#97 „was fehlt………“

Auch wenn wir extrem gut beraten sind, auf keinen Fall und unter gar keinen Umständen in eine sogenannte Normalität zurück zu drängen, fehlt uns nach mehr als einem Jahr eines weltweiten, internationalen wie nationalen, gesellschaftlichen wie familiären und für jeden auch individuellen täglichen Kampf und oft einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit der Tatsache einer unter Umständen lebensbedrohenden als auch potentiell lebensgefährlichen Pandemie inzwischen wesentlich mehr als uns als ganzheitlich und in ihrem einzigartigen, vollen Spektrum wahrgenommene Spezies Mensch gut tun kann.

normality was the problem…..

Durfte ich doch vollkommen unerwartet so viele neue inspirierende Bekanntschaften und wundervolle Freundschaften schliessen ( einige haben sich genau so unerwartet auch wieder in Luft aufgelöst), so vielen spannenden, neuen, herausfordernden und inspirierenden Initiativen und Gemeinschaften beitreten, so viele kreative und wunderschöne neue Wege gehen und Projekte starten, so hat da schon eine gewisse Leere in mir, und ich bin mir sicher, in uns allen, Platz gegriffen, die ich weder verleugnen will, noch digital füllen möchte noch menschlich locker wegstecken kann. Obwohl gerade dieser Platz womöglich all dieses unerwartet Neue, Gesunde, Erfreuliche, Kreative, Inspirierende und zutiefst Berührende erst möglich gemacht haben könnte…..

Freundschaften

Mir persönlich, der eine Männerwohngemeinschaft mit seinem erwachsenen, ebenfalls Musik schaffenden Sohn teilt, also jemand, der nicht „einsam“ ist oder sein muss, fehlen in erster Linie nichts desto trotz grundsätzlich menschliche Eigenschaften und Ingredienzien eines vormals doch relativ unbeschwerten und erfüllten Lebens, einer zutiefst vermissten Leichtigkeit des Seins. Sicher bin ich privilegiert, allen äusseren Umständen, Widrigkeiten, Verboten, Vorschriften, Verordnungen und räumlichen Distanzen zum Trotz, in einer sich ständig vertiefenden, wunderbaren Partnerschaft in Liebe mit meiner Liebsten Freundin und Frau von allen sein zu dürfen. Keine Frage.

Partnerschaft in Liebe

Und dessen bin ich mir sehr wohl bewusst – auch der Tatsache, dass uns beiden, die wir dies tagtäglich, auch wenn wir noch nicht ständig miteinander und zusammen leben können, sehr bewusst wahrnehmen und wertzuschätzen wissen, wie das besonders in Zeiten wie diesen extrem hilfreich, tröstend, ermutigend sein und einen wirklich zuversichtlich machen kann. Nicht nur für jede und jeden für uns beiden, sondern gleichermassen für unsere Eltern, Kinder und Enkelkinder, für unsere leiblichen und spirituellen Familien und Freunde.

Zuversicht

Wen ich sehr vermisse sind ein paar wirklich wundervolle Zeitgenossen, Freunde, die uns viel zu früh verlassen haben, die ihre Weiterreise frühzeitig antreten mussten und einen nicht zu füllenden, schmerzvollen Krater einerseits,einen Reichtum an wundervollen Geschenken in Form unvergesslicher Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, musikalische und menschliche Abenteuer andererseits bei und mit uns gelassen haben. Danke für das „da Sein“.

…..

Ebenfalls einer der mir am meisten , schmerzlichst vermissten Schätze in diesem Leben ist es, endlich wieder trommeln und Schlagzeug spielen zu können, mit befreundeten Musikerinnen und Musikern wieder gemeinsam Musik ermöglichen zu dürfen, sei es in diversen Proberäumen oder eben auf analogen Bühnen vor einem wahrhaftigen, analogen, ursprünglich zwar anonymen Publikum einen gemeinsamen Raum miteinander zum schwingen zu bringen und in diese gemeinsam geschaffene Energie miteinander einzutauchen, durch diese plötzlich entstandene und von allen wahrgenommene Nähe zu grossteils vollkommen Unbekannten, berührt und von dieser Welle, die zwar niemandem gehört aber alle verstehen, an- und wahrnehmen, mit einander getragen, gehalten, beschützt, bestärkt, getröstet, beglückt und inspiriert zu werden.

Musik ermöglichen

Das fehlt mir zusehends mega – auch wenn mir in genau diesem Augenblick mein Freund Lorenz Raab, ein wunderbarer Trompetenmensch, eine SMS rüberschickt, die folgendermassen lautet: „29.4. im Porgy mit unserem „Jazzit Quartett“. Habt ihr Zeit? Bitte um rasche Antwort! Vielen Dank“ – „JA, Danke, ein Traum, sehr gerne“ . Ob mit oder ohne Publikum, ob gegen Gage und um welche, egal: Wir dürfen wieder miteinander Musik entstehen lassen.

wir dürfen wieder

https://www.porgy.at/events/10419/

Das vermissen zusehends alle, jede und jeder, egal wie, wo und wann: Nähe, wahrhaftige, menschliche Nähe, Berührungen, Umarmungen, einander an den Händen halten, die eigenen Kinder und Enkelkinder, die eigene Mutter , den eigenen Vater, Oma, Uroma, Grossvater, Urgrossvater , die Freundinnen und Freunde, Mitschüler und Kindergartenkinder, Kolleginnen und Kollegen endlich wieder einmal unbeschwert und unmaskiert zusammensitzen zu können, sich gegenseitig wieder umarmen zu dürfen, miteinander zu kochen, zu trinken, zu feiern, laut, leise, in Stille, einander halten, mit einander Hand in Hand durch die Gassen, durch Wiesen und Felder und Wälder laufen zu dürfen, miteinander zu Tanzen, zu Lachen, herumzutollen und rum zu kugeln, Räuberleiter, Hoppe Hoppe Reiter, schwimmen, rennen, sitzen, liegen, stehen, fliegen…..

DAS FEHLT UNS ALLEN! Da kann uns dieser ganze Digitalisierungskram, das ganze digitale home office und digitale home schooling, alle digitalen meetings, Video games und der ganze andere digitale Kram mal herzlichst den Buckel oder sonst wo runterrutschen.

es fehlt die Menschennähe

Es fehlt uns eben NICHT ETWAS, nicht Einkaufen, nicht Konsumieren, nicht endlich zum Friseur gehen können, nicht Klamotten, nicht Ramsch und Kram, uns fehlt das Gefühl und die Gewissheit, noch vollkommen intakter Mensch zu sein, die emotionale, spirituelle und körperliche Nähe zu den Menschen, zur Natur, sich Treffen und austauschen und miteinander reden dürfen, sich miteinander spüren und das Miteinander, die Verbundenheit erfahren und wieder spüren dürfen, bei Konzerten, im Theater, in der Oper, im Museum, in der Schule, an der Uni, im Kindergarten, im Kaffeehaus, im Restaurant, am Sportplatz, zu Hause, auf der Terrasse, im Garten, im Wald, am Meer, im Grünen am und im Wasser – DAS IST WAS FEHLT. AM MEISTEN. UNS ALLEN.

#96 „…..was uns tatsächlich müde MACHT“

Es ist ja inzwischen schon über 5 Monate her, dass mich Fakebook und Instagram in einem Atemzug wegen des Postings eines Fotos des für seine genialen Kampagnen für Benetton bekannt und berühmt gewordenen Italienischen Meisterfotografen Oliviero Toscani, auf dem eine schwarze Frau, die ein weisses Baby stillt, zu sehen ist, rausgeschmissen hat. Obwohl ich zeitgleich noch gehakt wurde, und alles x -mal gemeldet und urgiert habe, war man bis zum heutigen Tag nicht mehr gewillt, mich weder wieder rein noch ran zu lassen, sodass inzwischen, „dem Universum und fb sei Dank“, extrem viel gesellschaftlich spaltender, gehässiger, saudoofer bis alles besser wissender, bei genauerer Hinsicht zumeist jedoch vollkommen irrelevanter, der Lebensfreude und dem inneren Frieden sehr leicht und schnell verdammt schädigender Quatsch, fast spurlos an mir vorbeiziehen darf und zum anderen sich ein unglaublich weiter Raum für neue Projekte, neue Bekanntschaften, neune Gemeinschaften und neue Freundschaften allen Lock Downs zum Trotz sich eröffnet hat.

…..dem Universum sei Dank

Nachdem ich zusätzlich, vor inzwischen mehreren Jahren, aufgehört habe, Zeitungen , egal welche, zu lesen, ausser Freunde schicken mir den einen oder anderen Artikel, und ich seit Wochen auch die schlechten Zeiten im noch schlechteren Bild aufgehört habe zu verfolgen, bleiben mir allerdings gewisse Dinge, egal wie ich es anstelle, doch nicht ganz verborgen. Da sind die Gesprächsfetzen in der U-Bahn oder im vorbei radeln auf der Strasse, Gespräche von oder mit den Leuten im Bioladen oder der Bäckerei, „morning talks“ mit meiner Liebsten, Gespräche mit dem Tochterherz oder dem Sohnemann oder meine täglichen Skype sessions mit meiner Mutter, die mir sehr gerne erzählt, was wer gerade auf fb treibt oder zu meinen glaubt.

…..treibt

Also: hermetisch abriegeln von all der, unser aller Gehirne schon sehr vereinnahmenden und unsere Phantasie und Kreativität oft eher lähmenden als inspirierenden Informations- und Manipulationsflut kann man sich anscheinend schwer bis eigentlich gar nicht, ausser man verschanzt sich so autark und gut es eben heutzutage geht, mit ein paar Hühnern, Ziegen, Erdäpfeln und Radieschen im Garten in einem Bauernhaus am Land oder in einem Baumhaus tief im Wald, gleich um die Ecke von Kritzendorf, Stinatz, Novigrad, Grafendorf, Urscha oder Donnersbachwald, dem bösen Wolf, Schneewittchen und den sieben Zwergen.

hinter den 7 Bergen…..

Was ich mir allerdings, zugegeben, schon immer wieder gerne antue, ist das, mit grossem Staunen und teils offenem Mund, Verfolgen und über weite Strecken ungläubigemLauschen der einen oder anderen Nationalratssitzung, einer Tagung des Parlaments, wo sich zwischen all dem NLP gepimpten, hohlen Geschwätz und sich wichtig machendem, nichts sagendem Gelaber, meistens von der Regierungsbank, immer wieder die eine oder andere interessante Stimme, die eine oder andere intelligente Wortmeldung oder wirklich inspirierende Rede erhaschen lässt.

mit offenem Mund…..

Und da wären wir auch schon mitten drin im Thema „Müdigkeit“. Die meisten Menschen sind nicht, wie man Ihnen und offensichtlich sich selbst weis zu machen versucht, „Corona müde“, sondern „Politik müde“, das trifft den rostigen Nagel viel eher auf den verwirrten Kopf. Immer mehr haben es satt, immer wieder vertröstet, ent – täuscht, verarscht und hingehalten zu werden, aufgrund von der Politik oft allen Expertenmeinungen widersprechender, getroffener und dann doch zumeist aufgrund der zumeist ohne Blinken rechts überholenden Realität wieder verschobener Versprechen im Rahmen gross inszenierter, ebenso zahl – wie zahn- und sinnloser Presse Krampf Tendenzen und Meinungs Flatulenzen in Designer Slim Fit Anzügen mit grossen Gesten , holen Worthülsen, wild gestikulierendem NLP Gehabe, um von der Nichtigkeit und dem oftmalig wiederholten Un – Sinn der von den Spindoktoren gecoachten Inhalte des daher Gesagten abzulenken.

müde

Da redet sich seit über einem Jahr die hierzulande wohl einzige Politikerin, Frau Dr. Rendi Wagner, die als ehemalige Ärztin und Virologin mit Sicherheit einen fachlich einigermassen fundierten Background hat, im Bemühen in Sachen Epidemie und Pandemie hier lösungsorientiert einen guten Vorschlag nach dem anderen zu machen, sich ihren Mund fusselig um dann wochenlang, sinnlos und nur wegen ein paar machtgeilen, ewig gestrigen Trotteln gemeinsam mit uns allen Betroffenen untätig herum warten zu müssen, damit jene diese Ideen und konstruktiven Vorschläge dann, zumeist um Wochen viel zu spät, aber politisch und selbstherrlich als die ihrigen verkaufen zu können. Wagner fordert mit Recht seit Anbeginn der Pandemie einen professionellen, überparteilichen Krisen Koordinator, professionelles, Fakten basiertes Krisenmanagement auf dem jeweiligen Stand der Erkenntnisse der Wissenschaft, wovon die meisten Floskel Laberer bis heute weder wissen noch ahnen,, was das eigentlich ist oder alles bewirken könnte. Sie ist da nicht alleine, da gibt es noch andere, durchaus konstruktive Stimmen wie einen Sepp Schellhorn oder Beate Meinl-Reisinger von den Neos, und noch ein paar andere da und dort.

selbst – herrlich

Das haben die Leute satt, dessen sind wir alle mehr als müde, wütend bis ver – Zweifel -t, dass hier selbst in Zeiten einer weltweiten Katastrophe namens Pandemie man so typisch österreichisch kleingeistig, grossmäulerisch, eitel und extrem Kurz – sichtig nach wie vor versucht auf Kosten von Menschenleben, Menschenschicksalen, zerstörter Lebensträume und Lebensräume politisches Kleingeld einzig und allein im Sinne und zur Erhaltung einer mehr als fragwürdigen, Ideologie befreiten MACHT zum reinen Selbstzweck mit allen Mitteln und unter den noch so bedrohlichen oder konstruktive, lösungsorientierte Zusammenarbeit erforderlichen Umständen versucht aufrecht zu erhalten, immer weiter entfernt von den Bedürfnissen, der Not, den Sorgen und den wahren Problemen der meisten Menschen in diesem Land, die NICHT Firmen- oder Industriebonzen, erfolg – reiche Unter – nehmer oder vermeintlich geschickte Trittbrettfahrer eines immer rasanter verwelkenden Zeitgeistes sind.

verwelkender Zeitgeist

Deshalb gehen inzwischen Zehntausende auf die Strasse, auch wenn sie, Frauen, Männer, Kinder, Familien, Omas, Opas, Pensionisten, die sich eben nicht nur um Ihre Gesundheit sondern auch um ihre Zukunft, um ihr Ein- und Auskommen Sorgen machen, von rechtsradikalen und FPÖ Brandrednern systematisch und vorsätzlich für deren Zwecke missbraucht und gekidnappt werden, um dann schlussendlich als der Weisheit letzter Schuss ins eigene Genick, mit all diesen Unbequemen bequem in einen Topf geworfen werden zu können. That,s what time it is. Wir brauchen ein konstruktives , faktenbasiertes Krisen Management, Wir brauchen eine klare , lösungsorientierte Strategie in der sich jeder finden und zurecht finden kann. Und keine faulen Aus – Reden, keine leeren schön Redner Floskeln, keine politischen Über – legungen, welche Stimmen man fürchtet zu verlieren, wenn man z.B. der Seilbahnwirtschaft Monate vor der Kultur die Türen aufsperrt, auch wenn die Kultur zwar die wesentlich besseren Schutzkonzepte aber die wesentlich schlechtere politische Lobby hinter sich hat und weil man sich vermutlich ausrechnet, dass mehr Menschen = Konsumenten lieber Schi Fahren gehen als in Konzerte, ins Theater, ins Museum oder in die Oper.

