem spätestens in Anbetracht des oft völlig aus dem Zusammenhang gerissenen NLP Gefuchtels diverser Politikerinnen und Politiker bewusst, wo das Gefuchtel oft die darunter liegende, nicht minder manipulierte Inszenierung noch weit in den Schatten zu stellen vermag.

Nur WAS von mir wird denn da verändert oder adaptiert, manipuliert und dann gebündelt, gezielt auf mein Gegenüber losgelassen, abgefeuert und projiziert – die Antwort ist so glasklar wie einfach: das weit über eine gesunde Proportion hinausgehend aufgeblasene EGO – mind sowie mein permanent im Innen und Aussen quasselnder, analysierender, evaluierender, alles und jeden, einschliesslich einem selbst, be- und verurteilender, rast- und ruheloser, vermeintlich alles wissender, allein regierender Verstand. Wo wir doch seit tausenden von Jahren perfekt insoweit konditioniert wurden und offensichtlich nach wie vor zu lernen bereit sind, dass wir ausschliesslich sind, was wir denken, und dass dies alles und die Quintessenz dessen und zugleich das absolute Gault Milaut Häubchen der menschlichen Existenz in Form ihres immer noch massloser überbewerteten Verstandes sei.

Es regiert, da wie dort, die Kultur der Lüge, die in Zeiten wie diesen Hochkonjunktur hat. Um nichts anderes handelt es sich hier, mit der Wahrhaftigkeit als Ihrem dualen Sparingpartner im Ring und im Ringen um den besseren Eindruck, den grösseren Vorteil, die besseren Argumente oder Startbedingungen, die höhere Überzeugungs- und Überredungskraft, Verhandlungsgeschick, die Macht über das Gegenüber, zumindest die Kontrolle über den Gesprächsverlauf, um meine Punkte unter zu Hilfenahme aller mir zur Verfügung stehenden Mittel so optimal und optimiert und eindrucksvoll wie möglich unter – und rüberzubringen. Und es geht um Trennung, um das Errichten einer Hürde, eines Hindernisses, eines gedanklichen Zaunes, eines Grabens, über den du erst mal zu mir gut „rüberkommen“ musst und wo ich in jeder Situation und jederzeit genau zu wissen glaube, wie ich da zu dir als wer oder was frei nach Belieben rüberzukommen imstande bin. grauslich eben.

Zum einen scheinen wir seit Menschengedenken hoffnungslos mit der Entwicklung, Erziehung, Pimpung, dem Coaching und dem Behüten unserer ach so wichtigen Persönlichkeiten, besonderen und besonders charakteristischen Eigenschaften (dazu gab es schon mal einen grandiosen Roman von Robert Musil „der Mann ohne Eigenschaften“ – grenzgenial und sehr empfehlenswert), Vorlieben und Biographien, zum anderen mit der Anhäufung von Zeugnissen, Diplomen, Ehrenabzeichen, Orden und Preisen stecken geblieben zu sein und glauben tatsächlich nach wie vor, dass diese Sammlung an Konditionierungen, und zumeist schwer bis mühsam angeeigneten Konzepten, Zeugs, Eigentum, Kohle und Stuff tatsächlich das ist, was wir immer noch fälschlcherweise mit stolzer Brust oder leisem Jammern, je nach dem , unser Leben nennen. Aber wie Peter Ustinov schon einmal grossartig festgestellt hat: Der Sinn des Lebens ist sicher nicht der reichste Mann am Friedhof zu sein“.

Für meinen bescheidenen Teil reise ich da seit einer gefühlten Ewigkeit wesentlich freier, befreiter, unbeschwerter und unbekümmerter mit wesentlich leichterem Gepäck, mit grösstmöglicher Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit im Rucksack, dem Mut, einfach immer und überall zu dem zu stehen, was in meiner Wahrnehmung Sache „ist“ und der ich einen Stock unter oder über oder hinter meinem Gedankengewitter bin und immer war und immer sein werde: einem glasklaren, wahrhaftigen und eben nicht perfekten, tief menschlichen „Sein“, das oft und immer öfter möglichst ohne jeden Schein aus- aber eben nicht rüber-, sondern geradeaus zu Dir, von Auge zu Auge direkt in Dein Herz zu kommen imstande ist und genau das weisst und spürst du und berührt uns auch im selben Augenblick.

Die Wahrheit ist dem Menschen nicht nur zumutbar, sie ist auch immer sehr befreiend, erhellend und zugleich erlösend. Ich habe es in der ferneren Vergangenheit des öfteren mit diversen Lügen und den damit einhergehenden Gebäuden versucht und bin immer kläglich damit gescheitert, weil mir dieses Realitäten rumjonglieren, immer am Schirm haben zu müssen, was ich wann wie zu wem gesagt oder behauptet habe, jedes mal viel zu anstrengend und mühsam geworden war. Beides probiert. Kein Vergleich, oder besser gesagt: der Vergleich macht mich meiner und deiner und unseres mit – einander sicher 😉

#145 „Frischluft? Freiheit! Fahrrad! Das Rad der Zeit“

„Ich fahre nicht Rad, um Eindrücke zu sammeln oder Abenteuer zu erleben – ich fahre Rad, um meinen Verstand zu entlüften und meine Gedanken zu umfahren, meine Lungen frei durchatmen und meine Seele frei baumeln zu lassen, Kreativität und Phantasie zu beflügeln, und um mich in und mit der Natur tagtäglich zu vergewissern und zu erinnern, dass wir beide Teil von einander sind.“

Das ist nicht „fad“, was mich meine Liebste erst kürzlich einmal fragte, zumal ich frühmorgens einem immer ähnlichen Weg raus aus der Stadt zur Donau folgend, vorbei an meinem Lieblings K&K Bäcker oben in Döbling in Richtung Norden , flussaufwärts sozusagen, ohne weitere Fragen oder wesentlichem Verlangen, immer „etwas Neues“ erleben zu müssen, einschlage. Und doch ist keine einzige Fahrt je wie die andere.

„Ich nannte das Fahrrad meinen einzigen Freund. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich vermutlich mit ihm geschlafen.“ (Henry Miller)

„Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.“ (John F. Kennedy)

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Rad fahr Versuche – an den Kampf um das Halten des Gleichgewichts und der Balance, um das Loslassen der vermeintlichen Sicherheiten des Glaubens „sich immer irgendwo fest- oder anhalten“ zu müssen um langsam aber immer sicherer, nach etlichen gescheiterten Versuchen sowie immer wieder aufgeschlagenen Knien und Ellbogen mich schlussendlich immer mehr der Freude und Lust des Fahrens, des Fliegens und dem Wind und Rausch der Geschwindigkeit hingeben zu können.

„Mein“ Fahrrad als damals 7 oder 8 jähriger Bursche war das 3 Gang Puch Fahrrad meines Vaters gewesen, also in jeder Hinsicht um bestimmt ein paar Nummern zu gross für mich. Also musste ich, um den Drahtesel überhaupt einmal erklimmen zu können, das Fahrrad immer rüber zum Nussbaum schieben, die Holzbank davor erklimmen, um überhaupt den Funken einer Chance zu haben, mich irgendwie in den Sattel zu hieven, wobei meine Zehenspitzen gerade mal die Pedale zu erreichen imstande waren.

„Sieh an, wie ein Zweirad in Bewegung und Fahrt gesetzt wird. Wenn du deinen Willen so in Bewegung und Fahrt zu setzen vermagst, so wirst du nach eigenen Schwankungen wie ein Meister im Sattel sitzen.“ (Christian Morgenstern)

Und dann genoss ich es bald, stundenlang, immer und immer wieder in vorerst kleineren bis immer grösseren Kreisen zu fahren, zu üben, zu Lernen durch das Wiederholen des eben Gelernten, immer und immer wieder, bis ich immer mehr mit dem Rad verschmolz und bald nicht mehr wusste, wer da eigentlich mit wem fährt, wo das Rad aufhörte und ich anfing. so „eins“ sind wir schliesslich geworden – wie mein Akkordeon und ich, damals – eine schöne, glückselige Zeit. Obwohl es oft mühsam bergauf ging fuhr ich danach befreiend fliegend bergab, es ging um alles und es ging um nichts. ein Traum.

„Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.“ (Albert Einstein)

Dann hatte sich, mit 14 oder 15, das Radfahren bald aus meinem Bewusstsein verabschiedet und machte anfänglich dem begehrten Moped- und Motorradfahren, und später dem Autofahren seinen manchmal nötigen, aber immer öfter auch vollkommen unnötigen Platz. Hunderte von Tausenden Kilometern als durch ganz Europa und quer durch die USA fahrender Musiker auf Tour, von einem Club zum anderen, von einem Festival zum nächsten.

Darauf folgten ein paar sehr wunderbare und zugleich extrem befreiende, vollkommen Autolose Jahre im grossen Apfel NYC nachdem ich meinen Dodge Station Wagon vor meinem Umzug von Boston in die Stadt, die niemals schläft, gewinnbringend verscherbelt hatte, um nach 8 Jahren in den USA wieder, diesmal im Cabriofeeling, durch die steirische Pampa und schliesslich noch ein paar Jahre danach wöchentlich frühmorgens und spätabends von Wien an die Musik Universität in Graz, wo ich damals unterrichtete, und wieder retour zu pendeln, bis ich mich vor etwa 20 Jahren bis heute in der wunderschönsten Stadt der Welt lebend, erfolgreich endgültig von der Last der ewigen Auto hin- und her Fahrerei, Parkplatz Sucherei und Strafzettel Zahlerei befreien konnte, was alles tagtäglich einen enormen Platz in meinem Bewusstsein und in meiner Geldbörse wegzufressen und zu vereinnahmen bereit geworden war.

„Die Lebensqualität steigt, wo die Beine etwas mehr und die Ellenbogen etwas weniger gebraucht werden.“ (Erhard Eppler)

Inzwischen bin ich leidenschaftlicher Zug- und eben, so oft und so immer es irgendwie geht, wieder zum leidenschaftlichen Rad- Genuss-Fahrer geworden. Allerdings ohne jegliche Wettbewerbsambitionen, also meistens allein, also in bester Gesellschaft, ohne slicke, slim fit, hautenge, grelle Fahrraddressen oder Rennrad Phantasien. Natürlich auch ohne E-Bike, weil ich mir bei einem Hometrainer ja auch keinen Akku einbauen würde, nur damit er leichter geht, sofern ich einen hätte.

Oder Gelände, in Wahrheit Natur Zerstörungs- Mountainbike Maschinen, wo man anscheinend meint, mit dem Preis des Rades den Zugang zur Naturbenutzung und deren rücksichts- und gedankenlose Zerstörung natürlich schon mit bezahlt zu haben. Ohne den Funken eines Bewusstseins für die dort lebenden Tiere und die oft auch dort wandernden Menschen, Kinder und ältere Personen inklusive wird Natur, wie inzwischen so ziemlich alles andere auch – „konsumiert“ – die zeitgemässe Egomanen Version einer ursprünglich wunderbaren Erfindung.

Ich bin mit einem stink normalen 7 Gang Puch Stadt Fahrrad mit grosser Freude und Glückseligkeit raus aus der Stadt in die Pampa unterwegs, um dann immer, eigentlich erst seit dem letztem Corona Lockdown Jahr, am Ziel bzw. auf halbem Weg meiner kleinen Reise, jahraus jahrein noch in meine geliebte Donau rein zu waten um bei jedem Wind und Wetter etwas mit dem Strom zu schwimmen. Ganz im Flow. Herrlich.

„Radfahren kommt dem Flug der Vögel am nächsten.“ (Louis J. Halle)

„Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.“ (Arthur Conan Doyle)

#144 „Der digitale Wahnsinn kennt offensichtlich keine Grenzen…..“

wie krank sich der digitale Irrsinn an Österreichs Schulen zu manifestieren und breit zu machen beginnt zeigt folgender Beitrag des ORF: grosse digitale Ratlosigkeit links und rechts, egal von wo und wie man hinschaut, aber Hauptsache wir sind die Schnellsten, die Besten und die Ersten auf der Breitband Autobahn. magenta und Co freuen sich den Allerwertesten weg. Den Mobilfunkanbietern und deren Geschäftsmodellen hilft’s mit Sicherheit, der bemitleidenswerte, davon betroffene Rest in Form unserer Kinder bleibt allerdings ein riesengrosses Fragezeichen…..

Laptops für Schulen: Für Lehrer „nur der Anfang“

Wenn ab Herbst Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Schulstufe mit Tablets und Laptops ausgestattet werden, macht Österreich aus Sicht des obersten Lehrervertreters Paul Kimberger (FCG) nach vielen Jahren der Ankündigung endlich einen Schritt zur Digitalisierung der Schulen. Gleichzeitig sagte der Gewerkschafter: „Das kann nur der Anfang sein.“ Echt jetzt? Was für ein inkompetenter Lehrervertreter soll das denn sein bitte?? er wäre mit grossem Abstand wohl wesentlich besser Vertreter für Fenster- und Türdichtungen geworden.

Ausbaubedarf bei Infrastruktur

An vielen Standorten fehle Infrastruktur, um digitale Geräte sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Durch die Pandemie habe man schmerzhaft gesehen, was in Österreich in der Vergangenheit bei der Digitalisierung des Schulwesens verpasst wurde, so Kimberger. Na was genau wurde denn „verpasst“ bitte ???? oder hat man vielleicht einfach nur seit Jahrzehnten den Anschluss an die neueren Möglichkeiten, Lernen zu gestalten, vollkommen verpennt und verschlafen und glaubt sich nun mit der heiligen Digitalisierung den verstaubten Kopf und den dreckigen Kragen zu retten, die vor allem für junge Menschen eine pädagogische Katastrophe darstellt ??? Davon hat der rührige Lehrervertreter wohl offensichtlich noch nie etwas weder gehört noch gelernt

Jetzt gehe es darum, dass sich Länder und Gemeinden hinter die Initiative des Bundes stellen und ihren Teil dazu beitragen. Es brauche an allen betreffenden Schulen ein leistungsfähiges Internet und WLAN, aber auch etwa Lehrerarbeitsplätze. Unter den digitalen Blinden und Geblendeten ist der virtuelle einäugig Engstirnige offensichtlich König.

Wartung „darf nicht bei Lehrern hängen bleiben“

Neben der Infrastruktur ortet Kimberger noch weitere potenzielle Stolpersteine: Noch unklar sei aus seiner Sicht etwa, wer für die Wartung der Geräte zuständig sein soll oder bei beschädigten Geräten für Ersatz zu sorgen hat. „Das darf nicht bei den Lehrern hängen bleiben.“ Hier brauche es entsprechende Unterstützungsangebote an den Schulen. Offene Fragen sieht er auch in Sachen Datenschutz. Sonst sieht er wohl keine „offenen Fragen“….

Geradezu absurd findet Kimberger, dass an Bundesschulen alle Lehrer einer digital ausgerüsteten Klasse einen Laptop oder ein Tablet vom Bund bekommen, während es an den Pflichtschulen, wo die Länder die Erhalter sind, nur drei Geräte pro Klasse geben soll.

„Auch hier müssen alle Lehrer ausgestattet werden“, so Kimberger mit Verweis auf Oberösterreich, das bereits eine entsprechende Initiative angekündigt hat. Bund, Länder und Gemeinden müssten nun ihre jeweilige Verantwortung wahrnehmen. „Da ist noch richtig viel zu tun.“ Die „Geräte“ als Lösung einer ewig versäumten Bildungsoffensive – da kann man uns und vor allem unseren Kindern nur ein herzliches Beileid wünschen

Elternvertretung sieht viele offene Fragen

Viel zu tun ist auch noch aus Sicht der Elternvertretung, auch diese ortet außerdem diverse offene Fragen. Zwar sei es grundsätzlich gut, dass diese Frage nun angegangen werde, betont Paul Haschka vom Dachverband der Elternvereine für Pflichtschulen.

Zumindest zu Beginn erwartet er allerdings auch Probleme beim Einsatz der neuen Geräte im Schulalltag. „Wir sind erst am Anfang eines Prozesses, wo Lehrer, Schüler und Eltern damit umgehen lernen müssen.“ Hört, hört – vielleicht „müssen“ sie ja gar nicht damit „umgehen“ sondern sollten diesen kranken Irrsinn eher einfach „umgehen“????

