#130 „one year ago – ein Jahr später“

Diese Gedanken habe ich vor ziemlich genau einem Jahr, damals noch sehr aktiv, auf fb geteilt, und sie scheinen mir genau so aktuell wie damals zu sein. Check it out, if you like – macht euch selbst ein Bild:

macht euch selbst ein Bild:

Wen immer es interessiert: was ich zu sehen und zu hören vermag, was mir schmeckt und wovor mir graut, was sich in mir so zusammen denkt, oder mein Versuch, mir einen Reim auf dies und das Wahrgenommene zu machen, was ich nicht verstehe, was ich spüre, wie sich das anfühlt und was das intuitive Viech in mir dazu meint, woher wir wahrscheinlich kommen und wohin wir möglicherweise gemeinsam weitergehen könnten, was ist – JETZT – und was ich weiss, tief im Kern meiner bewussten Essenz.

Vorweg eine Analogie, die mir heute am Rad, teilweise im Regen, in diesen sehr stürmischen Zeiten, durch Felder und Auwälder, über Treppelwege und Trampelpfade entlang der Donau zugeflogen ist: Ich kenne eine grossartige, fantastische Chinesische Akupunktur Ärztin, die aus einer Dynastie von Generationen extrem erfahrener und erfolgreicher Ärzte kommt. Erfolgreich im Sinn von Heilerfolgen. Zu ihr gehe ich seit Jahren immer wieder, da sie mir, meiner Seele und meinem Körper schon in so vielen Situationen ärgste Operationen und heftigste Medikamente erspart hat.

Seit Jahren schicke ich eine Vielzahl meiner Bekannten, Freunde, Studentinnen, Schüler und Familienmitglieder zu ihr, von denen viele am Anfang oft skeptisch bis ablehnend eigestellt waren, aber am Ende immer von Schmerzen und Sorgen erlöst, erleichtert, sich Operationen erspart, geheilt, hoch zufrieden und glücklich waren und nach wie vor sind. Mein Satz, der alle bislang überzeugte, es zu versuchen, ist immer noch der selbe: „Du musst nicht daran glauben, es funktioniert trotzdem.“

„Du musst nicht daran glauben, es funktioniert trotzdem.“

Mit Covid-19, diesem Corona Virus, ist es ähnlich: Man muss nicht daran glauben, man kann egal welche Meinungen dazu haben, man kann dies und jenes bezweifeln, dies und das vermuten und diskutieren, man kann Schuldige , Verantwortliche suchen oder glauben gefunden zu haben, man kann sich auf sein sogenanntes Recht auf Freiheit berufen, man kann es verleugnen, mit dem Kopf im Sand ignorieren, sich darüber lächerlich machen, zynisch und sarkastisch, ängstlich und verzweifelt versuchen, sich der Realität verweigern oder sich ihr stellen, man kann Teil einer sogenannten Risikogruppe sein oder nicht, Faktum ist: Das Covid-19 Virus mit der zur Zeit bestehenden, weltweiten Pandemie existiert fix, ohne 1% Zweifel, und zwar unsichtbar, aber nach wie vor. Es ist keine Erfindung, es ist auch kein Witz oder schlechter Scherz, es kann jede und jeden treffen und es ist hoch ansteckend, like it or not.

ohne 1% Zweifel

An dieser Stelle möchte ich mich einmal von ganzem Herzen bei unserem Gesundheitsminister Anschober und seinem Team bedanken, der uns so sachlich, unaufgeregt und klar durch diese Herausforderung begleitet und uns, zumindest bis jetzt, in vergleichsweise sichere Gewässer geführt hat, bis ihn das Diktat und der Druck einer um jeden Preis, Profit vor Menschenleben, getriebenen Wirtschaft und des Konsum Wahnsinns jäh gestoppt zu haben scheint und eine ganze Nation in einer allgemeinen Verunsicherung mit dem Trostpflaster Kaufrausch stehen gelassen wurde.

Jetzt kann man natürlich leicht blöd und zynisch daherreden, dass alle Massnahmen übertrieben bis sinnlos gewesen sein mögen. Das derzeit „noch“ vorliegende Resultat an relativ wenig Erkrankten als auch an Corona Verstorbenen und einem Krankensystem, welches nie bis an seine Grenzen kommen musste, einer Natur, die, so nebenbei aber sicher nicht unwesentlich, seit langem wieder einmal voll durchatmen und aufblühen durfte und einer Bevölkerung und politischen Parteien, die sich zur wunderbarsten Abwechslung von allen einmal in respektvoller Solidarität üben konnten, sind das Resultat der gemeinsamen Bemühungen der letzen 6 Wochen.

Trostpflaster: Kaufrausch? oder Natur?

Und JETZT? die gesamte Kultur-, Kunst-, Musik-, Club-, Festival-, Theaterszene wurde radikal von der vollen Blüte auf Null Komma Null gecrasht, gestoppt, ersatzlos gestrichen, alles Verboten, Kein Einkommen von einem Tag auf den anderen, kein Ausweg – Kompensationen lassen seit Wochen trotz grossartiger Ankündigungen auf sich warten. die Wirtschaft, der Handel, die Tourismusindustrie schiebt die volle Panik, und anstatt diese Chance wahrzunehmen und zu nutzen, etwas aus der Vergangenheit und vor allem der Gegenwart zu lernen, zu erkennen, dass die Wurzel des meisten Übels, auch dieser Pandemie, eine seit Jahrzehnten kranke, neoliberale, globalistische, ausschliesslich Profit orientierte, in ihren letzten Zuckungen auf der wirtschaftlichen Intensivstation liegende, seit langem künstlich beatmete „Systemkrise“ mit Herzschrittmacher ist, versucht man stattdessen so schnell wie möglich wieder dorthin zu rasen, wo man hergekommen ist.

Auf Covid-19 geschissen. Fatal, wenn man mich fragt, und zwar aus vielen Gründen. Eine Bekannte hat mir heute erzählt, dass man z.B. in Pakistan davon ausgeht, dass man sich noch mindestens 2 Jahre mit dieser Pandemie beschäftigen wird müssen.

wieder dorthin rasen, wo man hergekommen ist

JETZT könnte man allerdings diese geschenkte Zeit, diese Generalpause, diesen uns alle in die Knie zwingenden Stillstand, diesen Ausnahmezustand konstruktiv und im Sinne des Gemeinwohls nutzen anstatt da oder dort sofort wieder billiges politisches Kleingeld und mittels Gewalt und Lügen teuren Profit auf unser aller Kosten zu generieren. Man könnte jetzt mutig, bedacht und unter zu Hilfenahme aller kompetenten Kräfte auf Augenhöhe auf den jeweiligen Gebieten völlig neuen Ufern entgegensteuern, neue, nachhaltige Konzepte entwickeln, eine wesentlich ausgeglichenere Verteilungsgerechtigkeit mittels Vermögens- , Kapital-, Transaktionssteuern, Umverteilung herstellen, das Thema Arbeit vollkommen neu definieren, sinn – volle Berufe vor Bullshit – Jobs, sich an kreative Bildungs- und Gesellschaftskonzepte heranwagen, vermehrt kleinere und damit auch gesündere weil weniger anfällige kleinere Strukturen schaffen , der Kultur und Kunst wieder den Raum schenken, den sie braucht um wirken zu können, jene Berufe, die mit den beschissensten Honoraren unser aller Ärsche jetzt gerade retten, endlich auch finanziell jene Wertschätzung entgegenbringen, die Applaus nicht wettmachen kann, verstehen, das auch Künstler sich nicht vom Applaus alleine ernähren und ihre Miete zahlen können und, und, und.

…..und, und, und

Und was passiert? Nichts von all dem, anscheinend haben wir noch immer nichts kapiert. Menschen scheissen auf Abstand und den Maskenzwang, als wäre das Erdbeben mit vorgestern endlich vorbei, feiern ihre Freiheit auf Kosten der Gesundheit von Vielen, von uns allen und fühlen sich super frei und toll dabei. Vielleicht sollte man an jeder Strassenecke aufzeichnen , wie lang ein Meter wirklich ist, scheiss auf Baby Elefanten. Vielleicht sollte man die Leute daran erinnern, dass man Gehirn aus- UND einschalten kann, dass mit – denken möglich ist, und mit – fühlen etwas sein könnte, was man selbst vielleicht auch mal irgendwann sehr gut brauchen kann.

WIR brauchen jetzt ein Bewusstsein das über schwarz – weiss, richtig – falsch, Freund – Feind, dumm – gescheit, Arschloch – Buddy ganz weit über das bisher kollektiv Erlernte hinaus geht. Jede und Jeder von uns kann irgendetwas ganz besonders gut, das sonst niemand kann, weiss etwas ganz spezielles das anderen so nicht bewusst ist, hat Talente, eine Bestimmung, die keine und kein anderer hat, fühlt , wie kein anderer fühlt, sieht, wie kein anderer sieht, hört , wie kein anderer hört, hat eine Phantasie wie sonst niemand – das Arschloch zeigt mir vielleicht etwas, was ich so noch nie gesehen habe, in dem, was für manche schlecht ist, können wiederum andere etwas extrem Gutes entdecken, Gescheite machen oft die grössten Dummheiten und sogenannte Dumme haben schon unglaubliches entdeckt…

ent – decken

UNSER ALLER FREIHEIT UND KRAFT LIEGT IN UNSER ALLER GEMEIN SAMEN BUNTEN VIELFALT IN EINEM WERT SCHÄTZENDEN, LIEBE VOLLEN MIT EINANDER.

dort geht,s lang. my 5 cents, alles Liebste, AleX

Lorenz Raab, Phil Nykrin, Oliver Steger, AleX Deutsch
photo © Eckhart Derschmidt

#129 „Wir Männer müssen dringend an einem gesunden, zeitgemässen Bild unserer Männlichkeit arbeiten“

Ja, Männer. so schaut’s aus. Mir ist das schon seit längerem sonnenklar. Nur wie machen wir das, wie gehen wir da ran und wie bringen wir da besonders jene zum Tisch, die in ihren uralten , teilweise antiken, patriarchalischen Männerbildern hoffnungslos stecken geblieben sind und die Frauen und Partner noch immer als ihr wertvollstes „Eigentum“ zu betrachten gewohnt sind und glauben, dass Mann nach wie vor das Privileg hat, mächtig, stark , und souverän über jeder und jedem und allem herrschend und weit darüber stehend zu sein hat, besonders auch seinen männlichen Kumpels und Freunden gegenüber, auf keinen Fall weinen darf, als Indianer keinen Schmerz kennen darf und auf schon gar nicht als Schwächling, als weinerliches Waserl und Pantoffelheld unter der sogenannten „Fuchtel“ der Frau abgestempelt werden darf. Damit kann diese Art von Männlichkeit gar nicht.

Dort „wachsen“ sicher viele der Energien und die Wut, die für all diese schrecklichen, auf jeden Fall zu vermeidenden Frauenmorde, verantwortlich zeichnet, in genau diesen Bildern und Vorstellungen von Männlichkeit. Häusliche Gewalt allerdings ist jedoch sicher auch keine Einbahnstrasse ausschliesslich von Männern in Richtung der Frauen. Es gibt genug Mütter, die ihre Kinder, egal ob Mädchen oder Buben schlagen, und eben nicht nur Väter. Auch das ist „häusliche Gewalt“. Wo in meiner Wahrnehmung das Schlagen nicht nur ein Zeichen von Macht, krankhafter Eifersucht und Besitzdenken ist, sondern meines Erachtens sehr oft auch ein Zeichen von Hilflosigkeit. Manchmal möglicherweise auch ein Gefühl des verhöhnt und / oder ausgelacht und lächerlich gemacht Werdens.

Wenn ich jetzt so in Gedanken die Männer in Form meiner Urgrossväter, Grossväter, meinem Vater, den Vätern meiner Partnerinnen, mich selbst, meinen Sohnemann, die Söhne meiner Liebsten und ihre Väter und meinen Schwiegersohn so vor meinem geistigen Auge mit ihren jeweiligen Frauen und Partnerinnen vorbeiziehen lasse, fällt mir natürlich schon einiges, möglicherweise durchaus Beachtenswertes auf, was uns mit helfen könnte, ein neues Männerbild für uns Männer, zusammen aber auch mit den Frauen, Partnerinnen und Kindern, zu entwicklen und zu schauen, ob wir uns da noch als Mann wirklich darin finden können.

Da waren einmal meine Urgrossväter und mein Grossvater mütterlicherseits, alle eher ruhige, in sich ruhende, gross gewachsene, eher hagere Förster, Jäger und Waldmenschen mit grossteils tiefen, resonanten, permanent Geschichten erzählenden Stimmen, und im Falle meines Opa’s, mit einer eher klein gewachsenen, zierlichen, feingliedrigen Frau mit immens grossem Busen zusammen war. Meine sanfte, liebevolle Oma, von der ich nie das Gefühl hatte, dass sie von meinem Opa terrorisiert oder geschlagen worden wäre, die aber sicher noch am ehesten dem alten Rollenbild der Frau, die zu Hause ist, den Haushalt und den Garten schupft, sich um die Kinder kümmert, wo ihr natürlich in den Jahren, in denen mein Opa im 2. Weltkrieg einrücken musste und für den Rest seiner Tage traumatisiert wieder zurückgekommen war, nicht viel anderes übrig geblieben ist, als zu kochen, flicken, nähen und zu backen wie im Himmel.

Dann der schon mal lautstark auf den Tisch hauende und frühmorgens um sich brüllende Vater meines Vaters, der despote Bauer mit Knechten, Mägden und vier Söhnen, von denen einer eben mein Papa war, der immer darunter gelitten hatte, nicht den Hof überschrieben bekommen zu haben. Auch keinen Grund oder Boden wie alle anderen seiner Brüder. Wo sich der väterliche support darin erschöpfte, ihm eine Ausbildung zum landwirtschaftlichen Versuchstechniker und Agrarbiologen zu ermöglichen und basta. Aber: auch wenn bellende Hunde bekanntlich nicht beissen sollen, hatte ich manchmal höllische Angst vor diesem ganzen viel zu lauten und donnernden patriarchalischen Macho Theater. Und die Mutter, zu der wir auch alle „Mutter“sagten, eine sanfte, ruhige, liebevolle und sicher etwas schüchterne , oder soll ich sagen, eingeschüchterte Frau, die mir immer meinen violetten Lieblingssterz, den Haidensterz aus Buchweizen mit ein paar frischen Grammeln und einen Getreide Häferlkaffee gemacht hat. Eine wahre Kräuter Expertin und eigentlich eine, immer nach Leinöl duftende Bäuerin und Naturheilerin. Wo ich allerdings nicht weiss und keine Ahnung habe, wie diese meine beiden Grosseltern, „Vater“ und „Mutter“ ihre, in ihren Rollenverteilungen sicher auch noch sehr traditionelle Beziehung gemeinsam zu gestalten wussten, zumal ich sie kaum je gemeinsam erleben durfte.