Schutzkonzepte

Der Mensch ist in erster Linie Mensch, und nicht nur manipulier- und kalkulierbarer Konsument. Er besitzt eine zumeist kleine Geldbörse aber ein grosses Herz und eine Seele, die nach einem Zusammen Sein, nach Umarmungen, nach berührt werden, nach Gesprächen, nach Konzerten, nach Theater, Musik und Gesang dürstet und einem Verstand, der klare, für alle, jede und jeden nachvollziehbare Rahmenbedingungen, Strategien, Konzepte und Parameter jenseits jeder politischen Spekulation und vor allem konstruktive Lösungen braucht, um sich zurecht finden zu können. Dass all das nach wie vor nicht auszumachen ist, immer weniger verstanden wird und sich viele immer mehr allein gelassen fühlen, das macht wütend, das macht verzweifelt, das macht MÜDE.

Mensch sehnt sich…..

#95 Den Frauen die Welt – Welt Frauentag

Gleich mal eines vorweg: ich bin bekennender Feminist, JA! und ich bin mit Sicherheit bei weitem nicht der einzige meiner männlichen Artgenossen. Was heisst das jetzt genau: Ich unterstütze in jeder Hinsicht eine Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.

den Frauen die Welt

Ganz ehrlich? ich bin nicht nur bekennender Feminist sondern auch Sohn einer starken, lebensbejahenden Frau, Vater einer wunderbaren Frau und eines ebenso wunderbaren Sohnes, die ich beide mit zwei besonderen Frauen gemeinsam auf, in und durch diese Welt begleiten darf und durfte, Grossvater von zwei liebenswerten, inspirierenden, starken jungen Damen, glücklicher Partner einer der tollsten Frauen ever, die unter anderem auch fürsorgliche Mutter von drei wirklich klasse Burschen ist und die ich jeden Tag neu besser kennen und bedingungsloser lieben lernen darf und generell, durch und durch bin ich ein echter Frauen Fan.

Als Mann war und ist es für mich Zeit meines Lebens nicht nur eine Herausforderung sondern ebenso immer mehr eine konstruktive Wohltat und grosse Freude mit Frauen gemeinsam zu leben, zusammen zu sein und miteinander zu arbeiten. Da fällt gleich einmal dieser ganze Macho Bullshit zwischen Männern, das ganze doofe Macht Gehabe und das virtuelle, psychologische Kraft- und Muskelspiel weg . Man kann ansatzlos konstruktiver, auf Augenhöhe und in natürlichem gegenseitigem Respekt miteinander reden, Pläne gemeinsam schmieden und ohne grosses Pi Pa Po diese auch meistens sehr unproblematisch und Lösungsorientiert, zielgerichtet umsetzen, ohne durchwegs zumeist lächerlichem und vollkommen unnötigem männlichem Theaterdonner sozusagen, obwohl es natürlich genug Dramenpotential und den Drang zu glauben, etwas unbedingt, um jeden Preis durchsetzen, behaupten, verteidigen, besser wissen, erkämpfen oder erobern zu müssen durchaus auf beiden Seiten geben kann und gibt.

Tochter und Enkelinnen

Wir schreiben 2021 und in einer nach wie vor durchwegs patriarchalisch und von weissen alten und ja, leider auch jungen, oft viel zu jungen Männern dominierten Welt müssen Frauen immer noch, so unglaublich das für viele auch sein mag, um Chancengleichheit in Bildung, Familie, Gesellschaft und Beruf, um gerechte Entlohnung, um ihre Grundechte und Gleichstellung, die inzwischen ja nun wirklich selbst verständlich sein sollten, tagaus tagein kämpfen. Und nicht nur das: Frauen sind nach wie vor in vielen Kulturen, patriarchalischen Gesellschaften und auch Religionsgemeinschaften unterdrückt, systematisch benachteiligt und werden immer noch als männliches Eigentum gesehen. Viele , viel zu viele von Ihnen werden täglich körperlich und seelisch schwer und schlimm misshandelt, bedroht, vergewaltigt, be- und ausgenutzt, entwürdigt, beschimpft , gefoltert und leider auch noch viel zu oft, getötet, ermordet, verstossen, entsorgt wie ein paar alte Schuhe oder ein lästig gewordenes Anhängsel, verletzt, gebrochen und verachtet. Ja, auch hier zu Lande, in Österreich, auch von durchwegs angeblich ehrenhaften österreichischen Männern.

Was ist los mit uns Männern? Was ist aus uns geworden bzw. was soll das denn jetzt werden? Wo soll das hin gehen und wie soll sich das denn je ändern können? Was glauben wir Männer denn damit zu erreichen, zu beweisen, zu demonstrieren? Stärke? Macht? Grösse? oder sind es viel mehr Kombinationen aus Schwäche, Brutalität, Feigheit, Komplexen, Wut, Ohnmacht oder besser: Angst vor Machtverlust, Grossprotzigkeit und Kleingeistigkeit? Frauen sind systematisch seit eh und je unter- bis für vieles wie selbst verständlich gar nicht bezahlt, Frauenhäuser – für viele oft eine letzte Zufluchtsstätte vor Gewalt und eine kleine Insel der Sicherheit: chronisch unterfinanziert. Und sogenannte Frauenministerinnen, die das nicht nur gut heissen sondern noch verteidigen. Was heisst das denn bitte???

Mama

Ohne euch Frauen wären wir Männer schlicht und einfach nicht hier, und wer, so wie ich, beide Schwangerschaften und Geburten der jeweils gemeinsamen kinder miterleben durfte, weiss, wofür wir da den Frauen dankbar sein dürfen. Besonders dankbar bin ich jeder Frau in diesem Leben in meiner kleinen Welt, mit der ich zusammen eine Strecke eines gemeinsamen Weges zu unserem jeweiligen Selbst und in eine kleine, etwas bessere und gesündere Welt Hand in Hand gehen darf und durfte. Und besonders dafür, immer die besten, schönsten und klarsten Spiegel eines Kampfes, oft mit mir selbst, einer Auseinandersetzung mit meinen Talenten und Unzulänglichkeiten, Stärken und Schwächen, eines stark und schwach, liebevoll und auch verletzlich sein dürfens in meinen Rollen, Herausforderungen und Aufgaben als Mann, Partner, Sohn, Vater, Grossvater, Freund und Mensch zu sein, den man sich besser nicht hätte wünschen können. Ohne euch wäre ich nicht der dessen ich mir nicht jeden Tag besser und klarer bewusst werden könnte. Danke schlicht und einfach einmal dafür.

Spiegel

,Frauen sind für mich die grosse Hoffnung schlechthin, für einen echten Wandel, für ein längst fälliges kollektives Aufwachen in diesem Albtraum, für echte, tiefgreifende, konstruktive Veränderung, für wahrhaftigen Frieden, auf echter Augenhöhe. Schauen wir uns doch diese kaputte, ver – rückte, kranke Welt, ein prachtvolles Ergebnis einer nach wie vor dominanten Männerillusion einmal an: vieles kaputt, zer- und verstört, zerbombt, gehasst, krank, verstossen, zerstritten, vergiftet, gespalten, im Krieg, am Verhungern, am Verdursten, am Sterben, am Aus – sterben. Das kann der Weisheit letzter Schluss ja bitte hoffentlich wohl nicht gewesen sein, oder?

Hoffnung

Es sollte keinen Tag der Frauen geben müssen, keinen Welt Frauen Tag – diese Welt braucht Frauen jeden Tag nötiger und dringender als je zuvor – als Friedens Stifterinnen, als Kommunikationsexpertinnen, als kompetente Führungskräfte und Beraterinnen, als Familien Expertinnen, als emotionale, starke, liebe- und gefühlvolle Retterinnen einer von Männern systematisch kaputt gemachten Welt und einer extrem gespaltenen Gesellschaft ohne bis marginale Zukunftsperspektiven. Es braucht ein Zeitalter des Feminismus und der Frauen – der Töchter, der Mütter, der Enkelinnen, der Grossmütter und Urgrossmütter, Partnerinnen auf Augenhöhe, miteinander, gleich berechtigt, respektvoll, gemeisam, einander unterstützend, durch dick und dünn, in eine neue Gesellschaft, in eine neue Welt, jeden Tag, viele Tage , alle Tage. Nur so werden wir das jetzt schaffen, nur so werden wir in der Lage sein, aus unserer Ohnmacht gemeinsam aufzuwachen. Jetzt! Danke.

#94 „Sind wir bereit in unserem Albtraum aufzuwachen oder wollen wir lieber in Ruhe unser Ende verpennen ?“

Echt Jetzt! Oder worauf glauben wir eigentlich Warten zu können oder zu müssen? Eines ist mir natürlich vollkommen glasklar: „aus“ einem Albraum erwachen will sofort jede und jeder gern, aber wer will , ganz ehrlich, denn schon gerne „in“ einem Albtraum aufwachen. In einen Tag hinein aufwachen, wo man weiss, dass in der Früh der Exekutor vor der Türe stehen wird, dass man einen unangenehmen Zahnarzt oder OP Termin hat, dass man endlich den bis dato nicht bezahlten Rechnungen ins Auge schauen muss, weil sie mit dem Kopf in den Sand weder weniger werden noch sich in Luft aufzulösen gedenken, dass man den Mist endlich ausleeren, den verdreckten Kühlschrank, das Bad und das Klo endlich putzen, die Kleider bügeln, die Wäsche waschen und der oder dem Liebsten den einen oder anderen Fuck Up gestehen muss oder uns möglicherweise für unser ignorantes Verhalten oder egoistisches Tun zu entschuldigen, oder zu verzeihen, uns selbst und der oder dem Liebsten ?

jetzt

Tja, aber „that’s what time it is“ wie die Amis zu sagen pflegen. „Soweit ist es jetzt nun mal“, egal wie wir es zu drehen oder zu wenden bemüht sind, egal welche Aus – Reden, Ent – Schuldigungen oder Schuld Verschiebungen oder Schuld Zuschiebungen wir ge – denken an den Start zu bringen, egal wie laut wir protestieren oder wie leise wir in uns hinein zu leiden gedenken, egal welcher Meinung wir sind oder was wir zu wissen glauben, oder unsere Augen und Ohren, unsere Seele, unsere Herzen und unser Bewusstsein davor verschliessen zu können glauben. Dinge werden nicht besser oder können und werden sich nicht ändern, solange wir sie „verdrängen“, „verleugnen“, vertagen oder schlicht und einfach nicht wahr haben wollen.

that’s what time it is

Genau so verhält es sich gerade JETZT mit UNS Menschen, mit der gesamten Menschheit, deren Teil wir nun einmal sind, ob wir wollen oder nicht und mit der Natur, deren Teil wir ebenfalls sind, ob es uns nun bewusst ist oder eben nicht und mit unser Mama Erde, dem einzigen Planeten, der uns ein zu Hause, Heim, Versorgung, Nahrung, Kleidung, Mit – Menschen, Mit – Wesen und Unterkunft bietet, und zwar seit es uns gibt, weil einfach kein anderer Planet da ist oder sich zur Verfügung stellt, Mars Ausflüchte einiger verwöhnter stinkreicher Kindergartenphantasten hin oder her. Ein Planet Erde, nicht: „unser Planet Erde“, sondern der Planet, der sich selbst gehört, auf dem wir mit vielen anderen Lebe – Wesen seit ein paar läppischen tausend Jahren unsere Leben mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger kreativ, mehr oder weniger dankbar erleben, gestalten, verwalten und verbringen dürfen. Ein wundervoller, einzigartiger Planet voller Wunder die nicht wir geschaffen oder erfunden haben – NEIN. Ein Ort, der schon viele zig Millionen Jahre vor uns existierte und mindestens ebenso viele zig Millionen Jahre nach uns existieren wird, wenn wir es unbedingt noch blöder und noch etwas überheblicher und ignoranter anstellen wollen als wir das bis jetzt schon geschafft haben.

der blaue Planet

Wir sind hier nicht als „User“, als Benutzer zu Gast, auch nicht als „Consumers“, als Konsumenten, auch nicht als Verwalter, oder Gönner, oder Be – Sitzer, oder Eigen – Tümer, oder In – Haber, nicht als Aktiengesellschaften, Aktienspekulanten oder börsennotierte Industrien und Unternehmen, auch nicht als Start Ups oder Lock Downs, als Lügner, Leugner, Betrüger, Täter, Opfer, Optimisten, Pessimisten, Karriereleitern Kletterer oder Welten Zerstörer, Ausbeuter oder Immobilienhaie, Arbeiter oder Bonzen, Hungernde oder Satte, Mob oder Gott, Gestrafte oder Gesegnete, Religionen, Priester oder Politiker, Völker oder Nationen, Oberschlaue, Superintelligente Alles Wisser und alles Könner oder Strohdumme und komplette Versager, Gewinner oder Verlierer, Erste oder Letzte, Verurteilte oder Bewertende, Hass Säende oder Frieden Stiftende, Über- oder Unter Privilegierte, Reiche und Schiache, Arme und Schöne, NEIN – wir sind hier im Verbund mit einem inzwischen kleinen Fragment der hier noch nach wie vor mit uns Lebenden Wesen, die wir in unserer Profit Gier, Ignoranz, Eitelkeit, in unserem grenzenlosen Narzissmus und sowohl Atem als auch jeder Würde beraubender Egomanie noch nicht auszurotten wussten. Wir dürfen hier als MENSCHEN zu Gast SEIN.

Gast sein

Und genau damit, mit unserem Mensch sein, müssen wir unbedingt und bedingungslos als erstes wieder so kompromisslos und so liebevoll verzeihend wie nur irgendwie möglich als allererstes wieder Frieden schliessen: mit unserem alles andere als perfekten aber grossartigen, wundervollen, wieder wahrhaftig MENSCH SEIN dürfen, mit allem, was da eben dazu gehören müssen darf. like it or not.