Beim Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) findet man es grundsätzlich ebenfalls gut, dass das Thema Digitalisierung angegangen wird. Doch auch Sprecher Christoph Drexler stellt infrage, ob etwa die Kompetenzen der Lehrer schon für einen breiten, pädagogisch sinnvollen Einsatz der digitalen Endgeräte ausreichen. Wie Haschka sieht er noch viele ungeklärte Fragen bei der Nutzung der Geräte, etwa wer die Wartung übernimmt und wie es etwa um die Versicherung bei Diebstahl steht. Es gibt offensichtlich nur Fragen zur Nutzung der Geräte. Zur Be – Nutzung unserer Kinder für die Implementierung einer äusserst fragwürdigen, pädagogisch sowie gesundheitlich, die Intelligenz sowie die Empathie, Phantasie und Kreativität extrem zerstörerischen Technologie vor allem im frühen Kindheits- und Schulalter, was zahlreiche internationale wissenschaftliche Studien eindeutig belegen, gibt es wohl nach wie vor weder weitere Fragen noch Antworten….

Drexler befürchtet außerdem, dass die Gruppe jener, die aus sozialen Gründen keinen Selbstbehalt bezahlen müssen, zu eng gefasst sein könnte und die Geräteanschaffung so manche Familie vor finanzielle Probleme stellen könnte.

Dazu kämen noch Nebenkosten, wie sich schon im Fernunterricht gezeigt habe, etwa wenn dann auch die Anschaffung eines Druckers notwendig werde. „Das ist die Frage, wie gut sich das mit der Schulgeldfreiheit verträgt.“

Das ist „die Frage“??? echt jetzt???? Na dann, gute Bildungs Nacht und verschlafen wir weiterhin, auch die nächsten hundert Jahre alles, was dem Potential, den Talenten und Neigungen unserer Kinder tatsächlich förderlich sein könnte. Ein Laptop im frühen Schulalter ist es mit Sicherheit nicht.

red, ORF.at/Agenturen

Dazu ein kurzer Auszug aus einem Interview mit Richard David Precht: Wie muss die Schule, wie muss die Bildung diese gewaltige Herausforderung angehen? Mit mehr Laptops in den Schulen?

Precht: Das haben die Kinder ohnehin. Neue digitale Technik für die Schulen ist zudem rasch hoffnungslos veraltet. Die technische Ausrüstung ist nicht Aufgabe der Schulen. Die Jugendlichen müssen auch nicht flächendeckend programmieren lernen – die Zahl der Programmierer dürfte sich nicht dramatisch erhöhen. Das Wichtigste ist, Kindern in einer Welt, in der sie nicht lebenslang denselben Job haben werden, die Befähigung zu geben, sich in so einer Welt zu orientieren. Selbstständigkeit und Autonomie, darauf kommt es an. Das spielt in unseren Schulen eine zu kleine Rolle: Sie bereiten vor allem auf die klassische Erwerbsarbeit vor. Auf wechselnde Herausforderungen bereitet die Schule schlechtest möglich vor. Das zu verändern, ist ein langwieriger Prozess.

Sie sind jetzt 53. Was schätzen Sie: Wie sieht die Welt in 22 Jahren aus, wenn Sie 75 sind?

Precht: Ich hoffe, dass dann Menschen nicht nur in weltfernen Technikwelten leben, sondern dass sie einerseits vom technischen Fortschritt profitieren, der vieles erleichtert, und andererseits aber am Ausbau der Humanität arbeiten. Das 18. Jahrhundert hat erstmals die Menschenrechte erklärt, das 19. hat sie in einigen Ländern in den Mittelpunkt gestellt, das 20. hat sie weiter ausgereizt. Das 21. Jahrhundert wird sie im globalen Maßstab ernst nehmen müssen. Ich hoffe auf ein Mehr an Humanität im globalen Kontext. Und dass wir nicht nur an uns denken. Denn uns geht es wahnsinnig gut. Es wird uns auch nach der Digitalisierung noch wahnsinnig gut gehen.

Wer nicht «digital» lernt, verpasst nichts
Eine Kritik an der Digitalisierung der Schule
Gastbeitrag von Prof. Dr. Gerhard Steiner, emeritierter Ordinarius für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie der Universität Basel

Digitale Transformation und Propaganda
Eines vorweg: Die «digitale Transformation» ist eine weltweite wirtschaftliche IT-Bewegung; ein Vorhaben für Grossunternehmen, KMU und die Verwaltung. Sie trägt zur Dynamisierung von Abläufen, zu deren Planung und Evaluation bei, sowie zur Verarbeitung riesiger Datenmengen, wie sie unter anderem auch in der Forschung
anfallen.

Lernen, das Kernstück jeder Ausbildung, braucht aber keine digitale Transformation, denn Lernen ist als Verhaltensweise grundsätzlich nicht digital. Die Schul Digitalisierer scheinen mit lernpsychologischer Blindheit geschlagen zu sein. Sie versprechen bezüglich Lernerfolg das Blaue vom Himmel und verbreiten hemmungslos Propagandalügen.

Lüge Nr. 1: Nur mittels der «digitalen Transformation», d.h. nur mit Hilfe von Computern, Tablets und elektronischen Wandtafeln im Unterricht, kann das
Lernpotential der Kinder voll ausgeschöpft werden.
Stimmt nicht!
Entscheidend sind ganz andere Faktoren: genug Lernzeit ohne
permanente organisatorische oder technische Ablenkung, Sichtbarmachen der Lernfortschritte mit konstruktiven Rückmeldungen samt der Forderung, im Falle von Lücken im erworbenen Wissen oder Können nochmals eine oder auch mehrere
«Lernrunden» zu fahren.
Und genau das tun engagierte Lehrkräfte, aber auch Eltern, die wissen, dass Lernen ein Prozess ist, bei dem gerade gezielte Wiederholungen dazu gehören.

Lüge Nr. 2: Mit der Digitalisierung wird den Lernenden der mühsame Wissenserwerb erspart. Das neueste Wissen ist ja stets auf dem PC verfügbar, das früher erworbene veraltet ohnehin schnell.
So ein Blödsinn!
Ironischerweise veraltet Wissen im IT-Bereich am schnellsten, ganz sicher nicht in der Ausbildung während der obligatorischen Schulzeit. Der Computer hat kein Wissen: Er kann Information liefern, das «Rohmaterial» für künftiges Wissen. Wer lernen will, braucht Wissen – und zwar aus dem Kopf, weder von einer Harddisk noch aus dem Internet! Dieses unmittelbar greifbare Wissen bildet den «fruchtbaren Boden» für den Erwerb weiteren Wissens; in diesen «Boden» wird die neue Information eingearbeitet. So entsteht aus Information neues Wissen und gleichzeitig Vernetzung von neuen mit bereits vorhandenen («alten») Ideen.
Lehrerinnen und Lehrer, die à jour sind, wissen das. Sie legen Wert auf die Aktivierung dieses Vorwissens, weil ihnen dessen Bedeutung für jeden weiteren Unterrichtsschritt bewusst ist. Übrigens: Wer viel weiss, kann leichter noch viel mehr Wissen hinzugewinnen, als wer nur wenig weiss. Vorwissen hat Power.

Lüge Nr. 3: Die Digitalisierung macht mit ihren Bildern, Videos und Grafiken das Lernen völlig mühelos, weil alles sichtbar gemacht wird und sich solche «Veranschaulichungen» einprägen.
Stimmt nicht!
Das ist Abbildtheorie des 17. Jahrhunderts – völlig veraltet!
Entscheidend sind zwei Voraussetzungen, wenn Bilder lernwirksam werden sollen: Zum einen muss Vorwissen zum Bildinhalt da sein, d.h. verstandene Bedeutungen und passende Stichwörter; erst diese erlauben ein Verarbeiten der Bildelemente (z.B. ein Vergleichen oder Verknüpfen) und ein Reden über sie. Und zum anderen muss die Wahrnehmung der Lernenden gelenkt werden: Sie müssen wissen, wohin sie schauen sollen. Viele von ihnen verirren sich auf ihrem Bildschirm, bleiben so trotz den vor Augen stehenden Bildern «blind» und können deshalb nichts lernen.
Kompetente Lehrpersonen bauen also entsprechendes Vorwissen auf, schon bevor visuelle Information präsentiert wird, und lenken dann gezielt die Aufmerksamkeit der Lernenden auf die entscheidenden Bildbereiche. Hier wird auch Lehr- und Lerneffizienz geschaffen, die heute sehr oft völlig fehlt. Wenn unsere Wirtschaft so arbeiten und produzieren würde …
Und übrigens: Im Unterricht ist eine Grossprojektion mittels eines Computers und eines Beamers effizienter, als wenn sich jedes Kind auf seinem eigenen PC zurechtfinden muss. Solches lenkt ab, stört und verlangsamt den Lernfluss, sodass effizientes Lernen nicht selten völlig ausgebremst wird.