Und dann kam die Generation meines Vaters, Kriegsende und Nachkriegsgeneration. Aufbau, Wirtschaftswachstum, Forschung. Zuerst die Hippie- und dann die mächtige, für die Männer vieles bis alles verändernde Emanzipationsbewegung der Frauen in ihrem Bemühen, sich aus ihren inneren und äusseren Abhängigkeiten zu befreien und in ihrem vollkommen verständlichen Streben nach Gleichberechtigung, welches bis heute, 50 – 60 Jahre später, noch immer nicht ganz auf Augenhöhe gelöst und in keinem Selbstverständnis akzeptiert werden konnte. In Island, ja, aber hier, im erzkatholischen Österreich sind wir in grossen Teilen heute noch weiter davon entfernt als wir das vor ein paar Jahren schon einmal wesentlich besser waren.

Da tappte mein Vater mit seinem Männlichkeitsbild sicher oft bis meistens bis zu seinem Lebensende vollkommen auf sich gestellt und auch irgendwie von der Gesellschaft in diesem Prozess allein gelassen, im Dunklen. Das brachte den sonst eigentlich sehr sanftmütigen Mann schon auch mal zur Verzweiflung, was zusammen mit einem ähnlichen, nur anders angelegten Prozess seitens meiner Mutter sehr oft in heftigen Streitereien unter den beiden eskalierte, durch die Erwartungen der Gesellschaft zum einen, die gegenseitigen Erwartungen und Herausforderungen und auf der steten Suche nach den eigenen männlichen und weiblichen Identitäten, mit denen man , zumindest für kurze Zeit, in Frieden sein konnte, und mir oft , nicht immer, kein wirklich emotional stabiles Dach über meiner Bubenseele anzubieten hatte. Als Einzelkind noch dazu, Gott, habe ich das gehasst. Da wird man leicht einmal, ob man will oder nicht, zum Einzelkämpfer und zum lonely Wolf. Und zum Waldkind, mit dem Hund als besten Freund, der mir meinen seelischen Arsch gerettet hat – der Wald, und meinen Kindheitsfreunden, mit denen ich bis heute freundschaftlich verbunden bin, die mich als Einzelkind definitiv sozial gerettet haben.

Da war ich dann, auch allein gelassen im täglichen Kampf der Geschlechter, was ich so von allen meinen Grosseltern nicht wirklich kannte. Die Beziehung als Kampf, ein ewiges „Ziehen“ , ein Kräfte und Energie raubender Kraftakt für beide Seiten, Schuld und Sühne, vorwerfen, verteidigen, ent – schuldigen – a nightmare. Was dann schlussendlich in Folge irgendwann auch zur Scheidung meiner Eltern geführt hatte oder führen musste und nicht wirklich ein nachahmenswertes Beziehungsmodell darstellte.

Und da war es dann irgendwann plötzlich voll in meinem Bewusstsein gelandet: Die vor sich gehenden und unvermeidbaren Transformationen beider, der Frauen – und Männerbilder, beider Bilder, was ohne die eine und ohne den anderen nicht wirklich gut gehen konnte. Manchmal gelungen, viel öfter , bis heute, wie man sehen und unschwer erkennen kann, nach wie vor misslungen und teilweise vollkommen missglückt. Den Blow, den heftigsten Brocken, die Krot sozusagen, der tiefe Fall aus den Höhen des Patriarchats, musste auf jeden Fall die Generation meines Vaters schlucken. Den hat die Wucht des Pendels der ausgleichenden Waage voll erwischt.

Meine Generation war da noch mit den Ausläufern des unsanften Aufschlags am Boden der Realtät zugleich aber schon in wesentlich ruhigeren, aber keineswegs weniger herausfordernden Beziehungs – Gewässern unterwegs, weil sich die gesellschaftlich geforderten und somit optimalen Männer- und Frauenwunschbilder auf beiden Seiten fast stündlich zu ändern schienen. Und schliesslich die Generation meines Schwiegersohnes und noch mehr die meines Sohnes. Diese scheint da schon längst unseren ehemaligen kratzbürstigen Raupenpanzern in einer fast vollkommen selbstverständlichen Transformation und einem gleichzeitigen Entwachsen aus all diesen vormals mehr oder weniger klar zu definierenden Rollenbildern endgültig entschlüpft und flattern uns da schon weit davon.

Der gesellschaftliche Druck auf beide Geschlechter war inzwischen ja enorm gestiegen und blieb nirgendwo ohne Folgen. Auch bei mir nicht. In den meisten meiner Partnerschaften bin ich kläglich gescheitert, mit zwei wunderbaren Kindern aus verschiedenen Partnerschaften, einer Tochter, die ich schon über Jahrzehnte schmerzlichst vermisst aber nie verloren glaubte, mit einem Stiefvater, der mir in der ersten Minute unseres gegenseitigen , „wir werden uns schon noch Kennen Lernen“ eröffnete: „Ein Kind braucht nur einen Vater, und der bin jetzt ich“ Selbsterklärend , was dieses Männerbild betrifft, unverständlich dass das nicht nur eine Drohung sondern seine eigenermächtigte Fest Stellung war. Ja, auch Töchter können als Besitz empfunden werden, auch wenn sie nicht die eigenen sind, nicht nur Partnerinnen oder Ehefrauen.

….und einem Sohnemann, mit dem ich seit Jahren in einer Männer WG lebe und wohne, bis es einem von uns oder uns beiden irgendwann zu blöd geworden sein wird, mit einer wirklich schönen, gesunden Verbundenheit auf Augenhöhe mit seiner, seit vielen Jahren von mir getrennt lebenden Mutter. Das ist „Gold“ wert, in Zeiten wie diesen, für alle Beteiligten. Aber das verlangte von uns beiden, nicht in unseren Persönlichkeiten und Egos stecken zu bleiben, sondern aus all dem rauszuwachsen und weiter zu gehen, tiefer zu gehen und sich und dem anderen Verletzlichkeit, Hilflosigkeit, Traurigkeit und die eigene Schwäche einzugestehen, sie anzunehmen, zu umarmen und darin erst wahre Stärke erfahren zu lernen. Die griechischen Götter durften auch schon mal weinen, den Indianern wurde es von Karl May verboten, aber wir Männer, wir dürfen das heute wieder, und können darin, in unserer eigenen Zerbrechlichkeit, erst unsere ganz besondere Stärke entdecken. Das ist mutige Wahrhaftigkeit und das braucht Mensch mehr als alles andere.

Das Wichtigste, in allen Beziehungen, ist allerdings „Reden“. Immer. Über alles, auch wenn es noch so schwer fällt. Und zwar nicht als Vor – wurf. Oder der anderen oder dem andern sagen, was er sie denkt, tun soll, wissen müsste, zu handeln und zu riechen hat, sondern „über sich selbst sprechen“. Was einen bewegt, verunsichert, hilflos macht, mit Freude erfüllt, Angst macht. Nicht der oder dem anderen um jeden Preis „gefallen wollen“ und sich damit verbiegen, sondern unter allen Umständen immer bei sich und sich treu bleiben. Sich miteinander bemühen, eine gelungene, respektvolle Partnerschaft auf Augenhöhe zu gestalten und zu leben, in der jede und jeder gleich wichtig, gleich wertvoll ist, und in der aber auch jede und jeder Zeit und Raum für sich hat, ohne sich rechtfertigen oder erklären zu müssen. Und der und dem anderen immer die Chance geben , das eigene Gesicht und besonders die Würde wahren zu können. Essentiell!

Dafür sollten wir Gesprächsrunden ermöglichen, Seminare gestalten und anbieten, bei den Kindern schon beginnen, ein anderes Bewusstsein zu ermöglichen, Schwäche und Stärke nicht mit Feigling und Machtrausch zu verwechseln und eben nicht erst bei den letzten Hilfeschreien, beim Opferschutz zu denken, zu handeln und zu diskutieren begonnen. Gibt es mal Opfer, die natürlich unter allen Umständen geschützt werden müssen, ist es meistens schon zu spät, und jene Männer und Frauen, die diese Hilfe dann am meisten bräuchten, sind sehr wahrscheinlich dann genau jene, die diese dann nicht in Anspruch nehmen werden, weil man eben schon viel, viel früher ansetzen muss. Wie man etwa als Mann Söhnen vorleben können sollte, ihre Mutter zu respektieren und ihr liebevoll und wertschätzend zu begegnen. Etwas, was man umgekehrt durchaus auch vielen Frauen ans Herz legen kann. Gemeinsam sollten wir uns helfen, wenn möglich würdevoll und wahrhaftig miteinander zu wachsen, uns Raum zu geben und zu schenken.

Dieser Innenminister, dieser Kanzler und diese gesamte türkise Regierungsmannschaft, soviel steht jedenfalls fest, wird uns aus einem unglücklichen, hilflosen und gewaltbereiten Männerbild genau so wenig erlösen wie diese Frauenministerin auch nur annähernd in der Lage sein wird, den Frauen wirklich zu helfen. Da häufen und türmen sich Männerbilder und Frauenbilder von vorvorgestern, und da wird in riesigen Schritten ausschliesslich zurückgerudert als nach vorne gelebt und gestaltet. Mit Telefonnummern alleine wird sich dieses Dilemma nicht lösen lassen, da muss man wesentlich tiefer gehen und wesentlich kompetenter und vor allem, viel früher ansetzen und hinschauen, alles Dinge, derer Politiker von heute schlicht und einfach nicht fähig sind.

Also von dieser Seite brauchen wir uns wirklich keine grundlegenden Hilfestellungen erwarten, sowohl auf Frauen- als auch auf Männerseite. Die einen sind bereits jenseits all dieses Geschlechterkampfschwachsinns davon geflattert und wissen zum Teil gar nicht mehr , wovon wir da überhaupt reden, und ein anderer, nicht unwesentlicher Teil scheint mehr und mehr und rasanter als je zuvor wieder in alte Muster und in altes Unglück zurück zu verfallen.

Wobei mir scheint, dass man heute Partner eher zu konsumieren als gelungene Partnerschaften zu leben, zu ermöglichen und zu gestalten bereit ist. Neue Nase, neuer Arsch, neues Kleid, neue Titten, neues Auto, neuer Bullshit Job, neue Brille, neuer Fitnesscenter, neuer Mann, neue Frau – und die und der und das alte wird dann weder wertgeschätzt noch als gleichwertige menschliche Existenz im Sinne unserer Wegwerfgesellschaft entwertet und oft verächtlich bis verantwortungslos „entsorgt“. Die oder der nächst beste wartet ja oft schon. Same shit, same story, gleiches Schicksal, und täglich grüsst das Murmeltier. Das erklärt unter anderem auch, warum inzwischen immer mehr Menschen sich entschliessen, alleine zu leben und viele von denen oft hoffnungslos vereinsamen oder sozial verwahrlost ihrem Ende entgegen fristen.

Irgendwie gruselig und warum auch immer erinnert mich das Ganze an eine Erzählung eines Telefonshop Betreibers Mitte der 90iger Jahre in meiner alten Neighbourhood an der Lower Eastside in Manhattan. Dieser meinte, dass viele Kids, die oft schon mit 11 oder 12 bewaffnet und in Gangs unterwegs sind, sich oft total wundern, dass, aus einer Videospielwelt kommend, angeschossen werden tatsächlich höllisch weh tut und man danach wirklich böse blutet, manchmal dies einen über Monate lahmlegt und manchmal eben auch das Leben kosten kann. Sind wir inzwischen wirklich schon von unserem „einfach Mensch sein dürfen“ und von der Fähigkeit, irgend so etwas wie Empathie und Mitgefühl entwickeln zu können, so abgrundtief und weiter als je zuvor entfernt?

#128 „a good friday – es fehlt an nichts“

Nachdem ich seit wenigen Tagen, eigentlich seit dem Soundcheck letzten Donnerstag im Porgy und Bess – als hintereinander mehrere mails von fakebook in einem steten Stacatto in mein E-mail Konto reingeschossen kamen, nachdem man mich dort ja mittlerweile seit Ende September letzten Jahres gesperrt hatte und ich im Bemühen, wieder entsperrt zu werden, auch noch gehackt wurde und dort plötzlich in allen mails, ohne mein dazu tun, Alosind B. Derriksh hiess – nachdem ich also nun wieder, wie aus dem Nichts, vollkommen unvermutet Zugang zu meinem fb Konto habe, konnte ich dort eine inzwischen über ein Jahr alte, zeitlose Geschichte ausgraben, um die es mir wirklich leid getan hätte, wäre sie für immer verloren gegangen.

eine zeitlose Geschichte

Inzwischen, bin ich, nach meinem „cold fb turkey“ ein vollkommen fakebook und damit natürlich auch instagrimm , whatznepp und Co entwöhnter, wesentlich freierer und befreiter Mensch geworden, und muss mich, allerdings auch mit grosser Freude zugleich, wundern, obwohl ich es natürlich verstehen kann, dass so viele von euch nach wie vor hier am Start sind. Ich vermisse wirklich nichts, ausser eben den Kontakt zu mir ans Herz gewachsenen, wunderbaren und plötzlich aus meinem Leben verschwundenen Zeitgenossinnen und Freunden unter euch verloren zu haben.

Ich werde diese gewonnene Freiheit aber sicher nicht mehr aufgeben und gegen nichts eintauschen. Also erwartet bitte keine weiteren Aktivitäten meinerseits, ausser dass ich mich um die Wiederinstandsetzung unserer Café Drechsler Künstlerseite bemühen werde, die im Zuge meiner vollkommen unerwarteten fb Auferstehung noch nicht wieder das Licht der sozialen Fangnetzte erblicken durfte. meine E-mail Adresse lautet immer noch moerdermusic@yahoo.com und meine Web- und Blogseite http://www.pimpmyband.live. Und jetzt zu meiner alten, zeitlosen Geschichte, die mir, wie es scheint, immer noch ans Herz gewachsen ist:

Auferstehung

„Karfreitag – Good Friday

4:39 am….. soll ich’s echt jetzt schon mal wagen? na klar, raus aus den bequemen Federn, rein in die alten Klamotten, noch meine 3 morgendlichen, köstlichen, heilenden, lauwarmen Gläser mit Zitronenwasser und Meersalz genussvoll ausgetrunken, Haube, Schal, Jacke und raus getastet in der frühmorgendlichen Finsternis zu meinem Fahrradschloss. Klack! aufgesperrt und draussen sind wir auf der Strasse. Wir sind am Weg. meinem Weg. 

Ja, es ist heute bedeutend wärmer als gestern und es weht eine wirklich angenehme laue Brise. Keine Menschenseele. Irgendwo ein paar einsame Tankwägen und zweieinhalb Lieferwägen. Ah, da kommt doch einer, ein alter Mann auf seinem Waffenrad, ganz beschaulich und gemütlich daher geradelt, und schaut mich wahrscheinlich genau so verdutzt an wie ich ihn.  Zwei Augenblicke lange Nähe.

mein Weg

Ich warte geduldig an den Ampeln, dass sie in den nächst besten Moment springen. Ich scheine sie schon auswendig zu kennen, die Schaltintervalle. Schokoduft in der Luft wie immer kurz nach der Josefstädterstrasse. Die Stadt schläft offensichtlich noch, mein geliebtes geiles Wien. Es ist ur warm, Haube und Schal runter. Herrlich. Ich fühle mich befreit. Auch die Angst scheint zu schlafen, ich spür sie nicht, sie ist schlicht und einfach nicht da – nirgends. 