Mensch sein

„Der Stoff aus dem wir sind“ heisst das neueste, grandiose Buch welches auf Empfehlung meines Freunds RT Moreau zu mir gefunden hat. geschrieben von einem hell wachen sowie hoch intelligenten Zeitgenossen namens Fabian Scheidler, den wir beide sowohl persönlich kennen als auch für sein stets wachsames und aufrüttelndes Sein und Tun schätzen lernen durften. Ich bin seit gestern eng mit diesem Buch befreundet. Es begleitet mich buchstäblich überall hin, in die kleine Welt meiner Gedanken, Kreativität, Intuition und Gefühle und ich kann es euch nur wärmstens an eure Seelen und an eure Herzen legen.

Der Stoff…….

„Ökologische Krise und Klimachaos bedrohen die Zukunft der Menschheit. eine der Ursachen dafür ist ein technokratisches Weltbild, das die Natur zu einer beherrschbaren Ressource in der Hand des Menschen degradiert.“ steht hier geschrieben. „Die Klima- und Umweltkrise, die in das grösste Artensterben seit 66 Millionen Jahren geführt hat und das Überleben der Menschheit in Frage stellt, hat ihre Ursachen nicht zuletzt in einem reduzierten, mechanischen Verständnis der Natur. Fabian Scheidler zeigt, wie sich die Vorstellung einer durch und durch berechenbaren Welt zusammen mit dem Kapitalismus über die letzten 400 Jahre entwickelt hat – bis hin zum Geo-Engineering und den digitalen Fantasien des Silicon Valley. Währenddessen haben die Wissenschaften selbst jedoch eine ganz andere Entwicklung genommen. Von der Quantenphysik über de moderne Biologie bis zur Bewusstseinsforschung haben die eine Welt zutage gefördert, die auf Verbundenheit, Empathie und Kreativität beruht. Dieses Buch macht eindrücklich klar: Wenn wir diese Prinzipien weiterhin ignorieren, verspielen wir die Zukunft der Menschheit.“

Bewusstseinsforschung

Mehr denn je braucht es jetzt „Mut Macher“, „Auf Wecker“, „An der Hand Nehmer“ und „liebevolle Begleiter“ durch diese mehr als dringend notwendige Transformation unseres individuellen und kollektiven Bewusstseins, einer noch nie so dringend da gewesenen Notwendigkeit, die Natur und unsere Gesellschaft neu zu denken und Mensch noch wesentlich besser verstehen lernen zu müssen, uns in unserer Imperfektion mutig und verzeihend zu umarmen, anzunehmen und mit uns und all dem nicht perfekten in uns liebevoll Frieden zu schliessen, damit das grossartige, das wirklich gute, wahrhaftig echte und gesunde wieder sein kann und darf .

Mut Macher – Foto © Sandra Mauerhofer

Also: Ich will uns weder „belehren“ noch glaube ich irgendetwas besser zu wissen, aber es scheint mir , dass mir in den letzten Tagen und während des Lesens des Buches von Fabian ein paar Dinge bewusst geworden sind, die ich hier gerne mit uns allen teilen möchte: meines Erachtens dürfen wir die Auf – Wecker jetzt nicht mehr weiterhin ausblenden oder ignorieren und über – hören. Die Bereitschaft in den von uns selbst produzierten Albtraum AUF zu WACHEN ist in meiner kleinen Welt definitiv einmal der erste wesentlichste Schritt. Das An – Erkennen des vollen Umfangs unseres selbst geschaffenen Übels, Irr- und Wahnsinns stellt sicher sowohl eine psychologische, seelische, emotionale, für viele ideologische als auch philosophische und definitiv zutiefst menschliche Herausforderung dar, der wir uns schlicht und einfach JETZT mutig stellen trauen müssen. Ohne diesem sicher nicht angenehmen Schritt wird sich nichts zum Besseren verändern können.

aufwachen

Als nächsten wesentlichen Schritt meine ich das VERZEIHEN zu sehen. Wir sollten uns selbst und unseren Mit – Menschen, Vor – Fahren, Ahnen und Zeitgenossinnen und Genossen unser fehlerhaftes, irres, krankes, getriebenes, oft fremd bestimmtest Tun, unser „ausser sich“ und eben nicht perfektes Mensch sein nicht nur verzeihen, inklusive aller Schattenseiten, die das auch beinhaltet, sondern es liebevoll umarmen und annehmen, ohne jetzt krampfhaft positiv glauben sein zu müssen, indem man genauso verkrampft das sogenannte negative, was ja oft wirklich nur eine Sache der Perspektive und der inneren Einstellung, unserer Konditionierungen wie der äusseren Rahmenbedingungen ist, auszublenden, sondern viel mehr in die Hoffnung, in die Dankbarkeit und Liebe zu gehen, und beides, positiv und negativ weder zu bewerten, noch zu beurteilen sondern einfach „sein“ zu lassen. Ohne diesen Schritt fürchte ich haben wir kaum Chancen auf Heilung, weder für uns noch für unsere Mutter Erde. Verzeihen ist nicht grossmütig von oben herab Gnade vor Recht ergehen lassen sondern immer ein alle, vor allem den vollen Herzens Vergebenden befreiendes, heilsames und wundervolles spirituelles Geschenk voller Wunder. Das sollten wir auch in der Lage sein, so anzunehmen, zu verinnerlichen und zu verstehen.

verzeihen

Solange wir diesen Schritt nicht schaffen, und wir diese inneren Hürden nicht zu überwinden wissen, bleiben wir unweigerlich in jener Spalte der Gesellschaft gefangen und werden dort verenden, noch bevor je irgendetwas Neues Raum greifen und dafür Platz geschaffen werden konnte. Diesen Platz gilt es zuallererst in uns selbst zu schaffen. Profitieren davon würden in diesem Fall nur jene, die diesen Umstand weiterhin benutzen, solange es noch geht und bis sie sich eventuell irgendwann auf den Mars oder nach Trips Trü absetzen, um bis auf weiteres ihren Nutzen in Sachen Profit und Macht aus dieser Illusion einer gesellschaftlichen Spaltung zu ziehen, indem wir in unseren Gefängnissen der Be- und Verurteilungen der und des anderen missmutig und Zwietracht säend weiter schmoren, was ja in Wahrheit nur ein untrügliches Zeichen dafür ist, wie sehr wir von unserem Verstand kollektiv in Geiselhaft genommen worden sind und damit, meistens unbewusst, gehorsamer Diener seines Herrn, dem inneren, in uns allen wohnenden und tobenden, auf seiner Meinung beharrend um sich schlagenden und auf dem Gaul des unbedingt „Recht haben müssenden“ Richters als scheinbar ohnmächtige Vasallen und Gefügige der Mächtigen, der , zusammen mit jenen Mächtigen über uns in den Kerkeruniformen unserer oft falsch verstandenen Freiheitsbestrebungen weiter dahin trampelt und davon galoppiert.

Platz schaffen – Foto © Sandra Mauerhofer

Ein nächster Schritt scheint mir das ERKENNEN der 50 bis noch mehr-spurigeren, täglich eifrig unter zu Hilfenahme aller zu diesem Zwecke erfundener Mittel, Tricks und Instrumente stetig breiter betonierten, zum Teil Jahrhunderte alten Konditionierungs-, Glaubensätze und Manipulations Autobahnen, wo der schlichte Pfad in ein gesünderes, nachhaltigeres, friedvolleres, lebensbejahenderes und liebevolleres JETZT kaum bis gar nicht mehr auszumachen und zu orten ist. Von all diesem alten verschimmelten, vertrockneten, verkrusteten, stinkenden, vermoderten, gleissenden, verführerischen, „aussen hui und innen pfui“ hohlen Kram müssen, können und dürfen wir uns gemeinsam BEFREIEN. Lasst uns einander bitte nichts mehr „verkaufen“ sondern bieten wir einander einfach Hilfe und Unterstützung und tatsächlich Wert – volles an.

Da hilft es ungemein uns „bewusst zu machen“ und uns dessen „bewusst zu werden“, was wir denn überhaupt wirklich „brauchen“ um ein zufriedenes und friedvolles, glückliches Leben zu leben im Unterschied zu dem, was wir glauben bzw., man uns seit Jahrhunderten, zum teil Jahrtausenden einhämmert „unbedingt haben zu müssen“, als Kompensation und fauler Kuhhandel dafür, dass wir nicht mehr „sein“ können, wer wir in unseren Herzen und Seelen eigentlich sind und immer waren. Auch uns dessen bewusst werden, was wir alles glauben tun zu müssen oder wie wir glauben „sein“ zu müssen und was wir aber in Wahrheit auf Grund unserer menschlichen Grundrechte alles dürfen, uns erlauben und uns zugestehen und uns auch dazu er – mächtigen dürfen.

erkennen

Und dann schliesslich MIT allen unseren VEREINTEN KRÄFTEN, KREATIVITÄT, WISSEN, WEISHEIT, INNOVATION, INTUITION, LIEBE und GENIALITÄT dem Menschen in uns wieder zum Durchbruch zu verhelfen, uns gemeinsam miteinander wieder gestatten und erlauben eine lebenswerte, friedvolle, nachhaltige, freundliche neue Welt und Gesellschaft mit liebevollen, respektvollen und achtsamen Menschen auf Augenhöhe mit der Natur und unseren Mitbewohnern zu verwirklichen, bedingungslos anzunehmen und die Liebe und deren Zerbrechlichkeit, die Angst und die sie zermürbende Klarheit, die Zweifel und Sorgen und Probleme unseres B´Verstandes wieder in unsere Herzen zu holen und das Gute im Hier und Jetzt anstatt des „nächst Besseren“ im irgendwo und nirgendwann zuzulassen.

bedingungslos annehmen

Da ist Nichts zu tun in dem Sinne von harter, jahrelanger, beschwerlicher Arbeit. Es gibt auch keinen beschwerlichen, mühsamen, hart zu gehenden Weg oder erst einen unter schwierigsten Umständen zu erklimmenden Berg. Es ist in Wahrheit einzig und allein tatsächlich nur die Bereitschaft für ein bewusstes Aufwachen aus der Ohnmacht einer Illusion, gefangen in Zwängen, Gedanken und der Zeit, unter und aus den vielen Schichten unserer Glaubenssätze, unserer Konditionierungen, unserer Sorgen, Zweifel und Ängste und eben nicht ein „wie aufgescheuchte Hühner herumlaufen“. Wir brauchen uns dafür auch weder zu pimpen noch zu kasteien, weder zu konditionieren noch etwas zu Ent – scheiden “ oder zu „über – denken“ , weder fit machen noch Mut ansaufen, weder teuer coachen lassen noch etwas möglichst Billiges, ein „Schnäppchen“ ergattern zu müssen noch besonders schlauer, gewiefter, gerissener als die anderen zu sein aber vielleicht nur etwas bewusster, weder möglichst schnell irgendwie irgendwo hin rasen noch in unserem Unglück, welches uns in Wahrheit gar nicht gehört, zu verharren. Schlicht und einfach zu dem aufwachen, was schon da ist, was schon immer da war und immer da gewesen sein wird. In Freude und liebevoll MENSCH SEIN im miteinander SEIN. Wenn wir unseren permanent kommentierenden und evaluierenden Verstand in unsere Herzen zu bringen im Stande sind, dann ist es in Wahrheit ganz einfach und leicht.

jetzt – was ist, was immer schon war
Hope is definitely not the same thing as optimism. It is not the conviction that something will turn out well, but the certainty that something makes sense, regardless of how it turns out.
Václav Havel

#93 „Was meint das Herz…..?

Die besten und schönsten Dinge der Welt
können wir nicht sehen, ja nicht einmal berühren.
Wir müssen sie mit dem Herzen fühlen.
(Helen Keller)

Man sieht und hört
nur mit dem Herzen gut.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Seit Aristoteles haben wir offenbar nichts dazugelernt.
Wir wissen seit Aristoteles, was Demokratie ist.
Wir wissen, wie das soziale Gefüge zu verstehen ist.
Aber letztlich sind wir doch Barbaren geblieben.
Es wird sich erst etwas ändern,
wenn wir durch das Herz den Verstand ausdeuten.
(Friedrich Schiller)

…..

Du kannst nichts über Liebe lernen,
Liebe erscheint auf den Flügeln der Gnade. (Rumi)

Das Wort, das aus der Seele kommt, das setzt sich ganz bestimmt ins Herz!
(Celaleddin Rumi)

Als ich bei Google „Stimme des Herzens“ eingegeben hatte, kamen als erstes unzählige Links und Verweise auf einen japanischen Manga Zeichentrickfilm selben namens und dann in weiterer Folge, unter ferner Liefen: Herzintelligenz. Als Herzintelligenz bezeichnet man, so meint zumindest „Secret Wiki“, eine Form von Intelligenz, die ihren Sitz im Herz hat. Die Herzintelligenz steuert das Gehirn und wirkt rundum wohltuend auf unseren gesamten Organismus – wenn man sie bewusst gewähren lässt.

wohltuend für unseren gesamten Organismus

Das reguläre Wikipedia meint in Sachen „Stimme des Herzens“ – hier heisst es anscheinend „emotionale Intelligenz“, folgendes: „Manche Autoren stellen die emotionale Intelligenz als Gegensatz zum klassischen Intelligenzbegriff dar. Tatsächlich geht es um die Erweiterung der klassischen Vorstellung von Intelligenz, in der lediglich kognitive und rein akademische Fähigkeiten als Voraussetzung für den Erfolg im Leben betrachtet werden.“

Im Weiteren geht es fast ausschliesslich darum, wie man Emotionen am besten „beeinflussen“ kann, damit sie bei der Erreichung von Zielen helfen, was angeblich der Kern der Selbstmotivation sein soll und die Kreativität sowie die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen fördern soll. Und dann geht es noch um „Empathie“, die laut dem Autor Coleman ein weiteres „Tool“ ist, welches man dafür einsetzen kann, zu erkennen was andere fühlen. Man kann dem zu folge viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer erkennen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Und schon sind wir bei Begriffen wie „leadership ability“, das bewusste „Umgehen“ mit den Gefühlen anderer in Beziehungen und bis zur Endstation: Manipulation. Grauslich.