Lüge Nr. 4: Die Digitalisierung bringt die Welt ins Klassenzimmer.
Die Welt nicht, sondern Bilder von ihr.

Aber genau diese Tatsache verhindert viel zu oft echte Erlebnisse z.B. draussen am Bach oder im Steinbruch, beim Mechaniker in der Werkstatt oder auf den Mauern einer Burgruine – Umgebungen also, die zur Grundlage eines motivierenden und erfolgreichen Lernens werden könnten. Erfolgsorientierte Lehrerinnen und Lehrer pflegen authentische Erlebnisse.

Lüge Nr. 5: Die Digitalisierung macht die Lernenden selbständig, z.B. weil sie sich ohne Hilfe von aussen selber kontrollieren können: Klick, und die Lösung
erscheint. Der Alltag sieht oft anders aus:
Wer Mühe hat mit einer Hausaufgabe,
klickt die Lösung an; so einfach geht das. Lerneffekt: null. Wer sich zuerst um die Lösung bemüht und diese dann mit dem abrufbaren Resultat vergleicht, wird sich, wenn alles richtig ist, bestätigt fühlen. Wenn sich seine Lösung aber als falsch erweist, steht er da wie der Esel am Berg, und er weiss nicht warum.
Es ist nicht die Stärke des Computers, eine angemessene Lernprozessanalyse hervorzuzaubern und ein entsprechendes Feedback zu geben. In solchen Fällen versagt die Digitalisierung vollständig, und die Selbstkontrolle der Lernenden ist im Eimer. Nur engagierte persönliche Rückmeldungen durch Lehrerinnen und Lehrer mit lerndiagnostischem Gespür führen weiter. Sie kennen die relevanten Denkschritte und die denkbaren Alternativen und können den Lernenden individuell bewusst machen, wo ihr Lern- oder Problemlöseprozess entgleist ist und wo deshalb nachgefasst werden muss.

Lüge Nr. 6: Die Digitalisierung, d.h. der Computer oder das Tablet, fördert das Üben. Meistens ist das Gegenteil der Fall: Digitalisierung killt das Üben immer
dann, wenn den Lernenden vorgegaukelt wird, wie gut sie nach kurzer Zeit schon seien. Sie brechen das Üben dann zufrieden ab – typischerweise nach einem gelösten Beispiel. Aber genau da müsste das Üben intensiviert werden – durch Bearbeiten mehrerer Aufgaben: zehn anstatt eine!
Übrigens: In solchen Situationen nimmt die Überlegenheit der asiatischen Schülerinnen und Schüler ihren Anfang. Diese üben nämlich alles, was sie an Wissen und Können erworben haben, durch gezieltes, auch variiertes Wiederholen – bis zu dem Punkt, wo sie es leicht, rasch, sicher, korrekt und vollständig aus dem Gedächtnis abrufen können. Das verschafft ihnen den Vorsprung im weiteren Lernen und ihre Selbstsicherheit.
Bei dieser konsequenten Art des Lernens ist auch etwas Altmodisches und völlig Unspektakuläres im Spiel: der Fleiss. Spitzensportler wissen das auch! Und noch etwas: Wer dank persönlichem Einsatz, Fleiss, Anstrengung und Ausdauer erfolgreich ist, erlebt den IKEA-Effekt, sieht also ein Ergebnis und erlebt das gute Gefühl, sein «Möbelstück» – diesmal ein geistiges – selber gemacht zu haben! (Ich
weiss übrigens nicht, wer den Begriff «IKEA-Effekt» geprägt hat; aber treffend ist er!)

Lüge Nr. 7: Die Digitalisierung schafft Chancengleichheit.
Schön wär’s!
Wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, trifft das Gegenteil zu. Für den Fall, dass überhaupt jemand von der Arbeit mit dem Computer auf der Mittel- und Oberstufe profitiert, sind es vor allem die ohnehin schon guten und effizienten Lernerinnen und Lerner.
Wer Mühe hat mit Lernen, überlastet mit dem PC oder dem Tablet sein Gedächtnis über Gebühr und hat für das eigentliche Lernen keine freien Kapazitäten mehr. Übrigens: Die Kaderleute im Silicon Valley hüten sich davor, ihre Kinder in digitalisierte Schulen zu schicken. Alles klar?

Lüge Nr. 8: Die Digitalisierung muss schnell erfolgen, wenn unsere Schulen den Zug nicht verpassen sollen.
Welchen Zug denn?
Tatsächlich drücken die Digitalisierer und die hinter ihnen stehenden Firmen aufs Tempo: damit nämlich die einen (die Schüler, Eltern und Lehrpersonen) in «pädagogische», die anderen (die Schulbehörden und Politiker) in «bildungspolitische Atemnot» kommen und die Schulen «überfordert» dastehen. Nur so lässt sich auch das (von wem erbetene oder angeordnete?) Eingreifen der Firmen wie Swisscom oder IBM in das Leben der öffentlichen Schulen rechtfertigen.
Übrigens bleiben da noch ein paar Fragen: Wer genau soll da überfordert sein und in welcher Beziehung? Und wer hat überhaupt diese Überforderungs-Diagnose gestellt? In wessen Kompetenz und Verantwortung liegt es, in dieser bildungspolitischen Situation ein bestimmtes Tempo zu diktieren? Und inwieweit ist dieser Aktivismus bildungspolitisch-demokratisch legitimiert?

Kein IT-Verbot
Das alles muss nicht heissen, dass unsere Kinder keinen Computer, kein Tablet und kein iPhone benutzen sollen. Zum einen ist zu sagen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler dies in dezenter Weise oder exzessiv schon tut, und zum anderen mag es angezeigt sein, dass in der letzten Klasse der obligatorischen Schulzeit der Umgang mit dem Computer für schulische Zwecke
normiert und auch das Programmieren thematisiert wird.
Wie sehr die entsprechenden Lernergebnisse allerdings in der weiteren Ausbildung oder am Arbeitsplatz gewinnbringend eingesetzt werden können, muss jeweils vor Ort entschieden werden.

Die Rolle der Lehrpersonen
Ein spezielles Thema ist dabei in jedem Fall die Rolle des Lehrers oder der Lehrerin. Bei einem Einsatz digitaler Mittel (in erster Linie Tablet oder PC) käme ihnen die Rolle eines Lernbegleiters zu, oder wie es neudeutsch heisst: eines Coaches. Dabei wird übersehen, dass sich aufgrund der spezifischen Betreuungsarten derer, die als Computerfreaks die Details im Umgang mit dem Gerät beherrschen, und denen, die ihre ganze geistige Kapazität erst noch für den Gebrauch von PC oder Tablet einsetzen müssen, eine unübersehbare Schere immer weiter öffnet.
Bei denen, die mit den digitalen Systemen wenig vertraut sind, führt dies zu einer hoffnungslosen Überlastung des Arbeitsgedächtnisses und damit zu einem Stillstand im Lernprozess. Solches geht meist völlig unbeachtet über die Bühne, und dann wundert man sich über die «unerklärlichen» Lernschwierigkeiten bei einzelnen
Schülerinnen oder Schülern.