Doch, da, jetzt – eine U-Bahn – Michelbeuren AKH, und drinnen, aus den Augenwinkeln, ein paar einsam isolierte Menschen mit Schutzmasken – da ist sie wieder, die Angst. Sie ist nicht da draussen, irgendwo – Nein, sie wohnt tief in uns. Und jetzt auf einmal, bis runter zur Volksoper und bis vor zum Blaustern – Grüne Welle – hatte ich hier noch nie – ich bin im Flow. 

im flow

Der vergoldete Hundertwasser Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau starrt auch noch wie ein unbeantwortetes Fragezeichen in den Himmel. So, jetzt hat sich’s ausgeampelt – runter zum Donaukanal, alles frei – keine Jogger, keine dicht an einem vorbei rasenden Strampelmännchen, nichts. Und da sind sie, am Ende des Donaukanals, im Magenta blauen Licht der nahenden Morgendämmerung, an der Schwelle zur Donau, direkt an den Toren der Stadt. Meine Kumpels, die Löwen, die hier verlässlich seit langen Zeiten Tag und Nacht Wache halten – was soll uns denn schon passieren bitte?

was soll uns passieren?

Und jetzt runter zum geliebten, ruhigen, weiter nach Südosten fliessenden Strom. Stromaufwärts, vorbei an den Wimpeln und Fahnen des Fahrradshops direkt am Ufer, die noch unschlüssig sind, woher der Wind jetzt eigentlich weht . Rein in die frische, laue, leicht rötlich violette Morgenluft . Ein Traum – ich liebe es und ich bedanke mich gerade bei mir, dass ich heute meinen Arsch schon so früh rausgebracht hab und frage mich im selben Augenblick wer in mir sich da bei wem in mir eigentlich bedankt….  Da bläst mir inzwischen doch schon ein ganz schön heftiger Wind entgegen, der mir allerdings auf der Retourfahrt wunderbar in den Rücken fallen wird um mich wie auf Flügeln in die Stadt zu tragen. Es duftet inzwischen nach einer feinen Brise Bärlauch, leicht modrig, feuchtem Ufermoos auf den nassen und feuchten Steinen mit einem Hauch von viel zu früh gebrühtem Filterkaffee.

wer in mir sich da bei wem in mir eigentlich bedankt…. 

Und da kommt sie jetzt, langsam, bedächtig, gleich, bestimmt, ich kann schon etwas sehen – die Vögel künden ihren nahen Auftritt an, ein paar Enten schnattern aufgeregt und zwei Reiher zerpflügen den noch vollkommen jungfräulichen Morgenhimmel. Soooo spannend, wie kurz vor einem wirklich mega geilen Konzert.

spannend…..

Und da ist sie, endlich – da ist es – die wärmende, tief rot alles warm umstrahlende Sonne in einem tiefen,wärmenden Ohm , das Licht, das ewige Licht – sie geht nicht auf sondern eigentlich gehen wir ja jeden Morgen zu ihr unter. Sie strahlt ja in Wahrheit die ganze Zeit, seit einer kleinen stillen Augenblicks Ewigkeit, immer, zu uns allen, zur Natur in und um uns. Stille, Ruhe, Frieden, Liebe, es fehlt an nichts und nichts und niemand. Alles ist gut. Es ist wie es ist. JETZT. 

A good Friday, The best Friday there is.“

jetzt

Ich fahre natürlich nach wie vor, wann immer es möglich ist, mit meinem Puchradl durch alle Lockdowns und sämtliche, die grosse und meine kleine Welt bewegenden Wunder und Grauslichkeiten hindurch, jeden Morgen aus der Stadt hinaus, das ganze Jahr hindurch, die Donau hinauf, spring auch immer wieder gerne rein, und bin unendlich dankbar, dadurch täglich auf diesen relativ kleinen äusseren Ausflügen in die Natur und den grossen inneren Reisen im Stillen immer mehr zu mir finden, und damit einen kleinen Schlüssel in grosser Dankbarkeit, Achtsamkeit und Wertschätzung zu all den liebenswerten Menschen da draussen und nicht zuletzt durch die Liebe zur Natur, zur Musik und zur Stille zu einer bedingungslosen Liebe zu und in mir gefunden haben zu dürfen.

http://www.liebevoll.jetzt

Ich hoffe wir sehen uns bald einmal da draussen, in real life, an der Donau oder auf einen gemeinsamen Kaffee, wenn die Kaffeehäuser wieder aufgesperrt haben werden. Alles Liebste, AleX

Zum Schluss noch eine wunderbare, weil so mitten in die stille Wahrheit unserer Essenz treffende Quote von Eckhart Tolle: “To meet everything and everyone through Stillness instead of mental noise is the greatest gift you can offer the universe.” 

stillness – meine kleine Welt

#127 SO! Und jetzt? Nein, nix mit zurück zur „Normalität“ – die Bewältigung der Klimakrise ist jetzt unser „MUSS“ der Stunde!

Ja! Die Klimakrise ist, ob uns das passt oder nicht, ob uns das bewusst ist oder nicht, ob wir das wollen oder nicht, eigentlich, wenn wir es wagen ganz genau hinzusehen, die Mutter der meisten bis eigentlich aller aktuellen Krisen, die uns alle beuteln und schütteln, egal ob arm oder reich, egal wie und wo wir wohnen, egal wohin wir von wo auch immer davor davonzulaufen gedenken . Und gegen diese , alles und jeden beherrschende, herausforderndste Krise seit Menschengedenken, gibt es KEINE IMPFUNG! „Nur“ unser „Handeln“ oder eben unsere Ignoranz.

Handeln

Jetzt, wo wir eigentlich alle, weltweit wissen, wie miteinander an einem Strang ziehen geht, gilt es, die Klimakrise als „Top Priority Service“, in der „last minute express lane“, vor allem, jedem und allen anderen vergleichsweise kleinen Problemchen voran, ohne Ausnahmeregelungen, Vertröstungen bis zum St. Nimmerleinstag, in einer gemeinsamen, internationalen, konstruktiven und völkerverbindenden Kraftanstrengung ohne weitere faule Ausreden, nicht mehr erlaubte oder von wem auch immer genehmigte Umleitungen oder Kopf in den Sand Strategien zugunsten weiterer mass- und sinnloser Profitmaximierungen einiger weniger gemeinsam in Angriff zu nehmen. JA! Wir können das! siehe die internationalen und weltweiten Covid Massnahmen, Kreativität und Innovation zu deren Eindämmung und die damit einhergehenden Hilfsprogramme. Der Traummännlein und Traumweiblein Wunsch „zurück zur Normalität“ darf dabei ruhig als ernste Bedrohung und als absolutes „No Go“! eingestuft werden.

Diese , für jede und jeden etwas anderes bedeutende, so heiss ersehnte „Normalität“ war in gewisser Weise in erster Linie dafür verantwortlich, dass wir überhaupt in diesem und anderen, schon vorangegangenen pandemischen Irsinns – Verirrungen gelandet sind. die Art und Weise, wie wir mit uns, und in Folge mit unseren Mitmenschen, mit unserer Umwelt und mit unserer Mutter Erde glauben umgehen zu müssen, zu dürfen und zu können. Es fehlt am Bewusst – Sein, dass alles, wir alle und alles mit jeder und jedem in einem fein gesponnenen, sich permanent veränderten energetischen Netzwerk miteinander verbunden sind. Dass wir alle als soziale Wesen Sehnsucht nach Nähe, nach dem Umarmen unserer Liebsten, unserer Freundinnen und freunde haben, dass wir gerne wieder miteinander spielen, spazieren gehen, Musik machen, gesellig und gemütlich beisammen sein wollen, versteht jede und jeder Mensch ohne Zweifel. Diese Normalität meine ich nicht. Ich meine jene Normalität, dass wir uns anscheinend großteils schon an die permanente Zerstörung und Verwüstung und Verrohung unseres Planeten und unseres Zusammenlebens gewohnt haben und inzwischen tatsächlich glauben, dass wir ausschliesslich „Konsumenten“ und nicht mehr vorrangig „Menschenseelen“ seien. Das ist eben nicht nur ein Irrsinn, sondern auch ein krasser Irrtum.

ohne faule Ausreden

Ich sehe schon in den täglichen Headline News, in allen Zeitungen, Zeitschriften, Online Foren und auf allen TV Stationen die aktuellen CO2 Emissionen, welches Land gerade einer CO2 Neutralität am nächsten gekommen ist, welche Massnahmen national und international gerade getroffen worden sind und noch dringend zu treffen sein werden. Dazu Interviews mit zahlreichen Klima- und Klimaschutzexperten, Agrarbiologen, Naturwissenschaftlern, Quantenphysikern und anderen kompetenten Kapazundern. Informationen zu den Folgen, notwendigen Massnahmen und Auswirkungen, wenn sich ein Mitglied der internationalen Gemeinschaft nicht an die allgemein gültigen Massnahmen und Regeln zu halten bereit ist.

headline news

Ein dringendes und vorrangiges sowie längst fälliges Umshiften der weltweiten Rüstungsausgaben, anfangs mindestens zu 50%, in Richtung erneuerbarer Energien, Energie effizientes Bauen, Waldpflanzungen, Regenwald- und Waldschutzzonen mit Schlägerungs- und Rodungsverboten, verstärkten Angeboten an E-Mobilität und zugleich einem flächendeckenden Ausbau aller öffentlichen Verkehrsnetze. Kurzstreckenflüge zurück auf Schiene. Schluss mit Patenten auf Gemüse und Pflanzen, Schluss mit Massentierhaltungen, Schluss mit all diesen irren und gigantischen Industrien und Branchen – Nahrungsmittelindustrie, Agrarindustrie, Fleischindustrie, Immobilienbranche, Immobilienbranche, Autoindustrie, Textilindustrie, Tourismusbranche, Reiseindustrie, Flugbranche, Ölindustrie, Pharmaindustrie, und, und, und…..

Schutzzonen

Sämtliche Agrarindustrie Investitionen werden ohne Ausnahmen mittel – und langfristig gestoppt und nur mehr ausschliesslich in wesentlich gesündere, kleinere landwirtschaftliche Strukturen, vorrangig in Permakulturen und in Kreislauf Wirtschaften gepumpt. Die weltweite Einhebung aller Konzern-, Aktien-, Spekulations- und Kapitalertragssteuern fliessen ausnahmslos in die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens und eines öffentlich subventionierten Sozial- und Gesundheitssystems, bis mittelfristig sämtliche Aktiengesellschaften schrittweise in Genossenschaften übergeführt worden sind und die Börsen in Folge weltweit abgeschafft wurden. Wirtschaften und Profite zugunsten des Gemeinwohls der Gemeinschaft und Gesellschaft, was Börsen somit vollkommen nutzlos und überflüssig macht. Schaffung riesiger nationaler und internationaler Naturreservate zum Artenschutz, zum Natur- und Menschenschutz und zum Schutze der Biodiversität.

Zurück zu gesunden Böden, Schluss mit der kranken Zubetoniererei von Agrarflächen und Grünland. Wir brauchen keinen weiteren Supermarkt vor jedem Kuhdorf, und auch keine weiteren OBIs und ALDIs und wie sie alle heissen mögen.

gesunde Böden

Ein mehr als dringen notwendiges Neudenken und von Grund auf Umgestalten des gesamten Bildungssegments, inklusive der Entwicklung wettbewerbsfreier, aber inhaltlich wert – und sinnvoller und Sinn stiftender Bildungssysteme entlang der tatsächlichen Talente, besonderen Fähigkeiten und Interessen junger Menschen und den besonderen Herausforderungen unserer Zeit. Weg vom Unter – richten zum Auf-richten, zum mit- und voneinander Lernen, Kreativitätsbewusstsein und vorgelebter Innovation. Tod dem Frontal Unterricht durch ein paar, bislang angeblich alles Wissende vor angeblich lauter Trotteln. Zurück zu den wahrhaftigen Berufen, Potentialen und Talenten und weg von den derzeit noch ausschliesslich, die bereits todkranken und mehr als überflüssigen veralteten Systeme aufrechterhaltenden Bullshit Jobs.

Bullshit

Weg vom Entsorgungsmanagement zurück zur Müllabfuhr, weg vom Gebäudemanagement zurück zu den Hausbetreuerinnen und Hausmeistern, weg von den Kulturschaffenden zurück zu den Künstlerinnen und Künstlern! Weg von Bergen sinnloser Management Parasiten und somit die volle Kraft und Energie zurück zu den tatsächlich kreativen und innovativen Wert – Schöpfern, weg aus den Händen professioneller Abzocker und stiller , untätiger aber umso profitgeilerer Mitnascher und Beifahrer.

stille Mitnascher

Transformation vom penibel manipulierten und perfekt durchleuchteten „Konsumenten“ zurück zum nicht perfekten, aber wahrhaftigen und gesunden „Menschen“. Schluss mit dem Drang und Zwang und jeder Art künstlichen Wettbewerbs, jederzeit jeder und jedem etwas reindrücken, etwas verkaufen zu müssen, alles bewerben und jede Katzenscheisse und jeden Gemsensteig gewinnbringend vermarkten zu müssen. Die Natur ist weder irgendein, jederzeit je nach menschlichem Belieben und Bedürfnissen reproduzierbarer Stoff einer Nebensächlichkeit noch ein von allen in Anspruch zu nehmendes oder zu vernichtendes Konsumgut, genau so wenig wie der Rest unserer noch atembaren Luft oder der letzten intakten Lebensräume und Ökosysteme für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen.

Ökosysteme

Mit dem Kauf eines Mountainbikes habe ich noch lange nicht das Recht mit erworben, wo es mir gerade passt oder in den Un – Sinn kommt, im Wald herumzurasen. Es gibt ein Recht auf Stille und Ruhe und eines „in Ruhe gelassen werdens“ unter den Lebewesen, das sollten auch diverse radfahrende, rücksichtslos laute und über jeden Stock und Stein dahinhechelnde Dauerquatschtanten und -onkels irgendwann demnächst einmal kapieren dürfen oder eben, hoffentlich bald, lieber vor einer 3D Screen in der lauten Wolke ihres eigenen Geschwätzes im Fitnesscenter ihre virtuellen Gesprächsrunden drehen oder eben beim Kaffeekränzchen, gemeinsam mit den anderen Tratschtanten im Kaffeehaus. Weil’s (ihnen) eben egal ist.