Erreichen von Zielen

Was für ein merkwürdiges Verständnis und welch absurde Herangehensweise an „die Stimme des Herzens“ soll das denn sein bitte??? Also was ich da herauslesen könnte, ist, , dass Emotionen a) mit der Stimme des Herzens gleichgesetzt werden, was man mit Sicherheit diskutieren sollte, und b) eher unangenehm und unangebracht sind, und besten Falls dazu da sind, in welche Richtung und zu welchem Zweck auch immer manipuliert zu werden. Die eigenen Gefühle genau so wie die der anderen. Aber sie einfach haben und stehen lassen, ohne sich von Ihnen in Besitz nehmen zu lassen, findet , hier zumindest, im genossenschaftlichen analogen Duden, überhaupt nicht satt. Das scheint mir eher das zu sein, was vermutlich eher das Hirn, der Verstand zur Stimme des Herzens zu sagen hätte und zu meinen glaubt. Jedenfalls ein weiterer, bester Grund eher, bis so oft und konsequent wie möglich auf die Stimme des Herzens als auf den Verstand und seinen arroganten Bruder „Intelligenz“ zu hören, wenn man sich darauf vertrauen traut. Etwas mutig sollte man da schon sein.

etwas mutig sollte man da schon sein

Entscheidungen, ein Lieblings Betätigungs- und Minenfeld des Verstandes, müssen ohnedies nur deshalb in oft langwierigen Prozessen getroffen werden, solange wir von den, ebenfalls vom Verstand reichlich zur Verfügung gestellten Zweifeln bis auf weiteres gepeinigt werden wollen. Wer auf die Stimme des Herzens zu hören und ihr ohne Zweifel zu vertrauen gelernt hat, dem können diese ganzen Entscheidungsprozeduren und oft sinnlos und unnötig schmerzhaften Prozesse und die damit oft einhergehenden Probleme herzlich egal sein, und stattdessen sich lieber und wesentlich entspannter dem Ruf, den Wegweisern, dem Flow des Lebens hingeben. Im Verstand wohnt die Sucht nach Drama, nach Begründung durch seine Lieblingsfrage „warum?“, aber auch die Emotionen, besonders die intelligenten und seine Missgeburt namens Zweifel. Im Herzen allerdings wohnt ein tiefe , innere Weisheit, die weiss, ohne beweisen, begründen, abwägen oder sich erklären zu müssen. Aber eben nur, wenn man dieser Stimme ohne 1% Zweifel, was auch Zweifel ist, zu vertrauen weiss.

die Stimme des Herzens

Meine Liebste hat mich in den ersten Monaten unseres noch frischen gerade einmal Kennen gelernt Habens und mehr oder weniger mutig den Stimmen unserer Herzen folgend und uns einander sehr langsam, äusserst vorsichtig und rücksichtsvoll nähernd, gebeten, mich mit ihr zu treffen um Pro und Kontra Listen miteinander auszutauschen, was für und was gegen einen möglicherweise zukünftig gemeinsam zu gehenden Lebensweg sprechen könnte. Zugegeben: die äusseren und inneren Umstände sowie die damals aktuellen Rahmenbedingungen als Basis für die Chance einer gelungenen Beziehung waren alles andere als ermutigend, berauschend oder easy cheesy einfach. Sie Mutter von drei jungen Burschen und gerade frisch aus Wien raus in ein Haus im Wienerwald gezogen, und ich, damals allein lebender Vater von zwei erwachsenen Kindern und Opa zweier noch jüngerer Enkeltöchter nach einer längeren Be – Ziehungspause, also einerseits quasi genug des „Ziehens“ und andererseits unsicher, ob ich nach einer doch längeren Zeit des alleine Lebens überhaupt noch sozial kompatibel für irgendeine gesunde Form eines inspirierenden Miteinander sein könnte.

pro und kontra

Nun, in Anbetracht der Tatsache, dass ich in sie und ihre genialste Zahnlücke der Welt bis zum heutigen Tag, über 6 Jahre später, genau so verliebt bin wie damals und ich sie damals wie heute genau so bedingungslos liebe und inzwischen noch bedingungsloser lieben lernen durfte, und zwar nicht by Choice, also auf Grund einer bewussten Entscheidung sondern by Destiny, auf Grund einer Bestimmung, auf einen ganz klaren Zu- und Aufruf der Stimme meines Herzens ohne 1% Zweifel, war dieses Ansinnen für mich damals wie heute trotz aller bestehenden Einwände und Be – „denken“, vollkommen absurd. Für sie inzwischen auch 😉

Destiny

Ich wusste allerdings damals schon , dass es keine grossen und kleinen Entscheidungen gibt, sondern dass jeder vor sich her Schieber oder Schneepflug einer Entscheidung Zweifel heisst. Dass man immer die Wahl hat: Das Gefühl und die Sorge, etwas un – bedingt so gut wie möglich ent – „scheiden“ zu müssen, also ein hin- und herwälzen von Argumenten, Perspektiven, Be – „denken“, Rat – „schlägen“, sogenannten „Fakten“ und „Tat“ – Sachen, Ängsten, Emotionen, Zweifel oder Gedanken und, und, und…., also allesamt eine freudige und jubelnde, stetig wachsende Kinderschar des Verstandes, oder einfach ohne Zweifel der Stimme des Herzens folgen und ihr voll zu vertrauen. In meinem Leben war das besonders bei sogenannten „grossen“ Entscheidungen, die nur gross und immer grösser wurden, je mehr Gehirne glaubten, sich daran beteiligen oder ein – mischen zu müssen, die immer beste Wahl. Anfangs noch mit etwas Bauchkribbeln aber im Nachhinein betrachtet, immer, ohne Ausnahme, die beste Wahl ever.

die beste Wahl ever

Tatsächlich hören wir alle diese Stimme. Wir wissen um den Willen unserer Seele, immer, in jeder einzelnen Situation. Die Frage ist nicht, wie wir sie hören lernen, sondern wann wir endlich anfangen, ihr zu vertrauen. Wie oft hatte ich mir gesagt: „Ich habe es geahnt!“, wie oft musste ich mir hinterher eingestehen, dass ich eigentlich längst wusste, welche Entscheidung zu treffen war, ich wollte es nur nicht wahrhaben! Der erste Schritt auf dem Pfad der Intuition ist deshalb das Eingeständnis und Vertrauen darauf, dass wir alle über dieses tiefe Wissen verfügen, dass wir gehalten und geführt werden – wenn wir das wollen.

der Wille unserer Seele

Dem Verstand behagt das überhaupt nicht. Er möchte verstehen und methodisieren. Es ist der Verstand, der fragt: Wie erkenne ich denn die Intuition? Die Antwort lautet: Du? Gar nicht! Intuition ist weder eine Funktion des Verstandes, noch kann sie von ihm begriffen werden. Der Intuition folgen bedeutet, einer Ebene zu vertrauen, die tiefer liegt als der Verstand, die als feines Spüren eines tiefen Wissens unterhalb all der Gründe, Einwände, Überlegungen, Zweifel und Erklärungen existiert. Der Intuition zu folgen bedeutet tatsächlich in vielen Fällen, Dinge zu tun, die der Verstand eben überhaupt nicht begreift, die nach allem was wir wissen vielleicht überhaupt keinen Sinn ergeben. Es bedeutet, unser Leben in vielen Fällen wenn überhaupt erst hinterher staunend zu verstehen, rückblickend zu erkennen, wie sich die einzelnen, scheinbar zusammenhangslosen Punkte unseres Weges zu einer meisterhaften Geschichte verbinden. Es bedeutet, unsere Pläne und die Strategien immer wieder aufzugeben, und statt dessen mit dem Moment zu fließen.

mit dem Moment fliessen…..

Ein wissenschaftlicher Grund, warum wir auf unser Herz hören sollten, ist, dass unser Herz elektromagnetische Felder ausstrahlt, welche sich auf Basis unserer Gefühle verändern. Wir denken unser Gehirn sei mächtig und ja, das ist es auch. Es erzeugt auch elektromagnetische Felder, aber unser Herz ist 100.000 Mal elektrisch stärker und 5.000 Mal magnetisch stärker, als unser Gehirn.

Ein weiterer, wissenschaftlich belegter Grund ist, dass unser Herz mehr Informationen unserem Gehirn sendet, als das Gehirn dem Herzen. Haben wir in der Schule nicht beigebracht bekommen, dass unser Gehirn den ganzen Körper und all seine Abläufe und Prozesse steuert? Das „Kontrollzentrum“ unseres Körpers bekommt tatsächlich mehr Informationen von unserem Herzen, als es diesem sendet. Wer hält die Show also wirklich am Laufen? Ist es unser Gehirn oder ist es unser Herz? Unser Herz weiss bereits, oft schon lange im Voraus, oder sagen wir noch besser, es ist ihm schon lange vor der hin- und her Denkerei bewusst, wovon unser Gehirn, unser Verstand, nur träumen können.

träumen

Das Herz hat seine Gründe,
die der Verstand nicht kennt.
(Blaise Pascal)

#92 „Beton“

Als ein in der vormals wundervollen Oststeiermark mit ihren sanften erotischen Hügeln aufgewachsener Jugendlicher, ursprünglich in Irdning, in der schon eher schroffen Obersteiermark geboren, dann von meinen Eltern im zarten Alter von 6 Jahren zuerst widerwillig, heute mit grosser Dankbarkeit für die beste Kindheit von allen nach Kirchberg am Walde, in Grafendorf bei Hartberg deportiert und später in Gleisdorf bis zu meinen Teenager Tagen in das dortige Gymnasium gehend aufgewachsen, wo ich dann schlussendlich freiwillig, zwecks Matura Abschlusses, mit 16 in das mir inzwischen ebenfalls ans Herz gewachsene Burgenland emigrierte. So komme ich jetzt, nach Umwegen über Boston, NYC und Berlin inzwischen seit mehr als 20 Jahren in Wien lebend, nur mehr relativ selten in die Oststeiermark. Vornehmlich um dort meine Mutter zu besuchen, die inzwischen mit Ihrem Mann in eben diesen sanften Hügeln über dem Raabtal um Gleisdorf wohnt und lebt.

die sanften erotischen Hügel der Oststeiermark

Ich kenne diesen traumhaften, inzwischen traurig schockierenden Blick von der Schloss Freiberger Gegend aus auf das einst fruchtbare, grüne, pumperlgesunde und damals vornehmlich landwirtschaftlich genutzte Raabtal seit mehr als 45 Jahren sozusagen wie meine Westentasche und kann die inzwischen grossflächige Verwüstung, Verunstaltung, Vernichtung und Zubetonierung wertvollsten landwirtschaftlich nutzbaren Bodens zugunsten riesiger Fabriken, in denen grossteils Scheiss und Ramsch produziert wird, den wirklich, auf guat steirisch, keine Sau braucht und in 10 bis 15 Jahren mit Sicherheit auch kein Mensch mehr brauchen wird, schlicht und einfach nur mit fassungslosem Entsetzen, allergrösster Abscheu und einer riesigen Portion Wut im Bauch gegenüber treten.

systematische Zubetonierung, anscheinend alles egal

Was geht da in den für ein derartiges Verbrechen an der Natur, der Landschaft, dem Landschafts – Bild und schlussendlich auch an der Lebensqualität von Mensch und Natur und Nahversorgung Verantwortlichen in deren Köpfen, in deren Herzen und in deren offensichtlich nicht vorhandener Verantwortung und anscheinend vollkommen abhanden gekommener, auch nur in irgendeinem Ansatz von nachhaltiger Zukunftsvision, allen jetzt dort leben „müssenden“ und vor allem allen zukünftigen Generationen gegenüber vor ??? Ein sehr ähnliches Bild kenne ich von meinen morgendlichen Radtouren raus aus Wien Richtung Norden entlang der Donau aus dem Grossraum Klosterneuburg bis hinauf nach Tulln. Der genau gleiche, identische Wahn – und Irrsinn einer grössenwahnsinnigen, verirrten, verpeilten, Gehirn gewaschenen sowie zerstörerischen Truppe Unverantwortlicher und inkompetenter Macher an verantwortungsvollen und Kompetenz erfordernden Positionen , die offensichtlich tatsächlich in dem Ihnen eigenen Wahn zu glauben scheinen, bzw. es uns trefflich glauben weis machen zu können, fortschrittlich, modern und zukunftsorientiert zu sein und auch so zu handeln.

Lebensqualität

„Wir haben in Österreich beim Brotgetreide bereits jetzt nur mehr einen Selbstversorgungsgrad von 86%, bei Kartoffeln von 80%, bei Gemüse nicht einmal 50% und bei Soja sogar nur 15%. Vom Beton können wir nicht abbeißen.“ so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung und stv. Aufsichtsratspräsident der ÖBB-Holding .

Wir sind beim Flächenverbrauch – trotz abnehmender Tendenz – Europameister im negativen Sinn. Wir haben die höchste Supermarktfläche und das dichteste Straßennetz. Allein in den letzten 25 Jahren haben wir hierzulande durch Verbauung 150.000 Hektar Äcker und Wiesen verloren. Das entspricht der gesamten Agrarfläche des Burgenlands. Wenn man bedenkt, dass uns täglich weitere Agrarflächen für die heimische Lebensmittelproduktion in der Größenordnung von aktuell rund 20 Fußballfeldern abhandenkommen, dann ist diese Entwicklung grob fahrlässig. Nur mit ausreichend Boden sind wir in der Lage die Selbstversorgung nicht weiter zu gefährden.

grob fahrlässige Entwicklung

„Wir können uns nicht mehr selbst ernähren“
Und das hat Konsequenzen: „Wir können uns nicht mehr selbst ernähren“, sagt auch Biologin Ursula Stockinger vom Naturkundemuseum in Graz, die sich mit dem Thema beschäftigt hat. „Wenn wir das nicht können, müssen wir Nahrungsmittel zukaufen – und dafür werden anderswo Flächen gerodet.“ Außerdem sind Wiesen wichtige Speicher von CO2 – es gilt: je weniger Grünflächen, desto mehr Klimawandel. In den Städten verhindert der Beton Abkühlung in den Sommernächten.

Überschwemmungen drohen
Und auch bei Naturkatastrophen spielt das eine wichtige Rolle: „Lockerer Boden ist wie ein Schwamm“, erklärt Stockinger. Ist er zubetoniert – oder auch durch zu schwere Erntemaschinen zerstört -, kann der Boden das nicht. Bei starkem Regen drohen Überschwemmungen. Das hat Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen, aber auch auf Wirtschaft und Tourismus. Stockinger: „Obwohl wir das alles wissen, machen wir weiter.“ Wie leider auf vielen anderen Gebieten auch, zumeist befeuert und getrieben von einer unermesslichen Arroganz und Ignoranz und , im wahrsten Sinne des Wortes, „bodenloser“ Profitgier.