Das Ende des Beobachtungs- und Nachahmungslernens?
Ein weiteres Problem ist ganz grundsätzlicher Art: Von den Frühzeiten des Menschen bis heute sind überlebenswichtige Fähigkeiten, aber auch Wissen, über das Vorzeigen und Nachahmen gelernt worden: so das Feuermachen, das Jagen, später die Sprache, der Gebrauch von Werkzeug, aber auch sämtliche Elemente des sozialinteraktiven Verhaltens. Die überwiegende Mehrzahl unserer Aktivitäten
wurde also aufgrund von sogenanntem Beobachtungs- oder Nachahmungslernen aufgebaut, tausendfach eingeübt und immer wieder auf neue Situationen angewandt.
Die für unverzichtbar gehaltene Digitalisierung des Lernens beansprucht nun einen faktischen Verzicht auf genau diese Lernformen oder leistet sogar einer Zerstörung derselben Vorschub, was eine sichere Garantie für einen bildungsmässigen Selbstmord ist! Zu hart, zu pessimistisch formuliert? Aufgrund des Wissensstandes
über das Lernen als einer kulturell vermittelten Aktivität des Menschen sicher nicht. Und solchen Entwicklungen einfach zuzusehen, widerspricht jeder menschlichen Intelligenz. Noch heute wird eine Vielzahl von Lerninhalten über diesen für die gesamte Entwicklung des homo sapiens entscheidenden Lernweg erworben.


Abschliessende Bemerkungen
Die schulische Ausbildung und letztlich die gesamte frühe Bildung muss auf die Grundlagen fokussieren: auf ein hohes Niveau im sprachlichen und rechnerischen Wissen und Können; auf die Fähigkeit zu beobachten und das Beobachtete zu beschreiben; dann aber auch auf den Erwerb der Fähigkeiten, klar und kritisch zu denken, zu gewichten, zu argumentieren, Probleme (auch gemeinsam) zu lösen, zuzuhören und sich verständlich mitzuteilen, Wissen zu teilen und einiges mehr
an Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Was den Gebrauch der digitalen Instrumente betrifft, ist es Sache der Eltern, zu entscheiden, wie oft, wie lange und mit welcher Absicht sich ihre Kinder mit ihnen beschäftigen sollen und dürfen. Alle diese Geräte haben Vorteile, die nicht wegdiskutiert werden sollen. Aber im Unterricht an unseren Schulen stören sie mehr, als sie nützen. Wer ohne sie lernt, verpasst nichts.

#143 „Bildung – Bild – Dung“ Der Ausbruch des digitalen Irrsinns an Österreichs Schulen scheint nicht mehr zu stoppen…..

Was geht da eigentlich wirklich ab? Wenn man dem sogenannten „Bildungsminister“ zuhört fragt man sich zu recht, ob hier wirklich alle noch richtig Ticken oder ob es sich bei ihm nicht eher um den Minster für Digitalisierung, systematische Potentialvernichtung und Volksverblödung handelt. „der Laptop ersetzt das Schulbuch, das Lernen von Morgen kommt in Österreichs Schulen an“ . Wie bitte??? Alle geltenden Studien zum Umgang mit digitalen Medien im Kindheits- und Jugendalter aussen vor gelassen und , zu wessen Gunsten immer, knallhart vollkommen mit breiten, verantwortungslosen Schultern weg ignoriert. Prack! Friss oder bleib hinten, wo immer hinten sein soll.

Seit schier nicht mehr enden wollenden Zeiten kompletter Verirrung, kaiserlich, königlicher Kasernierung, des vormals und anscheinend immer noch gut preussischen Mittels des Unter – richtens, gezielten, unmenschlichen Brechens des eigenen Willens bis hin zur vollständigen, kompletten Verunsicherung und Verwirrung auf der ganzen menschlichen Grundlinie. Soviel Schindluder und vorsätzliche, brutale Erstickung ursprünglich vollkommen natürlicher Neugier, gespanntem Interesse und gesunder Lernbereitschaft, systematischer Potentialvernichtung, konsequente Auslöschung und Vernichtung von vormals wunderbaren, einzigartigen, mutigen Träumen und besonderen Neigungen mittels Kontrolle, Zwang, gezielter Verbreitung von Angst, Druck und Bewertung, mit dem Pochen auf Leistung, womit man allerdings meistens nur das Gewinnen der Rücksichtslosesten auf Kosten von oft im stillen schlummernden Talenten meint, gab es unter einem mehr als bieder und flauschig verkleideten, bis in seine Untiefen destruktiven, zerstörerischen Deckmäntelchen unter dem flauen, lauen, missverständlichen Begriff „Bildung“ in aller Munde kaum sonst wo seit inzwischen Jahrhunderten in seiner nach wie vor mehr oder weniger unveränderten Form.

Dabei steckt in diesem Wort „Bildung“ das wunderbare Wort Dung = Dünger, was aber sinngemäss sicher nicht als fruchtbarer Humus für eine inzwischen mehr oder weniger alles vernichtende, technokratische sowie menschen- und naturfeindliche Weltmaschine bestimmt war und gemeint ist sondern viel mehr als Dünger für all die zahlreich und mannigfaltig vorhandenen, geschenkten Neigungen, Talente, Potentiale und Träume, die ursprünglich in jeder und jedem von uns veranlagt waren aber bei den meisten von uns Erwachsenen inzwischen mit Tonnenweise Informationen, skills, die es zur Aufrechterhaltung einer Weltmaschine einer profitgeilen Elite als auch der sogenannten, zumeist hochsubventionierten Wirtschaft, diversen Industrien und Konzernen zu erlernen gilt, am Markt für mehr oder weniger schlecht dotierte Bullshit Jobs vollkommen verschüttet, zum Teil ausgelöscht, verzagt und vergraben ihrer Befreiung und Erlösung entgegen schlummern.

Es steckt auch das Wort „Bild“ in Bildung, für Phantasie, Vorstellungskraft, Kreativität, sich etwas „Ausmalen“, „Einprägen“, „Schaffen“ und „Entwickeln“

Nun: warum macht da eigentlich niemand bis kaum jemand etwas dafür oder bemüht sich daran konstruktiv etwas zum Besseren, Empathischeren, dem Gemeinwohl dienenden und in Richtung der Entfaltung der ursprünglichen Talente, Potentiale und Träume Entsprechendem und Gesünderem zu verändern? Weil all dieser Irrsinn die wesentliche Voraussetzung für grösstmöglichen Profit einiger weniger ist und einzig und allein der Aufrechterhaltung der gigantischen Weltmaschine dient und man uns seit zig Jahren mit einem fetten Konsumschnuller ruhig stellt und sediert.

„Wer glücklich ist, kauft nicht“ – der eigentlich alles er – klärende Satz des deutschen Neuro Biologen und Gehirnforschers Prof. Gerald Huether. Sprich: Unser aller Unglück ist Programm – auch, und besonders und gerade eben in, durch und unter zu Hilfenahme und missbräuchlichen Verwendung der Bildung – Einbildung, Ausbildung, Abbildung, alle möglichen und unmöglichen Bildungswege zur Umbildung, Fortbildung, und so Weiterbildung, Höhere Bildung, Erwachsenen Bildung, Jugend Bildung, Berufsbildung, Fehlbildung, Halbbildung, Berufsbildung, Allgemeinbildung, Grundschulung, Umschulung, Mittelschulung, Einschulung, Coaching für oder gegen alles mögliche und unmögliche, je nachdem, Arbeits Markt Service – AMS – was für ein Service für wen ist das denn in Wahrheit? Der Markt, die Wirtschaft, die Industrie, die Arbeitsplätze, Jobs, Bullshit Jobs, Börsenkurse – lauter Phantome einer grottenschlechten Oper namens Profite um jeden Preis, Spekulationen und Gewinnmaximierung auf Kosten unser aller Gegenwart und Zukunft

“In Zukunft muss eine Bildung stehen, die Menschen eine Autonomie gibt und die Befähigung, ihren Leidenschaften nachzugehen, sich zu entwickeln, daraus etwas zu machen, ihre Kreativität umzusetzen. Nicht eine Bildung, die ihnen die Kreativität austreibt, wie das heute in unseren Schulen fast programmatisch geschieht. Ich nenne das „Preußischen Sozialismus“: Alles gleichmachen und gleichzeitig alles disziplinieren und nach dem Vorbild des Militärs einrichten – das ist die alte Vorstellung von Schule. Und die hat in der Welt des 21. Jahrhunderts überhaupt nichts mehr verloren.“
Richard David Precht

Das Versprechen der digitalen Welt ist, dass nichts mehr dazwischen kommt. Der König Zufall des Lebens ist tot. Auf zur Digitalisierungsoffensive an den Schulen. Good luck with that! Wieviel Schaf darf Mensch denn sein oder noch werden müssen, bis er bereit ist, den scheinbar beruhigenden und alles betäubenden Konsumschnuller endgültig aus der Hand zu geben um zu seinem Mensch Sein bei vollem Bewusst Sein wieder aufzuwachen, oder wollen wir wirklich lieber gemeinsam unser Ende verpennen ?!?