Tratschtanten

Und Nein! Das ist KEIN TRAUM eines Träumers, sondern zwingend notwendige REALITÄT, wenn wir hier auf dieser unserer einzigen Erde in einer einigermassen menschenwürdigen Form weiter existieren und weiterleben wollen. Ein böser, zur sogenannten und so sehr herbeigesehnten und gewünschten „Normalität“ gewordener Albtraum, aus dem es so rasch und so wach und gründlich wie nur irgendwie möglich, weltweit aufzuwachen gilt. Dies alles ist eine hartnäckige, über Jahrzehnte, eigentlich Jahrhunderte konstant bis unterschwellig manipulierte und konditionierte , technokratische und kapitalistische, rein Profit orientierte , und sowohl unmenschliche als auch alles Leben und Lebenswerte zerstörerische Illusion sowie vollkommen verrückte Wahnvorstellung in Form dieses aktuellen kollektiven Un – Bewusstseins, unter Dauerfeuer permanenter Ablenkung, anhaltender Betäubung und scheinbarer Ohnmacht, einer derzeitigen und so schon viel zu lange vor sich hinwütenden und uns systematisch verblödenden und uns alle über kurz oder lang taub sowie stumpf- und handlungsunfähig machenden Realität.

kein Traum

Eine Scheinwelt, wo buchstäblich alles jederzeit sofort und immer verfügbar ist und sein muss, eine uns alle direttissima ins Verderben reitende, künstliche „Konsumentenrealität“ wo alles und jedes allen und jeder und jedem immer und überall unter zu Hilfenahme aller erdenklichen künstlichen Bedarfserzeugung verkaufbar, vermarktbar, kaufbar und konsumierbar und so schnell wie möglich zu „haben“ sein muss. Alles wird und will konsumiert und kann beliebig ersetzt werden: Essen, Trinken, Schlafen, Träumen, Jugend, Schönheit, sämtliche Nahrungsmittel, Junk- und Superfood, Wohnungen, Häuser, Autos, Urlaube, Ausbildungen, zum Unterschied von „Bildung“, Coachings für dies und das und alles und jenes, Grund, Boden, Wald und Wiesen, die Natur, Tiere, Bäume, Ramsch und Kramsch, Apps, Telefon, Internet, TV, Computer, virtuelle Realitäten, Beziehungen, Menschen, Partner, die Erde, der Mond, der Mars und eben das All.

alles wird auf Gedeih und Verderb konsumiert – Foto © Sandra B. Mauerhofer

Bestehend aus Grund- und Rohstoffen, für die die Natur Billionen von Jahren und feinstoffliche Prozesse über Millionen von Jahren gebraucht hat, sie herzustellen, sie zu verarbeiten und sie anzulegen müssen jetzt aus ausschliesslich profitgeilen Motiven innerhalb kürzester Zeit an die Frau und an den Mann gebracht werden. Auch wenn wir dann unter anderem Irrsinn Milliarden Tonnen an Lenbensmitteln und Abfall jährlich in den Müll schmeissen, die Luft durch die tagtägliche Verbrennung fossiler Brennstoffe von Tag zu Tag mehr und mehr belasten, bis sie uns endgültig weg geblieben sein wird, Hunderte Tier- und Pflanzenarten tagtäglich für immer ausrotten.

…..ausrotten

Genug ist nicht genug! Kaufen macht nicht glücklich. Glückliche Menschen kaufen nicht! Der Ausmass unseres kollektiven Kaufrausches sollte uns klar zeigen, wie unglücklich unsere Gesellschaft inzwischen schon lange geworden ist. Haben um jeden Preis, und sei das Schnäppchen auch noch so verlockend, macht eben nicht glücklich, sondern befriedigt immer nur in immer kürzeren Zeitspannen, egal ob es sich um eine neue App, den Porsche in der Garage oder eine neue Netflix Serie handeln mag. Von der Kunst des „Seins“ sind wir so weit entfernt wie nie zuvor. Künstliche Wimpern gibt es, ja! – auch künstliche Ärsche, künstliche Haare, fake Profile, fake Persönlichkeiten, falsche Gebisse, faule Kredite, künstliche Burger und künstliche Intelligenz, an der nichts, aber auch gar nichts „intelligent“ ist – aber eine fake Erde im Sinne einer neuen, anderen, weiteren, konsumier- und verkaufbaren Erde wird es in den nächsten Zig Billionen Jahren nicht geben. Und uns Menschen, wenn wir ungebremst und so „normal“ wie bis jetzt in unserem realen Porzellanladen hurtig vor uns zurück in die „Normalität“ weitertrampeln, schon lange zuvor nicht mehr. Take my word for it!

beide Fotos © Sandra B. Mauerhofer

#126 „Musik, Musiker, Künstler, Musikanten & Musik Ermöglicher“

Liebe Leute,

es freut mich von Herzen, aus den tiefsten Kratern meiner inzwischen künstlerisch und musikalisch eher einer verwaisten Mondlandschaft ähnelnden, verdurstenden Künstlerseele, euch ganz am Anfang dieses Blogs die freudige Nachricht verbreiten zu dürfen, dass wir diesen kommenden Donnerstag, den 29.April 2021 endlich wieder einmal, für mich persönlich nach viel zu langer Zeit, für euch Musik möglich machen dürfen. Wir sind: der Initiator und möglich Macher dieses fast unglaublichen Konzertes, der Trompeter Lorenz Raab, begleitet und sehr gerne von ihm für diese Gelegenheit geheuert, der Keyboarder und Pianist Phil Nykrin, mein Buddy, Freund und Jahrzehnte langer Groove Trooper in der Café Drechsler Band, der Bassist Oliver Steger und mit grosser Freude ich selbst an meinen geliebten und schon viel zu lange vermissten Trommeln in Konzert action. Und zwar im Musikclub „Porgy & Bess“ in Wien, dem Reich eines weiteren Königs der Musik Ermöglicher, den künstlerischen Leiter dieses wundervollen Musikclubs, nach wie vor leider ohne Besucher Beteiligungs Genehmigung, Christoph Huber. Das ganze Konzert kann über die Porgy&Bess homepage http://www.porgy.at ab 20:30 unter dem darunter stehenden Link gestreamt werden.

https://www.porgy.at/events/10419/

Was sind jetzt Musiker? Musiker sind eigentlich in diversen Musikschulen, Konservatorien, Musik- und Kunstuniversitäten und Colleges und zum Teil durch alle möglichen bis unmöglichen als auch absurde Wettbewerbe, von Jugend Musiziert über verschiedenste Bandwettbewerbe gepeitschte und gequälte, ausgebildete Musikanten, von denen allerdings ein relativ kleiner Teil aus dem Starterfeld des künstlerischen Marathons, oft erst nach jahrelangen Tourneen, Konzertauftritten, Band- und Orchester Engagements sowie nach dem Ablegen der permanenten Angst und Panik vor dem Fehler machen und sich selbst oder anderen etwas beweisen zu müssen in den kreativen und spirituell ruhigeren Gewässern des Musik Ermöglichen, den kreativen Strom durch einen selbst und das jeweilige Instrument, wozu natürlich auch die Stimme gehört, ungehindert und unbehirnschmalzt zuzulassen und bei einem zu berührenden, und nicht vorrangig durch Perfektionsstreben zu beeindruckenden Publikum, zu landen weiss.

landen

Warum Musik Ermöglicher? Weil die Qualität einer ausserordentlich guten Musikerin darin abzulesen, wahrzunehmen und leicht zu emp – finden ist, dass sie ihre Versagensängste, ihr Ego und den Drang , jemandem, sich selbst eingeschlossen, etwas beweisen oder das Gegenüber beeindrucken zu müssen, zu transzendieren erfahren und gelernt hat oder damit von Haus aus, vollkommen unbeeindruckt durch alle Ausbildungsversuche und -qualen, beschenkt worden ist, von wo sich überhaupt erst die volle Süsse, Duft, Energie, Frequenz und Kraft der Kunst und der Musik ihren klaren Weg durch sie, die Künstlerin und ihr Instrument hindurch, zu einem Publikum, zu den Mitmusikern und in den Raum der Performance ungehindert zu bahnen vermag.

Diese Menschen darf man getrost als „Künstlerinnen und Künstler“ bezeichnen, weil sie die Kunst des Zu- und zugleich Loslassens , quasi einem Channeling jenseits von Perfektion und Konditionierungen, Ego Explosionen und auch nur dem Ansatz irgendeiner Überzeugungsarbeit oder Darbietung oder dem unbedingt gewinnen müssen irgendeines absurden Wett – Bewerbes, verinnerlicht, akzeptiert, umarmt, verstanden und vollkommen losgelassen haben. Sie lassen zu und loss, ohne jegliche psychische, physische, mentale oder spirituelle Barrieren was durch sie hindurch und möglichst klar und unverfälscht und von diversen Egos unbearbeitet raus will.

Diese wunderbaren Zauberer, Magier, Elfen und „Strömer“ sind bitte nicht, nie und unter keinen wie auch immer gearteten Umständen als „Kulturschaffende“ zu bewerten oder zu bezeichnen. Die meisten wirklich grossartigen, aussergewöhnlichen und oft Weltklasse Künstlerinnen und Künstler, die ich in meinem bisherigen leben treffen und kennen lernen durfte, und das waren eine ganze Menge, waren und sind durchwegs sehr Ego befreite, extrem bescheidene und voll geerdete, wunder- und liebevolle Zeitgenossinnen und Genossen.

http://www.bartolomeybittmann.at Musikermöglicher

Eine etwas andere Art von Musik Ermöglichern ist einer vom Schlage des künstlerischen Leiters des Musik Clubs Porgy & Bess in Wien, Christop Huber, der es sich seit Anbeginn der Corona Zeit nicht nehmen liess, weiterhin unter dem Titel: „the music must go on-line“ verwegen und unbeeindruckt durch alle widerlichen Regeln und Rahmenbedingungen tagtäglich ein hochwertiges musikalisches Programm zusammen mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, Ton- und Licht Technikern, Video und Streaming Experten als einen Musik gewordenen Hoffnungsschimmer, einer künstlerischen Auferstehung gleich am Grabstein der Kunst und Kultur , allen Unkenrufen und Querschlägern zum Trotz, auf die Beine zu stellen.

Dieser unglaubliche Einsatz und das Bemühen, sich den Grabesreden und Totsagungen seines fantastischen Musikclubs, den Musikerinnen und Musikern und der Musik an sich, als einer Art Antithese, Konzerte gratis, in oftmals fragwürdiger Qualität auf diverse Balkone zu verbannen, wurde international, von Wien bis nach New York , von Tokio bis nach Sao Paolo, von Berlin bis nach Moskau und Kapstadt von inzwischen Tausenden musikbegeisterter Menschen nicht nur zur Kenntnis genommen sondern tagtäglich gefeiert, allen digitalen Lücken und Krücken inklusive zum Trotz. Chapeau Christoph und in unser aller Namen vielen herzlichen Dank! So geht „Musikvermittler und Musik Ermöglicher.

Christoph Huber (rechts), Raphael Wressnig und Harry Sokal , kurz vor einem Auftritt im Porgy & Bess

Wir alle , und damit meine ich nicht nur meine Künstler Kolleginnen und Kollegen, sondern besonders auch ein „profitträchtiges“ Publikum, müssen höllisch aufpassen, welche Worte und Formulierungen man uns seit längerem unterzujubeln und still und leise in unser Bewusstsein reinzudrücken und reinzuschleusen versucht. Der König und Gott zugleich heisst , wie wir alle wissen, allerorts und über allem und jeder Zeit „Profit“ und so versucht man ganz bewusst, uns möglichst unauffällig Kunst, Künstler, Musik, Konzerte in „profit- taugliche“ und „Profit – trächtige“ und vor allen vermarktbare, kaufbare Begriffe, Schnäppchen und „Produkte“ runter zu filetieren, in leicht verkaufbare Häppchen zu verpacken und damit, wie in so gut wie allen anderen Be – Reichen auch, damit alles Wahrhaftige und Echte zugunsten diverser Geschäftsideen zu zerstören und sowohl die Betreiber dieses Schauspiels vor unser aller Augen und Ohren, als auch die neu kreierten Begriffe in möglichst viele neu geschaffene Berufe und Bullshit Jobs zu verwandeln, die eigentlich, bei genauerer Betrachtung , kaum eine Sau wirklich braucht, ausser eben um möglichst viel Profit zu generieren.

profitträchtiges Publikum

„Kunst- und Kulturschaffende“ sind beispielsweise derartige, saudoofe und voll am Punkt vorbei geschaffene Begriffe, weil man da glaubt, unauffällig Künstlerinnen und Künstler und eine Vielzahl von damit einhergehen wollenden, meist parasitären Bullshit Jobs, für die man seit längerem in diversen Fachhochschulen und Lehrgängen „aus – gebildet“ wird, weil es angeblich sehr „lukrative“ Buslshit Jobs seien, rund um den Kunstbereich herum unauffällig in einen hochintellektuellen Begriff für Nichts verpacken, vereinen und damit vereinnahmen zu können. Lassen wir uns das doch bitte nicht gefallen!

Kunst und Kultur sind keine „Branche“, Musik ist kein „Business“ sondern immer noch eine Kunst, die weder Kulturmanager, noch Artist Marketing, noch Branding, noch sämtlichen digitalen Unnutz , von Profitmachen und Inhalte Piraten, professionellen Profitgierigen Parasiten und Räubern wie Spotify, Youtube und Google bis hin zu diversen „Fest – Spiel“ Intendanten mit fürstlichen Gehältern und dort dann oft unterbezahlten Musikern braucht. Diese schaffen sehr oft gar nichts von künstlerisch wert – vollem Inhalt, sondern sind nur professionelle Abschöpfer und Zecken, gegen die noch keine Impfung erfunden worden ist. Siehe bitte dazu auch meinen Blog 117 „Kultur ist keine Branche, Herr Kanzler“ https://pimpmyband.live/2021/04/16/117-kultur-ist-keine-branche-herr-kanzler/

Künstler

Ein Konzert ist kein „Event“ und braucht demnach auch keinen Eventmanager. versteht ihr was ich meine? Es reicht ein Veranstalter. Vollkommen. Dass man als junge KünstlerIn oder Künstler auf Spotify, youtube, Facebook, Instagram und allen anderen gängigen social media Plattformen „sein muss“ und ein „Profil haben muss“ um erfolgreich zu sein ist eine glatte Lüge, denn erfolg – reich werden damit meistens nur die dahinter stehenden Konzerne und Industrien, die sich die künstlerischen Inhalte so, auf diese Weise einverleiben und ohne Skrupel für ihre Klientel, die sie damit gefangen halten, indem sie sie damit gratis bedienen, „stehlen“.

ein Konzert ist kein Event

Junge Künstlerinnen und Künstler haben immer weniger Möglichkeiten, mit ihrem Einkommen auskommen zu können und müssen dann oft selbst sich um diverse, beschissene „Bullshit Jobs“ bemühen, da inzwischen eine Heerschar an ihrer Arbeit und an ihren Konzerten, Videos und Songs mitnascht. Von den Plattenfirmen und Musiklabels bis hin zu den Verlagen, den Booking Agenturen, Spotify, Apple Music, Teezer, Title bis hin zu den Intendanten, den Eventmanagern und Eventagenturen, Youtube, Social Media und Co. Zum Kotzen eigentlich.

Da werden mutwillig, genauso wie bei den Bauern und in der Landwirtschaft, ursprünglich gesunde, kleine Strukturen ganz still und leise diversen Industrien einverleibt, versklavt, Sklaven und Leibeigene, oft mittels horrender öffentlicher Fördergelder, die aber weder die Musikerinnen noch die Bauern fördern sondern im Endeffekt immer, ohne Ausnahme, die abzockenden Industrien dahinter. Zu den Bauern in meinem nächsten Blog mehr. Und die professionellen Mitnascher werden reicher und reicher , und die wahrhaftigen KünstlerInnen und Künstler werden zugleich ärmer und ärmer.