Klimawandel

„Wir haben eine Raum-Unordnung“, sagt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der ÖHV. „Österreich ist zersiedelt. Es wird von den Ländern zu wenig kontrolliert.“ Ähnlich sieht Stockinger die Lage: „Wenn am Land gebaut wird, dann auf super Agrarflächen. Es wäre gut, die Raumordnung vollkommen zu überarbeiten.“

„Was einmal tot ist, bleibt tot“
Deswegen sollte die Divise laut den Experten lauten: Alte, leer stehende Gebäude renovieren statt neue auf die grüne Wiese stellen. „In Österreich gibt es 40.000 Hektar leer stehende Immobilien“, erklärt Weinberger. „Es ist aber nach wie vor günstiger, neu zu bauen.“ Es sei große Vorsicht geboten, denn: „Was an Boden einmal tot ist, bleibt tot.“

Selbstversorgung good bye

Offensichtlich geht es aber wo anders auch durchaus anders wie der folgende Artikel der Zeitschrift „Profil“ zeigt: Profil Update am 19.2.: Wiener Neustadt reagiert auf die von profil im Folgenden öffentlich gemachte Studie des Umweltbundesamts und verhängt eine Bausperre für das gesamte Stadtgebiet.

Der Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hat es geahnt. Seine florierende Gemeinde im Süden Wiens ist im Begriff, Geschichte zu schreiben. Sie könnte die erste komplett zugebaute Stadt Österreichs werden – und das noch vor dem Jahr 2050. Wiener Neustadt hat 6100 Hektar Gesamtfläche, 40 Prozent davon sind bereits verbaut. Weitere 1330 Hektar sind heute zusätzlich als Bauland gewidmet. Wächst die Stadt weiter wie bisher, so neue Modellrechnungen des Umweltbundesamts, wird sie bald keine freien Äcker und Wiesen mehr haben. Nur das kleine geschützte Wäldchen im Südwesten bliebe übrig.

was einmal tot ist, bleibt tot

Bürgermeister Schneeberger will das nicht zulassen. Vor allem die einzigartigen Trockenrasen seiner Gemeinde, auf denen im Spätfrühling das silbrig glänzende Federgras im Wind wogt und die selten gewordenen Ziesel ihre Gänge graben, sollen nicht angerührt werden. „Da können Sie mich beim Wort nehmen.“ Schneeberger ist seit vier Jahren im Amt. Wiener Neustadt bade aus, was seine Vorgänger verbrochen hätten, sagt er. 2017 hat er ein externes Planungsteam mit einem Flächenentwicklungsplan beauftragt, der 2020/2021 fertiggestellt werden soll. Den Wiener Neustädtern mache das Zubetonieren große Sorgen, sagt der Bürgermeister. In Bürgerversammlungen beraten sie nun darüber, wie ihre Gemeinde in Zukunft aussehen soll. Rückwidmungen schließt Schneeberger nicht aus. Er verspricht: „Über die bereits gewidmeten Flächen hinaus wird es keine Neuwidmungen außerhalb des Stadtkerns geben.“

Natur

Wie wird das restliche Österreich 2050 aussehen? Bauen wir weiter wie bisher, werden bis dahin weitere 5260 Quadratkilometer Grünfläche verschwinden – das entspricht dem Doppelten der Fläche Vorarlbergs. Eine Studie des Umweltbundesamts hat nun für die kommenden Jahre vier Regionen analysiert, die beispielhaft für ganz Österreich stehen: Wiens Süden, die Umgebung von Leibnitz in der Steiermark, das Inntal in Tirol und das noch recht landwirtschaftlich geprägte Waldviertel, das ebenfalls zunehmend zersiedelt wird. „Dabei geht nicht nur fruchtbares Ackerland verloren, sondern auch wertvolle Lebensräume der Kulturlandschaft wie artenreiches Grünland, Streuobstwiesen und Moore“, sagt Studienautor Franz Essl von der Universität Wien. Das dramatische Sterben der Tiere und Pflanzen (70 Prozent sind seit 1986 verschwunden; siehe profil 03/2019) wird weitergehen. Der Flächenfraß beschleunigt zudem den Klimawandel: Verschwindet zu viel Boden unter Asphalt, wird er zum Speichern von Wasser und CO2 unbrauchbar. Naturkatastrophen sind programmiert. (Profil)

Lebensräume

Und so sieht ein weiterer, derzeit neben einer irren Agrarsubventonsstrategie der EU für Grossunternehmer und einer massenproduzierenden Agrarindustrie in Zeiten, wo inzwischen schon jedes kleine Kind weiss, dass die gesunden Strukturen immer klein sind, ein weiter Bauern vernichtender Wahn- und Irrsinn aus:

PhotovoltaikPachtmodell

Verdienen Sie an Ihren Freiflächen! Pacht bis zu € 4000.- pro Hektar/Jahr

Sie haben ungenutzte Flächen zur Verfügung? Egal ob Landwirtschaft, Gewerbe oder Privat. Machen Sie aus ihrer ungenutzten Grund eine wertvolle Einnahmequelle!Sie wollen wissen wie? Wir zeigen es Ihnen!
Wir konzipieren für Sie ihr erfolgreiches Pacht-Modell. Wie funktioniert das?
Ein Investor pachtet ihre ungenutzte Fläche und plant, finanziert und betreibt  die Photovoltaikanlage. 
Idealerweise hat Ihr Grundstück eine Größe von ab 10.000m2.
Ihre Vorteile:Keine Kosten für Sie. Beitrag zum Klimaschutz! (Echt jetzt sic!) Sie profitieren von den Pachteinnahmen bis zu 25 Jahre lang Was wir im ersten Schritt brauchen: Termin mit Ihnen vor Ort

Termin vor Ort

Langer Rede kurzer Sinn: Es ist da wie dort immer und immer wieder das genau Gleiche, das ewig gleiche und selbe Muster, welches sich immer klarer und inzwischen für immer mehr und Menschen eindeutig nachvollziehbar herauskristallisiert: Beton im und vor dem Kopf bewirkt und verursacht Beton auf Äckern, Wald- und Wiesenflächen. Wie wir mit der Natur umgehen, ist nur ein Spiegel dessen, wir wir Menschen mit uns selbst umgehen: lieblos, verantwortungslos, in einem ständig fiktiven Wettbewerb, immer auf der rasenden und ruhelosen Suche nach dem „nächst Besseren“, auch nach einem „nächst besseren Menschen“, weil wir einfach nicht glauben wollen oder können, genug zu sein, weil wir nicht verstehen können, dass es nicht nur OK , sondern einzigartig wunderbar ist, „perfekt nicht perfekt“ zu sein, weil was IST wir entweder überhaupt nicht mehr wahrzunehmen noch zu schätzen noch zu umarmen geschweige denn zu lieben imstande sind.

Beton vor dem Kopf

Und so läuft er uns immer schneller davon, der Fort – Schritt, unserer tiefsten und eigentlichen Bestimmung, ganz Mensch sein dürfen, uns als das bedingungslos anzunehmen und lieben zu können einschliesslich alles Wunderbaren, nicht Perfekten, was eben genau das, diese Essenz beinhaltet und ausmacht. Ein digitalisiertes Leben in Beton mit künstlicher Lunge, falschen Titten, geborgtem Geld, Umschulung statt Bildung und virtueller künstlicher Intelligenz in Anbetracht all dieser realen, analogen Dumm- und Blödheit zwar irgendwie auch verständlich, wird allerdings das, was wir noch „Leben“ nennen können, nicht zu retten imstande sein.

Beton aussen und innen

Weil die künstliche Intelligenz vergessen, bzw. nie ein Bewusstsein dafür entwickelt haben wird, worum es für uns fühlende und bewusste Wesen eigentlich geht: nicht um mehr und mehr und schneller und höher und effizienter und optimierter und profitabler und immer besser kalkulierbareres unmenschliches zu machen und zu „Tun“ sondern um wieder ein wahrhaftiges „Mensch Sein“ zu verwirklichen und ein solcher auch bleiben, zumindest wieder werden zu dürfen. Denn diese Erde wird ohne Zweifel wesentlich besser auch vollkommen ohne uns, ohne unsere kollektive Ignoranz, Ohnmacht und Dummheit und auch ohne jede künstlich konstruierte Intelligenz besser als zuvor und besonders JETZT auszukommen wissen.

#91 „Nach der Pandemie – zurück in die Normalität oder nutzen wir die Chance für den Umbau in eine neue Gesellschaft?“

…..oder muss uns dieses oder ein anderes oder das nächste Virus, dieser kleinste und zugleich älteste aller Erdenbewohner, so lange nerven, lahm oder stillegen, bis wir aufwachen „müssen“? bis uns gar nichts anderes mehr übrig bleibt als unsere Gesellschaft, unsere Herangehensweisen und Gewohnheiten von Grund auf ändern zu müssen, nur des nackten weiter Lebens auf diesem Planeten wegen? „Damit wir endlich alle so schnell und so gut wie möglich wieder in die Normalität zurückkehren können, was ja in Wahrheit jeder will und alle wollen“ so vor ein paar Tagen unser Kanzler in einem kurzen Interview für den ORF zur Situation der derzeitigen extrem schrägen Lage. Oder erst heute in einer der unzähligen, weiteren, frag- bis merkwürdigen Pressekonferenz Inszenierungen: „Österreich ist ja Testweltmeister!“ Hauptsache Österreich ist Weltmeister, wurscht wobei und worin, so scheint es.

Dass die Politik und ihre Protagonisten zu einem Grossteil mangels besserer, kreativer und tatsächlich „innovativer“ Ideen so bald und so schnell wie möglich wieder wollen, dass alles wieder so sei und wieder werde, wie es war, mag sehr gut sein. Zumindest wären deren Sponsoren, Auftrag- und Geldgeber damit am glücklichsten und als erste ganz sicher extrem begeistert und hoch erfreut einverstanden. Parteien, ein inzwischen fast vollkommen ideologiebefreites, via Meinungsforschung und Sponsoring, Lobbying und Förderungen aber auch immer öfter durch Korruption, Verachtung der internationalen Menschenrechte und Profitgier gesteuertes und verkommenes Fossil, wie zusätzlich durch Börsen, deren Kurse und Aktiengesellschaften befeuerte Automobilindustrie, eine Industrie der fossilen Brennstoffe, Atomindustrie, Nahrungsmittel – und Agrarindustrie, Textilindustrie, Tourismusindustrie, Immobilienindustrie , Pharmaindustrie und wie sie derzeit noch alle heissen mögen…..

es braucht dringend eine vollkommen neue Gesellschaft

Sie alle wollen natürlich, besser gestern als morgen, genauso skrupel- und verantwortungslos weiter wurschteln und weiter wirtschaften, ausbeuten, billigst, in Wahrheit auf unser aller Kosten produzieren und unter möglichst grossem Profit, teuer wieder an uns als Sonderangebot und Schnäppchen getarnt und dem Ettiket „Billig“ verkaufen, mindestens so erfolg – reich wie bisher, idealerweise noch gnadenloser, unter noch grösserer Ignoranz verschiedenster Rechte im Namen des alles rechtfertigenden Gottes Profit, koste es was es wolle, vor allem: koste es UNS was es wolle, und da besonders unseren Kindern und Kindeskindern und allen nachfolgenden Generationen. Nach ihnen und UNS die Sintflut.

…..Sintflut

Schauen wir doch einmal, wer da derzeit aller auf den Mars drängt: die Chinesen, die Russen, die Amerikaner und die Europäer, durchwegs die grössten Schweindln in Sachen Umweltschutz, die wildesten Weltverdrecker, Piraten, Räuber, Diebe und Ausbeuter Nummer 1 – weil sie hier inzwischen so gut wie alles vernichtet, ausgeschöpft, ausgebeutet und ausgeraubt haben, in der vollkommen irren Annahme, dieser Planet und die darauf befindlichen Schätze aller Art würden tatsächlich Ihnen gehören, Ihnen, ihren Bonzen, Konzernen, Industrien, Shareholders und Diktatoren, nur Ihnen allein und wir dürfen uns unsere Krümel unserer natürlichen Anteile teuer erkaufen.

Die so genannte „Normalität“ ist doch haargenau jener Zustand und hoffentlich bald Ex Status Quo, der uns überhaupt erst in diese Schwierigkeiten, zu diesen Katastrophen und in diese potentiellen Bedrohungen, unter anderem durchaus auch für einen potentiellen „Omnizid“, die hartnäckig wiederkehrende Idee der Selbstauslöschung des Menschen, gebracht hat. Allem voran die inzwischen oft und immer öfter vergessene, vielem allerdings zu Grunde liegende Klimakatastrophe, wo wir uns bereits jenseits einer überhaupt noch möglichen Umkehr befinden.

JA und Nein

Egal ob es sich um daraus direkt resultierende Pandemien oder zunehmende Polkappen Schmelzungen aufgrund eines weltweiten Temperaturanstiegs zum einen und zugleich rasant fortschreitenden Wassermangel andererseits handelt. Eine Flucht und Reiss Aus in Richtung Digitalisierung und „Künstliche Intelligenz“ im verzweifelten Versuch, das Zepter über Mutter Erde und die Natur endgültig ganz an sich zu reissen, in der Illusion, Gott und Schöpfung zugleich spielen zu können. In einer unglaublichen Arroganz und Ignoranz dem besseren Wissen gegenüber, dass bisher jede Hochkultur genau an diesem Punkt in der Geschichte immer schrecklich auf ihre gesellschaftliche, menschliche und existentielle Schnauze gefallen ist um sich schlussendlich selbst zu zerstören, weil eben der wahre König Zufall sowie das Unerwartete, das nicht Kalkulierbare und Unvorhersehbare immer noch sehr reale Faktoren sind und auch weiterhin sein werden, obwohl die einäugige Technologie Elite und die Wissenschaft, die Wissen aber oft nicht Weisheit schafft, das so nie und nimmer auf ihren Schirmen haben oder sehen, geschweige denn, stehen lassen wollen.

Schätze

Und was machen wir? Wir schauen grossteils nicht nur zu, sondern machen Vollgas mit und beteiligen uns als eingeschüchterte, scheinbar ohnmächtige und offensichtlich abhängige Handlanger dieses grenzenlosen Irr- und Wahnsinns so effizient, optimiert, gecoacht, fit und schön und gepimpt, so unglücklich, verpeilt, verirrt, deprimiert, desillusioniert, verzweifelt, manipuliert, verleitet, verkauft, ängstlich, krank und burned out wie möglich, nur um „eine tolle Karriere“ zu machen, um um jeden Preis dazu zu gehören, unsere immer teurer werdenden Mieten zu schwingen, um uns weiterhin unser Fast & Junk Food, die durchwegs Antibiotika, Spritzmittel und Gen manipulierten Lebensmittel, die uns um jeden Preis und auf alle Fälle zustehenden all inclusive Billigts Urlaube im Billigst Flieger, unsere heiligen Schrott – Autos, die sich kaum eine oder einer mehr leisten kann (unsere Umwelt kann sich das schon lange nicht leisten), die neuesten Mobiltelefone und Ipads, die in ausbeuterischer Frauen- und Kinderarbeit unter schlimmsten Bedingungen weit weg von unserer Wahrnehmung und Vorstellung hergestellten Billigst- sowie DesignerKlamotten, unsere individuellen Illusionen und unser eigentlivh vollkommen grundlos beschissenes Dasein, das wir immer noch trotzig „Leben“ nennen, weiterhin irgendwie leisten, jonglieren und vor uns selbst rechtfertigen zu können, um dann schlussendlich als „Konsumenten“ , nicht Menschen mit Würde und Respekt, ausgepowert, ausgenützt und benutzt, verbraucht, unglücklich, kraftlos, desillusioniert, aller Träume und Hoffnungen beraubt und krank möglichst scnell und idealerweise als erste, im Burn Out, im Grossstadtdschungel, im Obdachlosenheim, auf der Intensivstation oder am Friedhof angekommen zu sein. Bravo! Diese Normalität können wir inzwischen wirklich sehr, sehr gut.

angekommen…..