Der sogenannte „Digitalisierungsplan“ ist wohl eher ein „Digitalisierungswahn“. Besonders bei Kleinkindern und Kindern im Vor- und Grundschulalter, mitten in Ihrer Entwicklung. Dazu gibt es schon unfassbar viele Studien die exakt belegen, welch massive und tiefgreifende Auswirkungen all zu früher Kontakt mit der Digitalisierung und dem damit oft einhergehenden Tunnelblick sowie erschreckend hohem Suchtpotential hat.

Es ist der schleichende Tod der Kreativität, der Spontaneität, der Phantasie, komplexen Erfassens, abstrakten Denkens, Konzentrationsfähigkeit und, und, und….. Als wäre dieses einäugige und nicht nur halb-, sondern nullherzige „WIE“ eine Lösung, wenn gerade das „WAS“ – der Inhalt und das zu entfaltende, in uns allen schlummernde Potential nach hunderten von Jahren an gesellschaftlicher Konditionierung die grösste Aufmerksamkeit, Um- und Neugestaltung und Neu Orientierung braucht

täglich 2 Stunden „spielen“ im Wald und in der Natur, ganz ohne Tablets, earplugs und smart phones, die alles andere als „smart“ sind, sind der Kreativität, der gesunden Verknüpfung und Bildung der Synapsen in einem Raum für freudvolles und wahrhaftiges Verinnerlichen , genannt: Lernen, um Wissen zu festigen und eben nicht bloss Informationen anzuhäufen, erwiesenermassen und vielfach wissenschaftlich belegt, ungleich förderlicher.

Potentiale zu entfalten heißt nichts weniger, als gemeinsam über sich hinauszuwachsen. Das heißt, wir sind nur innerhalb einer Gemeinschaft in der Lage, die in uns angelegten Potentiale zu entfalten. In einer Gemeinschaft, der wir uns zugehörig, geborgen und sicher fühlen. Willkommen auf den Seiten der Akademie für Potentialentfaltung! Das Ziel der Arbeit dieser Akademie ist die Transformation unserer gegenwärtigen Beziehungskultur.
Es geht um die Herausbildung und Stärkung kleiner, überschaubarer Gemeinschaften, deren Mitglieder einander auf eine ermutigendere und inspirierendere Weise begegnen als bisher. http://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org

„Eine neue Sicht auf Bildung und Gesundheit. Die „Perspektivenverschiebung“ hat weitreichende Konsequenzen für viele gesellschaftliche Bereiche. In der Bildung etwa bedeutet es, die Vorstellung aufzugeben, Lernen bestehe darin, vorgefertigtes Wissen von einem Wissensinhaber zu einem Empfänger zu transferieren, ein Irrtum, der noch immer einen beträchtlichen Teil unseres Schulsystems prägt.

Wie schon der französische Humanist Francois Rabelais im 16.Jahrhundert bemerkte, sind Kinder keine Gefässe, die gefüllt, sondern Feuer, die entfacht werden wollen. Lernen findet vor allem dann statt, wenn Menschen ein authentisches Interesse an Dingen entwickeln – wenn also ihre Innenwelten beteiligt sind -, und dieses Interesse entsteht meist in Beziehungen zu anderen Menschen, die etwas Interessantes tun. Lehrpläne durchzuexerzieren, deren Sinn Kinder (und auch viele Erwachsene) kaum verstehen, gehört aus Sicht der Kinder (auch aus meiner sic!) oft nicht zur Kategorie der interessanten Tätigkeiten.

Um diesen Mangel zu kompensieren, muss die Schule daher auf Zwangsmittel setzen: Benotungen, Ermahnungen, Sitzenbleiben, Angst, so wird zwar nur wenig über die Welt gelernt, aber dafür eine entscheidende Lektion über die Funktionsweise unserer Gesellschaft: Fragt nicht nach dem Sinn und tut, was euch gesagt wird. Auf diese Weise produziert unser Bildungssystem Jahr für Jahr Millionen von entfremdeten Menschen für eine entfremdete Welt. Die Versuche, andere Formen von Lernen und Schule zu entwickeln, wie sie seit über 100 Jahren in verschiedenen Ansätzen der Reformpädagogik unternommen werden, sind vor diesem Hintergrund von entscheidender Bedeutung, um die Große Trennung zu überwinden.

Würden wir die Millionen von seelisch leidenden Menschen in unserer Gesellschaft, die versuchen, sich durch den Konsum von Antidepressiva, Neuroleptika, Alkohol und anderen Drogen über Wasser zu halten, nicht als isolierte Fälle betrachten, sondern als besonders sensible Signalgeber, dann könnten wir wesentlich besser erkennen, was im Großen und Ganzen nicht stimmt, und entsprechend handeln. Doch die chemische Lösung tötet den Boten, bevor wir seinen Bericht überhaupt gehört haben.

Der grösste Feind der Erkenntnis ist die Illusion des Wissens.“ aus dem Buch „Der Stoff aus dem wir sind“ / Piper – von Fabian Scheidler

„Räume für Träume“

Uns geht es um die oft im Geheimen geliebten, gut und perfekt versteckten, aber wesentlich öfter nicht gelebten Träume, besonderen Talente und Potentiale, die viele, eigentlich die meisten von uns, oft ein Leben lang bewusst oder unbewusst mit sich im Herzen umhertragen, die nur sehnlichst darauf warten, wach geküsst zu werden, um endlich gelebt, geliebt, geboren und verwirklicht werden zu dürfen.

Egal ob Kinder, die dem oft ganz natürlich und in einem Selbstverständnis und Grundvertrauen in das Leben noch am Nächsten sind, egal ob Lehrlinge, Studenten aller Genres, in unserem Fall auch ganz besonders Musik- und Kunststudentinnen sowie Lernende jeder Art, die oft so mit Fertigkeiten, Technik, Skills, Theorie und Informationen abgefüllt und zugeschüttet werden, dass das, was aus Ihnen eigentlich raus will, was sie gut möglich ursprünglich auch auf die Fährte ihrer Berufung gerufen, gelockt oder geschickt haben mag, unter all den Informationsbomben von aussen oft bis zur Unkenntlichkeit verschüttet ist bzw. jede und jeden Einzelnen nach unzähligen Bewertungen und Beurteilungen von Innen und von aussen schwer verunsichert, ihre ursprünglich eingeschlagenen Wege einfach mutig weiter zu gehen und dem Ruf ihrer Talente, Neigungen und Träume vertrauensvoll zu folgen.

Bis hin zu den sogenannten Er – wach – senen, die oft aus Existenz- und/oder  Lebensängsten lieber ihren 9 -5 Bullshit Jobs unglücklich hinterher rennen als ihren Träumen mutig in die Augen zu sehen, sie auszugraben und mutig offen zur Schau zu stellen, um sich endlich selbst die Erlaubnis zu geben, sich darin finden zu dürfen, sie tatsächlich zu verwirklichen und damit sich und das , was wir Leben nennen, wieder wahrhaftiger, klarer und erfüllender spüren, wahrnehmen und ausdrücken zu können.

Unser Traum ist es, in Zukunft dafür offene Spiel – Räume in Form eines  einzigartigen Retreats, Lern-, Seminar- und Workshopzentrums zur Verfügung zu stellen, im Innen – in den Tiefen unseres Bewusst Seins – wie im Aussen, in der Natur, wie im zauberhaften Arkadenhof im Südburgenland. 