AleX, Oliver Steger und Peter Herbert, my Kontrabass Buddies durch dick und dünn

#125 „Wald“

Es kommt die Zeit, da wiegt ein gesunder Baum tausend Menschen auf.

© Franz Friedrich Kovacs (*1949), deutscher Schriftsteller und Lyriker

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Kennt man die Bäume nicht, behandelt man sie alle wie Feuerholz.

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Aus Uganda

Soweit ich mich an irgendetwas erinnern kann, war mein Opa Hans Niederl, der Sohn des Stiftsförsters Franz Niederl aus Admont, ebenfalls Jäger und Revier- und Jagdaufseher in der Obersteiermark. Zuerst, wie sein Vater und mein Urgrossvater auch, in Admont und später am Kulm, im Ennstal, zwischen Stainach, Aigen, Schlatham, an dessen Fusse er und meine Oma lange in einem wunderschönen Holzhaus gewohnt hatten, und Irdning, meinem Geburtsort. Später dann noch im Revier des dort dafür zuständigen Oberförsters Katzensteiner in Irdning, in einem gebirgigen Waldgebiet, an dessen Fusse das Hotel Schloss Falkenstein gelegen war.

Foto © Prof. Ing. Anton Deutsch

Von meinem Opa hatte ich alles Wissen über die Geheimnisse des Waldes gelernt, inklusive der Deutung, dem „Lesen“ der Wildspuren und ihrer Losung, den Gesang der Vögel und ihr Flugbild, wo ich als 5 jähriger bereits Bussarde, von Falken und Habichten unterscheiden konnte, den verschiedensten Bauen von Füchsen und Dachsen und Iltissen, den verschiedensten Kräutern, Pilzen und Pflanzen und natürlich den Bäumen des Waldes, die für mich , nicht nur damals als Kind, sondern bis heute, immer beseelt, und wie Brüder und Schwestern waren und sind.

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Als wir dann schliesslich, als ich 6 Jahre alt war, von Irdning, aus der gebirgigen Obersteiermark und meinem Hausberg, dem Grimming, in die Oststeiermark mit ihren erotischen und sanften Hügeln übersiedelt waren, aufgrund eines Berufswechsels meines Vaters, der als Agrarbiologe eine Lehrstelle als Landwirtschaftslehrer in der Fachschule Kirchberg am Walde bekommen hatte, war ich mit meiner neuen Freundin, der Dachsbracke Waldi, einer Dackel ähnlichen Niederwild Jagdhündin und treuen Gefährtin, die mir mein Opa zum Abschied geschenkt hatte, genau dort, umgeben von uralten Wäldern, bestens aufgehoben und als kleiner Waldexperte, Spurenleser , Abenteurer, Indianer und Forscher wie in meinem persönlichen Paradies gelandet.

Manche gehen in den Wald und sehen nirgendwo Holz.

Aus der Mongolei

Als der Wald zum ›nachwachsenden Rohstoff‹ wurde, verrohte das Verständnis für den Wald.

© Klaus Ender (1939 – 2021), deutsch-österreichischer Fachbuchautor, Poet, bildender Künstler der Fotografie

Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst.

Aus Tibet

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Dort waren wir, jahraus, jahrein, mit unserer Bande äusserst umtriebig, bauten Staudämme, erkletterten Schieferfelsen, diverse Abstürze inklusive, pilgerten immer wieder zur geheimnisvollen, sogenannten „Himmelsstiege“, deren Stiegen mitten im Zauberwald damals aus einer Kinderperspektive tatsächlich in den Himmel zu führen schienen, bauten Hütten und Zeltlager, verbrachten unzählige Tage und manchmal auch Nächte in den Wäldern dort, bei jedem Wetter, wo wir uns manchmal vor jedem Knacksen im Gebüsch und durch die schauerlichen Rufe der Waldkäutze und Eulen, dem sogenannten „Schrecken“ diverser Fasane oder Rehböcke im Jägerjargon, kräftig unterstützt durch unsere reichlich blühende Fantasie, halb zu Tode fürchteten.

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Auch der Baum, unter dem man Schutz sucht, läßt das Wasser durch.

Aus Japan

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Nun ist ein alter Baum ein Stückchen Leben. Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter großem Geklapper am Ort bleibt. Und diese alten Bäume sollten dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nachwachsen? Die man nicht ›nachliefern‹ kann? Die nicht in Serien, frei ab Wald, wieder aufgebaut werden können?

Kurt Tucholsky (1890 – 1935 (Freitod)), Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift „Die Schaubühne“ (später umbenannt in „Die Weltbühne“), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. Alte Bäume, in: Vossische Zeitung, 10.12.1930, Nr. 288 (Peter Panter)

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Für mich war und ist der Wald immer so etwas wie eine „Wesenheit“, ein durch und durch lebendiges, beseeltes, beschützendes, vertrautes, inspirierendes, beruhigendes, geheimnisvolles, gesundes und Schatten, Kühle, Lebenskraft sowie Gesundheit spendendes Wesen, dem ich bis heute, mehr denn je, immer nur dankbar gegenübertreten konnte. Wenn ich mich an meinen Opa erinnere, geht das am Besten über eine Duftmischung aus Nadelwald, frischgrünem Moos, Frisch gebohnerter und geputzter Lederstiefel, ein kalter Hauch an Zigarettenrauch selbst gestopfter Zigaretten und einer leichten Prise Pitralon Rasierwasser. Ein Traum.

Der Baum gibt sogar noch dem Schatten, der gekommen ist, ihn abzuschlagen.

Aus Indien

Die Erde bindet den Baum für seine Dienste an sich,
der Himmel verlangt ihm keine Gegenleistung ab.

Rabindranath Tagore (1861 – 1941), in Bengali: Ravindranath Thakur, indischer Dichter und Philosoph, Nobelpreisträger für Literatur 1913

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Bald alles abgeholzt: die realen und die Traumwälder.

© Heimito Nollé (*1970), Medienanalyst

So durfte ich sozusagen in einem steten Bewusstsein aufwachsen, integrierter Teil eines Wunders namens Natur sein zu dürfen, in einer wunderbaren Partnerschaft, die mich Sauerstoff und die Luft zum Atmen, Taufrische und glasklares Quellwasser zum Trinken, handgefischte Forellen aus den Bächen, Herrenpilze, Parasol und Eierschwammerl , wunderbar duftende und richtig leckere Schwarz-, Preisel-, Him-, Brom- und Erdbeeren, eine Vielzahl von Kräutern, Harzen und Blättern für und gegen das eine oder andere Wehwehchen, und ihre lebendige, fruchtbare Erde schenkte und ich ihm, dem Wald dafür mein Kohlendioxid aus- und entgegenatmen durfte, womit er wiederum etwas sehr Wesentliches und Essentielles zugunsten unseres Lebens und Überlebens auf diesem wunderbaren Planeten Erde anzufangen wusste.

Der Wald wusste mein Ausatmen sofort wieder in etwas für mich und uns alle Lebewesen lebenswichtiges Einatembares umzuwandeln, und das 24 Stunden täglich, nur mit Hilfe der Sonne und seiner grünen Blätter und Nadeln. Von den ganzen anderen , damals geheimnisvollen Stoffen und Botenstoffen, die heute bereits zu einem guten Teil wissenschaftlich erforscht und erwiesenermassen unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden sehr zuträglich und eigentlich unersetzbar sind, ganz zu schweigen.

Inzwischen weiss man auch, dass Bäume miteinander über weiter Strecken kommunizieren, mittels unterirdischer Netzwerke und der Hilfe von Pilzen, dass sie sich gegenseitig helfen und unterstützen und mit Nahrung versorgen können. Fantastisch, und noch immer weiss man relativ wenig, wie er zur Reinigung des Wassers beiträgt, zur Kühlung des Klimas und vielem mehr.

Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des einzelnen.

Alexander von Humboldt (1769 – 1859), Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt, deutscher Naturforscher und Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft

Zugeschrieben

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Man kann nicht den Wald abholzen und das Echo stehenlassen. Richard Schröder

Foto © Sandra B. Mauerhofer

Die einzigen Kronen, die von wirklich großem Wert sind, sind die von Bäumen.

© Markus Keimel (*1987), Schriftsteller, Musiker, Komponist und Kolumnist

Foto © Sandra B. Mauerhofer

In jedem Baum wohnt ein Geist und sein Wohlergehen zu beeinträchtigen, belastet die Stätte mit Unglück.

Aus Asien

Der Stiel der Axt kehrt sich oft gegen den Wald, aus dem er kommt.

Ahiquar (8. Jh. v. Chr.), Weiser im Dienst der assyrischen Könige

Pflanzen wir Bäume, jede und jeder von uns, beschützen wir den Wald und die Wälder und die tausenden Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und Lebewesen des Waldes, die unsere Lebensbasis und Lebensquelle sind, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das wissen oder nicht, ist dem Wald und der Natur unserer Mutter Erde vollkommen egal. Nur: schon lange bevor der letzte Baum abgeholzt sein wird, kann euch jeder Waldmensch, egal wo auf diesem Planeten, und jeder Mensch, der noch einigermassen bei sich und nicht permanent b´neben oder ausser sich ist, eines garantieren:

es wird unser „Da Sein“ und unsere Lebenszeit auf diesem wundervollen Planeten Erde, dessen alles Leben erhaltende Wunder wir tagtäglich vernichten, weil wir zerstören, was wir noch immer nicht und offensichtlich immer weniger verstehen können oder wollen, weil wir uns für „die Krone der Schöpfung“ halten obwohl wir nur eine erbärmliche „Krone der Zerstörung“ sind, mit einem einzigen Schlag für immer zu Ende sein, egal wie viel Geld wir gerade am Konto haben, egal wie viel Profit wir gerade reingefahren haben, egal mit wie viel Informationen, die eben NICHT Wissen sind, wir zugebombt worden sind, egal wie luxuriös oder erbärmlich wir leben oder wohnen, ob wir ein Fahrrad vor dem Haus oder einen Ferrari in der Garage stehen haben, da wir in einem rasanten Tempo immer bequemer und damit auch drastisch lernfauler werden , systematisch verblödet und von jeder einzigen App entmündigt werden, egal wie viele Apps gerade auf unseren Handies herumgurken, und uns selbst die derzeit mega gehypte, weil diese gerade unvorstellbar viel Kohle und astronomische Fördersummern generierende künstliche Intelligenz nie und nimmer imstande sein wird, uns in unserer inneren und äusseren, unserer seelischen und spirituellen Wüste weder künstlich zu beatmen noch mit „Lebensmitteln“, und nicht mit fake bullshit künstlicher Ernährung, am Leben erhalten wird können.

Nur die Natur, nur der Wald kann das. Take my word for it. Und wenn du das nicht glauben willst, weil du dich der Natur als sogenannte „Krone der Schöpfung“ überlegen fühlst, und du glaubst, dass du ein von Ihr unabhängiger Gott gewordener Schöpfer geworden bist, dann mach einfach mal die Ohren, die Augen, die Lungen, die Herzen und die Seele auf und erkenne, was diese Krone der Schöpfung in einem gigantischen Ausmass jede Minute zerstört und weiterhin zu zerstören bereit ist und halt einfach mal die Luft an. Die gibt es nicht als App. Wenn du weiter atmen willst, rette den Wald, denn der rettet dich und sorgt dafür, dass Du weiterhin atmen kannst und sonst niemand.

Die Zweige sind die Arme der Palme.

Aus Ghana

Nur der Einsame findet den Wald; wo ihn mehrere suchen, da flieht er, und nur die Bäume bleiben zurück. Peter Rosegger

#124 „K.O. durch K.I. – der Mythos der künstlichen Intelligenz“

We cannot have a healed society, we cannot have change, we cannot have justice, if we do not reclaim and repair the human spirit.
ANGEL KYODO WILLIAMS

Den Anstoss für diesen Blog liefert zum einen eine Zoom Konferenz, der ich gestern Abend mit grösser werdendem Befremden unter an sich „kreativen, liebenswerten Menschen und innovativen Geistern“ zum Thema „Künstliche Intelligenz“ beiwohnen durfte und zum anderen ein extrem inspirierender „Morning Talk“ mit einer sehr versierten und hellwachen, in Berlin lebenden und arbeitenden jungen Dame, bei der in ihrer aktuellen Jobbeschreibung der Berliner Management und Consulting Firma „Journey 2 Creation“, die unter anderem eine 20 Hektar grosse Permakulturwirtschaft und zugleich ein Musiklabel betreibt, die Begriffe „Alchemist & Technologist“ zu lesen stehen.

morning talk

Für jemanden, der sich sein Leben lang im Umfeld kreativer, musikalischer, künstlerischer und bildnerischer Geister mit einem unglaublichen nationalen sowie internationalen Output bewegt, als Spross einer Familie aus Förstern und Waldmenschen einerseits und Bauern und Agrarbiologischen Wissenschaftlern andererseits, also extrem Natur verbunden und seit ich mich an etwas bewusst erinnern kann, vollkommen in der Kunst und Natur verankert, scheint mir der Begriff „Kreativität“ heute beliebig dehn- und drehbarer und vielseitig verwendbarer als mir das je zuvor bewusst geworden war.

Waldmenschen

Als jahrzehntelanger Katalysator sowie Beat- und Energie Generator in sogenannten, international aktiven Jam Bands – das sind Bands, die ohne Leitplanken und Noten, ohne musikalisches Sicherheitsnetz in Form von Kompositionen, Konzepten, Dirigenten oder sonstigen Absprachen voller Vertrauen und ohne 1% Zweifel sich in das jeweilige Abenteuer immer wieder auf’s Neue ihrer inzwischen tausenden, vollkommen improvisierten Konzerten von Bühne zu Publikum, Dance Clubs und Festivals hanteln, also , ich nenne es: „vollkommen nackt, vor ihr Publikum treten, um verwegen ein extrem leckeres Gericht gemeinsam zu kochen zu beginnen, ohne zu besprechen, wer anfängt, von dem sie und das Publikum erst wissen, was es ist und wie es schmeckt, wenn es fertig ist – ist ein gemeinsames Verschmelzen mit dem jeweiligen Publikum und dem jeweiligen Raum in einer einzigartigen, alles umarmenden Energie und pulsierenden Frequenz zusammen mit einem kreativen Schaffen, welches weit jenseits jedes analytischen Denkens entsteht, wesentlicher Teil der Magie, des von der Muse geküsst werdens, des Zaubers einer rational nicht erfassbaren, kreativen Kraft, Energie und eines Wunders weit jenseits der Wüsten der vergleichsweise schlichten Intelligenz und jeden bewussten Denkens.

die Jam Band Café Drechsler auf Tour in Süd Korea

Da wirken dann Worte aus dem Munde von „Künstlern“ wie „aber lass uns bloss nicht in Spiritualität abgleiten“ für mich mehr als sehr befremdend. Da kann ich nicht verstehen noch in irgendeiner Weise nachvollziehen, warum man um jeden Preis die Wunder Welt der „Kreativität“ auf Teufel komm raus unbedingt entmystifizieren wollen würde, den kreativen Prozess so gut wie und damit „ausschliesslich“ als Problemlösungskompetenz und Generierung von „guten bis besten Ideen“ sehen können will, wo doch das grösste Problem immer jene sind, die die jeweiligen Probleme kraft ihres Geistes erst einmal auf die Welt bringen. Mit einem Wort: Kreativität mit der rationalen Brechstange irgendeiner Sinnstiftung, einem Konzept, einer Formel zuführen zu wollen.