Da wollen wir alle wirklich so schnell und so unbedingt wie möglich, um jeden Preis wieder hin? echt jetzt? ich kann und will das einfach nicht glauben, dir nicht, mir nicht, uns nicht, niemandem. An dieser Stelle empfehle ich eine kleine, erfrischende Wanderung durch diese meine vorangegangenen Blogs :

#90 „das nicht perfekte Wunder „Mensch“ oder als unsere Fehler fliegen lernten“ https://pimpmyband.live/2021/02/28/90-das-nicht-perfekte-wunder-mensch-oder-als-unsere-fehler-fliegen-lernten/

#89 „JA – Wir dürfen unsere Träume leben…..“ https://pimpmyband.live/2021/02/25/89-ja-wir-durfen-unsere-traume-leben-auch-wenn-wir-nie-gelernt-haben-wie-das-geht/

und #Über Leben’s Fragen – Fragen zum Leben“ https://pimpmyband.live/2020/11/28/46-uber-lebens-fragen-fragen-zum-leben/

JETZT ist die beste Zeit, Aufzuwachen, Aufzuwachen zum Menschen in uns, zur Mutter Natur in uns und UNS als Teil dieser wunderbaren Erde und der Mutter Natur, indem wir bescheiden und in Demut, nicht Hochmut, unser imaginäres Zepter über diese MuttervErde wieder aus der Hand geben und in die Hände der Natur der Sache legen, um uns vom ferngesteuerten Konsumenten wieder in bewusste, wahrhaftige Menschen zu transformieren, unsere sogenannten Fehler und vermeintlichen Mängel, die untrennbarer Teil dieses Mensch seins sind, endlich wieder zu umarmen, sie als Teil dessen, wer und was wir sind, unseres unvollkommenen, wunderbaren Mensch Sein’s, wieder liebevoll anzunehmen, anstatt dem Phantom einer künstlichen, emotionsbefreiten und „perfekten“ Intelligenz so schnell wie möglich hinterherzulaufen, und keiner weiss mehr wohin und wozu eigtnlich.

Genug ist genug. Jede und jeder von uns ist genug. Es ist genug von allem für jede und jeden da, auch wenn man uns permanent das Gegenteil einzureden und einzuhämmern versucht, indem man uns Angst macht, indem man uns in einen sinnlosen Leistungsgesellschaftlichen Wettbewerb nach dem anderen hineindrängt und Stress, Druck, Zweifel, Wut, Neid, Unzufriedenheit, die Angst, etwas zu verpassen und Spaltung, Verzweiflung und Hass aufzuzwingen versucht.

inne halten

JETZT ist die Zeit, innezuhalten, uns dessen zu besinnen, worum es überhaupt geht, uns unseres Mensch Sein’s, unserer Essenz wieder voll und ganz bewusst zu werden, den Käfig der Konsumenten und des Konsums, des Neids, des vollkommen sinnlosen Wettbewerbs und Stresses, der Gier und des Geizes, der alles andere als geil ist, hinter uns zu lassen, uns gegenseitig zu helfen, zu inspirieren, unsere Kreativität und Phantasie zu nutzen, uns gegenseitig zu unterstützen, und gemeinsam dem ganzen Irr- und Wahnsinn Einhalt zu gebieten, indem wir schlicht und einfach bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, für uns, für unser Potential, für unsere Träume, für unser HIER und JETZT, für unsere gemeinsame Zukunft, schlicht und einfach nicht mehr mit – machen sondern einfach besser machen, weil wir es besser können, weil wir es verdienen, weil wir genug sind, weil wir es uns wert sind, weil wir in der Tiefe unseres Wesens wert – voll, liebe – voll und fried – voll sind, im Sinne von“ Stelle dir vor, es ist Krieg und Keiner geht hin“

mit einander und gemeinsam ❤

www.butbeautiful-film.com

#90 das nicht perfekte Wunder „Mensch“ oder: als unsere Fehler fliegen lernten

Liebe Mit Menschen , den Anstoss zu diesem Blog lieferte zum einen ein wirklich aufrüttelnder, sonnenklarer, zukunftsdüsterer Artikel in der NZZ, der Neuen Züricher Zeitung, den mir ein lieber Freund vor ein paar Tagen zukommen hat lassen, zum anderen eine Diskussion mit einem anderen wert – vollen Freund zum Thema „Träume“ und schlussendlich ein mir in den letzten Jahren besonders ans Herz gewachsenes Ritual namens „Morning Talks“ mit meiner herzallerliebsten Lebensfrau und Partnerin durch Dick und Dünn.

…..durch Dick und Dünn

Her einmal zum erwähnten Artikel in seiner vollen Länge:
https://epaper.nzz.ch/index.cfm/epaper/1.0/share/facebook?defId=6&publicationDate=2021-02-26&newspaperName=Neue%20Z%C3%BCrcher%20Zeitung&pageNo=19&articleId=282058699&signature=A4C758A1F8B3B15F7AEEE801F37C136990EF944E

Kurz gefasst geht es um ein Phänomen namens „Omnizid“, die hartnäckig wiederkehrende Idee der Selbstauslöschung des Menschen. Es geht dabei nicht um den Untergang allen Lebens, sondern allein um den des menschlichen. Es geht unter anderem um die Ambivalenz des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Selbst auf avanciertem Entwicklungsniveau erweist sich eine Zivilisation als nicht gefeit gegen Einbrüche des Unerwarteten und Zufälligen, vielleicht ist sie auf einem solchen Niveau erst recht vulnerabel. Wir reden heute von der Selbstverbesserung, ja Selbstüberwindung, die etwa in der Vision einer machbaren Unsterblichkeit Gestalt annimmt. Die Ironie der gegenwärtigen Pandemie liegt nicht zuletzt darin, dass sie uns brutal aus den posthumanistischen Träumen einer einäugigen Technologie-Elite schreckt.

…..die einäugige Technologie Elite

Zu den wesentlichen „Gefahren“ in Richtung eines gut möglicherweise uns allen bevorstehenden Omnizids verweist der Autor auf Folgendes: Eine Studie des bekannten Future of Humanity Institute in Oxford listete 2008 die acht grössten existenziellen Risiken auf, das heisst die Wahrscheinlichkeit einer Auslöschung der menschlichen Spezies, falls bestimmte, als riskant erachtete Ereignisse einträfen. Zuoberst auf der Liste solcher Ereignisse rangiert Nanotech-Terrorismus, es folgen künstliche Superintelligenz, Kriege (generell), künstliche Pandemien, nukleare Konflikte, Unfälle in der Nanotechnologie, natürliche Pandemien, nuklearer Terrorismus. Klimawandel dagegen ist eine globale Katastrophe, bedeutet aber nicht zwingend einen Omnizid: Ein «privilegierter» Teil der Menschheit würde wahrscheinlich überleben.

der Klimawandel ist eine globale Katastrophe

Der Autor Eduard Kaeser ist Physiker und promovierter Philosoph. Er ist als Lehrer, freier Publizist und Jazzmusiker tätig. Er beschliesst seinen Artikel mit folgender Überlegung:

Der Astrophysiker Frank Adam spekulierte im Besonderen, dass wir deshalb keine extraterrestrischen Zivilisationen entdecken, weil sie dieses Auslöschstadium bereits erreicht haben. Wir sollten diesen Gedanken nicht als kindische Fantasy oder apokalyptische Prophetie abtun. Denn wir sind als globale Gemeinschaft dank moderner Technologie bereits derart dicht vernetzt, dass sich die Folgen einer lokalen Inzidenz massiv und schnell ausbreiten können. Covid-19 schärft hoffentlich jetzt den Sinn für diese Dimension unserer Prekarität.

…..keine kindische Fantasy

Selbst wenn wir die Pandemie mit grosser Wahrscheinlichkeit «überwinden», sollten wir den Gedanken des Omnizids nicht auch gleich verabschieden. Wir betreiben damit nicht zivilisationskritischen Katastrophismus, vielmehr kommen wir zur Einsicht: Das kollektive Projekt Menschheit verzichtet auf die Idee, das Zepter über die Erde zu führen. Wir haben gelernt, mit den fundamentalen Naturkräften zu rechnen und zu spielen, aber das bringt nur unsere eigene Unberechenbarkeit ins Spiel. Freunden wir uns deshalb mit dem Gedanken der Selbstauslöschung als unserem stillen Begleiter an. Er markiert eine neue zivilisatorische Reifestufe im riskanten 21. Jahrhundert.

fundamentale Naturkräfte

Unser kollektives und individuelles Ziel muss nicht zuletzt in Anbetracht dessen sein, uns gemeinsam aus unseren Komfortzonen raus zu bewegen, auch wenn wir sie in ihrer Unbequemlichkeit noch so sehr schätzen und um jeden Preis festzuhalten gelernt haben mögen, zu wagen, uns einfach mutig auf dieses gemeinsame Abenteuer, diese mehr denn je dringende Reise zurück zu uns selbst, zu unserer Essenz, auf die Frage „worum es eigentlich überhaupt geht“, einzulassen. Diese Frage, die kaum bis niemand mehr stellt, obwohl wir alle schneller denn je dahin rasen, so effizient, optimiert wie noch nie zuvor, aber inzwischen keiner mehr wirklich weiss wozu, weshalb und wohin das Ganze eigentlich gehen oder führen soll. Hauptsache wir sind als erste dort. Aber eigentlich muss es doch dahin gehen, wo das Ziel ein neues individuelles und kollektives Bewusstsein ist, das kein fixes Konzept, keine Methode, keine Formeln oder starre ideologische Konditionierungen oder Glaubensrichtungen braucht, damit wir gemeinsam wirklich wieder neu erfahren können und miteinander lernen dürfen, was „Mensch sein“ überhaupt für ein Wunder ist. Wo wir uns buchstäblich wieder neu kennen „lernen“ dürfen. 

worum es überhaupt geht…..

Diese rastlose Suche nach dem stetig „nächst Besseren“ oder die stete Angst vor dem nächst Schlechteren, all die Zweifel, aufgrund derer man sich permanent mit schwierigen Entscheidungen herumplagen muss, die man alle getrost links liegen lassen könnte, würde man der Intuition des Herzens vertrauend dem Flow des Lebens folgen, all die Bemühungen um „Digitalisierung“ und Anstrengungen um eine „künstliche Intelligenz“, was weder Ziel noch ein gesunder Weg sein kann, sondern Symptom des ein und selben Wahn – Sinns ist, Hand in Hand mit einer generellen Überhöhung und Überbewertung des Verstandes unter der gleichzeitigen Verleugnung und Verdrängung unserer Gefühle, unserer Weisheit und unserer Herzens Intuition, in dessen Geiselhaft wir als Menschheit inzwischen nicht nur als Individuum sondern kollektiv genommen worden sind.

in der Geiselhaft des Verstandes

Anstatt ihn als das zu verwenden und einzusetzen was der Verstand und das Denken schlicht und einfach ist, ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger, „unser“ Werkzeug und nicht umgekehrt. All das bringt uns ebenfalls in riesigen Schritten immer weiter und immer schneller von dem weg, wer wir eigentlich sind und wieder bewusst sein dürfen müssen: eben nicht perfekte wunderbare Menschen, die immer mehr auf dem Weg in die von Ihnen selbst kreierte Illusion eines Perfektionismus in einer rasenden, immer  schneller werdenden Fahrt in eine Sackgasse auf eine Mauer zu zu rasen im Begriffe sind, an die Mauer unseres eigenen Friedhofs, unseres eigenen kollektiven Grabsteins.

Kollektiver Grabstein

Gerade dieser Artikel zeigt ja ganz klar, auf welchem Trip wir inzwischen gut möglich schon sind bzw. schon lange geschickt worden sein könnten, bzw. dass ein derartiges Szenario eines Omnizids sicher nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Man muss einfach nur einmal ganz genau hinsehen, auf uns bzw. auf das, was von uns inzwischen übrig geblieben ist: 

wir lassen uns inzwischen alle ganz einfach und immer leichter auf die unendliche Jagd nach der oder dem nächst Besseren schicken, weil kaum jemand glaubt, geschweige denn, weiss, in seiner Imperfektion genug, einzigartig, wunderbar und grossartig zu sein und sich niemand mehr der Tatsache bewusst sein oder werden will, dass der einzige, winzige Punkt auf der ebenso imaginären Zeitachse, der Moment, der Augenblick, das Hier und Jetzt ist, wo alles Leben und Sein tatsächlich existierend stattfindet und IST. Und so rasen wir auch an diesem wahrhaftigen Punkt, an dem alles IST permanent abgelenkt, verkabelt, verstöpselt, maskiert und getrieben, permanent haarscharf an der Realität, an unserem Selbst und Sein, an unseren Lebens Geschenken, Chancen und am König Zufall vorbei.

der winzige Punkt, an dem alles IST

Weil wir unseren angedichteten Mängeln, Fehlern, für die wir immer bestraft oder ausgelacht wurden, permanent auf der Hetze nach der Illusion „Perfekt“ und“ Perfektionismus“ hinterher jagen, oder vor unserem nicht perfekten selbst davonlaufen oder wir uns hinter der Illusion des Perfekteren, Besseren hinterher jagen lassen, in einem Wettbewerb, den kein Mensch je gewinnen wird können, weil ein wesentlicher Teil des Mensch seins eben Fehler inklusive, das nicht Perfekte, Emotionen und all das wundervoll menschliche IST.

Erst wenn wir uns dieser Tatsache wieder liebevoll begegnen und sie akzeptieren und umarmen können, wachsen unseren Fehlern Flügel auf dem Flug in unser aller wunderbares, einzigartiges Selbst, zu unseren Herzens Träumen und in unser Potential, das sehnlichst und geduldig auf seine Entfaltung wartet.