Dort wollen wir jene , die nicht nur für und mit sondern auch von ihren Träumen leben lernten und damit nicht nur ein Ein- und Auskommen bestreiten können sondern darin auch ihre Erfüllung gefunden haben, auf spielerische Art, leichtfüssig, und mit grosser Freude mit jenen zusammenbringen, die genau das , aus welchen Gründen immer, glaubten nicht leben zu dürfen oder zu können, und zwar vollkommen ohne jeden Druck oder Zwang, sich selbst oder wem auch immer irgendetwas beweisen oder um jeden Preis perfekt sein zu müssen.

Wir wollen gemeinsam mit euch auch eine Spielwiese zum gemeinsamen, Generationen übergreifenden mit- und voneinander Lernen bauen und einrichten, wo jede und jeder ihre eigene „Meisterin“ und sein eigener „Meister“ sein kann und darf. Geschützte Räume für unsere Träume, zum Ausprobieren, Üben, Spielen, Versagen, Versuchen, Fehler machen und Gelingen.

Komm doch einfach vorbei, zu unserer Informations Veranstaltung am Montag den 5.Juli 2021 um 10:00 vormittags im Arkadenhof Gerersdorf bei Güssing, im wunderschönen Südburgenland und lass uns miteinander reden, einander kennen lernen, uns unsere Pläne vorstellen und mutig gemeinsam beginnen, unsere Träume zu leben.

Der Arkadenhof, Hackergraben 23, A – 7542 Gerersdorf bei Güssing

#142 „Wer sind wir? Wenn wir zweifel-los „sind“: wie viele? Wozu sind wir eigentlich hier und was soll das Ganze überhaupt?“

Die Frage ist nicht „Was will ich , erwarte ich oder brauche ich von diesem, „meinem“ Leben? was will und muss ich un – bedingt alles sehen, haben, spüren, erzwingen oder er – reichen?“ sondern die wesentlich tiefgründigere, ungleich mutigere sowie wahrhaftigere Frage ist mit Sicherheit diese: „Was will das Leben mir zeigen und was will dieses Leben eigentlich von mir?“ Eine einfache, weil vollkommen klare Frage, die jedoch jedem Kontrollfreak da draussen, also so gut wie fast jedem von uns, vermutlich augenblicklich den nackten Angstschweiss aus dem vor nacktem Grauen und Entsetzen steifen und verspannten Nacken durch die sich sträubenden Härchen in kleinen, nicht besonders blumig riechender Bächleins talwärts rieseln lässt.

All diese Fragen münden schlussendlich, egal wie und aus welcher Perspektive man glaubt, das Leben betrachten zu dürfen, zu können oder zu müssen, in diese einzige, grosse Frage seit Menschengedenken; „Wer sind wir und warum sind wir hier? gerade hier und nicht anderswo und genau in der Art und Weise, Eigenart und von jeder und jedem sich selbst zurecht gebastelten Form, derer wir uns mehr oder weniger gewahr und bewusst sind: als fühlende, zweifelnde, denkende, inspirierte und inspirierende, kreative, urteilende, ängstliche, intuitive, unsichere, verletzende und verletze und alles andere als fehlerlose, aber nicht desto trotz „perfekte“ Lebewesen namens „Mensch“?“ Und all das, obwohl mir jemand sehr weiser einmal nahe gebracht hat, dass „Warum“ keine göttliche Frage ist. Weil „Warum?“ immer etwas verstehen und ergründen will, was der Verstand allerdings schlicht und einfach nie verstehen und ergründen können wird. Für den Verstand jetzt: Warum also?

Um grösstmöglichen Profit anzuhäufen? um virtuelle und oft künstlich herbeigeredete Wettrennen, absurde oder oft vollkommen unnötige Wettbewerbe, sinn – lose Kämpfe und Kriege um jeden Preis, koste es was es wolle, zu gewinnen? um noch so ver – rückte und illusorische Ziele zu erreichen, oft auf Kosten der Umwelt oder der Würde anderer Menschen und Lebewesen? um es um jeden Preis „zu schaffen“ was auch immer man glaubt schaffen zu müssen und von welchen „Preisen“ reden wir in diesem Zusammenhang? um“etwas“ oder „jemand“ zu werden, weil wir in der Vorstellung der meisten von uns ja noch nichts und niemand „sind“, wenn wir das Zwie – Licht dieser Welt erblicken? um uns mit allen Mitteln das Urheber- und Patentrecht auf unsere durch und durch konditionierten, gepimpten , gecoachten und bis ins kleinste Detail perfektionierten, oft erstunkenen und erlogenen Lebensläufe und schwer, hart und oft teuer erarbeiteten Persönlichkeiten zu sichern, die wir bereit sind gegen jeden und alles, oft unter Einsatz „unseres Lebens“, zu vereidigen? um mit allen Mitteln unser einziges Heim und zu Hause, welches wir je hatten und gehabt haben werden bzw. als Gäste beitreten durften, unsere Beschützerin, die Natur und unsere Mutter Erde, wie alles andere, was wir auch nach wie vor und gut möglich noch lange nicht zu verstehen imstande sein werden, zu zerstören?

Was ist eigentlich mit all unseren Träumen geschehen, die uns hatten, als wir noch Kinder waren? was geschah mit den uns inne wohnenden, geschenkten Talenten und unseren oft gut versteckten, oft nur noch ,, im Stillen und Geheimen“ zwar oft noch geliebten, aber nie zur Entfaltung gekommenen Potentialen? von wem wurden uns diese Talente eigentlich „geschenkt“? warum haben wir diese Träume immer bloss nur „geträumt“ , uns aber nie zu getraut, sie in dieses Leben zu bringen oder in diese Welt zu gebären, ihnen zumindest eine Chance zu geben, sie zum Knospen, zum Blühen und Gedeihen weit jenseits jeglicher menschlicher, erdachter Konzepte, Formeln und des sehr limitierten Vorstellungsvermögens unseres Ego Verstandes zu bringen? Warum hatten und haben wir überhaupt Talente und besondere Vorlieben und Fertigkeiten und wie und wann liessen wir diese je ent- und verkommen, verdunsten und gänzlich vor dem sogenannten „Ernst des Lebens“ sich wegducken und verschwinden? Was werden und wollen wir denn ein reiches und er – fülltes Leben nennen können, wenn diese menschliche Erfahrung sich unweigerlich ihrem Ende zuneigen wird? reich woran und voll womit? mit unseren Biographien? unseren Bios? unseren Egos? Profit? Zeug? Autos, Luftschlösser und Häuser? schnöden Mammon? Geld? Ansehen? Ruhm? Goldmedaillen für dies und das?

Wir , jede und jeder von uns, „sind“ bereits – lange bevor wir geboren wurden, lange bevor man uns eingetrichtert hat, dass wir John, Maria, Tahar, Barbara, Karim oder Seda zu heissen und auf diese Namen gefälligst auch zu hören haben, dass wir Buben oder Mädchen sind, dass rosa demnach eher für Mädchen und blau dafür für Jungs steht, dass Greta unsere Mama und Horst unser Papa ist und wir möglicherweise noch Brüder und Schwestern haben und wir jetzt zu dieser „Familie“ gehören, dass wir katholisch, dem Islam oder dem Buddhismus zugehörig sind, dass Indianer nicht weinen und Mädchen hübsch zu sein haben und damit den ganzen, jahrtausende alten konditionierten Scheiss, all die Traumata und Ängste, den Grössenwahn und die Machtgelüste, die Pokale und das Versagen unserer Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern und Urururure, dass es Strafen gibt, dass bedingungslose Liebe kaum bis nicht „zu haben“ ist, dass wir für „Fehler“ , was auch immer das im jeweiligen Fall sein soll, bestraft werden und für „Leistung“ und gutes Benehmen sowie gute Noten „belohnt werden“, den ganzen patriarchalischen Irrsinn, wir uns durch die verschiedensten Schulen, Aus – und Ein Bildungen, Um – und Einschulungen jagen, treiben, hetzen oder qäulen lassen, unsere Talente für gut bezahlte Bullshit Jobs all zu oft und leichtfertig gerne links liegen lassen, bis uns Stress, Depressionen, Panikattacken, Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs rechts ohne Blinken überholen und wir spätestens dann, wenn uns das Schicksal gewogen ist, noch eine Chance bekommen, aus unseren höchst individualisierten Alb – Träumen, komplett verrannten Lebensplänen und verbrannten Persönlichkeiten aufzuwachen.