Wo ist denn die menschliche, bzw. die künstliche Intelligenz in der unfassbaren, vielen von uns offenbar so überhaupt nicht bewussten Kreativität der Natur, in all den Farben, Formen, Tieren, Pflanzen, Bäumen, wo kaum einer dem anderen gleicht? Nirgends. Nada. Also ist die Kreativität, die kreative Gestaltung ihrer Zusammenhänge und Ordnung und die uns alle und alles in sich permanent verändernden Energiefeldern und Energienetzen verbundenen Lebewesen und Daseinsformen auf der Erde und beyond, liebe Quantenphysik schau owa, offensichtlich eine nicht ausschliesslich dem Menschen „eigene“ Kraft und Energie, schon gar nicht exklusives Eigentum seines Verstandes, und schon gar nicht seines Stiefbruders, der Intelligenz. Ja wo kommt diese Kreativität denn dann her und wem „gehört“ diese denn dann? Wer mag denn bloss „das Copyright“ darauf haben????

die wunderbare Oststeiermark und der Kulm

Zu meinem Erstaunen und meiner grossen Verwunderung kommen derartige Gedanken nicht selten aus dem Munde von ehemaligen Musikerinnen, Künstlern und Künstlerinnen, die, laut eigener Angaben, sich als konzertierende Musiker hauptsächlich permanent mit der Angst, bloss keinen „Fehler“ zu machen, herumgeschlagen haben und konfrontiert sahen und sich aus diesem Kerker möglicherweise nie zu befreien wussten. Und damit konnte man wohl auch anscheinend nie wirklich in den Genuss des Musenkusses kommen. Sich damit der spirituellen Dimension und Magnitude des kreativen Prozesses – die sich beide erst weit jenseits aller Ängste, die ja auch „Probleme“ sind, und jenseits jedes analytischen Denkens erschliessen – ohne sich Ängsten und Problemen zu öffnen, hinzugeben, zu erfahren und diese Erfahrung damit je verinnerlichen zu können.

die Jam Band Café Drechsler auf Tour in Süd Korea

Möglicherweise bietet dann oft der Verstand, die Intelligenz – nicht als , wie ursprünglich gedacht, als nur eines unserer wunderbaren Werkzeuge, sondern er, der Verstand, als Herrscher, und wir als seine Sklaven – ein scheinbares Sicherheits – Refugium, in welches man auf der steten Suche nach der perfekten Lösung aller Probleme und auf der Flucht vor allen er – denklichen Ängsten, was eigentlich ein und das selbe ist, gut und gerne flüchten kann, nicht wissend oder sich nicht bewusst sein, dass der Humus jedes kreativen Prozesses die bedingungslose Hingabe und Anerkennung, das Bewusstsein der eigenen Imperfektion und Unsicherheit ist, die ja auch dort wohnt, wo die angebliche Sicherheit nicht zu Hause ist: Im Verstand, auf den Krücken der Intelligenz. siehe bitta auch meinen Blog #71 „Wir leben in einer Diktatur des Verstandes“ https://pimpmyband.live/2021/01/22/71-wir-leben-in-einer-diktatur-des-verstandes/

Weder unsere menschliche noch eine künstliche Intelligenz werden unsere Welt retten. Der Mensch ist auch nicht Herr oder Frau oder wie manch eine oder einer, möglicherweise sogar viele meinen „die Krone der Schöpfung“. Wenn dem tatsächlich so wäre, würde sie nicht so krank, zerstört, ausgebeutet, entwürdigt und benutzt vor uns liegen. Ein Spiegel unseres kollektiven, alles, was wir nicht verstehen, zerstörenden Selbst. Genau so gehen wir mit einander und mit uns selbst um. Auch das ist ein schlimmer, uralter, für viel Leid und Zerstörung und Verwüstung verantwortlicher, Glaubenssatz -„die Krone der Schöpfung“. Dieses Bewusstsein, die Änderung dieses und vieler anderer zerstörerischer Glaubenssätze und Konditionierungen, eine drastische Änderung unseres schon viel zu lange verknöcherten Bewusstseins, bzw. die Verwandlung unseres inzwischen pandemischen, kollektiven Unbewusstseins in ein tatsächlich liebevolles, präsentes Bewusstsein für all das, was wir hier tagtäglich tun, und wer wir wirklich sind, wird UNS retten. Sonst nichts oder niemand. Punkt.

bewusst sein

Die Welt, unser aller „Mutter“ Erde, werden wir nicht zu retten brauchen, die war schon Billionen Jahre vor uns da und wird es auch Billionen Jahre nach uns sein. UNS könnten wir retten, uns alles andere als perfekte Menschen, indem wir endlich dieses, unser nicht perfektes Mensch sein liebevoll, sanft und zart umarmen und mit uns unsere Lebensbasis, die Natur, deren untrennbarer Teil und eben nicht beherrschender Despot wir sind. Das Resultat dieser irren Annahme liegt glasklar direkt vor uns.

„Die Digitalisierung der Welt ist umrankt von einer umfangreichen Mythologie, in deren Zentrum der Begriff „künstliche Intelligenz“ steht. Das Wort „Intelligenz“ suggeriert hier, dass Maschinen in der Lage seien (oder in Zukunft fähig würden ), etwas zu erkennen und etwas zu verstehen. Doch Erkennen und Verstehen sind Vorgänge, die unlösbar mit einer Innensicht verbunden sind. Wenn wir etwas plötzlich begreifen, sprechen wir nicht umsonst von einem „Aha – Erlebnis“. Es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass Rechenmaschinen und Roboter je zu so etwas in der Lage sein werden, gleich wie hoch ihre Rechenleistung ist. Einige Maschinen werden so programmiert, das sie Verständnis und Gefühle simulieren, was man bisweilen auch als „schwache künstliche Intelligenz“ bezeichnet; aber das ist nicht mit der Existenz einer Innensicht (starke künstliche Intelligenz“) zu verwechseln…..

…..Die Mystifizierung von elektronischen Schaltkreisen hat zum einen handfeste ökonomische Gründe. Um milliardenschwere Forschungsgelder und Subventionen sowie öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, werden die Möglichkeiten von Rechenmaschinen masslos übertrieben. doch die Computermythologie reicht noch wesentlich tiefer, bis in die metaphysischen Fundamente der modernen Megamaschine. Einige federführende Akteure des Silicon Valley, darunter Googles Chefentwickler Ray Kurzweil, träumen seit Jahrzehnten davon, den biologischen Menschen abzuschaffen und sein Bewusstsein in ein Netz von Daten „upzuloaden“. Dieser „Transhumanismus“ ist weit verbreitet unter den Entwicklern künstlicher Intelligenz.

Innensicht

Viele von Ihnen erwarten sehnsüchtig in den nächsten Jahrzehnten die sogenannte Singularität: den Moment, wenn die Rechenleistungen von Computern die Denkleistungen von Menschen überschreiten sollen und die Automaten den körperlichen Menschen überflüssig machen. In dieser Vision verbinden sich die Geschäftsinteressen des Silicon Valley mit einer radikalen mechanistischen Ideologie: der Vorstellung, dass Lebewesen letztlich nur algorithmische Maschinen seien.

Das Warten auf den Moment, da der Mensch endlich als körperliches und fühlendes Wesen ausgelöscht werden kann, ist symptomatisch für eine technokratische Männerwelt, die von ihrer eigenen Innenwelt so weit abgespalten ist, dass sie Denken, Fühlen und Wahrnehmen von Rechnen – das einzige von dem, was Rechner können – nicht mehr unterscheiden kann. Es ist der Endpunkt einer Unterwerfung des Menschen unter die Maschinenlogik.Der Versuch, Menschen in einen Datensatz zu verwandeln, ist Teil einer Kultur des Todes, die alles, was Leben ausmacht – Spontaneität, fühlendes Erleben, Selbstorganisation und Kreativität-, durch Abstraktion und Berechnung ersetzt. Ihr Fluchtpunkt ist ein wüstenartiger Planet, auf dem einsam im dunklen Weltall ein blinkender Riesenrechner steht, der anzeigt, wie viel Geld er gerade verdient.“

die Jam Band Café Drechsler auf Tour in Süd Korea

Epilog1: Wir Ausserirdischen

„Im Laufe der vergangenen 500 Jahre ist die Erde Schritt für Schritt von Ausserirdischen kolonisiert worden. In klimatisierten Raumkapseln schiessen sie auf schnurgeraden Linien durch die Landschaft, zu der sie in keinerlei Beziehung stehen. die Welt um sie herum dient ihnen nur als Abraumhalde für ihre unentwegten Bautätigkeiten, mit denen sie die lebendige Welt durch rechtwinkelige Muster aus Beton, Asphalt und Silizium ersetzen. Jedes Jahr verwandeln sie dabei eine Waldfläche von der Grösse Italiens in Ödland. Wenn sie ihr Tagwerk verrichtet haben, verschwinden sie in rechtwinkeligen Höhlen und machen rechtwinkelige Apparate an, auf denen sie zuschauen, wie andere Leute in rechtwinkeligen Höhlen sitzen. Wenn ihnen eine Stimme aus ihren Geräten sagt, dass der Planet, auf dem sie sich befinden, aufgrund ihrer Tätigkeiten in naher Zukunft zerstört sein wird, schalten sie einfach um und tun am nächsten Tag das Gleiche, was sie jeden Tag tun. Und wenn man sie fragt, ob sie glauben, dass sie auf einen anderen Planeten umsiedeln können, wenn es mit diesem vorbei ist, schauen sie den Fragenden mit grossen Augen an und schütteln den Kopf.

Ausserirdische

Dieses Kopfschütteln wirkt ganz unschuldig, als seien sie ehrlich von der Frage überrascht. Als seien sie gar keine Ausserirdischen. Aber wenn sie keine Ausserirdischen sind, würden sie sich doch niemals so verhalten. Wenn sie keine Möglichkeit hätten, umzusiedeln, würden sie doch sofort aufhören, ihr eigenes Zuhause zu vernichten.Sie würden zur Tür hinausstürmen, sämtliche Nachbarinnen, Freunde und Bekannten zusammentrommeln und gemeinsam beratschlagen, was jetzt zu tun ist. Sie würden versuchen herauszufinden, wer oder was für diese Situation die Hauptverantwortung trägt, und einen Plan ausarbeiten, um das Zerstörungswerk so schnell wie möglich zu stoppen. Das alles würden sie doch tun, wenn die Erde ihre Heimat wäre. Oder etwa nicht?“

…wenn die Erde unsere Heimat wäre

aus dem Buch „Der Stoff aus dem wir sind“ von Fabian Scheidler, ein „must have“ als essentielles Survival- und Bewusstwerdungs Tool für diese Zeit, in der wir zu leben versuchen und zu die wir zu überleben bemüht sind.

#123 „Würde, Respektspersonen, Dresscodes, Etiketten und die österreichische Verlogenheit“

Gleich mal eines vorweg: Wenn wir im April dieses Jahres 2021 wirklich immer noch glauben wollen oder uns tatsächlich von allen möglichen sowie unmöglichen Anstandswauwaus weis machen lassen wollen, dass man nur in meist viel zu engen Slimfitanzügen, weissen Hemden, Krawatten und penibel polierten Designerschüchchen eine sogenannte Respektsperson sei, oder diese Uniform gemäss der sogenannten Etikette bei diesen oder jenen feierlichen Anlässen nach wie vor unerlässlich sei, dann sind wir noch nicht mal im vorigen, geschweige denn in diesem Jahrhundert angekommen.

keine polierte Designerschüchchen

Was sch da jetzt unfassbar haarsträubend grausliches rund um die veganen Sneakers meines ehemaligen Arztes und nunmehrigen Gesundheits- und Sozialministers Dr. Wolfgang Mückstein abspielt, die er bei seiner Angelobung Anfang dieser Woche beim Bundespräsidenten zu tragen gewagt hat, lässt mir in jeder Hinsicht die Spucke komplett wegbleiben. Als ob wir wirklich nichts wichtigeres, dringenderes, essentielleres zu besprechen und/oder darüber zu lästern und diesem Umstand und, am Besten, uns und jede und jeder selbst gegenüber zu kritisieren und kritisch zu hinterfragen hätten. Was geht da eigentlich ab, bitte??? Wie geht es uns eigentlich???

sweet 19, back in the dayz – Foto © Gernot Muhr

Das sind die Dinge , die die Herzen und die Gemüter der Österreicher in Aufruhr zu versetzen imstande sind???? In Anbetracht der uns alle und alle nachfolgenden Generationen existentiell bedrohenden grössten Klimakrise in den letzten 50 Millionen Jahren, verursacht durch unsere eigene Ignoranz, Arroganz der Natur gegenüber und gigantischer Selbstüberschätzung als ein widerspenstiger, besserwisserischer Teil dieser Natur, der wir nunmal sind und sonst gar nichts??? Und das am sogenannten Earth Day? Aber dazu noch etwas später, um dann auf die wahren Herausforderungen unserer Zeit zurück zu kommen.

was die Gemüter der Österreicher in Aufregung zu versetzen imstande ist – Foto: Rainer A. Rygalik

Ich bin ja Gott sei Dank schon lange nicht mehr bei fakebook, aber da überschlagen sich anscheinend, Berichten zufolge, die Shitstürme in Richtung unseres neuen Gesundheitsministers, der für unser aller Wohlbefinden und in Sachen unser aller körperlicher, psychischer und sozialer Gesundheit in der nächsten Zeit eine entscheidende Rolle spielt und spielen wird, wegen ein paar lächerlichen Turnschuhen. Nichts Schlimmeres sollte uns bitte passieren. „Nobel geht die Welt zugrunde“ hat jemand anscheinend sehr weiser vor schon relativ langer Zeit vollkommen richtig bemerkt. Ich glaube es stammt ursprünglich vom ukrainisch russischen Schriftsteller Nicolai Wassiljewitsch Gogol. Anscheinend geht,s uns wirklich immer noch viel zu gut.

schon lange nicht bei fakebook – Foto © Michael Geyer

Die österreichischen, unangefochtenen World Champions der Motschkerer, Suderer, Vernaderer, Verurteiler und Vorverurteiler, die Oberrichterinnen und Scharfrichter aus den meistens hintersten, letzten Reihen, aus der feigen Deckung geduckt hinter diversen Vorhängen oder in der Anonymität aus dem Dunkeln, wo es sich bekanntlich immer und unentdeckt gut munkeln lässt, haben wieder einmal Hochsaison, um über die jeweils angeblich Schuldigen, zu Verurteilenden und, wie wir alle, eben nicht perfekten oder einfach „anders artigen“ Anderen herzuziehen, wodurch diese Volkssportler sich nicht nur in Anbetracht ihrer offensichtlich eigenen Unvollkommenheit, den eigenen Mankos und der eigenen Verlogenheit selbst klarer und unmissverständlicher entlarven und blossstellen als ihnen gut möglich bewusst oder lieb ist.