Träume, und unser Potential, sie zu verwirklichen, wartet geduldig auf Entfaltung

Ein wunderbares, konkretes Beispiel für „fliegende Fehler“ und was ich damit exemplarisch meine ist folgendes: Meine Liebste arbeitet als Deutschlehrerin in Kursen namens „Deutsch für Ausländer“ (was für ein armer bzw. erbärmlicher Titel, der alleine einen Blog wert wäre) mit einer Reihe hoch interessierter, engagierter und ambitionierter Flüchtlinge aus Afghanistan, Persien, Syrien und anderen Ländern, aus welchen auch Du und ich geflohen wären, hätten wir dort leben müssen.. Manche erzählen im Rahmen dieser Kurse dann Geschichten, wo deutlich wird, dass sie gewisse Vokabel oder Formulierungen entweder noch miteinander verwechseln oder sinngemäss noch „falsch“ verstehen und schaffen dadurch Formulierungen und Worte, die grammatikalisch und sinngemäss nicht richtig verwendet, also „falsch“ = Fehler sind, aber sind damit oft viel näher am sinngemässen Kern einer Aussage, auf die jemand, der der deutschen Sprache mächtig ist, so nie und nimmer kommen würde, die aber dadurch unfreiwillig und unbewusst ein wunderbares neues Fenster auf eine vollkommen andere Wahrnehmung und oder Beschreibung eines Umstandes öffnen als jemand korrekt deutsch sprechendem nie und nimmer in den sinn kommen würde. Genau da wachsen den Fehlern Flügel, und sie beginnen zu fliegen, wenn man sich dem tieferen Sinn des Gesagten bewusst werden kann und sich die Chance auf eine neuen Blick oder ein neues Wort durch eine „Fehler“ Bewertung nicht im Ansatz vernichtet.

ein neuer Blick

Viele von uns trauen sich ja immer öfter nicht mehr wirklich „Leben“ aus Angst, Fehler zu machen, aus der Sorge, falsche Entscheidungen zu treffen, aus einer Verunsicherung, aus Zweifeln, lauter Kinder des Verstandes und wagen es gar nicht mehr, auch nur im entferntesten daran zu denken, ihre Träume zu leben oder sie leben zu dürfen oder davon leben zu können. Die meisten, die sich ein Herz gefasst haben, diese Ängste hinter sich zu lassen, haben allerdings wesentlich mehr positive Geschenke, Freude, inneren Frieden, Glückseligkeit und Lebenskraft erhalten als Ent – Täuschungen erlitten. Sie haben den Mut und ihr Vertrauen in das Leben wieder gefunden und fragen sich dann oft, worauf sie eigentlich so lange gewartet haben, warum sie solange im Kerker der Angst vor dem Fehler machen, der Sorge, nicht perfekt zu sein, den Zweifeln, Über – Leben zu können, verharrt sind , anstatt bedingungslos dem Ruf ihrer Träume zu folgen, sich dafür Räume schaffen und Platz machen.

unseren Fehlern wachsen Flügel

Ein wesentlicher Schlüssel zum Tor der Befreiung vor der Angst, Fehler zu machen oder nicht perfekt zu sein, ist dem inneren Richter und Bewerter und Verurteiler enmal ganz klipp und klar zu sagen, einmal die ewig kommentierende Klappe zu halten, was einen sofort auch vom Drang befreit, andere, das Gegenüber permanent beurteilen, verurteilen und / oder bewerten zu müssen. Das ist nicht, wie irrtümlich oft behauptet, „Selbstreflexion“ sondern „Selbstsabotage“, ein Anschlag auf den wunderbaren, wenn auch nicht perfekten, gefühlvollen und oft ängstlichen Menschen in uns , den wir erst einmal wieder bedingungslos lieben lernen dürfen, das heisst: sich als nicht mehr perfekten Menschen anzunehmen und zu akzeptieren. Und damit lösen wir uns automatisch, alles und jede und jeden anderen verurteilen zu müssen und wir nähern uns damit in riesen Schritten der Freiheit, nicht fehlerlos und perfekt sein zu müssen, wie wir und das Gegenüber einfach nie und nimmer sind, waren oder sein werden , sondern in Frieden mit unserer „perfect imperfection“, mit unserem perfekten nicht Perfekt sein müssen unsere Fehler fliegen lassen können, weil sie oft Tore zu ungeahnten Welten sein können, und nicht immer aussschleisslich schlimm, falsch, negativ und böse sein müssen.

Wir müssen dann nicht mehr auf der Jagd nach Vor – Bildern oder Influenzern unsere Lippen aufspritzen, oder Busen korrigieren, oder uns längere Schwänze einbauen lassen, oder Nasen und Kinn, Bäuche und Ärsche korrigieren lassen um scheinbar perfekter auszusehen wie inzwischen viele und täglich tausende andere mehr anstatt unverwechselbar, einzigartig wundervoll – voller Wunder sein zu dürfen. Wir müssen dann nicht mehr tausende coaching Lessons, Überlebenskurse, Therapiestunden und Selstoptimierungsseminare belegen oder buchen, uns nicht mehr freiwillig zu diesem oder jenem pimpen lassen, um nur ja noch effizienter und noch schneller zu werden, fitter anstatt gesünder, uns den Arsch weg zu optimieren, inhaltlich Besseres mit immer grösserem Zeit- und Energieaufwand, zumeist für andere, alles zu geben und zu leisten bis zum Umfallen, in den Burnout, in die Depression, im Vollstress auf diesem Horrortrip in eine heuchlerische Perfektion, die eine einzige unmenschliche, äusserst ungesunde Illusion ist, die alles in uns zerstört, was uns zu den wunderbaren, einzigartigen Wesen auf diesem einzigartigen Planeten macht: zum nicht perfekten Wunder Mensch.

das nicht perfekte Wunder Mensch

Alles Liebste, Gesundheit und Aufwachen uns allen, AleX

Sometimes weak and wan, sometimes strong and full of light. The moon understands what it means to be human. Uncertain. Alone. Cratered by imperfections.
TAHEREH MAFI

# 89 „JA, Wir dürfen unsere Träume leben, auch wenn wir nie gelernt haben, wie das geht“

Untertitel: Vergeuden wir bitte unser Wert – volles, kost – bares Leben nicht mit einer Krankheit, in Frustration und Missmut, in Selbstzweifeln, an der Leine von Süchten, Mobiltelefonen, Vorurteilen, Zweifeln oder in Angst, nur weil wir es in der Schule oder zu Hause sehr wahrscheinlich nie besser gelernt haben.

Träume leben

Anstoss für diesen Blog war mir zum einen eine sehr inspirierende Online Zoom Diskussion in bester Gesellschaft mit ein paar sehr kreativen Köpfen der Sonophilia Foundation gestern Abend, deren Mitglied ich seit ein paar Monaten sein darf und bin, zum anderen mein Herzens Bildungsprojekt eines „etwas anderen mit- und voneinander Lernens“, welches ich inzwischen seit Jahren versuche, zuerst leider vergeblich in Istrien, und jetzt im Südburgenland oder wo auch immer es entstehen möchte, bei der Geburt in diese unsere Welt zu verhelfen, die genau das mehr denn je braucht und wo heute Morgen bei mir ohne Zweifel der berühmte Groschen gefallen und ein Schlüssel zu dessen Verwirklichung und Umsetzung durch das Fenster meines Bewusstseins geflogen kam und last, but definitely not least: mein eigenes Leben, das meiner Liebsten und deren Kinder, die Leben meiner Eltern, Kinder und Enkelkinder und das der meisten Menschen, die ich kenne. Es be – trifft uns alle!

Herzens Projekt

Gleich mal eines vorweg: ich will hier sicher nicht Krankheit, in welcher Form auch immer, „bagatellisieren“ oder einen Aufruf zu einer Verleugnung oder Verdrängung einer solchen starten. Ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil: ich möchte euch nur aufgrund meiner eigenen Geschichte, verschiedener sehr bewusster Beobachtungen, Erzählungen und Erfahrungen ermutigen, sie zu umarmen und zusammen mit euren Selbstzweifeln, Ängsten und oft miesem Vertrauen in unser Selbst in euer grandioses, einzigartiges Potential, das nur sehnlichst darauf wartet, wachgeküsst und verwirklicht zu werden, an der Hand zu nehmen und frohen Mutes mitten rein in den Traum eures Lebens zu gehen.

…..mitten rein in den Traum

Nun – was ist denn „der Traum“. Das ist jener Traum, von dem viele ganz genau wissen und von dem sie sagen, dass sie „schon immer davon geräumt haben“ dies oder das zu sein, zu tun , zu leben – dafür, damit und auch davon. Er ist ein „Pointer“, ein Wegweiser oder Hinweis, welcher oft zusammen mit unseren Neigungen und Talenten uns die Richtung zeigt, wo es wirklich in Richtung des in uns schlummernden Potentials lang geht.

„Pointer“ AleX & Jamaaladeen Tacuma

Was ist Krankheit? Jeder Krankheit liegt immer ein gewisses „aus der Balance geraten“ zu Grunde. Es ist ein manchmal leises, aber oft auch extrem starkes Signal des Körpers, dass mit der Seele etwas nicht stimmt bzw. etwas sich nicht mehr in Balance befindet. Unser Körper , unsere Organe, unsere Billionen von Zellen, jede einzelne von ihnen, machen tagaus, tagein, Tag und Nacht nichts anderes als diese unserem Da Sein innewohnende Balance aufrechtzuerhalten bzw. ausgleichend zu wirken, wenn das eine oder andere, bewusst und viel öfter unbewusst durch verschiedenste äussere Einflüsse, Gifte, Viren, einseitige Ernährung etwa, oder durch innere Einflüsse wie Angst, Frustration, Zweifel, Wut oder oft selbst gestrickten Problemen, die allesamt ausschliesslich in unserem Verstand gedeihen und wohnen, ins Schwanken oder Schleudern geraten ist.

Balance – Foto © Sandra Mauerhofer

Wie ich schon in früheren Blogs kund getan habe, bin ich mit einer heimtückischen Erbkrankheit namens „Morbus Crohn“ auf diese wunderbare Welt gekommen, ein Gendefekt gewissermassen. Die Krankheit bzw. diese Veranlagung wird psychosomatisch getriggert und löst heftigste , äusserst schmerzhafte Entzündungen des Verdauungstraktes , vornehmlich des Dünndarms, aus bis hin zu Darmverschlüssen oder einem Phänomen namens Fuchsbau, wo der Darm sich alternative Routen oder Ausgänge zu anderen Organen oder direkt in die Bauchdecke baut. Ich wurde damit das erste mal wie aus heiterem Himmel in einer Zeit in meinen early 20ies konfrontiert, als ich psychisch hoffnungslos überfordert war, zum einen durch eine Schnapsidee meinerseits, den anstehenden Wehrdienst nicht wie die meisten meiner Freunde beim Zivildienst sondern bei der Militärmusik zu absolvieren und ich zugleich auf dem Weg war, Vater zu werden, mit einer Frau, die, so wie ich selbst, mitten in ihrem Studium war.

Himmel blau

Nach furchtbaren , schmerzhaften Jahren, in denen ich zwar als Musiker europaweit auf Tour war, deren Details ich uns hier aber gerne erspare und mehrmaligen, buchstäblich in allerletzter Minute lebensrettender Operationen, zahllosen verbrannten Therapie- und Psychologiestunden stellten sich meine Seele und mein Körper eines Tages ganz klar folgende Frage: Will ich mein wiedergewonnenes Leben und meine Träume leben und eben mit dieser Krankheit an Bord ohne Kompromisse weitermachen oder mich in diverse Selbsthilfegruppen einschreiben, mich um eine Invalidenpension bemühen und so weiter und so fort. NEIN, ich wollte meine Träume LEBEN, so oder so – und dann passierte etwas wirklich einzigartig, Wunderbares aufgrund dieser Klarheit ohne 1 % Zweifel: Ich war fortan, inzwischen immerhin über 30 Jahre lang, vollkommen beschwerdefrei, ohne Medikamente und ohne eine einzige weitere Operation, bis zum heutigen Tag.

Träume leben – on Tour mit Lenny Kravitz

Ich hatte meinen Fokus, meine ungeteilte Aufmerksamkeit ganz klar und deutlich auf das von mir so geliebte, wunderbare Leben, auf meine Träume, die gelebt werden wollten und mein in mir schlummerndes Potential und nicht auf meine Krankheit gerichtet, ohne sie je zu verleugnen, und ich bedanke mich jeden Tag Frühmorgens für das Geschenk jedes neuen Tages, dass alles so sein darf und ist wie es eben ist. Es gibt auch andere, mindestens genau so wunderbare Beispiele wie einen in den Rollstuhl gefesselten und an diverse Beatmungsgeräte angeschlossenen Steven Hawkins, was ihn nicht daran hinderte, seinen Traum zu leben und einer der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit geworden zu sein.

Das Gift, welches unsere Träume lähmt bis stilllegt bis unter vielen Schichten von Vorurteilen, Dogmen, der Angst vor Beurteilungen anderer, vor dem Fehler machen und dem sinnlosen und alle Träume und das Selbstwertgefühl vernichtenden Trip, perfekt sein zu wollen, oder sich diese oder jene Hürde oder Prüfung selbst aufzuerlegen, bevor man sich gestattet, nur sich mal wieder seiner Träume zu ent – sinnen oder dem nicht bestehen können vor den eigenen Erwartungen oder den ausgesprochenen oder selbst zusammengedachten Erwartungen anderer, dieses Gift heisst immer „Zweifel“ und/oder „Angst“, beide ausschliesslich Kinder unseres angeblich so verdammt wichtigen Verstandes, der in den seltensten Fällen wirklich „klar“ das ist, was er ist: ein Werkzeug.

Humor und Lachen hilft, nicht immer, aber oft

Über das perfekte Leben kann man sicher stundenlang philosophieren, reden und eine wissenschaftliche Arbeit nach der anderen verfassen, wo es eigentlich ja nur gelebt und geliebt werden will, und unsere geliebten Träume nur eine Chance bekommen wollen, tatsächlich gelebt zu werden. Und da bin ich natürlich sofort auch bei einem höchst gefährlichen Gift namens „Schule, Lernen und Bildung“. In der Schule wird uns leider meistens als allererstes buchstäblich die Schneid abgekauft, auch nur im Entferntesten daran zu denken, sich an die Verwirklichung der eigenen T-Räume zu machen, sondern man wird von Tag eins an mit zumeist tonnenweise sinnentleerten Informationen und kognitivem Wissen zugestopft und niedergeballert, welches kaum eine oder einer je wieder für ein glückliches, erfülltes Leben brauchen kann, bis da schlicht und einfach sich nichts mehr traut, verwirklicht werden zu wollen. Bis da keine Ritze mehr frei ist, wo wir auch nur durch einen kleinen Spalt auf unsere Träume hingucken und uns ihrer überhaupt noch gewahr werden könnten.