Wozu das alles? um „dazu“ zu gehören? wo „hören“ wir denn da genau hin? und wo zu wollen wir denn da um so gut wie jeden Preis ge – hören? Gibt es da womöglich einen Stock oder Halbstock tiefer in uns, im Mezzanin sozusagen, etwas oder jemanden , die oder der oder das in der Lage ist, all diesen Irrsinn mit etwas gesundem Abstand und Gelassenheit von innen zu beobachten? Ja, von innen, nicht vom „Pseudo Aussen“, wie der in unser aller Verstand ewig alles be- und verurteilende, immer alles besser wissende Richter, der immer etwas zu bezweifeln, zu befürchten, sich zu sorgen und zu evaluieren hat? Ein Bewusst – „Sein“ vielleicht? das von all dem ganzen Gewitter und den auf- und immer wieder abziehenden Gewitterwolken unserer Gefühle und Gedanken, von dem ständigen Kommen und Gehen in aller Stille von all dem vollkommen unberührt aber sich all dessen zugleich vollkommen bewusst „ist“, jenseits aller Illusionen von gut und schlecht, gross und klein, falsch und richtig, Zeit und Raum?

Sind die uns von wem oder was auch immer geschenkten Talente vielleicht nichts anderes als ein sanfter aber glasklarer Hin – Weis darauf, wo unser Lebensglück sehr gut möglich wohnen könnte, würden wir nur nicht mit aller, der den meisten von uns inne wohnenden Egos und der ihnen anhaftenden Sturheit, Zweifel, Ver – Zweiflung, Ängste, Wut, dem steten Zug zum Drama und der Übermacht des Verstandes folgend diese Wegweiser, diese Hinweise nach allen Regeln der Kunst sabotieren, ignorieren und entgegentreten? um uns dann zugleich zu wundern, warum „das Leben nur immer so schwer oder kompliziert sein muss“? immer alles nur uns „passiert“ wo uns doch vielleicht nur unsere Chancen „passieren“, im Sinne von: an uns vorbeiziehen, weil wir uns all zu oft ausschliesslich auf das „Haben“ fixieren anstatt auf ein „Sein“ zu vertrauen, auf „Manifestieren“ und „haben müssen“ anstatt zuzulassen, akzeptieren und sein zu lassen, was sein will? Ist „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ nur ein steiniger Pfad, den wir alle glauben gehen zu müssen, um etwas um jeden Preis zu er – reichen? dann? bloss nicht im hier und jetzt

Sind wir denn dann wirklich „im heiss ersehnten Flow“ ? im Fluss des Lebens? wenn es sich spiesst, wenn es stockt und sich staut, wenn nichts hin – haut oder funktioniert, wie „wir wollen“, sind wir definitiv nicht im Fluss. Denn dann würde es ja sonst ganz leicht mit uns flutschen und fliessen, und wir mit ihm – dem Leben. Was in uns steht also diesem steten, ewigen Flow, diesem Fluss „im Weg“, ausser den oben bereits genannten Möglichkeiten? Egos, der innere Richter, Verurteilungen, Gier, Sucht, Hass, Ängste, Wut, der alles kontrollieren wollende Verstand? Das Gefühl nie „genug“ zu sein und uns zugleich mit allem möglichen und unmöglichen Ramsch und Rausch permanent voll zu stopfen bis weder noch was rein noch was raus kann? Erst in der Leere kann sich doch etwas er – füllen…..

Wie wäre es zur Abwechslung mal anstatt von Ignoranz und Arroganz mit Demut und Akzeptanz dessen was ist? beginnend einmal mit dem alles andere als perfekten, jedoch in gewisser, aus eben nicht ver- und beurteilender Sicht, dem vollkommen perfekten Da – Sein unseres „Selbst“? mit Hingabe anstatt Kontrolle? mit Zu – lassen anstatt Klammern und Festhalten? mit Dankbarkeit, nur um sich einmal in aller Ruhe bewusst machen zu können, was alles Wunderbares denn eigentlich schon immer da war und ist? unter anderem vor allem auch mit einem dankbaren Annehmen unserer Talente, Vor – Lieben und Neigungen? in bedingungsloser Liebe – man muss nichts und darf alles – zu aller erst uns „selbst“ gegenüber? unsere Talente als Geschenk annehmen und sich, allen Ablenkungen und vielversprechenden Prognosen sowie alles wissenden Beurteilungen zum Trotz, sich ihnen hinzugeben und einfach ohne grosses Tam Tam und Trara zu öffnen? als ein sehr gut möglicher Schlüssel zu genau diesem Flow, den immer mehr mit allen Mitteln, Konzepten und unter allen Umständen zu er- reichen versuchen? sich jenseits aller Konzepte und Formeln zu- und einzulassen auf diesen ewigen Fluss des Lebens?

Manchmal erscheint mir das Leben wie ein Film im Kino, in den wir gehen. Wir kaufen uns ein Ticket und finden bei freier Platzwahl unseren Sitz- oder Logenplatz. Wir er – leben alle den selben Film, jede und jeder anders. Weil jeder anders sitzt, sieht, denkt, fühlt, empfindet, und vollkommen anders programmiert, formatiert und konditioniert worden ist. Wir „sind“ vor dem Kino schon „etwas“ oder „jemand“ und nach der Vorstellung auch. Wir sind vor der Geburt schon und nach dem Tod auch. Man sagt nicht umsonst: finde den Tod bevor der Tod Dich findet. Was ist damit gemeint? Den Tod der Konzepte, des Egos, des permanent labernden Verstandes und der konditionierten Persönlichkeit, damit als Bewusstsein, als Essenz bleiben darf und kann, was immer schon war und immer schon ist.

Wir sind nicht der Film. Er gehört uns auch nicht, obwohl wir doch Eintritt bezahlt haben. Wir alle sind im selben Kino und sehen den selben Film und doch er – lebt ihn jede und jeder vollkommen anders. Irgendwann schlüpft fast jede und jeder von den anderen unbemerkt in irgendeine Rolle, wird so zu einem Teil des Films, dem Traum, dem Leben, das uns aber zugleich eben nicht gehört. Und ein Teil im Mezzanin, einen Stock unter dem analytischen Verstand von uns, ist zugleich Beobachterin und Beobachter. Und schliesslich geben wir uns „der Handlung“ hin, werden manchmal fast vom Film verschluckt, ich zumindest 😉 , wir trauen uns das alles und vertrauen all dem, weil es „ja nur ein Film“ ist, den jemand gedreht, entwickelt, kreativ gestaltet und für uns geschaffen hat.

Vielleicht gelingt uns das ja auch, besonders wenn und gerade weil es ja „nur“ das Leben ist, von dem wir uns mit dem steuernden Paddel unserer Talente in der Hand in seinem steten Fluss treiben lassen, indem wir einfach zu- und geschehen lassen was sein will, und uns eben nicht zum Herren, zur Herrin, zur Gebieterin erheben, im Glauben, uns permanent unter zu Hilfenahme unseres Verstandes mit allen Mitteln dagegen wehren zu müssen, nur um unsere Egos oder unseren Sturkopf um jeden Preis durchzusetzen.

Oder haben wir schon einmal gehört, dass sich die jeweiligen Charaktere in einem Film je geheim getroffen hätten um gegen den Regisseur zu protestieren? Nein, in vollem Vertrauen, ohne 1 % Zweifel uns kennen, uns annehmen und akzeptieren lernen, nicht um zu verstehen, nein, sondern eben einen Stock tiefer, im Mezzanin des Bewusst – Seins, in aller Ruhe und Stille, in der Kunst, in der Musik, in der Natur, in der Meditation, bewusst alle mit allem und jedem verbunden, den Fluss des Lebens dankbar anzunehmen, zu akzeptieren, mit ihm und nicht un – bedingt gegen ihn zu schwimmen, nicht um verstehen zu können oder zu müssen, sondern einfach nur um unserem ganzheitlichen „Bewusst – Sein“ ein gutes Stück näher kommen zu können und zu dürfen. Ja: „dürfen“.

back in the dayz…..