„anders artige“ Andere

Zum Thema „Anleitung zur Respektsperson“ empfehle ich jeder und jedem sich unter dem folgenden Link zum gleichnamigen Leitartikel des von mir seit Jahren sehr geschätzten Online Wirtschaftsmagazins „Brand Eins“ selbst ein sehr rundes und umfangreiches Bild zu machen: „Respekt ist Mangelware. Jeder will mehr davon haben. Doch der will erst mal verdient sein.“ https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2011/respekt/anleitung-zur-respektsperson

Anleitung zur Respektsperson

Langer Rede kürzester Sinn: ein Slimfit Anzug mit penibel geputzten Schuhen macht schon lange keine Respektsperson mehr, auch wenn das noch bis zu unseren Hälsen tief in den teilweise noch immer unerforschten Abgründen unserer gesellschaftlichen Konditionierungen zu stecken scheint. Das von mir immer unbeliebtere Wikipedia, weil es mir eben auch ein gesellschaftspolitischer Brainwash der vornehmlich Profit orientierten und menschlich immer öfter desorientierten Verfasser zu sein scheint, meint zum Thema „Respekt“ und „Respektsperson“ folgendes: Respekt (von lateinisch respectio ‚Rückschau, Einschätzung, Betrachtung‘, im Sinne von „Beurteilung“, über französisch respect ‚Hochachtung‘) bezeichnet eine Form der WertschätzungAufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor einer Gottheit.

Respekt, eine natürliche Eigenschaft unter gleichwertigen und gleichwichtigen Partnern

Der von mir persönlich ob seiner Aufgeschlossenheit und Klarheit gegenüber gesellschaftlichen Prozessen sehr geschätzte Unternehmer „watchado Gründer“ und europäischer Jungendbotschafter Ali Malodji hat vor kurzem auf seiner Linkedin Seite sehr erfrischend folgendes gepostet:

Die innere Freiheit die keiner sieht

In meiner Jugend habe ich gehört dass man in der Arbeitswelt nicht so rumlaufen kann wie man es wirklich möchte sondern so wie es die Kunden wollen oder eben der Arbeitgeber. Einer der Gründe, warum ich unbedingt mein eigenes Ding machen wollte war, dass ich mein Äußeres nicht davon abhängig machen wollte was jemand anderem gefällt oder nicht. In erster Linie muss ich mich wohl fühlen sonst kann ich nicht für andere Menschen da sein und wenn ich etwas anziehe wo ich mich ständig verstellen muss und das Gefühl habe ich bin ein Schauspieler, dann verleugne ich mich selbst.

„watchado“ Gründer und europäischer Jugendbotschafter Ali Malodji

Heute arbeite ich mit Top-Entscheidern, Vorständen und internationalen Politiker_innen auf Augenhöhe und das ungeachtet davon welche Klamotten ich anhabe und wenn das eine HipHop Hose ist. Was auf den ersten Blick für die anderen Menschen locker und lässig wirkt war zehn Jahre Kampf um so wahrgenommen zu werden.

eins zu eins – Foto © Markus Thums

Genau diese Wahrnehmung kann ich eins zu eins aus eigener Erfahrung und aus selbst Erlebtem bestätigen: In meinem Kasten hängen zwei halbherzige Anzüge, die ich bis zum heutigen Tag kaum bis nie anziehe bzw. anziehen „musste“. Ein Nadelstreifanzug aus dem Jahre Schnee und ein grauer Sommer Anzug, den ich, wenn überhaupt, auch immer nur mit Sneakers trage. Als Musiker, Produzent, Artist und Projekt Developer und Manager als auch als freier Universitäts Lektor kann man die Tage, an denen ich in Anzügen unterwegs war und bin, locker an einer Hand abzählen. In den Klamotten, in denen ich mich wohl fühle, durfte ich Bundespräsidenten kennen lernen, für die von mir betreuten Künstlerinnen und Künstler mit den Top CEO,s von Universal, EMI und Sony Deutschland wirklich hoch dotierte Platten- und Verlagsverträge verhandeln, mit den Marketing Chefs von grossen, internationalen Banken Kooperationsverträge ausverhandeln, mit Künstlern von Woody Shaw über Freddie Hubbard über George Clinton und Parliament Funkadelic, Anna F. und Lenny Kravitz bis zu Café Drechsler auf den grössten und kleinsten, berühmtesten und feinsten Bühnen und Studios dieser Welt arbeiten und auftreten dürfen, und bis zum heutigen Tage hat mich je jemand weder nicht respektiert noch mich gefragt, wo denn mein Anzug oder meine Lackschuhe geblieben seien.

„mein“ Präsident

Wenn sich dann auch noch die anscheinend für die Ausstattung aller im ORF auftretenden Moderatoren und Co. zuständige Dame heute im Morgenjournal, welches ich noch kurz vor der ZIB um 7:00 erhaschen durfte, bemüssigt fühlt, dem neuen Gesundheitsminister, der ja nicht Designerminister ist, seinen Outfit bei seiner Angelobung vorzuwerfen, aber zugleich die ModeratorInnen sowie auch all zu oft die im ORF auftretenden KünstlerInnen dazu nötigt, in den unvorteilshaftesten, schrecklichsten, abscheulichsten und dämlichsten Klamotten ever aufzutreten, wofür ich sie schon vor langem fristlos gefeuert hätte, bleibt mir schon mal mein Wahrnehmungszentrum mit grossem Staunen und offenem Mund in Anbetracht solch offensichtlich täglich selbstverständlich gelebter Doublestandards stecken und stehen. Willkommen Österreich. Willkommen bei den uneingeschränkten Motschkertanten Weltmeistern.

Café Drechsler Fotoshooting, einer meiner halbherzigen Anzüge – Foto © Max Parovsky

Zum heutigen Earth Day darf ich noch folgende fantastische, faszinierende und zugleich erschreckende Nachricht meines Freundes Moreau mit euch teilen, damit wir bitte ob der ganzen Haarspalterei nicht vergessen, was heutzutage tatsächlich unsere Themen und Herausforderungen sind:

Earth Day 2021:
Eine der umfassendsten Dokumentation der Veränderungen auf der Erde ist nun der Öffentlichkeit zugänglich.
24 Millionen Satelliten-Aufnahmen aus 37 Jahren zeigen die globalen Veränderungen – Abschmelzen der Gletscher und Rückgang der Regenwälder in enger Zusammenarbeit zwischen Google Earth, ESA, der Europäischen Kommission, der NASA und der amerikanischen Behörde US Geological Survey
Die Zeitraffer Ebene in Google Earth gibt es für jeden beliebigen Ort der Erde & mit wesentlicher Unterstützung der Copernicus Sentinel Flotte. 🌍 Sehenswert & schonungslos. ℹ️ – so ist eine neue Ansicht unseres Heimatplaneten entstanden, mit der man Veränderungen im Zeitraffer nachverfolgen kann.

it’s earth day

Link zur neuen Ansicht unseres Heimatplaneten: https://bit.ly/3tq4wu3

Viele liebe Grüße!
Moreau

back in the dayz in legeren Klamotten mit Christoph Bernewitz, Anna F. und Clueso

#122 „Poly – Tick, Polit – Sick & Poli – Tricks durch Dünn und Dick“

Meine Fresse. Ich habe es heute wider besseren Wissens wieder einmal gewagt, bzw. bin immer noch mitten drin, mir die Parlamentssitzung um den neuen Gesundheits- und Sozialminister anzuschauen und anzuhören, meinem und unserem Ex- Hausarzt der Ärzte Gemeinschaftspraxis Wien Mariahilf, die er, so nebenbei zusammen mit seiner professionellen Kollegin, Frau Dr. Fabienne Lamel und einem weiteren Kollegen, als erste aus dem Boden gestampft hat, die allerdings in den Medien als Ordinations- und Gründungspartnerin bis dato meines Wissens vollkommen ignoriert wurde. Warum? Ja, sie ist eine Frau. Ja – so sieht,s aus mit der Emanzipation und den Frauenrechten und dem Selbstverständnis eines gleichwertigen Miteinander auf Augen- und Herzenshöhe in diesem nach wie vor erschreckend erzkatholischen, tiefschwarz – türkisen, immer noch ewig gestrigen, grossteils patriarchalischen Ignoranten Kren- und Kürbiskernland Österreich.

Politik – was ist das? Was soll das? Wer braucht das in dieser vor unseren Augen zelebrierten Form noch wirklich? Was kann das? Was könnte das können? Wem könnte das nützen? Von wem und wofür wird sie gewählt? Für wen ist sie gemacht? Was und wohin hat sie uns bis heute denn tatsächlich gebracht? Wem nützt sie und von wem wird sie benutzt? Und das alls hinter dem bequemen, verlogenen Deckmäntelchen „Demokratie“. Siehe dazu bitte auch meinen Beitrag im Blog #65 „Dämonkratie“ https://pimpmyband.live/2021/01/08/65-damonkratie/ und Blog #80 „Emokratie – Was soll dieser Sarkasmus uns denn signalisieren?“ https://pimpmyband.live/2021/02/07/80-emokratie-was-soll-dieser-sarkasmus-uns-denn-signalisieren/

Der Ausdruck Politik wurde, mit Umwegen über das Lateinische (politicapoliticus), nach altgriechisch Πολιτικά politiká gebildet. Dieses Wort bezeichnete in den Stadtstaaten des antiken Griechenlands alle diejenigen Tätigkeiten, Gegenstände und Fragestellungen, die das Gemeinwesen – und das hieß zu dieser Zeit: die Polis – betrafen. Entsprechend ist die wörtliche Übersetzung von politiká anzugeben als „Dinge, die die Stadt betreffen“ bzw. die „politischen Dinge“. In dieser Bedeutung ist „Politik“ vergleichbar mit dem römischen Begriff der res publica, aus dem der moderne Terminus der „Republik“ hervorgegangen ist. Eine begriffsgeschichtlich besonders prominente Verwendung fand das Wort als Titel eines Hauptwerks des antiken Philosophen Aristoteles, der Politik.

In meiner ganz persönlichen Wahrnehmung unseres konkurrenzlosen Heissluft Parlamentes mit ganz wenigen, handverlesenen Ausnahmen: ein rüpelhafter, undisziplinierter, schlecht erzogener Haufen grossteils narzisstischer Selbstdarstellerinnen und Egoisten am Rande des Herzinfarkts ohne einen Funken gegenseitigen Respekts und den schlimmsten Umgangsformen zwischen Bregenzer Wald und Neusiedlersee, denen es in erster Linie um ihr oft überdimensional aufgeblasenes Ego zu gehen scheint, in zweiter Linie um ihre eigenen Positionen, Vorteile und Chancen, um ihre eigenen Betriebe, Firmen und Gemeinden mit dem klaren Wunsch, unbedingt und um jeden Preis wiedergewählt zu werden und in dem Kontext, vorrangig um die Bedienung und Zufriedenstellung ihrer Sponsoren und ihres Unterstützer Klientels, grossteils aus den Reihen der Wirtschaft, Der Konzerne und der diversen Grossindustrien geht.

Und sonst weit und breit in meine Wahrnehmung kaum etwas bis gar nichts. Das Wohl der Menschen in diesem Land in fast jedem Fall sekundär bis kaum vorhanden, mehr oder weniger zu einer Irrelevanz verkommenen Routine, getarnt als Business as usual und von eher durchwegs belangloser Bedeutung. Hallo???? Wie geht es diesen aus unseren Steuergeldern in Anbetracht ihrer latenten Inkompetenz und Unfähigkeit überbezahlten und gleichzeitig oft extrem unterbeschäftigten Damen und Herren jenseits ihres pseudo ideologischen Parteien Gezänks und persönlichen Ego Hick Hacks eigentlich. geht’s noch? Spärliche Ausnahmen heute: Josef Smolle, Mediziner aus den Reihen der ÖVP und Dr. Wolfgang Mückstein, der neue Gesundheitsminister. Punkt.

Wie wäre es einmal zur vollkommen gesunden und erfrischendsten und konstruktivsten Abwechslung mit Achtsamkeit? Achtung gegenüber meinen Mitmenschen, meinen Parteikollegen, den übrigen Parlamentariern gegenüber? Selbst Achtung vor Egoismus? Reden und Reden lassen, anstatt dauernd rüpelhaft rein zu schreien und zu unter – brechen? jemandes Gedanken- und Redefluss permanent zu torpetieren, zu sabotieren und zu unterbrechen? Zuhören , nicht um zu antworten sondern um einander besser zu verstehen? Sich wirklich konstruktiv mit vereinten Kräften den gemeinsamen Themen widmen und gemeinsam an Lösungen und Verbesserungen zu arbeiten, über die ganzen Partei- und pseudoideologischen Grenzen und Egotürme hinweg?

Mit einem Ziel : gesunde Menschen in einer grösstmöglich gesunden Umwelt und Natur. Menschlichkeit. Empathie. Mitgefühl. Respekt. Wohlwollen. Tatsächlich Hilfestellungen anbieten, tatsächlich Armutsbekämpfung betreiben anstatt sich zu bemühen, die Reichen konstant immer noch reicher zu machen, wahrhaftige Gleichberechtigung unter allen Geschlechtern, zwischen Jung und Alt, Arm und Wohlhabend, Benachteiligung und Behinderung und Übervorteilung herzustellen? Das wäre mal was. Und dort wird es über Kurz oder lang auch langgehen müssen, wenn wir uns nicht weiter unserer gemeinsamen Entwicklung als Gesellschaft und Gemeinschaft mit allen Kräften dagegen stemmen wollen.

Es geht in Wahrheit gar nicht anders. Die meisten Menschen wollen diesen verkorksten, destruktiven Scheiss, den man uns als neuen Stil zu verkaufen versucht, ganz klar und eindeutig nicht mehr. Leere Kilometer, wo die eine dem anderen nur eins auswischen oder ans Bein pinkeln, andere bloss stellen und dumm da stehen lassen will. Das haben inzwischen alle satt. Und zwar nicht aus, wie von Seiten der Politik gerne behauptet wird, wo man pandemisch keine Verantwortung für was auch immer zu übernehmen bereit ist: Politverdrossenheit. Nein: viel eher Politiker Verdrossenheit. Die meisten Menschen haben diese Art von Politikern und Politik zu betreiben so etwas von satt, das wollen sich die betreffenden Personen gar nicht vorstellen können. Es braucht keinen mega promoteten neuen Stil. Wir wollen endlich konstruktives, respektvolles miteinander Arbeiten an unser aller Anliegen, einschliesslich der Tiere, der Umwelt, dem Klima und der Natur, an den gegenwärtigen Herausforderungen, und derer gibt es mehr als genug, mit kompetenten und menschlich einwandfreien und dem Leben gegenüber respektvollen Mitgliedern unserer Gemeinschaft, und sonst gar nichts.