T – Räume

Was bleibt sind Selbstzweifel, Ängste, Frustrationen, Zwänge, Süchte, Sorgen, Probleme, extrem schlechtes Vertrauen in ein vormals inspiriertes, kreatives und enthusiastisches Selbst, unglückliche und vollkommen von ihrer Lebensbestimmung und ihren Träumen abgeschnittene, perfekte Konsumenten und reihenweise Bewerber um Bullshit Jobs. 1% Zweifel ist auch Zweifel und ein noch so guter Rat – Schlag ist auch immer ein „Schlag“.

mit Schlag – Foto © Eckhart Derschmidt

Man muss sicher nicht perfekt sein, um grossartig sein zu können. Jeder Fehler ist immer auch eine Chance, ein Tor zu einem Weg, den man so vermutlich sicher nie gegangen wäre und wo man ja einfach mal schauen kann, ob es da gut und man gerne weitergeht oder es lieber bleiben lässt und eine andere Route wählt. Oder wie es der persische Dichter Rumi so wunderbar zu sagen wusste: „Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise, und möchte mich verändern.“

der Weg

Diese wunderbare Weisheit, die nicht aus den Untiefen des so gut wie permanent aktiven und über allem herrschenden Verstandes kommt, sondern aus den Tiefen der uns alle verbindenden Essenz und der dort schlummernden Stille, erklärt so vieles Wunderbares. Klug sein und „Denken“ ist gut, und hat sicher auch seinen Sinn und seine Berechtigung, aber das gesunde, richtig angewandte Denken als das, was es ist, ein Werkzeug, und seine Handhabe will wirklich gelernt sein. Dieser Beipackzettel ist leider schon viel zu lange verloren gegangen.

Family – mom, daughter, son in law and them granddaughter princesses

Wir leben allerdings in einer Zeit, wo wir alle mehr oder weniger unfreiwillig Opfer dieses Werkzeugs geworden sind, lost, verloren, vorgeführt von unserem Verstand und einer unglaublichen, noch nie da gewesenen Überhöhung des Stellenwertes des Denkens und der Intelligenz, davon vollkommen in Geiselhaft genommen. Als wäre das wirklich alles, was ist, was einen Menschen zum Wunder Mensch macht.

Family – mom and sun 😉

Ja sicher, da sind auch noch die Gefühle, Erinnerungen, Konditionierungen, aber die kommen alle auch genau von dort her und wachsen auch genau dort. Ja dort, nicht im Herzen, dort wohnt und wächst de Intuition. Was wir nie in der Schule gelernt haben, warum weiss wohl niemand, ist die Tatsache, dass wir nicht sind, was wir denken, dass wir extrem gut beraten wären, uns nicht mit unseren Gedanken und Gefühlen zu identifizieren, weil sie uns schlicht und einfach nicht gehören. Genau so wenig wie „unsere“ Biographien oder diese sogenannten, oft hart erarbeiteten Lebens – Läufe und unsere oft besonders bedeutungsvollen „Persönlichkeiten“. All das sind nichts anderes als mehr oder weniger grosse Wolken am Himmel, all das kommt und ver – geht aber auch wieder, immer, während wir, unser Bewusst – Sein der Himmel hinter diesen „Wolken“ ist.

Wir sind der Himmel hinter den Wolken unserer Gedanken und Gefühle

Mein spiritueller Lieblings Lehrmeister neben Eckhart Tolle, der aus Jamaika stammende, in England aufgewachsene und in Portugal lebende und lehrende Mooji hat eine Bewusstwerdungs – Technik entwickelt, die er Selbstevaluierung nennt. Dies basiert darauf, sich frei und leer zu machen von allem, bis sich das tief in uns schlummernde Potential zu zeigen und zu entfalten bereit ist. Weit jenseits der Gedanken, des Denkens und der Gefühle und die durch unseren Verstand kreierte eigene Persönlichkeit und die stets vom Ego gesteuerte Wichtigkeit. Das kann ich als erste Lektion und Anregung auf dem Weg zu unseren Träumen nur herzlichst empfehlen.

Die Lotsen und die treibenden Kräfte zur Verwirklichung unserer Träume und zur Entfaltung unseres Potentials sind Mut, Zuversicht, Hingabe, Vertrauen in unser Potential und unser Selbst, Friede, Freude, Stille und die Liebe, nicht das Denken oder der Verstand, sondern mit Hilfe des Denkens und des Verstandes im Sinne eines Werkzeugs. Machen wir unseren Kindern unbedingt Mut, an ihre Träume zu glauben und sie auch tatsächlich leben zu dürfen, solange sie sich ihrer noch bewusst sind. Meditation und Kreativität statt Wettbewerb, Tiefe und Intuition statt Effizienz, analoge Natur anstatt permanenter Gebrauch von Smart Phones und Flucht in die Digitalisierung, Sein statt Schein und Wahrhaftigkeit statt Optimierung.

Family – my sweetest love and her 3 men

We need connection and stories and experiences that help us transcend our own lives
to connect with others and ideas bigger than ourselves.
Julia Taylor

„Groove“ mit Harry Sokal, Tenorsaxophone & Raphael Wressnig, Hammond B3

#88 „Ist der Spassgesellschaft schlussendlich die Freude abhanden gekommen?“

Hauptsache es macht Spass – echt jetzt? Ist das wirklich die Hauptsache? Die Hauptsache wovon eigentlich und vor allem: viel Spass für wen?

Spaßgesellschaft ist ein (meist abwertendes) Schlagwort, das seit den 1990er Jahren in den deutschen Feuilletons auftauchte und das Lebensgefühl von Teilen der Gesellschaft in den Jahren des vorangegangenen Börsenbooms, des sogenannten New-Economy-Hypes, beschreiben sollte. Es sollte nach Fritz Vilmar einen Lebensstil kritisieren, bei dem Hedonismus und Konsumlust[1] im Vordergrund stünden, das Bemühen um gesellschaftliche Veränderungen aber in den Hintergrund trete.[2] 

Lebensgefühl

Spaß ist eine im Deutschen seit dem 16./17. Jahrhundert belegte Substantivbildung aus dem italienischenspasso „Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen“. Heute wird mit etwas macht Spaß eine Tätigkeit beschrieben, die gerne gemacht wird, die Freude, wobei diese meist nachhaltiger ist, bereitet. Gemäß Duden ist Spaß das Vergnügen, welches bei einem bestimmten Tun aufkommt.[1]Mit jemandem einen Spaß treiben bezeichnet, dass dieser Person ein Streich gespielt wird. Der Spaß ist eine Äußerung, über die gelacht werden kann, ja soll, und gilt als Bestandteil des Humors. Das Wort wird auch synonym zu Jux, Scherz und Witz verwendet. Zugehörige Adjektive sind spaßig und spaßhaft. Als Gegenbegriff gilt der Ernst.

Ernst

Freude ist der Gemütszustand[1] oder die primäre Emotion,[2] die als Reaktion auf eine angenehme Situation oder die Erinnerung an eine solche entsteht. Je nach Intensität äußert sie sich als LächelnLachenFreudenschrei oder in einem Handeln. Im weiteren Sinne kann auch der Auslöser einer Freude, eine frohe Stimmung oder ein frohes Dasein als Freude bezeichnet werden. Der Begriff Glück wird manchmal im Sinne von Freude verwendet.

Freude ist für sich selbst gesehen weder gut noch schlecht. Eine wertende Komponente kommt ihr erst zu, wenn sie in negativem oder positivem Verhältnis zur geltenden Moral steht (Beispiele: Schadenfreude bzw. Siegesfreude).

Im Buddhismus, aber auch in zahlreichen anderen östlichen religiösen und meditativen Systemen wird angenommen, dass ein seelischer Zustand der Freude und Ausgeglichenheit durch Selbsterkenntnis und „achtsame“ und „rechte Lebensweise“ gefördert werden kann. Die Mitfreude (Mudita) an der Freude anderer nimmt daher eine zentrale Stellung in der buddhistischen Geistesschulung und Ethik ein.

Mitfreude

Soweit Wikipedia so gut. Allerdings wage ich folgendes zu behaupten: Spass ist der mehr oder weniger gut geglückte, zumeist nicht lang anhaltende Ablenkungsversuch des Verstandes oder einer Werbe-, Vermarktungs- und Unterhaltungsindustrie vom sogenannten Ernst. Von sogenannten Problemen, von sogenannten Sorgen, von den sogenannten nicht bis kaum bis schlecht geglückten Leben und dessen Umständen, von Pflichten, Anforderungen, Verantwortungen, erfüllbaren und nicht erfüllbaren Erwartungen und Wünschen, an uns selbst oder andere, egal, vom Ernst des Lebens eben. Ich glaube folgende Beobachtung gemacht zu haben, dass, wer um jeden Preis Spass haben muss, sich unter der oft sehr dünnen Spass machenden Oberfläche selbst oft sehr ernst nimmt.

dünn…..

Ausserdem ist Spass nicht selten im Besitz diverser kleiner bis riesengrosser Egos. Man kann sicher auch mit anderen Spass haben, aber wenn einer von zweien oder mehreren keinen Spass hat oder an was auch immer, keinen Spass findet, ist diese oder jener sofort ein Spassverderber, und da hört sich der Spass sofort auf. Ein häufig verwendeter Treibstoff in Sachen Spass ist für die meisten von uns der Alkohol. Da wird man lockerer, weil man das sonst anscheinend kaum bis gar nicht sein kann oder einfach nicht ist. Da bedient man sich dann auch gerne bestimmter Spassbeschleuniger namens „Witze“, meistens auf Kosten anderer.

Spassverderber

Und wenn man dann nicht Teil der „Stamperl“, „nur noch ein Achterl“ oder „einen Sommerspritzer“ oder „ein Krügerl geht noch“ Fraktion angehört, so wie ich, nicht immer, aber oft, dann ist man gleich einmal ganz schnell Spassverderber, obwohl ich grundsätzlich nichts gegen Alkohol habe oder die Lust, mal ein Achterl zu geniessen durchaus nachvollziehen kann. Aber wenn man daran nicht teilnimmt, ist man dann selbst entweder „verdächtig“ oder „krank“ oder nur „unangenehm“, weil man plötzlich ein unangenehmer Spiegel ohne Achterl oder Krügerl der Spassgesellschaft ist, und das will halt keiner. Mich stört’s nicht, und mich hat es noch nie gestört, aber umgekehrt ist das sehr oft nicht der Fall. Da fühlt man sich augenscheinlich oft unwohl angesichts eines einzelnen ohne Glaserl Wein oder Krügerl Bier, sondern womöglich „nur“ einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee in der Hand, die oder der trotzdem locker und humorvoll und lustig sein kann. Na dann Prost.

locker, lustig und humorvoll

Auch das habe ich persönlich noch nie verstanden oder nachvollziehen, noch mitlachen können. Und wenn es keinen Spass mehr macht, was immer das dann konkret sein soll oder muss, oft eine Flucht in den Konsum und Kaufrausch, oder in das heilige Mobiltelefon oder in die Kopfhörer und Ohrstöpsel oder beides, dann wird einem oft ganz schnell extrem fad – ein untrüglich sicheres Zeichen und Phänomen unserer Zeit, und ein klarer Hinweis, dass es sich bei Spass um eine an einer extrem dünnen Oberfläche stattfindende Ablenkung handelt. Und weil „fad sein“ keinen Spass macht, darf fad sein einfach nicht sein, weil es keine und keiner mehr aushält, nicht permanent abgelenkt zu werden. Von sich, von unserer Zeit, von unserer systematisch zerstörten Welt. Und dahin ist sie, die eigentlich so gesunde lange Weile.

Wasser und Kaffee

Ich mag auch keine Witze und kenne seit eh und je die selben zwei bis drei. Obwohl ich durchaus witzig sein kann und man mir attestiert durchaus sehr humorvoll sein zu können, aber das ist eine vollkommen andere Geschichte. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst eben überhaupt nicht so ernst zu nehmen und die Gabe , über sich selbst herzlich lachen zu können. Das, und dass es nicht immer auf Kosten anderer witzig und zum Tränen Lachen sein muss, ist die gesunde Basis von Humor.

witzig

Und Freude? Ja, die Freude wohnt eben nicht an der Oberflächlichkeit der Dinge. Sie lenkt von nichts „ab“ sondern führt zu etwas „hin“ und ist auch selten bis nie eine Domäne des Verstandes, weil sie eben in der Seele lebt und wohnt, wächst und auch nur dort gedeiht. Im Buddhismus, aber auch in zahlreichen anderen östlichen religiösen und meditativen Systemen wird angenommen, dass ein seelischer Zustand der Freude und Ausgeglichenheit durch Selbsterkenntnis und „achtsame“ und „rechte Lebensweise“ gefördert werden kann. Die Mitfreude (Mudita) an der Freude anderer nimmt daher eine zentrale Stellung in der buddhistischen Geistesschulung und Ethik ein. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Freude

Man kann ein Leben lang Freude an etwas haben, entwickeln, vertiefen, empfinden – sei es an der Musik, an der Kunst, am eigenen Da Sein und am da Sein anderer, am eigenen Beruf und den Berufen anderer, die diese mit Freude und Hingabe betreiben, an diversen kreativen Tätigkeiten, den eigenen und in Zusammenarbeit mit anderen, am Sein und Schaffen in der Natur alleine oder miteiander mit anderen, an Beziehungen und Freundschaften und einer freud- und friedvollen Hingabe und Arbeit daran. Und sie kann sich mindestens verdoppeln, wenn man sie zu teilen weiss. Und ja, liebes Wikipedia: Der Begriff Glück wird manchmal im Sinne von Freude verwendet. Und wie der deutsche Neurobiologe und Hirnforscher Prof. Gerald Huether, den ich schon sehr oft zitiert habe, folgerichtig meint: „Wer glücklich ist, kauft nicht“. Nur: Wer in dieser oberflächlichen Spass-, Unterhaltungs- , Ablenkungs- und Konsumgesellschaft soll denn schon wollen, dass so viele Menschen von uns wie möglich tatsächlich mit Freude erfüllt und in und mit ihrem Leben glücklich sind?!?!?

Glück

Ich kann folgende Bewusstseinsübung in dem Zusammenhang nur sehr gerne weiterempfehlen und uns allen ans Herz legen: das nächste mal, wenn wir jemandem „viel Spass“ wünschen, versuchen wir es stattdessen mit „Viel Freude“