#121 „Nicht eine Million Arbeitslose sondern 1 Million Menschen sind ihre Bullshit Jobs vorübergehend los!

Job, Beruf oder Berufung?

Viele sehnen sich nach Erfüllung im beruflichen Alltag. So glaube ich naiver über 60 jähriger Oldie das auf jeden Fall zu wissen. Aber vielleicht ist das ja ein vollkommener Irrtum. Eine Tätigkeit, in der man aufgeht? Aufgaben, die einem tatsächlich Freude machen? Doch was ist möglich und wie findet man seine persönliche Berufung?

Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur. – John Locke

Was sind Bullshit Jobs?

Vom wahren Sinn der Arbeit ist ein 2018 in englischer Sprache als Bullshit Jobs: A Theory veröffentlichtes Buch des US-Amerikaners David Graeber (1961–2020), EthnologeAnarchist und Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science. Es basiert auf dem von Graeber im August 2013 im Magazin Strike! veröffentlichten Artikel On the Phenomenon of Bullshit Jobs: A Work Rant.

In Bullshit Jobs konstatiert Graeber, dass ein Großteil heutzutage verrichteter Arbeit aus Fake Work bestehe und keinen gesellschaftlichen Nutzen erbringe. Dies führe einerseits zu psychischen Problemen bei den Menschen, die diese Arbeit verrichten müssen und andererseits werde sehr viel gesellschaftliches Potential vergeudet. „Bullshit jobs“ grenzt Graeber von „shit jobs“ ab, die zwar prekär sind, jedoch einen gesellschaftlichen Sinn haben. Bullshit-Jobs sind häufig überdurchschnittlich gut bezahlt.

Viele Menschen würden an ihrem Arbeitsplatz zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit mit sinnfreien Tätigkeiten verbringen. Graeber identifiziert jedoch auch fünf Jobtypen, die gänzlich als Bullshit-Jobs klassifiziert werden können:

  1. „Lakaien“ (flunkies) sind Jobs, deren eigentlicher Sinn darin besteht, ihre Vorgesetzten wichtig aussehen zu lassen; z. B. Rezeptionisten.
  2. „Schläger“ (goons) werden nur gebraucht, um Schläger anderer Unternehmen in Schach zu halten; z. B. Unternehmensanwälte, PR-Spezialisten.
  3. „Flickschuster“ (ducttapers) lösen die Symptome von Problemen temporär, ohne die Wurzel der Probleme anzugehen; z. B. Programmierer, die fehlerhaften Code reparieren.
  4. „Kästchenankreuzer“ (boxtickers) seien mit der Dokumentation von Arbeit beschäftigt, ohne selbst nützliche Arbeit zu verrichten.
  5. „Aufgabenverteiler“ (taskmasters) kreieren und verteilen sinnlose Aufgaben; z. B. mittleres Management.

Bullshit-Jobs seien ein Symptom gesellschaftlicher Wertvorstellungen, die es für vorteilhafter einstufen, sinnlose Erwerbsarbeit zu verrichten, als keiner Erwerbsarbeit nachzugehen. Jegliche Arbeit sei zu unterschiedlichem Grad care work, also Arbeit, bei welcher Mitmenschen geholfen werde. Je höher der Grad an care work in einer Arbeit, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Arbeit als sinnhaft wahrgenommen werde. Allerdings gelte tendenziell auch, dass gerade Arbeit mit einem hohen Anteil an care work weniger gut bezahlt sei.

Wie definiert Wiki Wacky Wikitrallala eigentlich „Beruf“?

„Ein Beruf ist die systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene, dauerhaft und gegen Entgelt ausgeübte Betätigung eines Menschen. Oft liegt für diese Betätigung auch eine besondere Eignung und Neigung vor. Der Begriff ist abzugrenzen vom umgangssprachlichen Ausdruck Job, der eine Erwerbstätigkeit bezeichnet, die nur vorübergehend ausgeübt wird oder nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.

Berufe sind typisches Merkmal von arbeitsteiligen Wirtschaftsordnungen sowie Zivilisationen im Allgemeinen.“

Grauslich eigentlich, oder? kein Wort von Berufung, von Talenten, von Bestimmung von Träumen, von Freude, von Liebe für und zu etwas – nichts von alledem. Systematisch, erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualitätsnachweis versehene, dauerhaft und gegen Entgelt ausgeübte Betätigung eines Menschen. Spätestens da sollte jede und jeder mit einigermassen Grips vor der Hütte wissen, wessen Kind Wikipedia in Wahrheit ist!

Was ist Arbeit bzw. weil’s grad lustig ist: wie definiert Wikipedia Arbeit?

Arbeit steht für:

Auf http://www.stepstones.at, einem Ösi Portal für Karriere- Bewerbungstips, ja: so steht es hier tatsächlich geschrieben, ist unter vielem anderem haarsträubendem Nonsense kurioserweise folgendes zu lesen

„Worin liegt der Unterschied zwischen Job, Beruf und Berufung?

Berufung ist mehr als ein Job, es ist eine Sinnaufgabe. – Ursula Maria Lang

Fällt es Ihnen schwer, zwischen den einzelnen Begriffen zu unterscheiden? Keine Sorge, damit sind Sie nicht alleine, denn eine eindeutige, allgemein gültige Abgrenzung gibt es nicht. Was es jedoch gibt, ist eine Unterscheidung der Begriffe in ihrem täglichen Gebrauch:

Der Begriff Job wird meist sehr neutral verwendet, um die Ausübung einer erwerbsmäßigen Tätigkeit zu beschreiben. Hier wird jedoch nichts bewertet, der Ausdruck gibt keinen Aufschluss darüber, ob man Gefallen an der Tätigkeit findet oder nicht. Es steht vielmehr das Ziel im Vordergrund, Geld zu verdienen.

Etwas anders ist das beim Begriff Beruf. Denn während der Job eine Tätigkeit ist, die man kurz- oder mittelfristig ausübt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hat man sich beim Beruf bereits Gedanken darüber gemacht, mit welcher Tätigkeit man zu seinem monatlichen Gehalt kommen möchte. Der Beruf ist in den meisten Fällen auch mit einer vorhergehenden Ausbildung verbunden, zu der man sich bewusst entschieden hat.

Noch einen Schritt weiter geht die Berufung. Hinter diesem Begriff steht bereits eine Ideologie. Zur Berufung wird eine Tätigkeit erst dann, wenn man sich damit identifizieren kann, wenn man sie gerne macht und wenn sie einen erfüllt. Das wirft jedoch eine Frage auf:

Muss Arbeit Spaß machen?

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten. – Aristoteles

Muss Arbeit Spaß machen? Eigentlich müsste man über diese Frage gar nicht lange grübeln. Natürlich soll Arbeit Spaß machen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Viele beschreiben ihre berufliche Tätigkeit als öde, monoton, langweilig oder gar stumpfsinnig. Und das hat nicht nur für den Mitarbeiter Auswirkungen. Auch der Arbeitgeber leidet langfristig darunter, wenn Mitarbeiter lediglich Dienst nach Vorschrift schieben, weil sie sich mit den Aufgaben oder dem Unternehmen nicht identifizieren können.

Man könnte die Frage jedoch auch anders formulieren: Wenn uns die Arbeit so viel Spaß macht und Erfüllung bringt, weshalb sollten wir dann überhaupt dafür bezahlt werden? Reicht es nicht auch, wenn wir unsere Freizeit so gestalten, dass sie uns erfüllt und unserem Leben den Sinn gibt, nach dem wir streben? Im Grunde ist doch Arbeit ein Tauschhandel zwischen Zeit und Geld. Wir zeigen Ihnen in einem weiteren Artikel, wie Sie zu Ihrer Work-Life-Balance kommen.

Gibt es diesen einen Traumjob überhaupt, den wir als unsere Berufung ansehen? Sollten wir genau danach streben? Oder einfach mit dem, was wir haben, zufriedengeben? Eine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig es ihm ist, Spaß an seiner beruflichen Tätigkeit zu haben.“

Oida!!!!! Arbeit ist ein Tauschhandel zwischen Zeit und Geld???? echt jetzt? Lernt man das heutzutage so auf der WU?? Na servas. Man muss entscheiden, ob man „Spass“, ich nenne es allerdings wesentlich lieber :“Freude“ an und in seinem Beruf haben darf, will oder kann??? Also wenn man das alles mal so in aller Ruhe, am besten auf einer von keinen Mountain Bikern frequentierten Waldlichtung genüsslich auf der Kleinhirnrinde zusammen mit den eigenen, längst verschütteten Träumen zergehen lässt, läuft einem , mir zumindest, der kalte Schauer des tiefsten, innersten Schauderns vor so viel Grauslichkeit und Kälte über den Rücken. Wenn ich schon von Work – Life Balance lese, wird mir sofort übel. Work is not Life? Work is not part of everybody’s life??? Wo und wie Leben wir denn bitte und wie konnten wir überhaupt je hier landen? Da muss man sich dann wirklich über absolut gar nichts mehr wundern, über keine und keinen einzigen mit permanent gesenktem Kopf im Handy, über beide Ohren verkabelt und verstoppelt und mit der digitalen Hölle permanent verhabert und vernetzt, im Wettlauf mit der „Zeit ist Geld“, auf der Jagd nach dem nächst bessern Leben, denn dieses, ein genau solches, vollkommen Sinn- und Freude entleertes, geht inzwischen wirklich, ganz bestimmt, ohne 1% Zweifel, ganz und gar nicht! So nicht!!!

Richard David Precht:Wie wollen wir leben? ( Neue Züricher Zeitung)

„Digitalisierung ist das Thema der Stunde, doch bisher löst sie hierzulande entweder Ratlosigkeit oder Verzweiflung aus. Dank Richard David Precht ist damit jetzt Schluss.

Für Angela Merkel war das Internet im Jahr 2013 noch immer „Neuland“, und dem sogenannten kleinen Mann wird täglich suggeriert, dass seine Arbeit schon bald von Maschinen übernommen und er somit überflüssig wird. Das Wort „Digitalisierung“ scheint nichts als Angst und Schrecken zu verbreiten – darum ist es umso erfrischender, den Gedanken des Philosophen Richard David Precht zu folgen, die er sich in seinem neuen Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“ über die Digitalisierung macht. Keine Sorge, von Kulturpessimismus fehlt hier jede Spur, stattdessen entwirft er eine Utopie für eine digitale Gesellschaft, die hoffen lässt. „Sehen Sie, im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld. Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern – und den Rest der Menschheit.“ Mit diesem Zitat beginnt Precht sein Buch, und dass diese ansprechende Vision ausgerechnet aus Star Trek VIII stammt, ist typisch für den Popstar unter den Philosophen. Er ist davon überzeugt, dass wir aktuell an einem entscheidenden Wendepunkt stehen: So wie seit dem 18. Jahrhundert die Erfindung der Dampfmaschine das Leben der Menschen grundlegend verändert hat, kommt nun erneut eine Revolutionierung der Arbeitswelt auf uns zu:

Precht erklärt, dass alle Berufe, die durch Computer ersetzt werden können, früher oder später aussterben – doch anstatt die drohende Massenarbeitslosigkeit zu beklagen, sollten wir uns freuen, dass uns die langweilige und entfremdete Arbeit abgenommen werde. Endlich habe der Mensch Zeit, sein Leben frei zu gestalten und seiner wahren Bestimmung nachzugehen –was für ein luxuriöser Gedanke!

Es bleibt die Frage, wovon wir leben, wenn ein Großteil der Erwerbsarbeit wegfällt. Der Philosoph hat auch darauf eine Antwort, sein Buch ist ein Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen, das sich problemlos durch eine Finanztransaktionssteuer finanzieren ließe. Um Prechts großen Wurf nachvollziehen zu können, müssen wir vor allem einen entscheidenden Gedanken zulassen: Arbeit hat in der Zukunft nichts mehr mit Anerkennung und dem Erlangen von sozialem Status zu tun. Wenn man „Jäger, Hirten, Kritiker“ liest, fragt man sich tatsächlich, warum ausgerechnet derjenige, der sich rund um die Uhr abrackert und die meisten sinnlosen Konsumgüter sammelt, in unserer Gesellschaft am angesehensten ist. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass Glück mit sozialen Kontakten und Selbstbestätigung zusammenhängt – und nicht mit Geldverdienen. „Zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!“ schreibt Precht.

Darüber hinaus betont er, dass es allein an uns liege, wie wir die Technik nutzen, was wir ihr erlauben und welche Grenzen wir ihr setzen. Nach dieser Lektüre wird man sich nicht länger wegducken, sobald das Wort „Digitalisierung“ fällt, sondern interessiert hinhören. „Jäger, Hirten, Kritiker“ rüttelt wach, es öffnet den Blick für die verschiedenen Facetten und neuen Möglichkeiten, die uns die Zukunft bietet. „Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten, aus dem Fatalismus des unweigerlichen Werdens aus- und zu einem Optimismus des Wollens und Gestaltens aufzubrechen. Es möchte helfen, ein Bild einer guten Zukunft zu malen“, schreibt der Autor – und das ist ihm mehr als gelungen.“


Danke Richard David Precht! Da geht ja mal ne Tür auf, was Jobs, Arbeit, Beruf, Gestalten (hierzulande und fast überall nach wie vor ein Fremdwort), Geldverdienen, soziale Kontakte, Selbstbestätigung und , JA: „Glück“ angeht. Da geht,s lang. In Richtung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Ja ihr lieben Wirtschaftsgurus: Hört doch endlich auf euch und uns allen irgendetwas vorzugaukeln, vorzurechnen und vorzumachen. Die drohende Massenarbeitslosigkeit ist kein Phantom mehr sondern bereits lange harte Realität, wie viele von uns bereits wissen. Eure langweiligen und entfremdenden Bullshit Jobs um jeden Preis mittels sündteurer Umschulungen und Beschäftigungsprogramme zu retten, nur um eine vollkommen kaputte und völlig nach hinten, auf immer mehr und mehr Profit für einige ganz, ganz wenige orientierte Wirtschaft , die in Wahrheit schon lange auf der globalen Intensivstation liegt, noch krampfhaft am Leben zu erhalten, ist doch längstens vollkommen zweck- und sinnlos, Geldverbrennung und vollkommener Quatsch. Diese Unart zu wirtschaften müssen wir, müsst ihr endlich radikal ändern, sonst wird sich etwas wohl von selbst radikal ändern müssen, was anscheinend anders nicht geändert werden will und kann.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder. Henry David Thoreau

Jeder Mensch hat einen originären Kern. Eine Identität, die nur ihm zu eigen ist. Edward Hopper

Wo die Bedürfnisse der Welt mit deinen Talenten zusammentreffen, dort liegt deine Berufung. Aristoteles

Die einzige Möglichkeit Großes zu leisten ist, das zu lieben, was man tut. Wenn du das noch nicht gefunden hast, dann suche weiter. Gib dich nicht zufrieden. Wie bei allen Herzensangelegenheiten wirst du wissen, wenn du es gefunden hast. ….. Und am Wichtigsten ist: habe den Mut deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen. Sie wissen irgendwie bereits, was du wirklich werden willst. Alles andere ist zweitrangig.

Steve Jobs